Michael Lemster

 4.7 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Die Mozarts.
Autorenbild von Michael Lemster (©Vedat Demirdöven, demirdoeven.de)

Lebenslauf von Michael Lemster

Michael Lemster wurde geboren und ist aufgewachsen nahe Frankfurt/Main. Begann eine Bibliothekslaufbahn, lebte als Biobauer und Hüttenwirt, studierte Kulturanthropologie, Sprachwissenschaften und Psychologie in Frankfurt, Hamburg, München und Zaria (Nigeria). Er hielt sich mehrere Male zu Forschungszwecken für längere Zeit in Afrika auf, 1986/87 als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Nigeria.

Als freier Autor berichtete er unter anderem in ZEIT, NZZ und Bayerischem Rundfunk.

1988 schlug er eine Laufbahn als Verlagslektor und -manager ein, unter anderem bei Piper und Hirmer. Seit 2009 ist er freier Unternehmensberater und Publizist mit Standort in der deutschen Mozartstadt Augsburg.

Michael Lemster ist aktives Mitglied des Collegium Vocale Friedberg, eines anspruchsvollen a-cappella-Chors.

Botschaft an meine Leser

Dem Charme der drei Mozart-Städte Augsburg, Salzburg und Wien kann man sich kaum entziehen. So erging es auch mir. Kultur- und Musikgeschichte liegen mir als studiertem Orientalisten und begeistertem Musikhörer und -macher am Herzen. Das Leben und die Beziehungen bemerkenswerter Persönlichkeiten faszinieren mich seit jeher. 2017 zählte ich all das zusammen und setzte mich, von meinem hervorragenden Agenten unterstützt, an ein Buch, das es noch nicht gibt: an eine Familienbiographie über die Mozarts. 500 Jahre lebenspralle Familien-, Liebes- und Beziehungsgeschichte... Ich hoffe, sie gefällt!

Alle Bücher von Michael Lemster

Cover des Buches Die Mozarts (ISBN:9783710900730)

Die Mozarts

 (10)
Erschienen am 18.02.2020

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Rezension zu "Die Mozarts" von Michael Lemster

Aufstieg und Niedergang der Mozarts – kompakt erzählt
Sikalvor 17 Tagen

„Die Mozarts brachten Bauern hervor, Uhrmacher, Bildhauer, Buchdrucker, Buchbinder, Baumeister, Maurer, Priester und Lehrer – und drei Generationen an Musikern von europäischem Ruhm. Sie kamen aus dem Nichts und sie gingen ins Nichts.“

 

Der Autor Michael Lemster ist Kulturwissenschaftler und freier Publizist. Als solcher hat er sich auf Spurensuche begeben und das Leben der Mozarts rekonstruiert. Über den wohl bekanntesten Mozart – Wolfgang Amadé – gibt es ja Bücher zuhauf. Als Ausnahmetalent und Aushängeschild so mancher Mozartstadt (Salzburg, Augsburg, Wien, …) reicht sein Bekanntheitsgrad mittlerweile weit über Europa hinaus. Dieses Porträt nun konzentriert sich nicht nur auf Wolfgang Amadé, sondern auf die komplette Familie und begleitet diese ab dem 15. Jahrhundert (damals noch mit dem Namen Motzhart) bis zum letzten Mozart im Jahr 1965.

 

Ein großer Teil des Buches befasst sich mit dem Zeitrahmen rund um Leopold und Wolfgang Amadé, wobei hauptsächlich Leopolds große Rolle hervorgehoben wird. Man liest über den Aufstieg, wie die Familie um Anerkennung und Ruhm kämpft, wie es oftmals ums tägliche Überleben geht, welche Rollen den Frauen zugedacht waren und natürlich über die vielen beschwerlichen Reisen, die unternommen wurden. Diese findet man auch auf einer Landkarte angezeigt. Auch über den Charakter Leopolds erfährt man einiges, sein Streben, die Kinder Wolfgang und Nannerl an den regierenden Höfen Europas einzuführen. Dabei schwindelte er auch bei der Altersangabe, um den „Kind-Faktor“ so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

 

Interessant auch, welche Vermutungen der Autor teilweise anstellt, wie die Geschichte gewesen sein könnte. Vieles lässt sich ja aus Briefen und Tagebüchern rekonstruieren, doch bei so manchem greift der Autor auf seine Fantasie zurück – und der Rest bleibt einfach der Fantasie des Lesers überlassen.

 

Eingebunden in die Familienchronik wird der historische Hintergrund, der für so manche Handlungsweise Aufschluss gibt. Wichtig auch die Beziehungen der handelnden Personen untereinander: Mann-Frau, Vater-Sohn, Vater-Tochter, usw. Diverse Lebenseinstellungen sind der Zeit geschuldet, andere wieder dem ausgeprägten Charakter Leopolds.

