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Der Eifelsteig

Peter Stollenwerk , Guido Bertemes
Buch: 320 Seiten
Erschienen bei GEV - Grenz-Echo-Verlag, 05.11.2012
ISBN 9783867120722
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Sachen Eifel gibt es endlos viele Publikationen, und ich kenne kaum eine, die wirklich schlecht wäre. Unter den richtig starken Highlights sticht vor allem dieser Band hervor. Kein Wunder, denn mit Stollenwerk und Bertemes waren zwei Profis am Werk, die ihr Können ganz im Sinne dieser Veröffentlichung einsetzten. Da sind 5 von 5 Sternen mehr als angemessen.

Jean-Louis Glineur

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fortsetzun, schwabenkrimi, band 1

Schwaben-Wut

Klaus Wanninger
Flexibler Einband: 266 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.10.2000
ISBN 9783934638815
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

@@@ EINDRÜCKE @@@

Auch in diesem Krimi gibt Wanninger seinem Darsteller Braig eine sehr persönliche Note. Seine Mutter, die sich von ihm jederzeit vernachlässigt fühlt, hat sich jetzt offenbar dem christlichen Glauben geöffnet und schwört auf die Mutter Gottes. Sie scheint eher einer Art Sekte auf den Leim zu gehen.

Neundorf schwanger, Söhnle Krebs. Auch hier setzt Wanninger auf den Leser und dessen Einfühlungsvermögen. Und dies gelingt ihm voll und ganz. Dem Autor Wanninger muss ich zugestehen, dass er es genial beherrscht, ein nahes Gefühl in seinen Lesern zu wecken. Mit fühlen, mit leiden und nachvollziehen.

Was am meisten besticht, unabhängig von der blendend aufgebauten Story, ist seine durchaus harsche Kritik an einer Gefahr der Verrohung, die von privaten Fernsehsender und Medien ausgehen kann, wenn sie durch brutales TV noch mehr und noch geldgieriger Zuschauer anlocken wollen und in Kauf nehmen, dass Konsumenten vollkommen abdrehen. Zunächst fand ich es ein wenig überspitzt, doch (leider) spricht Wanninger auch vom Real live, wie Amokhandlungen von Schüler vor allem in den USA und vor wenigen Jahren in Deutschland beweisen. Umso wichtiger ist die Kritik an solchen Entwicklungen, auch wenn sie leider im Nichts verpuffen, denn die TV-Sender machen weiter wie bisher.

Diese ganze Story um einen jungen Mann zeigt ihn als Täter und als Opfer. Mir persönlich fällt auf - und ich kenne es auch real aus meinem Umfeld - wie es ist, wenn eine alleinerziehende Mutter den Lebensunterhalt sichern muss und einfach nicht die Chance hat, sich permanent der Erziehung widmen zu können.

Was Wanninger in diesem Kontext sehr gelingt, ist, Andreas Stecher nicht nur als Bestie, sondern auch als Opfer von Entwicklungen darzustellen. Entwicklungen, die gerade im Jugendalter zu Veränderungen und Gefährdungen führen können.


@@@ FAZIT @@@

Erneut spannend und dieses Mal besonders bestürzend und beklemmend. Der Bezug zum "Schwaben"-Land ist in diesem Buch nicht so ausgeprägt und dennoch präsent. Diese Story könnte überall passieren, auch wenn Wanninger dem Lokalkolorit sehr treu bleibt.

Was ich positiv auffällig finde, ist, dass Wanninger sich Krimi für Krimi steigert. Wenn ich sein Debüt der Schwaben-Serie bereits sehr gut fand, frage ich mich, wie ich die Steigerung formulieren soll. Vielleicht einfach sehr, sehr, sehr gut. Anders als viele Autoren, die unter Druck stehen, das nächste Buch zu schreiben und vielleicht keine innere Motivation haben, steigert sich Wanninger von mal zu mal. Und neben der Story und der gehörigen Spannung brillieren die teils privaten Aspekte der Darsteller: Braig schwierige Mutter-Sohn-Beziehung, Neundorf schwanger, Söhnle krebskrank. Enorm menschlich eben.

Dieser Krimi ist mehr als lesenswert...

Jean-Louis Glineur © 2005ff


FACTS: "Schwaben-Wut" - Klaus Wanninger - KBV-Verlag - Taschenbuch - 266 Seiten 

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katrin neundorf, steffen braig, stuttgart, schwabenkrimi, lauberg

Schwaben-Rache

Klaus Wanninger
Flexibler Einband: 282 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.01.2000
ISBN 9783934638495
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


@@@ ICH MAG DIE SCHWABEN... @@@

Das Buch hat mich so gut unterhalten, dass ich kaum weiß, wo ich beginnen soll. Vielleicht beim Lokalkolorit: Wanninger schildert die Schwaben und die Region so gelungen, wie ich es nicht einmal von Berndorfs Eifelkrimi sagen könnte. Die Figuren haben Charisma, lassen sich richtig gut vor Augen vorstellen und führen zu Humor beim lesen, wenn Wanninger teils den schwäbischen Dialekt à la "mir gebet nix" niederschreibt. Ein zusätzlicher Exkurs in schwäbische Schimpfworte wie "Bettbronzer" und "Schäbbäbberer" inklusive...

Hinzu kommt die Story als solches. Braig, Stöhr und Neundorf haben Ausstrahlung und sind echte Sympathiesammler beim Lesen. Wanninger gibt Braig besonders viel Format, leistet sich gelegentliche Exkurse ins Privatleben des Kommissars Braig, dessen Mutter hysterisch klammert, oder wir erfahren, dass Braig früher Bragic hieß und den jugoslawischen Namen änderte. Auch Ekelpaket Gübler ist eine Lesung wert. Der Kriminalrat ist mit seinen Ecken und Kanten unausstehlich und zudem inkompetent. Dem Leser fällt es sehr leicht nachzuvollziehen, dass Braig und Co. die Augen rollen, wenn diese Nervensäge sich einschaltet und die Nachforschungen durch seine fertig vorgefassten Vorurteile eher behindert als fördert.

Und letztlich ist Wanningers Schreibstil flüssig und wunderbar zu lesen. Er beherrscht das seltene Talent, auch mal einen Satz zu verschachteln, ohne dass das Lesen mühselig wird.

Und dann gibt es noch den Schuss Humor, wenn zum Beispiel eine Nachbarin Braigs ein Lexikon über schwäbische Schimpfworte verfasst, oder ein penibler Nachbar direkt nach der Todesstrafe schreit, weil ein böser Mensch den Mercedes-Stern seiner Karosse abgebrochen hat. Alles Nebensächlichkeiten, die sich ein Kommissar auch leider anhören muss...

Und durch den Lokalkolorit kommen die Schwaben in diesem sympathischen Krimi wunderbar als ein eigenes Volk herüber, das seine Eigenheiten, seinen Dialekt und seine eigene Lebensweise hat.


@@@ TIPP ??? @@@

Zweifelsfrei ist dieser Roman "Schwaben-Rache" mit seinem übrigens sehr interessanten Finale ein echter Geheimtipp für jene, denen US-Krimis am Hals raushängen oder die eben die Form der Krimis mit lokalem Bezug mögen.

Dieser erste Roman, den ich von Wanninger las, motivierte mich, gleich zwei seiner weiteren Bücher zu bestellen, die mir übrigens ebenso gefallen und sehr gelungen sind.

"Schwaben-Rache" ist ein Buch, dass ich kaum aus den Händen legen wollte, und so kann ich es Krimi-Freunden nur wärmstens empfehlen.


FACTS: Schwabenrache - Autor Klaus Wanninger - Broschiert - 282 Seiten - Kbv-Verlag - Erscheinungsdatum: Januar 2000 


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krimi, schwabenkrimi

Schwaben-Messe

Klaus Wanninger
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.03.2000
ISBN 9783934638525
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

@@@ EINDRÜCKE @@@

Dieser zweite Schwaben-Krimi hat deutlich weniger Humor als der Erstling aus dieser Serie. Aber Wanninger verzichtet nicht darauf, den Krimi mit gehörig Lokalkolorit zu versehen. Schwäbischer Dialekt, landestypische Mentalität und eine Art und Weise, die den Leser recht nah ins Schwabenland beim Lesen versetzt. Das gelingt ihm wirklich à la Bonheur.

Auch die Story ist vom Feinsten und hat keine langatmigen Passagen, im Gegenteil, der rote Faden ist von der ersten bis zur letzten Seite zu erkennen.

Dem Leser fällt es beim Lesen leicht, Braig und Neumann auch als echte Sympathieträger zu "adoptieren", deren Ermittlungen man einfach gerne liest. Vor allem gilt dies für die Person Steffen Braig.

Auch ist der Autor nicht unkritisch: Zerstörung und Enteignung besten Ackerbodens auf Kosten der Bauern und im Zugewinn für geldgierige Politiker sind ein Thema, das er blendend umsetzt. Er kritisiert knallhart und letztlich auch nachvollziehbar. Der Unmut der Bevölkerung, und zum Beispiel der zivile Ungehorsam der Gabriele Krauter, sind leicht erklärbar.

