Ahmed Mourad

 3.3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Vertigo, Diamantenstaub und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ahmed Mourad

Der ägyptische Schriftsteller Ahmed Mourad arbeitete erst als Filmemacher und Fotograf, bevor er seinen esten Thriller "Vertigo" veröffentlichte. In deutscher Sprache erschien zunächst sein zweiter Krimi "Diamantenstaub". Insgesamt hat Mourad bereits 4 Werke herausgebracht und lebt mit seiner Familie in Kairo.

Neue Bücher

Vertigo
 (3)
Neu erschienen am 03.08.2018 als Taschenbuch bei Lenos.

Alle Bücher von Ahmed Mourad

Ahmed MouradDiamantenstaub
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Diamantenstaub
Diamantenstaub
 (3)
Erschienen am 03.08.2016
Ahmed MouradVertigo
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Vertigo
Vertigo
 (3)
Erschienen am 03.08.2018
Ahmed MouradBlauer Elefant
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Blauer Elefant
Blauer Elefant
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Erschienen am 21.03.2018

Neue Rezensionen zu Ahmed Mourad

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Janosch79s avatar

Rezension zu "Vertigo" von Ahmed Mourad

Ein Thriller, der mich leider nicht ganz überzeugen konnte!
Janosch79vor 2 Jahren

Bei "Vertigo" muss ich leider feststellen, dass Thriller manchmal ziemlich verworren sein können.


Inhalt: Achmad, Gesellschaftsfotograf in einem exklusiven Kairoer Hotel, wird Zeuge, wie ein Freund bei einem Attentat auf zwei rivalisierende Geschäftsleute in der Bar Vertigo brutal ermordet wird. Es gelingt ihm, das Geschehen mit der Kamera festzuhalten, bevor er sich unerkannt vom Tatort entfernen kann. Das brisante Material spielt er einer Zeitung zu, deren Chefredakteur eine wichtige Rolle im alles durchdringenden Geflecht aus Korruption, Intrigen und Klientelpolitik spielt. Unversehens verfängt Achmad sich in diesem Netz, das bis in höchste Kreise reicht. Er sieht sich gezwungen unterzutauchen, denn seine skrupellosen Gegner schrecken vor nichts zurück.

Mich hat gleich dieses Cover und der Klappentext angesprochen. Ich dachte, dass ich mal einen Thriller der anderen Art lesen könnte. Doch der Schein trog leider gewaltig.Insgesamt fand ich den Schreibstil und die einzelnen Beschreibungen ziemlich schwer zu verstehen. Dadurch entwickelte sich der gesamte Plot äußerst langatmig und es entstand bei mir zu wenig Spannung. Das Ganze kann natürlich auch der Übersetzung geschuldet sein.

Definitiv gelungen fand ich die vielen Einblicke in die Machtstrukturen in Ägypten sowie die alltäglichen Abläufe in Kairo. Vom politischen Hintergrund definitiv ein Werk, das man gelesen haben sollte.


Insgesamt lässt mich dieser Thriller etwas nachdenklich zurück. Einerseits politisch brisant, aber andererseits konnte mich der Schreibstil nicht wirklich überzeugen. 



 

Kommentare: 1
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Gulans avatar

Rezension zu "Vertigo" von Ahmed Mourad

Meister Hitchcock wäre zufrieden.
Gulanvor 2 Jahren

„Und was, meinst du, sollen wir tun?“
„Wir lassen Sie hochgehen!“
„Ich verstehe nicht.“
„Die Fotos, die du gemacht hast, werden ihre Verbrechen an den Menschen nicht ans Licht bringen, aber sie werden dafür sorgen, dass die Menschen keinen Respekt mehr vor ihnen haben. Sie werden ihr Vertrauen erschüttern. Dieses schlafende Volk liebt den Aufruhr. Zerschneiden wir das Tischtuch! Geben wir dem Volk einen Skandal, um es aufzuwecken! Reißen wir denen das Handtuch von den Lenden! Zeigen wir den Menschen, wer ihnen Essen und Trinken gibt und wo sie ihr Geld hintragen! Sie sollen die Hure sehen, die sich erst für mehrere Tausender in Bewegung setzt und dann sieben auf einmal bedient, während sich manche Wissenschaftler mit dem Allernötigsten begnügen müssen. Sie sollen erkennen, dass es so nicht weitergeht, erfahren, dass es einen großangelegten Plan gibt, sie für dumm zu verkaufen und zu melken. Was ist das für ein Volk? Will es denn nicht endlich wach werden?“ (S.280)

Achmad Kamal ist als Hochzeitsfotograf in einem Kairoer Hotel tätig. Nach getaner Arbeit fährt er nach oben in die Bar im vierzigsten Stock. Dort arbeitet sein Freund Hussam als Barpianist. Als der Manager in Erwartung wichtiger Gäste die Bar inspiziert, verzieht sich Achmad auf den Balkon. Es finden sich kurz darauf zwei bekannte Geschäftsmänner samt Leibwächter in der Bar ein. Achmad ist immer noch auf dem Balkon, als plötzlich drei Bewaffnete die Bar stürmen, das Feuer eröffnen und ein Blutbad anrichten. Lediglich einer der Geschäftsmänner, der Waffenhändler Dhannun wird schwer verletzt zurückgelassen, ansonsten werden alle Zeugen, auch die Barangestellten und Hussam liquidiert. Nur Achmad bleibt auf dem Balkon unentdeckt und kann den Auslöser seiner Kamera betätigen.

