Ian McGuire

 4.3 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Nordwasser, Nordwasser und weiteren Büchern.

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Ian McGuireNordwasser
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Nordwasser
Nordwasser
 (32)
Erschienen am 13.02.2018
Ian McGuireKlugscheißer
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Klugscheißer
Klugscheißer
 (1)
Erschienen am 10.09.2007
Ian McGuireNordwasser
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Nordwasser
Nordwasser
 (2)
Erschienen am 23.02.2018
Ian McGuireThe North Water: Longlisted for the Man Booker Prize 2016
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The North Water: Longlisted for the Man Booker Prize 2016
Ian McGuireIncredible Bodies
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Incredible Bodies
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 (1)
Erschienen am 05.05.2016
Ian McGuireRichard Ford and the Ends of Realism
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Richard Ford and the Ends of Realism
Richard Ford and the Ends of Realism
 (0)
Erschienen am 01.06.2015

Neue Rezensionen zu Ian McGuire

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Dajobamas avatar

Rezension zu "Nordwasser" von Ian McGuire

Ein Überlebenskampf in der lebensfeindlichen Arktis
Dajobamavor einem Monat

Ian McGuire – Nordwasser

Es macht keinen Spaß, diesen Roman zu lesen. Er ist brutal, grausam, ekelhaft, verstörend und vieles mehr, aber vor allem ist er eines: unheimlich gut!

Das Setting hat mich oft an die Klassiker „Moby Dick“ oder auch „Der Seewolf“ erinnert. Denn auch hier geht es um die Mannschaft eines Walfängers. Nun sind die Besatzungsmitglieder eines solchen Schiffes per se keine zimperlichen oder besonders umgänglichen Menschen. Diese Fahrt der Volunteer ins Nordmeer bei Grönland scheint aber unter absolut keinem guten Stern zu stehen. Der Harpunierer Henry Drax verkörpert das gewissenlose Böse schlechthin, der Schiffsarzt Sumner hat so seine Geheimnisse und überhaupt scheint es einigen an Bord nicht unbedingt nur um den Walfang zu gehen. Als Sumner Drax ein übles Verbrechen nachweisen kann, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

McGuire erzählt sehr kraftvoll und flüssig. Schonungslos deckt er menschliche Abgründe angesichts des Überlebenskampfes auf. Die Stimmung ist von Anfang an düster und unheilschwanger, über weite Teile aber spannend wie ein Thriller. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft, überall Gemetzel, Blut und sonstige Körperflüssigkeiten. Ein Menschenleben ist nicht allzu viel wert. Der Ekelfaktor in dieser brutalen Männerwelt ist hoch. Trotzdem konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen.

Es geht um Gut und Böse, um den tödlichen Kampf zwischen zwei Männern und den Überlebenskampf in der lebensfeindlichen Arktis. Eine höhere Bedeutung oder Interpretationsmöglichkeit hab ich jetzt nicht gesehen, für mich persönlich ist das aber auch genug.

Der Leser erhält einen sehr authentischen Einblick in das Leben auf einem Walfänger im 19. Jahrhundert. Die Lebensbedingungen waren hart, der Umgangston rau, jeder nur auf sein eigenes Fortkommen bedacht. Wie im Kino läuft die Fahrt im Nordmeer vor einem ab, der Überlebenskampf im ewigen Eis. Ein extrem beeindruckender Roman! Und eine absolute Leseempfehlung an all jene, die Abenteuergeschichten mögen und keinen allzu empfindlichen Magen haben!

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Caro_Lesemauss avatar

Rezension zu "Nordwasser" von Ian McGuire

Leben und Überleben auf einem Walfangschiff
Caro_Lesemausvor 3 Monaten

Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Harpunierer auf der Volunteer, einem Walfangschiff, das von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Ebenfalls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben – nicht ahnend, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nachdem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat. Während sich der Konflikt zwischen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der eigentliche Sinn der verhängnisvollen Expedition zunehmend klar . . .


