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Neuschnee

Ingrid Olsson , Cordula Setsman
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 02.09.2016
ISBN 9783958540675
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wer "Neuschnee" aufschlägt, wird bereits beim flüchtigen Durchblättern feststellen, dass es sich hierbei um ein außergewöhnliches Buch handelt. Die schwedische Autorin Ingrid Olsson erzählt insgesamt acht Kurzgeschichten. Ihr gelingt es mit nur wenigen Worten Emotionen zu transportieren und eine Intensität herzustellen, die man in manch dickem Wälzer vergeblich sucht.

Ich war sehr überrascht als ich feststellte, dass jede Seite lediglich mit einem kurzen Absatz beschrieben ist und ansonsten leer gelassen wurde. Dass ich es hier mit Kurzgeschichten zu tun bekäme, war mir durchaus klar, doch dass diese SO kurz ausfielen, damit hatte ich nicht gerechnet.

Anhand der acht Geschichten erhalten wir kurze Einblicke in die Leben von acht Jugendlichen. Wir erfahren von ihren Ängsten, ihren Problemen, ihren Zweifeln und ihren Gefühlen - und das auf eine sehr eindringliche Art und Weise, die mich ziemlich beeindruckt hat. Da die Kurzgeschichten wirklich sehr kurz sind, möchte ich auf die einzelnen Themen und Geschichten gar nicht näher eingehen. Sie sind alle unterschiedlich und haben doch eine Gemeinsamkeit: ihre Authentizität. Sie sind weder aus der Luft gegriffen noch völlig fremd.

Mir haben sowohl der Stil als auch der Aufbau des Buches gefallen. Außergewöhnlich, sehr kompakt und doch sehr flüssig zu lesen. Trotz ihrer Kürze sind mir einige Geschichten im Kopf geblieben, auch wenn sie nicht unbedingt einen Nachhall verursacht haben.

Ob man jetzt für so wenig Text so viel ausgeben sollte? Ist der Preis von 12,90 Euro für dieses Buch gerechtfertigt? Ich bin der Meinung, dass "Neuschnee" ein besonderes Buch ist, das im Speziellen Vielleser überzeugen und vielleicht sogar begeistern wird. Es eignet sich prima als Geschenk an Bücherfreunde, die das Wort zu schätzen wissen und sich von diesem doch etwas außergewöhnlichen Leseerlebnis nicht abschrecken sondern inspirieren lassen.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

stuttgart, krimi, multiple persönlichkeit, satanismus, kommissarin

Scherbenkind

Britt Reißmann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.08.2016
ISBN 9783453358744
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bereits der Prolog hat es ordentlich in sich und fungiert eindeutig als Magnet, der den Leser packt und tiefer ins Buch zieht. Ein junges Mädchen entscheidet sich für den eigenen Freitod - das geht unter die Haut und verursachte bei mir direkt eine Gänsehaut. Auch wenn wir im Prolog noch nicht so viele Informationen erhalten, war mir sofort klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. Das Mädchen wirkte auf mich nicht emotional aufgewühlt oder verzweifelt. Trotzdem handelte es ganz und gar entschlossen.

Protagonistin dieser Krimireihe ist die Hauptkommissarin Verena Sander, die in "Scherbenkind" in ihrem zweiten Fall ermittelt. Ich erfuhr, dass sie alleinerziehende Mutter ist und große Diskrepanzen mit dem Staatsanwalt hat, der ihr nicht nur in ihrem ersten, sondern auch in ihrem zweitem Fall die Arbeit schwer macht. Ich war sehr froh darüber, dass die Autorin keine total kaputte und vom Leben gebeutelte Kommissarin ermitteln lässt, wie man es aus vielen anderen Krimis kennt. Natürlich hat auch Verena ihre Probleme, z.B. mit dem Verhältnis zu ihrer pubertierenden Tochter, aber sie halten sich in Grenzen und scheinen aus dem normalen Alltag gegriffen. So fiel es mir leicht, mich in ihre Lage hineinzuversetzen und ihre Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen.

In "Scherbenkind" wird sie mit einem Thema konfrontiert von dessen Ausmaße und Bedeutung sie zu Beginn der Ermittlungen noch nicht viel ahnt - ganz im Gegenteil zu mir. Als Leserin wurde mir schon sehr frühzeitig aufgezeigt, womit es Verena Sander zu tun bekommt. Anfangs hat es mich etwas gewundert, weil ich diesen Aufbau so nicht gewohnt war. Meist ist es doch so, dass der Leser ebenso lang im Dunkeln tappt wie die Ermittler. In diesem Fall bekam ich einen Wissensvorsprung und konnte mich fast von Anfang an mit dem besonderen psychischen Krankheitsbild, das hier thematisiert wird, auseinandersetzen. Aufgrund der frühen Aufklärung geht natürlich ein Stück weit die Spannung verloren. Nervenkitzel findet man in diesem Krimi wenig, doch trotzdem hat er einen enormen Sog auf mich ausgeübt. Das Thema war unheimlich interessant und ich fand es toll, die Ermittlungsarbeit zu begleiten. So blieb ich dran und konnte die Lesezeit, trotz grausamer Erkenntnisse, sehr genießen.

