Annette von Droste-Hülshoff

 3.2 Sterne bei 492 Bewertungen
Autorin von Die Judenbuche, Die Judenbuche und weiteren Büchern.
Autorenbild von Annette von Droste-Hülshoff (©)

Lebenslauf von Annette von Droste-Hülshoff

Die Dichterin und Komponistin Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff, kurz Annette von Droste-Hülshoff lebte vom 10.01.1797 bis zum 24.05.1848. Sie unternahm mehrere große Reisen, um sich literarisch und persönlich weiterzubilden. Auch hielt sie brieflichen Kontakt zu vielen bedeutenden literarischen Persönlichkeiten, legte aber besonderen Wert darauf, sich um ihre Familie zu kümmern.

Alle Bücher von Annette von Droste-Hülshoff

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Die Judenbuche (ISBN:9783746042916)

Die Judenbuche

 (434)
Erschienen am 20.02.2018
Cover des Buches Die Judenbuche /Ausgewählte Gedichte (ISBN:9783596900435)

Die Judenbuche /Ausgewählte Gedichte

 (6)
Erschienen am 03.03.2008
Cover des Buches Werke in einem Band (ISBN:9783446140431)

Werke in einem Band

 (5)
Erschienen am 13.08.1984
Cover des Buches Sämtliche Gedichte (ISBN:9783458327929)

Sämtliche Gedichte

 (4)
Erschienen am 13.01.2010
Cover des Buches Die schönsten Gedichte (ISBN:9783458362258)

Die schönsten Gedichte

 (3)
Erschienen am 20.05.2012
Cover des Buches Annette von Droste-Hülshoff. Briefe (ISBN:9783863473013)

Annette von Droste-Hülshoff. Briefe

 (3)
Erschienen am 01.09.2012
Cover des Buches Die Judenbuche (ISBN:9783960550525)

Die Judenbuche

 (5)
Erschienen am 05.01.2016
Cover des Buches Sämtliche Erzählungen (ISBN:9783458332213)

Sämtliche Erzählungen

 (3)
Erschienen am 29.06.1993

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Annette von Droste-Hülshoff

Neu

Rezension zu "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff

Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen
VerenaWagenpfeilvor 10 Tagen

Damit ist "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff überschrieben. Und darum geht es vor allem in dieser kurzen Erzählung.
Obwohl das Buch sehr dünn ist, ist jeder Satz mit komplexen Informationen nahezu vollgestopft. Das machte es mir schwer, der Geschichte zu folgen, da ich bisweilen beim Lesen zum Träumen neige und auch schon mal ein paar Seiten "lese", ohne den Inhalt wahrzunehmen. Das funktioniert bei diesem Buch nicht.
Die Geschichte, ein Krimi, ist ein wenig rätselhaft und aus heutiger Sicht nicht besonders gut nachzuvollziehen, als Milleustudie taugt das Buch aber allemal.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff

Wie wird man zum Täter?
Ambermoonvor 4 Monaten

Unter einer Buche im Wald wird der jüdische Händler Aaron tot aufgefunden. Verdächtig verhält sich der labile und sozial auffällige Friedrich Mergel …

Die Kriminalgeschichte um den jungen Friedrich, seinen geheimnisvollen Doppelgänger und rätselhafte Verbrechen ist eine der berühmtesten Erzählungen der deutschen Literatur. Mit psychologischem Spürsinn und der Kraft hoher Poesie beleuchtet Annette von Droste-Hülshoff die Abgründe der menschlichen Natur.... (Klappentext)

✵✵✵✵✵

"Es ist schwer, jene Zeit unparteiisch in's Auge zu fassen; sie ist seit ihrem Verschwinden entweder hochmütig getadelt oder albern gelobt worden, da den, der sie erlebte, zu viel teure Erinnerungen blednen und der Spätgeborene sie nicht begreift."
(S. 12)

Die Autorin lässt uns in eine Zeit blicken in der Diebstähle und Schlägereien an der Tagesordnung waren. In eine Zeit in der Gutsbesitzer Recht sprachen, straften und belohnten, jedoch selbst einiges auf dem Kerbholz hatten. Hier wurde oft Gleiches mit Gleichen vergolten und die ländliche Bevölkerung hatte mit Armut zu kämpfen.

