David Sedaris

 3.9 Sterne bei 548 Bewertungen
Autor von Ich ein Tag sprechen hübsch, Nackt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Sedaris

Die Komik des Lebens: David Sedaris wurde 1956 in Binghamton, New York, geboren. Aufgewachsen in Raleigh, North Carolina, lebte er eine Zeit lang in Paris und in der Normandie. Heute hat er sich im britischen Sussex mit seinem Partner niedergelassen. Bekannt ist Sedaris als humoristischer Autor, Dramatiker, Essayist und für seine Tätigkeit beim Radio. In seinen Geschichten verarbeitet er mit viel Witz autobiografische Themen wie Familie und Erbe, unterschiedlichste Jobs und gescheiterte Träume, seine Drogenabhängigkeit sowie Beziehungen und seine Homosexualität. Nach einem Studium am Arts Institute of Chicago, einer erfolglosen Karriere als Performancekünstler und vielen Gelegenheitsjobs landete Sedaris 1992 mit einem Radioessay über seine Tätigkeit als Elfe zur Weihnachtszeit in einem Kaufhaus einen Erfolg. Sein Autorendebüt – eine Essay- und Kurzgeschichtensammlung – erschien 1994 unter dem deutschen Titel „Fuselfieber“. Sedaris schaffte es mehrfach auf die Bestsellerliste der New York Times, etwa mit „Dress your Family in Corduroy and Denim“ (2004; dt.: Nachtprogramm). 2001 verlieh ihm das Time Magazine den Titel „Humorist of the Year“. Gemeinsam mit seiner Schwester, der Schauspielerin Amy Sedaris, verfasst er auch Theaterstücke und schreibt inzwischen unter anderem für die New York Times und den New Yorker.

Neue Bücher

Wer's findet, dem gehört's

 (9)
Erscheint am 11.02.2019 als Taschenbuch bei Heyne.

Alle Bücher von David Sedaris

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Ich ein Tag sprechen hübsch

Ich ein Tag sprechen hübsch

 (87)
Erschienen am 01.03.2005
Nackt

Nackt

 (83)
Erschienen am 01.01.2000
Fuselfieber

Fuselfieber

 (46)
Erschienen am 06.11.2006
Schöner wird's nicht

Schöner wird's nicht

 (48)
Erschienen am 01.02.2010
Naked.

Naked.

 (43)
Erschienen am 01.10.2000
Nachtprogramm

Nachtprogramm

 (47)
Erschienen am 05.10.2005
Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes

Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes

 (20)
Erschienen am 08.12.2014

Neue Rezensionen zu David Sedaris

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Rezension zu "Calypso" von David Sedaris

Calypso - Sommer am Meer
thursdaynextvor einem Monat

Der Sommer sollte am Meer verbracht werden. Sand, Salzwasser, Sonne, Wind, Wellen …

David Sedaris beschreibt weshalb. Calypso erzählt von vielen am Meer verbrachten Sommern, die Sedaris zusammen mit seiner Familie und später mit Mann und Freunden und neu hinzugekommenen Verwandten erlebt hat. Mittelalt ist er und findet nichts sonderlich Schätzenswertes an diesem Lebensalter sieht man von Gästezimmern ab.

Sedaris, dieser Großmeister des leisen anarchischen, subversiven Humors, blickt in Calypso gleichzeitig zurück, in die Zukunft und schildert die Gegenwart.

Liebevoll, ausgeklügelt bösartig, manchmal leicht irre, wenn er versucht sein Lipom an uralte Wasserschildkröten mit Tumor zu verfüttern. Seine schrägen Gedanken zur Welt und der Blick durch seinen subjektiven und dabei so entlarvenden Filter gewähren einen sehr speziellen Einblick in die menschliche Seele. Trotz dieser privaten Betrachtungsweise ist niemand, der Calypso liest, davor gefeit, sich selbst, die eigenen Gedanken oder sein Gegenüber, seine Familie, immer wieder in kleinen Sequenzen zu entdecken. Familie ist bekloppt, lästig, nervig. Ist Heimat, Liebe, Vertrauen, Hilfe und, wie Sedaris sie schildert, immer auch Abenteuer. In seiner grandios erzählten Biographie liegen Absurdität, Tragödie und Komödie nahe beieinander. Eine irre und dabei feinsinnig charmante Achterbahnfahrt durch Zeiten seines Lebens, die pointiert beschreibt was wichtig ist in jedem Leben. Den Humor beizubehalten und wiederzufinden und die Liebe. Schräg bis leicht bekloppt erfährt man hier Privates, Leidvolles und Trauriges, amüsiert sich, trotz oder wegen der leichten Melancholie, die sachte mitschwingt, dabei königlich.

Bei mir denken die Leute nicht Was haben Sie gesagt?, sondern Warum sagen Sie sowas?!

