Torsten Schulz Nilowsky

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(1)
(1)
(0)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Nilowsky“ von Torsten Schulz

Nilowsky ist ziemlich eigensinnig. Er spricht anders, er denkt anders, er lebt in einer anderen Welt. Markus Bäcker schaut zu ihm auf. Er ist fasziniert von seinen seltsamen Vorstellungen vom Leben und von der Liebe. Doch ihre Freundschaft wird Markus Bäcker fast zum Verhängnis, als er sich in Carola verliebt, Nilowskys große Liebe … Melancholisch, witzig, schräg, beseelt, kultverdächtig!

Stöbern in Romane

Der Frauenchor von Chilbury

Ein sehr unterhaltsamer, warmherziger und informativer Briefroman!

takabayashi

Swing Time

Interessantes Thema schwach umgesetzt

Leseprinzessin1991

Heimkehren

Beeindruckender Roman über das Leben zweier ghanaischer Familien, die untrennbar mit der Sklaverei und ihren Folgen verbunden sind.

Xirxe

Als die Träume in den Himmel stiegen

Man vermutet zunächst ein Happy End, liest aber immer mehr die tragische Geschichte eines jungen Mädchens.

Loooora

Das Mädchen aus Brooklyn

Guillaume Musso versteht es wie kein anderer Autor Genres verschmelzen zu lassen.

Almilozi

Der Sandmaler

Leider wieder viel zu aktuell.

Faltine

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schräg, Nilowsky eben...

    Nilowsky
    labbelman

    labbelman

    14. October 2014 um 11:02

    Ich habe das Hörbuch geschenkt bekommen und ich habe ehrlich gesagt absolut keine Ahnung, ob es mir als Buch zum selber lesen genauso gut gefallen hätte wie als Hörbuch, denn die Handlung ist alles andere als normal. Der 14jährige Markus Bäcker muss seine geliebte Heimat Prenzlauer Berg verlassen und an den Rand von Berlin ziehen, weil seine Eltern neue Jobs haben im dortigen Chemiewerk. Sein neues Zuhause ist eher trostlos, direkt an einem Bahndamm gelegen, wo die Züge nur so dran vorbei rauschen und es liegt ein dauerhafter Stank vom Chemiewerk in der Luft. Nur die "Bahndamm-Eck" Kneipe im Haus sorgt für Abwechslung, denn dort lernt er Nilowsky kennen, der mit Vornamen Reiner heißt. Dieser ist so ganz anders, ein junger Mann, zu dem Markus nur zu gern aufschaut und sich an ihm orientiert. Die beiden werden Freunde, doch diese Freundschaft wird alsbald geprüft, denn Carola, in die sich beide verlieben werden, taucht auf. Schulz schafft es dem Leser ein trostloses Bild einer Jugend in den Kopf zu pflanzen, die man keinem jungen Menschen, weder heute noch damals, wünschen würde. Die jungen Leute wissen nicht so recht etwas mit sich anzufangen, dann gibt es prügelnde Väter, Alkoholismus, Voodoo Rituale, Ausländerfeindlichkeit und vieles mehr. Die Sprache ist meistens sehr grob und abstoßend gewählt, was es aber irgendwie zu etwas Besonderem werden lässt, da so die Trostlosigkeit noch deutlicher hervortritt. Sehr besonders ist der Charakter des Nilowsky, der sich in einer Art Scheinwelt versteckt, um zu verdrängen, dass sein Vater Alkoholiker ist, ihn schlägt und seine Mutter tot ist. Der Sprecher Sebastian Zimmler bringt die trostlose Grundstimmung mit seiner Art der Erzählweise sehr sehr gut rüber. Oftmals konnte er mich durch seine Interpretation des Buches schmunzeln lassen. Mir hat das Hörbuch, wenn auch die Handlung sehr abstrus ist, gut gefallen, denn damit konnte ich mir eine sehr lange Wartezeit (7h) am Flughafen äußerst amüsant vertreiben. Fazit: Das Buch bewegt, ist aber sicherlich nur für einen geringen Kreis von Menschen interessant, daher kann ich es nur bedingt weiterempfehlen. Vielen wird die Handlung einfach zu schräg und abstoßend erscheinen, da man nach dem Lesen/Hören irgendwie sehr bedrückt ist.

    Mehr
  • Nilowsky was soll ich davon halten?

    Nilowsky
    nicigirl85

    nicigirl85

    26. June 2013 um 11:52

    Mein Mann hatte sich dieses Hörbuch gekauft und war total begeistert. Na ja und wie das eben ist, wurde man einmal neugierig gemacht, dann will man sich das natürlich auch anhören. Leider teile ich hier den Geschmack meines Mannes wohl so gar nicht, denn die Handlung des Hörbuchs verwirrte mich total. Es geht um einen Jungen, besser bekannt als Markus Bäcker, der mit seinen 14 Lenzen seine Heimat verlassen muss. Seine Eltern haben beide einen Job im Chemiewerk bekommen und so zieht die Familie an den Rand von Berlin. Markus ist traurig, muss er doch alle Freunde zurücklassen. Und dann passiert im neuen Wohnort echt so gar nichts, die neue Wohnung liegt trostlos direkt an Bahngleisen, es ist laut und stinkt. Erst als er auf den merkwürdigen Kneiperssohn Reiner trifft, denn alle nur Nilowsky nennen (sein Nachname), gelingt es Markus sich so langsam aber sicher einzugewöhnen. Und dann kommt Carola... Die Handlung war mir persönlich zu langatmig und die verwendete Sprache einfach zu derb. Ehrlich gesagt zieht einen das Geschilderte wie Alkoholismus, prügelnde Väter, mordende Söhne etc. echt runter, da die gesamte Stimmung doch sehr depressiv ist. Das Einzige was mir an dem Hörbuch gefallen hat war der Sprecher Sebastian Zimmler, der wenigstens durch seine Sprechweise versucht, an dem Ganzen noch etwas zu retten. Noch etwas zur Verpackung: Das Hörbuch (5CDS) wird in einer schmalen Papphülle geliefert, die sehr gut ausschaut und platzsparend untergebracht werden kann. Fazit: Die Handlung war mir zu verrückt, im Speziellen das Thema Kirschbäume, Insider wissen wovon ich spreche, so dass ich dieses Hörbuch nicht weiterempfehlen kann. Kann man gehört haben, muss man aber nicht...

