Denis Scheck

 4.3 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Schecks Kanon, SIE & ER und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Denis Scheck

Der in Köln lebende Denis Scheck gilt als einer der bekanntesten deutschen Literaturkritiker und ist bekennender Gourmet. Nach seinem Studium in Geschichte, Politik und Literaturwissenschaftler folgte eine Arbeit als Übersetzer und Agent. Mittlerweile ist er Redakteur des Deutschlandfunks und Moderator der ARD-Sendung Druckfrisch.

Alle Bücher von Denis Scheck

Cover des Buches Schecks Kanon (ISBN:9783492059343)

Schecks Kanon

 (13)
Erschienen am 14.10.2019
Cover des Buches SIE & ER (ISBN:9783827078353)

SIE & ER

 (2)
Erschienen am 05.10.2015
Cover des Buches Hell's Kitchen (ISBN:9783875122145)

Hell's Kitchen

 (1)
Erschienen am 01.02.1998
Cover des Buches Kurt Vonnegut (ISBN:9783422072398)

Kurt Vonnegut

 (0)
Erschienen am 07.03.2014
Cover des Buches King Kong, Spock & Drella (ISBN:9783426771648)

King Kong, Spock & Drella

 (0)
Erschienen am 01.09.1999

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Neue Rezensionen zu Denis Scheck

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Rezension zu "Schecks Kanon" von Denis Scheck

Ach du Scheck!
Beustvor 16 Tagen

Denis Scheck ist ein Literaturkritiker, der uns Laien zum gefallen die Sache gern auf den Punkt bringt, krachledern, kräftig und komisch. Ich habe Tränen gelacht, als er im Deutschlandfunk ein Werk von Jussi Adler Olson mit dem Vergleich niedermacht, es zu lesen sei so nervenzerfetzend „wie ein Weltmeisterschaftsfinale im Pfahlsitzen“. Gleichzeitig spart er auch nicht an Lob, wenn ein Werk gelungen ist, und empfiehlt immer wieder gute Bücher zu späten Stunde. Wenn er den Sledge Hammer macht – „Vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue“ –, dann hat er wieder meinungsstark eine Leseempfehlung ins Rampenlicht gerückt.

Nichts weniger erwartete ich also von seinem, von „Schecks Kanon“: Sledge Hammers ultimative Liste der zu lesenden Bücher, abgeliefert von einem, der uns Laien versteht. Aber diese Liste kommt nicht, weil sich in Denis Scheck zwei Literaturmenschen verbergen: Der pfiffige Lausejunge, der saftige, umstürzlerische, direkt in den Bauch gehende Bücher liebt und uns Dagobert Duck, die Peanuts oder Karlsson vom Dach empfiehlt. Und andererseits der ruhmsüchtige Intellektuelle, der sein Können auch nicht gewonnen, sondern hart erarbeitet hat, weshalb er gern auf seinen überlegenen Intellekt hinweist. Das sind dann die anderen Werke, die Versepen etwa oder „Zettels Traum“.

Scheck geht bei fast allen ausgewählten Werken nach gleichem Schema vor: Er leitet seine Werkvorstellung mit einem allgemeinen Vergleich ein, der sowohl (auto-)biographisch als auch historisch-kontextuell oder literarisch-intertextuell gestaltet ist. Hier brilliert Scheck meistens (Ausnahmen s.u.). Dann zitiert er aus den Werken, zum Teil überraschend weite Passagen, und verfehlt leider häufig das Ziel, einen Einblick und ein Gefühl für Wirkung und Gestalt des Werkes zu geben. Eine Darlegung der Bedeutung des Werkes für seine Zeit und für uns Heutige darf nicht fehlen, eine Einordnung in die Literaturgeschichte folgt nicht immer, bisweilen muss auch eine subjektives Zeugnis Schecks ausreichen.

Die Auswahl ist – das sagt er einleitend – von vorn herein kritikabel, weshalb es wohlfeil ist, sich darüber zu sehr aufzuregen. Viele Hinweise auf einzelne Werke habe ich als erhellend und Leseempfehlung begriffen, der ich zu folgen beabsichtige. „Zettels Traum“ wird nicht dazu gehören.

Noch habe ich die durchschnittliche Seitenzahl der von Scheck kanonisch eingestuften Werke nicht ermittelt, aber es stellt sich der überschlägige Verdacht ein, dass ein Buch umso höhere Chancen hat, Weltliteratur zu sein, wenn es mehr als 600 Seiten umfängt. Mich beschleicht hier – und angesichts der oft klaffenden Diskrepanz zwischen Kritikerlob und Markterfolg – manchmal der Verdacht, dass sich eine Lektüreelite abgrenzt und definiert, indem sie besonders schwere Texte und besonders umfangreiche Bücher bespricht.

Die Mischung aus beidem – Comic und Proust – ist einerseits typisch Scheck, anderseits unwuchtig. Hinzu kommt, das Schecks Sprache im Fernsehen gewiss gut funktioniert, geschrieben aber mitunter arg flapsig wirkt. Die sich wiederholenden Wendungen ermüden ebenfalls, weshalb es womöglich sinnvoll ist, die Lektüre des Kanons auf hundert Tage zu verteilen, statt ihn am Stück zu lesen.

Was noch aufstößt, ist Schecks wiederkehrende Geilheit auf Sex, homosexuelle Chiffren und andere inszenierte Tabubrüche. Wie oft in Schecks Kurztexten gevögelt wird, korrespondiert anmutig mit der Zahl ausgewählter Werke, in denen „gevögelt“ wird. Ist das ein Kriterium für Weltliteratur oder doch ein Kennzeichen des Ausbruchs aus der schwäbischen Provinz?

Mich irritierte der wiederholt falsche Gebrauch des Apostrophs (meist durch seine Auslassung) sowie die mehrfach abgedruckten Bücherstapel aus der Reihe ansonsten gelungener Illustrationen. Auch die Schwäche der Einleitung, die wie aus zwei Teilen nachträglich zusammengezimmert wirkt und deshalb eine argumentative Stringenz vermissen lässt, hat mich verwundert.

Aber: Nur weil Scheck in monatlichen Dosen („Druckfrisch“) bekömmlicher ist, ist sein Kanon nicht überflüssig. Denn Scheck weiß stets zu unterhalten und hat ja ein Herz für Trash, weshalb ich ihm seine fortwährende Reklame für Zettels Traum nicht nachtrage (wie käme ich auch dazu!).

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Rezension zu "Schecks Kanon" von Denis Scheck

Literaturkanon mit großer Bandbreite
Federfeevor 23 Tagen

Ich habe eine Schwäche für Listen und was ist ein Kanon anderes als eine ausführliche Liste, was man gelesen haben sollte oder was es wert ist, gelesen zu werden?! Doch halt, wenn einer wie Denis Scheck einen Kanon schreibt, ist es sicher mehr.

Ein Geständnis vorweg: ich habe längst nicht alles gelesen, dazu ist das Ganze viel zu komplex, zu komprimiert und gehaltvoll, aber schon alleine das Vorwort hat mir gut gefallen, warum man liest, was einem das Lesen gibt, was es bewirkt.

Nur lesend verstehen wir die Welt – und fühlen uns gelegentlich sogar von der Welt verstanden. (8)

Das ist nur einer von vielen klugen Sätzen, bei denen ich zustimmend genickt habe. Bei den 100 wichtigsten Werken der Weltliteratur habe ich allerdings weniger genickt, auch wenn für jeden etwas dabei sein müsste: vom Kinderbuch über Comic bis hin zu Gedichten und der unvermeidlichen 'Madame Bovary' und 'Effi Briest', aber auch Philip Roth mit seinen 101 Arten für pubertierende Jungs zu wichsen ;-). Aber - so könnte ich Schecks weise Sätze ergänzen - jeder muss für sich selbst herausfinden, welches seine Vorlieben bei Büchern sind, welches Buch einem etwas gibt und was man von einem Buch erwartet. Roths Ergüsse ;-) oder Emily Dickinsons Gedichte in Deutsch oder Wolfram von Eschenbachs 'Parzival' bringen mir persönlich sicher nichts. Aber solche Einsichten sind doch auch etwas, oder?