In dieser Zeit wuchs Friedrich heran und hatte keine leichte Kindheit. Entbehrungen, einen gewalttätigen Alkoholiker als Vater und nach dessen frühen Tot hatte er mit Spott zu kämpfen. Mit 12 Jahren nahm ihn sein Onkel unter seine Fittiche und aus einem ruhigen und schüchternen Jungen wurde ein selbstbewusster aber auch leichtsinniger und erregbarer junger Mann. Dass sein Onkel schlechten Einfluss auf ihn hatte und ihn in seine kriminellen Machenschaften des Holzdiebstahl im großen Stil hinein zog, wird schnell klar, auch Friedrich selbst. Trotz Gewissensbissen arbeitet er weiter für seinen Onkel, sieht er in ihm doch in gewisser Weise einen Vaterersatz.
Nach einer Hochzeit wird der jüdische Händler Aaron erschlagen unter einer Buche gefunden. Der Verdacht fällt rasch auf Friedrich, ist er mittlerweile als Raufbold bekannt und hatte zuvor eine heftige Auseinandersetzung mit diesem. Als man Friedrich dingfest machen möchte, ist er wie vom Erdboden verschluckt. Der Mord an Aaron bleibt ungeklärt.
Nach 28 Jahren taucht plötzlich ein Mann namens Johannes Niemand im Dorf auf. Er sieht dem Verdächtigen Friedrich zum Verwechseln ähnlich. Klärt sich mit seinem Auftauchen endlich dieses Verbrechen auf?

"... und als er umschaut, habe er etwas im Gestrüpp blitzen sehen; es war die Gürtelschnalle des Oberförster, den man nun hinter den Ranken liegend fand, grad ausgestreckt, die rechte Hand um den Flintenlauf geklemmt, die andere geballt und die Stirn von einer Axt gespalten."
(S. 45)

Dies mag für eine Novelle eine lange Einleitung sein, doch es passiert so viel mehr auf diesen wenigen Seiten.

Die Autorin wurde zu dieser Geschichte vom berühmtesten Mordfall Westfalens inspiriert. Bei diesem wurde im Frühjahr 1783 der jüdische Kaufmann Soistmann Berend unter einer Buche ermordet aufgefunden. Der Verdacht fiel sogleich auf den Knecht Winckelhan, von allen "Winkelhannes" genannt. Dieser hatte zuvor eine Auseinandersetzung mit dem Kaufmann. Ebenso wie der Protagonist Friedrich verschwand Winckelhan nach der Tat spurlos und auch wie in der Novelle kehrte nach über zwei Jahrzehnten ein alter Mann aus der Ferne zurück ins Dorf.
Alle weiteren Erkenntnisse zu diesem Kriminalfall spare ich mir, da ich sonst zu sehr spoilern würde.
Wo in der vorliegenden Novelle die historischen Tatsachen aufhören und das Fiktive der Geschichte beginnt, ist nur schwer zu sagen, da schon damals unklar war, wer der tatsächliche Täter ist, bzw. ob Winckelhan einen Komplizen hatte. Ein benachbarter Bauer hat sich damals nämlich ebenfalls äußerst verdächtig benommen.

Die Autorin konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Kriminalfall. Vielmehr versucht sie hinter die Kulissen zu blicken. So stellt sie die damalige Gesellschaft in Frage und wirft auch gleichzeitig die Frage auf, ob einem die Umstände, wie z.B. Armut, zu kriminellen Handlungen treiben oder ob dies gar mit einer gebeutelten Kindheit zusammen hängt.
Man möchte fast meinen Annette von Droste-Hülshoff war die erste Profilerin, die Erste, die verstehen wollte wie man zum Täter wird. auch die Judenfeindlichkeit und der volkstümliche Aberglaube werden thematisiert.

