David Sedaris

 3.9 Sterne bei 555 Bewertungen
Autor von Ich ein Tag sprechen hübsch, Nackt und weiteren Büchern.

Lebenslauf von David Sedaris

Die Komik des Lebens: David Sedaris wurde 1956 in Binghamton, New York, geboren. Aufgewachsen in Raleigh, North Carolina, lebte er eine Zeit lang in Paris und in der Normandie. Heute hat er sich im britischen Sussex mit seinem Partner niedergelassen. Bekannt ist Sedaris als humoristischer Autor, Dramatiker, Essayist und für seine Tätigkeit beim Radio. In seinen Geschichten verarbeitet er mit viel Witz autobiografische Themen wie Familie und Erbe, unterschiedlichste Jobs und gescheiterte Träume, seine Drogenabhängigkeit sowie Beziehungen und seine Homosexualität. Nach einem Studium am Arts Institute of Chicago, einer erfolglosen Karriere als Performancekünstler und vielen Gelegenheitsjobs landete Sedaris 1992 mit einem Radioessay über seine Tätigkeit als Elfe zur Weihnachtszeit in einem Kaufhaus einen Erfolg. Sein Autorendebüt – eine Essay- und Kurzgeschichtensammlung – erschien 1994 unter dem deutschen Titel „Fuselfieber“. Sedaris schaffte es mehrfach auf die Bestsellerliste der New York Times, etwa mit „Dress your Family in Corduroy and Denim“ (2004; dt.: Nachtprogramm). 2001 verlieh ihm das Time Magazine den Titel „Humorist of the Year“. Gemeinsam mit seiner Schwester, der Schauspielerin Amy Sedaris, verfasst er auch Theaterstücke und schreibt inzwischen unter anderem für die New York Times und den New Yorker.

Alle Bücher von David Sedaris

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Buchformat:
Ich ein Tag sprechen hübsch

Ich ein Tag sprechen hübsch

 (88)
Erschienen am 02.12.2013
Nackt

Nackt

 (83)
Erschienen am 01.01.2000
Schöner wird's nicht

Schöner wird's nicht

 (49)
Erschienen am 01.02.2010
Fuselfieber

Fuselfieber

 (46)
Erschienen am 06.11.2006
Naked.

Naked.

 (44)
Erschienen am 01.10.2000
Nachtprogramm

Nachtprogramm

 (47)
Erschienen am 02.12.2013
Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes

Sprechen wirüber Eulen - und Diabetes

 (20)
Erschienen am 08.12.2014

Neue Rezensionen zu David Sedaris

Neu

Rezension zu "Calypso" von David Sedaris

Familiengeschichten mal anders
Daphne1962vor 3 Monaten

Calypso von David Sedaris, gelesen von
Devid Striesow

Calypso - eine weibliche Gestalt der griechischen
Mythologie (Nymphe oder Nereide)

Früher hat Harry Rowohlt seine Bücher
besprochen, aber Devid Striesows Stimme
lässt den wahren Sedaris hervorragend zu
Wort kommen. Inzwischen ist der Autor
schon über 60 und wirkt nicht mehr ganz
so durchgeknallt.

Wer die Bücher von David Sedaris kennt
und auch seinen Charakter versteht, weiß
was ihn hier erwartet. Der Titel des Buches
ist vielleicht auch absichtlich gewählt, denn
der Vater vom Autor war ein Grieche gewesen.
Allerdings ist Calypso auch ein Tanz und
gleichzeitig eine afrikanische Musikart. Bei
ihm ist es schlicht der Name einer
bescheuerten Katze.

David Sedaris referiert hier über gesammelte
Geschichten aus seiner Familie. Beerdigungen,
seine zahlreichen Geschwister, über seinen
sparsamen griechischen Vater und seiner
zu früh verstorbenen Mutter, die zu viel trank.
Es liegt in der Familie sich den Dingen, die
einem nicht gut tun voll hinzugeben.

Dabei kehrt er beim Erzählen allerdings
die Dinge von innen nach außen sozusagen
und erkennt in der merkwürdigsten Situation
noch was positives darin. Wer ist schon so
schonungslos offen? Spricht über Dinge,
über die man nicht sprechen möchte?
Unappetitliches wie das Entleeren des
Darms und Mageninhaltes?

Sedaris ist und bleibt für mich unterhaltsam
und bringt mich immer wieder zum Lachen

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Rezension zu "Calypso" von David Sedaris

Calypso - Sommer am Meer
thursdaynextvor 9 Monaten

Der Sommer sollte am Meer verbracht werden. Sand, Salzwasser, Sonne, Wind, Wellen …

David Sedaris beschreibt weshalb. Calypso erzählt von vielen am Meer verbrachten Sommern, die Sedaris zusammen mit seiner Familie und später mit Mann und Freunden und neu hinzugekommenen Verwandten erlebt hat. Mittelalt ist er und findet nichts sonderlich Schätzenswertes an diesem Lebensalter sieht man von Gästezimmern ab.

Sedaris, dieser Großmeister des leisen anarchischen, subversiven Humors, blickt in Calypso gleichzeitig zurück, in die Zukunft und schildert die Gegenwart.

