Candice Carty-Williams

 4.1 Sterne bei 46 Bewertungen

Lebenslauf von Candice Carty-Williams

Candice Carty-Williams, geboren 1989, ist das Resultat einer Affäre zwischen einem jamaikanischen Taxifahrer, der kaum mal was sagt, und einer Jamaikanisch-Indischen Rezeptionistin mit Lese-Rechtschreibschwäche, die jeden Tag mehr sagt als alle anderen Menschen auf der Welt. Sie ist Journalistin und Drehbuchautorin, ihre Texte erschienen u.a. im Guardian, in der Vogue und der Sunday Times. ›Queenie‹ ist ihr erstes Roman, war ein großer Bestseller in England und vielfach für Literaturpreise nominiert. Candice Carty-Williams lebt in South London. Twitter und Instagram: @CandiceC_W.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Candice Carty-Williams

Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783351050863)

Queenie

 (36)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Queenie: Roman (ISBN: B08735CC81)

Queenie: Roman

 (3)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Queenie (ISBN: 9783869744834)

Queenie

 (2)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Queenie (ISBN: B08FTG4CT6)

Queenie

 (0)
Erschienen am 18.08.2020

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Rezension zu "Queenie" von Candice Carty-Williams

Am liebsten hätte ich Queenie dauernd in den Arm genommen…
SternchenBlauvor 7 Tagen

…leider hätte Queenie das aber wohl nicht zugelassen. Nicht mal von ihren engsten Freundinnen und auch nicht von ihrer Familie. Dennoch oder vermutlich genau deswegen ist mir die junge, kluge Schwarze Frau aus London sehr schnell ans Herz gewachsen. Trotz vieler leichter Passagen, vor allem am Anfang, hat sie ein ganz schönes Päckchen zu tragen und über lange Zeit schlittert sie von einer toxischen Begegnung in die nächste. 

Ich mag solche Vergleiche eh schon immer nicht, aber wer also nach dem Verlags-Slogan eine Schwarze Bridget Jones erwartet, den möchte ich warnen: Ja, Queenie kann zwar sehr selbstironisch sich und die Welt voller Humor betrachten, aber hier wird es weitaus ernsthafter als bei Bridget. 

CN / Content Note: Rassismus, Depression, sexualisierte & häusliche Gewalt, Verlust einer Schwangerschaft

Es hat mir beim Lesen immer wieder die Kehle zugeschnürt, denn Queenies Erlebnisse sind ernst. Aber da schafft Candice Carty-Williams eine ganz eigene Figur, so dass sie irgendwelche Vergleiche auch gar nicht nötig hat: Sie schafft eine feministische Heldin, die mit all dem kämpft, was Intersektionalität und Mehrfachdiskriminierung ausmacht. Ohne diesen Blick könnte Queenie vielleicht naiv wirken, aber sie ist gefangen in ihren Erfahrungen, so dass sie sich immer wieder in toxische Verhältnisse und selbstdestruktives Verhalten verstrickt.

So oft dachte ich mir: „Queenie, lauf weg, du brauchst diese Typen nicht!“ Und gleichzeitig habe ich sie so verstanden, warum sie so handelt. Ihr Selbstbewusstsein so zerstört, dass sie sich darauf einlässt. Und doch kommt es zu keiner Schuldumkehr, warum sie sich immer dieses Typen aussucht.

„»Ich seufzte tief. »Warum kann ich nicht einfach ein Happy End haben, Kyazike?« »Machst du Witze, Fam?« Kyazike lachte. »Denkst du, das Leben ist ein Film? Und selbst wenn es einer wäre, Fam, wir sind schwarz. ›Egal, in welcher Schattierung‹«, ahmte sie meine Stimme nach, »wir wären die Ersten, die sterben müssen.«“

All ihre Erlebnisse sind eingebettet in Queenies Rassismus-Erfahrung, denn diese verstärkt, wie mies so von diesen Typen behandelt wird. Und als weiße Frau habe ich wieder einiges über intersektionellen Feminismus nachspüren können.

Absolut toll geschrieben war das Buch schmerzlicher als ich bei der Buch-Promo gedacht habe. Aber umso mehr ist mir diese junge Frau ans Herz gewachsen. Umso mehr war dieses Buch eine wichtige Erfahrung, die hoffentlich Frauen hilft, sich selbst aus solchen Verstrickungen befreien zu können. Dann gab es endlich Lichtblicke und es war eine Freude Queenie dabei zuzusehen, wie sie endlich wachsen konnte. 

„»Ich lerne aus meinen Fehlern. Das nennt man Entwicklung.«“

Queenie, ihre Freundinnen-Runde und ihre Familie sind mir so sehr ans Herz gewachsen.

Fazit

Eine intensive, gelungene Leseerfahrung. Diese beinhaltet auch schmerzliche Elemente (bitte Content Note beachten), die das Buch für mich umso stärker gemacht haben. 5 von 5 Sternen.

Kommentare: 24
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Rezension zu "Queenie" von Candice Carty-Williams

Hart
danielamariaursulavor 2 Monaten

Trigger Warnung: Diese Geschichte vermag wegen des Themas der sexuellen Gewalt zu triggern.

Queenie ist Mitte zwanzig, in der Blüte ihres Lebens. Ihre Familie stammt aus Jamaika, doch aufgewachsen ist sie in Brixton/London. Ihre üppigen weiblichen Formen sind für viele Männer ein Hingucker, doch für sie zählt nur ihr weißer Boyfriend Tom. Statt ihre Beziehung zu genießen, redet sie sie schlecht, auch aufgrund ihrer eigenen, traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit, ohne Tom an diesen teilhaben zu lassen. Tom ist eigentlich ein netter Kerl, versteht sie und ihre Probleme jedoch nicht. So versteht er nicht, wie sehr die rassistischen Sprüche seines Bruders oder Onkels Queenie verletzten und wiegelt ab, statt für Queenie in die Presche zu springen. Als Tom dann eine Beziehungspause vorschlägt, bricht für Queenie eine Welt zusammen. Schon vorher hat sie sich in der Zeitungsredaktion kein Bein ausgerissen, doch jetzt vertrödelt sie die Arbeitstage fast ausschließlich, oder schwänzt, um sich nach ihren ungeschützten sexuellen Abenteuern in der Frauenklinik durchchecken zu lassen. Statt sich um die Themen zu kümmern die ihr wichtig sind und etwas zu bewegen, begibt sie sich auf eine gefährliche Suche nach sexueller Bestätigung. 


Bei diesem Hörbuch hatte ich Zweifel, ob es mir nicht zu lang sein könnte. Tatsächlich hätte ich es mir gekürzt gewünscht, denn mehr als 1 MP3 lang ist Queenie die absolute Katastrophe! Nicht nur ihre besten Freundinnen, haben über ihre triebgesteuerten wahllosen Sexabenteuer zur vergeblichen Füllung ihrer inneren Leere den Kopf geschüttelt. Ich war bisweilen fassungslos, warum sie sich selbst so etwas antut. Sie ist nicht so seelenlos, dass ihr belangloser, bisweilen brutaler aber stets liebloser Sex nicht schadet. Mit jedem Versuch den Verlust ihres Freundes durch ein sexuelles Abenteuer zu vergessen, befriedigt sie irgendeinen Kerl, aber nicht sich selbst. Diesen Typen ist sie völlig gleichgültig, was sich auch daran zeigt, dass es völlig ungeschützt erfolgt und Queenie somit langsam zum Dauergast in der Frauenklinik macht. Dort versucht man ihr Hilfe anzubieten, aber sie lehnt, relativ fassungslos ab!


Ich habe selten so gut und nachvollziehbar die verletzten Gefühle und allgegenwärtigen Demütigungen schwarzer Frauen gehört. Es geht unter die Haut, mach unfassbar wütend und man schämt sich schon beim Zuhören. Es gibt wohl kaum einen rassistisch verletzende Plattitüde, die im Zweifel ja gar nicht so gemeint war, die hier ausgelassen wird. Dennoch verkneifen sich viele Menschen noch immer nicht diese verletzenden Sprüche und fühlen sich auch noch im Recht. Aber leider lässt Queenie ihre Qualitäten verkümmern und benutzt ihren Körper. Wofür eigentlich? Denn sie verletzt sich selbst ja nur noch mehr. 


Für mich ist sie nicht, wie beschrieben eine Chaosqueen, sondern eine echte Katastrophe, die es nicht schafft, über ihre wirklichen Gefühle zu sprechen, und das was sie innerlich auffrisst, weiterfressen lässt, statt es frei zu lassen. Queenie hat so viele Probleme, dass es eigentlich für eine Geschichte zu viel ist. Einige ihrer Probleme sieht/hört man geradezu kommen, wie ihr Konflikt mit ihrer Freundin Cassandra. Diese tut ihr in dem Moment eigentlich unrecht, aber ich hätte schon früher die Geduld mit jemandem verloren, der sich überhaupt nicht helfen lässt und sich selbst so wenig achtet und stattdessen einfach treiben lässt. Queenies Freundinnen finde ich sehr sympathisch und ich bewundere ihre Geduld, Langmut und Großzügigkeit, denn über Monate gibt sie nichts zurück, sondern nimmt nur. Irgendwann, nach mehr als der Hälfte der Geschichte, bricht sie zusammen und sie nimmt Hilfe an. Nach und nach erfährt man, was zu diesem selbstzerstörerischen Verhalten geführt hat. Das ist echt harter Tobak. Aber dass sie sich dann doch aufrafft und erfolgreich Hilfe sucht, obwohl dass jeglicher Überzeugung in ihrer Comunity widerspricht, hat mich dann doch wieder etwas mit ihr versöhnt. Mir gefällt, dass die Autorin auch Rückfälle trotz Therapie beschreibt. Diese ist auch ein schmerzhafter Prozess und kein einfaches Allheilmittel. Aber es macht Mut, da es zeigt, dass man Selbstrespekt auch wieder lernen kann, nachdem er brutal zerstört wurde. 


Patricia Coridun ist eine tolle Wahl für die Stimme der Queenie. Auch wenn ich ihr Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen kann, so kann ich ihren Schmerz hören und spüren, ganz tief unter der Haut. Sie klingt bisweilen auch einfach nur müde, rau und desillusioniert, eigentlich sehr stark und durchsetzungsfähig, doch ohne den aktuellen Biss. Sie ist unglaublich ausdrucksstark und facettenreich, facettenreicher eigentlich als Queenie selbst, die vor allem leidet und sich selbst bemitleidet, statt sich aufzuraffen und was zu ändern. 


Die Tracks sind leider nicht alle 5 Minuten gesetzt, um den Wiedereinstieg zu erleichtern, sondern anscheinend den Kapitellängen angepasst. Mit einem normalen MP3-Abspielgerät dürfte das entsetzlich sein, es sollte also unbedingt eine Memory/Hörbuchfunktion vorhanden sein, die automatisch an der richtigen Stelle des Tracks wieder einsetzt. Ein Track kann locker länger als eine halbe Stunde dauern. Dafür kommt jede MP3 aber mit relativ wenigen Tracks aus, so dass mein MP3 Player mit Memoryfunktion die Tonträger auch akzeptiert... Ja, ich mag CDs einfach lieber... 


Queenie ist sexuell sehr experimentierfreudig, man sollte dieses Hörbuch auf keinen Fall bei Gelegenheiten hören, bei denen Kinder hereinplatzen könnten. Dabei finde ich ihre Eskapaden allerdings überhaupt nicht erotisch, sondern einfach nur selbstzerstörerisch. Ich schätze aber auch, dass es durchaus so gemeint ist. 


Ein Hörbuch, das mich sehr zwiespältig hinterlässt, da es ganz klare Stärken hat, ich ihre Hauptperson Queenie aber bisweilen unerträglich anstrengend finde. 

