Das Leben kleben

von Marina Lewycka 
3,6 Sterne bei163 Bewertungen
Das Leben kleben
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (89):
Hollysmums avatar

Kurzweilige,herzerfrischende Geschichte mit skurillen Charakteren

Kritisch (27):
O

nicht so richtig lustig, nicht so richtig tiefgründig, nicht so richtig von allem...braucht wohl mehr als einen Klebe

Alle 163 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Leben kleben"

Sie begegnen sich zufällig an einem Müllcontainer: Georgie Sinclair, neuerdings alleinerziehende Mutter, und Mrs Shapiro, eine verschrobene alte Dame mit sieben Katzen, einer Vorliebe für Schnäppchenjagd und die großen russischen Komponisten – und einem Geheimnis aus der Zeit des Krieges.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423253468
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:dtv
Erscheinungsdatum:01.12.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 07.04.2010 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Hollysmums avatar
    Hollysmumvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzweilige,herzerfrischende Geschichte mit skurillen Charakteren
    Kurzweilige,herzer herzerfrischende Geschichte mit skurillen Charakteren

    Georgine,frisch getrennt und wütend mistet aus. Der Krempel ihres Ex-Mannes steht im Container auf der Straße. Da entdeckt sie eine kleine,hutzelige Omi die sich die Plattensammlung ihres Ex-Mannes aus dem Container fischt. Mrs. Naomi Shapiro ist ein Unikat. In alte Pelzmäntel und abgetragenen,mottenzerfressenen Kleidern gehüllt haust sie mit ihrer Katzenbanddim Canaan House.

    Als sich die Wege der beiden zufällig im Supermarkt kreuzen beginnt eine wunderbar verrückte und herzerfrischende Freundschaft die durch viele weiter charaktervolle und skurillen Charaktere bereichert wird.

    Ich mag den Schreibstil der Autorin. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen. Oft hab ich geschmunzelt. Manche Passagen dagegen haben mich etwas gelangweilt und waren meiner Meinung überflüssig für die Handlung der Geschichte,wie zum Beispiel das Buch das Georgine zu Schreiben gedenkt und aus dem immer wieder Passagen eingefügt werden. Nichtsdestotrotz macht das Buch aufgrund der vielen Nebendarsteller unglaublich viel Spaß und auch die verwirrende und geheimnissvolle Geschichte über Naomis Vergangenheit macht Lust weiterzulesen.

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    Skruttens avatar
    Skruttenvor 2 Jahren
    flüssig

    Die Geschichte um ein großes, halb verfallenes Haus in London – mit all den Schicksalen der (ehemaligen) Bewohner und dazu eine aktuelle Familiengeschichte um Trennung und Versöhnung – all das verpackt die Autorin in einen flüssig zu lesenden Roman. An einigen Stellen rutschen Handlung und Personen allerdings ins Klischeehafte. Beeindruckend die Darstellung des israelisch-palästinensischen Konflikts in der Nebenhandlung. 

    Dennoch – ich zögere, weitere Romane der Autorin zu lesen.

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    buchstabentraeumes avatar
    buchstabentraeumevor 3 Jahren
    Das Leben kleben

    Irgendwie ist dieses Buch etwas ganz Besonderes! Vor allem den Stil der Autorin mochte ich total. Das Buch ist kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, es gibt viele Stellen, an denen ich schmunzeln musste und mich über den unterschwelligen Witz amüsiert habe.

    Und auch die Geschichte hat mich einfach überzeugt. Die Charaktere sind toll gezeichnet und die Handlung hat einfach das gewisse Etwas.

    Und irgendwie ist es ein Buch, bei dem es mir schwer fällt, zu begründen, warum es denn schön ist. Ich kann nur sagen, dass ich mich immer aufs Weiterlesen gefreut habe, dass die Geschichte interessant war, ebenso wie die Charaktere.

