Bücher mit dem Tag "hunsrück"
19 Bücher
- Michael E. Vieten
Christine Bernard. Die Legende vom bösen Wolf
(16)Aktuelle Rezension von: Annabeth_BookInhalt:
Es gibt zwei Leichen und alles deutet darauf hin, dass beide Personen durch die Wölfe umgekommen sind. Christine Bernard, muss nun beweisen das die Tier wahrscheinlich unschuldig sind und sie nur an den Prager gestellt werden.
Erster Satz:
Der klagende Ruf der einsamen Krähe wäre nicht nötig gewesen.
Meine Meinung:
Endlich schaffe ich es zu diesem tollen Krimi eine Rezension zu schreiben. Ich habe ihn schon vor längerer Zeit gelesen und jetzt wird es endlich Zeit ihn euch zu zeigen.
Kommen wir als erstes zum Cover :)
Ich finde das Cover wirklich sehr toll gestaltet, mit dem Wolf und zugleich die düstere Wirkung dann. Ich finde es hat dann fast was Mystisches an sich und das finde ich richtig gut.
Auch der Schreibstil des Autors konnte mich wieder fesseln und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und ich habe es nur so verschlungen, da ich unbedingt wissen wollte wer der Täter war und weil mich die Wölfe einfach so fasziniert haben.
Da ich ein allgemeiner Wolfsfan bin, hat der Autor natürlich bei mir voll ins Schwarze mit diesem Buch getroffen und ich fand es wirklich sehr erschreckend, wie selbst diese Tiere noch mit Vorurteile kämpfen müssen.
Ich meine es sind Tiere, die können sich nicht wehren. Klar, dass Märchen mit dem "Bösen Wolf" macht es nicht wirklich besser, aber iwann muss man zwischen Realität und Märchen unterscheiden.
Unsere Kommissarin Christine Bernard, wird genau mit diesen Vorurteilen konfrontiert, weil für die Bürger ist klar, es war der Wolf und Fall erledigt.
Dass, sich durch den Fall der Sumpf der menschlichen Abgründe aufgetan hat, mit dem rechnet man Anfangs überhaupt nicht.
Christine Bernard, war mich auch wieder sehr sympathisch, ich mag die Kommissarin einfach. Ich mag ihrere Gedankengänge und es macht einfach Spaß sie als Leser bei den Ermittlungen zu begleiten und man fiebert mit ihr mit.
Ihr Partner Jörg, war mich auch gleich wieder sympathisch, obwohl man teilweise mit seinem Charakter wirklich klar kommen muss, aber er ist zusammen mit Christine ein wirklich gute Team.
Alles in einem kann ich an diesem Krimi wieder nicht meckern.
Auch finde ich das der Autor, wieder ein ausgesprochen, aktuelles Thema genommen hat, mit dem man sich auch als Leser auseinander setzen muss und wie gesagt ich finde es wirklich sehr gut gewählt und es bringt einen zum Nachdenken, weil selber hat man auch brutal viele Vorurteile und warum? Weil es einem vorgelebt wird!
Manchmal sollte man erst nachdenken, bevor man die Vorurteile von anderen einfach mit übernimmt. - Daniela Dröscher
Lügen über meine Mutter
(263)Aktuelle Rezension von: JVA_81Daniela Dröscher beschreibt das Aufwachsen in einer Familie in den 80ern, das beherrscht wird von einem Thema, nämlich dem Gewicht der Mutter. Denn der Vater macht das Gewicht seiner Frau für die Dinge die er nicht bekommt. Beruflichen Erfolg und soziale Anerkennung im Dorf. Aus diesem Grund entscheidet er dass seine Frau abzunehmen hat.
Die Autorin beschreibt dabei eindringlich die Doppelmoral mit welche auf der einen Seite der Ehefrau zur Gewichtsabnahme fast schon gezwungen wird, sich der Vater auf der anderen Seite aber jedwede Freiheit herauskommt.
