James Sallis

 3,6 Sterne bei 138 Bewertungen
Autor von Driver, Stiller Zorn und weiteren Büchern.

Lebenslauf von James Sallis

James Sallis wurde 1944 in Arkansas geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Er studierte Literaturwissenschaft in New Orleans und arbeitete anschließend als Lektor und Drehbuchautor. Er übersetzte Raymond Queneau und Puschkin ins Englische und veröffentlichte eine Biografie von Chester Himes. Bekannt wurde er mit seiner Romanreihe um den schwarzen Privatdetektiv Lew Griffin. Seine Kriminalromane wurden mehrfach für Literaturpreise nominiert, u.a. für den Edgar, den Shamus und den Gold Dagger Award. 2008 wurde James Sallis mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Er lebt in Phoenix, Arizona.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von James Sallis

Cover des Buches Driver (ISBN: 9783954380015)

Driver

 (62)
Erschienen am 27.08.2012
Cover des Buches Stiller Zorn (ISBN: 9783832162351)

Stiller Zorn

 (16)
Erschienen am 16.05.2013
Cover des Buches Driver 2 (ISBN: 9783453437456)

Driver 2

 (11)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Der Killer stirbt (ISBN: 9783935890786)

Der Killer stirbt

 (10)
Erschienen am 11.04.2011
Cover des Buches Deine Augen hat der Tod (ISBN: 9783453434417)

Deine Augen hat der Tod

 (8)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches Dunkle Schuld (ISBN: 9783453434103)

Dunkle Schuld

 (9)
Erschienen am 06.07.2009
Cover des Buches Willnot (ISBN: 9783954381029)

Willnot

 (6)
Erschienen am 18.02.2019
Cover des Buches Dunkle Vergeltung (ISBN: 9783453434110)

Dunkle Vergeltung

 (6)
Erschienen am 13.09.2010

Neue Rezensionen zu James Sallis

Cover des Buches Willnot (ISBN: 9783954381029)

Rezension zu "Willnot" von James Sallis

Sprachliche Offenbarung
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Monaten

Da lese ich den ersten Staz und bin begeistert, den zweiten und schon sind dreißig Seiten um. Ich fühle mich den Figuren nah, kenne sie schon nach wenigen Momenten und fühl mich rundum wohl und am Ende denke ich: was war denn das für eine Story- und was wurde da denn verhandelt? James sallis satnd mit diese Roman einige Zeit auf der Krimibestenliste und als noch Hardboiled und Noir das Buch charakterisierten, war ich gespannt. Vielleicht habe ich auch in der Leichengrube etwas nicht mitbekommen. Das kleine Buch ist schnell verschlungen und ich habe für mich keine Lösung erfahren oder gefunden. Um was ging es ? Nur, um den Arzt Lamda? Ich werde mich nun mal auf anderen Rezensionen zu deise Buch tummeln, vielleicht erlebe ich ein Erkennen...

Sprachlich sitzt jedes Wort, die Gedanken sind tief und ich empfand Glück beim Lesen. Trotzdem gebe ich einen Stern Abzug für das große Fragezeichen, als ich es weggelegt habe.

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Cover des Buches Willnot (ISBN: 9783954381029)HansDurrers avatar

Rezension zu "Willnot" von James Sallis

Der Philosoph des 'Noir'
HansDurrervor 2 Jahren

In der Nähe einer alten Kiesgrube bei Willnot, einer amerikanischen Kleinstadt, werden Leichen entdeckt. Lamar Hale, der ortsansässige Arzt (von dem sein Vater, ein erfolgreicher Science-Fiction-Autor, erwartet hatte, er würde ihm nachfolgen und auch ein Schreiberling werden, wird herbeigerufen. Niemand weiss, wer die Opfer sind, eine Spezialeinheit wird vor Ort gerufen. Der Arzt kriegt Besuch von einem ehemaligen Patienten, dann von einer FBI-Agentin. Dann wird auf den Patienten geschossen ...
 
Apropos Medizin: Man erfährt einiges über den Alltag eines Allgemeinpraktikers sowie auch dies: „In der Radiologie haben wir gelernt, dass es in der Natur keine rechten Winkel gibt; wenn wir sie auf einem Röntgenbild sehen, stimmt etwas nicht.“ 
 
Was die Bücher von James Sallis mir wertvoll macht, ist nicht so sehr die Handlung, sondern das Atmosphärische, also der Ton, die Art des Erzählens sowie die zutiefst menschliche Haltung des Erzählers, der so recht eigentlich der Philosoph des 'Noir' ist.
 
„An irgendeinem Punkt hatte Andrew beschlossen, dass ich, weil ich ja so gut verstand, was er durchmachte, ebenfalls unter einem Aufmerksamkeitssyndrom litt und dass man zu meiner Zeit nur nicht gewusst hatte, was es war, und deswegen gab es zwischen uns eine Verbindung.“
 
Autoren wie James Sallis, die philosophisch unterwegs sind (und das meint: genau hinsehen und selber denken), sind nötiger für unsere Zeit als die allgegenwärtigen Psychologen. „Angststörung. Dissoziation. Diese Begriffe fielen mir direkt ein. Wir verbinden sie mit einer Entwicklung, sie gehen auf die Menschen selbst über und wir denken: Jetzt verstehe ich. Doch das tun wir nicht, und die Worte selbst blockieren weitere Suchansätze.“
 
Auf Canetti, Wittgenstein, Adorno und einen Zen-Meister nimmt Sallis Bezug, vom wahren Selbst, unserem limitierten Wissen und woran er glaubt, schreibt er. „An die Fähigkeit des Menschen“, sagte ich zu ihm, „unter erheblichen Anstrengungen geringfügig besser zu sein als seine ureigenen Instinkte und Neigungen.“ Das sagt der Arzt Lamar Hale und nicht der Autor James Sallis? Wer so denkt, sollte wieder zurück an die Uni.
 
