Heinrich Thies

 3,9 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Wenn Hitler tot ist, tanzen wir, Schweinetango und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heinrich Thies

Heinrich Thies, geboren 1953 in Hademstorf, Niedersachsen, ist Journalist und Autor zahlreicher Biografien und Romane. Bei Hoffmann und Campe erschienen u.a. Geh aus, mein Herz, und suche Freud (2001) und Wenn Hitler tot ist, tanzen wir (2004).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Alma und der Gesang der Wolken (ISBN: 9783746639536)

Alma und der Gesang der Wolken

Erscheint am 15.11.2022 als Taschenbuch bei Aufbau TB.

Alle Bücher von Heinrich Thies

Cover des Buches Wenn Hitler tot ist, tanzen wir (ISBN: 9783404642168)

Wenn Hitler tot ist, tanzen wir

 (10)
Erschienen am 01.01.2006
Cover des Buches Geh aus, mein Herz, und suche Freud (ISBN: 9783442152377)

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

 (4)
Erschienen am 26.01.2004
Cover des Buches Schweinetango (ISBN: 9783866740655)

Schweinetango

 (5)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Im Schatten des "Blauen Engels" (ISBN: 9783442159673)

Im Schatten des "Blauen Engels"

 (2)
Erschienen am 17.12.2018
Cover des Buches Fesche Lola, brave Liesel (ISBN: 9783455001617)

Fesche Lola, brave Liesel

 (2)
Erschienen am 05.10.2017
Cover des Buches Weit ist der Weg nach Zicherie (ISBN: 9783404642236)

Weit ist der Weg nach Zicherie

 (2)
Erschienen am 15.05.2007
Cover des Buches Hilferuf aus dem Folterkeller (ISBN: 9783866744004)

Hilferuf aus dem Folterkeller

 (2)
Erschienen am 25.08.2014
Cover des Buches Das Mädchen im Moor (ISBN: 9783866741102)

Das Mädchen im Moor

 (2)
Erschienen am 01.10.2012

Neue Rezensionen zu Heinrich Thies

Cover des Buches Die verlorene Schwester – Elfriede und Erich Maria Remarque (ISBN: 9783746639079)HEIDIZs avatar

Rezension zu "Die verlorene Schwester – Elfriede und Erich Maria Remarque" von Heinrich Thies

Keine Verherrlichung - vielmehr ehrliche Doppelbiografie der Remark-Geschwister
HEIDIZvor 25 Tagen


"Die verlorene Schwester" erzählt  von zwei Leben in einem Buch, zwei Biografien werden zwischen diesen beiden Buchdeckeln aufgearbeitet. Ich habe das Buch kurzweilig aufgenommen, mit Spannung gelesen und war emotional berührt. 
Sehr gut wurde die Weltlage, also der historische Hintergrund in die Leben der beiden Menschen und Geschwister und zwar Elfriede Scholz (Remark) und Erich Maria Remarque einbezogen. 
Das Buch umfasst 41 Kapitel und den Epilog. Unveröffentlichte Tagebücher wurden zurate gezogen und so wurde die Geschichte dieser beiden Menschen lebendig und informativ nachvollziehbar beschrieben. 
Leseprobe:
=========
In der Pause kommt der Schlagzeuger der "Nachteulen" auf sie zu. "Na, lange nicht gesehen", begrüßt sie der rotblonde Mann mit der untersetzten Statur. 
"Und doch wiedererkannt", erwidert Elfriede. ...
Zu jedem Kapitel gibt es im Anschluss an das eigentliche Buch eine Erklärung: auch unbedingt lesenswert und erhellend. Die gesundheitliche Benachteiligung Elfriedes sowie die Denunziation durch einen Bekannten und schließlich die Hinrichtung werden emotional und auch irgendwie sachlich informativ beschrieben. Diese Heldin, die wenige kennen, ich freue mich, dass ihr durch dieses Buch ein Denkmal gesetzt wurde. 
Mir hat die Lektüre sehr gut gefallen. Gut, dass Thies kein Blatt vor dem Mund nimmt und Remarque - der sich einen Adelstitel kaufte, da er über genügend Geldmittel verfügt, die er durch "Im Westen nichts Neues" erzielen konnte, dem Erfolgsroman, der ihn bekannt machte und noch heute nicht in Vergessenheit geraten ließ - in ein klares Licht setzt und nicht - wie so oft - verherrlicht.


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Cover des Buches Fesche Lola, brave Liesel (ISBN: 9783455001617)zoegrrrs avatar

Rezension zu "Fesche Lola, brave Liesel" von Heinrich Thies

Marlene Dietrich und ihre Schwester Elisabeth - zwei sehr unterschiedliche Leben
zoegrrrvor 2 Jahren

DIeses Buch setzt sich mit den Lebensgeschichten zweier sehr unterschiedlicher Frauen auseinander: Marlene Dietrich und ihre Schwester Elisabeth Will.


