Heinrich Thies

 3,8 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Wenn Hitler tot ist, tanzen wir, Schweinetango und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heinrich Thies

Heinrich Thies, geboren 1953 in Hademstorf, Niedersachsen, ist Journalist und Autor zahlreicher Biografien und Romane. Er wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien »Mein Herz gib wieder her«, seine vielbeachtete Doppelbiografie über Hermann Löns und dessen Frau Lisa. Erfolgreiche Romanbiografien wie »Geh aus mein Herz, und suche Freud« und »Wenn Hitler tot ist, tanzen wir« begeisterten sein Publikum.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Heinrich Thies

Cover des Buches Wenn Hitler tot ist, tanzen wir (ISBN: 9783404642168)

Wenn Hitler tot ist, tanzen wir

 (10)
Erschienen am 01.01.2006
Cover des Buches Geh aus, mein Herz, und suche Freud (ISBN: 9783442152377)

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

 (4)
Erschienen am 26.01.2004
Cover des Buches Schweinetango (ISBN: 9783866740655)

Schweinetango

 (5)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Im Schatten des "Blauen Engels" (ISBN: 9783442159673)

Im Schatten des "Blauen Engels"

 (2)
Erschienen am 17.12.2018
Cover des Buches Weit ist der Weg nach Zicherie (ISBN: 9783404642236)

Weit ist der Weg nach Zicherie

 (2)
Erschienen am 15.05.2007
Cover des Buches Fesche Lola, brave Liesel (ISBN: 9783455001617)

Fesche Lola, brave Liesel

 (2)
Erschienen am 05.10.2017
Cover des Buches Das Mädchen im Moor (ISBN: 9783866741102)

Das Mädchen im Moor

 (2)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Wenn Hitler tot ist, tanzen wir (ISBN: B003APHX2K)

Wenn Hitler tot ist, tanzen wir

 (2)
Erschienen am 01.01.2005

Neue Rezensionen zu Heinrich Thies

Cover des Buches Fesche Lola, brave Liesel (ISBN: 9783455001617)zoegrrrs avatar

Rezension zu "Fesche Lola, brave Liesel" von Heinrich Thies

Marlene Dietrich und ihre Schwester Elisabeth - zwei sehr unterschiedliche Leben
zoegrrrvor 4 Monaten

DIeses Buch setzt sich mit den Lebensgeschichten zweier sehr unterschiedlicher Frauen auseinander: Marlene Dietrich und ihre Schwester Elisabeth Will.


Die Kapitel springen im Wechsel zwischen Marlene und Elisabeth hin und her, begleiten die beiden von ihrer Kindheit, über die Jugend, Ehen und Kinder, Berufstätigkeit bis an bis an die Enden ihrer Leben. Der Fokus liegt dabei auf der schwesterlichen Beziehung, eingebettet in die Zeit des Nationalsozialismus, der ihr Leben und Schaffen natürlich prägte. Elisabeth führte zwischenzeitlich mit ihrem Mann ein Truppenkino auf dem Gelände des KZs Bergen-Belsen. Wieviel wussten die beiden? Inwieweit hat dies Elisabeths Beziehung zu ihrer Schwester geprägt, die sich öffentlich vom Naziregime abwandte und viel damit rühmte? Zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die Thies jedoch bestens versteht, lebendig werden zu lassen. Der Versuch einer Darstellung in halb romanhaften Beschreibungen gelingt erstaunlich gut.

Persönlich gefällt mir besonders, dass nicht wie immer der berühmten Marlene ein Großteil der Aufmerksamkeit zufällt, sondern in gleichem Maße Elisabeth. Thies wird diesem Anspruch absolut gerecht. Eine sehr interessante Sache, so eine Doppelbiographie, wenn sie so gut gemacht ist wie hier.
Meiner Einschätzung nach ist dieses Buch sehr intensiv recherchiert. In einem großen Anhang wird zusätzlich zu jedem Kapitel kritisch beleuchtet, welchen Quellen die zugrunde gelegten Informationen entnommen sind.

Wer sich für das Zeitpanorama, Marlene und Familiengeschichten interessiert, ist hier richtig.

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Cover des Buches Die verlorene Schwester – Elfriede und Erich Maria Remarque (ISBN: 9783866746183)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die verlorene Schwester – Elfriede und Erich Maria Remarque" von Heinrich Thies

Viel Neues an der Remarque-Front
aus-erlesenvor 10 Monaten

Da sitzt ein Mann in einem Zug Richtung Osten, von Kalifornien gen Chicago. Er sehnt sich nach seiner deutschen Heimat. Als Exilant muss er jedoch noch zwei Jahre warten. Denn das aktuelle Deutschland ist nicht sein Deutschland. Er versinkt im Bombenhagel und willkürlicher Brutalität. Die Hitze der Brandbomben reicht bis New York. Doch echte Nachrichten, die er nicht sucht, und auch nicht bekommt erreichen ihn später, viel später, zu spät. 

Etwa zur gleichen Zeit wird eine Schneiderin barsch aus ihrer Arbeit und umgehend aus ihrem Leben gerissen. Das energische Klopfen an der Tür verheißt nichts Gutes. Staatsschutz. Festnahme. Anklage. Wehrkraftzersetzung. Ihr Bruder hat einen der größten – vielleicht den wichtigsten - Antikriegsroman aller Zeiten geschrieben, „Im Westen nichts Neues“. Die Neuigkeiten aus dem Osten, von ihm aus gesehen, erreichen ihn erst Monate später. 

