Hardy Happner ist Manager einer Süßwarenfirma und der Vater des bärig gut laufenden Schoko-Nussriegels "What!". Deswegen wird er Manager des Jahres und noch ein wenig mehr zum arroganten Arschloch. Als solches wohnt er in einem Superappartment mitten in St. Pauli. Wegen der dominanten Nutten.
Da wohnen auch Champ, ein notorischer Lügner, Lampe, ein geborener Looser und Horst, ein etwas durchgeknallter Schizo. Zusammen ergänzen sie sich gut, am besten in "Uschis Keller", einer Kneipe zum humorlosen Zudröhnen.
Da treffen sie eines Abends Hardy, dessen Karriere gerade in doppelter Lichtgeschwindigkeit den Bach runtergeht, weil ein Provinzblatt einen fetten Skandal ins Rollen gebracht hat. Eine Marge Nüsse im hochgelobten Schokoriegel war kontaminiert und Hardy hatte die Sauerei zu verantworten.
Die zufällige Begegnung der vier, die von sich und dem anderen ein völlig verkleistertes Bild haben, löst eine Kettenreaktion aus, in der es in der Folge um Kidnapping, Killer, Mord, Liebeswahn, Erleuchtung, Koks, Alkohol, Affen, die ungefragt auftauchen und vieles mehr geht.
Hospelt hat einen rasanten Roman geschrieben, der mit satten Pointen, Straßenhumor und Klischeeüberzogenheiten prall gefüllt ist. Ein Roadmovie ohne Straße. Alles lebt von der Übertreibung und hier steckt die einzige Gefahr, denn manchmal ist es ein wenig zu viel des Guten. Immer noch einen draufstzen zu müssen erfordert ein hohes Maß an Disziplin beim Schreiben und da hat sich Hospelt nicht immer im Griff, sodass einiges ein wenig zu lang gerät.
Dennoch ein erfrischendes Lesevergnügen und ganz bestimmt Stoff für einen abendfüllenden Film. Es gibt sehr viel schlechtere Drehbücher.
Totaler Wahnsinn auf St. Pauli