    Mehr
  • Rezension zu "Nilowsky, 5 Audio-CDs" von Torsten Schulz

    Nilowsky
    uli123

    uli123

    27. February 2013 um 18:28

    Die Geschichte beleuchtet das Thema Freundschaft und Liebe auf ungewöhnliche Weise. Für den Protagonisten Markus Bäcker werden nur fünf Monate in seiner Jugend prägend für die ersten Jahre seines Erwachsenenlebens. Im Jahr 1976 zieht Markus – 14jährig – mit seinen Eltern in eine trostlose Gegend nahe einem Chemiewerk und Bahndamm in Ost-Berlin. Dort begegnet er dem drei Jahre älteren Reiner Nilowsky, den Sohn des stets betrunkenen, aggressiven, von Reiner abgrundtief gehassten Wirtes einer Eckkneipe. Reiner ist sehr merkwürdig: Einerseits spricht er anders in knappen, abgehackten, wortwiederholenden Sätzen, andererseits ist er in der Lage, besondere Theorien zu chemischen Vorgängen und die sozialistische Revolution zu entwickeln und Zugverbindungen auswendig wiederzugeben. Er scheint in einer anderen Welt zu leben. Zwischen Markus und Reiner entwickelt sich eine Freundschaft, wenn es sich denn überhaupt um eine solche handelt und nicht um ein Abhängigkeitsverhältnis von Markus zu Reiner. Oder würde ein wahrer Freund als Vertrauensbeweis verlangen, dass Markus bei Minustemperaturen mit seiner Zunge die Bahnschienen berührt oder ihn mit dem Tode bedrohen, sofern Markus verrät, dass Reiner Carola als seine Braut ansieht? Gegen das Bestehen einer wahren Freundschaft spricht auch, dass Reiner mehrfach Ekel bei Markus hervorruft (z.B. durch das Urinieren auf seine angefrorene Zunge oder eine Woodoo-Prozedur mit einem ausgebluteten Huhn). Auch Reiner selbst scheint die Freundschaft in Zweifel zu ziehen, spricht er doch von Reiner immer nur unter Benutzung dessen Nachnamens Nilowsky, was distanziert wirkt. Zwischen Markus und Reiner steht die 17jährige Carola, in der Reiner ganz selbstverständlich und besitzergreifend seine Braut sieht, obwohl Carola eine Liebesbeziehung gar nicht will und beschlossen hat, nicht älter als dreizehn zu werden. In Markus erwachen sexuelle Gefühle für Carola, die er aus Verbundenheit zu Reiner aber nicht zulassen will. Markus gerät in Loyalitätskonflikte, weil ihm sowohl Carola als auch Reiner Geheimnisse anvertrauen. Nach Fortzug zieht es Markus immer wieder in die Bahndammgegend; er kommt von Carola und Reiner nicht los. Beide sieht er in den Folgejahren nur sporadisch. Welche Entwicklung wird wohl die Beziehung der Drei nehmen? Eine ganz wunderbare Erzählung, die mich über ihre gesamte Länge (5 CD’s = 367 Minuten) nicht mehr losgelassen hat. Alle Figuren sind so unterschiedliche, größtenteils skurrile Charaktere, die man nur liebenswürdig finden kann. Mit Ausnahme vielleicht von Nilowsky, der mir autistische Züge aufzuweisen scheint und seinem Vater im Lauf der Zeit immer ähnlicher wird. Sebastian Zimmler als Leser bringt die Charaktere sehr sympathisch rüber. Seinem Vortrag lässt sich sehr gut folgen. Es stört keineswegs, dass er sämtliche Figuren, egal ob jung oder alt, Weiblein oder Männlein, alleine liest. Der Personenwechsel ist stets gut zu erkennen. Auch dass er einige Figuren „berlinern“ lässt, trägt zur Natürlichkeit der Personen bei. Obwohl die Geschichte in den 70er und 80er Jahren in Ost-Berlin spielt, ist sie bis auf wenige Nebenschauplätze (Weinbrandarten Melde-Korn und Goldbrand, afrikanischer Bruderstaat Mozambique) nicht DDR-typisch. Sie hätte ebenso gut anderenorts angesiedelt sein können. Interessant ist, dass die Geschichte ein Jahr vor dem Mauerfall endet und zeitgleich endlich Markus „freies“, von Nilowsky losgelöstes Leben beginnt. Das Cover passt gut zu der Geschichte. Es stellt den Schienenstrang am Bahndamm dar, den Lieblingsaufenthaltsort von Nilowsky. Das Huhn ist sicherlich das bei der Woodoo-Zauberei verwendete Tier. Das Hörbuch kann ich uneingeschränkt empfehlen.

    Mehr