In dieser Situation auch noch eine spannende Handlung um Morde zu realisieren ist ein Meisterstück, zumal später auch Zusammenhänge klar werden, die der Autor sehr gelungen verknüpft.

Viele schlicht menschliche Aspekte, aber eben auch die spannende Handlung machen diesen Krimi zu einem echten Genuss.


@@@ FAZIT @@@

Auch wenn der erste Krimi der Serie durch mehr Humor bestach, ist "Schwaben-Messe" eine gelungene Fortsetzung dieser Krimi-Reihe. Kurzweilig und spannend habe ich dieses Buch kaum aus den Händen legen wollen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Wanninger auch einen Schreibstil hat, der gefällt.

Für mich ist damit auch klar, dass ich die weiteren Bücher dieser Schwaben-Krimis lesen werde und mich bereits jetzt auf den nächsten Fall der Ermittler Braig und Neumann freue.

Ein klasse Krimi !!!


FACTS: "Schwaben-Messe" - Klaus Wanninger - KBV-Verlag - Taschenbuch - 332 Seiten - ISBN 393463852-X - Euro 9,50


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Die Hand im Moor

RADIOROPA Hörbuch - eine Division der TechniSat Digital GmbH , Hubert vom Venn , Hubert vom Venn
CD-ROM
Erschienen bei RADIOROPA Hörbuch, 22.11.2007
ISBN 9783836800907
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es "vennt" und "eifelt" recht originell und historisch in DIE HAND IM MOOR. Soweit möglich, vermeide ich das Lesen an­derer Kritiken zu einem Roman vor meiner ­persönlichen Lektüre und "checke" erst na­ch meiner Meinungsbildung, was andere Les­er, oder Hörer eines Hörbuchs, wie in diese­m Fall, an Eindrücken schildern.

Zwei markante Kommentare fielen mir onlin­e auf, die bei der Bewertung mit 3 von 5 ­bzw. 2 von 5 möglichen Sternen belegt war­. Ich finde dies besonders erwähnenswert,­ weil ich dem "Komplettpaket" selbst 4 bi­s 4,5 Sterne "verpasse". Auffällig sind d­ie 2 folgenden Statement zu "Die Hand im ­Moor":

a)­
"Hubert vom Venn wollte selbst lesen... .­..und keiner hielt ihn zurück. Beabsichti­gte er, die oft dürftigen Dialoge mittels­ dramatischer Betonung zu retten? Das gin­g dann kräftig daneben. Es erinnert oft a­n provinzielles Schmierentheater. Mit dem­ rheinisch-ripuarischen Singsang, keinesw­egs der um Monschau gesprochene Dialekt, ­hat vom Venn weder sich selbst, noch den ­Hörerinnen und Hörern einen Gefallen geta­n. Deshalb verliert das Hörbuch, nicht je­doch die Story, meinen dritten Stern."

b)­
"Es gibt einen guten Grund, warum Spreche­r nicht schreiben und Autoren nicht sprec­hen sollten - sie können es einfach nicht­! Das Beste zuerst: Die rheinische Sprach­färbung passt sehr gut zu diesem Werk. Ab­er ein Jürgen von der Lippe wäre eindeuti­g besser - natürlich auch teurer - gewese­n. Doch Hubert vom Venn schafft es, mit s­einem uninspirierten Vortrag, falschen Be­tonungen, falschen Akzenten und dem Verwe­chseln von Stimmen, jeden Handlungsstrang­ zu verhunzen und jede Spannung zu nehmen­! Absätze werden überlesen, Pausen nicht gesetzt, falsch betont, nicht betont, fal­sch geatmet und damit der Spannungsbogen ­überspannt... Dies Alles und noch viel me­hr führt dazu, dass man dieses Hörbuch ei­gentlich ausschalten will."

-----

Ich stelle dies SO DEUTLICH in den Vorder­grund, weil ich komplett anderer Meinung ­bin: der Vorleser, der zugleich auch der ­Autor der Geschichte ist, ist im Grunde d­as Sahnehäubchen bei der Realisierung als­ Hörbuch. Der Herr Franke, besser als Hub­ert vom Venn bekannt, presst aus seiner S­timme alles heraus, um dem Roman in verto­nter Fassung eine sehr eigene Note zu geb­en.

Jaja...!!! Es wird tatsächlich (aber ­seltenst) mal durch schnellen Übergang ei­n Absatz oder Umschwenk nicht sofort klar­. Ja, und vielleicht wird auch sporadisch­ falsch geatmet. Aber der gesamte Einsatz­ der Stimme, um Situationen, Gefühle oder­ Stimmungen an sich zu unterstreichen, ge­lingt so genial, dass der Unterhaltungsfaktor steil nach oben ausschlägt.

Bei meiner persönlichen Verblüffung über ­die verschiedenen Meinungen zur Vertonung­ hätte ich nun fast die Geschichte als so­lche vergessen, die als Produktinformation­ wiefolgt lautet: Noch haben die Wirren d­es Dreißigjährigen Krieges die Einsamkeit­ der Moorlandschaft im Hohen Venn nicht e­rreicht. Im Kloster Richwinstein geht das­ Leben seinen Gang wie seit Jahrhunderten­. Oder doch nicht? Plötzlich hallt ein ma­rkerschütternder Schrei über das nächtlic­he Moor. Peter L'allemagne, der Wirt eine­r einsamen Gastwirtschaft und sein jüdisc­her Freund Moyses kommen zu spät. Sie seh­en nur noch eine Hand, die im Moor versin­kt ... Bald darauf finden fremde Soldate­n in das einsam gelegene Kloster, mit ihn­en eine geheimnisvolle Kutsche. Mit der R­uhe ist es auf dem Venn zunächst vorbei. ­Es wird noch mehr Tote geben und eine ers­chütternde Wahrheit ...

Diese Beschreibung passt als Kurzbeschrei­bung, aber "Die Hand im Moor" bietet noch­ viel, viel mehr. Zunächst hat Franke ali­as vom Venn den Protagonisten so richtig ­gelungen Charisma und "Leben" eingehaucht­. Gerade einem einsam im Venn lebenden Kö­hler, aber auch Peter l'Allemagne als Wir­t im Venn und seinem jüdischen Freund Moy­ses gibt er soviel Persönlichkeit, dass m­an sie sich absolut auch bildlich vorstel­len kann. Das gilt allerdings auch für an­dere Personen der Handlung. Genauso gelin­gt dem Autor, ein vorstellbares Bild des ­Venns und des damaligen Monschau zu schaf­fen, wie es gewesen sein mag. Dazu gehört­ auch das Klosterleben in Richwinstein, u­nd wie es sein soll, hat der Autor - Lütt­ich nicht zu vergessen - auch die histori­schen Namen der Örtlichkeiten genutzt.
Überhaupt hat es den Anschein, dass der V­enn-Franke sich historisch zuvor bestens ­vorbereitet hat, so dass die Story verdam­mt spannend ist und ohne Schwächen die Sp­annung bis zum Finale behält. Was, so ei­ne Idee, mag wohl "Showdown" damals gehei­ßen haben? Damit sind wir bei einem weite­ren Umstand: der Autor schreibt in einer ­eher altertümlichen Schreibweise, und das­ setzt er vor allem genial bei den vielen­ Dialogen ein. Am liebsten ist mir nach w­ie vor ein häufiges "Schockschwerenot".

Grundsätzlich - wenngleich ich mich aufs­ Hörbuch beziehe, bin ich 100 % sicher, d­as auch die "lesbare" Fassung ebenso star­k ist.
Aber damit bin ich nochmals bei der Audio­fassung: nein, die Kritik an Hubert vom V­enn als Vorleser passt nicht. Ich sehe es­ tatsächlich komplett anders. Zunächst is­t die erste Regung beim Hören "nicht übel­". Dies gilt für den Entry, der kurz in H­ellental in der Neuzeit spielt. Aber fremd o­der negativ war es bereits da nicht. Dann­ wird die Stimme und die Varianten deren ­Einsatzes allmählich vertraut, aber zum k­laren Gewinner wird die Vertonung bei den­ Dialogen. Die Änderung vom Klang und ebe­nfalls der geschickte Einsatz entsprechend­er Nuancen macht den anderweitig als Vorleser kritisierten Autor zum richtig erfr­eulichen Vorleser. Und selbst wenn mal fa­lsch geatmet wird, bleibt die Stimme sehr­ gut. Und sowieso:: ein Autor, der selbst­ vorliest, setzt die Emotionen auch viel ­markanter.

Zugegeben, wenn Hubert vom Venn aus dem a­merikanischen übersetzte Thriller vorlese­n würde, hätte der sprachlich etwas rheinische Touch des Venn-Franke eine unfreiwi­llige Komik. Solange er sich in dem regionalen Raum als Vorleser bewegt, wird es auch nicht peinlich.

Berücksichtigt man also den ­regionalen Bezug, war die Entscheidung gu­t, dass der Autor die Geschichte selbst ei­nliest. Regional ist der "Slang" - von Heinsberg bis Trier und von Eupen über Aachen bis Köln "100 % kompatibel".

Davon abgesehen ist ja auch möglich, dass gerade der leicht rheinische Touch durch den eben regionalen Bezug auch in Bavaria oder Sachsen gut ankommt. Bap, als Band aus Kölle, schaffte es ja auch deren grausamen kölschen Singsang grenzenlos zu etablieren.

