Bücher mit dem Tag "suhrkamp"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "suhrkamp" gekennzeichnet haben.

123 Bücher

  1. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.263)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Lange und flüssig zu lesende Sätze mit hoher Gedankendichte und geradezu verschwenderisch-pompösem Wortreichtum zieht man lesend über weite Teile des Werkes in sich hinein wie frische, belebende Frühlingsluft. Sollte diese Erzählung eine deutliche und erkennbare Botschaft haben, so ist sie mir ebenso deutlich und erkennbar entgangen. Für mich geht es in diesem Buch im Wesentlichen um die stets erwünschte, gewollte, erhoffte, mit vielen Hindernissen und Umwegen ausgestattete, kaum erreichbare Selbstfindung. Aber wie Hermann Hesse in seinem Nachwort selbst bemerkt: Möge jeder aus der Erzählung machen, was ihm entspricht und dienlich ist.

  2. Cover des Buches Lauras letzte Party (ISBN: 9783518465905)
    J. K. Johansson

    Lauras letzte Party

     (128)
    Aktuelle Rezension von: Lisa173

    Vieles wird im Laufe des Buches angeteasert, aber nie wirklich zu Ende geführt. Die Charaktere bleiben alle gesichtslose Gestalten, mit denen man nicht sympathisieren kann. Das Ende fühlt sich eher an den Haaren herbeigezogen an, als ein gut überlegtes Ereignis, was im Laufe der Geschichte heimlich aufgebaut wird.

    Sehr enttäuschend

  3. Cover des Buches Die Glasglocke (ISBN: 9783518423653)
    Sylvia Plath

    Die Glasglocke

     (365)
    Aktuelle Rezension von: Kazuto

    Erfrischend, nachdenklich und abwechslungsreich!

  4. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (608)
    Aktuelle Rezension von: Willson

    Ich mochte die ganze Reihe von Elena Ferrante sehr gerne und mir fällt es schwer jedes Buch einzeln zu bewerten,  da ich fand es gehört alles zusammen.   Auch wenn sich Teile etwas zogen, war stets Spannung vorhanden und am Ende war es so als ob man Abschied von einer Familie nimmt,  die einem ein paar Wochen begleitete.  

  5. Cover des Buches Hier ist es schön (ISBN: 9783518427941)
    Annika Scheffel

    Hier ist es schön

     (54)
    Aktuelle Rezension von: sursulapitschi

    Ja, wer weiß, so könnte die nähere Zukunft aussehen. Annika Scheffel malt hier mit viel Zynismus ein sehr beklemmendes Bild.

    Auf einer übel zerstörten Erde klammert sich der Rest der Menschheit an den Traum vom Erschließen eines neuen Planeten. Dazu wird in einer umfangreichen Fernsehshow, ein Paar ausgewählt, das diesen neuen Planeten besiedeln soll. Sam und Irma sind die Auserwählten und bereiten sich schon seit zehn Jahren vor. Während Nahrung knapp wird und die Lebensbedingungen immer härter, glaubt man mit nahezu religiöser Inbrunst an ein zukünftiges Leben an einem anderen Ort und bewundert Sam und Irma. In Rückblenden erfährt man, wie die beiden dazu gekommen sind.

    So richtig erklärt wird hier nichts. Man weiß nicht genau, wo wir uns überhaupt befinden, wer Initiator dieser kruden Show ist, wie und wo sie mit zwei Menschen eine neue Welt aufbauen wollen und ob das ihr Ernst ist. Auch Sams Herkunft stellt ein Geheimnis dar.

    Das Buch lädt zum Rätseln ein und hält sehr geschickt den Leser hin. Man kommt auf fiese Ideen verschiedenster Gestalt, hofft, dass man nur eine üble Fantasie hat, bekommt an keiner Stelle Gewissheit und weiß doch, dass man in Abgründe sehen würde, wenn man sehen könnte.

    Diese Zukunftsvision ist originell, finster und erschreckend plausibel. Wenn man mal guckt, was es jetzt schon alles an schrägen Realityshows gibt, ist so etwas die logische Konsequenz, Brot und Spiele der Zukunft.

    Das Ende zerfasert ein bisschen, trotzdem bin ich insgesamt beeindruckt. Tolles Buch.

  6. Cover des Buches Die Geschichte eines neuen Namens (ISBN: 9783518469521)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte eines neuen Namens

     (346)
    Aktuelle Rezension von: Willson

    Ich mochte die ganze Reihe von Elena Ferrante sehr gerne und mir fällt es schwer jedes Buch einzeln zu bewerten,  da ich fand es gehört alles zusammen. Ich fand alle Charakäre wurden sehr detailliert und realistisch beschrieben und eine Entwicklung von Buch zu Buch ist vorhanden. Auch wenn sich Teile etwas zogen, war stets Spannung vorhanden und am Ende war es so als ob man Abschied von einer Familie nimmt,  die einem ein paar Wochen begleitete.  