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Rezension zu "Queenie" von Candice Carty-Williams

Viel Lob und einiges an Kritik...
-Leselust-vor 2 Monaten

Kurzmeinung:

"Queenie" von Candice Carty-Williams hat mich beim Lesen gut unterhalten und ich habe Queenies Leben und ihre Entscheidungen und Handlungen teilweise mit Spannung, aber sehr viel öfter mit Fassungslosigkeit verfolgt. Für mich war das Buch definitiv keine –wie auf dem Klappentext beworben– seichte Wohlfühlgeschichte à la Birgit Jones. Queenie hat mit Trauma, Rassismus und Gewalt zu kämpfen. Ich finde, das sollte man vor dem Lesen wissen und die Lektüre ist vielleicht nicht für jede*n das Richtige.


Meine Meinung: 
"Queenie" lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die Geschichte ist teilweise witzig geschrieben. Sie ist emotional, berührend und spricht wichtige Themen an, wie zum Beispiel die Rassismuserfahrungen von BPoC, Sexismus und psychische Gesundheit.

Queenie erzählt als junge, schwarze Frau in London von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassimus, ob von völlig Fremden oder in ihrem eigenen Freundeskreis und der Familie. Es geht auch um Konflikte in der Beziehung zu ihrem weißen Freund, die oft ihre Grundlage in den verschiedenen Hautfarben haben. Queenies Freund Tom kann die Lebensrealität von Queenie oft nicht verstehen, und nennt ihr Aufbegehren gegen Rassismus „Drama“.

Nach der Trennung von Tom erlebt Queenie ein psychisches und emotionales Tief. Und sie lernt die Grauen von Online Dating kennen. Sie flüchtet sich in belanglosen Sex, ohne das sie sich danach besser fühlt. Ich finde gut, wenn in Büchern sexpositive Frauen vorkommen. Aber Queenies Umgang damit finde ich schon problematisch. Sie lässt Männer immer wieder ihre Grenzen überschreiten und ihr körperliche Schmerzen bereiten, ohne dass es ihr gefällt. Sie lebt ihre Sexualität weniger selbstbestimmt, sondern eher als dysfunktionale Strategie zum Umgang mit ihren Gefühlen von Einsamkeit und Minderwertigkeit. Das war für mich beim Lesen teilweise nur schwer auszuhalten. Als Leserin quasi zuzusehen, wie Queenie immer wieder in die selben schwierigen Verhaltensmuster zurückfällt und und sich immer weiter von der Person entfernte, die sie eigentlich sein wollte. Queenie hat Schwierigkeiten zu vertrauen, frisst Sachen lieber in dich hinein und will alles alleine durchstehen.

Als positive Punkte kann ich nennen, dass sich die Geschichte flüssig lesen lässt. Es gab einige Charaktere, die ich sehr mochte, zum Beispiel Queenies Freundinnen. Die Darstellung der Frauenfreundschaften und die angesprochenen wichtigen Themen haben mir gut gefallen. Am Layout möchte ich lobend erwähnen, dass Chatverläufe und SMS als Chats dargestellt werden. Das ist so ein einfach Mittel, macht aber gleich viel mehr Spaß zu lesen. Handychats sind so sehr Teil unseres Alltags geworden. Ich finde es gut, dass das auch Einzug in die Literatur findet. Wurde auch Zeit. 


Fazit:

"Queenie" von Candice Carty-Williams ist ein Roman über eine junge, schwarze Frau im heutigen London. Die Protagonistin erzählt von den Freuden und dem Leid in ihrem Leben, von Beziehungskrisen, Liebeskummer, Missbrauch, Rassismus, aber auch von Freundschaft und Familie. Dabei kommt das Buch leider nicht ohne Klischees aus und stellt einige problematische Verhaltensweisen dar.  Das macht das Buch teilweise wirklich unangenehm zu lesen, obwohl der Schreibstil an sich mir gut gefallen hat.


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