Herausgekommen ist eine eindringliche Familiengeschichte, die in den intensivsten Momenten schon körperliches Unbehagen hervorruft.
Unbedingte Leseempfehlung.
- Claudia Herber
Beim (Ein)topf bleibt es nicht
(9)Aktuelle Rezension von: AgiHac“Beim (Ein)topf bleibt es nicht" besteht aus sehr kurzen, inhaltlich abgeschlossen, informationsdichten erzählenden Berichten aus der Kindheit und Juder Verfasserin in einem Dorf im Hunsrück.
Zukünftige Leser seien gewarnt: Bei einer Geschichte bleibt es nicht! Mit anderthalb Seiten haben sie ideale Vorleselänge und liefern dennoch die nötigen Details, um jeweils ein Thema anschaulich zu beleuchten. Je nach Aufnahmefähigkeit der Zuhörer werden Sie aber versucht sein, noch ein, zwei weitere Geschichten vorzulesen!
Es sind in sich geschlossene, gut lesbare, oft auch humorvolle Berichte, verfasst in einem persönlichen, den Leser einbeziehenden und immer wieder direkt ansprechenden Konversationsstil. Dies geschieht in unaufdringlicher, zum Nachdenken und eigenem Erinnern anregender Weise, wahrt dabei immer das nötige Maß an respektvoller Distanz zum Leser, so dass ich diese Geschichten bedenkenlos auch fremden Personen vorlesen kann (deren eigene Lebensgeschichten und Empfindlichkeiten ich nicht kenne), ohne sie emotional zu überfordern.
Auch die zeitlosen, qualitativ hochwertigen Illustrationen geben dem Betrachter Raum, sie mit dem Echo eigener Erlebnisse zu füllen. Situationen, Körperhaltung und Empfinden sind in den zahlreichen, unaufdringlichen Umriss-Strichzeichnungen gut getroffen.Der Einband mit seiner ästhetisch ansprechenden Gestaltung verbindet das Gestern mit dem Heute. Auch in den Geschichten wird diese Verbindung oft durch das Stilmittel des Kontrasts hergestellt und regt dadurch zum Nachdenken und zu eigener Stellungnahme an, ohne zu werten. So wird zum Beispiel das früher übliche Ersetzen von ausgeleiertem Taillengummi in Unterwäsche in Gegensatz zur heutigen, zeitsparenden Wegwerfkultur gestellt.
Die objektive, erklärende Darstellung und der feinfühlige Umgang mit dem Leser ermöglichten es mir auch, das Buch erfolgreich zur Einschlafbegleitung bei einer Zehnjährigen zu nutzen. Hier erwies sich die Berichtsform als Vorteil, weil sie die Vorstellungskraft anregt, ohne aufzuregen. Allerdings empfiehlt sich eine lebendige, stellenweise theatralische Vortragsweise, in Kombination mit dem Einstreuen eigener Kindheitserinnerungen. So wird die Lektüre dann zum Genuss für Vorleser und Zuhörer zugleich! Wir waren beide ein bisschen traurig, als wir ans Ende dieses Buches gelangten, und hoffen auf eine Fortsetzung.
- Astrid Fritz
Die Räuberbraut
(46)Aktuelle Rezension von: FaiditAls Rheinland-Pfälzerin habe ich nach etwas regionaler Geschichte und einem Historienroman gesucht, der diese nicht nur oberflächlich beschreibt und ansonsten eine schmalzige Liebesgeschichte vor einem Caspar-David-Friedrich-Motiv inszeniert. Mit diesem Roman von Astrid Fitz habe ich eine gute Wahl getroffen. Akribisch bis ins Rotwelsche recherchiert und diese alte Gaunersprache neben dialektischer Färbung der Sprache passend in den Erzähltext eingebunden, erhält man nicht nur einen spannenden Einblick in das Leben dieses berühmten Räuberfürsten und seiner Lebensgefährtin, sondern auch in die südwestdeutsche Gesellschaft und Landesgeschichte zur Zeit Napoleons und der Anbindung an Frankreich.