Weil er es kann, wie sonst keiner! Sedaris bemerkt sie, die kleinen Irritationen des Gewohnten und er setzt sie in einen gesellschaftspolitischen Kontext. So erregt die in USA etablierte Methode des Up-Selling seinen Unmut. Am Flughafen angekommen ordert er einen Kaffee und prompt folgt die Frage „Darf’s noch ein Stück Gebäck sein?“ worauf Sedaris pampig wird und klarstellt, dass er, wenn er es vermochte, den Kaffee zu bestellen, durchaus auch fähig gewesen wäre Gebäck zu verlangen, wenn er denn welches hätte haben wollen. Nachdem ihm daraufhin Plunderteilchen offeriert werden verlässt er, ohne Kaffee und verärgert, den Stand, um ein paar Läden weiter immer noch aufgebracht Kaffee und nichts weiter zu bestellen. Auch das gestaltet sich schwierig.

Der Wahlbrite moniert auch die sich im Süden der Vereinigten Staaten verbreitende Angewohnheit, statt vielen Dank oder auf Wiedersehen mit „Haben Sie einen gesegneten Tag.“ verabschiedet zu werden. „Das fühlt sich so an, als werde man gegen seinen Willen mit Weihwasser besprengt.“ Er erzählt, wie die Präsidentenwahl, deren desaströser Ausgang auch in seiner Familie Spaltungen und Unfrieden verursachte, erlebt und bewältigt wurde.

Dabei ist des Autors genialer Stil, der so leicht erscheint, sich so flüssig fluffig wegliest zusammen mit seinen Themen und der Art wie er dies alles präsentiert unnachahmlich und auf diese Weise unerreicht. Ich hab mich bei Fauler Zauber (nicht nur bei diesem Kapitel) weggeschmissen, als er erklärte, dass es ihn nervt, wenn Leute über Geister reden. Sein Lebensgefährte Hugh und dessen Mutter glauben unbedingt an solche Erscheinungen, welche sich ihnen zufolge nicht nur in Häusern und Möbelstücken, sondern auch in Vintage Kleidung aufhalten. Auf des Autors pragmatischen Tipp, man könne die gebrauchten Klamotten ja in die Reinigung geben, antworten sie, das funktioniere nicht, es wären ja Geister und keine Wanzen und resümieren, dass diese besondere Geistersehfähigkeit ihm einfach komplett abginge. <<„Und was ist mit den Leuten, die Elfen sehen?“, fragte ich. „Tja, die sind einfach nur verrücktsagte Hugh.>>

Wer anspruchsvolle, witzige, gesellschaftskritische Unterhaltung mag kommt um Sedaris nicht herum. Für Fans von David Sedaris ist diese autobiographische Erzählung ebenfalls unverzichtbar. Für jene, die ihn noch nicht kennen, gibt es Wellnesslesen mit Tiefgang. Mehr davon!

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Rezension zu "Calypso" von David Sedaris

Tragikomische Familiengeschichten
YukBookvor 2 Monaten

Diese Essay-Sammlung von David Sedaris hätte ich gern als Stand-up-Comedy erlebt. An einer Stelle heißt es, dass er auf einer Lesereise 45 Städte in 47 Tagen abgeklappert hat. Die Reise inspirierte ihn sicher zu der Geschichte „Ihr Englisch ist so gut“, bei der ich mich schlapp gelacht habe. Die Frage "Wie war Ihr Flug?", die er zu den überflüssigsten hält, bekam er wohl oft zu hören. Zu gern würde ich wissen, was er von der hierzulande überstrapazierten Floskel „Alles gut“ hält.

Das zentrale Thema des Buches ist das Reisen und seine Familie, die sich regelmäßig in einem Strandhaus auf Emerald Isle in North Carolina trifft. Zu seiner Schwester Amy scheint er ein besonders inniges Verhältnis zu haben. Doch auch alle anderen Familienmitglieder kommen zum Zuge und werden in seinen Anekdoten karikaturhaft gezeichnet: zum Beispiel sein eigenwilliger Vater, der eine Taschenlampe benutzte, um Strom zu sparen, oder seine Mutter, die sich stets stilvoll kleidete und mit ihren Geschichten alle zum Lachen brachte. 

Manchmal blieb mir jedoch das Lachen im Hals stecken, denn mit Galgenhumor seziert Sedaris sehr ernstzunehmende Themen wie die Alkoholsucht seiner Mutter oder den Selbstmord seiner Schwester Theresa. Ihn beschäftigt nicht nur das Altern im Allgemeinen, sondern auch wie schräg oder fanatisch einige Menschen in seinem Umkreis mit zunehmendem Alter werden. Abgesehen von ein paar unappetitlichen Geschichten habe ich Sedaris’ sehr persönliche Erinnerungen und Gedanken mit Vergnügen gelesen.