  7. Cover des Buches Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt (ISBN: 9783518468975)
    Maya Angelou

    Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt

     (53)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    "[..Für Menschen, deren Vergangenheit und Zukunft täglich vom Untergang bedroht sind, ist es schon göttliche Gnade wenn sie überhaubt am Leben bleiben. Ich finde es interessant dass das einfachste Leben, die armseligste Existenz sich in Abhängigkeit von Gott begreift, während seine Bedeutung mit steigendem Wohlstand, Lebensstandart und Lebensstil entsprechend sinkt"..]

    M.Angelou


    Amerika in den 30er Jahren, Maya wächst bei ihrer Grossmutter auf, im Süden, Rassentrennung ist Alltag.

    Später kehrt sie mit Ihrem Bruder zurück zu Ihrer Mutter in St. Louis wo sie dank ihres Durchhaltewillens als erste schwarze Frau als Schaffnerin in der Strassenbahn von San Francisco arbeitete.


    Geschrieben in einer grossartigen Sprache, ich habe das Buch mit grossem Vergnügen verschlungen.

    Leseempfehlung.

  8. Cover des Buches Violeta (ISBN: 9783518430163)
    Isabel Allende

    Violeta

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Petris

     Violeta wird im Jahr 1920, mitten in einer Pandemie geboren. Und sie stirbt ein Jahrhundert später im Jahr 2020, wieder mitten in einer Pandemie. Die Spanne ihres Lebens erzählt sie uns in Briefform. Es ist ein Brief an ihren geliebten Enkel Camilo. 

    Ihr Leben umfasst viele Umwälzungen in ihrem Land, das nie genannt wird, bei dem man aber genau weiß, dass es Chile ist. Wirtschaftskrise, Diktatur, dazwischen eine kurze Zeit der instabilen Demokratie, Umbruch, wieder Diktatur, Verfolgung und Gewalt. Doch Violeta selbst scheint, trotz einiger Schicksalsschläge, immer auf der Schokoladenseite zu leben. Am Ende ihres Lebens steckt sie ihren Reichtum in eine Stiftung, die sich gegen häusliche Gewalt einsetzt.

    Ein spannendes Leben, voller spannenden Begegnungen, mit einem schillernden, aber gewalttätigen Vater ihrer Kinder. Ihre eigene Tochter stirbt jung, der Sohn muss ins Exil, ein Mitglied des Haushalts verschwindet, nachdem er ihren Sohn über die Grenze gebracht hat. 

    Am Rande spielt die große Geschichte Schicksal, die ihrem Land übel mitspielt.

    Das alles ist flüssig zu lesen, lebendig erzählt, lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Doch in Wirklichkeit bleibt sehr viel an der Oberfläche. Ihre Naivität, dass sie nie etwas von den Machenschaften ihres Partners mitbekommen hat, erst im Alter durchschaut hat, wie gewalttätig und verbrecherisch die Militärdiktatur wirklich ist, das nimmt man ihr nicht ganz ab. Auch ihr selbstverliebter Blick auf das eigene Aussehen, die Betonung der weißen Haut, ihrer sexuellen Eroberungen, von denen sie dann wieder schreibt, sie wären nicht erwähnenswert und nicht so viele, um wenige Kapitel später wieder ausführlich darüber zu schreiben, das nimmt der Erzählstimme Kraft. Und lässt auch den Rahmen des Briefes an den Enkel nicht ganz authentisch erscheinen. Zudem wurde jede einzelne Geschichte bis zum Ende erzählt, aufgeklärt. Da bleibt nichts offen oder versandet, wie es das im realen Leben oft tut.

    Alles in allem eine gut erzählte Geschichte, für 400 Seiten etwas überfüllt mit Handlungen, Ereignissen und Menschen, so dass vieles an der Oberfläche bleibt. Auf diese Weise war für mich die Protagonistin recht schlecht greifbar und konnte mich der Roman, trotz seiner Dramatik, nicht wirklich bewegen.

    Für mich nicht der gelungenste Allende-Roman. Für jemand, der noch nie etwas über die Militärdiktatur in Chile gelesen hat, vielleicht ein Einstieg. Zu viel Tiefgang sollte man sich allerdings nicht erwarten.

  9. Cover des Buches So enden wir (ISBN: 9783518428016)
    Daniel Galera

    So enden wir

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Aspasia

    Ein Handy, ein Überfall, ein Schuss, tot. So enden wir. Vielleicht nicht unbedingt wir alle, aber tot ist tot. Und bis dahin: Unser Leben. Und auch das ist weit weniger einzigartig als wir alle gerne glauben möchten.

    In Daniel Galeras zweitem Roman So enden wir ist es Andrei Dukelsky, Duke, Nachfahre jüdischer Einwanderer, der nach einem kurzen Intermezzo als strahlender Internetstar Ende der 90er, als anarchischer Mitbegründer des Fansize Orangotango und geheimnisvoller Poet, 15 Jahre später mit Mitte 30 Opfer eines Straßenraubs in der der lähmend heißen brasilianischen Hafenstadt Porto Allegre wird.