    Die Auflösung um Ben war zwar nicht hundertprozentig zufriedenstellend, aber akzeptabel. Dafür gibt es in der Bewertung einen Stern Abzug.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 3 Jahren
    Geklebtes Leben mit Happy End

    Frisch getrennt und kratzbürstig - so präsentiert sich uns Georgie Sinclair. Quasi aus Versehen hat sie ihren Gatten dazu gebracht, sich von ihr zu trennen und obwohl sie es bereut, kann sie nicht anders, als sich nun zickig und rachsüchtig zu geben. Zum Einstieg jagt in ihrem Leben ein negatives Erlebnis das nächste: ihr Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin langweilt sie, ihre Karriere als Schriftstellerin scheitert daran, dass die Verlage ihre Manuskripte zurücksenden und keinen Hehl daraus machen, wie schlecht sie diese finden. Ausserdem muss sie sich mit ihrem pubertierenden Sohn rumschlagen, der zum Nerd zu mutieren scheint. Eine triste Ausgangslage, doch Georgie klebt wie auch die anderen Protagonisten am Leben.

    Dann tritt die skurrile Mrs. Shapiro in Georgies Leben es: wie eine Pennerin zieht sie, verfolgt von zahlreichen Katzen, mit einem Wägelchen durch die Straßen und schnappt sich die Bücher und Schallplatten von Georgies Ehemann, die diese in den Müll geworfen hat. Beim Kauf herabgesetzter Lebensmittel kommt man sich näher und Mrs. Shapiro besiegelt die Freundschaft durch eine Einladung zu einem Abendessen, das selbst für robuste Mägen schwer zu verkraften ist. Einmal da, lässt sie Georgie nicht mehr los: als sie ins Krankenhaus kommt, gibt sie Georgie als Bezugsperson an, die nun gemeinsam mit der alten jüdischen Dame um deren Selbstbestimmung und das Haus, in dem sie wohnt, kämpft. Dabei wird sie von Arabern - Palästinensern, wie sich herausstellt - unterstützt, auch Georgies Familie, ihre Kollegen aus der Welt der Klebstoffe sowie Mrs. Shapiros Sohn spielen eine Rolle und unterstützen beide Damen im Kampf gegen das Böse - Sozialarbeiter und Makler.

    Ein Roman, der wie einer dieser belanglosen lustigen Frauenromane startet: doch es steckt wesentlich mehr dahinter! Die Autorin bietet wie immer ein hohes Niveau an Wortwitz und Erzählkunst. Marina Lewycka beherrscht die Kunst, ernste Themen auf witzige und unterhaltsame Art und Weise darzustellen, absolut perfekt. Wie es sich für einen Frauenroman gehört, gibt es auch ein Happy End - doch es ist eines der besonderen Art. Auch hier klebt bzw. hängt alles zusammen und der begeisterte Leser seinerseits klebt am Buch!

    Die Autorin hat sich vor allem mit "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" einen Namen gemacht, einem intelligenten und witzigen Roman, in dem es um Exil-Ukrainer in England geht, die nach der Wende von Landsleuten aus der Heimat "heimgesucht" werden. Hier und auch im Nachfolgeroman "Caravan" brilliert sie wie kein(e) andere(r) durch ihre Beschreibung verschiedener ethnischer Gruppen. Der neue Roman thematisiert eine Konfrontation zwischen Figuren jüdischer und palästinensischer Herkunft, natürlich auch wieder im britischen Exil. Die eigentliche Kraft des Romans und seine hohe literarische Qualität steckt in diesen Szenen und selbstverständlich auch der Darstellung von Georgies Umgang mit allen Problemen, denn es trifft sie ja mehrfach. Die Wissenschaftlerin Lewycka tobt sich auch diesmal aus und zwar in der Welt der Klebstoffe - ein Thema, das sich parallel zu der Handlung des Romans durch das ganze Buch zieht. Ein sehr unterhaltsames, aber keineswegs anspruchsloses Buch, das ich jeder Freundin und jedem Freund - denn auch Männern würde ich dieses Juwel anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur empfehlen - hochwertiger, humorvoller Romane ans Herz lege.

