Leserpreis 2018

MariaAlexandras Bibliothek

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Drúdir

Swantje Niemann
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Edition Roter Drache, 19.09.2017
ISBN 9783946425366
Genre: Fantasy

Rezension:

Wer sich bei den üblichen Fantasy-/Steampunk Romanen unterfordert fühlt, ist bei Drúdir genau richtig. Sprachlich auf ganz hohem Niveau entspinnt sich eine spannende Geschichte, mit sehr vielen Protagonisten, Verstrickungen und Verzahnungen, einer Prise Politik und trockenem Humor.

Der komplexe Roman ist nicht nur toll erzählt, er hat auch Gehalt. Mord, Liebe, Freundschaft, dunkle Machenschaften, Magie und Mechanik, Technik, Tragik und Intrigen – alles drin.

Zuerst ist da der Mord an seinem Lehrmeister, den der Uhrmacherzwerg Drúdir aufklären muss. Muss, weil er gar nicht anders kann. Er hadert mit seinen absolut ungewöhnlichen magischen Fähigkeiten (die noch dazu in der „Union“ verboten sind), aber er braucht sie auch, um hinter den großen Zusammenhang zu kommen. Denn die Welt der Zwerge, Menschen und Elfen befindet sich gerade im politischen, gesellschaftlichen und industriellen Umbruch. Die Atmosphäre ist erhitzt und ein Funke könnte dazu führen, dass ein Krieg ausbricht. 

Drúdir findet Mitstreiter, die allerdings auch eigene Interessen verfolgen, trifft auf Antagonisten, Handlanger und Gönner. Die Beschränkung auf wenige (Haupt-)Protagonisten, die sich in dieser Steampunk-Zwergen-Welt tummeln, ist nicht das Ding der Autorin. Aber sie hat alle Zwerge, Elfen, Menschen und „andere“ so gut in ihrem Charakter und Erscheinungsbild ausgearbeitet, dass man als Leser tatsächlich nicht den Faden verliert (wenn doch, dann findet man im Anhang eine Personenliste).
So gesehen ist allerdings „Drúdir“ als Roman-Titel unpassend, denn die Kapitel werden auch aus der Sicht von Findra, Svalris, Phandrael, Kyrai und anderen erzählt (was der Autorin auch einige erzählerische Kniffe erlaubt). Da hätte es als Titel sicherlich etwas gegeben, was mehr zieht.
„Dampf & Magie“ hingegen ist als Untertitel sehr passend, denn in dieser erschaffenen Welt stehen sich beide diametral gegenüber: die neuen Möglichkeiten der Technik, die jederzwerg in Anspruch nehmen kann vs. die missbilligten, althergebrachten Künste der Zauberei, die ein paar wenigen vorbehalten waren. Ganz nebenbei geht es auch noch um Künstliche Intelligenz, wofür Swantje Niemann eine verblüffend logische Erklärung liefert, um Schein und Sein und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

Am liebsten scheinen der Autorin Sätze mit mindestens einem Nebensatz zu sein, der Stil bleibt aber durchgehend flüssig und gut zu lesen. Zudem scheint sie eine Freude daran zu haben, einen möglichst breitgefächerten Wortschatz zu gebrauchen. Das macht den Roman sprachlich äußerst abwechslungsreich und farbenfroh. Sie schildert mit Liebe zum Detail, im Ausdruck präzise und höchst poetisch das Drumrum und bei einigen Absätzen ging mir regelrecht das Herz auf.

Also wenn DAS ihr Debüt als Autorin ist, bin ich gespannt, was da noch so kommt. Denn die Autorin ist eine ganz große Erzählerin. Absolute Empfehlung!

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Tags: elfen, fantasy, künstliche intelligenz, magie, mensch und maschine, roman, steampunk, zauberei, zwerge   (9)
 

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Der Wüstenplanet

Frank Herbert , Jakob Schmidt
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.01.2016
ISBN 9783453317178
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Immer wieder begegnete mir „Der Wüstenplanet“ – DIE Si-Fi-Saga schlechthin (so sagen jedenfalls viele). Nun habe ich mir den Wälzer angetan und wahrscheinlich komme ich mit der Lektüre ein paar Jahrzehnte zu spät. Entweder bin ich schon zu alt, um mich faszinieren lassen oder der 1965er Erzählstil ist nicht meines. Kann auch sein, dass es eine schlechte Übersetzung ist, denn ständig stolperte ich über hölzerne, konstruierte Formulierungen (Ich beziehe mich auf die Ausgabe von Heyne 2001, vielleicht ist die neue Übersetzung von 2016 ja besser ….)

Die Welt, die Frank Herbert erschaffen hat, ist zweifelsohne faszinierend und gut durchdacht: eine eigene Ökologie, eine eigene Mythologie, ungewöhnliche Technologie, komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse und diverse „Clans“ mit eigenen Bestrebungen. Wirklich toll!
Aber dann die Figuren … die sind extrem blass und selbst die Hauptcharaktere konnte ich nur schwer fassen. Möglicherweise liegt es daran, dass die Handlung in erster Linie durch Dialoge vorangetrieben wird. So bekommt man vom „Endkampf“ direkt kaum etwas mit und weiß nur, wer wen in welcher Schlacht wie besiegt, weil es danach diverse Versammlungen / Treffen gibt. Auch von den emotionalen Zuständen der Personen erfährt man nur nebenbei (wie z.B. von der Verbindung der Hauptperson zu seiner Liebsten). Da wäre bei fast 1000 Seiten sicher mehr drin gewesen …
Vielleicht sind die nachfolgenden Bände besser – aber ich war schon froh, dass ich Band 1 „durchgehalten“ habe.