Achmad kann entkommen, auf seinen Bildern kann zwar kein Angreifer identifiziert werden, dennoch schickt er die Bilder anonym zur Staatsanwaltschaft und zur Zeitung „Freiheit“, einem unabhängigen Boulevardblatt. Einige Bilder werden zwar veröffentlicht, doch nicht um die Hintergründe aufzudecken, sondern um wilde, unhaltbare Spekulationen zu entfachen. Auch von der Polizei wird nach den unbekannten Tätern nicht gesucht. Nichts geschieht, ein ganzes Jahr lang. Achmad arbeitet inzwischen im Kasino Paris, einem Nachtclub, als Fotograf. Sein väterlicher Freund Guda führt ihn in die Szene der Reichen und Mächtigen ein, die manchmal bezahlen, damit man sie fotografiert und manchmal, dass man kein Foto macht. Einer der Gäste, die es sich gut gehen lassen zwischen lasziven Tänzerinnen, Alkohol und blutjungen Begleiterinnen, ist der Chefredakteur der „Freiheit“, Galal Mursi. Achmad beobachtet die Nächte und Vorgänge im Kasino mit zunehmenden Unbehagen. Eines Abends kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Achmad von einem der VIPs beleidigt und geohrfeigt. Achmad ist tief gekränkt. Kurz darauf stirbt Guda bei einem Verkehrsunfall und hinterlässt Achmad sein Fotoarchiv voller Fotos wichtiger Persönlichkeiten bei ihrem fragwürdigen Tun im Nachtklub. Und noch eine Überraschung: Auch Guda hat Fotos vom Massaker im „Vertigo“ gemacht, von einem gegenüberliegenden Hotel. Und im Gegensatz zu Achmads Bildern ist auf diesen Fotos ein Killer erkennbar. Achmad entschließt sich, Mursi zu erpressen, damit dieser die Bilder erneut veröffentlicht und scheucht damit die Hintermänner von damals erneut auf.

Eine sehr klassische Hauptfigur für einen Thriller, dieser Achmad. Ein junger Fotograf, der in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters tritt, sich zu Höherem berufen fühlt und seine Arbeit als Hochzeitsfotograf nicht ausreichend gewürdigt sieht. Dieses Blutbad, in dem sein Freund getötet wird und das er nur durch Zufall unbeschadet übersteht, setzt ihm arg zu. In seinem neuen Betätigungsfeld im Nachtclub betrachtet er mit wachsendem Unbehagen und zunehmender Abscheu die allabendlichen Szenen der Reichen und Mächtigen. Im Grunde ist Achmad ein liebenswerter Träumer. Vor allem sind seine Annäherungsversuche und seine naiv-verliebte Turtelei mit der tauben Ghada amüsant. Doch auf einmal entwickelt er, hervorgerufen durch eine Demütigung, die ihm endgültig die Augen öffnet, Mut und Entschlossenheit. Begleitet wird er dabei von seinem Freund und Photoshop-Spezialist Omar, der immer wieder versucht, Achmad von weiteren riskanten Aktionen abzuhalten. Die beiden bilden vor allem in den freundschaftlich-gehässigen Dialogen ein wunderbares Gespann.

Ein kindlich wirkendes junges Mädchen öffnete ihm, das all den anderen Büromädchen ähnelte, die der Chefredakteur persönlich sorgfältigst auszuwählen pflegte, indem er jede einzeln interviewte, um festzustellen, inwieweit sie bereit war, eine Vorleistung auf erhoffte Wohltaten zu gewähren. (S.226)

Dieser Roman ist das Debüt des Autors Ahmed Mourad. Der Thriller ist im Baseler Lenos Verlag erschienen, der arabische Literatur als einen Schwerpunkt hat und bereits einen weiteren Roman des Autors („Diamantenstaub“) verlegt. Mourad arbeitete wie sein Protagonist selbst als Fotograf, allerdings im Stab des ehemaligen ägyptischen Staatspräsident Mubarak. Der Thriller erschien 2007 im Original, spielt auch zu dieser Zeit und bietet einen tiefen Einblick in die Strukturen der ägyptischen Gesellschaft. Eine dekadente und korrupte Elite aus Staatsapparat, Medien und Wirtschaft, die das Land fest im Griff hat, das Volk täuscht und Abtrünnige gnadenlos bestraft. Mourads Beschreibungen erinnerten mich sehr an die seines algerischen Kollegen Yasmina Khadra. Ebenfalls bedeutend ist der zunehmende Konflikt zwischen säkularer und religiöser Bevölkerung, in diesem Fall zwischen Achmad und seiner Schwester bzw. seinem Schwager. Der Titel bezieht sich übrigens auf den Namen der Hotelbar, in der das Massaker zu Beginn stattfindet, und diese selbstverständlich auf den bekannten Hitchcock-Thriller. Überhaupt baut Mourad zahlreiche cineastische Reminiszenzen ein, insbesondere des ägyptischen Films.