Die Kapitel springen im Wechsel zwischen Marlene und Elisabeth hin und her, begleiten die beiden von ihrer Kindheit, über die Jugend, Ehen und Kinder, Berufstätigkeit bis an bis an die Enden ihrer Leben. Der Fokus liegt dabei auf der schwesterlichen Beziehung, eingebettet in die Zeit des Nationalsozialismus, der ihr Leben und Schaffen natürlich prägte. Elisabeth führte zwischenzeitlich mit ihrem Mann ein Truppenkino auf dem Gelände des KZs Bergen-Belsen. Wieviel wussten die beiden? Inwieweit hat dies Elisabeths Beziehung zu ihrer Schwester geprägt, die sich öffentlich vom Naziregime abwandte und viel damit rühmte? Zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die Thies jedoch bestens versteht, lebendig werden zu lassen. Der Versuch einer Darstellung in halb romanhaften Beschreibungen gelingt erstaunlich gut.

Persönlich gefällt mir besonders, dass nicht wie immer der berühmten Marlene ein Großteil der Aufmerksamkeit zufällt, sondern in gleichem Maße Elisabeth. Thies wird diesem Anspruch absolut gerecht. Eine sehr interessante Sache, so eine Doppelbiographie, wenn sie so gut gemacht ist wie hier.
Meiner Einschätzung nach ist dieses Buch sehr intensiv recherchiert. In einem großen Anhang wird zusätzlich zu jedem Kapitel kritisch beleuchtet, welchen Quellen die zugrunde gelegten Informationen entnommen sind.

Wer sich für das Zeitpanorama, Marlene und Familiengeschichten interessiert, ist hier richtig.

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Cover des Buches Die verlorene Schwester – Elfriede und Erich Maria Remarque (ISBN: 9783866746183)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die verlorene Schwester – Elfriede und Erich Maria Remarque" von Heinrich Thies

Viel Neues an der Remarque-Front
aus-erlesenvor 2 Jahren

Da sitzt ein Mann in einem Zug Richtung Osten, von Kalifornien gen Chicago. Er sehnt sich nach seiner deutschen Heimat. Als Exilant muss er jedoch noch zwei Jahre warten. Denn das aktuelle Deutschland ist nicht sein Deutschland. Er versinkt im Bombenhagel und willkürlicher Brutalität. Die Hitze der Brandbomben reicht bis New York. Doch echte Nachrichten, die er nicht sucht, und auch nicht bekommt erreichen ihn später, viel später, zu spät. 

Etwa zur gleichen Zeit wird eine Schneiderin barsch aus ihrer Arbeit und umgehend aus ihrem Leben gerissen. Das energische Klopfen an der Tür verheißt nichts Gutes. Staatsschutz. Festnahme. Anklage. Wehrkraftzersetzung. Ihr Bruder hat einen der größten – vielleicht den wichtigsten - Antikriegsroman aller Zeiten geschrieben, „Im Westen nichts Neues“. Die Neuigkeiten aus dem Osten, von ihm aus gesehen, erreichen ihn erst Monate später. 

Der Mann im Zug ist Erich Maria Remarque, die Schneiderin seine fast fünf Jahre jüngere Schwester Elfriede Scholz. Sie hat mit Freunden, Kunden und ihrer Vermieterin über den Krieg gesprochen wie ihr Bruder in seinem Roman. Sie ließ kein gutes Haar am Krieg und schon gar nicht an den Verantwortlichen. Die erste Hinrichtung wird verschoben. Die Zweite findet statt. Sie hat nicht mehr die Zeit um auf ihr niemals glamouröses Leben zurückblicken zu können. Zu schnell das Fallbeil in Plötzensee.

Währenddessen genießt Erich Maria, die Maria hat er ihr geklaut, hat sie immer belustigt kundgetan, das Leben des erfolgreichen Autors in den Staaten. Er floh früh, rechtzeitig. Die Tantiemen seines Romans und die Filmrechte daran sichern ihn bis an sein Lebensende exquisite Gemälde, Teppiche und nie versiegende Champagnerflüsse. Seine Affären sind fast schon legendär: Marlene Dietrich, Greta Garbo Paulette Goddard (Chaplins Ex). Er schreibt, er lebt, er liebt. Fern der Heimat erfreut er sich des Lebens, das er selbst retten konnte. Viele hatten kein Glück, Andere flohen über Monate, Jahre unter unmenschlichen Bedingungen. 

Heinrich Thies eignet sich Remarques Schreibstil an und vollführt einen grandiosen Veitstanz in der biografischen Literatur. Erich Maria und Elfriede hatten ein spannendes Leben. Nicht immer gewollt, doch immer bei vollem Bewusstsein. Keine Kinder von Traurigkeit. Aber immer klar im Denken und bereit die eigene Einstellung zu vertreten. Wenn nötig auch öffentlich. Ein gutes Ende konnte beiden – im Nachgang kann man immer schnell urteilen – eigentlich niemals angedeihen. Zu groß die Leidenschaft, zu immens der Druck. Berlin, New York, Osnabrück, Porto Ronco – Stationen zweier Leben, die unterschiedlicher nicht verlaufen konnten. Erst in der Endgültigkeit sind sie wieder vereint.


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