    Kommentare: 1
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    Alondrias avatar
    Alondriavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach wunderbar herzlich, mit viel Witz und Humor.
    Das Leben kleben

    Georgie Sinclair - Mutter, gute Freundin und Ehefrau; Ehefrau, bis zu dem Tag als ihr Mann nach einem Streit plötzlich auszieht. Auf einmal ist ihr Leben auf den Kopf gestellt, sie leidet unter der Trennung und ihr Sohn Ben entwickelt beunruhigendes Interesse am Untergang der Welt und Religion. Eines Tages trifft sie die alte Naomi Shapiro, die bis zum Ende des Buches eine geheimnisvolle Frau bleiben wird. Es entwickelt sich eine Freundschaft und zusammen mit Naomi erlebt Georgie alle Hand voll "Abenteuer". Sie lernt die verschiedensten Menschen kennen: Mr. Ali und seine beiden Nichtsnutze, skrupellose Sozialarbeiter, hinterlistige Immobilienmakler, Lilly Brown, die "Verrückte", Nathan von "Klebstoffe", seinen Vater Tati usw. Von fast jedem dieser Menschen erfährt man die Geschichte und nach und nach setzt sich alles zusammen und irgendwie ist jeder daran beteiligt, das Geheimnis um Naomi Shapiro zu lüften. Letztendlich ist es Naomi selbst, die erzählt, wer sie wirklich ist, wo sie herkommt und vor allem: Wie alt sie ist ;-)

    Ein wunderbares Buch mit einem fantastischen Ende. Als Leser will man das Buch gar nicht mehr weglegen, da man unbedingt erfahren möchte, wer diese alte Mrs. Shapiro ist, um die die ganze Zeit über ein riesen Geheimnis gemacht wird. Der Schreibstil passt perfekt zu diesem Buch und gerade die mit eingebrachten Versuche von Georgie ein Buch zu schreiben, bringen einen immer wieder zum Lachen. Auch der Titel passt zu 100%. Besser als mit der Aussage "Das Leben kleben" kann man Georgies Leben nicht auf den Punkt bringen. Sie tut einfach alles, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, um ihr Leben zu kleben.

    Ein Buch, das ich jedem mit einem guten Gewissen empfehlen kann. Man lernt viel über die verschiedensten Menschen und Religionen, über Israel und Palästina, über zwischenmenschliche Beziehungen und vor allem darüber, dass nicht immer alles so sein muss, wie es zuerst zu sein scheint!

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    Petriss avatar
    Petrisvor 5 Jahren
    Witzig! Liebenswert! Schön! Spannend!

    Georgie Sinclairs Leben ist irgendwie durcheinandergeraten. Ihr Mann hat sie verlassen, der Sohn glaubt fest ans Ende der Welt und verbringt Stunden im Internet, um die Anzeichen dafür zu recherchieren.

    Und nun behauptet auch noch ihre alte Nachbarin Mrs. Shapiro, mit ihr verwandt zu sein. Sie liegt nach einem Unfall im Krankenhaus und braucht jemanden, der sich um ihr Haus kümmert, damit sie nicht ins Heim muss. Doch diese Aufgabe ist gar nicht so einfach. Das Haus ist alt und baufällig und voller Katzen, die nicht stubenrein sind.

    Die arabischen Handwerker, die Georgie engagiert, machen die Situation nicht einfacher. Noch dazu ist Mrs. Shapiro Jüdin. Doch wer ist die andere Mrs. Shapiro auf den Fotos? Und kann man eine alte Frau wirklich noch alleine in dem Haus lassen?

    Georgie Sinclair schreibt nicht nur Marketingtexte für eine Klebemittelfirma, sondern sie hält auch die Geschichte dieses liebenswerten Romans zusammen.

    Ich habe die Lektüre dieses Romans genossen. Englischer Humor, slawischer Witz und ganz viele liebenswerte, skurrile Charaktere. Ein echter Tipp!

