David Chauvelle

 4 Sterne bei 25 Bewertungen

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Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

 (25)
Erschienen am 11.03.2010

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Rezension zu "Alice im Wunderland" von David Chauvelle

Ein herrlich verrücktes Buch
Flaventusvor 2 Monaten

Was für ein Unsinn. Kein Wunder, denn es handelt sich um das Nonsense-Buch schlechthin, das diesem Comic als Vorlage diente. Seit Lewis Carrolls »Alice im Wunderland« im Original 1865 veröffentlicht wurde, musste es immer wieder für zahlreiche Adaptionen herhalten. Selten halten sich diese aber so dicht am Original, wie dieser Comic.


Kinderbuch?

So dürfte die Geschichte inhaltlich hinlänglich bei den Lesern bekannt sein. Ob heutzutage die Kinder im gleichen Maße die Anspielungen verstehen wie zur Zeit der Veröffentlichung, mag dahingestellt sein. Unsere Kinder haben zuweilen ein paar Probleme mit diesem Comic gehabt, so dass ich zu behaupten wage, dass sich diese Adaption eher an ein älteres Publukim richtet.

Allerdings allein auf Basis des Inhalts, denn explizite Gewaltdarstellungen sucht man in diesem Buch vergeblich. Es bedarf einer gewissen Leseerfahrung, um dem Spiel mit der Logik innerhalb des Buchs folgen zu können. Ich persönlich würde ein Mindestalter von in etwas zehn bis zwöfl Jahren ansetzen, damit dieser Comic verständlich wird. Übrigens anders als im gedruckten Werk.

 

Illustration

Bei solch einer phantastischen Welt bietet es sich natürlich an, dass sich Zeichner austoben. Und genau das macht Collette in diesem Comic und zeigt das Wunderland in all seinen abstrusen Facetten. Alle Figuren sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und verstärken die Wunderland-Erzählung.

Es gibt keine Stimmung, an die sich die Farbgebung des Comics hätte anpassen können. Dafür hatte Collette mehr oder weniger freie Wahl, um den Szenen über die Farbwahl voneinander abzugrenzen. Sehr interessant, dass er sich zudem mit der Alice-Figur offensichtlich an den Fotografien von Alice Liddell orientiert hat, die Pate für diese Erzählung stand.

 

Fazit

Ein herrlich verrücktes Buch, für das der Leser einfach offen sein muss. Wer mit Nonsense nichts anzufangen weiß, wird auch dieses Comic eher ratlos in den Händen halten. Wer sich aber ebenso im Wunderland verlieren kann, wie die kleine Alice, wird sich nicht nur daran erfreunen, dass sich der Autor relativ getreu ans Original gehalten hat, sondern auch an den wunderbaren Illustrationen, die das Erzählte so schön in Szene setzen.

Diese Rezension findet sich auch auf meinem Bücherblog.

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Svenjas_BookChallengess avatar

Rezension zu "Alice im Wunderland" von David Chauvelle

Düster, modern und einfach ganz anders - ich liebe diesen Comic!
Svenjas_BookChallengesvor 3 Monaten

An dieser Stelle muss ich mich erst einmal outen: Gelesen habe ich Lewis Carrolls Klassiker "Alice im Wunderland" noch nicht, beziehungsweise nur auszugsweise im Studium. Deshalb habe ich mich sehr darauf gefreut, die Geschichte durch David Chauvels und Xavier Collettes Comicadaption zu entdecken und erst so richtig kennenzulernen. Begeistert war ich von der ersten Seite an, denn vor allem Collettes hypnotisierende Zeichnungen haben mich voll in ihren Bann gezogen. Bereits das Cover gibt einen ersten Eindruck davon, wie Collette Alice darstellt und ihre Geschichte inszeniert. Nämlich unkonventionell, modern, frisch und unheimlich besonders. Alice ist bei ihm nicht das klassisch blonde Mädchen mit dem Wallehaar, der Schleife im Haar und dem blauen Puffärmel-Kleid mit der weißen Schürze, das wir vor allem aus dem Disney-Film und von unzähligen Illustrationen kennen. Nein, Collette drückt seiner Alice seinen eigenen Stempel auf. Und das gefällt mir unwahrscheinlich gut.

Die Alice im Comic hat zumindest mich an eine Mangafigur erinnert. Nicht nur ist sie schwarzhaarig, trägt einen frechen Bob und hat ein sehr markantes, spitz zulaufendes Gesicht, was sie alles andere als mädchenhaft wirken lässt. Ihre Figur hat bei Collette außerdem etwas Spitzbübisches, Linkisches und vielleicht auch Verschlagenes an sich. Das macht auch die Geschichte erwachsener und reifer - vor allem in Verbindung mit Collettes Darstellung des Wunderlands. Seine Zeichnungen finde ich magisch und fantasievoll, aber nicht schrill, verspielt oder märchenhaft. Sie sind in gewisser Weise düster und faszinierend. Einerseits sind es die überwiegend dunklen und eher gedeckten Farben, die diesen Eindruck erzeugen, andererseits aber auch die Motive, die Mimik und Gestik der Figuren und die schnellen Wechsel zwischen den Szenen. Dieser Stil gefällt mir richtig gut und ich finde es beeindruckend, wie Collette es geschafft hat, dem Leser seine ganz eigene Alice zu präsentieren - losgelöst von all den Illustrationen und Trickfilmen, die das Bild von ihr seit Jahrzehnten geprägt haben. Denn Collettes Alice hat mich gefangen genommen, mich begeistert und mich hypnotisiert. Deswegen ist der Comic für mich in erster Linie ein bildgewaltiges, opulentes Feuerwerk, das mir ein ganz anderes Wunderland gezeigt hat, als ich das erwartet hätte.

