Birgit Weyhe

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Madgermanes, German Calendar No December und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Birgit Weyhe

Madgermanes

Madgermanes

 (4)
Erschienen am 16.05.2016
German Calendar No December

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 (2)
Erschienen am 22.05.2018
Im Himmel ist Jahrmarkt

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 (1)
Erschienen am 01.05.2013
Ich weiß

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 (1)
Erschienen am 01.08.2017
Reigen

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Erschienen am 21.11.2011

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AllesAllerleis avatar

Rezension zu "Madgermanes" von Birgit Weyhe

4 von 5 Sternen
AllesAllerleivor 7 Monaten


Eine wirklich interessant aufgebruate Graphic novel die sich mit dem thema integration, heimat und heimatgefühl auseinender setzt 
der zeichenstil war jetzt nicht so meins 
und auch sonst ist emir alles doch noch etwas zu oberflächlich gebrlieben, aber informativ und unterhaltsam war es dennoch

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EmmyLs avatar

Rezension zu "Madgermanes" von Birgit Weyhe

Ein wichtiges Werk über Ausbeutung, Desillusionierung, Fremdheit und Rassismus in der DDR
EmmyLvor einem Jahr

Was ist Heimat? Eine Frage, der sich Auswanderer, Wirtschaftsflüchtlinge, Gastarbeiter überall auf der Welt täglich stellen. Eindringlich und sensibel ist dieses Werk den Gastarbeitern der DDR gewidmet. Was geschah mit ihnen nach der politischen Wende 1989? Um diese Frage zu beantworten, hat es die Autorin Birgit Weyhe auf sich genommen, Gastarbeiter aus Mosambik aufzusuchen und zu interviewen. Aus den Erinnerungen vieler Menschen entstanden die drei fiktiven Figuren José, Basilio und Anabella. Jeder Lebenslauf beginnt damit wie es den jungen Leuten gelang, als Gastarbeiter in der DDR angenommen zu werden. Nach der Nelkenrevolution in Portugal kam es auch in Mosambik 1975 zu einer politischen Wende. Das sozialistische Regime versprach der, durch zermürbende Kriege ausgezehrten Bevölkerung Wohlstand und Frieden. Eine neue Führungselite sollte an den Universitäten sozialistischer Partnerländer in Europa ausgebildet werden. Nur die Besten durften sich bewerben. Wer das schwierige Auswahlverfahren bestand, flog hoffnungsvoll in eine bessere Zukunft. Sie wollten Lehrer, Architekt oder Arzt werden. Die Chance auf Bildung, hat sie in ein kaltes, fremdes Land gelockt. Schnell wurden diese Illusionen durch die grausame Realität zerstört. Statt einer umfangreichen Ausbildung wurden sie als billige Lohnarbeiter in staatlichen Unternehmen ausgebeutet. Nur einen Bruchteil ihres Lohns erhielten die Arbeiter direkt ausgezahlt. Das restliche Gehalt wurde direkt nach Mosambik in einen Treuhandfond überwiesen. Bei Rückkehr in die Heimat, sollte das Geld als Startguthaben für einen neuen Anfang dienen. Mit der politischen Wende 1998 endete der Vertrag mit der DDR. Auch diese Zeit hat unterschiedliche Spuren hinterlassen. Einige kehrten in ihre Heimat zurück. Das erarbeitete Geld wurde jedoch nie ausgezahlt. Einen Treuhandfond hat es niemals gegeben. Stattdessen wurden diese zusätzlichen finanziellen Mittel für den Bürgerkrieg verwendet. Manche der Arbeiter kämpften auch um das weitere Aufenthaltsrecht. Jeder Protagonist verarbeitet seine Erkenntnisse und Erlebnisse anders. Eines haben jedoch alle Geschichten gemeinsam: egal ob zurückgekehrt oder geblieben, sie schweben weiterhin zwischen den Kulturen und fühlen sich nirgendwo zugehörig. Die Heimgekehrten finden sich in der zerstörten Heimat nicht zurecht. Große Teile der Verwandtschaft fielen dem Bürgerkrieg zum Opfer. Betrug und Perspektivlosigkeit frühen zu Desillusionierung, Demotivation und Depression. Auch den Gebliebenen fällt es schwer Deutschland als Heimat zu betrachten, da sie sich nicht zugehörig bzw. akzeptiert fühlen.

Im gewählten Comicformat verbinden sich Bilder und Worte zu drei emotional eindrucksvollen Biografien, welche auf authentischen Erlebnissen beruhen. Atmosphärisch dicht und historisch korrekt werden Gegensätze, Gedanken und Begebenheiten visualisiert. Ausdruckstarke Darstellungen ersetzen an vielen Stellen lange, ausführliche Texte. Angesprochene Ausländerfeindlichkeit, hoffnungsvolle Einwanderung sowie der Blick auf ein zerstörtes Heimatland sind aktueller denn je. Dieses eindrucksvolle Werk rückt einen Personenkreis ins Zentrum der Aufmerksamkeit, welcher zu jedem Zeitpunkt nur eine geduldete Randgruppe der Gesellschaft darstellt. Es entfachte eine öffentliche Diskussion über die längst fällige Auszahlung vorenthaltender Löhne und eine Mitverantwortlichkeit der Bundesrepublik.

Ich habe mich bisher noch nie mit dieser Thematik befasst. Für mich war dieses bemerkenswerte Buch in inhaltlicher wie ästhetischer Hinsicht sehr ergreifend.

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