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ambitioniert, anerkennung, bereichernd, bühnentext, bühnentexte, detailverliebt, erzählungen, fabel, freundschaft, glauben, heldentod, kurzgeschichten, leben, lesenswert, liebe

Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren

Marion Alexa Müller
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 08.08.2017
ISBN 9783959960700
Genre: Humor

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

berlin, frauenroman, freundschaft, gegenwartsroman, generationsübergreifend, midlife-crisis

Eine Tonne für Frau Scholz

Sarah Schmidt
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Verbrecher, 01.03.2014
ISBN 9783943167788
Genre: Romane

Rezension:

Sarah Schmidt bringt die Geschichte auf den Punkt, da ist kein Wort zu viel und keines zu wenig und von manchen Wendungen war ich echt überrascht. 
Die Protagonistin ist keine Heldin, im Gegenteil: Sie steckt mitten in der Midlife-Crisis. Doch ihr Scheitern, ihre Erfolge und ihre markerschütternden Erkenntnisse sind so entzückend skizziert, dass man Nina einfach gern haben muss und sie mit ihren Macken als Person begreift und versteht.
Ein durchweg tiefgründiger und situationskomitragödischer Gegenwartsroman für alle, die meinen, dass irgendwas schiefhängt im Leben und die trotzdem nicht verbissen werden wollen. Oder ignorant. Es geht ja darum, seine eigene Geschichte für sich selbst zu finden und die Balance, zwischen der selbstempfundenen Gewitztheit und der allgemeinen Lächerlichkeit. Sarah Schmidt lässt ihren Figuren sehr viel Raum und deswegen fühlt man sich so frei (und manchmal so ertappt), wenn man das Buch liest.
Sehr sehr schön!

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Tags: berlin, frauenroman, freundschaft, gegenwartsroman, generationsübergreifend, midlife-crisis   (6)
 

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Der Nachtzirkus

Erin Morgenstern , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548285498
Genre: Fantasy

Rezension:

Leider ist nur das Setting wirklich hübsch (das aber außerordentlich). Doch die meisten Ideen der Autorin sind in die Ausgestaltung und Beschreibung des Nachtzirkus gegangen und weniger in die Geschichte. Ständig wird die schwarz-weiß-grau-rote Ästhetik betont und gnadenlos auf ihr herumgeritten wie auf einem lahmenden Ackergaul.
Für die Länge des Romans ist mir der Plot zu dürftig, der „total wichtige Wettstreit“ verpufft wie ein Bäuerchen im Wind, die Personen sind zu blass und ihre Handlungen und Ambitionen für mich nicht nachvollziehbar.
Die Autorin schiebt ihre Protagonisten wie hölzerne, emotionslose Puppen durch eine schwarz-weiß-rote Phantasiewelt. Zum Schluss plätschert die Story einfach so aus. Langweilig, fade, anstrengend. Jeder Hase würde sich lieber das Fell über die Ohren ziehen lassen, als im diesem künstlichen Plastik-Zirkus aus dem Hut gezaubert zu werden. Extrem viel Zirkus um nix. Ich musste mich wirklich durchkämpfen ...

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Der dreizehnte Monat

David Mitchell , Volker Oldenburg , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.02.2009
ISBN 9783499248764
Genre: Romane

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106 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

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Die tausend Herbste des Jacob de Zoet

David Mitchell , Volker Oldenburg
Flexibler Einband: 720 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2014
ISBN 9783499255335
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eine kleiner, holländischer Handelsposten vor der japanischen Küste um 1800. Die Holländer dürfen keinen Fuß auf das Festland setzen, die Zustände auf der Insel sind - nunja - suboptimal und auch die sprachliche und kulturelle Verständigung zwischen Japanern und Holländern ist äußerst schwierig. Und alle sind reichlich zwielichtig, weil alle eigene Interessen verfolgen.
Mitten in diesem Spannungsfeld trifft Jacob de Zoet – der sich fern der Heimat beweisen will, um endlich seine Verlobte heiraten zu können – auf die Hebamme Orito und verliebt sich – was eigentlich überhaupt nicht sein darf.  Jacob de Zoet ist dabei nur einer von sehr vielen Protagonisten, die nicht immer heldenhaft sind. Diese Verwehrung des Autors gegen standardisierte Protagonisten ist wirklich bemerkenswert, und so wurde ich immer wieder überrascht.
In diesem Roman stecken so viel Romantik, so viel Hoffnung, so viel Liebe zur Wissenschaft und dieses allgegenwärtige Kämpfen und Scheitern ... Und natürlich wird vor großer Kulisse, die wunderschön mit feinem Pinselstrich kalligraphiert wurde, eine bemerkenswerte Geschichte von Hingabe und Besitzdenken, Verrat und Missbrauch, Tradition und Fortschritt erzählt.

Es gibt spannendere Geschichten, Geschichten, die pointierter sind und Geschichten, die stringenter erzählt sind. Und die meisten davon stinken gegen diesen Roman trotzdem einfach mal ab. Hier geht es nicht um Pointen, sondern um eine adäquate Darstellung - um die Vermittlung eines Lebensgefühls einer vergangenen Epoche, das kein Blockbuster zu leisten vermag. Hier ist man Mäuschen in einer fremden Welt, welche so mitreisend realistisch ist, dass sie keine Deus ex Machina haben DARF. Als Leser wird man darauf zurückgeworfen, dass das Leben eben kein Hollywood-Film ist.
Und genau das und die unglaublich poetische Sprache machen diesen historischen Roman so groß.

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Tags: handelsposten, historischer roman, holland, japan, medizion, tradition   (6)
 

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122 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Adam Johnson , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 685 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 16.06.2014
ISBN 9783518465226
Genre: Romane

Rezension:

Nord-Korea ist ja gerade wieder ein großes Thema: Es gibt Ärger mit Trump. Aber jenseits der nackten Infos aus den Medien hat man ja kaum ein Gefühl für dieses Land.
Adam Johnson vermittelt in diesem Roman solch ein Gefühl und erzählt eine
Geschichte, die im Gedächtnis bleibt, weil sie so ungewöhnlich wie genial ist.
Der Autor ermöglicht einem das Eintauchen in eine völlig andere Denk-Kultur, eine andere Staatsform, eine Gesellschaft, in die man sich als Europäer kaum hineinversetzen kann.
Da wird das Absurde einer Diktatur (die Loyalität der Bevölkerung, das Erdulden, das Schweigen und die Hoffnung auf ein systhemtreues Glück) völlig logisch und nachvollziehbar. Die "Gehirnwäsche" ist schließlich ein elementarer Bestandteil und niemand ist vor so etwas gefeit, der in solch einem System aufwächst.
Schein und Sein, Trugbild und Wirklichkeit, Denken und Propaganda werden in eine grandiose Matapher in Romanlänge verpackt.
Ist aber nichts für schwache Nerven!!!

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Tags: diktaturen, nordkorea, roman   (3)
 

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entdeckungen, physik, quantenphysik, sachbuch, wissenschaft, wissenschaft für jedemann

Die Entdeckung des Higgs-Teilchens

Harald Lesch
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 18.11.2013
ISBN 9783570102084
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe die Hörbuch-Version vom Lagato-Verlag (die ich hier leider nicht gefunden habe) ... Ich beziehe mich auf diese.

In mehreren Aufsätzen werden verschiedene Themen behandelt und von Harald Lesch anschließend kommentiert, (der das ganze auch eingesprochen hat). Ich als Nicht-Physiker finde diese Kombination sehr gelungen, gerade weil er Dinge und Zusammenhänge so erklärt, dass man sie auch als interessierter Laie versteht.
Vor allem als Hörbuch finde ich das extrem angenehm und es ist kein Kapitel zu viel oder zu wenig und man kann sich die CDs durchaus mehrmals anhören. Ich zumindest muss das auch, weil ich mir diese ganzen Unfassbarkeiten der modernen Physik, die so abseits meiner Alltagswelt sind, nur sehr schwer merken und innerlich visualisieren kann.
Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe, aber immerhin bekam ich eine gute Ahnung davon, was es mit diesem sagenumwobenen "Gottesteilchen" auf sich hat.
Ein wirklich gelungener Exkurs in diese - im wahrsten Sinne des Wortes - unfassbare Welt der Elementarteilchen.

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Tags: physik, quantenphysik, sachbuch   (3)
 

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altes haus, amber, geist, herman, mystisch, schriftsteller

Der Ghostwriter (DAISY Edition)

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Stephan Benson
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.06.2014
ISBN 9783839851623
Genre: Romane

Rezension:

Ich höre ja gerne Hörbücher zum Einschlafen, bei der ersten der drei CDs hat das noch super geklappt. Aber ab der zweiten lag ich wach und musste lauschen, bis zum Ende. Ich fand das einfach zu spannend ...
Zur Geschichte selbst möchte ich nichts sagen, fast alles wäre ein Spoiler. Wenn man es so will, ist es eine phantastische Parabel auf das Leben eines Menschen, der eine zwanghafte Passion entwickelt; und was sie mit ihm und seinem Umfeld so anstellt. Cecilia Arden transformiert dieses zwanghafte Streben, diese Suche nach Erfüllung und Perfektion und was man dieser Passion alles opfert in eine unglaubliche Geschichte. Alles fängt mit einer Kleinigkeit an und endet, nunja, phänomenal.
Die Protagonisten sind lebendig, nicht klischeehaft und noch dazu ist es grandioseses Kopfkino!

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berlin, charles bukowski, großstadt, lesebühne

Nie wieder Frieden

Clint Lukas
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 26.03.2016
ISBN 9783959960069
Genre: Romane

Rezension:

Nein, es geht in dem Kurzgeschcihtenband nicht um das, was man eigentlich unter "Krieg und Frieden" versteht - also die Durchsetzung von Interessen mit Gewalt und die Abkehr davon.

Clint Lukas erzählt vielmehr poientiert Geschichten aus unbeugsamen Leben, von Protagonisten, die sich nicht brechen lassen wollen und irgendwie in einer bigotten Gesellschaft klarkommen müssen.
Das ist verblüffend rotzig, auf eine skurile (gewollte) Art witzig und erschütternd ehrlich und klar.
Und noch dazu gibt es in den Kurzgeschichten, die sehr dialogisch sind, Metaebenen und literarische Bezüge, die mich dazu veranlassten, manche Geschichte mehrmals zu lesen (oder anzuhören, weil es liegt ja auch eine CD bei).
Manchmal lacht man sich fast schlapp, aber trotzdem schwingt da immer so ein bisschen Tragik mit, weil man weiß, dass die Welt / die Menschen tatsächlich so ist / so sind – nur vielleicht nicht ganz so überspitzt.
Ein Berliner Lesebühnen-Autor mit einer phänomenalen Beobachtungsgabe - und zeichnen kann er auch noch ... Wahnsinn ... vom südlichen Ende :)
Ein wirklich gehaltvolles und unterhaltsames Buch, das alle Sinne bedient: Hören, Denken, Sehen. Und gut anfühlen tut sich das Hardcover auch noch.
Somit fordere ich: Ein bisschen mehr Krieg, bitte: im Herzen und im Kopf.

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Tags: berlin, charles bukowski, großstadt, lesebühne   (4)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Meisterwerke der deutschen Literatur

Marie von Ebner-Eschenbach , Theodor Fontane , E.T.A. Hoffmann , Franz Kafka
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.03.2015
ISBN 9783839892725
Genre: Klassiker

Rezension:

Da sind Geschichten dabei, die man sich nie (wieder) durchlesen würde. Aber in Vorgelesen sind sie wirklich toll. Nachdem es sich hier um "Klassiker" handelt, merkt man unmittelbar, dass sich das Story-Telling über die Jahrhunderte wirklich geändert hat - pointenfrei war damals wohl noch kein Kriterium ;)
Aber trotzdem sind das kleine Entdeckungen und gerade die CD mit Texten von Marie v. Ebner-Eschenbach fand ich bemerkenswert gut.
An diese Autorin hätte ich mich aus Interessenmangel sonst nie rangewagt, aber v.a. die Totenwacht war wirklich beeindruckend. Ebenso wie die Erzählung von Arthur Schnitzler, über dessen aufgeblasenen, selbstgefälligen Protagonisten (Leutnant Gustl) man sich fast schon schlapp lachen könnte.
Anderes kannte ich noch diffus aus der Schule (Der Sandmann oder Immensee), aber wenn da ein paar Jährchen dazwischen liegen, erfährt man die Geschcihten gleich ganz anders ...
Prinzipiell muss ich ja sagen, dass Argon IMMER super Hörbucher macht - ordentlich produziert und gut gemastert. Ein echter Hörgenuss (es gibt ja Mitbewerber, die "Studioqualität" ganz anders definieren...).

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Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

Rezension:

Poetisch und tragisch mit glaubwürdigen Charakteren, die allesamt eine erstaunlich menschliche Entwicklung erfahren. Eine wirklich schöne Lektüre, die gut zu lesen ist.
So richtig vom Hocker gehauen hat es mich dennoch nicht - vielleicht lags am Thema oder an der immens hohen Erwartung, die ich durch die ganzen Schwärmereien der Rezensenten hatte. Sowas triggert einen ja auch ... Trotzdem sehr zu empfehlen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

berlin, coming of age, entwicklungsroman, feinsinniger humor, intelligenter humor, johannes krätschell, pankow, roman, zeitgeist

Herr Schlau-Schlau wird erwachsen

Johannes Krätschell
Fester Einband: 178 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 21.01.2017
ISBN 9783959960304
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe selten einen so dermaßen witzigen und tiefsinnigen Zeitgeist-Roman gelesen. Die Protagonisten sind so herzallerliebst, dass man sie einfach nur bei sich einziehen lassen wollen würde.
Da ist Hannes, der ewige Zweifler und weltfremde Literatur-Liebhaber und dann der bodenständige Hupe, der mit diesem intellektuellen Käse gar nichts am Hut hat, aber ein sehr wacher Geist ist. Da entspinnt sich eine phänomenale Freundschaft auf Augenhöhe. 
Der Roman ist ein Geflecht aus unglaublich witzigen und tragisch-komischen Erzählfäden: Hannes, der von seinen Eltern aus dem Nest geschubbst wird und mit 35 quasi ganz "von vorn" anfangen muss, der wortkarge schöne Hans, der als Seemann in vielen Häfen viele Kinder hat, nun aber alt und fast schon obdachlos ist, oder der "Stammtisch" vom Späti, oder wenn z.B. Hannes mit Hupe von Berlin-Pankow nach Florenz fährt, um endlich die Asche seines Vaters im Arno zu versenken oder oder oder.
Das Buch ist randvoll mit tollen Dialogen, viel Herzenswärme, phänomenalen Ideen - und ein bisschen Liebe ist auch dabei :)
Ich bin hin und weg, weil in diesem Roman so viel Situationskomik, soviel Witz und Tragik und Lebensweisheit steckt, dass ich mich kaum zurückhalten kan. 
Es ist so ziemlich das Beste, was ich in den letzten Jahren in diesem Genre gelesen habe (und gehört - es gibt ja eine mp3CD dazu). 

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Tags: berlin, coming of age, entwicklungsroman, feinsinniger humor, intelligenter humor, pankow, roman, zeitgeist   (8)
 

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Alles kein Zufall

Elke Heidenreich
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.08.2017
ISBN 9783596296507
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin tief erschüttert, dass Dennis Scheck dieses Buch empfohlen hat. Was hab ich mich geärgert! Jedes Kneipengespräch von Menschen, die bereits mit 3 Promill unter dem Tisch liegen, hat mehr Substanz. Da ist nichts Überraschendes, nichts Neues, nur dröge, belanglose, verstaubt anmutende Alltagsbeobachtungen. Dass die "Persönlichkeit der Autorin spürbar" ist, kann ich allerdings bestätigen. Z.B. in dem viertelseitigen Text "Taxi". Das Erzählerische Ich möchte transportiert werden, drückt sich aber nicht klar aus. Der Taxifahrer fragt berechtigt nach und schon mokiert sich das Erzählerische Ich darüber, weil es meint, seine Angaben seien ausreichend gewesen und möchte zur Waffe greifen. Damit endet der Text. ... Hallo?! So was erzähle ich doch nicht! Das ist weder witzig, noch literarisch, noch wirft es ein gutes Licht auf die Erzählerin.
Und dererlei "Geschichten" gibt es unzählige. Schöne, kurze Alltagsgeschichten - mit Pointe - da gibt es wirklich viel viel Besseres: Heiko Werning, Robert Rescue, Kirsten Fuchs, Clint Lukas, Thilo Bock, Lea Streisand usw - die sind zwar bei Weitem nicht so berühmt wie Frau Heidenreich, dafür stimmt aber die Qualität der Texte.
Mir fallen bei diesem Buch so viele negative Adjektive ein, dass ich hier lieber abbreche.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Einsteins Rätseluniversum

Tim Dedopulos
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei Ullmann Medien, 24.03.2017
ISBN 9783741521898
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch ist sehr hübsch und aufwendig gestaltet und mit Einstein-Zitaten aufgelockert. Die Bandbreite der Rätsel reicht von Logicals über Dechiffrierungs-Aufgaben und Paradoxien bis hin zu physikalischen Denksport-Aufgaben à la: "Sie haben ein kleines Schiff in einem Bottich. Wann steigt der Wasserstand mehr: Wenn Sie einen Ziegelstein in das Boot legen oder direkt in den Wasserbottich?"
Manches ist knifflig, anderes ist leicht und manches echt speziell. Die Lösungen werden gut erklärt und jetzt weiß ich auch, warum selbst einsatzfähige U-Boote nicht mehr auftauchen können, wenn sie einmal auf dem Grund liegen.
Natürlich sind die Aufgaben (eine pro Seite) vorwiegend von der Physik inspiriert. Man muss aber kein Nerd sein, um daran Spaß haben zu können.

Für Menschen, die gern mehr als nur Kreuzworträtsel oder Sudokus machen möchten, ist dieses Buch echt zu empfehlen!

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Tags: denksport, gehirnjogging, logik, physik, unterhaltung   (5)
 

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Chaos

David Mitchell , Volker Oldenburg , any.way , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.01.2006
ISBN 9783499241208
Genre: Romane

Rezension:

Wenn ich Chaos damals gelesen hätte, als der Episodenroman schienen ist, hätte ich mich gefragt, was nach so einem grandiosen Debüt noch kommen soll. Die Ideen, die der Autor aufgreift, sind bemerkenswert frisch, philosophisch und erzählerisch grandios ausgearbeitet. Unter anderem spielen mit: ein U-Bahn-Terrorist, ein Finanztyp, der einen Geist sieht, eine alte Frau, die die Wirren der Kulturrevolution in China durchlebt und mit einem Baum redet (der auch noch antwortet), eine russische Kunstdiebin, eine KI – und ein bisschen Quantenphysik ist auch dabei. Es ist schon ein kleines Wunder, dies alles logisch, nachvollziehbar und intelligent unter einen Hut zu bringen.
Besonders die Charakterzeichung der Kunstdiebin hat mich nachhaltig beeindruckt. Nachdem auch dieses Kapitel aus der Ich-Perspektive erzählt wird, ist so etwas ja wirklich schwer – am Anfang glaubt man ihr alles, was sie über sich selbst erzählt und dann blättert so langsam der Lack ... So meint man am Ende des Kapitels die Protagonistin besser zu kennen als sie sich selbst.
Und wenn man vorher schon den Wolkenatlas gelesen hat, dann trifft man wieder auf „alte Bekannte“. Chaos scheint ein „Spin-off“ zum Wolkenatlas zu sein.
Mitchell ist damit wirklich ein Weltenerschaffer, der den Leser in ein durchaus mögliches und keineswegs absurdes Paralleluniversum mitnimmt. Und gerade bei Chaos fühle ich mich deswegen an Haruki Murakami erinnert – nur eben auf „Britisch“. Ich bin absolut entzückt!

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Tags: china, geister, haruki murakami, japan, künstliche intelligen, quantenphysik, terroranschlag   (7)
 

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Kalion. Die lautlose Woge

Aleš Pickar
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 19.01.2017
ISBN 9783959960328
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Buch beginnt mit einem Schöpfungsmythos und einer Wette zwischen den Menschen und den Göttern. Und wie alle Legenden ist das so ein bisschen kryptisch - und hat mit dem Duktus vom Rest des Buches wenig zu tun. Aber ich war sofort eingestimmt auf diese neue Welt.

Zugegeben, am Anfang war es etwas schwer, sich all diese neuen Dinge, Begriffe, Namen und Orte zu merken. Aber wenn eine neue Welt erschafft werden soll – das ist ja der Anspruch des Autors - dann muss sie eben komplex sein und nicht ein Abklatsch von irgendwas Bekanntem. Da muss ich als Leser eben durch ;)

Hab ich aber gern gemacht, und auch wenn viel Kalion-Historisches beschrieben wird, war ich sehr schnell mittendrin. Über die Story an sich will ich jetzt nichts schreiben, da wird bestimmt in den Nachfolgebänden noch einiges passieren. Der Autor hat so viele spannende Ansatzpunkte und so viele Fragen und Verbindungen offengelassen, dass ich auch gar nicht spekulieren möchte.

Wirklich beeindruckt war ich von der Charakterzeichnung der Figuren. Da sind einige dabei, die ich am Anfang total nett fand - und dann machten sie auf einmal etwas total Unsympathisches. Aber das gibt ihnen auch viel menschliche Tiefe und macht sie für den Fortgang der Geschichte unberechenbar. Find ich super, denn nichts ist langweiliger, als wenn man vorher schon weiß, wer zu "den Guten" gehört.

Außerdem fand ich es wirklich toll, dass da zwischen den Zeilen so viel Sozialkritisches steckt. Was macht Macht mit Menschen und wie gehen sie v.a. mit einer Umkehrung von Machtverhältnissen um? Da hat der Autor wirklich große Momente, ohne dass es in irgendeiner Weise bemüht wirkt. Und auch die Frauenfiguren sind bemerkenswert - keine spitzohrigen Superschönheiten oder aalglatten Kämpferinnen.

Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht - und was es mit diesem seltsamen "Kalidor" auf sich hat und mit dieser komischen Krankheit ...

Kalion ist definitiv was für Game of Thrones -Fans, aber eben keine Blaupause. Das ist wirklich was anderes. Ich finds für einen ersten Teil echt phänomenal.






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Tags: dark fantasy, game of thrones, high-fantasy-epos, historical mysteries, sword   (5)
 

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Das Haus der vergessenen Bücher

Christopher Morley , Renate Orth-Guttmann
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 08.09.2014
ISBN 9783455600124
Genre: Romane

Rezension:

"Ja, so schön war das damals bei uns  – so kurz nach dem Krieg", hört man in anbetracht dieses Romans die Seele eines längst verstorbenen Buchhändlers wispern ...

1919 hatte eben alles noch seine Ordnung: Der Buchhändler liest, raucht und philisophiert den ganzen Tag, die Frau kocht das Essen und ein reicher Kurpflaumen-Hersteller schickt sein Töchterchen als Azubine, damit sie auch mal eine Ahnung vom Leben bekommt, in die Buchhandlung. Es gab klare Feindbilder, eindeutige Klassen und Literatur war Privileg. Besonders habe ich gelacht, als der ehrwürdige Mr Mifflin sinngleich meinte: "Ein Beikoch hat das Buch gestohlen? Wenn selbst ein Beikoch das Lesen anfängt, dann sind wir reif für die Demokratie ..." Die Selbstgerechtigkeit und Besserwisserei des Herrn Mifflin ging mir gehörig auf den Keks.

Die erzählte Geschichte ist fast schon ein Gleichnis auf die explosive Kraft von literarischen Stoffen und nunja, ... ganz solide, auch wenn sie heutzutage arg konstruiert wirkt. Doch mag ja sein, dass es damals total schwierig war, ein sehr bekanntes Buch in einer Buchhandlung zu finden und man dann solche Anstrengungen aufwenden musste ...

Die angenehme Vorlesestimme entschädigt aber vieles (ich hab das Hörbuch) und alles in allem war es ganz nett. Wenn man das Buch als fiktiv verklärtes Zeitdokument nimmt und als Ode an die Buchhandelskultur vor fast 100 Jahren, dann hat man schon so seine Freude daran.

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Tags: 1920er, buchhandel, krimi, literatur   (4)
 

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humor, physik, populärwissenschaftlich, sachbuch, science slam, teilchenphysik

Bis(s) ins Innere des Protons

Boris Lemmer
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Springer Berlin, 08.10.2013
ISBN 9783642377136
Genre: Sachbücher

Rezension:

Beim Einführungskapitel dachte ich mir: Ohoh, das wird ja furchtbar. Physiker gehen also auch mal in die Kantine, die reden miteinander und haben Internet, das ist aber interessant ... (gähn)
Aber schon beim zweiten Kapitel war ich hellauf begeistert und das hat bis zum Schluss des Buches nicht mehr nachgelassen. Sehr verständlich werden da die Bausteine des Universums erklärt, wie und warum man sie gefunden hat und wie diese Teilchen miteinander agieren. Um es begreifbarer zu machen, stellt der  Autor Äffchen auf Skateboards, lässt Biber Stöckchen werfen oder Enten schwimmen. Solche Analogien helfen, die doch sehr schwierigen Zusammenhänge zu begreifen. Und noch dazu ist es sehr witzig.

Die Grafiken machen die Vorgänge auch für mich als Nicht-Physiker sehr anschaulich und selbst die Formeln sind nach der Erklärung nur noch halb so kryptisch. Man darf sogar ab und zu selbst mal einen Vorgang aufschlüsseln (was in was zerfällt – und damit man das nicht einfach faul überblättert, steht die Lösung nur im Internet). Nicht, dass ich die Formeln in irgendeinerweise durchdenken könnte, aber man bekommt einen Hauch von einer Ahnung, was diese Teichenphysiker eigentlich den ganzen Tag machen.

Es ist kein Buch, dass man so nebenbei wegliest, man muss schon mitdenken, sonst verliert man den Faden. Aber wer Spaß an Gedankenexperimenten hat, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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Tags: humor, physik, populärwissenschaftlich, sachbuch, science slam, teilchenphysik   (6)
 

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Schneewittchens Geister

Hanna-Linn Hava
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 01.08.2014
ISBN 9783943876758
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich bin total „be-geistert“ :)  Dieses Buch strotzt nur so vor ungewöhnlichen Charakteren: Ein Schneewittchen, das sich regelmäßig selbst in die Psychiatrische Klinik einweist, weil es Geister sieht, ein Jahrtausende-alter, charmanter Auftragskiller, der bald in „Rente“ geht und deshalb als Azubine ein eher ungeeignetes Pummelchen aufgebrummt bekommt, ein paar schwererziehbare Geisterkinder, ein Höllenhund, ein Lindwurm, ein sehr höflicher Sekretär, der gar nicht an dererlei seltsame Dinge glaubt und und und.
Sie alle sind Protagonisten einer sehr komplexen und brillanten Geschichte, die total spannend ist (ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen) und noch dazu mit so viel feinsinnigem Humor bestückt ist, dass es eine wahre Freude ist. Obwohl es manchmal ziemlich blutig zugeht (das „nicht zimperlich“ aus dem Klappentext passt wirklich sehr gut).
Das ist endlich mal wieder eine Geschichte zwischen all den banalen Fantasy-Büchern, die so auf dem Markt sind, bei der man nicht wieder denkt „ach, kenn ich doch schon von irgendwoher“ oder bei der man schon sehr schnell merkt, auf was das Ganze hinausläuft.

Eine absolut grandiose Mischung aus Märchen, Thriller und bester Unterhaltung!

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Tags: fantasy, fantasythriller, humor, irrwitzig, märchen, schwarzer humor, spannung   (7)
 

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banken, england, familie, familiengeschichte, frauenbild, gesellschaftskritik, gesellschaftssysteme, hamster, hippies, humor, kapitalismuskritik, kommune, wiitzig, wirtschaftskrise

Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere

Marina Lewycka , Sophie Zeitz , Simon Roden
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.02.2013
ISBN 9783862312320
Genre: Romane

Rezension:

Hippies geberen Banker und Banker bekommen Hippies. Kinder MÜSSEN nun mal anders sein als ihre Eltern, sonst hat man irgendetwas falschgemacht und sich selbst nur geklont.

Diese Geschichte ist so authentisch erzählt, dass man sich wünschen würde, sie sei wahr (bis auf den traurigen Schluss, weil eigentlich hofft man doch auf ein Happy End - aber auch das ist Definitionssache). Ich war in der Geschichte mitten drin, habe Serge dabei beobachtet, wie er seine Ideale verraten hat, wie seine Schwester ihn als kleines Mädchen bevormundete, wie Hamster und Kanninchen starben und wie ihre Eltern alles, was passierte, schönredeten, weil sie Hippies waren und an große Ideale glaubten. Jede Aktion, und mag sie noch so überraschend sein, ist nachvollziehbar.
Toll finde ich den unverkrampft herzlichen und lustigen Umgang der Autorin mit dem Down-Syndrom. Und diesen scharfen Blick auf die Mechanismen der Börse und welche Rolle der Mensch bei all diesen Transaktionen noch spielt. Nämlich gar keine. Aber es ist kein "ihr Kapitalisten seid alle so böse"-Buch, sondern eine spielerische Auseinadersetzung mit Lebensentwürfen. Und das sogar, ohne zu werten!

Dieser Roman ist stimmungsvoll, authentisch und witzig. Ganz dicht dran am Zeitgeist und noch dazu mit einem Schuss Romantik. Weil es ja doch immer auch um Liebe geht (also die, die bleibt und Verantwortung übernimmt). Und noch dazu mit Hamstern! Diesem Charme kann sich dann wirklich niemand mehr entziehen.

Absolut wundervoll!

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Tags: familiengeschichte, gesellschaftskritik, hamster, hippies, humor, kapitalismuskritik, wiitzig   (7)
 

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elend, emanzipation, emigration, europa, familie, familiensaga, flug, frauen, freiheit, generatione, generationen, geschichte, irland, nordirlandkonflikt, usa

Transatlantik

Colum McCann , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 07.03.2014
ISBN 9783498045227
Genre: Romane

Rezension:

Das war ein absoluter Zufallskauf. Den Titel fand ich langweilig, den Klappentext nichtssagend, aber ich brauchte spontan irgendwas für die Zugfahrt und es schien mir, als würde ich durch das Buch nicht dümmer werden. Im schlimmsten Fall reicht mir das ;)

Und nach der Lektüre bin ich völlig begeistert. Ein Brief wird geschrieben und dem ersten Transatlantik-Überflieger mitgegeben. Sein Ziel erreicht er erst viel Jahrzehnte später und niemand traut sich, ihn zu öffnen. Schon allein wegen dieses Briefgeheimnisses, den verschiedenen Aspekten darum herum, ist der Roman einen Kniefall wert.

Der Autor erzählt ca. 150 Jahre Irisch-Amerikanische Geschichte, ohne Klischees zu bemühen und immer am Beispiel nachvollziehbarerer, unstereotyper Charaktere. Die einzelnen Schicksale sind total eng miteinander verwoben und trotzdem könnte man jedes einzelne als herrausragen gut geschriebene Kurzgeschichte lesen. In seiner Sprache schwingt eine berührende, aber nicht aufdringliche Melancholie. Hier simmt einfach alles: Plot, Stil, Historie, Tragik und Hoffnung.

Besonders berührend fand ich die Beschreibung der Hungersnot in Irland, als viele das Land verlassen mussten und nach Amerika aufgebrochen sind. Und der Autor schreibt so, als wäre er dabei gewesen. Wahnsinn. Und besonders erhellend war, als der ehemalige amerikanische Sklave, der in Irland auf "Tournee für die Freiheit" geht, offenbart, dass seine Frau in der Ehe doch nichts zu sagen hätte. Die jeweilige, historische Definition des Freiheitsbegriffs ist auch ein zentrales Thema und die Entwicklung wird einem lockerflockig mit auf den Leseweg gegeben.

Wer gut geschriebene Familiensagas und historische Romane mag, der sollte das unbedingt lesen.

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Tags: amerika, auswanderer, familiensaga, freiheit, historischer roman, nordirlandkonflikt, politik   (7)
 

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humor, kinderheim, kurzgeschichten, poetry slam, witzig, zivildienst

Warum ich lieber mit einem Bauarbeiter in der Badewanne liegen würde als mit einer Jura-Studentin

Nils Frenzel
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 01.08.2015
ISBN 9783943876864
Genre: Humor

Rezension:

Dass Nils Frenzel Slam Poet, merkt man. Seine Texte sind total witzig und wahnsinnig abwechslungsreich! Ganz besonders schiefgelacht habe ich mich bei den Zivi-Texten, die in loser Folge zwischen die anderen Kurzgeschichten gestreut sind. Oder die mit dem Rollenspielern oder die über "den Plan zur Rettung der Menschheit" (mit Schildkröte) oder oder oder ... Die sind komisch und/oder selbstironisch, kippen aber manchmal unerwartet ins Tragische und verknüpfen dadurch Unterhaltung mit relevanten Themen. Also kein flacher Schenkelklopfer-Humor, sondern dazwischen gibt es immer wieder Passagen, über die man selbst mal wieder nachdenken sollte: Wie verbinge ich meine Lebenszeit, muss die Erfolgsleiter immer erklommen werden und sollte ich nicht auch mal wieder irgendwas machen, das vieleicht gerade gar nicht nötig ist, aber was man sich immer schon mal trauen wollte. 

Die beiliegende CD ist auch wunderbar (und eignet sich hervorgagend beim Baden mit Ente), ein Mitschnitt einer Sololesung des Autors. Da hat man die Stimme und die Betonung auch bei den nichteingesprochen Texten im Ohr und das Lesen macht gleich noch mehr Spaß.

Das Buch ist zugegeben eher was für die Jüngeren unter uns, Studenten z.B. (Bei "Haftbefehl" oder Philipp Poisell musste ich erstmal googeln). Bin ich jetzt nicht mehr, und ich hatte trotzdem sehr sehr viel Freude mit diesem Buch mit dem tollen Titel "Warum ich lieber mit einem Bauarbeiter in der Badewanne liegen würde als mit einer Jura-Studentin". Das Warum wird übrigens auch geklärt.

"Alter Falter! Wär ich gern mal Bauarbeiter."  – Aber das ist natürlich ein Zitat :)

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Tags: humor, kinderheim, kurzgeschichten, poetry slam, witzig, zivildienst   (6)
 

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S. - Das Schiff des Theseus

J. J. Abrams , Doug Dorst , V. M. Straka ,
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.10.2015
ISBN 9783462047264
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Gesamtwerk zu bewerten, ist wirklich schwierig. Denn einerseits ist es genial, andererseits hat es inhaltlich massive Schwächen. Ich habs mal aufgeschlüsselt:

1. Aufmachung:
Über die Aufmachung muss ich nichts schreiben. Die ist einmalig, das Buch ist wunderschön und ein echtes Erlebnis. Dafür gibt es 10 von 5 Punkten, also mindestens doppelt so viele, wie möglich sind.

2. Das Schiff des Theseus:
Der Roman vom VM Straka, auf dem das Gesamtkonzept basiert, ist ebenfalls ganz wunderbar. Eine Mischung aus unverhohlener Kapitalismuskritik, einem mystischem Agententhriller und einer kryptischen Reise durch die Zeit. Diesen metaphorischen Roman hätte auch Kafka schreiben können und die naseweisen Fußnoten des Übersetzers erinnern zudem an der Kafka-Herausgeber und -Interpreten Max Brod. Man kann den Roman also getrost einfach so lesen, auch weil er sprachlich top und mit einer Metapherndichte aufwartet, die wirklich beeindruckend ist. Den Straka-Roman lese ich sicherlich nocheinmal. 5 von 5 Punkten

3. Die Randkommentare von Eric und Jen
Der erste und zweite Durchgang (ja, man sollte das Buch mehrmals und möglichst in der richtigen Abfolge der Kommentare durchgehen) macht sehr viel Spaß und ist fast schon eine Persiflage auf die Literaturwissenschaft. Da werden Sätze durchanalysiert und ihnen an den Haaren herbeigezogene Bedeutungen zugemessen - also wie im täglichen Uni-Leben ;) Und die Beziehung zwischen Eric und Jen ist ebenfalls toll in diese Buchseitenunterhaltung eingeflochten. Es wird nicht alles ausformuliert, würde zu dieser speziellen Erzählform aber auch nicht passen. Wie sie langsam hinter das Straka-Geheimnis kommen, ist ebenfalls spannend.
Aber dann … bei den nächsten Durchgängen fragte ich mich, worauf es wohl hinausläuft. Schließlich passieren im Leben von Eric und Jen auf einmal seltsame Sachen und ich wollte wissen, auf was die Unstimmigkeiten im Text beruhen. Doch vieles davon wird nicht aufgeklärt, und das lässt einen schalen Geschmack zurück. Da wurden Dinge nicht zu Ende gedacht. Und das hat mich wirklich geärgert, schließlich hat man sich das Begreifen dieses Werks mühsam erarbeitet, hat vor- und zurückgeblättert, manches doppelt und dreifach gelesen, sich Gedanken gemacht. Und dann wird man so kalt stehen gelassen. 1 von 5 Punkten.

Dieses Gesamtwerk hätte so viel mehr sein können, wenn die losen Fäden verknüpft worden wären. Schade um all den Aufwand. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben, aber ich habe den Verdacht, dass von den Autoren und Buch-Konzeptlern hier Form über Inhalt gestellt wurde. Und das ist ärgerlich und dementsprechend hat dieses wunderschöne Werk in meinen Augen nur 3,5 von 5 Punkten verdient. Trotzdem bin ich sehr glücklich darüber, dieses Gesamtkunstwerk im Regal stehen zu haben.

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Tags: gesamtkunstwerk, kafka, kapitalismuskritik   (3)
 
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