Die kleinen Schwächen erlauben hö­chstens einen minimalen "Punktabzug". Defin­iert man dies in allseits beliebten "Sternen" hat "Die Hand im Moor" von mir 4,5 von 5 Stern­en :-)

Wer keine Hörbücher mag: es gibt den Roman auch als eBook.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

seitensprung, reproduktionsmedizin, jäger

Der Kindermacher

Ulrike Schelhove
Flexibler Einband: 306 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 07.11.2013
ISBN 9781493681549
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eindrücke
Mit "Der Kindermacher" greift Ulrike Schelhove ein ungemein heißes Thema auf, das auf juristischer Ebene zu verschiedenen landesspezifischen Gesetzen führt, und so wie der Leser erfährt, wird bei der künstlichen Befruchtung z.B. manches liberaler in Österreich als in Deutschland angegangen. Die Gefahr des „Designer-Babies“ ist nicht ausgeschlossen, vielleicht sogar makaber und möglich.

In solch einer Kinderwunschklinik hat ein ermordeter Arzt und Gründer jener Arztpraxis zwei weitere Kollegen eingestellt, die zu gleichen Teilen an dem Unternehmen beteiligt sind.

Der Schock ist jedoch groß, als der eigentliche Gründer unweit seiner noblen Wohngegend in Euskirchen durch tödliche Schüsse umgebracht wird.

Dass diese Umstände natürlich hochspannend werden dürften, merkt der Leser sehr schnell.

Kaum ist der brisante Fall den Ermittlern zugeteilt, bleibt wenig Zeit für andere Dinge. Allerdings „entschleunigt“ Ulrike Schelhove dieses Tempo gelungen und lässt uns Leser zunächst ein wenig in das Privat- und Seelenleben der Protagonistin Ilka Landwehr blicken, zudem auch erfahren, dass diese aus der Region Eifel stammt, zumal ihr Vater in der benachbarten Gemeinde Hellenthal lebt. Die sympathische Landwehr hat zudem einen treuen Hund und leider einen auf seine Weise ebenfalls „treuen“ Stalker, der ihr das Leben zum Horror macht. Aber die Polizistin verliert ihren Fall dennoch nicht aus den Augen.

Der ermordete Kinderwunsch-Doc hat eine Vita, die verschiedene Ansätze bei der Tätersuche erlaubt. Er war unter anderem Jäger, und einige Jagdgegner sind in der Zeit des Mordes ohnehin schon recht militant in der und um die Eifel zugange, aber eine uneheliche Tochter mit einer kurzen Liaison könnte auch seine eigentliche Ehefrau, aber auch den Lebenspartner der Mutter seines unehelichen Kindes als Täter infrage kommen lassen.

Und bei diesen cleveren Fallkonstruktionen „entschleunigt“ die Autorin erneut kurz und wohldosiert, und sie bringt uns Alex Stettenkamp näher. Aus eigener Erfahrung ist ihm das Thema Kinderwunschklinik nicht ganz fremd, und sein Leben scheint angenehm und ausgewogen. Dabei ist er im Grunde ein Glückspilz. Der gute Stettenkamp hat das große Glück, dass seine Ehefrau ihm einen Seitensprung verziehen hat. Sehr gelungen übrigens, verschafft die Autorin eine Situation, die den Kripobeamten als geläutert erscheinen lässt. Wer nun Moralapostel spielen will, wird nun von mir „entschleunigt“: … Stettenkamp ist im Gesamtbild ein absoluter Sympathieträger.

Noch ein paar Hinweise zur Tätersuche … die Schwester des Ermordeten fühlt sich um Erbe und Geld betrogen. Anders als ihr wohlhabender Bruder lebt sie mehr schlecht als recht durch Putzstellen und muss zudem ihren versoffenen Ehemann mit durchfüttern … wobei das „Futter“ meist „flüssig“ ist. Und vor dem Mord gab es auch immer wieder massivere Aktionen vopn dem Pärchen, Geld von dem Ermordeten einzufordern.
Letztlich werden die Ermittler auch noch die Teilhaber an der Kinderwunschklinik durchleuchten…

Die ganzen Ideen, wie Ulrike Schelhove sie verknüpft hat, wirken ungemein gelungen. Fast schon eine Art Bewunderung habe ich aber für ihre intensive Recherche zum Thema Kinderwunschklinik, den damit verbundenen medizinischen und letztlich auch juristischen Aspekten. Da bleib mir nur ein Kommentar: „Wow!!!“

Sie gibt sich aber auch bei keiner anderen Thematik eine Blöße … bei der Waffenkunde bin ich ebenso mit einem Aha-Gefühl beteiligt und auch sehr angetan, wie sie sich mit dem Jagdrecht vertraut machte. Nichts ist oberflächlich, sondern fundiert.

Sehr erfreulich ist vor allem, wie sehr die Autorin ihren beiden Protagonisten Persönlichkeit einhaucht. Der Leser ist beiden sehr nah, kann sie formlich „spüren“ und als „Typen“ wahrnehmen, sich sogar identifizieren! Selbst eine Art Nebendarsteller, der Assistent Bongard, wird so gewürdigt und beschrieben, dass er meine „persönliche Nummer 1“ im Sympathiewettbewerb während des Lesens wurde. Zunächst mürrisch wirkend, taut Bongard im Laufe der Story immer mehr auf.

Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass man als Leser den Täter/die Täterin in keiner Weise vorausschaut oder ahnen kann. Ulrike Schelhove gelingt es, die Motive so breit zu fächern, dass über einen großen Teil der Geschichte einfach mehrere Verdächtige bestehen bleiben.

Kleiner Hinweis: … mit meiner persönlichen Vermutung habe ich voll danebengelegen. Der gesamten Gestaltung und Entwicklung der Handlung in der „Der Kindermacher“ zolle ich großen Respekt (in dem Zusammenhang … meine Ehefrau teilt meine Begeisterung).


Jean-Louis Glineur

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eifel, krimi, eifelkrimi, herbie feldmann, herbi feldman

Der neunte Tod

Ralf Kramp
Flexibler Einband
Erschienen bei KBV, 01.03.1999
ISBN 9783934638440
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Roman mehr aus der Feder des Autors Ralf Kramp erschien auchl als Hörbuch. „Der Neunte Tod“ auf 3 Audio-CDs wurde im KBV-Verlag vertont.

Der Obdachlose Harry ist im tiefen Winter recht angetrunken auf dem Weg vom Vellerhof Richtung Trier. Als zwei Unbekannte ihm auflauern, wollen diese nur wissen, wo sein üblicher Begleiter ist und töten Harry. Die Leiche wird von den Mördern als Schneemann getarnt.

Währenddessen ist Herbie Feldmann, der nette „Spinner“ aus Euskirchen von seiner Tante Hettie betraut, ihr pompöses Haus zu hüten. Herbie gilt als eigenartiger Mensch, denn nach einer Psychose hört er Stimmen und sein steter „Begleiter“ ist Julius, den nur er sehen und hören kann. Dem netten Eigenbrötler ist weihnachtlich zumute, als er einen Obdachlosen entdeckt und spontan entschließt, ihm Unterschlupf in Tante Hetties Haus zu gewähren. „Mikesch, wie der Kater“, tönt der Obdachlose und prahlt, dass er wie ein Katze neun Leben hat. Und auf schreckliche und unvorhersehbare Weise scheint er acht Leben verspielt zu haben und stirbt unter sonderbaren Umständen. Herbie Feldmann und sein unvermeidlicher Schatten „Julius“ nehmen die Ermittlungen auf. Und seine geliebte Kusine Nina hilft ihm.

@@@ AUTOR @@@

Ralf Kramp, geboren 1963, veröffentlichte 1996 seinen ersten Kriminalroman "Tief unterm Laub", für den er im selben Jahr der "Eifel-Literatur-Förderpreis" erhielt. Später wurde er Verleger und veröffentlichte weitere Krimis mit Eifeler Lokalkolorit. Zudem ist Kramp Karikaturist und Veranstalter von Krimi-Wochenenden in der Eifel. Das Hörbuch von Ralf Kramp wird von Kalle Pohl gesprochen, der durch die TV-Sendungen „7 Tage – 7 Köpfe“ und „Kalle kocht“ bekannt ist. Der Comedian, der 1951 in Düren geboren wurde, wird von dem Schweizer Jürg Löw unterstützt. Der 1946 in Basel geborene Löw spricht den stets vorlauten Julius.


@@@ EMPFEHLUNG @@@

Die Geschichte Kramps ist gelungen, verbindet Spannung und Humor exzellent. Der Autor setzt auf Herbie Feldmann und Julius als kultige Figuren, bindet aber erneut Kusine Nina und die nervige Tante Hettie wunderbar ein, die als Vormund von Herbie dessen Vermögen verwaltet und ihn nach wie vor „kurz“ hält. Und der stets genervte Kommissar Baldus darf natürlich auch nicht fehlen ... ihn nervt die Eifel.

Die Spannung und die Verwicklungen des Falles sind mit ausserordentlichem Witz und stetem Humor geprägt. Nicht minder sympathisch ist der Kommissar Baldus, der regelmäßig an seinem Assistenten verzweifelt.

