Rezension zu "Sherlock Holmes & Dr. Watson. Der Monsterhund vom Dark Moor (Band 2)" von Judith Weber
lauchmotteMeisterdetektiv Sherlock Holmes und sein Kollege Dr. Watson aus Crazy London ermitteln in ihrem zweiten Fall. Im kleinen, verregneten Dorf Little Rain treibt ein Monsterhund sein Unwesen: Er schlägt Gartenzwergen die Köpfe ab und versetzt die Bewohner in Angst und Schrecken. Dadurch droht die abergläubische Lady Agatha vom Kauf des Rain Cottage zurückzutreten. Das wäre ein Supergau, denn dann hätte der Konzern Great & Greater freie Hand, das Moor trockenzulegen und dort ein KI-Rechenzentrum zu errichten. Das gilt es zu verhindern!
"Der Monsterhund vom Darkmoor" ist der zweite Band einer humorvollen Kindercomic-Reihe um Meisterdetektiv Sherlock Holmes, einen Hund mit karierter Schirmmütze, und seinen Gefährten Dr. Watson, ein kräftiges rosa Schwein. In Anlehnung an die berühmten Originalfiguren spielt die Geschichte in England, wobei bereits die Ortsnamen mit ihrem Wortwitz den humorvollen Ton des Comics ankündigen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger ein klassischer Kriminalfall als vielmehr eine turbulente Detektivgeschichte, die von überdrehtem Humor lebt. Die Figuren - allen voran die schrille Fernsehreporterin Rosa Sau, die an Karla Kolumna erinnert - sind bewusst überzeichnet und sorgen ebenso wie zahlreiche Wortspiele für anhaltende Komik. Wortwitz, Situationskomik und klamaukige Szenen wechseln sich ab und prägen den Comic von der ersten bis zur letzten Seite.
Gleichzeitig setzt der Comic mit dem Schutz des Moors und der Kritik an dessen wirtschaftlicher Ausbeutung dezente ökologische Akzente. Diese ernsteren Zwischentöne bleiben jedoch dezent im Hintergrund und werden in die humorvolle Handlung eingebettet, ohne belehrend zu wirken.
Der Comic richtet sich an Kinder, die eine bildstarke Erzählweise mit wenig Text bevorzugen. Die detailreichen Illustrationen laden dazu ein, auf jeder Seite Neues zu entdecken. Gleichzeitig sorgen die teilweise aufgelöste Panelstruktur und häufige Perspektivwechsel für ein dynamisches, stellenweise bewusst chaotisches Leseerlebnis, das jedoch auch erhöhte Aufmerksamkeit verlangt. Damit eignet sich der Comic besonders für Kinder ab acht Jahren, die Freude an skurrilen Figuren, temporeichem Humor und detailreichen Bildern haben.





