"Wer zweifelt daran, dass Simon alles tat, seinen Adoptivsohn dieselben Wege zu leiten, die er selber ging? Und in Friedrich lagen Eigenschaften, die dies nur zu sehr erleichterten: Leichtsinn, Erregbarkeit und vor Allem ein grenzenloser Hochmut, der nicht immer den Schein verschmähte, und dann Alles daran setzte, durch Wahrmachung des Usurpierten möglicher Beschämung zu entgehen."
(S. 48)

Der Schreib- und Erzählstil sind typisch für einen Literaturklassiker Mitte des 19. Jahrhunderts. Ich musste mich erstmals an die langen Schachtelsätze gewöhnen, doch nach nur wenigen Seiten war ich völlig in der Story gefangen.
Die Novelle ist packend und spannend erzählt, lässt Atmosphäre aufkommen, welche einen in die damalige Zeit und somit in das einfache Leben voller Entbehrungen eintauchen lässt. Vieles wird angedeutet und lässt nur erahnen was sich dahinter wirklich verbirgt. Man wird also als Leser dazu angeregt sich selbst ein Bild zu machen, mit dem zu arbeiten was man hat ... wie auch die damaligen Ermittler.

Das Buch enthält nach der Novelle "Die Judenbuche" noch "Geschichte eines Algierer-Sklaven" von A. Freiherrn Haxthausen, dem Onkel  von Annette von Droste-Hülshoff. Dieser war ein Verwandter des Gerichtsherrn und hat 1818, ergo 25 Jahre nach der Tat, einen umfangreichen Bericht zu dem Kriminalfall verfasst und genau in diesen Bericht erhält man einen Einblick.

Im Anschluß befindet sich dann noch ein Nachwort von Christian Begemann, worin man biographisches von der Autorin erfährt und auf die Entstehung der Novelle eingegangen wird.

Fazit:
Ein kleiner aber feiner Literatuklassiker einer Schriftstellerin, welche versucht hinter die Kulissen eines Kriminalfalls zu blicken und einen in die damalige Zeit der ländlichen Bevölkerung im späten 18. Jahrhundert versetzt. Amtosphärisch, bedrückend, erschütternd, aber auch spannend und interessant.
Ich habe diese Novelle in einem Rutsch gelesen. Viele müssen dieses Büchlein in der Schule lesen und vielen ist dies ein Graus. Doch wenn man weiß was dahinter steckt, dass es sich hier um eine teils fiktive, teils wahre Geschichte eines Kriminalfalls handelt, man sich zuvor mit dem wahren Mordfall beschäftigt, dann liest es sich aus einem völlig anderen Blickwinkel und durchaus fesselnd.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Autoren-Info und Leseprobe)

Kommentieren0
15
Teilen

Rezension zu "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff

Viele offene Fragen
Yolandevor 8 Monaten

Anna Elisabeth ("Annette") Freiin Droste zu Hülshoff wurde am 12. Januar 1797 auf Schloss Hülshoff bei Münster geboren. Ihre Mutter, sowie ihre beiden Onkel Werner und August von Haxthausen waren vielseitig literarisch interessiert und förderten Annettes Begabung schon früh. Ihre erste Veröffentlichung 1838 erfolgte noch halbanonym. Sie plante einen großen Westfalenroman, dort sollte die Erzählung der "Judenbuche" integriert werden. Dazu kam es allerdings nicht und so wurde die Novelle 1842 im "Morgenblatt für gebildete Leser" abgedruckt. Es blieb ihre bedeutendste Arbeit. Schon von Geburt an kränklich, arbeitete in ihren späteren Jahren nur noch sporadisch. Am 24. Mai 1848 starb Annette von Droste-Hülshoff auf der Meersburg am Bodensee. Zu ihren Lebzeiten war sie fast unbekannt.