    Die ehemalige Fangemeinde reiht traurige Emoticons aneinander und versieht drei Großbuchstaben mit Ausrufezeichen, und schickt so ihre individuelle Trauer via Twitter um die Welt.

    Auf diese Art erfährt es auch Aurora, ebenso Teil der ehemaligen Online-Redaktion, einst die einzige Frau im heiligen Kreis der coolen Fab Four, ist sie heute Doktorandin der Genetik & erforscht den Biorhytmus des Zuckerrohrs. Sie, die eigentlich in Rio an ihrem Doktor basteln sollte, hat sich vor ein paar Monaten in ihrem Jugendzimmer in der elterlichen Wohnung eingenistet, offiziell wegen einer Herzerkrankung ihres Vaters, aber eigentlich weil ihr so ruhmreich gestartete Leben irgendwie ins Stocken geraten ist.

    Auf der Beerdigung trifft sie auf die alten, ehemals unzertrennlichen Freunde. Als da wären: Antern, der sein Schreibtalent nun sehr erfolgreich als Marketingexperte mit eigener Werbeagentur zu Millionen macht. Und Emiliano, Kulturjournalist, in der Bedeutungslosigkeit gestrandet, dessen Insiderwissen über den toten Freund, mit dem er einst eine Nacht verbracht hatte, ihn nun aber wieder auf die große Bühne zurück bringen könnten.

    In sich abwechselnde Monologen erinnern die drei sich mit melancholischem Blick der glorreichen Zeiten vor nunmehr 15 Jahren, als sie hoffnungsfroh, ein bisschen arrogant, aber voller Idealismus aufbrachen in die Welt, als noch alles möglich schien, um jetzt am Grab ihres Freundes ihre geplatzten Träume zu bestaunen, zu sehen, dass die verhasste Bürgerlichkeit doch den längeren Atem hatte, dies Realität sie im Würgegriff hält & langsam nichts mehr übrig ist, von den Helden von einst.

    So traurig, so alltäglich, zeigt dieser Roman doch das Stimmungsbild einer ganzen Generation gut ausgebildeter junger Leute, die meinten die gesellschaftlichen Veränderung schon mit den Händen greifen zu können, nicht nur in einem aufstrebenden Schwellenland wie Brasilien, die sich jetzt gestrandet in Zeiten der Klimabedrohung, sozialen Verwerfungen & wirtschaftlicher & politischer Instabilität wiederfinden. Somit bietet die Geschichte der 4 eine Identifikationsfläche für so viele ihrer Altersgenossen weltweit.

    So enden wir wir also: desillusioniert? Wir rollen den Stein den steilen Berg hoch & er rollt wieder hinunter & wieder hoch & dann wieder runter, mehr oder minder ist das bei uns allen so, die Zeitens des anstrengenden & schweißtreibenden Hochschiebens varieren natürlich, aber das von Albert Camus im Mythos von Sysyphos beschriebene Dilemma teilen wir alle.

    Auch ihre & unsere im jugendlichem Blick auf unser Selbstbild identifizierte Einzigartigkeit entpuppt sich als Illusion & doch machen wir weiter, wie schon Generationen vor uns. Denn so einfach enden wir nicht.

  10. Cover des Buches London Undercover (ISBN: 9783518465806)
    Don Winslow

    London Undercover

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Neal Carey verspürt wenig Lust, die drogensüchtige Tochter eines Senators zu suchen, reist aber trotzdem dafür nach London. Nach ersten Rückschlägen findet er eine Spur und freundet sich mit Punkern und Drogendealern an, in deren Kreisen das Mädchen verkehrt. Um sie aus dem Teufelskreis herauszuholen, überlegt er sich einen riskanten Coup. Der natürlich nicht ganz so reibungslos wie erhofft abläuft.
    Obwohl die Handlung nicht ganz 400 Seiten umfasst und etliche beeindruckend kurze Kapitel und Dialoge besitzt, lief die Geschichte an mehreren Stellen etwas im Leerlauf. Man findet bereits die Ansätze der Höchstleistungen, zu denen Don Winslow später auflaufen wird, aber bei diesem Anfang der Neunziger verfassten Krimi spürt man deutlich, dass es sich um ein Frühwerk des Autors handelt. Die Geschichte ist nett und ausbaufähig. Mit den Charakteren wurde ich nicht wirklich warm. Dennoch werde ich bei Gelegenheit auch in Neal Careys zweitem von insgesamt fünf Fällen „China Girl“ reinlesen.

  11. Cover des Buches Die Geschichte der getrennten Wege (ISBN: 9783518469538)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte der getrennten Wege

     (256)
    Aktuelle Rezension von: Willson

    Ich mochte die ganze Reihe von Elena Ferrante sehr gerne und mir fällt es schwer jedes Buch einzeln zu bewerten, da ich fand es gehört alles zusammen. Ich fand alle Charakäre wurden sehr detailliert und realistisch beschrieben und eine Entwicklung von Buch zu Buch ist bei allen vorkommenden Personen vorhanden. Auch wenn sich Teile etwas zogen, war stets Spannung vorhanden und am Ende war es so als ob man Abschied von einer Familie nimmt, die einem ein paar Wochen begleitete.  

  12. Cover des Buches Der katholische Bulle (ISBN: 9783518465233)
    Adrian McKinty

    Der katholische Bulle

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Gekonnt gelingt es dem Autor Zeitgeschichte der 1980er Jahre in Belfast mit einem raffinierten Krimiplot zu verknüpfen. Getragen wird das Ganze durch seinen Hauptprotagonisten Sean Duffy, der katholische Bulle. Dieser kommt nicht ohne Makel daher, besitzt aber Moral, Tatkraft und ist durchaus stur und verbissen, wenn es darum geht seinen polizeilichen Pflichten nachzukommen. In seinem ersten Fall ermittelt Duffy in alle Richtungen (wortwörtlich), was nicht jedem gefällt. Immer wieder werden ihm Steine in den Weg gelegt. Aber er bleibt hartnäckig. Die Darstellung der politisch motivierten Zustände (Straßenschlachten etc.) verbindet McKinty geschickt mit dem Berufsalltag seiner Hauptfigur, und bringt dem Leser so nicht nur die aufgeladene Atmosphäre sondern auch den Charakter des Sean Duffy näher. Kurzum: Dies ist ein gesellschaftskritischer historischer Roman mit Krimiplot und einem sympathischen Hauptprotagonisten. Mir hat der Roman/Krimi sehr gut gefallen und möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe für das Buch 5 von 5 Sterne.

  13. Cover des Buches Die Geschichte des verlorenen Kindes (ISBN: 9783518469545)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

     (216)
    Aktuelle Rezension von: Willson

    Ich mochte die ganze Reihe von Elena Ferrante sehr gerne.  Auch wenn sich Teile etwas zogen, war stets Spannung vorhanden und am Ende war es so als ob man Abschied von einer Familie nimmt,  die einem ein paar Wochen begleitete.  

  14. Cover des Buches Murder Swing (ISBN: 9783518469378)
    Andrew Cartmel

    Murder Swing

     (70)
    Aktuelle Rezension von: books_games_and_more


    Das Cover hatte mich total angesprochen, sowie der Gedanke einen Krimi über Jazz und Platten mit der ganzen Kultur darum zu lesen. 


    Kurz zum Inhalt: 


    Es spielt in London unseres Jahrhunderts, der Ich-Erzähler stellt sich als Vinyl-Detektiv vor. Sein Gebiet sind besonders seltene und Speziell Jazzplatten zu kaufen und verkaufen. 

    Bald darauf kommt eine recht geheimnisvolle Frau zu ihm und beauftragt ihn ein sehr seltenes Album zu finden, für einen reichen Geschäftsmann, der anonym bleiben möchte. 

    Doch in Verbindung mit der Suche häufen sich Todesfälle, Unfälle und Verfolgungen... 


    Soweit zum Inhalt, nun zu meiner Meinung. 

    Ich finde wie gesagt, dass ganze Thema sehr interessant und gut umgesetzt. Jedes Kapitel hat eine Überschrift, nicht nur Nummern. Das Buch ist in A und B eingeteilt, so wie auf einer Platte es die A - Seite und B - Seite gibt. 

    Der A-Teil behandelt den Anfang der Suche nach der LP und der B-Teil geht dann noch weiter in die Tiefe warum bestimmtes geschehen ist. 

    Jeder Teil an sich hat einen guten Spannungsbogen, doch auch im gesamten Kontext, geht die Spannung nicht verloren. 


    Empfehlenswert für LP - Liebhaber und alle die Jazz mögen oder einfach gute Krimis.


  15. Cover des Buches Das Glasperlenspiel (ISBN: 9783518463574)
    Hermann Hesse

    Das Glasperlenspiel

     (283)
    Aktuelle Rezension von: Christine_Neumeyer

    Herr Hesse hat am Ende seiner Schaffenszeit eine Utopie geschrieben. Ein Gelehrter, ein Mönch, ein Regenmacher, ein Yogi, erzählen uns über die Veredelung des Menschen durch Meditation, geistige Bildung, Vertiefung. Diese Figuren sind sehr beseelt, sehr detailliert beschrieben. Wir werden Zeugen ihrer Gedanken, ihrer Schlussfolgerungen, welche oft zeitlos sind und auf die Probleme unserer Zeit übertragbar. Lesen und tiefe Konzentration veredeln den Menschen. Friede und Versöhnung für alle Menschen. An dieser Sehnsucht hat sich nichts geändert. Nicht allein die Geburt oder das Talent sind entscheidend. Talente ohne geistige Reife verkommen zu hochmütigen und an materiellen Dingen hängenden Menschen. Rivalität, Konkurrenz und Hass sind die Folge. Alles wunderbar. Aber leider dürfte Herr Hesse ein sehr distanziertes Verhältnis zu Frauen gehabt haben. Sie kommen über lange Strecken gar nicht vor. Erst zum Schluss schmücken sie seine Erzählungen, und bleiben dabei allzu oberflächlich beschrieben. Im besten Fall sind es kluge Ehefrauen und Mütter. Die in seiner Zeit traditonellen Rollenverteilungen stellt er in seiner Utopie nicht in Frage. Die Frauen bleiben im Hintergrund, als Mütter und Hausfrauen. Im schlimmsten Fall sind sie sogar die Ursache von Verirrungen und Hass. Keinesfalls sind sie zu geistiger Vertiefung fähig.

    Ich schätze den Tiefgang von Hermann Hesse, aber dieses Werk ist in seiner Überlänge leider nicht zeitgemäß und aufgrund der veralteten Rollenbilder wenig empfehlenswert.

  16. Cover des Buches Schöner als überall (ISBN: 9783518469958)
    Kristin Höller

    Schöner als überall

     (43)
    Aktuelle Rezension von: labelloprincess

    Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir das Cover persönlich nicht ganz so gut gefällt. Das sagt natürlich nichts über den Inhalt des Buches aus. In einer Buchhandlung wäre mir das dezente Cover nur nicht aufgefallen. Ich muss aber sagen, dass mir die Haptik des Buches sehr gefällt.

    Der Schreibstil ohne wörtliche Reden ist auf jeden Fall eine Besonderheit. Er passt irgendwie zur Geschichte. Leider ist der Stil für mich aber auch etwas schwierig zu lesen. Man muss sich sehr konzentrieren und kommt nur langsam voran. 

    Auch mit den Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten. Mir war keiner wirklich sympathisch. Martin ist mir etwas zu sehr Schoßhündchen von Noah und zu sehr vernarrt in Mugo. Solche Mitläufer sind nicht wirklich meins. Noah und Mugo sind mir beide auch alles andere als sympathisch. Auch die Handlung an sich konnte mich leider nicht wirklich begeistern.

    Das Ende ist ganz nett zu lesen. Es freut mich, dass Martin endlich versucht erwachsen und selbstständig zu werden. In manchen Szenen kann man sich gut selbst wieder erkennen, man spürt irgendwie Nostalgie. Die Atomsphäre fand ich manchmal sehr gut, da fühlte ich mich ebenfalls in meine Jugendzeit zurückversetzt.

    Insgesamt war das Buch leider nur Durchschnitt für mich. Ich vergebe dafür 3 von 5 Sterne. 

  17. Cover des Buches Mystery Girl (ISBN: 9783518465288)
    David Gordon

    Mystery Girl

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Amarok
    Sam Kornberg, ein Film-Fan und Freizeitschriftsteller, der "plötzlich" von seiner Frau verlassen wird, findet sich auf einmal völlig alleingelassen vor und muss damit beginnen sich um sich selbst und seinen Lebensunterhalt zu kümmern. Als angehender Schriftsteller begibt er sich auf die Suche nach mehr interessanten als lukrativen Jobs und wird schließlich Gehilfe eines Privatdeketivs. Sein erster Auftrag umfasst zunächst die Beschattung einer mysteriösen Frau, was ihn zu einem kleinen Stelldichein mit einer weiteren Frau führt, die ihm kurz darauf wieder als Mordopfer begegnet. Und genau damit setzt ein Kriminalfall ein, der in guter alter Pulpmanier nur so vor skurilen Persönlichkeiten und Situationen strotzt, zur Einführung dutzender Charaktere - alle mehr oder weniger mysteriös und außergewöhnlich - führt, auch Sex, Mord, lasterhafte Vergangenheiten enthält und ebenfalls die Geschichte selbst immer wieder neue Wendungen nehmen lässt.
    Der Autor weiß geschickt mit seinen Figuren und dem Storyplot zu spielen, bleibt dabei immer dem Pulp-Genre treu und bietet dem Leser ein wahres Vergnügen und auch Meisterwerk modernen Pulpromans. Auch die Sprache und das Erzähltempo sind ein wahrer Genuß und machen es schwer den Roman aus der Hand zu legen. Für jeden Fan von Pulp ist das auf jeden Fall ein Muss und für alle, die damit bisher noch nicht in Berührung gekommen sind, ist "Mystery Girl" der perfekte Einstieg und wird süchtig nach diesem Genre machen.
  18. Cover des Buches Im Frühling sterben (ISBN: 9783518466803)
    Ralf Rothmann

    Im Frühling sterben

     (70)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Kriegsromane gibt es viele, aber was mir hier besonders gut gefiel, waren die Schilderungen aus der Sicht eines einfachen, jungen Mannes. Es geht viel um die Suche nach Familienangehörigen und Arbeitsmöglichkeiten, um Fronturlaube, Tanzabende und Flirtereien mit jungen Frauen, dies alles aber im Angesicht der Kriegshandlungen, Ängste und NS-Propaganda, der man sich nicht entziehen kann. Der Autor schafft es, die Zukunftsängste und Perspektiv- bzw. Alternativlosigkeit eines jungen Menschen in dieser Lebenswirklichkeit eindringlich darzustellen. 