Das Hörbuch, als Alternative zum Lesen, lebt von der brillanten Auswahl der Vorleser. Kalle Pohl erzählt mit einer leichten Eifeler Modulation, spricht den Mikesch aus dem „Osten“ mit einem abwechslungsreichen slawischen Akzent. Sein Einsatz von Akzenten, verschiedenen Tempi sowie von Höhen und Tiefen in der Stimme lassen ihn zum genialen Erzähler werden. Er liest nicht einfach nur vor, er ist als richtiger Erzähler zu verstehen.

Aber auch Jürg Löw füllt seine Rolle als Julius aus, jener Julius, der kaum einen Kommentar von sich gibt, ohne frech, bissig, entsetzt oder zynisch zu sein.

Besonders gelungen ist der Eifeler Lokalkolorit, der zwar bezeichnend, aber nie Klischees entspricht. Wunderbar ist aber wie Kalle Pohl einen wunderbaren Eifeler Akzent in verschiedenen Dialogen nutzt.

Jean-Louis Glineur 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 2 Rezensionen

eifelkrimi, herbie-feldmann-reihe, eifel, schwarzer humor, krimi

Totentänzer

Ralf Kramp
Buch: 220 Seiten
Erschienen bei KBV, 30.11.2005
ISBN 9783937001623
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bekanntes Strickmuster ... und umso erstaunlicher ist, wie es Ralf Kramp gelingt, die Abenteuer von Herbie und dessen unsichtbaren Schatten Julius seit vielen Jahren auf gleich hohem Spannungsniveau zu halten !!!

Neben spannenden Eifelgeschichten des sonderbaren Duos besticht Ralf Kramp durch den brillanten Humor, den er vor allem Julius in den Mund legt. Die Dialoge zwischen Herbie und Julius sind witzig, manchmal gewollt einfältig und vor allem eine sympathische Attacke auf die Lachmuskeln. Spritzige Dialoge ähnlich jener der kultigen Kölschen „Tünnes und Schäl“ beweisen, dass ein spannender Kriminalroman durchaus auch auf Witz und Humor setzen darf. Diese Kombination beherrscht Kramp genial.

Der ohne Schwächen auf 251 Seiten geschriebene Roman ist ein würdiger Nachfolger bisherheriger Abenteuer von Herbie Feldmann zum Beispiel in den Krimis „Rabenschwarz oder „Der Neunte Tod“. Wie gewohnt ist das Cover von Ralf Kramp selbst gestaltet. Auch mit Pinsel und Buntstift ist er so brillant wie als Autor schöner, spannender und sympathischer Geschichten... VOLLE PUNKTZAHL !!!

Jean-Louis Glineur 

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Niki Lauda

Hartmut Lehbrink , Ferdi Kräling
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 13.01.2014
ISBN 9783768837477
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zu den Helden meiner Kindheit und Jugend gehörten drei Rennfahrer … Gilles Villeneuve, Jacky Ickx und der dreimalige Formel 1-Weltmeister Niki Lauda aus Österreich. Legendär macht ihn auch sein „Kapperl", das er stets auf dem Kopf trägt und dies als „Werbefläche“ seit Jahrzehnten immer wieder gern „vermietet“ wurde. Das italienische Unternehmen Parmalat dürfte bis vor einigen Jahren die meiste Zeit als Dauermieter dort verbracht haben.

Sehr erfreulich ist für einen Fan des Niki Lauda, dass mit „ Niki Lauda - von außen nach innen“ ein interessanter Bildband vor geraumer Zeit erschienen ist. Aber es ist kein auschließlicher Bildband, sondern vor allem eine Sammlung von Meinungen verschiedensten Menschen zur Person Lauda, die immer wieder seine Wege gekreuzt haben oder auch einen Teil derer mit ihm beschritten haben.

*** Niki Lauda ***
Nikolaus „Niki“ Lauda wurde am 22.02.1949 in Wien geboren, ist ehemals Autorennfahrer, Flugzeugpilot und Unternehmer mit zeitweise eigener Luftflotte, Kommentator bei RTL, zeitweise Berater bei Jaguar und aktuell Aufsichtsratsvorsitzender bei Mercedes GP.
Laudas Karriere in Formel 1 in Kürze:

Grand-Prix-Rennen: 171
WM-Punkte: 420,5
Grand-Prix-Siege: 25
WM-Titel: 3 (1975, 1977 und 1984)

1971 Einstieg in Formel 1
1975 Formel-1 Weltmeister auf Ferrari
1977 erneut Formel-1 Weltmeister auf Ferrari
1979 Rückzug aus der Formel 1 und Gründung der Lauda Air
1981 Rückkehr in die Formel zu McLaren,
1984 auf McLaren erneut Formel-1 Weltmeister
1985 endgültiger Rücktritt aus der Formel 1

Die wohl bekannteste Episode aus Niki Laudas Leben als Rennfahrer mag sein Feuerunfall am 1. August 1976 sein, der ihn bis heute zeichnet: in der Brandklinik Mannheim war er vier Tage lang dem Tod näher als dem Leben, um sich dann schlagartig zu erholen. Nur sechs Wochen später saß Niki Lauda in Monza wieder im Ferrari und wurde Vierter. 
*** Das Buch ***
Titel: Niki Lauda - von außen nach innen
Autor: Hartmut Lehbrink
Fotograf: Ferdi Kräling
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag:Delius Klasing; 
Auflage: 1. Auflage 2014 (13. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3768837475
ISBN-13: 978-3768837477
Format:22 x 2,2 x 28,7 cm
Preis 29,90 Euro

*** Niki Lauda - von außen nach innen ***
Es gibt bereits mehrere interessante Publikationen über Niki Lauda, aber dieses vorliegende „ Niki Lauda - von außen nach innen“ geht das Thema zur Abwechslung ganz anders an, indem Kenner, Gönner, Ex-Rivalen der Piste und auch Journalisten erzählen, wie sie Lauda kennen- und unter Umständen auch schätzenlernten.

Die Mehrheit der „Gastredner“ lebt noch und gehört zu der Generation, des etwa gleichen Alters wie Niki Lauda, aber es sind auch Beiträge verstorbener Menschen wie dem legendären Enzo Ferrari zum Thema Lauda dabei, ebenso von dem ehemaligen Team-Kollegen Clay Regazzoni, der mit Lauda einige Jahre im Ferrari-Team fuhr. Diese älteren Dokumente fanden zur Freude des Lesers auch den Weg in dieses Buch. 

Sehr interessant ist zweifellos ein Beitrag seiner Ex-Frau Marlene, mit der Lauda zwei erwachsene Söhne hat, von denen einer ebenfalls dem Motorsport nachgeht. Marlene Laudas Beitrag ist ebenfalls älter und entstand noch in der Zeit, als sie liiert waren. Ihren Mann charakterisiert sie recht anschaulich mit „drei Gesichtern“, jenes wie sie ihn kennenlernte, jenes später als Rennfahrer und Geschäftsmann und schließlich jenen, der nach seinem Karriereende im Rennsport das Leben anders genießt und vor allem die Zeit in Ibiza, dem damaligen Hauptwohnsitz, schätzte. 

Auch der verstorbene Engländer James Hunt, der Lauda 1976 mit einem Punkt mehr am Saisonende den WM-Titel wegschnappte, wird zitiert. Aus früheren Publikationen berichtet der Autor über das Verhältnis der beiden, das keineswegs so schlecht war, wie die Presse es gerne darstellen wollte. Der Ehrzeiz von Lauda und die Coolness von Hunt waren wie Feuer und Wasser, und dennoch – so Hunt – hatte er einen Draht zu Lauda. 

Jochen Mass, einst Formel-1-Rivale von Lauda und sehr erfolgreicher Racer bei Sportwagenrennen, steht Lauda wohlwollend, aber durchaus auch kritisch gegenüber. Lauda würde sich in mancherlei Hinsicht als Maß aller Dinge betrachten, schaffe eher Fakten als auch andere Perspektiven zuzulassen, aber – so Mass – Lauda sei auf der Rennstrecke immer ein fairer Sportsmann gewesen, der auch bei Duellen dem Gegner nicht den Platz zum „Überleben“ wegnahm, sondern sportlich in den Wettkampf ging. 

Natürlich dürfen bei solch einem Sammelsurium an Meinungen Wegbegleiter wie sein damaliger Team-Chef bei Ferrari, Luca Di Montezemolo, oder Gordon Murray 1978 bei Brabham, nicht fehlen. Eines verbindet alle, die mit Lauda im Motorsport zusammengearbeitet haben: ihre Faszination für Laudas Hang zum Perfektionismus. Ich erinnere mich hierzu an eine vor langer Zeit gelesene Aussage über Lauda, dass er in den 70ern die Testfahrten“ eigentlich „neu erfunden“ hätte. Das rührt auch daher, dass Lauda als erster Rennfahrer gilt, der im Umfeld von Ferrari es wagte, das Auto als sch... zu bezeichnen. Solch eine Aussage in den Ohren des großen Enzo Ferrari, da waren sich alle Ingenieure und Mechaniker sicher, würde nicht geduldet werden. Und dennoch setzte Lauda sich durch und fuhr 1975 und 1977 zwei WM-Titel für Ferrari ein, bevor er sich zu Brabham verabschiedete. Auch die Einschätzung von McLaren-Chef Ron Dennis, dem Lauda nach einem Comeback 1984 den nächsten WM-Titel einfuhr, darf nicht vergessen werden.

