Matt Beynon Rees Der Attentäter von Brooklyn

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Inhaltsangabe zu „Der Attentäter von Brooklyn“ von Matt Beynon Rees

Der erste palästinensische Detektiv der Kriminalliteratur Eine Konferenz der UNO im winterlichen New York verschafft Omar Jussuf die Gelegenheit, seinen Sohn Ala zu besuchen, der in Brooklyn in einem von Palästinensern bewohnten Viertel lebt: »Little Palestine«. Als Omar Jussuf in Alas Wohnung ankommt, entdeckt er einen Toten: Alas Mitbewohner ist geköpft worden und Omar Jussufs Sohn wird als Verdächtiger festgenommen. Omar Jussuf muss alles daransetzen, die Unschuld seines Sohnes zu beweisen.

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    Der Attentäter von Brooklyn

    walli007

    06. May 2013 um 09:41

    In seinem vierten Fall verschlägt es Omar Jussuf nach New York. Im Rahmen einer UNO Konferenz soll er eine Rede über die Lage in dem palästinensischen Lager halten, in dem er den Kindern Unterricht erteilt. Obwohl es winterlich kalt ist und New York sich von einer etwas unwirtlichen Seite zeit, hat Omar Jussuf die Gelegenheit recht gerne wahrgenommen, gibt sie ihm die Möglichkeit, seinen Sohn Ala zu besuchen, der schon eine Weile in New York lebt. Gleich nach der Ankunft will Omar Jussuf seinen Sohn überraschen und sucht dessen Wohnung auf. Geschockt ist dann allerdings Omar Jussuf, denn in Alas Wohnung liegt ein Toter, der offensichtlich ermordet wurde. Die erste Befürchtung, es könne sich um Ala handeln, bewahrheitet sich zum Glück nicht. Doch handelt es sich bei dem Toten um einen von Alas besten Freunden, was auch sehr bestürzend ist. Und in Ermangelung einer anderen Lösung, behandelt die Polizei zunächst Ala als Verdächtigen. Leicht hat es Omar Jussuf nicht in diesen Tagen, denn schließlich handelt es sich bei der Stadt New York nicht um sein Revier. Dennoch lässt er nichts unversucht, um seinem geliebten Sohn zu helfen. Mit seiner Neugier und seinem Spürsinn findet er auch in der Fremde Informationen, die der Polizei entgangen sind. Nicht so einfach die Ermittler zu überzeugen, dass Ala nicht der Täter sein kann.  In diesem Krimi hat der Autor eine anschauliche Schilderung über das Leben in Little Palestine in Brooklyn geliefert. Dort lebt ein Großteil der Palästinenser, die in die USA eingewandert sind. Wie so oft haben sie ihre Heimat in die Fremde mitgebracht und damit auch die Probleme, die einen Neustart schwierig machen. So unterschiedlich wie das ärmliche Leben im Lager scheint es auch in der neuen Welt nicht zuzugehen. Einige wenige versuchen auszubrechen, können sich jedoch nicht wirklich von ihrer Herkunft lösen und so bleibt nur ein halbes Leben, das auch nicht glücklich macht. Hinzu kommen noch die Probleme, die jeder haben kann, mit Drogen oder der Politik oder unter Freunden. Letztlich ist Omar Jussuf froh, wieder in die Heimat zurückkehren zu dürfen. Dieser Ausflug nach New York war auch für mich zwar spannend und informativ, doch erschienen mir einige Entwicklungen im Buch etwas zu konstruiert.

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  • Rezension zu "Der Attentäter von Brooklyn" von Matt Beynon Rees

    Der Attentäter von Brooklyn

    lokoschade

    05. January 2012 um 18:50

    •Gebundene Ausgabe: 287 Seiten •Verlag: Beck; Auflage: 1 (18. Februar 2011) •Sprache: Deutsch •ISBN-13: 978-3406612831 •Originaltitel: The Fourth Assassin Mein Leseeindruck: Müde und erschöpft trifft Omar Jussuf in Manhattan ein. Doch bevor er seine Einladung bei der UN wahrnimmt um dort eine Rede zu halten, fährt er mit der U-Bahn (und völlig falsch für den New Yorker Winter angezogen) nach Brooklyn um dort in dem Viertel Bay Ridge, jetzt Little Palestine genannt, seinen Sohn Ala zu besuchen. In der Wohnung angekommen trifft er allerdings nicht auf seinen Sohn, sondern auf dessen ermordeten Mitbewohner. Kopflos! War es ein Verbrechen mit politischn Hintergrund oder war der Ermordete Opfer eines Drogenkriegs? Einen Tag später trifft sein Freund, Polizeichef von Bethlehem Chamis Sejdan in New York ein, um den Präsidenten während seiner Rede vor der UN in Sicherheitsfragen zu beraten. Schlecht gelaunt, ganz New York scheint eine große Nichtraucherzone zu sein, macht er sich mit Omar Jussuf auf den Weg nach Brooklyn weil Ala dort inzwischen als Verdächtiger im Gefängnis festgehalten wird. Omar Jussuf ist von dessen Unschuld überzeugt, aber warum will Ala um keinen Preis sein Alibi preisgeben? Omar redet auf ihn ein und erfährt, dass er in jener Nacht mit einer Araberin zusammen war, ihren Namen aber unter gar keinen Umständen nennen will um sie vor Bestrafungen zu schützen. Offensichtlich hat sie die Familienehre beschmutzt! Aber was hat sie mit dem Fall zu tun? Omar Jussuf bleibt hartnäckig. Was tut sich da vor ihm auf? Stößt er auf eine Familiengeschichte die in die finstersten Probleme des Nahen Ostens verstickt ist? Fazit: Eine spannende Kriminalgeschichte die durchaus frischen Wind in das doch sehr von Skandinavien beherrschte Genre weht. Zum einen ist das dem weltoffenen Omar Jusuf zu verdanken, den Matt Beynon Rees mit sehr viel Symphatie zeichnet, zum anderen dem ernsten aber mit sehr viel Ironie ausgestattetem Erzählton des Autors. Kurzweilige Lesestunden garantiert.

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  • Rezension zu "Der Attentäter von Brooklyn" von Matt Beynon Rees

    Der Attentäter von Brooklyn

    WinfriedStanzick

    18. May 2011 um 13:16

    Ein weiteres, das mittlerweile vierte, Buch einer außergewöhnlichen Serie ist hier zu besprechen, ein Buch aus der Mitte eines der längsten und historisch tief reichendsten Konflikte dieser Welt. Ein Buch, dessen Hauptfigur lebt in einem Ort, der vor 2000 Jahren Geschichte schrieb, als dort der Überlieferung des Lukasevangeliums zufolge Jesus von Nazareth in einem Stall geboren wurde. Bethlehem ist aber auch ein Ort, der von den Muslimen hochgeschätzt wird und liegt heute mitten in palästinensischem Gebiet. Matt Beynon Rees, der Autor dieser bemerkenswerte Kriminalreihe, die sich mit ihren ersten drei Bänden schon einen guten Ruf in der Welt der anspruchsvollen Krimis erworben hat, ist in Wales geboren und lebt seit langem in Jerusalem, wo er lange als Bürochef der "Time" gearbeitet hat. Er kennt sich also nicht nur mit der Geschichte des Konfliktes aus, der sich dort abspielt, sondern auch mit seinen aktuellen Ausformungen, Höhepunkten und all seinen Irrationalitäten. Mit Omar Jussuf hat er einen Protagonisten erfunden, der auf mutige und sympathische Weise versucht, mitten in einem Strudel von Gewalt, Ideologie, Fanatismus und Korruption als Lehrer einer von den UNO unterhaltenen Schule seinen palästinensischen Schülern etwas beizubringen von der Geschichte des Konflikts, in dem sie aufgewachsen sind, wobei er immer bestrebt ist, die platten Freund-Feind-Bilder aufzubrechen und sich vehement gegen die Parole zur Wehr setzt, die Juden einfach ins Meer zu treiben. In seinem neuen Buch führt Matt Beynon Rees seinen sympathischen Protagonisten nach New York, wo er auf einer UNO-Tagung zur Lage der Schulen und der Bevölkerung in den besetzten Gebieten sprechen soll. Und er führt ihn sehr schmerzhaft an die Grenzen seiner Möglichkeiten als Lehrer. Er muss erkennen, dass all seine Bemühungen bei etlichen seiner Schüler, die mittlerweile in „Little Palestine“, einem Teil von Brooklyn wohnen, nichts gefruchtet haben, ganz im Gegenteil. Kaum in New York angekommen, entdeckt Omar Jussuf in der Wohnung seines Sohnes Ala, die dieser mit anderen jungen Männern aus Bethlehem teilt, einen Toten. Er ist schrecklich zugerichtet, sein Kopf ist abgehackt. Natürlich wird Ala sofort der Tat verdächtigt. Jussuf versucht zusammen mit einem aus Palästina stammenden New Yorker Cop dem Fall nachzugehen, und er muss immer wieder feststellen, dass die unglaubliche Gewalt und die grassierende Korruption seines Heimatlandes von den palästinensischen Auswanderer in die USA mit genommen worden ist. Mehr noch als in den drei früheren Büchern schildert Matt Beynon Rees die Hoffnungslosigkeit einer Kultur, die sich immer selbst als Opfer sieht und insbesondere unter ihresgleichen die furchtbarsten Verbrechen anrichtet. Denn es bleibt nicht bei einem Toten. Weitere werden hinzu kommen, während Omars Ermittlungen. Omar Jussuf schwebt während seiner Ermittlungen in großer Lebensgefahr, denn Mitglieder seiner eigenen Delegation wollen ihm ans Leben. Für sie ist er schon lange ein Verräter. Doch er macht weiter, und tritt auch trotz massiver Drohungen ans Rednerpult der UNO und hält dort eine Rede, die ich wegen ihrer realistischen Beschreibung der Zustände in einem langen Zitat wiedergeben möchte: „Als Bewohner des Flüchtlingslagers Dehaischa bin ich aufgefordert worden, zu Ihnen über die Realität des Lebens in Palästina zu sprechen. Lasen Sie mich mit dem beginnen, was Sie bereits wissen – die Selbstmordbomben; die Kämpfe mit israelischen Soldaten; die Namen der Fraktionen, Hamas, PLO, PFLP,DFLP -, dies ist alles nur der Hintergrund.“ Und dann beschreibt er den Alltag der Menschen dort, die Düfte und Geräusche, um fortzufahren: „Sie fragen sich, wie diese Menschen, die Ihrer Ansicht nach Opfer sind und deren Leben voller Verzweiflung ist, morgens aufstehen. Vielleicht werden Menschen neben ihnen getötet, vielleicht werden Häuser zerstört oder Verwandte ohne Grund monatelang inhaftiert (…) Diese Menschen verbringen ihre Tage nicht damit, sich nach einem unabhängigen Staat zu sehnen – sie wissen nämlich, dass ihre Politik zu korrupt und zerstritten ist, um das erreichen zu können. Sie sind auch nicht alle bereit, für diesen Kampf ihre Kinder zu opfern.“ Seine Leute sehnten sich nach dem, was den Bürgern in den arabischen Staaten versagt ist: Freiheit und Wohlstand. Und dann redet er sich fast um Kopf und Kragen: „Wie können Sie, die arabischen Länder, den Palästinensern eine Lösung diktieren, wenn Sie doch selbst unter vielen dieser Problem leiden? In Wirklichkeit profitieren Sie, die herrschende Klasse vom Mangel an Demokratie und der ungleichen Verteilung des Reichtums. Würde man die israelische Besatzung beenden, wären die Palästinenser der Freiheit und einer funktionierenden Wirtschaft näher als die meisten Ihrer Völker“. Man wird im fünften Band der Reihe, sehen, wie Jussufs Feinde, die durch diese Rede noch zahlreicher geworden sind, mit ihm umgehen werden. In der Realität würde ein Mann wie Omar Jussuf schon längst nicht mehr leben. Mehr noch als in den ersten Büchern thematisiert Matt Beynon Rees die Symbiose von Korruption, Gewalt und islamistisch-religiösen Vorstellungen in den Terrornetzwerken, die sich rund um die Welt spannen und auch Jussufs Sohn Ala und seine Freunde, die Jussuf vor vielen Jahren in Bethlehem unterrichtete, in ihre Fänge bekommen wollen. Ein tiefgehender und kritischer Kriminalroman einer außergewöhnlichen Serie.

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  • Rezension zu "Der Attentäter von Brooklyn" von Matt Beynon Rees

    Der Attentäter von Brooklyn

    michael_lehmann-pape

    21. March 2011 um 14:03

    Omar Jussuf in Little Palestine Sehr detailliert und bildreich bis hin zu angebrannten Bohnen in einem Topf beschreibt Matt Beynon Rees in seinem neuen Roman, dem vierten Band der Omar Jussuf Reihe, die Lebenswelt der Palästinenser, vorrangig in „Little Palestine“, einem Immigrantenviertel in Brooklyn, New York bis in kleinste Feinheiten hinein. Ein Viertel, in dem Omar Jussuf als in Palästina lebender Lehrer eines Flüchtlingslagers, seinen Sohn Ala zu besuchen gedenkt. Nicht nur Ala übrigens, sondern eine ganze Reihe ehemaliger Schüler des Omar Jussuf haben hier Station gefunden, selbst ein Offizier der Polizei New Yorks hat seine Wurzeln im gemeinsamen Umfeld in Bethlehem. Hamsa, der Bodybuilder und Polizist, der eintrifft, als Omar in der Wohnung seines Sohnes eine geköpfte Leiche auffindet, die er zunächst für seinen Sohn hält. Hamsa, der nicht nur Bizeps, sondern auch einen scharfen Verstand besitzt und dennoch, genauso wie Omar Jussuf, zunächst ohne große Idee vor dem Mord steht. Omar Jussufs Sohn zumindest ist der Tote nicht, wer aber dann? Der engste Freund Alas? Da Ala, zunächst kein Alibi aufzuweisen hat, wird er in Untersuchungshaft genommen wird. Grund genug für Omar Jussuf, auf eigene Faust nachzuforschen, was und wer hinter dem Mord stecken könnte. Soweit die Ausgangslage der Geschichte, in die Omar Jussuf, ein älterer, fast glatzköpfiger Mann, der nichts anderes in New York möchte, als seine Ansprache über die Situation im Flüchtlingslager bei einer UNO Versammlung zu Gehör zu bringen und bei der Gelegenheit eifrig Kleidung zu kaufen gedenkt, sich an die Aufklärung des Mordes macht. Matt Beynon Rees nutzt diese, im übrigen sehr intelligent und nicht vorhersehbar angelegte Geschichte, um immer wieder mit genauem Blick das Leben, die Haltung, die vielfachen Verbindungen der Palästinenser (nicht nur im Exil) in den Vordergrund zu rücken. Dabei verfällt er nicht in eine Schönfärberei, sondern stellt die palästinensische Lebensart und deren politisches Anliegen differenziert da. Vom schmierigen Charakter bis zum aufrechten Verfechter einer friedlichen Welt bis zum Attentäter reicht die Bandbreite seiner Figuren. Seiner, das muss bemerkt werden, leider in Teilen etwas blutleerer Figuren. So intensiv Rees bildhaft die äußeren Ereignisse und Situationen zu beschreiben vermag, so fehlt dennoch in der emotionalen Dichte der Figuren oft ein überspringender Funke. Die Reaktionen Omar Jussufs auf den vermeintlichen Fund der Leiche seines Sohnes sind ein Beispiel für diesen Mangel. Minutiös im äußeren Erleben geschildert fällt es doch als Leser schwer, emotional in das innere Erleben der Szene mit einbezogen zu werden. Hier wie an anderen Stellen verbleibt der Blick des Autors zu sehr in der äußeren Darstellung. Nichtsdestotrotz legt Matt Beynon Rees eine durchdachte und in sich schlüssige Geschichte mit vielfachen, überraschenden Wendungen vor, die aufgrund des klaren Sprachstils einen vielfachen Einblick in die oft unbekannte Lebenswelt eines heimatlosen Volkes ermöglichen. Die Rede Omar Jussufs vor den Vereinten Nationen zum Ende des Buches hin ergibt dann, nach langem Warten, durchaus auch eine Ahnung von der emotionalen Tiefe des Erlebens. Omar Jussuf ist ein zurückhaltender, höflicher, stiller Protagonist, der mit seiner Lebenserfahrung und seinem klugen Blick dennoch in der Lage ist, die richtigen Schlüsse zu ziehen und am rechten Ort Mut zu beweisen. Ebenso dramatisch, wie die Lage der Palästinenser, wird er die eigentlichen Hintergründe des Verbrechens zum Ende des Buches hin vorfinden und ebenso dramatisch wird es manchen der Beteiligten ergehen. Vom geplanten Attentat bis zum Familiendrama reicht zu guter Letzt die Reihe der Motive. Obwohl es hier und da an emotionaler Tiefe der Figuren fehlt, stellt das Buch eine interessante Lektüre dar.

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