So objektiv wie möglich hat die Autorin dabei das Leben von Johannes Bückler und der Musikantentochter Juliana Blasius dargestellt, um den Lesern Spielraum für ein eigenes Bild vom noch heute berühmten Schinderhannes zu lassen. Vielleicht wollte die Autorin auch selbst nicht zu tief in die möglicherweise egozentrische Seele des Protagonisten blicken, was dann leider wenige Gefühlsregungen beim Lesen weckt, die zu einem tieferen Miterleben der Geschehnisse verhelfen. Dennoch ist der Roman bis zum Ende auf sehr spannende Weise informativ und fesselnd.
- Daniela Dröscher
Lügen über meine Mutter
(48)Aktuelle Rezension von: KaJaEin Buch über eine Familie, in der das Körpergewicht der Mutter, Geld und Ansehen die einzigen Themen zu sein scheinen.
Erzählt wird aus der Perspektive von Ela, Tochter der Familie im Grundschulalter bzw. aus Sicht der Erwachsenen Ela, die als Autorin versucht, ihre Kindheit zu verarbeiten und loszulassen. Sie wächst in einem Umfeld auf, welches nicht in der Lage ist, die richtigen und wichtigen Werte fürs Leben zu vermitteln. Die Beziehung ihrer Eltern ist toxisch. Der Vater ein narzistischer, manipulativer Tyrann, der seine ganze Unzufriedenheit mit seinem Privatleben und Beruf allein auf das Gewicht der Mutter schiebt. Die Demütigungen, die seine Frau erdulden muss, sind schon beim Lesen unerträglich. Ela steht immer zwischen den Stühlen. Geplagt von Zweifeln. Ist ihre selbstbewusste, stolze, starke Mutter, die immer für alle da ist, wirklich zu dick? Was ist das überhaupt? Und schämt sie sich sogar selbst für ihre Mutter? Sollte sie das sogar? Wie kann sie zu ihrer Mutter stehen ohne ihren Vater zu verärgern?
Man fühlt sich richtig mitgenommen in der Zerrissenheit dieses jungen Mädchens. Wie soll ein Kind in diesem Umfeld ein gesundes Gefühl für den eigenen Körper und den eigenen Charakter entwickeln?
Das Buch hat mich an vielen Stellen wirklich wütend hinterlassen. Und immer wieder habe ich mir die Frage gestellt - warum trennt sich diese Frau nicht endlich von ihrem Mann? Warum tut sie sich das an?
Es ist ein empfehlenswerter Roman, der sich mit wichtigen Themen unseres Zusammenlebens auseinandersetzt. Vor allem mit dem negativen Körperbild, mit dem vor allem immer noch viele Mädchen aufwachsen. Und letztendlich stellt sich auch die Frage, wie viel Macht die Meinung anderer über uns, unser Verhalten und unser Selbstwertgefühl hat
- Helene Henke
Menschenfischer
(24)Aktuelle Rezension von: jackdeckDie Geschichte ist von der ersten bis zur letzten Seite an interessant geschrieben und eine unterschwellige Spannung brachte mich immer zum Weiterlesen. Immer wieder wurde es auch spannend, wodurch mich das Buch richtig fesselte und ich gar nicht mehr aufhören wollte, zu lesen. Auch der Showdown hat mir sehr gut gefallen. Er hielt sich lange und war wirklich spannend. Im verschlafenen Birkheim kehrt keine Ruhe ein. Kaum hat sich die Aufregung rund um den Mordfall an Boris und seinen Freunden wieder gelegt, werden im Wald zwei bereits verwesende Mädchenleichen gefunden. Sie landen am Tisch von Deutschlands jüngster Bestatterin Zoe Lenz, welche ihre gesamte Kunstfertigkeit aufwendet, um die beiden hübsch für ihr Begräbnis herzurichten. Zoe hat Mitleid mit ihnen, denn niemand hat sie vermisst und daher weiß auch niemand, wer sie sind. Schnell stellt sich heraus, dass die beiden ermordet wurden. Die Polizei scheint ebenfalls kein richtiges Interesse an der Lösung des Falles aufzubringen. Als die Leichen aus Zoes Institut gestohlen werden und auch ihre Assistent Alina spurlos verschwindet, beginnt Zoe selbst zu ermitteln.