Wie ich hingegen Chauvels Texte und Dialoge bewerten soll, war mir nach dem Lesen nicht sofort klar. Denn die Unterhaltungen und die Handlung selbst, die ja auf Carrolls Geschichte beruhen, sind dermaßen abstrus und abgefahren, dass ich zwischenzeitlich ziemlich verwirrt war. Ich weiß aber, dass genau das die Geschichte um Alice im Wunderland ausmacht und dass Lewis Carroll nicht umsonst der wohl bekannteste Vertreter der sogenannten Nonsense-Literatur ist. Demnach gehe ich davon aus, dass Chauvel sich eng an die Vorlage gehalten und trotzdem etwas Eigenes aus der Geschichte gemacht hat. Er schreibt sehr poetisch und einnehmend, was den Comic noch einmal um einiges plastischer macht. Und das Lesen ist definitiv ein unglaublich abgefahrener Trip - meistens weiß man nicht, wie einem geschieht. Mir gefällt dieses Rasante, dieses Flatterhafte und einfach komplett Verwirrende. Ich finde es großartig gemacht. Allerdings hatte ich hier und da das Gefühl, der Geschichte nicht ganz folgen zu können - was möglicherweise einfach an der Kürze des Comics liegt. Auf 72 Seiten ist eben nun mal nicht so viel Platz wie auf 300 und mehr. Ich vermute, dass Chauvel und Collette die Handlung stark eingekürzt haben, was bei einer Comicadaption natürlich absolut gerechtfertigt ist. Ich denke, dass ich der Handlung besser hätte folgen können, wenn ich die Vorlage gekannt hätte. Wie gesagt: Ich bin ohnehin begeistert von diesem Comic, aber Fans von "Alice im Wunderland" werden schlichtweg von den Socken sein.

Mein Fazit
Wenn einem "Alice im Wunderland" nur vage ein Begriff ist, so wie mir, wirkt die Comicadaption vielleicht etwas lückenhaft und zu stark eingekürzt. Nichtsdestotrotz ist sie aber großartig gelungen, denn Chauvel und Collette haben hier einen Klassiker der Weltliteratur genommen und völlig neu interpretiert. Von Alice als schwarzhaarigem, irgendwie verschlagenem Mädchen bis hin zu den Darstellungen des Wunderlands: Der Comic wirkt erwachsener, düsterer und faszinierender als alles, was ich bisher von Alice kannte. Und genau deswegen ist er für mich große Unterhaltung par excellence.

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Emma.Woodhouses avatar

Rezension zu "Alice im Wunderland" von David Chauvelle

Verrückt und wunderschön
Emma.Woodhousevor 8 Monaten

Inhalt:
Die Geschichte ist bekannt und stammt von Lewis Carrolls Literaturklassiker. 
Auch hier erleben wir wie uns Alice in den Kaninchenbau entführt. Dort jagt sie nicht nur dem Kaninchen mit der Uhr nach das stehts keine Zeit hat sondern trifft auch auf den verrückten Hutmacher. Aber auch die bekannte Grinsekatze die sich unsichtbar machen kann hat in diesem Band seinen bewährten auftritt. Und so erlebt Alice eine Menge Abenteuer bevor sie im Finale auf die Rote Königin trifft.

Meinung:

Zunächst einmal muss man dem Zeichner dazu gratulieren das er sich an das Original gehalten hat und Alice somit nicht blond ist. Allein das hat mich schon total begeistert, da sie dadurch auch eine ganz andere Ausstrahlung bekommt. Sie wirkt nicht wie ein kleines, unscheinbares Mädchen.
An sich ist der Comic etwas düsterer, was für mich aber wirklich sehr passend ist. Es gibt der Welt mehr Tiefe aber auch das Verrückte, Unlogische wird damit noch besser herausgearbeitet. Denn verrückt ist nicht nur die Welt sondern auch die Geschichte. Mit Logik darf man hier nicht herangehen sondern man schlittert von Kuriosität zur Absurdität. Selbst Alice ist so merkwürdig und verrückt, das es schon wieder komisch ist.
Der Comic spiegelt all das wieder was man in einem Traum findet. Dort spielt Logik auch keine Rolle und gerade das Surreale bekommt eine ganz eigene Wahrheit.
Und genau das gehört auch dazu denn immerhin ist es eine Alice-im-Wunderland-Adaption. Alles andere wäre der Geschichte nicht gerecht geworden.
Was hier aber wirklich brilliert sind die Bilder. Dieses bildgewaltige Werk verzaubert jeden Tagträumer.
Jede Zeichnung für sich ist schon ein Kunstwerk und es gibt so unglaublich viel zu entdecken. Ich habe mich sofort in den Zeichenstil verliebt.
Dieser Comic ist einfach spektakulär auch wenn die Geschichte einfach nur abgefahren ist. Dennoch finde ich sollte es in einer guten Comicsammlung nicht fehlen.

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