Der Mann im Zug ist Erich Maria Remarque, die Schneiderin seine fast fünf Jahre jüngere Schwester Elfriede Scholz. Sie hat mit Freunden, Kunden und ihrer Vermieterin über den Krieg gesprochen wie ihr Bruder in seinem Roman. Sie ließ kein gutes Haar am Krieg und schon gar nicht an den Verantwortlichen. Die erste Hinrichtung wird verschoben. Die Zweite findet statt. Sie hat nicht mehr die Zeit um auf ihr niemals glamouröses Leben zurückblicken zu können. Zu schnell das Fallbeil in Plötzensee.

Währenddessen genießt Erich Maria, die Maria hat er ihr geklaut, hat sie immer belustigt kundgetan, das Leben des erfolgreichen Autors in den Staaten. Er floh früh, rechtzeitig. Die Tantiemen seines Romans und die Filmrechte daran sichern ihn bis an sein Lebensende exquisite Gemälde, Teppiche und nie versiegende Champagnerflüsse. Seine Affären sind fast schon legendär: Marlene Dietrich, Greta Garbo Paulette Goddard (Chaplins Ex). Er schreibt, er lebt, er liebt. Fern der Heimat erfreut er sich des Lebens, das er selbst retten konnte. Viele hatten kein Glück, Andere flohen über Monate, Jahre unter unmenschlichen Bedingungen. 

Heinrich Thies eignet sich Remarques Schreibstil an und vollführt einen grandiosen Veitstanz in der biografischen Literatur. Erich Maria und Elfriede hatten ein spannendes Leben. Nicht immer gewollt, doch immer bei vollem Bewusstsein. Keine Kinder von Traurigkeit. Aber immer klar im Denken und bereit die eigene Einstellung zu vertreten. Wenn nötig auch öffentlich. Ein gutes Ende konnte beiden – im Nachgang kann man immer schnell urteilen – eigentlich niemals angedeihen. Zu groß die Leidenschaft, zu immens der Druck. Berlin, New York, Osnabrück, Porto Ronco – Stationen zweier Leben, die unterschiedlicher nicht verlaufen konnten. Erst in der Endgültigkeit sind sie wieder vereint.


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Cover des Buches Im Schatten des "Blauen Engels" (ISBN: 9783442159673)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Im Schatten des "Blauen Engels"" von Heinrich Thies

"Fesche Lola, brave Liesl" - die verleugnete Schwester der Marlene D.
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Dieser, bereits unter dem Titel „Fesche Lola, brave Liesel“ erschienene biografische Roman beschäftigt sich mich zwei höchst unterschiedlichen Schwestern: Marlene Dietrich und Elisabeth Will. 

Während Marlene Dietrich, stets in Uniform, mit ihren Liedern die amerikanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen Hitler-Deutschland unterstützt, führt ihre ältere Schwester Elisabeth Wille mit ihrem Mann Georg ein Kino für Wehrmachtssoldaten und das ausgerechnet auf dem Gelände des KZ Bergen-Belsen.  

Heinrich Thies beleuchtet die Herkunft der Schwestern, die von ihrer Mutter Josephine von Losch, streng als großbürgerliche Töchter erzogen worden sind. Marlene, Leni genannt, ist von Beginn an die beliebtere Tochter, denn sie ist musikalisch, lernt leicht und ist als Kind selbstbewusst. Elisabeth „Liesl“ ist in allem so ziemlich das Gegenteil: pummelig, unmusikalisch, schüchtern und lernt nicht gerne - also eher eine Enttäuschung für die Mutter. Und ja, Josephine von Losch ist eine herrschsüchtige Frau, die vor allem an Liesl ständig herum mäkelt und sich Zeit ihres Lebens in Liesls Leben einmischt.  

Um ihre Karriere nicht zu gefährden, verleugnet die Dietrich ihre Schwester, unterstützt sie allerdings finanziell. 

Meine Meinung: 

Als echte Doppel-Biografie ist dieses Buch nicht zu sehen. Denn es gibt, wie der Autor in seinem Nachwort einräumt, über Elisabeth Will wenig Fundiertes. Dennoch hat er bei seinen Recherchen in den Archiven bzw. im Nachlass von Marlene Dietrich einiges zu Tage gefördert und so ein plastisches Bild der beiden Schwestern erschaffen. Einige dieser Quellen sind bislang unveröffentlichte Briefe und Dokumente. Auszüge davon kann der interessierte Leser hier lesen. Daneben ergänzen zahlreiche Fotos diesen biografischen Roman. Interessant auch, dass die beiden Schwestern eine Abmachung hatten, dass Marlene Liesl nicht weiter erwähnt. Ob sie sich deren Nazi-Vergangenheit geschämt hat? Dieses Stillschweigen erkauft sich die Dietrich durch weitere Zahlungen.  

Der Schreibstil ist gut zu lesen. Gut gelungen finde ich die Darstellung der beiden unterschiedlichen Schwestern, die in manchen Belangen gar nicht so unterschiedlich sind. Unter der Dominanz der Mutter haben wohl beide gelitten.  

Fazit: 

Das Buch ist ein schönes Stück Zeitgeschichte. Vielen Menschen ist gar nicht bekannt, dass die Dietrich eine Schwester hatte. Ihnen sei dieser biografische Roman ans Herz gelegt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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