Ian McGuire beschreibt schonungslos und brutal - und dadurch so authentisch - wie es auf einem Walfangschiff im 19. Jahrhundert zuging. Nicht nur in Bezug auf die Jagd und die Tiere, sondern auch den Umgang der Männer untereinander. Sprachlich nimmt er kein Blatt vor den Mund. Immer wieder wandte ich mich angeekelt ab und überlegte mehrfach, ob ich das Buch wirklich weiterlesen möchte, weil es mich teilweise schüttelte. Dies kann natürlich nur ein Autor erreichen, der durch seinen Schreibstil Bilder im Kopf entstehen lässt und das schaffte McGuire bei mir auf jeden Fall. Warum ich doch zu Ende gelesen habe? So widerlich ich es auch zwischendurch fand, so fesselnd und spannungsgeladen wird die Geschichte mit der Zeit. Ich musste einfach wissen, wie das Abenteuer ausgeht. Insbesondere in der zweiten Hälfte bekommt der zunächst eher historisch angehauchte Roman eher einen Krimi-Aspekt. Im Gegensatz dazu findet man sich zwischendurch in Gedanken im Nordpolarmeer wieder, zwischen Eisschollen und Eisbären, auf der Suche nach den Walen. Ian McGuire schafft es, diese Naturszenen fast schon poetisch zu Papier zu bringen, was in krassem Gegensatz zu den rauen Dialogen und Handlungen zwischen den Männern steht. Sprachlich ist das Werk wirklich faszinierend und abwechslungsreich. Trotz der so zur Schau gestellten Maskulinität und dem täglichen Kampf ums Überleben sind McGuires Figuren nicht eindimensional. Er verleiht ihnen Tiefe, insbesondere auch in der Darstellung der menschlichen Abgründe und des Bösen.


Fazit:
Sprachlich ist das Buch etwas ganz Besonderes: Zwischen Poesie und nackter  Brutalität. Unwillkürlich geht bereits auf den ersten Seiten das Kopfkino an und die Geschichte lässt einen nicht mehr los. Wer mit schonungsloser Maskulinität umgehen kann, wird von diesem Roman nicht enttäuscht werden. Ich ziehe einen Stern ab, weil ich mich doch sehr häufig geekelt habe und denke, dass es ganz so viele explizite Stellen im Buch nicht gebraucht hätte. 

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Insider2199s avatar

Rezension zu "Nordwasser" von Ian McGuire

Ein bildgewaltiger, authentischer Roman: konfliktreich und spannend
Insider2199vor 3 Monaten

Ein bildgewaltiger, authentischer Roman: konfliktreich und spannend

Der 1964 geborene britische Autor studierte Literaturwissenschaft in Sussex und lehrt seit 1996 amerikanische Literatur und kreatives Schreiben an der University of Manchester. Der vorliegende Roman (mein 1. Buch von ihm) stand 2016 auf der Longlist für den Man Booker Prize und wurde von der New York Times zu einem der 10 besten Bücher des Jahres gekürt.

Inhalt (Klappentext): Henry Drax kennt kein Gewissen. Er ist Harpunierer auf der Volunteer, einem Walfangschiff, das von England Kurs auf die arktischen Gewässer der Baffinbucht nimmt. Ebenfalls an Bord ist Patrick Sumner, ein Arzt von zweifelhaftem Ruf, der glaubt, schon alles gesehen zu haben – nicht ahnend, dass seine größte Prüfung noch bevorsteht, nachdem er Drax einer ungeheuerlichen Tat überführt hat. Während sich der Konflikt zwischen den beiden Männern zuspitzt, wird auch der eigentliche Sinn der verhängnisvollen Expedition zunehmend klar . . .

Meine Meinung: Am meisten beeindruckt hat mich an diesem Roman die Authentizität und Bildgewaltigkeit, mit der der raue Alltag auf einem Walfang-Schiff geschildert werden. Man hat das Gefühl, live dabei zu sein und das Kopfkino läuft auf Hochtouren.

Auch sprachlich kann der Historienroman überzeugen und liest sich tw. fast poetisch. Die Charaktere sind komplex und vielschichtig; die Konflikte zahlreich vorhanden – das Highlight natürlich der unerbittliche Kampf zwischen Sumner und Drax, ein Fight auf Leben und Tod, der bis zum Schluss fesselt.

Im direkten Vergleich zu dem thematisch ähnlichen „Terror“ von Dan Simmons muss ich offen gestehen, kann das Buch meines Erachtens leider nicht ganz mithalten – da fand ich Simmons Roman (erweitert um das mystische/spirituelle Moment) sehr viel faszinierender – dennoch tut dieser Vergleich der Qualität dieses Romans keinen Abbruch.

Fazit: Ein bildgewaltiger, authentischer Roman: konfliktreich und spannend! Dieser Roman hat alles, was man sich wünscht: interessante Charaktere und ein spannender, konfliktreicher Plot mit einer sehr authentischen, bildreichen Schilderung eines rauen Alltags auf See. Unbedingt lesen!

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