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Rezension zu "Wer's findet, dem gehört's" von David Sedaris

Vom Überleben, Kunst und Bedeutungslosigkeit - aus den Tagebüchern des David Sedaris
herrzettvor 6 Monaten

David Sedaris, ein Name, mit dem ich bisher noch nicht allzu viel anfangen konnte, doch das Buch "Wer's findet, dem gehört's - Meine Tagebücher und ich" hatte irgendwie sofort meine Aufmerksamkeit. Vielleicht lag es wie so häufig an dem recht aufmerksamkeitsstarken Cover. Vielleicht, aber auch einfach an dem Titel und meiner generellen Faszination für Menschen. Sedaris, so musste ich feststellen, ist jedenfalls ein sehr interessanter Mensch. Ich könnte nun beinahe das ganze Buch zitieren, um auf seine recht direkte Art und Ansichten zu belegen, doch irgendwie ginge dann der Sinn des Buches, welches unbedingt gelesen werden möchte, verloren. Hierzu muss man sagen, "dass es sich um meine (Sedaris) Textauswahl handelt. Von grob acht Millionen Wörtern, die ich seit dem 5. September 1977 per Hand oder Maschine in mein Tagebuch geschrieben habe, ist hier nur ein kleiner Teil wiedergegeben." Und damit ist es der erste Band seines notierten Lebens von 1977 bis 2002 gemeint, der in diesem Buch zutragen kommt. Thematisiert werden nicht nur alltägliche Beobachtungen. Neben seinem eigenen Alkohol- und Drogenkonsum, Existenznot und Aufs und Abs seines Lebens geht es hier um ganz viel persönliche Offenheit. Vielleicht auch ein Hauch Distanziertheit zu sich selbst.

"13.Januar 1986 - Chicago
Ich versuche, so wenig Geld wie möglich auszugeben. Ohne Einkünfte bleibt mir nichts anderes übrig, also habe ich heute [...] ein Stück Fiesta-seife gekauft, die furchtbar ist, aber nur 20 Cent kostet. Ich habe mich gestern Abend damit gewaschen und rieche noch heute wie einer dieser Duftsteine in den Pissoirs an der Tankstelle."

Es erinnerte mich ein bisschen an die "Stadt der Feen und Wünsche" von Leander Steinkopf, nur in kürzer bzw. auf einzelne, kleine Abschnitte je Tag komprimiert ohne den Eindruck einer Geschichte zu erwecken. Alle Einträge funktionieren super einzeln, dennoch durchlaufen sie einen roten Faden und bilden das Leben des David Sedaris, komplett ungeschönt, direkt und persönlich ab. Sedaris selbst geht nicht einmal davon aus, dass man es von Anfang bis Ende lesen sollte und vergleicht es bereits im Vorwort mit einem College-Jahrbuch oder eine Witzesammlung, nur dass es sich hier eben um einzelne Tage handelt. Es ist so herrlich nüchtern, bewusst, so real. Er selbst beschreibt es einmal ganz schön mit einem Zitat aus der Village Voice am 15. März 1991 "Der aus North Carolina stammende David Sedaris liest aus seinen verschrobenen, urkomischen Geschichten und Tagebüchern, beißende Sozialsatire, gemildert durch einen klaren Blick für die Komik menschlichen Verhaltens." Gut, das Vorlesen muss man sich in diesem Fall nun denken. 
Ich für meinen Teil mochte dieses Buch sehr. Außerdem, hier ein Einschub meiner Gedanken, fehlt auf Seite 266 die Seitenzahl, dies macht sie irgendwie existent und dann auch wieder nicht. Ich fragte mich sogar eine ganze Weile ob dies Absicht sei oder einfach nur ein blöder Zufall und man musste irgendwo in dieser Ausgabe Zahlen einsparen. Man weiß es nicht, aber auch das passt irgendwie hervorragend zu diesem Buch eines Überlebenskünstlers.

"13.September 1998 - La Bagotiere
... Die Lehrerin möchte einen Text über die Zukunft, etwas in der Art von "Eines Tages werde ich reich und berühmt sein". Aber das ist Kinderkram. Stattdessen schrieb ich: "Eines Tages werde ich sehr alt sein und in einem Pflegeheim leben. Ohne Zähne, kahlköpfig und verschrumpelt werde ich jede Nacht dreimal wach werden und mithilfe einer Pflegerin zur Toilette gehen. Ich werde nur noch Haferschleim essen und einmal im Monat in lauwarmem, trüben Wasser baden..."

Und doch hab ich es an einem Stück gelesen bzw. im zweiten Abschnitt oftmals hin und her und wieder zurück geblättert und mich stets gut unterhalten gefühlt. Nun möchte ich mehr und bin gespannt, was der gute Herr, denn sonst noch so fabriziert hat. Ich hab ihn dann jetzt gefunden.
P.s. Den englischen Titel "Theft by Finding" finde ich irgendwie in diesem Fall nicht nur schöner, sondern auch treffender, aber das ist dann auch wieder nur meine Meinung.


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