Im „Who is Who“ der Lauda-Kenner und -Gönner kommen noch viele andere Menschen zu Wort, u.a. Rennfahrerkollegen wie Dieter Quester, John Surtess, Alan Jones, Gerhard Berger oder auch Alain Prost oder sein Teamkollege John Watson in der Brabham-Zeit Ende der 70er. 

Von den insgesamt 40 Meinungen und Memoiren in „Sachen Lauda“ ist nichts langweilig, sondern vielmehr interessant, wie er auf Menschen und Wegbegleiter wirkte und heute auch noch wirkt. In einigen Aussagen schwingt eine echte Bewunderung und Hochachtung mit, andere Lauda-Philosophen indes betrachten ihn pragmatisch und vielleicht in einigen Fällen auch überraschend für den Leser. 

Nicht überraschend dürfte sein, dass unisono Laudas Hang zum Perfektionismus und das Verbeissen in Probleme, bis sie gelöst sind, einhellig bestätigt werden. 

Über die Texte hinaus, besticht der Bildband durch eine Vielzahl schöner und hochwertiger Fotos. Dies erstaunt nicht, denn mit im Boot beim Konzipieren dieses Buchs war Ferdi Kräling, der zur Crème de la Creme der Motorsportfotografen gehört. Es dürfte sich nahezu von selbst erklären, dass weitgehend jeder der Redner in Sachen Lauda sich auch auf dem jeweiligen Foto mit ihm befindet, aber es gibt auch das eine oder andere Bild „ohne Lauda“ oder „nur Lauda“.

Für einen Motorsport-Fan – falls es nicht gerade ein Lauda-Hasser ist – haben das Doppel Lehbrink/Kräling ein richtig tolles Werk abgeliefert. Es ist wirklich interessant, wie Lauda aus der Sicht von 40 verschiedenen Personen und Persönlichkeiten wahrgenommen wurde und noch wird. 

Letztlich überzeugen auch die zahlreichen Fotos, die – wie sollte es anders sein – auch auf hochwertigem Papier ihren Betrachter erwarten. Dieses geschnürte Paket verdient in Schulnoten eine „zwei plus“.


Jean-Louis Glineu

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Niki Lauda

Thomas Mudri , Daniel Winkler , Heike Kossdorff
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Styria Premium, 27.03.2009
ISBN 9783222132667
Genre: Biografien

Rezension:

Nicht unerheblich ist – dies sei vorab vermerkt – dass dieses Buch ohne die Unterstützung von Niki Lauda entstanden ist. Warum er davon Abstand nimmt, ist unklar und wird auch nicht im Buch näher beleuchtet. Aber die drei Autoren haben ein durchaus professionelles Auftreten und die passende Vita:


Heike Kossdorff
Jahrgang 1968
utorin und freie Journalistin

Daniel Winkler
ahrgang 1972
Buchautor unter anderem Co-Autor der Biografie von Hermann Maier „Das Rennen meines Lebens“ , ferner Sportjournalist

Thomas Mudri 
Jahrgang 1975
Journalist und Radiomoderator, 

*** DAS WERK ***

„Niki Lauda – Alles unter einer Kappe“ hat vier Schwerpunkte auf 264 Seiten.


Andreas Nikolaus – Der Mensch Niki Lauda

Die ersten 74 Seiten befassen sich umfassend mit Laudas ersten Jahrzehnten, beginnend bei – wie sollte es anders sein – seiner Geburt und wie er aufwächst. Schnell wird klar, dass Lauda Sohn vermögender Österreicher ist. Banken und die Wirtschaft Österreichs sind vom Namen Lauda geprägt.

Fluch oder Segen … es wurde zum Beginn seiner Rennfahrerkarriere zum Fluch, denn die Familie unterstützte seine Ambitionen nicht. Schlimmer noch, sein Großvater nutzte seinen nicht unerheblichen Einfluss auf Banken und deren Vorstände, damit Enkel Niki keine Kredite für die Finanzierung des Rennsports gewährt werden.

Er schaffte trotzdem den Durchbruch, denn er hat unter anderem erfolgreich Tourenwagenrennen gefahren, um dann mit dem Preisgeld den nächsten oder übernächsten Einsatz in der Formel 1 zu finanzieren. Das „Spielchen“ ging solange gut, bis der legendäre Enzo Ferrari einen entfesselt fahrenden Lauda in Monaco bewunderte und für seinen Rennstall verpflichtete.

Man erfährt aber noch einiges mehr, unter anderem über sein Verhältnis zu seinen zwei ehelichen Söhnen und einem unehelichen Kind. Ebenso werden seine prägenden Lebensereignisse durchleuchtet, und da spiel sein schwerer Feuerunfall 1976 nicht mal eine vordergründige Rolle


2
Ansichten und Einsichten – Laudas Wegbegleiter im Interview

Verschiedene Menschen, die Lauda kennen und schätzen kommen zu Wort. Dies geschieht in der Tat konsequent als Frage-und-Antwort-Schema. Unter anderem – höchst interessant – kommt sein Bruder Florian zu Wort, der den Bruder Niki aus seiner Sicht schildert. Der Leser erfährt sehr deutlich, wie unterschiedlich beide ihren Weg gingen. Florian Lauda studierte übrigens Medizin und wurde später zum Nierenspender für Bruder Niki.

Ganz wichtig als Wortführer ist der ehemalige Ferrari-Rennfahrer Gerhard Berger, der nach Lauda und Jochen Rindt der dritte pouläre Racer aus Österreich ist. Und dann gibt es noch das Wintersport-As Franz Klammer, der Lauda aus seiner Sicht beleuchtet. Dies tut auch Motocrosser Heinz Kinigardner und letztlich die Premiere Moderatorin Tanja Bauer


3
NIKI und LAUDA – Der Pilot und Flugunternehmer

Ein nicht unerheblicher Lebensabschnitt prägt das Leben des Niki Lauda durch die Fliegerei. Vernarrt ins Fliegen, wurde Lauda später Unternehmer, gründete die Lauda-Air und ärgerte die österreichische Konkurrenz, verkaufe irgendwann seine Fluglinie, um nach vielen Jahren doch wieder „Fly NIKI“ zu gründen.

Sehr ausführlich wird auf das Flugzeugdrama am 26. Mai 1991 beleuchtet, als eine nagelneue Boeing 767 der Lauda Air in Thailand zerschellte. Das auf den Namen „Mozart“ getaufte Fluggerät brachte selbst einen kühlen Niki Lauda an die Grenzen der Belastbarkeit. „Wenn ich die Schuld trage, höre ich sofort auf“ wurde er damals immer wieder zitiert. Dazu kam es nicht, denn die Herstellerfirma Boeing und neutrale Untersuchungen erbrachten einen mechanischen Fehler in der Schubumkehr der Antriebe.


4
Niki Nationale – Der Rennfahrer

Eigentlich überfällig, aber trotzdem der erst letzte Teil des Buchs, ist die Karriere als Rennfahrer. Anders als in bisherigen Werken über Niki Lauda suchten die Autoren einige andere Schwerpunkte für diese Biografie, aber ganz am Rennsport kommen die drei der schreibenden Zunft nicht vorbei.

Im Fokus der Kapitel sind natürlich sein schlimmer Feuerunfall 1976 und wie dieser sein Leben später beinflusste, seine Zeit ab dem „Rücktritt vom Rücktritt“ und dem dritten WM-Titel, den er 1984 mit fünf Siegen und nur einem halben Punkt vor seinem Teamkollegen Alain Prost einfuhr.

Auch die nicht so glückliche Zeit als Motorsportchef beim Formel 1-Team von Jaguar ab 2002 wird zum Thema, und sehr hervorgehoben wird seine frühere Phase bei Ferrari als Rennfahrer, den Unstimmigkeiten und seinem Weggang nach 1977. Und das als Weltmeister, nur ein Jahr, nachdem er fast verbrannt wäre.


*** ZWEIFELSFREI … ***

… ein insofern interessantes Buch über Niki Lauda, weil es inhaltlich ganz anders ist als das, was der populäre Autor Heinz Prüller früher publizierte. Dort war die Zusammenarbeit zwischen Lauda und dem österreichischen Formel-1-Vorzeige-Journalist Prüller immer spürbar. Das merkt der Leser, der diese Bücher kennt, auch sofort: - bei den Prüllerschen Werken ist mehr Lauda-Seele zu spüren. Prüller ist nah am Mann, teils im Kopf des Niki Lauda wie jemand, der über einen langjährigen Freund oder Bekannten schreibt.

Leider mißlingt das Heike Kossdorff, Thomas Mudri und Daniel Winkler. Es mag auch daran liegen, dass Lauda sich an der Umsetzung dieses Buchs nicht beteiligen wollte. Somit bedienen sich die Autoren – ausser beim Interview-Anteil mit Berger, Klammer und Co. - allgemein bekannter Daten, die nochmals in einen Topf geschüttet, kräftig verrührt und in lesbarer Form ausgeschüttet werden. Nicht allzu neues also. Es ist irgendwie „noch okay“ und auch stilistisch gut geschrieben. Aber da bleibt das „weiss-ich-schon-alles-Gefühl“, auch wenn die Verlegung der Schwerpunktthemen ein interessanter Ansatz ist.

Wirklich sympathisch bleibt aber der Teil mit den Menschen, die Lauda begegnet sind und dies in Interviews lesenswert erzählen. Die Fragen sind gut gestellt, so dass die Antworten einiges über den Menschen Lauda aus Sicht dieser Bekannten und Freunden – und des Bruders – dem Leser vermitteln.

Nicht zu vergessen sind natürlich die Fotostrecken in dem Buch, die auch nicht viel Neues zeigen, aber letztlich zur Darstellung einer solchen Karriere dazugehören.

Von jenen Büchern, die ich über Niki Lauda gelesen habe, landet dieses auf Platz 5 von 5.

Dazu wirkt es zu unpersönlich und „ohne Seele“. Lauda wird beleuchtet, aber alles bleibt diffus für den Leser. Mich erinnert – ausser bei den Interviews – das ganz Buch weniger an eine Biografie (die nicht mal authorisiert wäre), sondern an eine Art Reportage. In Schulnoten „drei bis drei minus“ …


Jean-Louis Glineur 

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Jacky Ickx

Pierre Van Vliet , Pierre van Vliet
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 23.05.2012
ISBN 9783768835084
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Er" ist der Held meiner Kindheit und meiner Jugend.

"Er" gilt als einer der erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten, obwohl er nie Formel 1 Weltmeister wurde. Und dennoch ist seine Popularität ungebrochen.
Er? Die Rede ist von Jacques Bernard Ickx, besser bekannt als Jacky Ickx. Er wurde am 1. Januar 1945 als Sohn eines belgischen Motorsportjournalisten geboren.

Seine ersten Erfahrungen im Motorsport sammelte er früh, als er mit einer kleinen Zündapp an Geschicklichkeits- und Trialveranstaltungen teilnahm. Später wechselte er zum Rennsport auf vier Rädern und sammelte erste Erfahrungen bei Bergrennen.

Seine Popularität wuchs dann durch Siege im Tourenwagen Mitte der 60er Jahre, die ihn dann in die internationale Szene führten. Bei Langstreckenrennen, vor allem in Le Mans und Spa-Francorchamps setzte er Akzente. Seinen Durchbruch hatte er mit dem Sieg 1966 bei den 24 Stunden von Spa mit Teamgefährte Armin Hahne. Ein BMW 2000Ti war das "Werkzeug".

Später wurde Ickx erster Europameister der 1968 neu geschaffenen Formel 2 und schaffte den Einstieg in die Formel 1 und wurde dort zweimal Vize-Weltmeister.
Seinen Ruf als vielseitiger Rennfahrer verrät sein Beiname "Monsieur Le Mans", Den Jacky Ickx gewann die 24 Stunden von Le Mans 6-mal. Dass dies noch getoppt werden kann, glaubte niemand, aber der Däne Kristensen schaffte dies in den letzten Jahren. Unvergessen bleibt der Sieg von Ickx in Le Mans im Jahr 1969, als er sich mit Hans Herrmann selbst nach 24 Stunden noch ein Duell bis in den letzten beiden Kurven lieferte.

Weitere Stationen seiner Karriere sind die Titelgewinne der Langstreckenweltmeisterschaft in den Jahren 1982 und 1983. Damit ist Jacky Ickx der erfolgreichste Sportwagenrennfahrer aller Zeiten.

Als Allrounder, wen mag es wundern, gewann er zudem 1983 mit Copilot Claude Brasseur die Rallye Paris-Dakar mit einem Mercedes 280 GE und die amerikanische Can-AM Serie im Jahr 1979.

Am 1. Januar 2015 feierte er seinen 70. Geburtstag. Zu seinen Ehren ist ihm eine Ausstellung in Brüssel bis Mitte diesen Jahres gewidmet.
*** Der Bildband in Daten ***
Titel: Jacky Ickx 
von Pierre Van Vliet (Autor)
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Delius Klasing; Auflage: 1. Auflage 2012 (23. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3768835081
ISBN-13: 978-3768835084
39,90 Euro
Erfreulich ist , dass endlich dieses deutschsprachige Buch über das Multitalent Jacky Ickx veröffentlicht wurde. Pierre van Vliet als Autor gilt als Kenner des Rennfahrers Ickx und des Motorsports überhaupt.

Van Vliet beleuchtet das Leben von Jacky Ickx von dessen Kindestagen bis in die Neuzeit. Dies bedeutet, dass er nicht nur interessante Texte in gesamt 24 Kapiteln über das Leben des Rennfahrers präsentiert, sondern zudem eine Vielfalt von Fotos in Farbe und Schwarz-weiß. Für den Interessenten bleiben keine Fragen unbeantwortet, im Gegenteil, durch die Unterstützung des Rennfahrers selbst, verarbeitet Van Vliet bislang teils noch unveröffentlichte oder unbekannte Informationen und Fotos.
Der große Bildband mit 240 Seiten ist ein "massives Teil", denn nicht nur das schön gestaltete Hardcover ist hochwertige, sondern ebenso das schwere und sehr wertige Papier. Der Druck ist so hochwertig, dass man das Gefühl hat, echte Fotos in den Händen zu halten. Es ist deshalb so erwähnenswert, weil gerade uralte Bildvorlagen aus den 50er oder 60er Jahren schnell an Grenzen stoßen, was die Bilddetails angeht.

Nicht zu vergessen sind natürlich die verschiedensten Statistiken, die eine rund 40-jährige Rennfahrerkarriere mit allen Höhen und Tiefen beleuchten.
*** Fazit ***

Als bekennender Fan des Rennfahrers Jacky Ickx fehlt es mir an einer gewissen Objektivität. Gleichzeitig aber ist das "Wissen" über diesen Rennfahrer ein ganz guter Maßstab, um den Bildband inhaltlich zu werten. Und das kann in Schulnoten nur "eins plus" bedeuten. Zu gut sind die Texte über das Leben und die Karriere von Jacky Ickx, zu schön ist die Vielzahl der farbigen oder Schwarz-/Weiß-Fotos.
Der Preis von 39,90 Euro kommt mir bei der Hochwertigkeit dieses Bildbandes nicht nur angemessen, sondern nahezu günstig vor. Da wurde nicht gekleckert, sondern qualitativ Nägel mit Köpfen gemacht.

Im Vergleich mit anderen Sportler-Porträts sticht dieser Bildband qualitativ sehr heraus, Für Interessenten des Motorsports kann ich diesen Bildband reinen Herzens empfehlen.

Jean-Louis Glineur 

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Jacky Ickx

Ed Heuvink , Mario Andretti
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei McKlein Publishing, 01.11.2014
ISBN 9783927458741
Genre: Sachbücher

Rezension:

s ist die Rede von Jacques Bernard Ickx, besser bekannt als Jacky Ickx, aus Belgien. Er wurde am 1. Januar 1945 als Sohn eines belgischen Motorsportjournalisten geboren. Die ersten Erfahrungen im Motorsport sammelte er, als er mit einer Zündapp an Trialveranstaltungen erfolgreich teilnahm. Später wechselte er zum Automobilsport und sammelte seine erste Erfahrungen bei Bergrennen. Seine Popularität wuchs dann durch Siege im Tourenwagen – u.a. BMW 700 und Lotus Cortina - Mitte der 1960er Jahre, die ihn dann in die internationale Szene führten. Bei Langstreckenrennen, vor allem in Le Mans und Spa-Francorchamps setzte er Akzente. Seinen Durchbruch hatte er mit dem Sieg 1965 bei den 24 Stunden von Spa, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Armin Hahne. Zwei Jahre wurde Ickx erster Europameister der 1968 neu geschaffenen Formel 2 und schaffte den Einstieg in die Formel 1 und wurde dort zweimal Vize-Weltmeister. Einen fürchterlichen Feuerunfall bei einer unverschuldeten Kollision, überlebte er bei Grans Prix von Spanien im Jahr 1970 nur knapp.

Seinen Ruf als vielseitiger Rennfahrer verrät sein Beiname "Monsieur Le Mans", denn Jacky Ickx gewann die 24 Stunden von Le Mans 6-mal. Unvergessen bleibt der Sieg von Ickx in Le Mans im Jahr 1969, als er sich mit Hans Herrmann selbst nach 24 Stunden noch ein Duell bis in den letzten beiden Kurven lieferte. Weitere Stationen seiner Karriere sind die Titelgewinne der Langstreckenweltmeisterschaft in den Jahren 1982 und 1983. Damit ist Jacky Ickx der erfolgreichste Sportwagenrennfahrer aller Zeiten. Ferner gewann er zudem 1983 mit Copilot Claude Brasseur – Franzose und Schauspieler - die Rallye Paris-Dakar mit einem Mercedes 280 GE und die amerikanische Can-AM Serie im Jahr 1979. Am 1. Januar 2015 feierte Jacky Ickx seinen 70. Geburtstag. 

Der vorgestellte Bildband ist zugleich eine Chronologie seines Lebens als Motorsportler ab dem Jahr 1963. Ed Heuvink gliedert dies in verschiedene Kapitel, die teils einzelne Jahre berücksichtigen, teils mehrere Jahre zusammenfassen. Beispielsweise fasst er die Jahre 1963 bis 1966 unter den Begriff „Die ersten Jahre im Motorsport“. Von 1967 bis 1974 wird jedes Jahr der vielseitigen Karriere in einzelnen Kapiteln betrachtet. Seine weiteren Stationen als Rennfahrer fasst Heuvink dann bis zum Jahr 2000 wieder in Kapiteln zusammen, die immer mehrjährige Stationen des Jacky Ickx während seiner Rennfahrer- und Rallyekarriere, beschreiben.

Aber es kommen auch eine Vielzahl seiner Weggefährten zu Wort, unter anderem Rennfahrer wie Brian Redman, Derek Bell, Jackie Oliver oder Jochen Mass, die in vielen Langstreckenrennen mit ihm ein Fahrzeug pilotieren und auch gemeinsam mehr als einen Erfolg errangen. Vor allem Bell kann auf mehrere Siege gemeinsam mit Ickx bei den 24 Stunden von Le Mans zurückblicken. Ebenso war auch das Doppel Mass/Ickx seit den 70er bis Mitte der 80er Jahre gemeinsam unterwegs und immer wieder für das Porsche-Werksteam sehr erfolgreich. Umso interessanter ist die Art und Weise, wie Jochen Mass den Belgier charakterisiert und neben dem sportlichen Aspekt auch die besondere menschliche Art des Belgiers darstellt.

Andere positive Erinnerungen beschreibt der Brite Brian Redman, der mit Ickx gemeinsam in den 70er und 80er Jahren verschiedenste Langstreckenrennen bestritt, gemeinsam siegten, gemeinsam Niederlagen erlebten, aber auch 1979 bei den 24 Stunden von Le Mans gemeinsam die Erfahrung machten, wie es sich anfühlt, disqualifiziert zu werden. Grund war eine Panne werden des Longruns. Der Fahrer darf – abseits der Boxen bei solch einem Stop am Streckenrand - alles versuchen, das Auto wieder zu starten, aber fremde Hilfe -wie in diesem Fall dann geschehen – ist verboten.

Gemischte Gefühle hat anscheinend der dreifache Weltmeister in der Formel 1, Jackie Stewart aus Schottland. Beide sind Ende der 60er und in den ersten Jahren der 70er gelegentlich aneinander geraten, da Stewart für höhere Sicherheitsstandards dauernd auf die Barrikaden ging, Ickx aber nur einfach fahren wollte und da manchmal Einzelgänger war. Stewart beschreibt ihn als „kompliziert“ oder „manchmal egoistisch“, stellt aber sachlich fest, dass es im Grunde eher verwunderlich ist, dass ihm der WM-Titel in der Formel 1 nie glückte. 

Unabhängig von mehreren verschiedenen Beschreibungen seiner Wegbegleiter ist das Vorwort von dem US-Amerikaner Mario Andretti nicht zu vergessen, jener Andretti, der auch wiederholt mit Ickx Langstreckenrennen bestritt und mit ihm als Teamkollege bei Ferrari auch in der Formel 1 zu Beginn der 70er Jahre ein Team bildete. Außerhalb des Rennsports nennt er ihn einen Freund und innerhalb der gemeinsamen Jahre als Rennfahrer einen „traumhaften Teamkollegen“.

Über die Biographie hinaus nehmen die großformatigen Fotos einen eindrucksvollen Teil der rund 240 Seiten ein. Manches in schwarz-weiß und den 60er Jahren geschuldet, aber vieles in Farbe fotografiert, zeigt die Sationen des Jacky Ickx im Motorsport umfangreich und auch sehr gelungen dar. Eine Vielzahl von Fotografen, die im Impressum genannt werden, runden jenes umfangreiche Werk von Ed Heuvink mit sehr hochwertigen und ausdrucksvollen Fotos ab. Klasse Rennsportbilder, aber auch manches Porträt des Belgier von den 60er Jahren bis in die heutige Zeit zeigen sympathisch, wie sich aus einem schönen Jungengesicht ein charismatisches Antlitz über Jahrzehnte entwickelte.

Besonders erfreulich ist, dass der Hardcover-Einband stabil und in Hochglanz ein Schmuckstück ist. Aber auch die 240 Seiten sind aus schwerem und qualitativ sehr wertigem Papier, was die vielen großformatigen Farbbilder zusätzlich aufwertet.

Für solche Bildbände aus dem Motorsport nicht ungewöhnlich ist, dass das Werk in zwei Sprachen verfaßt ist: die jeweils links Spalte jeder Seite ist deutschsprachig, während die rechte Spalte in englischer Sprache verfaßt ist, wobei ein Schmunzler gestattet ist, da aus unerfindlichen Gründen in einem Kapitel in der englischen Fassung ein ehemaliger Teamchef von Ickx korrekt Carl Haas heißt, in der deutschen Übersetzung ein Carl „Hass“ aus dem US-Amerikaner wird, für den Ickx 1979 die Can-Am-Serie auf dem nordamerikanischen Kontinent die Meisterschaft gewann.

Fazit: für Freunde des Motorsports ist dieser Bildband nicht nicht ein Leckerbissen für Fans von Jacky Ickx, denn neben den biographischen Zügen sind auch die sachlichen Informationen hoch interessant. Allerdings ist es auch nicht verwunderlich, denn der Autor Ed Heuvink gilt als einer der „Kenner“, wenn es um Motorsport oder Porträts von Rennfahrern, wie er auch eindrucksvoll 2010 mit dem Bildband „Jo Siffert - Die Schweizer Rennfahrer-Legende“ bewies.

Dieses Werk ist rundum gelungen und mit größter Kompetenz verfaßt worden und geht in Schulnoten klar mit einer „eins plus“ über die Ziellinie.

Jean-Louis Glineur 

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Christstollen sind doch auch schon da

Hubert vom Venn
Flexibler Einband
Erschienen bei Rhein-Mosel-Vlg, 04.08.2016
ISBN 9783898010863
Genre: Romane

Rezension:

Eigentlich haben mic­h Bücher von Hubert v­om Venn wiederholt en­ttäuscht, wenngleich ­es auch sehr gute Aus­nahmen wie "Väter uns­er", "Die Hand im Moo­r" oder "Alles für di­e Katz" gibt. Immhin ­hat der mittlerweile ­über 60 Jahre alte Re­gional-Promi über 20 ­Bücher veröffentlicht­. Und trotz einer gew­issen Skepsis, wollte­ ich dem neuen Werk e­ine Chance geben, als­ ich entschied "Chris­tstollen sind doch au­ch schon da: Das Buch­ für die besinnlichen­ Tage des Jahres" als­ digitale Version zu ­lesen. Das gute Nachr­icht ist: ich habe de­n Umsatz des Eifelkab­arettisten gesteigert­, aber die schlechte ­Nachricht bleibt, das­s dieses sonderbare B­üchlein sein Geld nic­ht wert war.

In einer vermeintlich­ witzigen und angebli­ch humorvollen Art un­d Weise versucht Hube­rt vom Venn, der eige­ntlich Franke heißt, ­einen besonderen Bezu­g zwischen Eifeler Me­nschen und Weihnachte­n zu "stricken". Dazu­ geht er auch recht u­ngehemmt ans Werk, je­des Klischee zum Them­a Weihnachten und übe­rfrühes Weihnachtsgeb­äck in Supermärkten a­uf's Korn zu nehmen. ­Nur scheint ihm selbs­t verborgen, dass jed­er dieser hinkenden W­itze einen derart lan­gen Bart hat, dass er­ überhaupt nicht merk­t, dass er der x-te S­paßvogel ist, der kra­mpfhaft versucht, an ­längst ausgelutschten­ Späßen noch eine Pri­se Witz zu drapieren.­ Zu diesem Stottern a­uf drei statt vier Zy­lindern eines Witzmot­ors fällt auch mir nu­r eine abgedroschene ­Phrase ein: "Witz, ko­mm' raus, du bist umz­ingelt!".

Soweit, so gut. Damit­ ist das größte Manko­ des schmalen Büchlei­ns bereits skizziert.­ Aber leider ist das ­nicht der einzige Uns­inn, den ich bei der ­Lektüre von "Christst­ollen sind doch auch ­schon da: Das Buch fü­r die besinnlichen Ta­ge des Jahres" entdec­ke, nein, der Herrn v­om Venn kann's auch n­icht lassen, überholt­e und arg verstaubte ­Klischees über den "E­ifeler an sich" hinte­r dem Ofen hervorzuho­len. Da frage ich mic­h, ob er eventuell ei­n Uralt-Manuskript um­ die Jahrhundertwende­ herauskramte. Wohlge­merkt, der Umstieg vo­m 18. ins 19. Jahrhun­dert. Nix Millenium u­nd Jahr 2000 !!! Lies­t man, wie Hubert vom­ Venn den Eifeler ums­chreibt, bleibt so ei­n Gefühl, als würde H­ein Blöd den Spongebo­b zum Tanze aufforder­n. Eine derart flache­ Definition des Eifel­ers selbst, seiner Le­bensart und seiner We­ltoffenheit , ist für­ mich eine absolute N­ovität. Es ist wirkli­ch schon peinlich, wi­e der Venn-Hubert die­ Eifeler Damenwelt ei­nfältig darstellt, da­ss sie erstmal eine s­pezielles Kleid und A­ccessoires im Modeges­chäft vor Ort einkauf­t, bevor sie sich übe­rhaupt in die Großsta­dt wagt. Damit meint ­der Autor beispielswe­ise das nahe Aachen, ­somit eher ein "Großs­tädtchen". Ihm schein­t aber nicht bekannt ­zu sein, dass der Eif­eler von heute sich s­chon seit Jahrzehnten­ Richtung Aachen und ­auch zurück bewegt. U­nd, auch nicht zu ver­achten, der Eifeler a­n sich, fällt nicht n­ur zu Weihnachten in ­Aachen ein. Das ist s­ogar ein Ganzjahresth­ema.