Der Novelle "Die Judenbuche" liegt ein wahrer Kriminalfall zu Grunde, der sich 1783 in der Gerichtsbarkeit derer von Haxthausen, der Familie von Annette von Droste-Hülshoff zutrug.  Schon ihr Onkel August von Haxthausen hat diese Ereignisse in seiner "Geschichte eines Algerier-Sklaven" verarbeitet.
"Die Judenbuche" erzählt die Geschichte des jungen Friedrich Mergel. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend und vaterlos aufgewachsen ist Friedrich ein stolzer und hochmütiger junger Mann, der zu Gewalttätigkeit neigt. Die Bewohner seines Dorfes sind gottesfürchtig und fromm, doch sie haben für sich eigene Gesetze und Regeln geschaffen. Der bandenmäßige Holzdiebstahl im Forst wird von den meisten nicht als Gesetzesbruch angesehen. Friedrichs unverheirateter Onkel Simon, der ihn unter seine Fittiche genommen hat, ist wohl ein führender Kopf dieser Bande. Als alles darauf hindeutet, dass Simon den Förster Brandis ermordet hat, deckt Friedrich ihn. Friedrich macht Schulden bei dem Juden Aaron. Als dieser bei einer Hochzeit vor aller Augen sein Geld zurückfordert, fühlt sich Friedrich gedemütigt. In der darauffolgenden Nacht wird der Jude am Fuße einer Buche ermordet und Friedrich verschwindet gemeinsam mit Johannes Niemand, der wohl der uneheliche Sohn Simons ist und Friedrich sehr ähnelt. Die Juden bitten darum, an der Buche, an der die Tat geschehen ist, einen Spruch in den Stamm ritzen zu dürfen. Dies geschieht. Nach vielen Jahren kehrt ein zerlumpter und kriegsversehrter Johannes Niemand zurück in das Dorf. Er erzählt von seiner Gefangenschaft und versucht in dem Dorf Fuß zu fassen. Als dies nicht gelingt, erhängt er sich in der Buche.
Als der Richter die Leiche untersucht, erkennt er, dass es sich nicht um Johannes Niemand, sondern um Friedrich handelt. 
Der Spruch, den die Juden in den Stamm der Buche geritzt hatten lautet: "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."
Wie man an der Inhaltsangabe schon ersehen kann, lässt diese Geschichte viele Fragen offen. Ich kann gut nachvollziehen, weshalb Generationen von Deutschlehrern diese Novelle ihren gepeinigten Schülern zur Interpretation vorlegten. Die Möglichkeiten sind unendlich.
Sprachlich fand ich die Geschichte sehr ansprechend. Auch die ärmliche und düstere Atmosphäre wird sehr gut dargestellt. Sympathien für die einzelnen Figuren konnte ich jedoch nicht aufbringen. Am meisten irritierten mich die ungeklärten Fragen, die diese Geschichte aufwarf. Normalerweise hatten solche Novellen eine Moral der Geschichte oder einen Hintergedanken, den sie manchmal unterschwellig, manchmal auch sehr deutlich an den Mann brachten. Hier konnte ich allerdings nichts so richtig fassen, bis auf den Gedanken, dass jedes Verbrechen seine gerechte Strafe erfährt, wobei ja auch nicht ganz klar wird, ob der Selbstmörder wirklich Friedrich Mergel ist.
Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich diese Geschichte kennen lernen durfte, zumal ich während meiner Schulzeit davon "verschont" blieb.


Kommentieren0
12
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

In unserer ersten November-Leserunde lesen wir zusammen "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff.

Die Novelle ist recht kurz und ohne Kapitel - ich habe daher die Einteilung so gemacht, dass ich irgendwo so ziemlich in der Mitte zwei Sätze herausgepickt habe, die die Abschnitte markieren, siehe oben.

Die Leserunde beginnt am 1. November.  Jeder der mag kann sich uns mit eigenem Exemplar anschließen.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Annette von Droste-Hülshoff wurde am 09. Januar 1797 in Burg Hülshoff b. Münster (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 807 Bibliotheken

auf 16 Wunschlisten

von 6 Lesern aktuell gelesen

von 5 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks