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97 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

england, zweiter weltkrieg, singen, musik, frauenchor

Der Frauenchor von Chilbury

Jennifer Ryan , Andrea O´Brien
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2017
ISBN 9783462048841
Genre: Romane

Rezension:

Heute freue ich mich eine Rezension über ein Buch schreiben zu dürfen, dass einerseits die Schrecken des Krieges unverblümt beschreibt, andererseits aber die Stärke verschiedener Frauen in einem kleinen Dorf aufzeigt, die am Rande der Existenz durch ihren Zusammenhalt und die Musik am Leben fest hält.

1940 hält auch in England der Krieg Einzug und die Deutschen rücken unaufhaltsam näher. In dem kleinen Ort Chilbury gibt es fast keine Männer mehr und so soll auch auch der Chor nicht mehr existieren, denn ein Chor ohne Männer scheint zu dieser Zeit unmöglich zu sein.

Doch eine neue Chorleiterin, die alles daran setzt, dass der Gesang und die Hoffnung überlebt, schafft das Ding der Unmögichkeit und gründet den ersten Frauenchor, der die Frauen des Ortes zusammen hält. Und dennoch hat jede einzelne Frau ihre eigene Geschichte und ihr eigenes Drama.

Die Autorin Jennifer Ryan hat es in ihrem Buch geschafft in ein schweres Thema, das eigentlich schriftstellerisch ja auch schon sehr ausgereizt wurde, so viel Kraft und Stärke und Hoffnung hinein zu bringen, dass einem beim Lesen ganz warm ums Herz wird.

Anhand von Tagebucheinträgen und Briefen erzählt sie die Geschichte eines Dorfes aus der Sicht verschiedener Frauen.

Diese Art ein Buch zu schreiben, finde ich, ist eine schriftstellerische Glanzleistung. Jennifer Ryan erschafft damit eine Lebendigkeit der einzelnen Dorfbewohner und eine Lektüre mit einem düsteren Thema, die aber trotzdem leicht zu lesen ist.

Fazit: Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Schade, dass ich es schon zu Ende gelsen habe. 

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Tags: chilbury, deutsche, englan, frauen, weltkrieg   (5)
 

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(90)

173 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

harry hole, norwegen, thriller, oslo, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Die Polizei von Oslo ist am Verzweifeln. Ein Serienkiller tötet Frauen, die sich zuvor über die Dating Plattform Tinder verabredet haben. Während er die Opfer qualvoll zurichtet, trinkt er ihr Blut. Bald wird er "Der Vampirist" getauft. Die Osloer Polizei ruft den renommierten Kriminalermittler Harry Hole zur Hilfe, der aber eigentlich bereits aus dem Polizeidienst ausgestiegen ist. Mit Hilfe eines Psychologen für Vampirismus versucht Hole den Psychopaten zu stoppen.

"Durst" ist ein absolut psychopathischer Krimi, den man eigentlich schon als Thriller betrachten könnte. Der Autor schafft es eine unglaubliche Spannung aufzubauen.
Und das Ende des Falls ist noch lange nicht das  Ende. Gerade dann, wenn der Leser glaubt eine seichte Lösung des Verbrechens erfahren zu haben, geht es rasant weiter.

"Durst" ist eindeutig ein Krimi im skandinavischen Stil, der zum "durchlesen in einem Rutsch" animiert.
       

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Tags: harry hole, norwegen, oslo, psychothriller, skandinavien, vampirist   (6)
 

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(28)

44 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

liebe, bootscafé, cafe, freunde, flussboot

Wenn die Liebe Anker wirft

Cressida McLaughlin
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 11.09.2017
ISBN 9783956496844
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eigentlich trauert Summer noch viel zu sehr um ihre Mutter, die an einem Schlaganfall verstorben ist. Doch, das Erbe ihrer Mutter, das kleine Café auf einem englischen Kanalboot, droht zu zerfallen, wenn sich Summer nicht darum kümmert. Schweren Herzens kehrt Sie zurück an den Ort ihrer Kindheit und versucht das marode Café wieder in Schuss zu bringen.

Eigentlich erstmal nur vorübergehend, doch bald findet sie Anschluss an die eigenwilligen Menschen auf dem Fluss und als dann auch noch der Naturfotograf Mason mit seinem frechen Hund Archie auf der Bildfläche erscheint, findet Summer die Möglichkeit auf dem Fluss zu leben gar nicht mehr so abwegig.

"Wenn die Liebe Anker wirft" ist ein Roman für die Frau, die mal ein Wochenende mit heißer Schokolade auf der Couch verbringen will und die Außenwelt aus der Wohnung ausschließt. Der Schreibstil ist locker und lebendig geschrieben und die Abentuer auf dem Fluss, zwischen Liebe und Verrat und kleineren und größeren Unglücken nimmt einen mit in eine uns so fremde Welt.

Mir hat das Buch gefallen. Ich lese nicht oft so typische Frauenromane, aber wenn ich einen lese, dann genau solch einen wie dieses Buch.


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Tags: england, fluss, flussboot, frauenroman, liebe, narrowboat, riverboat   (7)
 

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

istanbul, türkei, geschichte, krimi, hass

Die Gärten von Istanbul

Ahmet Ümit , Sabine Adatepe
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442715138
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Oberinspektor Nevzat und seine Mitarbeiter haben eine knifflige Mordserie zu lösen. Irgend ein Verbrecher ermordet wichtige Menschen in Istanbul und legt sie vor historischen und bedeutenden Stätten der Stadt ab. In die Hände der Opfer werden seltene Münzen gelegt, die wiederum auf bedeutende Herrscher weisen.

"Die Gärten von Istanbul" ist ein ganz besonderer Krimi, der sowohl als Krimi gelesen werden kann, als auch als Ode an die magische Stadt der Türkei. Deshalb sollte man die Rezension auch aus zwei Sichten schreiben.

Der Krimi ist spannend und ein Irrlauf durch die unbezähmbare und oft so fremde Stadt. Die Krimimethoden der Ermittler sind anders als die der wir aus den westeuropäischen Ländern kennen.

Der Kunsthistorische Teil des Buches ist ein aufwendiger "Reiseführer", der tief in die Geschichte eintaucht und die mächtigen Herrscher, die die Stadt erbaut haben, beleuchtet. Ein Muss für jeden Istanbul Liebhaber und Reisenden.

Für den Krimiliebhaber verschwindet der Fall manchmal ein Stück zu weit hinter den Erzählungen der  Geschichte und da vieles fremd wirkt, gibt es für den Menschen, der noch nie in Istanbul war, immer wieder Passagen, die schwer zu lesen sind und Durchhaltevermögen abverlangen.

Die Sprache ist am Anfang etwas fremd. Man muss sich in das gediegene Deutsch erst hinein lesen. Ungewöhnlich ist auch, dass der Autor den Roman in der ersten Person aus Sicht des Ermittlers erzählt.

Ich hatte manchmal das Gefühl, dass der Übersetzer ungeübt war. Oft gibt es Redewendungen und Wortbedeutungen, die wir so im Deutschen nicht verwenden würden. Manchmal klingt die Sprache etwas gestelzt und dann plötzlich gibt es aber eine typisch deutsche Redewendung in Umgangssprache, die nicht zum anderen Stil passt.

Doch wer sich durch die etwas langatmigen geschichtlichen Passagen arbeitet, wird am Ende mit einem spannenden und grandiosen Schluss entlohnt, ohne mit dem typischen Actionreichen Showdown auskommt und tief mit der emotionalen Seite arbeitet. Mich hat dieser wirklich beeindruckt.  
       

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Tags: atatürk statue, geschichte, islam, istanbul, krimi, kunst, kunstwerke, türke, türkei   (9)
 

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87 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 56 Rezensionen

norwegen, krimi, frankreich, munch, kriminalroman

Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Bogart Bull steht eigentlich vor dem Scherbenhaufen seines Lebens. Vor fast einem Jahr hat ein Verbrecher seine Frau und seine Tochter getötet. Seinen Absturz als Alkoholiker hat er zwar erfolgreich bekämpft, dennoch ist das Leben für ihn sinnlos geworden und er untragbar für seine Einheit. Deshalb zweifelt er auch, ob seine Versetzung als Sonderermittler von Europol eine Beförderung darstellt oder der verzweifelte Versuch seiner Chefin ist, ihn los zu werden.

Doch bald wird er in seinem ersten Länderübergreifenden Fall nach Frankreich gerufen. Dort wurde ein schwerreicher norwegischer Unternehmer ermordet und geschändet aufgefunden. Der einzige Anhaltspunkt ist ein gestohlenes, mysteriöses Kunstgemälde. Wer hatte einen solchen Hass auf diesen Unternehmer?

Die Geschichte führt in die NS-trächtige Vergangenheit des besetzten Frankreichs und entpuppt sich für den Leser schnell als viel mehr als ein Krimi über Kunstraub.

Was am Anfang vielleicht noch etwas vorraussehbar beginnt, wird zu einem vielschichten und tiefgreifenden Kriminalfall und der Ausgang wird die meisten überraschen. Der Verlauf ist auf jeden Fall spannend und nicht vorhersehbar.

Mir hat das Debüt des norwegischen Autors sehr gut gefallen. Auch wenn es eigentlich kein typischer Norwegenkrimi ist, da sich die Ermittlung fast ausschließlich in Frankreich abspielt.

Sehr schön fand ich auch, dass man die tragische Vergangenheit des Ermittlers gleich erzählt bekommt und weiß was passiert ist und dann auch sehr mitfühlen kann.
Ein Unglück im Leben eines Ermittlers gibt es ja sehr oft, aber meist bedienen sich die Autoren da immer dem Element der Andeutungen, die sich über die ganze Serie ziehen. Oft finde ich dann, dass die Beschäftigung mit den eigenen Dämonen der Ermittler überhand nimmt. Hier war das sehr schön ausgeglichen.

Der Erzählstil ist spannend, aber in einem moderaten Lesetempo. Besonders gut fand ich die schriftstellerische Taktik einen Weitergang der Ermittlungen am Kapitelende anzudeuten und das Gespräch der Ermittler führen zu lassen, schriftstellerisch aber auszulassen, was dabei heraus kam. So, dass man als Leser einen kleinen Schritt hinter den Ermittlern steht, was die Aufklärung betrifft.

Das Ende war sehr gut gemacht. Der Krimi steuert auf einen Höhepunkt zu, ohne im übertriebenen Showdown zu enden. Er überzeugt durch seine Tiefe des Verbrechens und durch die unerwarteten Schlussfolgerungen.

Ich hoffe, dass es bald mehr von diesem Autor und dem sympathischen Ermittler zu lesen gibt.   
       

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Tags: besetzung, deutschland, frankreich, krimi, kunst, kunstraub, matisse, mord, munch, nationalsozialismus, nazis, norwegen, spannend, ss   (14)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

mord, ernährung, selbstmord, journalist, skandal

Unser täglich Brot vergib uns heute

Marcus Schneider
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Independently published, 29.07.2017
ISBN 9781521917596
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Karl Bleidorn ist in ein Fettnäpfchen getreten. Da er ein Jobangebot von einer großen Hamburger Zeitung für einen Scherz gehalten und abgelehnt hat, ist er nun entsprechend frustriert. Das Einzige, was ihm etwas über seinen Fehler hinweg hilft, ist ein Interview mit dem ehemaligen Star-Journalisten Harald Reh, der ihn unter seine Fittiche nehmen will. Doch kurze Zeit später ist Reh tot. Allem Anschein nach hat er sich selbst das Leben genommen. Doch Karl zweifelt daran und nimmt zusammen mit seiner ehemaligen Kollegin Linn Svensson die Ermittlungen auf.

"Unser täglich Brot" ist ein schöner Krimi, der im Selbstverlag erschienen ist. Besonders nett gemacht finde ich das Ermittlerduo, das aus Jounalistenkreisen kommt und nicht en Zugang zu den großen Datenbanken der Polizei hat, weshalb es auf eigene Faust ermitteln muss.

Die Erzählsprache ist lebendig und zum Teil auch lustig grotesk. Ich persönlich hatte etwas Schwierigkeiten mit dem ausladenden Erzählen, das sehr viel außenherum beschreibt. Dadurch kam für mich öfter mal die aktuelle Handlung ins Stocken, aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache.

Der Fall spitzt sich systematisch zu und während der Leser noch mehrere Spuren verfolgt, steuert der Text auf einen Showdown zu, der dem sympathischen Ermittlerduo gerecht wird und beide in Gefahr bringt.


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Tags: bleidorn krimi, ernährung, gesundheit, heilpraktiker, jounalisten, lebensmittelskandal, mord, svensson krimi, tcm   (9)
 

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

krimi, montana, mord, drogen, entführung

Finster ist die Nacht

Karin Salvalaggio , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Im dritten Fall um Detective Macy Greely fängt das Buch direkt mit einem Showdown an. Detective Macy Greely kommt bei dem Versuch einen entführten Jounalisten zu retten, in einer regenreichen Nacht, von der Fahrbahn ab. Ihr Auto überschlägt sich und  sie wartet eingeklemmt auf Hilfe. Als der Journalist nun direkt vor ihren Augen auf der Straße getötet wird, kann sie nichts tun. Klar, hängt sie sich hinterher umso mehr in den Fall, um diesen zu lösen.

Auch der neue Band um die sympathische Ermittlerin hat mir sehr gefallen. Detective Macy Greely hat Herz und nimmt einen emotional sofort ein.
Der Plot verbirgt ein spannendes Thema. Im Ermittlungsgebiet gibt es in den letzten Jahren immer mehr Drogentote durch Schmerzmittelmissbrauch. Doch was hat das mit dem Fall zu tun?
Der Schreibstil ist lebendig und spannend.

Allerdings haben mich ein paar inhaltliche Details gestört.  Aber das ist wohl subjektiv bedingt. Leider wieder einmal eine Quelle, die den Schmerzmittelmissbrauch mit der Schmerztherapie gleichsetzt und das Gefühl vermittelt, dass jeder Schmerzpatient in eine Drogensucht abrutscht. Dabei sind das in Deutschland laut offiziellen Quellen weniger als 3 Prozent. 97 Prozent hilft eine Schmerztherapie Lebensqualität zu erhalten und in keine Drogensucht abzurutschen.  Die Schriftstellerin Karin Salvaggio beschreibt in ihrem Buch einige Tote, die nach dem normalen Schmerzmittelgebrauch laut Therapie sozusagen aus Versehen starben. Das kam mir ein bisschen überzogen vor.

Aber wie immer sind solche inhaltlichen Meinungen natürlich nur rein subjektiv. Und hat mich wahrscheinlich auch nur gestört, weil ich mich mit dem Thema befasse.

Fazit: Ein unheimlich toller Krimi und ich freue mich schon auf Band vier.
       

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Tags: detective macy greely, drogensucht, krimi, spannend   (4)
 

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116 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

thriller, schweden, skandinavien, wolf, drogen

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Zack Herry ist jung, athletisch, drogenabhängig und Sonderermittler der Stockholmer Polizei.
Während er die Nächte durchtanzt, holt ihn am Morgen das Verbrechen der Stadt ein. In einem Massagesalon wurden vier junge asiatische Frauen kaltblütig ermordet.
War das ein organisiertes Verbrechen einer Menschenschmuggler Mafia oder die Einzeltat eines Rassisten? Lange Zeit tappt die Stockholmer Polizei im Dunkeln. Für Zack wird der Fall immer mehr zu einem persönlichen Twist. Während er von den Dämonen seiner Vergangenheit verfolgt wird, verstricken sich die Fäden seiner eigenen Spuren im Drogenmilleu mit dem Fall.
Immer wieder muss er sich fragen, wer etwas von seinem zweiten Leben weiß.

Dieser Thriller ist schriftstellerisch eine Meisterleistung. Er ist in einem unglaublich hohem Erzähltempo geschrieben und eine atemberaubende Ermittlungszene jagt die nächste.
Das Schriftstellerduo Kaltentoft und Lutteman schaffen es die kalte Realität mit dem Drogensumpf verschwimmen zu lassen. Sie zeigen zwei Seiten des Ermittlers Zack, ohne zu beschreiben oder darauf hinzuweisen sondern alleine durch seine Arten zu ermitteln. Einmal kommt er als junger attraktiver Polizist herüber, der ein großes Herz hat und mitfühlend ist und dann ist er doch immer wieder der durch Drogen geleitete kalte Alleingänger, der in waghalsigen Verfolgungsjagden an der Grenze der Legalität arbeitet.

Auch die anderen Ermittler an Zacks Seite sind allesamt sehr eigenwillige Persönlichkeiten, die aus dem Trott der vielen anderen Krimiermittler herausragen.

Von meinem persönlichen Geschmack her hat mir der Plot manchmal zu viel Action in Form eines amerikanischen Showdowns geboten und das von Anfang an. Aber Geschmäcker sind natürlich verschieden. Allerdings mag ich keine offenen Enden und dieses Ende hätte für mich noch ein bisschen mehr ausgebaut werden müssen.
       

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Tags: drogen, krimi, mafia, massage, massagesalon, menschenhandel, schweden, stockholm, thaifrauen, thriller, türkei, wolf, wölfe, zack herry   (14)
 

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

kinderbuch, skateboard, abenteuer, mädchen, selbstbewusste mädchen

Fritzi Klitschmüller 1: Fritzi Klitschmüller

Britta Sabbag , Stefanie Messing
Fester Einband
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.07.2017
ISBN 9783522505406
Genre: Kinderbuch

Rezension:

          Fritzi Klitschmüller ist eine aufgeweckte Grundschülerin, die gerne mit ihrem Piratengürtel durch die Gegend streift und sich von ganzem Herzen ein Skateboard wünscht.

Als ihr Geburtstag dann endlich da ist, bekommt sie leider nur ein Prinzessinenkleid, mit dem sie sehr wenig anfangen kann. Als ihre Mutter dann auch noch ausgerechnet an ihrem Geburtstag zur Kur fahren muss und Fritzis schrecklich, seltsame Tante mit ihrer schrecklich, seltsamen Cousine zu Besuch kommt, scheint die Tragödie perfekt.
Fritzi beschließt sich auf geheimer Mission ein eigenes Skateboard zu beschaffen.

Zum Glück ist im Nachbarhaus gerade der neue Junge Thies eingezogen und der hat ein tolles Skateboard.

Fritzi Klitschmüller ist eine tolle Abenteuergeschichte für freche Mädchen, die mich komplett überzeugt hat. Nicht nur Fritzi selbst war mir von Anfang an sympathisch auch die Geschichte hat mich überzeugt. Sie hat einen durchgehenden roten Faden, der spannend durch das Abentuer verläuft. Die Handlung zielt auf einen Höhenpunkt ab und auch das Ende ist ganz toll gemacht. Ein Hörbuch, an dem Kinder "dran bleiben" und nicht das Interesse verlieren. Auf dem Cover ist das Zielgruppenalter mit acht Jahren angegeben. Allerdings finde ich das schon sehr alt. Ich glaube, dass auch Vorschulkinder dieser Geschichte gut folgen können und ihren Spaß daran haben werden.


       

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Tags: frech, hörbuch, kinderbuch   (3)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

trauer, hörbuch, freundschaft, fantasie, gefühle

Nicolettas geheime Welt

Bettina Gundermann , Julia Meier
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 07.07.2017
ISBN 9783833737930
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nicoletta ist ein abentuerlustiges Schulkind. Zusammen mit ihrer schon erwachsenen Freundin Augusta erlebt sie tolle Sachen. Zum Beispiel besetzen die beiden den Garten der nervigen Nachbarn, die jeden Spaß zerstören.
Doch dann zieht Augusta weg und Nicoletta ist alleine. Nun muss sie neue und alte Freundschaften finden.
Während die Freundschaft zu ihrer gleichaltrigen Freundin Mona tiefer wird, entdeckt Nicoletta hinter einem Loch in einem Bauzaun eine geheimnisvolle Welt.

Die Autorin Bettina Gundermann erzählt mit diesem Hörbuch eine freche und gefühlvolle Geschichte über Freundschaften und über eine geheimnisvolle Welt, in der es viele, seltsame Personen gibt.

Nicoletta wird von Anfang an so lebendig dargestellt, dass man sie gleich ins Herz schließt. Das Thema Freundschaft ist ein Thema das die Kinder im Höralter oft sehr beschäftigt.

Die Geschichte ist spannend erzählt und zieht die kleinen Hörer in ihren Band.
Allerdings fand ich auf der ersten CD, dass ein bisschen der rote Faden gefehlt hat. Nikoletta geht mehrmals in die geheime Welt und trifft dort jedesmal eine andere phantastische Figur. Das sind alles tolle, kleine Geschichten, ich habe aber den Zusammenhang nicht gefunden. Im zweiten Teil wird das aber besser und der rote Faden wird wieder aufgenommen.

Am Ende bringt die Autorin das Thema Tod und Verlust mit in die Geschichte. Sie erzählt das ganz toll und einfühlsam und an sich finde ich dieses Thema sehr wichtig. Allerdings fand ich, dass es am Ende in eine Geschichte gequetscht , die über das Thema Freundschaft geht, nicht genug Stellenwert enthält um den Fragen die sich Kinder zu diesem Thema stellen, gerecht zu werden. Ich hatte das  Gefühl es schneidet noch ein tiefgreifendes Thema an, hört dann aber vorzeitig auf.

Alles in allem ist es aber ein sehr hörenswertes Kinderhörbuch.


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Tags: abschied, freundschaft, hörbuch, trauer   (4)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

alkohol, plötzlicher kindstod, phantasie, alkoholismus, kind verschwunden

Verträumt

S.T. Kranz
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei epubli, 02.05.2017
ISBN 9783745074628
Genre: Romane

Rezension:

Wenn mich jemand fragen würde, wie ich das Buch finde, würde ich antworten, dass ich es seltsam finde. Wobei das Seltsam keine negative Bedeutung hat. Vielmehr ist das Buch seltsam gut.

Cathy Hart steht vor den Trümmern ihres Lebens und befindet sich in einer absoluten Ausnahmesutuation. Ihr 4-Jähriger Sohn wird vermisst.

Cathy ist Alkoholikerin und ihr Familienleben war bereits zuvor ein Trümmerhaufen. Nun flüchtet sie sich immer mehr in den Alkohol und in ihre heile Welt. Doch schon bald kann sie nicht mehr unterscheiden, was Fiktion und was Realität ist. Der Sog des Unrealistischen wird dabei immer mächtiger.

Ich fand das Buch ganz gut, nur wer einen Krimi erwartet wird wohl enttäuscht sein. Es ist vielmehr eine Mischung aus Prosa und Poesie in der die Gedanken ihren Hauptteil haben.

Manchmal fand ich den Satzbau etwas holperig, was mir den Lesefluss gestört hat.

Ansonsten war es aber ein Lesevergnügen der etwas anderen Art und ich glaube das, was der Autor erreichen wollte, die Vermischung der Realität mit der Fiktion, ist sehr gut gelungen auch ich hatte am Ende Probleme beide Welten auseinander zu halten und bin mit eingetaucht in diese surrealistische Ebene , in die sich Cathy geflüchtet hat.

Diese Rezension wird auch auf Amazon, Weltbild und auf meinen Blog Seiten bücherseele auf Facebook und verletztes-einhorn auf myblog veröffentlicht werden.

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Tags: alkoholismus, entführung, kind, krimi, phantasie, sucht   (6)
 

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56 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, dorfgemeinschaft, nele neuhaus, ende, sicherheit

Im Wald

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548289793
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

           Ich habe das Buch als Hörbuch angehört. Es war mit dem achten Fall mein erster Bodenstein / Kirchhoff Krimi.

Oliver Bodensteins letzter Fall hat es in sich, eine Mann verbrennt in einem Wohnwagen im Wald. Bald darauf wird eine totkranke Frau im Hospiz ermordet. Was wussten beide Opfer, das so wichtig war, dass sie sterben mussten?

Als die Indizien zu einem längst vergessenen Fall aus Bodensteins Kindheit und Umfeld führen, schweigt ein ganzens Dorf aus Angst vor der Schuld.

Bodenstein gerät schnell an seine Grenzen, da er zu sehr in den Fall involviert ist und gibt die Leitung an seine junge Kollegin Pia Kirchhoff ab.

Ich persönlich habe zwar schon Nele Neuhaus Romane gelesen, aber diese Krimiserie war mir neu. Umso interessanter fand ich diesen Teil. Man versteht die Handlung sehr gut und freundet sich schnell mit dem Ermittlerduo an, auch wenn das Beziehungsgeflecht im achten Fall natürlich schon weit fortgeschritten ist.

Ich hatte manchmal Probleme das Beziehungsgeflecht der Dorfbewohner zu behalten und auch die vielen verschiedenen Namen und die Personen dazu fand ich etwas undurchsichtig. Aber das hat natürlich auch die Hörbuchversion ein bisschen erschwert und das mag beim Lesen besser sein.

Den Fall an sich fand ich super. Im Endeffekt wurde so viel so lange Zeit verheimlicht und verschleiert und aus einem mobbing im kindlichen Alter entsteht immer mehr Unheil.

Die Gefühle der Protagonisten sind sehr spannend und nachvollziehbar beschrieben und auch Oliver Bodensteins Zwickmühle als Ermittler und Beteiligter kann man verstehen.

Die Ermittler finde ich sehr sympathisch und besonders als der Fall sich dann zuspitzt wird die Lektüre sehr spannend.

Ich finde auch den langen Schluss sehr schön, in dem man noch sehr viel über die Beteiligten erfährt und wie sie ihr Leben nach der Verurteilung des Täters weiterleben. Ich mag Romane nicht, die unmittelbar mit dem Showdown und der Ergreifung des Täters enden und man sich den Rest selbst denken muss.

Fazit: Ich habe mir gleich im Anschluss den ersten Teil bestellt und freue mich sehr mal wieder eine ganze Krimireihe entdeckt zu haben, von der ich jetzt mehrere Bände lesen oder hören kann.
       

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Tags: bodenstein, kirchhoff, krimi, mord, opfer, taunus   (6)
 

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

hummerfang, hummer, insel, familiengeschichte, fischerei

Die Hummerkönige

Alexi Zentner , Werner Löcher-Lawrence
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442715442
Genre: Romane

Rezension:

          Manche Familiengeheimnisse verrät man nicht. Die Kings haben auf der Insel Loosewood Island eine Unternehmensdynastie im Hummerfang. Bereits ihre Vorfahren betrieben dort den Hummerfang. Nun ist die Tochter Cordelia dabei die Geschäfte ihres Vaters zu übernehmen. Dieser hat sich eigentlich einen Sohn gewünscht, der in seine Fußstapfen tritt, doch nach einer Legende nimmt sich das Meer aus jeder Familiengeneration der Kings einen Sohn. Und so starb auch Cordelias Bruder auf dem Meer.

Während das harte Hummerfanggeschäft auf der Insel seine schwachen Erträge einfährt, droht Gefahr vom Festland in Form anderer Hummerfänger, die das Gebiet übernehmen wollen.

Das Buch beginnt mit einer Vermischung aus Gegenwart und Vergangenheit, bei der man nicht immer weiß, was Realität war und was einer Legende entsprungen ist. Sehr schön werden die rauhen Begebenheiten auf der Insel erzählt und am Anfang war mir persönlich sogar etwas zu viel Seelenschmerz in der Familiengeschichte. Ein Sohn, der auf dem Meer stirbt, eine Mutter, die ins Wasser geht und ein Hund, der einfach so erschossen wird.

Danach flaut die Erzählspannung aber merklich ab und es wird einfach eine dahinplätschernde Familiengeschichte erzählt.  Normalerweise taucht man bei Familiengeschichten ja in der Vergangenheit mit ein und empfindet sie wie die Gegenwart. Hier werden zwar Episoden aus der Vergangenheit erzählt, aber man hat das Gefühl, dass etwas Vergangenes erzählt wird. Das hat mich leider nicht richtig gepackt.

Auch wurde ich mit den Protagonisten nicht warm und konnte ihre Handlungsweisen nicht nachvollziehen. Dass ein Familienvater verzweifelt ist, wenn sein Sohn stirbt, klar. Aber dass er dann am Tag der Beerdigung den Familienhund im Meer erschießt und ertrinken lässt, weil der Sohn über diesen gestolpert ist und das unter den Augen seiner Tochter, konnte ich nicht nachvollziehen. Zumindest konnte ich dann im weiteren Verlauf der Geschichte in diesem Mann keinen tollen Familienoberhaupt sehen, den man bewundert.
Auch eine Vierfachmutter, die nach dem Tod ihres Sohnes einen Selbstmord begeht und drei kleine Kinder zurück lässt, ist für mich keine Protagonistin, der ich nachempfinden kann.

Und zu guter letzt fand ich einfach die Hauptperson Cordelia eine sehr von ihrem Leid überzeugte Person, die nie damit fertig wurde, dass sie nicht der Sohn war, den man von Anfang an auf dem Schiff haben wollte. Dabei waren für micht die Auslöser, die sie das immer wieder in großer Tragik haben erwähnen lassen für mich als Leser Kinkerlitzchen und ich hätte ihr gerne mal gesagt, dass sie doch die alten Kamellen sein lassen soll und sich auf ihr jetziges Leben konzentrieren soll.
Da ist sie eifersüchtig auf die Freundin ihrer Schwester, die auf dem Boot ihres Vaters anfängt und generell eifersüchtig, dass die Schwester zurück auf die Insel kommt. Auf ihre andere Schwester ist sie natürlich auch  eiferüchtig und auf ihren Bootsmann, der in seiner Verzweiflung die Insel verlässt. da seine Frau fremd geht, ist sie sauer, weil sie sich heimlich in ihn verliebt hatte und er nicht bleibt.
Bei der einen Schwester findet sie eine Kette ihrer Mutter, die diese nach deren Tod an sich genommen hatte und macht ein riesen Drama. Nur habe ich nicht verstanden, warum ausgerechnet Cordelia diese Kette hätte haben müssen. Ich hatte beim Lesen das Gefühl , dass Cordelia eine sehr narzistische, egoistische Person ist, die nur an sich denkt. Auch ihre Schwestern haben doch unter dem Familiendrama gelitten.

Schade, nach der Leseprobe hätte ich mir von dem Roman mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr Familiengeheimnis, mehr Inselfeeling und authentischere Protagonisten.
       

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Tags: fischerei, hummerfang, insel   (3)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

kaiserin, innsbruck, sisi, aloys, nachtwächter

Das fliehende Herz

Jeannine Meighörner
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 16.03.2017
ISBN 9783709978085
Genre: Historische Romane

Rezension:

Historische Romane sind immer etwas gewagt, wenn sie ein Thema behandeln, das schon so oft durchgekaut wurde. Deshalb war ich auf diesen Sisi Roman besonders gespannt.

Sisi hat im laufe ihres Lebens Innsbruck mehrmals besucht und genau davon handelt der Roman. Die Autorin erzählt die Geschichte durch eigentliche Randfiguren in einer Art Mauerschauperspektive. So erfährt man sehr viel über die Gesellschaft und Historie der Zeit und kann auch einen kritischen Blick auf die Kaiserin werfen. Die Randfiguren sind nämlich Menschen aus dem Volk, die nicht nur den Schein der Kaiserin sehen, sondern auch durchaus Kritik am kaiserlichen Hofe erkennen.

Sehr gut gelungen ist die lebendige Erzählweise des Romans, die eine Mischung aus alter Sprache und dennoch einer lebendigen Modernität ist.

"Das fliehende Herz" ist durchaus eine kritischere Sicht auf Sisis Leben, als in den meisten bisher erschienen Romanen oder dem Musical oder gar den Filmen. Dennoch hat auch hier Sisi ihren Charme, mit dem sie alle für sich gewinnen kann.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Fazi: auf jeden Fall lesenswert.

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Tags: innsbruck, kaiserin, österreich, sisi, ungarn   (5)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

barbara havers, krimi, london, scotland yard, inspector lyneley

Bedenke, was du tust

Elizabeth George , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 13.03.2017
ISBN 9783442484973
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ja bekennender Inspector Lynely Fan und habe bisher alle erschienen Bände der Serie gelesen. Nun war ich auch auf diesen gespannt, den ich nun etwas verspätet gelesen habe, weil ich auf die Taschenbuchausgabe gewartet habe.

Barbara Havers steht nach ihrem Alleingang im letzten Band auf der Abschussliste ihrer Chefin, die ihren Versetzungsantrag bereits in der Schublade hat. Deshalb versucht sie sich genauestens an alle Regeln zu halten. Dies führt allerdings dazu, dass ihre Fähigkeiten als Ermittlerin darunter leiden.

Gerade deshalb kommt es ihr sehr gelegen, dass sie in einem Mordfall an einer Autorin außerhalb ermitteln darf, wenn auch unter den Argusaugen von Detective Nkata.

Die bekannte und umstrittene Autorin Clare Abott wird tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden. Was anfangs wie ein normaler Herzinfarkt aussieht, entpuppt sich dank Havers Beharrlichkeit bald als Giftmord. Als dann auch noch Abotts Lektorin vergiftet wird, übernimmt Scottland Yard die Ermittlungen.

Unterdessen stellt DI Lyneley seine Gefühle zur Tierärztin Daidre in Frage.

Ich muss sagen, dass ich mit den letzten Bänden nicht mehr ganz so zufrieden war, da sich die Hauptcharaktere zu sehr verändert haben und meiner Meinung nach die Schriftstellerin zu sehr auf Veränderungen gesetzt hat. Dieser Band ähnelt dann aber wieder mehr den Anfangsbänden. Mich hat er sehr gepackt.

Allerdings hat die Geschichte eine lange Anlaufszeit, bis Havers und Lyneley dann ermitteln und mit einsteigen. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mit dem Ende einverstanden bin.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist, das Lyneley, nach seiner Trauerzeit um Helen so langsam wieder zum alten, charmanten Ermittler wird, der zwar seine Narben behält, aber trotzdem wieder an Ausstrahlung gewinnt.

Auf jeden Fall wie immer sehr lesenswert.

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Tags: barbara havers, england, inspector lyneley, london, scotland yard   (5)
 

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(59)

82 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

hoffnung, tod, schicksal, transplantantation, hoffnun

Wünsche, die uns tragen

Kathryn Hughes , Uta Hege
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548289175
Genre: Romane

Rezension:

          Beth' Sohn Jake ist unheilbar an einem Nierenversagen erkrankt und braucht dringend ein Spenderorgan. Klar, dass die verzweifelten Eltern alles in Bewegung setzen, um einen geeigneten Spender zu finden. Am Besten in der Familie. Doch der Begriff Familie ist hier sehr begrenzt, da doch Beth' Mutter gerade erst verstorben ist und ein großes Geheimnis mit ins Grab genommen hat.

Was etwas konstruiert beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem bewegenden Familiendrama. Am Anfang dachte ich, die Geschichte um den kranken Jake entwickelt sich zum typischen Drama um das Leben und den Tod. tragisch, aber schon so oft in Büchern behandelt.
Hier taucht man allerdings bald in die Geschichte der Vergangenheit ein, die schnell spannend wird und so lebendig geschrieben ist, dass man mit den Protagonisten mitfiebern kann.

Was mir besonders gefällt, ist, dass man die Zusammenhänge nicht erahnen kann, bis die Autorin die Pointen platzen lässt. Ich habe die Nächte durchgelesen und konnte das Buch nicht weglegen.

Schade ist nur, dass der Lektor des Verlages einige große Tippfehler übersehen hat.
       

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Tags: adoption, nierenspende, roman, transplantantation   (4)
 

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(87)

122 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

mord, schweden, psychothriller, stockholm, thriller

Wenn das Eis bricht

Camilla Grebe , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2017
ISBN 9783442757176
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gleich mal vorne weg, das Buch war gut, richtig gut und ich habe die letzten Nächte durchgelesen.

Die Kriminalpsychologin Hanne hat eigentlich mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Mit beginnender Alzheimer beginnt ihr Leben zu verschwimmen. Außerdem merkt sie, dass ihre Ehe ihr keine Sicherheit bietet.

Umso abstruser ist die Tatsache, dass sie von ihren ehemaligen Kollegen plötzlich zu einem dramatischen Fall gerufen wird.

Im Haus eines Geschäftsführers einer Modekette wird eine weibliche Leiche entdeckt. Die Leiche wurde enthauptet und der Kopf als Mahnmal mitten im Zimmer aufgestellt. Der Fall erinnert an einen ähnlichen Fall zehn Jahre zuvor, bei dem der Täter niemals gefunden wurde.

Für Hanne beginnt eine Ermittlung, die ihr an die Substanz geht. Nicht nur der Fall macht ihr zu schaffen. Zusätzlich muss sie aufpassen, dass ihre Krankheit nicht erkannt wird. Sie ist sich selbst unsicher, ob sie ihren eigenen Erinnerungen an den zurückliegenden Fall trauen kann. Außerdem sitzt im Ermittlerteam Peter. Der Kommissar, mit dem sie vor langer Zeit zusammen war.

Der Plot ist einzigartig und unglaublich spannend geschrieben. Man hat das Gefühl seinen eigenen Gedanken irgendwann nicht mehr trauen zu können. Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Wer Opfer und wer Täter ist, steht noch lange nicht fest.

In diesem Buch kommt der schwedische Flair und die Eigenart der schwedischen Gesellschaft, das weiche Du in der Anrede sehr genau herüber.

Besonders toill finde ich auch die schriftstellerische Schreibkunst. Das Buch ist aus der Sicht von drei Hauptpersonen geschrieben, deren Kapitel sich abwechseln und die gemeinsam aus verschiedenen Perspektiven den Fall vorantreiben. Man hat das Gefühl sich in die Gedanken des Opfers hineinversetzen zu können.

Die verschiedenen Perspektiven handeln auch noch von verschiedenen Zeiten. Während Peter und Hanne die Zeit nach der Tat erzählen, blickt die Verkäuferin Emma auf die Wochen vor dem Mord zurück. Klingst sehr umständlich, ist im Buch aber perfekt gemacht und sehr verständlich.

Also ein Buch, das auf jeden Fall empfehlenswert ist.

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Tags: mord, psychopath, psychothriller, schweden, schwedenkrimi, spannend   (6)
 

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216 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 116 Rezensionen

marmelade, trauer, familiengeheimnis, freundschaft, familie

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

          Nora Kluge ist noch keine 30 und schon verwitwet. Ihre große Liebe starb ein Jahr zuvor beim Joggen an einem Herzinfarkt. Seitdem ist nichts wie es mal war und das Leben scheint stillzustehen. Einzig und allein Marmelade kocht Nora noch und baut die befüllten Gläser zu einer Art Schrein im Arbeitszimmer ihres Mannes. Marmelade war ihre gemeinsame Leidenschaft.

Doch ein Jahr später findet sie genau dort zusammen mit ihrer Freundin Katharina einen Brief einer unbekannten Tante ihres Mannes.

Nach kurzem Zögern nimmt sie Kontakt mit diesem längst vergessenen Teil der Familie in der ostdeutschen Boddenlandschaft auf.

Dort findet sie sowohl eine Tante, ihres Mannes, die ihr selbst sehr ähnlich ist und eine neue Freundin und deckt ganz nebenher ein streng gehütetes Familiengeheimnis auf.

Der Roman "Brombeerzimmer" hat mir sehr gut gefallen. Er schleppt sich am Anfang ein wenig dahin, bis die Reise in die Boddenlandschaft endlich los geht und ein bisschen habe ich befürchtet, dass die Geschichte in Noras Trauer und Erinnerung unter geht. Doch dann "nimmt sie Fahrt" auf und entwickelt sich schnell zu einem unterhaltsamen leicht zu lesenden Roman, mit dem man gerne ein paar tolle Nachmittage im Liegestuhl verbringt.

Ganz besonders  an dem Buch sind die vielen alten Rezepte, mit denen es die Autorin bestückt hat und die an Omas Küche erinnern.

Was am Anfang ein bisschen flach und absehbar daher kommt, entpuppt sich am Ende ganz anders.

Einzig und allein der Lektor hat geschlampt, was ich persönlich immer sehr schade finde. Außer ein paar markanten Rechtschreibfehlern (So setzen sie sich dort auf die Coach:-) )  gibt es auch einen inhaltlichen Patzer. Auf Seite 26 haben sich Nora und Katharina im Deutsch Leistungskurs angefreundet. Also in der Oberstufe. Auf Seite 89 waren sie aber mit 13 oder 14 Jahren in der 8. Klasse gemeinsam mit Noras Eltern im Urlaub.

Ansonsten aber ein absolut schöner und lesenswerter Frauenroman für ein paar gemütliche Stunden.
       

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Tags: bodden, boddenlandschaft, familienroman, familiensaga, frauenroman, ostsee, rügen, tod, trauer   (9)
 

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

spanking, thriller, schweden, journalist, demut

Demut

Mats Olsson , Leena Flegler
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei btb, 27.02.2017
ISBN 9783442714643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Der Ex -ournalist  Harry Svensson ist auf der Suche nach sehr speziellem Sex. Doch die Frau, mit der er seine Spielchen treiben möchte, überlegt es sich in letzter Sekunde anders und befördert ihn samt Faustschlag aus ihrer Wohnung. Als Svensson mit gebrochener Nase in sein Hotel zurück kommt, findet er in seinem Nachbarzimmer, dem Zimmer eines Musikers, eine weibliche Leiche in dessen Bett. Der Musiker kann sich an nichts erinnern. Kurze Zeit später, wiederholt sich das Verbrechen mit einem Politiker als männlichem Protagonisten. Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass jemand sowohl die Mordopfer, als auch die Männer, denen der Mord in die Schuhe geschoben werden soll bestrafen möchte.
Svensson begibt sich zusammen mit der schwedischen Polizistin Eva Mansson auf Spurensuche.

Was sich als ein toller, spannender Plot anhört, hat sich für mich leider bald als Flop herausgestellt.
Ich habe selten ein Buch gelesen, das so langweilig und unattraktiv geschrieben wurde.
Für meinen Geschmack hat es der Schriftsteller immer wieder geschafft seinem eigenen Spannungsbogen im Weg zu stehen und ich verstehe die himmelhochjauchzenden Zitate, mit denen der Cover Einband geschmückt ist überhaupt nicht.

Der Protagonist erzählt viel zu viel Dinge über sich selbst und über sein Leben, die erstmal unheimlich langweilig daher kommen. Klar, im Endeffekt spielt er eine Rolle in dem Fall und seine Leidenschaft und seine Vergangenheit sind hierfür wichtig, aber bis ca Seite 200 nehmen diese Überlegungen jedesmal, wenn endlich der Plot etwas an Fahrt aufnimmt, sofort das Tempo wieder heraus.  Ich bin ganz ehrlich,  hätte ich das Buch nicht als Rezensionsbuch gelesen, wäre ich nicht über Seite 100 hinaus gekommen und hätte es weg gelegt. Viel zu viele Handlungseinschübe haben nichts mit dem Roman zu tun und kommen als Lückenfüller daher.

Zum Beispiel die Überlegung in einem britischen Pub, wie die Engländer früher aussahen oder heute aussehen. Oder, dass, als Svensson bei einem Meeting in der Redaktion teilnimmt, jedes andere Teilnehmende Mitglied bis ins kleinste Detail beschrieben wird, später aber nichts mehr zur Sachen tut.

Auch Svenssons ständige Gedanken an Sex sind nervig. Muss man sich, wenn man mit der Komissarin telefoniert und eine Neuigkeit über den Fall bespricht überlegen, wie sie gerade aus der Dusche kommend, nackt auf dem Teppichboden steht? Für mich sind das alles Spannungsbogen-Bremsen.

Außerdem finde ich, dass viele Dinge einfach unglaubwürdig sind. Svensson rutscht sozusagen in den ersten Fall hinein und fängt dann aus schriftstellerischer Neugier an zu recherchieren. Er wird von der Kommissarin verhört und telefoniert dann, um ihr Neuigkeiten zu erzählen. Unglaubwürdig und zusammengeschustert wirkt es für mich, wenn die Kommissarin ab sofort allzeit für ihn bereit ist, einer Einladung von ihm folgt, die Neuigkeiten ständig mit ihm beim Essen bespricht und ihm bereitwillig geheimste Internas erzählt.
Sehr unlogisch fand ich auch: Das zweite Mordopfer war die Dame, mit der sich Svensson im ersten Kapitel zum Sex treffen wollte und die ihn dann mit einem Kinnhaken abserviert hat. Svensson und die Weinhändlerin hatten sich zuvor bei einer Weinprobe kennen gelernt und monatelang e-mail Kontakt gehabt, allerdings findet das niemand der Polizei heraus und Svensson verrät nicht, dass er die Frau kannte. Oooookay, zwar ist der Computer weg,.... aber entschudligung, kann man heute keinen E-mail Verkehr rekonstruieren?

Und ganz gruselig und schlecht recherchiert fand ich den zweiten Mord selbst. Angeblich kam man beim Mordopfer darauf, dass der Mörder SM Praktiken vollzogen hat, weil angeblich der Hintern des Opfers durch Schläge "knallrot" und geschwollen war. Naja der Mörder hatte ihr mit einer Haarbürste Schläge verabreicht und sie im Anschluss sofort erdrosselt. Ich glaube man muss kein Forensiker sein, um zu wissen, dass "knallrot" dann entsteht wenn die Haut durchblutet ist. Das ist bei Leichen allerdings relativ selten der Fall. Und eine Schwellung entsteht erst langsam nach einer Gewalteinwirkung, aber nicht, wenn jemand geschlagen und dann sofort ermordet wird.

Der Krimi wird als typischer Schwedenkrimi gelobt. Das war er für mich überhaupt nicht. Ein Schwedenkrimi zeigt für mich die Schönheit des Landes, auch wenn er seine Rauhheit und Unwirtlichkeit aufzeigt. Dieser Krimi schreibt aber fast nur negativ darüber. Auch der Flair der schwedischen Bevölkerung kommt für mich gar nicht herüber.

Sorry, ich schreibe selten schlechte Rezensionen, aber dieses Buch hat mich leider nicht überzeugt.
       

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Tags: mord, schweden, sexphantasie   (3)
 

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133 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 82 Rezensionen

schweden, krimi, flüchtlinge, organhandel, tom stilton

Schlaflied

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 20.02.2017
ISBN 9783442757169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Olivia Rönning und  Tom Stilton ermitteln in ihrem neuen Fall in den untersten und ärmsten Gesellschaftsschichten unter Minderjährigen, die im Leben keine Chance haben.

Schweden wird von einer Flüchtlingswelle überrollt. Am Hauptbahnhof herrscht Chaos und viele unbegleitete Minderjährige suchen nach Schutz.

Dann wird die Leiche eines Jungen in den schwedischen Wäldern gefunden. Die Spuren führen in den Untergrund von Bukarest, in dem tausende von Waisen in der Kanalisation dahinvegetieren und im Drogenrausch Zuflucht suchen.

Mich hat der Krimi von der ersten bis zur letzten Seite schwer beeindruckt. Was für Abgründe sich in unserer Welt auftun und das Schlimmste ist, dass das ganze irgendwie real sein kann oder wahrscheinlich auch so ist. Das Verbrechen könnte bereits stattgefunden haben.

Die Ermittler sind irgendwie anders als die typischen Krimiermittler. Olivia Rönning, eine alleinstehende junge Frau, die nach ihrer Polizeiarbeit als freiwillige auf dem Hauptbahnhof hilft und Tom Stilton, der lange Zeit auf der Straße gelebt hat und nun wieder in die Normalität einsteigt.

Beide sind mir sehr sympathisch. Überhaupt finde ich die Charaktere sehr gut herausgearbeitet und auch die Opfer wachsen einem ans Herz. "Schlaflied" zeigt so viel Gefühle in Zeiten des Verbrechens. Und das obwohl es ohne den " Auf welche abscheulichtsten Arten kann man morden" Effekt auskommt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass es einen Schluss hat, der noch etwas weiter geht als bis zur Aufklärung des Verbrechens. Man erfährt noch etwas darüber, welche Auswirkungen das Verbrechen auf die verschiedenen Protagonisten hatte. Allein der letzte Abschnitt lässt auf etwas schließen, was man wahrscheinlich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.

"Schlaflied" ist bereits der vierte Fall des schwedischen Autorenteams. Es war mein erster, den ich von Cilla und Rolf Börjlind gelesen habe. Man braucht etwas, um die verschiedenen Strukturen zusammen zu bringen. Ich hatte etwas Probleme zu erkennen wer in dem Ermittlerteam die Hauptfiguren sind. Außerdem gibt es am Anfang einige erstmal unzusammenhängende Strukturen. Dennoch ist der Krimi von der ersten Seite an sehr spannend und das macht überhaupt nichts aus.

Fazit: Es war mein erster Krimi, den ich von der Reihe gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht mein letzter bleiben.
       

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Tags: flüchtlinge, flüchtlingskrise, krimi, organtransplantation, organverkauf, schweden, tom stilton   (7)
 

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93 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

ostfriesland, ann kathrin klaasen, krimi, rupert, kommissarin

Ostfriesentod

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 16.02.2017
ISBN 9783596036332
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Selbstmordwelle erschüttert Ostfriesland. Oder sind die Selbstmorde überhaupt Selbstmorde? Während Ann Kathrin Klaasen Zweifel hegt, muss sie privat diesmal um ihre eigene Identität kämpfen. Ihr Twingo wurde zu einer Zeit und an einem Ort geblitzt, an dem Ann Kathrin nicht war. Als sie dann plötzlich selbst unter Mordverdacht steht, muss sie erkennen, dass sich jemand in ihr Leben eingeschlichen hat, dessen einziges Ziel es ist, sie zu zerstören.

Der elfte Teil, der Ann Kathrin Klaasen Reihe kommt mit einer spannenden Frischheit daher. Anders als bei vielen Krimiserien, in denen sich die Ermittler mit der Zeit verlieren, wird diese Reihe von Teil zu Teil besser.
Sie ist die einzige Serie, die ich verschlungen habe, obwohl ich eigentlich einigen Hauptfiguren kritisch gegenüber stehe und ihren Charakter gar nicht mag.
In diesem Teil treten die überzogenen Eigenschaften von Ann Kathrin Klaasen eigentlich etwas zurück. Sie steht im Mittelpunkt, ohne diesmal irgendwelche Alleingänge zu machen oder als Hauptfigur zu ermitteln, da sie diesmal befangen ist. Viel mehr ermitteln jetzt die anderen für sie, was eine interesannte und neue Konstellation ergibt.

Auch Rupert, der in seiner Eigenschaft als Schwerenöter ja maßlos überzogen dargestellt wird, bleibt auch in diesem Teil zwar seiner Eigenschaft treu, doch irgendwie mag man ihn inzwischen... auch so wie er ist.

Der Roman nimmt schnell an Fahrt auf und ist spannend wie eh und je. Nach einer Zeit kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe die Nacht durchgelesen.

Dadurch verzeiht man dem Autor fast die ein oder andere Nachlässigkeit. Zum Beispiel, dass der grüne Twingo von Ann Kathrin Klaasen eigentlich kaputt und Gegenstand einer Mordermittlung ist, als sich ein Beobachter fragt, warum Ann Kathrin Klaasen nun mit  ihrem anderen Auto und nicht mit dem Twingo fährt, der in der Garage steht. Oder dass ein minderjähriges Mädchen tagelang bei Ann Kathrin Klaasen und Weller wohnt, ohne dass irgendjemand etwas dagegen hat.
Oder dass eine Schülerin als Praktikantin auf nächtliche Verbrecherjagd mit Rupert geht, was zwar missbilligt wird, aber trotzdem geschieht.

Alles in allem aber ein super Buch und ich freue mich jetzt schon auf den zwölften Teil, den es hoffentlich geben wird.

 

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Tags: ann kathrin klaasen, langeoog, norden, norderne, nordsee, ostfriesland, weller   (7)
 

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84 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

abenteuer, fantasy, freundschaft, akademie, jugendbuch

Saint Lupin´s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

Wade Albert White , Ulrike Köbele , Timo Grubing
Fester Einband
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522505437
Genre: Kinderbuch

Rezension:

          Anne ist ein Waisenmädchen aus einer Parallelwelt. Sie hat überhaupt keine Ahnung, wer ihre Eltern sind.  Zusammen mit ihrer besten Freundin Penelope versucht sie sich im Waisenhaus Saint Lupin#s  über Wasser zu halten. Denn Kind sein hat dort nichts verloren. Unter den strengen Augen der Oberin müssen die Kinder hart im Steinbruch arbeiten.  
Endlich werden Anne und Penelope 13 und dürfen das Waisenhaus verlassen, um an einer Akademie ihre Ausbildung zu beginnen. Beide fiebern der Abreise mit dem fliegenden Schiff entgegen, auch wenn sie bis jetzt noch an keiner Akademie angenommen wurden.

Der Planet-Verlag steht für spannende Abenteuerbücher für Jungs und Mädchen.
Auch hier hat der Verlag ganz in seiner besonderen Eigenart Zwischentexte mit Erklärungen über die Parallelwelt kreiert. Diese Zwischenbriefe oder Texte gibt es in vielen Büchern dieser Reihe und lockern die Bücher schön auf.
Schön fand ich einige phantastische Ideen des Autors. Ganz besonders gut hat mir das Buch mit den leeren Seiten gefallen, das aktuell Annes Leben aufschreibt und ihr als Hilfe im Alltag dient.

Allerdings muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich die Zeit in Saint Lupin's sehr hart fand. Ich meine ein Kinderbuch zu schreiben, in dem es den armen Waisen schlecht geht, bis sie dann an die Zauberakademie kommen, um dort die Welt zu retten. ist nicht erst seit Harry Potter ein beliebtes Stilmittel. Aber muss man 60 SEiten von Kindern schreiben, die gequält werden, im Steinbruch arbeiten und in Zellen gesteckt werden, wenn sie nicht funktionieren? Ich bin bestimmt nicht zart besaitet, aber mir war das zu viel. Das Buch ist für 10-Jährige. Außerdem gibt es am Anfang überhaupt keine Identifikationspunkte, da die Begebenheit schon etwas sehr weit hergeholt ist.

Zu viel waren mir auch die phantasischen Elemente und die ständigen kleineren Abenteuer und Kämpfe. Man hatte beim Lesen fast das Gefühl, dass krampfhaft versucht wurde aus allem, aber wirklich aus allem eine phantastische Begebenheit zu machen und ständig neue unerwartete Momente zu kreieren. Mir war das zu überladen und ich finde es hat den Lesefluss gestört.  Vor lauter Überraschungsmomente gab es gar keine Geschichte mehr. Deshalb von mir nur drei Punkte. Schade, ich bin anderes aus dem Verlag gewohnt.
       

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Tags: abendteuerroman, jugendbuch, kinderbuc   (3)
 

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109 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, tod, krebs, hospiz

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

          Auf dieses Buch und natürlich auch auf die Rezension habe ich mich aus persönlichen Gründen ganz besonders gefreut. Fred ist alleinerziehender Vater und seit neuestem ausgebildeter Sterbebegleiter. Sein erster "Fall" führt ihn zu der extravaganten 60-jährigen Karla mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium. Während sich Karla eigentlich noch unschlüssig ist, ob sie überhaupt einen Sterbebegleiter haben möchte, versucht Fred all das, was er in seiner Ausbildung gelernt hat umzusetzen, was oft etwas steif zum Misserfolg führt. Zum Glück gibt es da noch Freds introvertierten 13-jährigen Sohn Phil, der eigentlich am liebsten zu Hause bei seinen Büchern ist, aber dennoch einen Nebenjob bei Klara annimmt, bei dem er die Bilder ihres Lebens digitalisiert. Während Fred sich schwer damit tut einen Zugang zu Klara zu finden, befindet sich Phil schnell auf gleicher Wellenlänge mit ihr. Durch gemeinsames Schweigen lernen sie Respekt voreinander und Zuneigung  zueinander.

Wer hier eine weitere hollywoodreife Story wittert, in der die Protagonisten sich erst hassen, dann lieben, bis einer am Ende stirbt, hat das Buch unterschätzt.

Die Autorin Susann Pásztor begleitet selbst seit über zehn Jahren in den Tod und hat mit ihrem Roman ein Werk geschaffen, das das Sterben und die eigene Auseinandersetzung mit  dem Tod hinterfragt.

Sie schafft es einen kritischen Blick auf die Eigenreflexion des Begleiters zu werfen (Warum möchte man das Beste für seinen "Klienten"? Weil man das Beste für ihn möchte, oder weil man meint dass es das Beste ist? Beweihräuchert man sich mit manchen Heldentanten nicht selbst?)
und stellt über ihre Protagonisten eine Dreierbeziehung her, die durch gemeinsames Schweigen und das ein oder andere ruppige Wort so viel Ehrlichkeit und Gefühl zwischen den Menschen vermittelt, wie es kaum ein Roman schafft.

Es ist ein Roman und kein Sachbuch, aber man spürt auf jeder Seite das Hintergrundwissen, das die Autorin besitzt.

Ich finde das Buch unheimlich gelungen und würde es gar als Pflichtlektüre für jede Ehrenamtsausbildung im Hospizbereich empfehlen. Trotzdem kommen der Humor und auch das Lesevergnügen der reinen Romanleser nicht zu kurz.
       

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Tags: bauchspreicheldrüsenkrebs, hospibegleiter, hospiz, sterben, tod   (5)
 

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, krieg, schiffsjunge, kriegsschiff, historischer roman

Der Korsar und das Mädchen

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957341884
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eines der besten Bücher , das ich jemals gelesen habe... Und das ich die letzten Tage nicht mehr aus der Hand legen konnte. Eine ganz tolle historische Liebes-Abenteuergeschichte mit so viel Gefühl zwischen den Zeilen, mit Witz und Charme.... Ich lese sehr viel und ich bin bestimmt kein Leser der alles gut findet , aber so begeistert hat mich schon lange kein Buch mehr.  Das wird mit Sicherheit nicht mein letztes "Elisabeth Büchle" Buch bleiben.

Zur Geschichte: Die 17 jährige Catherine begleitet ihre Schwester auf dem Schiff deren Verlobten nach England. Während Amerika und England im Krieg liegen, glaubt die Besatzung unbehelligt zu bleiben, da sie unter spanischer Flagge segelt. Was jedoch kaum einer weiß ist, dass im Lagerraum amerikanische Kriegsgefangene unter erbärmlichsten Bedingungen geschmuggelt werden.
Diese sollen durch ein amerikanisches Kriegsschiff unter Befehl des jungen Leutnant Lennart Montiniere befreit werden.
Montiniere gerät allerdings schnell in Handlungsnot, als er erfährt, dass auf dem Schiff zwei weibliche Passagiere sind, die er nicht ihrem Schicksal überlassen kann. Als sich zuletzt zwar nur eine davon an Bord befindet, muss er sie kurzerhand zusammen mit ihrem freigelassenen Sklaven, der sie begleitet und dem Schiffsjungen Cato mitnehmen.
Was keiner ahnt ist, dass sich unter dem Schiffsjungen die wilde Catherine verbirgt, die glaubt so einer Strafe zu entkommen und in ihrer neuen Rolle ganz und gar aufgeht.

Die Handlung begeistert von Anfang an. Ein smarter Leutnant ,der die Befehlsgewalt über ein Schiff hat und ein Mädchen aus feinem Hause, dass aber lieber ein Junge wäre und sich als Schiffsjunge verkleidet. Das ist eine Geschchte, die es ja eigentlich schon oft gab und die gewiss Gefahren birgt konstruiert zu klingen, weil man weiß, wie es sein soll und die beiden Protagonisten so zusammen führen muss. Hier wurde das aber wirklich toll gemacht. Man hat das Gefühl es kommt einfach so, weil es so kommen muss und ein Schicksal ergibt das nächste.
Mir gefällt der bildhafte Schreibstil man hat zeitweise ganz das Gefühl man kann ein Feuer spüren, das bei der Eroberung durch die Engländer gelegt wurde oder aber man kann die raue See schmecken....

Schön beschrieben, sind die kleinen Gesten von Lennart, die seinen Charakter unterstreichen. Ein kleines angedeutetes Grinsen, die Hände, die er verschränkt, das Anlehenen an der Bordwand. Das macht ihn für mich zu einem Mann, den man sich gut vorstellen kann. Den aber jeder für sich zu seinem Seemann machen kann, weil einfach nicht zu viel vorweggenommen wird. Auch Catherine oder "Cato" wird durch viele kleine Gesten zu dem frechen, aber dennoch schüchternen Mädchen (oder Jungen), das sie ist.

In dem Buch werden auch die Nebenfiguren sehr schön charakterisiert und bekommen ihre ganz eigene Rolle. Keiner wird nur erwähnt und bleibt dann eine graue Maus.

Ein Handlungsstrang wird am Anfang des Romanes angedeutet und auch wenn er dann lange im Hintergrund verschwindet ist er wichtig und bekommt am Ende seine ganz eigene Bedeutung. Am Ende schließt sich der Kreislauf zu einer tollen abgerundeten Geschichte.

Dazwischen gibt es so viel Spannung, dass man einfach nie "die Stelle" findet, an der man das Buch mal für ein paar Stunden freiwillig zur Seite legen kann.

Fazit: Ich brauche mehr Bücher in einem solchen Stil!!!!

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Tags: abentuer, amerika, england, historischer roman, krieg, kriegsflotte, liebe, liebesroman, lieutnant, schiffsjunge, seemann, sklaverei, spanien   (13)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

insel, ostfriesland, inselkrimi, sterbehilfe, weihnachten

Bitterer Todesengel

Moa Graven
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei cri-ki-Verlag, 01.12.2015
ISBN 9783945372647
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Inselpolizistin Eva Sturm ermittelt kurz vor Weihnachten in einem Fall, in dem ein bereits verschollen geglaubter Mann, tot an den Strand gefesselt gefunden wird. Schnell gibt es Hinweise auf einen Serientäter.

Privat hat die sympathische Ermittlerin Eva Sturm das Problem, dass sie Weihnachten nicht mit ihrem Dauerfreund Jürgen feiern möchte, mit dem zusammen sie Kriminalfälle löst und der in der Touristeninformation arbeitet und damit einige hilfreiche Informationen für Eva hat.

Ich finde das Büchlein sehr nett.  Es ist kein typischer Krimi, da es einfach sehr viel beschreibende Textabschnitte hat, Monologe in der die Ermittlerin etwas über sich selbst philosophiert. Auch in den "großen" Krimis erfährt man natürlich etwas über die Ermittler, aber meist eher durch kleinere Begebenheiten. Hier finde ich, dass der Text einen erzählenden Stil hat. Das meine ich jetzt auch gar nicht negativ, generell passt das zu einer kleinen Insellektüre.

Der Anfangsplot ist klar aufgebaut und die Idee, eine Leiche auftauchen zu lassen, die bereits verschollen war, finde ich gut.

Allerdings hatte ich dann Probleme im zweiten Teil des Buches. Es war mir zu viel Privatleben und zu wenig Krimi.

Hier war es für mich  zu viel Nebengeplännkel, das den Fall nicht vorangetrieben hat, sondern für mich persönlich den Lesefluss immer wieder gehemmt hat. Teilweise war jeder zweite , dritte Abschnitt in den Ermittlungen wieder ein privater Teil der Eva Sturm. Manchmal war selbst in den Abschnitten, in denen ermittelt wurde, in jedem dritten Nebensatz wieder ein Seitengedanke, der mit etwas persönlichem von Eva Sturm oder mit den anderen Protagonisten zu tun hatte, das nicht mit dem Fall oder dem Vorantreiben des Falles zu tun hatte.

Der Kriminallfall selbst war eine nette Geschichte und logisch und strukturell aufgebaut. Den fand ich ganz nett und die Protagonisten fand ich an sich auch sympathisch. Der Schreibstil hat mir gefallen. Als Inselkrimi hätte ich eigentlich erwartet, dass man das Flair und Charisma und die Eigenarten Bewohner der Insel mehr herausgearbeitet hätte.

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Tags: eva sturm, insel, inselkrimi, krim, langeoog, liebe, nordsee, ostfriesland   (8)
 
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