James Sallis bleibt auch im zweiten „Driver“-Band seinem Stil treu: kurze, präzise Sätze, knappe Kapitel, keine Ausschweifungen. Die Sprache ist kühl, klar und zugleich überraschend lyrisch. Brutal, aber nie effekthascherisch. Genau dieser Stil macht den Driver als Figur so faszinierend – ruhig, kontrolliert, prinzipientreu.
Was im Vergleich zum ersten Band positiv hervorsticht, ist die menschlichere Seite des Drivers. Hinter der stoischen Fassade wird mehr Verletzlichkeit sichtbar. Das verleiht ihm Tiefe und macht ihn noch greifbarer als zuvor.
Erzählerisch hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten. Ein großer Teil des ohnehin schmalen Romans besteht aus Rückblicken und Verweisen auf Vergangenes. Das nimmt dem eigentlichen Handlungsstrang spürbar Raum. Die Geschichte wirkt dadurch fragmentiert und teilweise überladen – besonders angesichts der geringen Seitenzahl. Hinzu kommen viele Figuren und Namen, die wenig Raum zur Entfaltung bekommen und dadurch eher Verwirrung als zusätzliche Spannung erzeugen.
Die Grundidee hätte enormes Potenzial gehabt, wirkt aber in der Umsetzung zu komprimiert. Statt einer klar fokussierten Noir-Geschichte entsteht stellenweise das Gefühl, dass zu viele Motive gleichzeitig verhandelt werden.
Atmosphärisch bleibt das Buch stark, sprachlich ohnehin. Als Nachfolger des ersten Bandes erreicht es jedoch nicht dessen Klarheit und Wucht.
Für Fans des minimalistischen Noir-Stils weiterhin interessant – als Fortsetzung aber weniger zwingend als erhofft.