- Helene Henke
Totenmaske
(39)Aktuelle Rezension von: pardenMORBIDE, FESSELND UND TROTZDEM SYMPATHISCH...
Die 21-jährige Zoe versteht es meisterhaft, Verstorbene für das Begräbnis herzurichten. Nach dem Tod ihres Großvaters übernimmt sie das traditionelle Familienunternehmen. Respektvoll bereitet sie die Verstorbenen für ihre »letzte Reise« vor und macht sich schnell einen Namen als jüngste Bestatterin Deutschlands. Die Bewohner des kleinen Dorfs im Hunsrück stempeln die ungewöhnliche junge Frau jedoch schnell als Sonderling ab. Als eines Tages Boris und seine zwei Freunde auf ihrem Behandlungstisch landen, findet sich Zoe rasch im Kreis der Verdächtigen wieder – hatte doch einer der jungen Männer Zoe vor ein paar Jahren fast vergewaltigt. Das LKA ermittelt. Die Stimmung im Dorf gleicht einem Hexenkessel, als Zoe plötzlich spurlos verschwindet.
Eine ungewöhnliche Perspektive nimmt dieser Kriminalroman ein. Meist werden die Geschehnisse nämlich aus der Sicht der Bestatterin Zoe Lenz geschildert, was einen eigenartigen Fokus auch auf Themen wie das Bestatterwesen, Thanatologie oder auch das Herstellen von Totenmasken lenkt. Durch recht ausführliche Schilderungen bekommt die Handlung dadurch teilweise einen etwas morbiden Anstrich, doch kommen im Veraluf auch die Ermittlungen nicht zu kurz - genau wie die Liste der Verdächtigen. Letztlich spielt aber die Beziehungsebene zwischen den einzelenen Charakteren die größte Rolle - sowohl gemünzt auf das sich anbahnende Knistern zwischen der Bestatterin Zoe und dem Ermittler Leon als auch auf die Beziehungen der verschiedenen Dorfbewohner untereinander. Genau dieser Aspekt gibt dem Roman einen entscheidenden Zusammenhalt und lässt die Charaktere mehr sein als die Helden ihrer Leidenschaften.
"Der schwere Griff des Skalpells fühlte sich angenehm an, die stählerne beidseitig geschärfte Klinge wurde eins mit Zoes Hand und zeichnete eine schwarze Linie auf die bleiche Haut. Durchtrennte sauber alle drei Hautschichten wie ein Stück Butter: zunächst mit leichtem Druck die eigentlich widerstandsfähige Epidermis, dann die Bindegewebsfasern der Lederhaut, bis das Skalpell beinahe behäbig in das subkutane Fett der Unterhaut sackte, wo es Blutgefäße und Nerven durchschnitt."
Mit Zoe Lenz hat Helene Henke einen interessanten Charakter geschaffen. Trotz ihrer Jugend tough und versiert in ihrem Beruf, intelligent und unerschrocken, gleichzeitig aber auch unglaublich verletzlich und im Grunde auch recht einsam. Sympathisch erscheint sie von Anfang an und in ihrer Zerrissenheit auch glaubwürdig. Auch die anderen Charaktere sind liebevoll gezeichnet, auch wenn sich bei ihnen teilweise nach und nach einige Überraschungen und unerwartete Züge herauskristallisieren. Das Verhalten der Figuren und deren Beziehungen untereinander machen einen Großteil der Spannung aus.