Hale lebt mit seinem Partner Richard, einem Lehrer, zusammen. Das wird ganz beiläufig erzählt und wirkt auch deswegen wie das, was es sein sollte: vollkommen normal. Überhaupt ist dem lebenserfahrenen Autor Sallis nichts fremd auf dieser Welt, was auch damit zu tun hat, dass er eben weiss, dass „wir alle eine brodelnde Masse von Widersprüchen sind. Und an Überraschungen.“ Und weil generell gilt: „In Wahrheit ist das Leben überhaupt nicht zu verstehen.“ Solch eine nüchterne Sicht auf die Dinge lasse ich mir gerne gefallen.
 
„Willnot“ überzeugt auch, weil dieser Roman unter anderem darlegt, dass und wie das Leben für jeden einzelnen Menschen schwierig ist. „Jeder, den wir treffen, ficht einen Kampf aus, über den wir nichts wissen.“
 
Fazit: Aufklärung vom Feinsten, ein wahres Buch!

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Cover des Buches Willnot (ISBN: 9783954381029)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Willnot" von James Sallis

Erstklassig!
aus-erlesenvor 2 Jahren

Wer ist Willnot? Will er einfach nicht mehr und setzt allem ein grausames Ende? Nein, die Frage muss lauten: Was ist Willnot? Willnot liegt irgendwo im Nirgendwo der USA. Kein Redneck-Country, in dem auf alles angelegt wird, was keine Latzhose trägt. Vielmehr ein Ort, in dem man viel Zeit hat nachzudenken. Abwechslung Fehlanzeige. Bis, ja bis eines Tages in einer Grube Leichen gefunden werden. Der Arzt Lamar Hale wird gerufen, es könnte ja sein, dass es hier noch was zu tun gibt. Nicht für ihn, für ein Spezialteam von Ermittlern dafür umso mehr. 
Für Lamar Hale einmal mehr Anlass nachzugrübeln, Parallelen zu ziehen, sein eigenes Leben in Abschnitten Revue passieren zu lassen. Und wie es der Zufall will, bleibt es nicht dabei. Brandon Lowndes steht unversehens vor bzw. hinter ihm. Kennt er ihn noch? Weiß er, wer er ist? Ja! Nur zu gut. Brandon war einmal Patient bei ihm. Ist nun auf der Durchreise. Oder so was in der Art. Eine seltsame Begegnung. So schnell und emotionslos sie begann, so schnell und emotionslos ist sie auch schon zu Ende. Typisch Willnot. Kaum hier, will man auch schon wieder weg. 
Die Eigenartigkeiten nehmen kein Ende. Auch das FBI ist auf den unauffälligen Ort aufmerksam geworden. Das FBI in Person von Agent Theodora Odgen. Wenn irgendwo (im Nirgendwo) eine Grube mit Leichen gefunden wird, sind die Schlapphüte, die schon lange nicht mehr getragen werden, nicht weit weg. Doch Agent Ogden ist nicht an dem Massengrab interessiert. Ein Brandon Lowndes ist das Ziel ihrer Fragen. Hale antwortet pflicht- und wahrheitsgemäß, was er weiß. Brandon war Patient bei ihm, ist auf der Durchreise und wird von den meisten nun Bobby genannt. Mehr kann er ihr nicht liefern. Ist halt so, in Willnot. 
Sie weiß mehr über Brandon, der nun Bobby genannt werden will. Elitekiller, gutes Auge, ruhiger Abzug. Kriegseinsatz. Und fahnenflüchtig. Hat er was mit der Grube zu tun? Nicht als Täter, sondern als … ja als was eigentlich? Brandon taucht wieder auf. Freude darüber empfindet niemand. Denn Bobby, also Brandon, liegt im Krankenhaus. Schussverletzung. In den Rücken. Und da man in Willnot ist, passiert was? Brandon verschwindet wieder. Alles mysteriös ohne dabei Geister zu beschwören. Die einzigen Geister, die hier in Unwesen treiben, sind die Geister der Vergangenheit, die den Doc und alle um ihn herum ab und zu mal piesacken. Alles nicht so dramatisch.
James Sallis beschreibt in unnachahmlicher Art und Weise einen Ort, den man schlecht einordnen kann. Soll man ihn meiden? Warum? Alles ist friedlich. Die Grube? Ja, die könnte einem schon Angst einjagen. Aber so richtig greifbar ist die Gefahr nicht. Der Schleier des Verborgenen, des noir hüllt Willnot in ein dichtes Geflecht aus Ungesehenem, Unhörbarem und unstillbarer Neugier. Je weiter man in den Roman vordringt, desto konfuser wird das ohnehin nur spärlich brennende Licht der Erkenntnis. James Sallis trat (s)ein schweres Erbe von „Driver“ an. Mit „Willnot“ ist er fulminant zurückgekehrt auf die Bühne der Autoren, die ihr Geschichte zwischen den Zeilen erzählen. Wer nicht schon auf Seite Zwei erfahren will, wer wem warum den Garaus gemacht hat, wird in „Willnot“ ein düsteres Spektakel vorfinden, das keinen Vergleich scheuen braucht. Einzigartig!

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