Liebevoll, ausgeklügelt bösartig, manchmal leicht irre, wenn er versucht sein Lipom an uralte Wasserschildkröten mit Tumor zu verfüttern. Seine schrägen Gedanken zur Welt und der Blick durch seinen subjektiven und dabei so entlarvenden Filter gewähren einen sehr speziellen Einblick in die menschliche Seele. Trotz dieser privaten Betrachtungsweise ist niemand, der Calypso liest, davor gefeit, sich selbst, die eigenen Gedanken oder sein Gegenüber, seine Familie, immer wieder in kleinen Sequenzen zu entdecken. Familie ist bekloppt, lästig, nervig. Ist Heimat, Liebe, Vertrauen, Hilfe und, wie Sedaris sie schildert, immer auch Abenteuer. In seiner grandios erzählten Biographie liegen Absurdität, Tragödie und Komödie nahe beieinander. Eine irre und dabei feinsinnig charmante Achterbahnfahrt durch Zeiten seines Lebens, die pointiert beschreibt was wichtig ist in jedem Leben. Den Humor beizubehalten und wiederzufinden und die Liebe. Schräg bis leicht bekloppt erfährt man hier Privates, Leidvolles und Trauriges, amüsiert sich, trotz oder wegen der leichten Melancholie, die sachte mitschwingt, dabei königlich.

Bei mir denken die Leute nicht Was haben Sie gesagt?, sondern Warum sagen Sie sowas?!

Weil er es kann, wie sonst keiner! Sedaris bemerkt sie, die kleinen Irritationen des Gewohnten und er setzt sie in einen gesellschaftspolitischen Kontext. So erregt die in USA etablierte Methode des Up-Selling seinen Unmut. Am Flughafen angekommen ordert er einen Kaffee und prompt folgt die Frage „Darf’s noch ein Stück Gebäck sein?“ worauf Sedaris pampig wird und klarstellt, dass er, wenn er es vermochte, den Kaffee zu bestellen, durchaus auch fähig gewesen wäre Gebäck zu verlangen, wenn er denn welches hätte haben wollen. Nachdem ihm daraufhin Plunderteilchen offeriert werden verlässt er, ohne Kaffee und verärgert, den Stand, um ein paar Läden weiter immer noch aufgebracht Kaffee und nichts weiter zu bestellen. Auch das gestaltet sich schwierig.

Der Wahlbrite moniert auch die sich im Süden der Vereinigten Staaten verbreitende Angewohnheit, statt vielen Dank oder auf Wiedersehen mit „Haben Sie einen gesegneten Tag.“ verabschiedet zu werden. „Das fühlt sich so an, als werde man gegen seinen Willen mit Weihwasser besprengt.“ Er erzählt, wie die Präsidentenwahl, deren desaströser Ausgang auch in seiner Familie Spaltungen und Unfrieden verursachte, erlebt und bewältigt wurde.

Dabei ist des Autors genialer Stil, der so leicht erscheint, sich so flüssig fluffig wegliest zusammen mit seinen Themen und der Art wie er dies alles präsentiert unnachahmlich und auf diese Weise unerreicht. Ich hab mich bei Fauler Zauber (nicht nur bei diesem Kapitel) weggeschmissen, als er erklärte, dass es ihn nervt, wenn Leute über Geister reden. Sein Lebensgefährte Hugh und dessen Mutter glauben unbedingt an solche Erscheinungen, welche sich ihnen zufolge nicht nur in Häusern und Möbelstücken, sondern auch in Vintage Kleidung aufhalten. Auf des Autors pragmatischen Tipp, man könne die gebrauchten Klamotten ja in die Reinigung geben, antworten sie, das funktioniere nicht, es wären ja Geister und keine Wanzen und resümieren, dass diese besondere Geistersehfähigkeit ihm einfach komplett abginge. <<„Und was ist mit den Leuten, die Elfen sehen?“, fragte ich. „Tja, die sind einfach nur verrücktsagte Hugh.>>

Wer anspruchsvolle, witzige, gesellschaftskritische Unterhaltung mag kommt um Sedaris nicht herum. Für Fans von David Sedaris ist diese autobiographische Erzählung ebenfalls unverzichtbar. Für jene, die ihn noch nicht kennen, gibt es Wellnesslesen mit Tiefgang. Mehr davon!

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Rezension zu "Calypso" von David Sedaris

Tragikomische Familiengeschichten
YukBookvor 9 Monaten

Diese Essay-Sammlung von David Sedaris hätte ich gern als Stand-up-Comedy erlebt. An einer Stelle heißt es, dass er auf einer Lesereise 45 Städte in 47 Tagen abgeklappert hat. Die Reise inspirierte ihn sicher zu der Geschichte „Ihr Englisch ist so gut“, bei der ich mich schlapp gelacht habe. Die Frage "Wie war Ihr Flug?", die er zu den überflüssigsten hält, bekam er wohl oft zu hören. Zu gern würde ich wissen, was er von der hierzulande überstrapazierten Floskel „Alles gut“ hält.

Das zentrale Thema des Buches ist das Reisen und seine Familie, die sich regelmäßig in einem Strandhaus auf Emerald Isle in North Carolina trifft. Zu seiner Schwester Amy scheint er ein besonders inniges Verhältnis zu haben. Doch auch alle anderen Familienmitglieder kommen zum Zuge und werden in seinen Anekdoten karikaturhaft gezeichnet: zum Beispiel sein eigenwilliger Vater, der eine Taschenlampe benutzte, um Strom zu sparen, oder seine Mutter, die sich stets stilvoll kleidete und mit ihren Geschichten alle zum Lachen brachte. 

Manchmal blieb mir jedoch das Lachen im Hals stecken, denn mit Galgenhumor seziert Sedaris sehr ernstzunehmende Themen wie die Alkoholsucht seiner Mutter oder den Selbstmord seiner Schwester Theresa. Ihn beschäftigt nicht nur das Altern im Allgemeinen, sondern auch wie schräg oder fanatisch einige Menschen in seinem Umkreis mit zunehmendem Alter werden. Abgesehen von ein paar unappetitlichen Geschichten habe ich Sedaris’ sehr persönliche Erinnerungen und Gedanken mit Vergnügen gelesen.

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