  19. Cover des Buches Indigo (ISBN: 9783518464779)
    Clemens J. Setz

    Indigo

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Komodowaranin

    Die Inhaltsangabe spare ich mir und komme gleich zur Kritik:

    Der Plot mutet abenteuerlich an und ist es noch mehr, als man ahnen mag. Setz macht in seinen Beschreibungen auch nicht halt vor Ekelgrenzen, ich musste an manchen Stellen die Zeilen überfliegen, weil ich - ähnlich der Hauptfigur Setz - zu zart besaitet bin. Wobei auch die immer wieder vorkommenden kleinen "Horror"-Geschichten sehr virtuos, skurril und ungewöhnlich sind, das ist also kein Negativpunkt, man sollte bloß wissen, dass hier kein Feel-Good-Roman lauert.

    Ich mochte es sehr, dass gerade die kleinen eingestreuten Anekdoten wie bspw. die über die vor England versunkenen Kriegsschiffe, einen kurz zum Innehalten und manchmal auch zum Googlen bringen - denn so selbstbewusst vorgetragen, gerät man in Versuchung, diese "Fakten" erstmal für echt zu halten, bis man dann merkt, dass es herrlicher Mumpitz - und typisch Clemens Setz - ist.

    MINI SPOILER! Leider gab es am Ende nicht die von mir erhoffte Auflösung der ganzen Verwicklungen, es ist dann doch mehr experimenteller Roman als Thriller. Auch hatte ich, wie viele andere Lesende, irgendwann keine Geduld mehr mit den Dialogen, in denen ständig Dinge angedeutet wurden, die sich komplett meinem Verständnis entzogen. 

    Ich hätte den Roman echt gern besser gefunden, weil ich Clemens Setz' Schreibtstil und Gedankengänge wirklich grandios finde (ich empfehle seinen Twitter-Account), aber der Roman war ab dem letzten Drittel für mich nur noch zäh.

  20. Cover des Buches Fall (ISBN: 9783518469279)
    Candice Fox

    Fall

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Mia80

    Es ist Jahre her, dass ich die ersten beiden Teile von Candice Fox Hades Reihe gelesen habe und ich kann mich ehrlich gesagt an wenig erinnern, außer, dass mich die Bücher begeistert haben.
    Obwohl eine lange Zeit vergangen ist, bin ich sehr leicht in „Fall“ hineingekommen. Man kann den Thriller durchaus auch als Einzelband lesen.
    Candice Fox spart nicht mit brutalen Details gleichzeitig wirft sie immer wieder humorvolle Dialoge ein, bei denen man einfach schmunzeln muss.
    Frank und Eden sind zwei tolle Protagonisten. Eden hat ein extrem hartes Auftreten und lässt kaum jemanden an sich heran. Mit ihrer geheimnisvollen Art ist sie so speziell, dass jede Szene mit ihr faszinierend ist.
    Frank hat sich ziemlich berappelt, seit wir ihn zuletzt gesehen haben. Ich fand ihn in diesem Teil einfach nur sympathisch und seine Sprüche sind sehr gelungen. Toll war auch sein Umgang mit der 17-jähriger Hookie. Er ist wie ein großes Kind im Körper eines Mannes, seine Späße sind oft die eines Teenager-Bruders, der seine kleine Schwester an den Haaren zieht. Neutral betrachtet eigentlich eine nervige Art, aber ich fand ihn witzig.
    Diese drei Charaktere für sich (Eden, Frank und Hookie) würden schon genug Stoff für ein komplettes Buch – und eigentlich sogar für noch weitere - liefern. Die Lebenssituationen der Protagonisten sind so außergewöhnlich und am Ende des Thrillers war ich ein wenig traurig, dass die Reihe nun zu Ende ist und der Leser mit so vielen Fragen, wie es weitergegangen sein könnte, zurückbleibt.
    Es hätte also meiner Meinung nach nicht unbedingt noch einen Kriminalfall benötigt. Mir kam der Fall um den Parkmörder teilweise wie ein Seitenfüller vor. Da es Kapitel aus Sicht des Täters gibt, ist für den Leser die ganze Zeit klar, wer dahinter steckt und ich fand die Katz und Maus Jagd nicht sonderlich spannend, teilweise fast schon langweilig.
    Insgesamt hat mir der Thriller aber gut gefallen. Die Bücher von Candice Fox sind einfach immer außergewöhnlich.

  21. Cover des Buches Der japanische Liebhaber (ISBN: 9783518467305)
    Isabel Allende

    Der japanische Liebhaber

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Irina ist Pflegerin und Assistentin von Alma. die betagte Dame ist stets freundlich und tiefgründig und schon als kleines Mädchen musste sie von Danzig in die USA übersiedeln. Ihre Eltern wollten sie schützen, denn der Zweite Weltkrieg tobte. Irina hat auch schon ein bewegtes Leben. Alma bekommt immer Briefe von  Ichimei Fukuda. Was hat es damit auf sich möchte Irina wissen und taucht in die Geschichte von Alma ein und entdeckt so viel Liebe und Kraft und auch für sich selbst, entwickelt sich ein neuer Weg. Isabel Allende hat wieder voller Kraft und Poesie geschrieben und wir lernen die Familie von Irina kennen und von Alma und auch die Familie Fukuda. Die Handlung umspannt fast 90 Jahre und Isabel Allende hat viele historische Ereignisse und Verwicklungen mit eingeflochten. Eine gewaltige, große und auch epische Liebesgeschichte. Großartig!