Denn Spannung gibt es hier durchaus auch - angefangen beim Miträtseln darüber, wer denn nun der Mörder sein könnte und gehörigen Zweifeln bei der Interpretation der Indizien. Auch wenn ich ab einem bestimmten Punkt ahnte, worauf alles hinauslaufen würde, blieben die Ereignisse aufregend, zumal die gut ausgearbeitete Dynamik im Dorfgeschehen kaum einmal Ruhephasen zuließ.
Intelligent konstruiert, konnte mich dieser Krimi gut unterhalten, und auch die ausführlichen Schilderungen aus dem Bestatterwesen waren letztlich nicht unerträglich. Ein ungewöhnlicher Ansatz, der Lust macht, auch den Folgeband 'Menschenfischer' bald zu lesen.
© Parden - Kerstin Mohr
Eierlikör und Todesschüsse
(15)Aktuelle Rezension von: Jo_Ann_MartinDieser herrliche Cosy Crime, spielt in einem kleinen Hunsrücker Dorf. Dort ist es besser, nichts anzustellen, denn irgendjemand bekommt es immer mit.
Die lebensfrohe Maja wurde erschossen im Wald aufgefunden. Doch wer war diese Maja? Für die einen reizend, liebenswert, immer gut gelaunt, Party-Queen, von den anderen argwöhnisch und vermutlich mit einem Hauch Missgunst wahrgenommen.
Hauptprotagonistinnen sind die ungleichen Freundinnen Anneliese und Loni: Die eine ist forsch und unbedacht, die andere besonnen. Anneliese ist Malerin und begeisterte Krimileserin. Sie hegt den Wunsch, einmal selbst einen richtigen Kriminalfall aufzudecken. Dabei legt sie einiges an Ehrgeiz an den Tag. Besonders gefallen haben mir Loni und und ihre Enkelin Emma. Dennoch ist es die ruhige Loni, die sich nach anfänglichem Sträuben ihrer Freundin Anneliese bei den „Ermittlungen” zu helfen in große Gefahr bringt.
Ein wunderbarer Cosy zum Entspannen.
- Christof A. Niedermeier
Waidmanns Grab (Ein Jo-Weidinger-Krimi 1)
(5)Aktuelle Rezension von: Bücherfüllhorn-BlogDas Thema Jagd bildete einen Hintergrund, es wurden wenige Fachbegriffe erwähnt. Während der Geschichte tagte öfters der Jägerstammtisch und es gab eine Treibjagd. Die Wildbeobachtungen sind sehr knapp und kurz, im Vordergrund stand das heimtückische ermorden der Jäger auf dem Hochsitz.
Dasselbe gilt für das Thema Kochen. Das Restaurant war ein schönes Setting, an dem vieles zusammen kam. Auch was professionelle Köche nicht so gern machen, der Papierkrieg war des öfteren Thema, aber auch Personalführung, die hier im Buch aber sehr teambildend freundschaftlich war.
Dazu gibt es landschaftliche Beschreibungen des Rheintals und der Hunsrückhöhen. Bekannte (oder weniger bekannte Orte) wie Boppard, St. Goar, Simmern, Oberwesel, Kastellaun, Bingen Mainz, Koblenz etc. werden erwähnt oder besucht. Aber wie auch zu oben genannten Themen, bleiben die Orte im Hintergrund.
Es gibt eigentlich nur einen Hauptprotagonisten, den Koch Jo Weidinger, der sich des Falles privat annimmt. Stellenweise nahm ich ihm sein überbordendes Interesse an dem Fall nicht so ganz ab. Woher kam das Bedürfnis, mal kurz nach Köln oder Mainz zu fahren, um Zeugen zu befragen. Aber im Prinzip fällt das alles gar nicht so sehr auf, vielleicht auch nur, wenn man die Entfernungen kennt. Der Leser lernt auch das Küchenteam kennen, allerdings wohldosiert. Hier darf man gespannt sein, ob es diesbezüglich noch Verwicklungen gibt, denn während der Geschichte erzählt Jo am Rande von seinem ersten Fall mit dem Küchenjungen Phillip. Auch Klaus Sandner, der als stellvertretender Chefredakteur einer Zeitung arbeitet, kommt öfters zu Wort. Er stellt auch immer wieder das „Engagement“ von Jo in Frage und holt ihn auf den Boden der Tatsachen zurück.