„Vertigo“ ist ein über weite Strecken temporeicher und spannender Thriller, lediglich zur Mitte des Buches verliert sich der Autor ein wenig in der Beschreibung von Nebenfiguren. Ansonsten ist ihm aber auf jeden Fall ein lesenswerter Roman gelungen, der vor allem in der Gesellschaftskritik überzeugt.

Kommentare: 7
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monerls avatar

Rezension zu "Diamantenstaub: Thriller aus Ägypten" von Ahmed Mourad

Raffiniert!
monerlvor 4 Jahren

Meine Meinung:

Ich kann nicht umhin und muss ein paar Worte zum Cover sagen: Es ist WUNDERVOLL! Obwohl ich Bücher nicht unbedingt nach dem Umschlag aussuche, hätte ich dieses Buch gekauft, auch wenn ich mich nicht für arabische Literatur interessieren würde! Die Farben sind bestechend schön, eine Mischung aus schwarz-lila-rosé. Im unteren Teil findet man eine kunstvoll gestaltete Tür, wie man sie in Ägypten an sehr, sehr vielen Häuser bestaunen kann. Eingangstüren scheinen sehr wichtig zu sein, da man vielen, besonderen Tür-Kunstwerken in Ägypten begegnet. 

Im oberen Teil kann man einen kleinen Blick auf eine Stadt werfen, die Kario sein könnte oder auch eine andere große Stadt aus dem arabischen Raum. Für mich ist dieses Buch rein äußerlich bereits eines meiner schönsten Bücher im Regal!



Der Autor Ahmed Mourad hat einen Thriller geschrieben, angesiedelt in Kairo. Wenn man sich ein bisschen mit arabischer Literatur auskennt, wird man sehr schnell feststellen, dass
auch dieser Roman die typische (blumige) Sprache des arabischen Raumes
aufweist. Dem Genre geschuldet, ist diese aber nicht übertrieben geschwollen, wie manch ein Liebesroman oder Lyrische Texte. Der eine oder andere Leser könnte sich aber am Anfang ein bisschen schwer damit tun. 



Ich bin sehr gut in die Geschichte hineingekommen. Am Anfang erfährt man ein bisschen über Tahas Vater Hussain, Hussains Leben und seine Freunde, über Hussains Kindheit, wie er seinen Vater verlor und wie er von seinen nächsten Verwandten aufgezogen wurde. Ich fühlte mich richtiggehend in das alte Kairo der Vergangenheit versetzt und hatte den kleinen Hussain bildlich vor Augen.

Ebenso erfährt man, was für ein Schicksalsschlag Hussein erlitt und warum sich sein Leben von heute auf morgen komplett veränderte und ihn an einen Rollstuhl fesselte.



Im nächsten
Teil ist Hussains Sohn Taha die Hauptperson. Er wird dem Leser näher
gebracht und man erfährt somit auch seine Lebensgeschichte.  

Dann wird Hussein unerwartet ermordet! Taha, der selbst gerade so mit dem Leben davongekommen ist, möchte, dass diese Tat gesühnt wird und erstattet Anzeige beim Kriminalhauptkommissar im Polizeirevier. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf...



Bis zum Mord gab es leider einige zähe und langatmige Stellen, da mir nicht klar war, wozu man die eine oder andere Geschichte noch benötigen würde. War alles wichtig oder war es einfach die Art der arabischen Literatur, etwas mit vielen Worte drumherum zu beschreiben? 



Doch kaum waren diese Stellen überwunden, eröffnete sich mir ein grandios geschriebener, genial durchdachter und mit interessanten Wendungen gespickter Thriller, der mich am Ende überraschte und mir ein breites Schmunzeln ins Gesicht zauberte. "Raffiniert" - das war mein Ausruf, als ich das Buch zuklappte! 



Wer gerne mal was anderes lesen, ausprobieren und sich in eine andere Welt versetzen lassen möchte, dem empfehle ich unbedingt den Griff zu diesem Buch! Dies ist ein Thriller der anderen Art, tatsächlich auch eine Kritik an der Korruption in der ägyptischen Gesellschaft! Mir, die Ägypten schon einige Male bereist und Freunde und Bekannte dort hat, kam vieles bekannt vor. Ich erkannte den Flair Kairos, die verschiedenen Charaktere und auch manche Widersprüche wieder. Es war wie eine Reise "nach Hause", in die zweite Heimat, wo Freud und Leid so nah beieinander liegen.



Dafür, dass sich am Anfang alles etwas gezogen hat und ich nach dem Ende die ersten vier Kapitel
zum besseren Verständnis und zur Erinnerung einiger Begebenheiten
nochmals gelesen habe, musste ich in meiner Bewertung leider einen Stern
abziehen. 



Nichtsdestotrotz gibt es von mir immer noch eine klare Leseempfehlung! 

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http://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2015/03/buchvorstellung-diamantenstaub.html?view=timeslide

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Ahmed Mourad wurde am 14. Februar 1978 in Ägypten geboren.

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