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    Code-between-liness avatar
    Code-between-linesvor 5 Jahren
    Der Klebstoff, der das Leben zusammen hält

    Zum Inhalt: Georgie Sinclairs Leben wird gehörig durcheinander gewirbelt, als sich ihr Mann nach einem Streit von ihr trennt. Eigentlich ist sie schon lange nicht mehr zufrieden in ihrer Ehe, ist von ihrem Mann, dem seine Arbeit an einem "Zukunfts-Entwicklungsprojekt" viel wichtiger zu sein scheint als das familiäre Leben, enttäuscht – aber heißt das, dass er gleich ausziehen muss? Als sie wutentbrannt all seine Sachen in einem Müllcontainer an der Straße deponiert, lernt sie Naomi Shapiro, eine nur ein paar Häuser entfernte Nachbarin kennen. Die alte Frau lebt mit ihren sieben Katzen in einer heruntergekommenen, baufälligen alten Villa – und Georgie fühlt sich zu der etwas wunderlichen und eigenwilligen alten Dame, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus dem, was sie in den Hinterlassenschaften anderer Menschen und im Schnäppchenregal im Supermarkt bestreitet, sofort verbunden. Nach einer Einladung zum Abendessen bei Mrs. Shapiro, das Georgie aufgrund des großzügig ignorierten Ablaufdatums der unterschiedlichen Speisen eine schwere Magenverstimmmung beschert, ist die Freundschaft zwischen den beiden Frauen besiegelt. Als Mrs. Shapiro nach einem Sturz auf der vereisten Straße ins Krankenhaus eingeliefert wird, droht ihr plötzlich die Einweisung in das Altersheim, nicht zuletzt, weil unterschiedliche Parteien sich plötzlich sehr für das Anwesen, in dem die alte Dame wohnt, zu interessieren beginnen.

    Georgie, die mit dem Chaos in ihrem eigenen Leben kämpft – ihrer gescheiterten Ehe, ihrem halbwüchsigen Sohn, der plötzlich in einen Sog religiöser Verschwörungstheorien hineingeraten zu sein scheint, findet sich plötzlich zusätzlich mit einer Schar von Immobilienmaklern und Mitarbeitern des Sozialamtes konfrontiert, die zwar selbst viele Interessen vertreten, sich aber nicht für das Wohl der alten Mrs. Shapiro zu interessieren scheinen. Und auch Mrs. Shapiro selbst scheint ein Geheimnis in ihrer Vergangenheit zu bewahren, das sie nicht preisgeben will und gibt Georgie immer mehr Rätsel auf...

    Eigene Meinung: Mit einem sehr liebevollen und humorvollen Ton zeichnet die Autorin die Geschichte um Georgie Sinclair, Mutter, verlassene Ehefrau und freie Autorin beim Online-Magazin "Klebstoffe".

    Das Kernstück der Geschichte sind die eigenwilligen Charaktere, allen voran Naomi Shapiro, die so prägnant und charmant gezeichnet sind, dass ich sie sofort in mein Herz geschlossen habe. Das zentrale Thema ist der "Klebstoff", die emotionale Verbindung zwischen Menschen, der Bindungen entstehen lässt und das Leben mit dem anderer Menschen verknüpft. Hier hat mir sehr gut gefallen, wie es der Autorin gelingt, die unterschiedlichen Arten von zwischenmenschlichen Klebstoffen durch die eingestreuten Passagen, in denen die Hauptfigur Georgie sich ihrer Arbeit beim Online-Magazin "Klebstoffe" widmet, immer wieder herauszuarbeiten. Georgie, deren eigenes Leben gerade nicht mehr ausreichend "zusammengehalten" zu werden scheint, ist die zentrale Figur der Geschichte, die, indem sie sich auf die etwas wunderliche Mrs. Shapiro einlässt, den Klebstoff zwischen all den im Buch aufgeführten Personen entstehen lässt.

    Und so kommt es, dass neben dem sehr, sehr amüsant beschriebenen Handlungsstrang, in dem es um Mrs. Shapiro und den Erhalt ihres heruntergekommenen Häuschens geht, noch eine zusätzliche Ebene ins Buch eingearbeitet wird. Diese Ebene wird dominiert von der Geschichte um Mr. Ali, einen vermeintlich pakistanischen Handwerker, der sich jedoch als Palästinenser mit dramatischer Vergangenheit entpuppt, und der, gemeinsam mit seinem Neffen Ismael und dessen Freund Nabil, das Häuschen von Mrs. Shapiro, der jüdischen alten Dame, instand setzt. Diese Geschichte in der Geschichte gibt dem Buch mehr Tiefe, wir erfahren von der langen und schmerzhaften Geschichte zwischen Juden und Palästinensern, den emotionalen Verletzungen auf beiden Seiten und der Tiefe des Konfliktes, wie er auch heute noch besteht.

    Georgie selbst lebt in der für sie völlig neuen Lebenssituation, in der sie sich wiederfindet,  viele Facetten aus, die in der Routine und Sicherheit ihres Familienlebens der letzten Jahre schon lange begraben waren und wird im Verlauf der Geschichte somit von Georgie zu Georgina, Georgette, Georgia – und auch ihr Alter Ego "Ms. Firestorm", das Pseudonym, das sie für ihre bisher unveröffentlichen Romane verwendet, bekommt im Laufe der Geschichte viel Input für die Fortsetzung ihres aktuellen Romans, "Das verspritzte Herz".

    Das Buch war für mich mit Sicherheit keine literarische Offenbarung, aber mit dieser Erwartung geht man an die Geschichte auch nicht heran, wenn man die vorherigen Romane der Autorin kennt. Dies hat für mich allerdings das Lesevergnügen in keinster Weise geschmälert, die gewohnt herzliche und oftmals ein bisschen rauhe Art und Weise, liebenswerte Figuren zu erschaffen und mit einem Augenzwinkern unterhaltsame Geschichten zu erzählen, haben mich die 460 Seiten innerhalb von wenigen Tagen durchlesen lassen und alle meine Erwartungen erfüllt!

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    Sabine17s avatar
    Sabine17vor 5 Jahren
    Das Haus mit der Araukarie

    Den Inhalt des Buches mit wenigen Worten wiederzugeben ist schwer.
    Es handelt von einer Zufallsbekanntschaft aus der eine ganz besondere Freundschaft wird.

    Als Georgie Sinclair die schrullige Mrs. Shapiro kennenlernt, befindet sich ihr Leben gerade im Umbruch. Sie hat ihren Mann Rip aus dem gemeinsamen Haus geworfen und ihr Sohn Ben flüchtet sich in religiöse Wahnvorstellungen.

    Da versuchen zwei windige Immobilienmakler und eine zwielichtige Krankenhaussozialarbeiterin Mrs. Shapiro ihr baufälliges Haus abzujagen, in dem sie seit 60 Jahren lebt.

    In die turbulente Geschichte sind noch ein palästinensischer Handwerker und seine beiden Neffen, viele Katzen, ein gut aussehender gutmütiger Immobilienmakler, Georgie's schwuler Arbeitskollege bei einem Klebstoff-Magazin mit seinem Vater, eine verrückte, kettenrauchende Dauerpatientin sowie eine dickliche städtische Sozialarbeiterin verwickelt. Meine "Lieblingsfigur" ist der Phantomscheißer.

    Am Ende des Buches hatte ich ein seeliges Lächeln auf den Lippen.
    Marina Lewycka schreibt in leichten und lockeren Worten eine liebenswerte Geschichte, bei der sich ernste und skurrile Momente abwechseln.

     

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    dicketillas avatar
    dicketillavor 5 Jahren
    Manchmal fehlt nur der richtige Klebstoff

    Ich hatte schon die voran gegangenen Bücher von Marina Lewycka gelesen . Und nach der Leseprobe bei vorablesen.de war ich schon sehr neugierig darauf geworden . Ich erwartete eine lustige Geschichte , aber diese Erwartung stellte sich bald als falsch heraus . Ein sehr interessantes , menschliches , emotionales und tiefgründiges Lesevergnügen wurde mir dagegen geboten. Eigentlich ein Buch , dass mich wieder etwas über Menschen , deren Schicksale und Miteinander
    lernen ließ .

    Georgia , aus einer Laune heraus , setzt sie ihren Mann vor die Tür und entsorgt auch gleich seine Plattensammlung , diese findet das Interesse der alten Mrs.Shapiro , einer alten Frau , die allein mit ihren Katzen in einem vermüllten Haus lebt . Als diese nach einem Sturz ins Krankenhaus kommt , gibt sie Georgia als ihre nächste Angehörige aus .
    Und anfangs widerwillig kümmert sie sich immer mehr um die Belange der alten , etwas kratzbürstigen Dame .Sie erkennt , dass etwas nicht mit ihrer Geschichte stimmt und beginnt mehr darüber zu erfahren .
    Auch hat sie es mit vielen Widersachern zu tuen , denen sie mit allen Mitteln entgegen tritt . Und nebenbei ist da noch die Arbeit an einem Klebstoff -Fachmagazin , ihr ewig unvollendetes Buch und ihr Sohn , der ihr zu entgleiten droht und die Liebe im Herzen zu Rip , ihrem Mann .
    Und sehr wichtig noch zu erwähnen , die Passagen , in denen wir Leser viel über Israel , Juden und Palästiner erfahren .

    Wieder ein Buch , dass so schnell nicht aus dem Gedächtnis verschwindet. Und jede noch so verfahrene Situation lässt sich mit dem richtigen “Klebstoff “ wieder kitten .
    Man muss nur die Augen , das Herz offen halten , dann passt auch das Mischungsverhältnis .

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    walli007s avatar
    walli007vor 5 Jahren
    Wonder Boy

    Zunächst macht Georgina die etwas unliebsame Bekanntschaft mit dem Kater Wonder Boy. Kurz darauf lernt sie auch seine Besitzerin Naomi kennen. Georgina und ihr Mann haben sich gerade getrennt und ihr Sohn Ben verbringt die Hälfte der Zeit bei seinem Vater. Als Naomi sie so quasi adoptiert, ist Georgina gar nicht unglücklich. Im Gegenteil, sie versucht Naomi, die doch schon recht betagt ist, zu helfen wo sie kann. Natürlich geht Naomi ihr auch mal auf den Keks. Sie ist halt so wie ältere Leute manchmal so sind, schrullig aber doch sympathisch. 

    Nach und nach merkt Georgina, dass mehrere Leute hinter dem Haus von Naomi her sind und sie versucht ihr Möglichstes, damit Naomi zu hause bleiben kann. Zum Beispiel treibt sie Mr. Ali auf, der Palästinenser ist und der dann am Haus der Jüdin Naomi Reparaturen durchführt. 

    Dabei entfremdet sie sich ein wenig von ihrem Sohn, der in eigenartige religiöse Kreise abzudriften scheint. 

    Es ist schwierig den Inhalt des Buches in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Einige Szenen sind so genial, dass sie mir wohl lange im Gedächtnis haften bleiben werden. Da ist das Essen - zusammengestellt aus verdorbenen Lebensmitteln - zu dem Georgina von Naomi eingeladen wird und das sie tapfer mit nur geringen Verlusten übersteht, die von Violetta (einer im Gegensatz zu Wonder Boy liebenswürdigen Katze) beseitigt werden, eine Beschreibung, die mir den Ekelschauder über den Rücken trieb. Oder der Satz von Naomi "Nicht woanders nachsehen", der Georgina dazu führt, erstmal das ganze Haus zu durchsuchen, wobei sie entdeckt, dass Naomi es mit der Wahrheit auch nicht so genau nimmt. Oder die einfach göttliche Beschreibung der Reparatur der Dachrinne, die mich laut auflachen ließ. 

    Darüberhinaus ist das Buch zum Glück nicht nur reißerisch oder slapstickhaft, nein man erfährt Begebenheiten aus der jüdischen und auch aus der palästinensischen Geschichte, die einen einiges besser verstehen lassen, welche mit der angemessenen Zurückhaltung geschildert werden. Auch das britische System der Seniorenbetreuung und wie die alten Leute von manchen Betreuern behandelt oder ausgenutzt werden, wird anschaulich beschrieben. 

    Und am Ende gibt es für alle irgendwie ein Happy-End, das den Leser oder die Leserin mit einem Lächeln zurücklässt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    L
    Ich liebte das Buch, "das Leben kleben" von M. Lewycka. Sie schreibt über eine tiefe Frauenfreundschaft in der Immobilienkrise. Ich finde dies auch gute Geschenke für Freundinnen. Wer kann mir weitere Romane empfehlen, die tiefverbundene Freundschaften zum Thema haben?
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