  22. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (57)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Amoz Oz ist ausgezogen, um eine politische und religiöse Analyse mit einem Roman zu verknüpfen und das ist meiner Meinung nach gehörig in die Hosen gegangen. Die Analyse der Staatengründung von Israel, der Regentschaft von Ben Gurion und die Beziehung des Judentums zu Jesus Christus und Judas Ischariot sind recht gut gelungen. Wenngleich ich die Judas Analyse schon einige Male woanders basierend auf dem gnostischen Judas Evangelium gelesen habe und manche Analysen auch doppelt breitgetreten werden.

    Die Romanhandlung hingegen ist voll gegen die Wand gefahren. Ich hasse Redundanzen abgrundtief!!! (Bitte hier 30 Rufzeichen und Großbuchstaben dazu denken). Zugegeben, Oz kann fantastisch fabulieren, aber bei der Dramaturgie hat er sowas von vergeigt, denn es passiert einfach nicht viel in der Geschichte, die Handlung kommt nicht vom Fleck und wenn irgendetwas passiert, ist es eine ewige wiederholte Beschreibung derselben Abläufe, deren Beschreibung am Anfang charmant scheint, dann irgendwann monkhaft zu belächeln ist und mit zunehmender Seitenanzahl so brüllend nervt, dass ich mir die Augen auskratzen wollte.

    Protagonist Schmuel verliert seine Freundin, schmeißt sein Studium kurz vor der Doktorarbeit über Jesus aus der Sicht der Juden hin und da ihn die Eltern nicht mehr unterstützen können, nimmt er einen Job als Gesellschafter des Behinderten Gerschom Wald an, der mit seiner Schwiegertochter Alija sehr zurückgezogen in einem alten Haus in Jerusalem lebt. Der alte Mann und der ehemalige Student politisieren und diskutieren ausführlich und vertreiben sich so den Winter. Die verwitwete Schwiegertochter Atalja wird von unserem Protagonisten angebetet, tausende ausführliche Warnungen, sich nicht in sie zu verlieben, schlägt er in den Wind.

    Schmuel isst wortreich beschrieben seine 100ste Gulaschsuppe mit Apfelkompott, sein ausladend geschildertes 50stes Käsebrot und die Reste des 70sten Grießbreis mit Zimt, den Herr Wald auf dem Teller übriggelassen hat (igitt wie grauslich). Da unser Protagonist sonst nichts isst und die Geschichte schon den ganzen Winter dauert, wundert es mich, dass ihm vor Skorbut nicht die Zähne ausfallen. Man möchte ihm zurufen: Iss endlich einen Salat, Junge! Auch die Prozedur des Bartpuderns wiederholt Schmuel viel zu ausführlich.

    Dazwischen brillante Streitgespräche und Analysen über Israels Beziehung zu seinen Nachbarn. Einen Feind zu einem Freund zu machen ist fast unmöglich, nur unterdrücken kannst Du ihn, das ist die falsche langfristige Strategie, sich Feinde zu machen.


    „Das glauben auch die Juden in Israel, weil sie keine Ahnung von den Grenzen der Macht haben. Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existenziellen Probleme des Staates Israel.“

    Ich habe Oz mal persönlich auf der Frankfurter Buchmesse getroffen. Dort sagte er: Wir sind mit den Arabern quasi in einer WG und wir müssen uns endlich arrangieren. Leider haben zu wenige damals bei der Staatengründung so gedacht und denken auch heute noch so. Letztendlich ist es genauso gekommen zwei Gemeinschaften, zerfressen vor Hass und Gift, die tausende Tote über Jahrhunderte und Generationen verursachen werden.


    „Schließlich leben die Juden in einem großen Flüchtlingslager und die Araber leben ebenfalls in einem großen Flüchtlingslager. Die Araber erleben jeden Tag die Katastrophe ihrer Niederlage, und die Juden erleben Nacht für Nacht ihre Angst vor Rache.“



    Leider wiederholen sich auch die religiösen Analysen über Jesus und Judas irgendwann einmal, indes die Romanhandlung gefühlte Ewigkeiten auf der Stelle trabt. Dann endlich, als ich schon die Geduld verloren hatte, passiert etwas. Hallelujah Jesus Christ, da muss sich der Schmuel einen Haxen brechen, damit er letzendlich Vitamin C in Form seines ersten Salats mit Oliven bekommt und der Autor ihn schließlich ins Bett der Atalja schreiben kann. Der erste Sex war dann auch sehr unspektakulär und langweilig mit vorzeitigem Samenerguss, der zweite war wahrscheinlich sehr gut, aber gerade hier versagt die Erzählkunst und Wortgewandtheit von Oz völlig.

    Das offene Ende ist dann nur das Tüpfellchen auf dem I der Enttäuschung und hat mich eigentlich gar nicht mehr so sehr gestört, denn ich hab das Interesse an den Protagonisten und der Geschichte verloren.

    Fazit: Bedauerlicherweise nur Mittelmaß, so viel Potenzial und so viel Talent derart vergeudet. Das gesamte Werk stinkt nach der ersten Hälfte total ab und ergeht sich in ewigen Wiederholungen. Da hilft auch die sparsame Handlung am Ende nichts. Wäre Oz bei der politisch-religiösen Analyse geblieben, hätte nicht versucht, diese mit einem Roman zu verbinden, und hätte die Wiederholungen auch in der Analyse etwas gestrafft, hätte mir das Buch sogar ausnehmend gut gefallen. Denn es hat seine brillanten Momente, die leider nur Momente bleiben und das ist zu wenig für eine gute Beurteilung meinerseits.

  23. Cover des Buches Amandas Suche (ISBN: 9783518466001)
    Isabel Allende

    Amandas Suche

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Buch erschien 2014 unter dem Originaltitel El juego de Ripper (Das Ripper-Spiel). Amanda, die ca. 17-jährige Tochter einer alternativen Heilerin und eines leitenden Mordermittlers, ist die Spielleiterin des Ripper-Spiels. Darin versuchen sie und einige Mitspieler, darunter ihr Großvater, eine Reihe von Morden in San Francisco aufzuklären. Dank ihrer Verbindung zu dem Polizisten sind Amanda und ihr Großvater in der Lage, Informationen zu erhalten, die anderen nicht zugänglich sind und deren Preisgabe auch nicht legal ist. Doch die Ermittlungen in den Mordfällen ziehen sich zwar als roter Faden durch den Roman, spielen aber zunächst nur eine Nebenrolle. Stattdessen werden Amanda, ihre Familie und der Freundes- und Bekanntenkreis sehr ausführlich vorgestellt, mit all ihren Eigenheiten und Schrullen und so ziemlich jeder hat welche. Es sind skurrile bis groteske Figuren, die sich in diesem Roman tummeln, einschließlich eines Hundes mit denselben Eigenschaften.

     Erst in der zweiten Hälfte geht es wirklich um die Mordfälle, die bis dahin im Grunde über die bloße Erwähnung hinaus kaum keine Rolle spielen. Dann aber liest es sich wie ein ernsthafter Krimi, durchaus darauf angelegt, Spannung zu erzeugen, jedoch auch immer wieder durchsetzt von eher humoristischen grotesken Teilen. Das ist es auch, was mich ein wenig ratlos zurücklässt: Ich kann das Buch nicht richtig einordnen. Das muss kein grundsätzlicher Fehler sein, aber in diesem Fall ist es nichts Halbes und nichts Ganzes. 

    Einige der Formulierungen fand ich aber ausgesprochen gelungen, z.B.:

    „Roko war eine Frau in den Fünfzigern, hatte sich mit Unterstützung der plastischen Chirurgie hervorragend gehalten…“ (S. 27)

    "Er freute sich die ganze Woche auf diesen Moment, wenn er Amanda ganz für sich in seinem Auto hatte, und nahm die Straßen mit dem dicksten Verkehr, um es möglichst lange auszukosten." (S. 110)

    „Homöopathie ist doch, als würde man eine Aspirin im Pazifik auflösen und dem Patienten fünfzehn Tropfen davon verabreichen.“ (S. 120)

    „Galant, wie er es in seiner mexikanischen Familie gelernt hatte, rückte er einen Stuhl für sie vom Tisch, und sie setzte sich auf einen anderen.“ (S. 359)

  24. Cover des Buches Alter Hund, neue Tricks (ISBN: 9783518470602)
    Adrian McKinty

    Alter Hund, neue Tricks

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Das Buch ist Teil 8 der Sean-Duffy-Reihe. Erneut ist es dem Autor gelungen Historisches rund um die IRA mit Fiktivem zu einem tollen Kriminalroman zu verschmelzen. Der Hauptcharakter Sean Duffy muss erneut einen Fall aufklären, der ihn wieder in die IRA-Aktivitäten verstrickt. Aber Duffy ist kein Anfänger mehr, er weis wie der Hase läuft und beweist einmal mehr, dass ein „alter Hund“ das Beißen nicht verlernt hat und mit „neuen Tricks“ den Fall zu lösen vermag. 

    Der Autor hat es wiedereinmal geschafft, dank seines tollen Schreib- und Erzählstils und durch die wirklich gelungene Charakterisierung seiner Protagonisten, allen voran natürlich Sean Duffy, mich top zu unterhalten. Nicht nur die geschilderten politischen Ereignisse auch die humorige und selbstironische Art Duffys tragen zum Lesevergnügen bei. Diese Eigenschaften zeigen sich z. B., wenn sich Duffy über den Musikgeschmack seiner Mitmenschen so wunderbar aufregen kann oder er Gesprächspartners mit trockenem Humor Paroli bietet. 

    Für mich ist auch dieser Teil wieder ein rundum gelungener Krimi und ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

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