Während eines Besuches von Jo in einem zwei Sterne Restaurants eines bekannten Kollegen in der Nähe, zwischen Rhein und den Hunsrückhöhen, musste ich sofort an Johann Lafer denken, denn so viele Sterneköche gibt es nicht in dieser Gegend. Ich denke, der Autor hat hier einen kleinen Seitenhieb verteilt (Seite 272). Auch der Besuch von Bingen bleibt nicht ohne Seitenhiebe. Wie ich finde, verständlicherweise, denn bekannt durch Hildegart von Bingen hat man natürlich eine bestimmte Erwartungshaltung an diese Stadt (Seite 276).
Gegen Ende fand ich, dass die Aneinanderreihung der verschiedenen Täter-Möglichkeiten etwas unübersichtlich wurde. Es war natürlich auch enttäuschend, wenn sich der mögliche Täter nun doch nicht als Mörder entpuppte, sondern es eine ganz natürliche Erklärung für das auffällige Verhalten gab.
Fazit:
Die Geschichte ließ sich sehr gut und schlüssig lesen. Der Charakter des Hobbykoch Jo Weidingers hätte noch ein bisschen mehr ausgearbeitet sein können, es fehlt das „kernige“. Interessant waren die kulinarischen Zusammenstellungen und für mich die Ausblicke auf die Landschaften im Rheintal und Hunsrück.
Das Buch ist kein typisches Jagd-Erlebnisbuch, sondern bildet sozusagen die Kulisse, mit Hochsitzen, Wäldern, Wildbeobachtung und Jägern. Dasselbe gilt fürs Kochen. Die Küche und die Gerichte/Rezepte bilden die Kulisse. Hauptthema dieses Buches ist die „Suche nach dem Täter“.
Alles in allem gelungen und ich freue mich auf eine Fortsetzung und werde auch noch nachträglich den ersten Band lesen.
Ich habe überlegt, ob ich drei oder vier Sterne vergeben soll, mich aber hauptsächlich wegen des noch „unausgegorenen“ Charakters von Jo Weidinger für drei Sterne entschieden. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Reihenfolge:
Küchenchef Jo Weidinger
Band 1
Mörderisches Menu
Band 2
Weidmanns Grab
Band 3
- Martina Straten
Wolfsmädchens Wald
(6)Aktuelle Rezension von: dreamlady66Eines Tages wird in einem Dorf im Hunsrück von der Familie Feldmann ein total verwildertes Mädchen gefunden.
Sie nennen es Sanne und führen sie mit viel Geduld in ein eigenständiges Leben zurück.
Als dann nach ca. 25 Jahren wieder ein sogenanntes WolfsMädchen im Wald auftaucht, bietet Sanne sofort ihre Hilfe an und schaltet Kommissar Ferber ein, um die eventuelle Spur ihrer Herkunft zu finden...Die mir bereits bekannte und sehr geschätzte Autorin Martina Straten beschreibt in 37 (!) kurzknappen Kapiteln, wie sich diese doch sehr aussergewöhnliche Geschichte peu à peu weiter entwickelt...
Wie schwer es ist und wieviel Kraftanstrengungen diese Kinder und Erwachsenen aufbringen müssen, damit ein einigermassen selbständiges Leben möglich ist...Alles in allem ein sehr faszinierender Plot, der einen wundert, denn welche Eltern tun ihren Kindern so etwas an...
Gerne vergebe ich hierfür eine LeseEmpfehlung mit der Bewertung von 5*!
- Marion Demme-Zech
Mord am Saar-Hunsrück-Steig
(20)Aktuelle Rezension von: NanetteMarion Demme-Zech entfaltet in diesem originellen, eindrucks- und humorvollen, spektakulären Wanderkrimi neben dem kriminellen Potenzial der äußerst reizvollen Region Saarland und Hunsrück auch deren unwiderstehlich charmantes, faszinierendes, atemberaubend schönes Lokalkolorit.
Dies unterstreicht sie sehr gekonnt mit dem einfließenden Saarbrücker Platt und kulinarischen Spezialitäten.
Durch viele verschiedene menschliche sowie zwei tierische Perspektiven, die die Geschichte immer weiter voranbringen und nicht jede einzelne Szene aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, verleiht sie der durchweg spannenden Handlung eine ganz besondere Dynamik und bringt uns jede einzelne Persönlichkeit näher.
Die Gruppendynamik der unterschiedlichen starken, facettenreichen Charaktere mit Ecken und Kanten, darunter auch zwei Polizeihunde - Günther (Dackel in Ausbildung des Hauptkommissars Wolfgang Forsberg) und Yoshi (Rottweiler von Jan-Alexander Dannhäuser, Leiter einer SEK-Truppe) - gestaltet sich in vielerlei Hinsicht aufregend.
Dank zahlreicher Informationen stand ich nicht auf der Leitung. Ganz im Gegenteil habe ich das Miträtseln sehr genossen.
Der flüssige, empathische, liebevoll detaillierte, bild- und lebhafte Schreibstil zog mich nicht nur in den Bann, sondern mitten ins Geschehen.
Als Quereinsteigerin in diese Buchreihe fehlten mir keinerlei Kenntnisse zum Verständnis.
Die funkensprühende Begeisterung der Autorin für ihre Heimat ist auf mich übergesprungen und hat mich dermaßen elektrifiziert, dass ich dringenden Anschlussbedarf an Band 1 und 2 verspüre.
Genießt auch Ihr es, Licht ins Dunkle zu bringen!
- Claudia Herber
Samstags war Badetag
(8)Aktuelle Rezension von: Vampir989In diesem Buch finden wir 50 Kurzgeschichten zum Vorlesen .Diese sind speziell für Menschen gedacht,die im Anfangsstadium der Altersdemenz sind.Aber auch für ältere Semester die nicht an dieser Krankheit leiden sind diese Kurzgeschichten lesenswert.
Die Geschichten handeln vom damaligen Leben in der Nachkriegszeit.Man schwebt in Erinnerungen mit der alten Zinkbadewanne,der Flotten Lotte ,der Juke-Box,der alten Schreibmaschine und dem ersten Schwarzweissfernseher.
Dieses Buch ist eine Reise in die vergangene Zeit und läßt ältere Menschen in Erinnerung schweben und gibt ihnen für einige Zeit die Kindheit zurück und läßt sie träumen und für einige Augenblicke glücklich sein.
Durch den leichten und flüssigen Schreibstil ist alles sehr verständlich.Die Kurzgeschichten sind nicht sehr lang und somit gut geeignet zum Vorlesen.
Jede Geschichte hat ihr eigenes Thema und so kommt nie Langeweile auf.
Das Cover finde ich auch sehr schön gewält und passend zum Buchtitel.
Diese Buch ist wirklich eine Bereicherung und macht Menschen sehr glücklich ,was ich selbst an meiner Schwiegermutter sehen konnte.Recht vielen Dank dafür. - Carsten Neß
Hunsrück Blues
(5)Aktuelle Rezension von: ReinschriftMit dem dritten Krimi um Kommissar Buhle ist Carsten Neß ein schöner Ausflug in den Hunsrück gelungen, den man bildhaft vor sich sieht und dessen Menschen man sich gleich gut vorstellen kann. Selbst als erfahrene Krimileserin bin ich lange im Dunkeln getappt und bin immer wieder überrascht worden. Der Titel ließ etwas Tristeres, Melancholisches erwarten, aber die Umsetzung ist dennoch nicht schwermütig. Ein Werk, das Lust auf mehr von Carsten Neß macht. - E. Hofmann
Regelbrecher
(1)Aktuelle Rezension von: EngelsdiamantToller Krimi!