 

Ein spannendes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Durch den angenehmen Schreibstil des Autors liest sich dieses Porträt sehr leicht. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

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S

Rezension zu "Die Mozarts" von Michael Lemster

Mitreißend und interessant
sleepwalker1303vor 2 Monaten

Hör ich den Namen Mozart, denke ich unweigerlich an Wolfgang Amadeus und eventuell noch an seinen Vater Leopold – aber dann endete bislang mein bescheidenes Wissen um diese Familie. Dabei gab es im Laufe der Zeit so viel mehr Mozarte, die es wert wären, erwähnt zu werden. Und eben das hat sich Michael Lemster zum Thema gemacht: eine Chronik ALLER Mozarts. Begonnen hat die (nachvollziehbare) Geschichte der Familie wohl um 1487 mit Andris Motzhart. Enden wird die Geschichte rund 500 Jahre später mit dem Tod des letzten bestätigten Nachkommen.

Der Autor führt den Leser durch viele Generationen der Familie Mozart und verflicht dabei gekonnt und höchst unterhaltsam Geschichte mit Geschichten, Fakten mit Vermutungen. Er nimmt den Leser mit nach Augsburg und Salzburg, streift den 30jährigen Krieg und zeigt den Aufstieg der ehemaligen „Schmutzfinken“ (das Wort Mozart kommt vermutlich von „Mot“, dem mittelhochdeutschen Wort für schwarze Erde, Moder, Sumpf. Die Mozarts waren die, die im Morast wohnten. Die Schmutzfinken vielleicht.“) in Berufe wie Maurer, Baumeister, Architekten und Buchbinder. In der Familie steckte offensichtlich viel Ehrgeiz, aber auch sehr viel Fleiß und Talent. 

Am ausführlichsten geht der Autor natürlich dennoch auf die Familie rund um Wolfgang Amadé ein. Über die gibt es auch die meisten nachvollziehbaren Fakten, es existiert Korrespondenz und Literatur. Aber in der „Companie Mozart“ ist es nicht nur „Wolferl“, der zählt, auch wenn er heute schlicht DER Mozart ist. 

Nebenher erfährt der Leser sehr vieles über die jeweilige Epoche, ihre Sitten und Gebräuche, aber auch den Stand der Medizin und was man damals in der Freizeit so machte und welche Kleidung modern war. Diese Fakten unterfüttern den sonst zum Teil spekulativen Roman und machen ihn sehr informativ über das Thema Musik hinaus. Eines sei dem Autor allerdings gesagt. Seine Passage über Constanzes (Wolfgangs Frau) Krankheit ulcus curis ist so nicht richtig und eigentlich ein Schlag ins Gesicht aller Betroffener. „Diese Erkrankung ist heute leicht beherrschbar und allenfalls unangenehm und lästig“ – nein, sie ist nicht leicht beherrschbar. Sie ist auch heute noch oft sehr schwer in den Griff zu bekommen, oft chronisch nicht heilend und äußerst schmerzhaft, nicht nur unangenehm und lästig. So sorgfältig er sonst für das Buch recherchiert hat – da liegt der Autor meilenweit daneben.

Man muss kein Fan klassischer Musik sein, um dieses Buch faszinierend zu finden. Obwohl mich Musikunterricht in der Schule stets gelangweilt hat, hat mich das Buch begeistert. Und ich bewundere die Gründlichkeit der Recherche, die Kreativität der „kann-so-gewesen-sein“-Passagen und die Herangehensweise des Autors an die Familie. Nie wieder werde ich beim Wort Mozart nur an DEN EINEN denken, denn da sind doch noch so viele andere, die es wert sind, dass man an sie denkt. Klare 5 Punkte.

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Rezension zu "Die Mozarts" von Michael Lemster

Eine aussergewöhnliche Familienchronik
Buecherwurm1973vor 3 Monaten

Nicht die Musik der Mozarts steht im Mittelpunkt sondern die Familie. Wer den Namen Mozart hört, verbindet ihn mit Salzburg. Ihre eigentliche Herkunft ist ein kleines Kaff nahe Augsburg mit dem Namen Heimberg in den Stauden. Da lebte 1487 Andris Motzart. So spinnt Michael Lemster die Familiengeschichte weiter bis zur letzten Nachfahrin, die 1965 verstarb. Dennoch werden die Lebensläufe von Leopold und Wolfgang am ausführlichsten beschrieben. Ich denke, von ihnen sind noch die meisten Spuren noch vorhanden.

Es nicht nur eine hervorragend recherchierte Familiengeschichte. Im gleichen Atemzug beschreibt der Autor wie der Leser das Leben und deren Umstände in dieser Zeit vorzustellen hat. So lässt sich die Familienchronik nicht nur leichter lesen, sondern den Leser authentisch am Leben der Mozarts teilhaben.

Eine absolute Leseempfehlung! Nicht nur für Musikliebhaber, sondern vor allem für Leser, die sich für Geschichte interessieren.

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Michael Lemster wurde am 21. Oktober 2019 in Hanau (Europa) geboren.

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