Mir war es etwas zu elitär - literaturmäßig gesehen - und für mich gibt es andere beeindruckende Bücher, die meine Weltsicht beeinflussen.

Eines muss man Denis Scheck aber lassen: er hat sehr niveauvoll und interessant über alle diese Werke geschrieben. Da das Buch auch sehr wertig gestaltet ist - zwei Lesebändchen und ein paar Abbildungen - wird es sicher begeisterte Liebhaber und Liebhaberinnen finden.


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Rezension zu "Schecks Kanon" von Denis Scheck

Eine kunterbunte Mischung quer durch diverse Genre der Literatur und die Welt der Bücherregale- toll zum Entdecken neuer Bücher.
Buchraettinvor 2 Monaten

Eine Sammlung  ausgewählter Bücher vorgestellt von Denis Scheck. Mich hat hier schon der Titel angesprochen, versprach dieser mir doch eine anscheinend kunterbunte Genre Mischung.


Was mir hier nicht gefallen hat, ich habe zu Beginn eine Übersicht über die Bücher des Buches gesucht. Zu Beginn gibt es kein Inhaltsverzeichnis, das findet man hinten nach dem Register. Als Einstimmung auf das Buch eröffnet der Autor es mit einem ausführlichen Vorwort. Ich mochte sein Zitat“ Zur Weltliteratur zählt für mich ein Werk dann, wenn es meinen Blick auf die Welt nachhaltig verändert“ S. 21. 


Bunt sind auch die beiden Lesebändchen, die das Sachbuch besonders machen.


Jeder sieht vermutlich andere Bücher als Weltliteratur an umso spannender fand ich diese Zusammenstellung an Werken. Klassiker, Kinderbücher, Comics, Gedichte, Romane und Fantasie- Denis Scheck hat eine für mich als Leser wunderbare Auswahl an Bücher getroffen. Viele kannte ich bereits, einige will ich lesen, andere sprachen mich nicht an, viele habe ich neu entdeckt. Und damit ist diese Sammlung an Büchern für mich eine gelungene Idee Fundstelle um neue Bücher zu entdecken, alte Schätze noch einmal aus den Regalen zu holen oder einige Bücher auch von der Leseliste zu streichen. 


 Die einzelnen Kapitel des Buches beschäftigen sich mit einem Werk. Autor und Titel kennzeichnen den Abschnitt. Wirklich wunderschöne Zeichnungen von Torben Kuhlmann veranschaulichen Szenen aus den Werken und machen das Lesen noch einmal besonders. 


Mich hat auch der Stil von Denis Scheck begeistert. Spricht er doch vom Schachspielenden Halbvulkanier während er auf einen Klassiker von Shakespeare eingeht. Er ist bunt in seinen literarischen Vorlieben und ich mag das sehr.


Tolkiens Welt findet in dieser Sammlung ihren Platz, neben der Utopie von Magret Atwood und dem Kinderbuch über Nils und seinen Gänsen. Die Kapitel stellen ein wenig das jeweilige Buch dar, wie eine kurze Rezension. Er berichtet auch vom Entstehen der Geschichte, dem Autor und auch evt. Literarischen Preisen des Werkes.


Auch Sachbücher tauschen auf, die Darwins Werk der Evolution. 


Mir hat die Literaturauswahl gefallen, einige Bücher fand ich nicht so ansprechend, aber die bunte Vielfalt, war sehr gelungen.


Diese Sammlung an literarischen Werken bietet für jeden Leser Buchstoff zum Entdecken vielleicht auch mal über den eigenen Lesetellerrand zu schauen und ein neues unbekanntes Genre für sich zu entdecken.


Eine kunterbunte Mischung quer durch diverse Genre der Literatur und die Bücherregale- toll zum Entdecken neuer Bücher.

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