Liebevoll geschrieben und mit einer für mich unerwarteten Wendung. Hat mir Freude bereitet es zu lesen. Ich wollte ihn fast gar nicht mehr aus der Hand legen.
Man taucht in die Welt eines Kriminalpolizisten ein, erfährt im Laufe der Geschichte die Hintergründe zum Mörder - wieso und weshalb er so handelt. Ebenso wie der Beamte tickt.
Sehr spannend und für Krimi Fans mit Bezug zu regionalen Schauplätzen wie Mainz und Hunsrück eine phantasievolle Reise wert.
Ich werde das Buch noch öfter lesen! - Maria Elisabethe Glasmann
Tagebuch meines Lebens
(1)Aktuelle Rezension von: WaschbaerinDie usprünglich für ihre Kinder und Nachkommen gedachten Aufzeichnungen, führen dem Leser in dem Buch "Tagebuch meines Lebens", das arbeitsreiche Leben voller Entbehrungen der Maria Elisabethe Glasmann vor Augen.
Sie war eine einfache Frau, die außer Arbeit und Familie in ihrem Hunsrückdorf nicht viel vom Leben erwarten konnte. In einer gut lesbaren Sprach brachte sie ihr von Pflichten bestimmtes Leben zu Papier. Ich konnte bei dieser Lektüre nicht mehr aufhören zu lesen.
Wer wollte nicht schon mal wissen, wie seine Urgroßeltern lebten? Lässt man sich auf dieses Buch ein dann ist es, als tauche man ab in eine ander Welt, die schon mehr als ein Jahrhundert hinter uns liegt. Schule war etwas, dass man schnell hinter sich brachte um anschließend im Haushalt, auf den Feldern oder im Stall mitzuhelfe. Für das kleine Einkommen gab es in den Familien meist zu viele Esser. Doch die Menschen waren anspruchslos und richteten sich ein.
Elisabethe wollte für ihre Kinder ein besseres Leben. Einer ihrer Söhne sollte Lehrer werden, die heimische Enge verlassen, Bildung erlangen und dafür an einem fernen Ort studieren. Doch sein Professor machte ihm das Leben in der Stadt zur Hölle und der junge Mann zerbrach daran, sah keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Welch ein Schicksalsschlag. Aber auch das bewältigt diese einfache, gottgläubige Frau.
Katholische und evangelische Mitbürger gingen sich zwar aus dem Wege, lebten aber trotzdem in gegenseitiger Achtung nebeneinander. Anders war es mit den Juden. Bereits der Lehrer in der Schule brachte den Kindern bei, dies seien "niedere Kreaturen" und keine Menschen wie sie selbst. Wer hat sich - auch mit Worten - nicht alles schuldig für das gemacht, was die Menschen später an Schrecken und Gewalt erlebten? Als sich eine Freundin und Mitschülerin verletzte und blutete, rief die Freundin erstaunt aus: "Du blutest ja wie wir".
Heute kann man über dieses seltsame Weltbild nur den Kopf schütteln, aber früher war es eben so. Was der Lehrer sagte, stellte man nicht in Frage.
Man sagt, wer die Gegenwart verstehen will muss die Vergangenheit kennen. Das vorliegende "Tagebuch meines Lebens" hilft uns dabei. Dies ist ein bodenständiges Buch, das Anderes vermittelt als eine verklärte Sicht auf die "guten alten Zeiten".
Wer wissen will, wie es früher einmal war, wie die Menschen dachten und lebte und weshalb es so kommen konnte, wie es dann kam, bekommt in diesem Buch einen Einblick in das Leben dieser Zeit und die damaligen Ereignisse.
MIch hat diese Biographie dieser einfachen Frau vom Hunsrück bereichert, weshalb ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche.
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