Der Autor baut auch s­eine Frau ein. Dialog­e von, zu und über We­ihnachten sind nicht ­zu unterschätzender T­eil des Büchleins. Mi­r ist allerdings nich­t ganz klar, ob die D­arstellung seiner "be­sseren Hälfte" letztl­ich fiktiv ist, oder ­aber das bilaterale M­iteinander real ist. ­Für mich bleibt, ob f­iktiv oder real festz­ustellen: gut, dass d­as nicht meine besser­e Hälfte ist. Anderse­its macht es ihr Pend­ant es ihr auch nicht­ leicht, wenn Eigensi­nn, nach meinem Gesch­mack schrullige Antwo­rten und recht "indiv­iduelle" Sichtweisen ­zutage kommen. Bei de­r Lektüre kommt dann ­irgendwann ein Moment­, wo der Leser versuc­ht ist, sich auf's Qu­erlesen zu verlegen, ­denn die Schoten, lau­en Witze, trägen Späß­e und mauen Gags täus­chen nicht darüber hi­nweg, dass sich die n­ächste Frage auftut: ­wer ist das Zielpubli­kum für Venn'sche Jok­es? Man bedenke, er t­ritt ja auch als Kaba­rettist in den Region­en der Eifel auf. Ost­belgien und die Vorei­fel sind gelegentlich­ auch Teil einer Tour­nee, wie ich mich eri­nnere. Teile des Buch­s, so wie ich es vers­tanden habe, sind ans­cheinend auch dem Büh­nenprogramm entnommen­. Dann bin ich letztl­ich beruhigt, dass ic­h mit 4,99 Euro noch ­halbwegs gut davon ge­kommen bin, denn zum ­Lachen gehe ich jeden­falls nicht in den Ke­ller und mit Sicherhe­it auch nicht zum Ven­n. Egal, wie ich das ­kleine Buch angehe ..­. ich kann nicht lach­en, und es ist nicht ­witzig. Vielleicht bi­n ich mit 52 Jahren n­och zu jung, um diese­m Versuch witzig zu s­ein, etwas abgewinnen­ zu können.

... mein F­azit im Eifelslang: "­dat war wohl nix!"

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Tödlicher Nordwestwind / Kriminalroman: Ein Fall für Kommissar Rieken

Lene Levi
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei hoerbuchedition words and music, 31.03.2015
ISBN 9783981302769
Genre: Sonstiges

Rezension:

Viele Jahre war lesen meine Leidenschaft, ihr folgte der Zugang zum Thema Hörspiel und Hörbuch, und seit geraumer Zeit begeistere ich mich für das Medium eBook. Der Grund ist simpel: die altersbedingte Veränderung der Sehstärke und ein Hang zur Migräne machen ein Tablet als Reader, oder auch den Kindle meiner Ehefrau, zum idealen Lesewerkzeug: Schrift skalieren, und das Lesen macht wieder richtig Freude.

Bei der Suche nach interessanten Krimis – mein bevorzugtes Genre ist nunmal „Crime“ – stieß ich auf „Tödlicher Nordwestwind“ von Lene Levi. Bereits der Klappentext sprach mich an, speziell die Idee, dass sich ein Kriminalbeamter vom großen Berlin sich ins kleine und beschauliche Oldenburg versetzen lässt, besser gesagt, er kehrt zurück in die Heimat. Der Krimi, das ist logisch, würde nicht funktionieren, wenn es auch beschaulich bliebe. Weit gefehlt! Jener Kriminalbeamte namens Robert Rieken erhält sogleich „das volle Programm“: Mord nebst potentiell verdächtiger Russenmafia! Und D-A-S in Oldenburg! Es sind zwei Krabbenfischer, die mit ihren Schleppnetzen neben allerlei Fisch einen nicht mehr ganz kompletten Leichnam aus dem Meer holten. Ein Schuh und eine beschädigte, aber edle Uhr lassen zumindest einen Schluss zu, dass die Leiche finanziell nicht klamm war.

Robert Rieken und sein Assistent Jan, bei dem er bald von „Sie“ zum „du“ übergeht, verfolgen unterschiedliche Spuren, die einerseits vielversprechend sind, anderseits sich die Frage stellt, ob es nicht selbstmörderisch ist, sich unter Umständen mit der Russenmafia anzulegen. Die edle Uhr jedenfalls lässt Rückschlüsse auf ihren „Lebenslauf“ zu - das edle Teil hat im Grunde eine Seriennummer wie ein PKW eine Fahrgestellnummer, und vor der endeckten Leiche gab es einen russischen Vorbesitzer, der übrigens auch tot ist. Die Umstände sind jedoch rätselhaft.
Ein nächster Baustein, der sich auftut, ist das Auffinden einer ermordeten Prostituierten. Sie und die Wasserleiche besitzen eine identische Tätowierung. Das erste Opfer besaß eine Werkstatt, in der er alte Wohnwagen oder auch Wohnmobile aufmöbelte, die später als „Liebeslaube“ für Prostituierte eingesetzt wurden.

Damit ist aber die Spurensuche nach dem Mörder immer noch in vollem Gange…

Den Leser kann mit Sicherheit ansprechen, wie der Autor seinen Protagonisten Robert Rieken entwickelt hat. Er ist nicht nur Kriminalbeamter, sondern er ist auch Mensch. Eine sympathische asiatische Kollegin, die aber mehr Oldenburger Mentalität besitzt, entzückt ihn fachlich und ebenso Mensch, und er hat auch noch seine alte Mutter, die ihm absolut nicht gleichgültig ist. Er sorgt für die alte Dame, die zudem nicht auf den Mund gefallen ist. Da ist Rieken dann doch „nur“ Sohn und nicht Kriminaler. Aber auch als Ermittler hat er Charisma – er wirkt weitgehend ruhig und souverän, ist eher der Ruhige und nicht der spontane Poltergeist. In dieser Art und Weise entwickelt sich das Miteinander von Robert Rieken und seinem Assistenten sehr realistisch: aus der ersten gesunden Distanz entsteht bald das „du“ und auch die Wertschätzung für die Arbeit von Jan führt zur Entwicklung eines sympathischen Teams.

Sehr gefallen hat mir auch das Beschreiben von wesentlichen Dingen, die beispielsweise solch einen Kutter ausmachen, indem Fachbegriffe Interesse wecken. Backbord und Steuerbord kann ich noch zu meiner Allgemeinbildung zählen, aber wie Schleppnetze und vieles mehr funktioniert, finde ich eine Bereicherung für den Leser. Und dass es anschaulich ist, ist es auch ungeheuer interessant. Gleiches gilt auch für das clevere Zurückverfolgen der teuren Uhr. Viele Details machen spannend, wie beim Öffnen der Uhr kleine Hinweise die nächste Spur erbringen.
Krimis mit einem bewusst spürbaren Lokalkolorit haben einen großen Reiz, wenn sie gut geschrieben sind. Sehr gern wird auf Eifel-Krimis von Jacques Berndorf hingewiesen, die fast alle lesenswert sind, wenn’s um Regionalliteratur geht. Allerdings hat er’s auch nicht erfunden, aber wieder sehr populär gemacht. Ebenso gelungen sind die Schwabenkrimis von Klaus Wanninger.

Wie bei Letzterem hatte ich aktuell bei dem tödlichen Nordwestwind rund um Oldenburg auch den sympathischen „Aha-Effekt“. Dieser erste Fall von Robert Rieken begeistert nicht nur durch seine Spannung, sondern vor allem auch durch seine lebensechten Dialoge. Sie sind flüssig, wie man eben spricht, und darüber hinaus ist auch der beschreibende Stil von Lene Levi sehr gefällig und kurzweilig. Rieken selbst ist zudem eine Identifikationsfigur.

Ich habe ohnehin ein Faible für Krimis deutschsprachiger Autoren, und meines Erachtens laufen sie vielen US-Autoren absolut den Rang ab. Somit wird es auch niemanden wundern, dass ich mir bereits den zweiten Fall von Robert Rieken besorgt habe, denn „Tödlicher Nordwestwind“ hat mich rundum begeistert. Wäre ich geneigt, aus Prinzip ein Haar in der Suppe zu suchen, dann hätte ich hier jedenfalls ein Problem, denn der Roman ist nicht nur sympathisch, sondern einfach rundum gelungen.
 

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