Mir hat es gefallen, dass ich es in diesem Krimi nicht mit einer Kommissarin zu tun bekam, die sich unüberlegt und leichtsinnig in einem Alleingang selbst in Gefahr bringt. Die Ermittlungsarbeit sowie das besondere Thema, um das es hier geht, stehen ganz klar im Fokus. Da dieses Thema in der Kurzbeschreibung nicht erwähnt wird, obwohl es bereits auf den ersten Seiten zur Sprache kommt, werde auch ich es in dieser Rezension nicht beim Namen nennen.

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf den regionalen Bezug zu sprechen kommen, der mich beim Lesen wirklich sehr unterhalten hat. Immer wieder bin ich an mir bekannten Orten vorbeigefahren, habe im Grand Café Planie, in dem wir mit unserem Bücherstammtisch auch schon einige Male zu Gast waren, einen Cappuccino getrunken, mich durch das bekannte Stuttgarter Verkehrschaos gekämpft, einen Blick in die nahe gelegenen Weinberge geworfen und mich über die doofe Ampelschaltung am Pragsattel oder die nervigen S21-Demonstranten aufgeregt. Auch wenn Stuttgart weitaus mehr als das zu bieten hat, habe ich mich tatsächlich ein bisschen heimelig gefühlt und die vielen ortsbezogenen Anspielungen genossen, wie den Biss in eine noch warme Butterbrezel.

Ein wirklich toller Krimi, der ein spannendes und unheimlich interessantes aber auch ebenso erschütterndes Thema behandelt. Es muss nicht immer ein rasanter, actionreicher Plot sein, der einen ans Buch fesselt, auch die ruhigeren Töne können dies schaffen, in diesem Fall sogar mit Bravour. Ein besonderes Schmankerl waren für mich der regionale Bezug aber auch die interessanten Einblicke in die Arbeit der Kriminalpolizei, die uns die Autorin, welche selbst in diesem Bereich arbeitet, aus erster Hand ermöglicht. Eine glasklare Leseempfehlung von mir - ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Stuttgarter Kommissarin!

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226 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

paris, liebe, adriana popescu, paris du und ich, jugendbuch

Paris, du und ich

Adriana Popescu
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.07.2016
ISBN 9783570172322
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als großer Fan der Romane von Adriana Popescu habe ich der Veröffentlichung ihres neuen Jugendbuches "Paris, du & ich" sehr entgegengefiebert. Dass die Stuttgarter Autorin schreiben kann, hat sie mit Titeln wie "Lieblingsmomente", "Versehentlich verliebt" oder auch "Ewig und eins" längst bewiesen. Letztes Jahr erschien bei cbj ihr erstes Jugendbuch "Ein Sommer und vier Tage", welches ebenfalls für große Begeisterung bei ihren Fans aller Altersklassen gesorgt hat. Auch ich war hin und weg - das Jugendbuch stand ihr ausgezeichnet. So konnte ich es gar nicht abwarten, meine Nase in ihre neue Geschichte zu stecken.

Während wir in "Ein Sommer und vier Tage" mit den Protagonisten Paula und Lewis in Italien unterwegs waren, verschlägt es uns im neuen Roman an der Seite von Emma nach Paris, die Stadt der Liebe. Tatsächlich hofft die Sechzehnjährige auf einen romantischen Urlaub, schließlich stattet sie ihrem Freund Alain, dem ehemaligen Austauschschüler, der einige Wochen in Deutschland verbracht hat, einen Überraschungsbesuch ab, um die Herbstferien bei und mit ihm zu verbringen. Sehnsuchtsvoll hat sie sich das Wiedersehen in den buntesten Pariser Farben ausgemalt, jedoch tauchte in ihrer Fantasie niemals eine Chloé auf. Diese öffnet ihr nämlich völlig unerwartet die Tür, als sie vor Alains Haus steht. Schnell und ziemlich schmerzhaft stellt sich heraus, dass Chloé Alains feste Freundin ist, die natürlich nichts von Emma weiß. Für Letztere bricht eine Welt zusammen. Doch was nun? Zurück nach Hause und sich den bohrenden Fragen ihrer Eltern und Freunde stellen? Oder in Paris bleiben und die Stadt, von der sie so lang geträumt hat, auf eigene Faust erkunden?

Emma ist sich noch nicht so sicher und verkriecht sich die ersten zwei Tage in einem Hostelzimmer. Als sie schließlich auf Vincent trifft, den es aus ähnlichen Gründen nach Paris gezogen hat, beschließen die zwei, der Liebe keine Chance zu geben. Weder dem mit der Liebe verbundenen Kummer, noch einer neuen Liebe. Sie wollen sich nicht verlieben - sie wollen Paris kennenlernen. Und das tun sie dann auch auf ihre ganz eigene Art und Weise.

"Paris, du & ich" ist ein Buch, das zum Träumen einlädt. Es ist ein Kurzurlaub, der einen in eine ganz besondere Stadt entführt, die von der Autorin so liebevoll und so atmosphärisch beschrieben wird, dass man beim Zuklappen des Buches das Gefühl hat, selbst vor Ort in Montmartre gewesen zu sein. Ich habe mich beim Lesen mehr und mehr in diese Stadt verliebt.

Wer die Autorin und ihre Vlogs auf YouTube kennt, der wird auf vielen Seiten schmunzeln können - und zwar nicht nur aufgrund der herzigen Geschichte. Adriana Popescu versteckt so viele kleine Andeutungen und Anspielungen zwischen den Zeilen, dass man z.B. bei Ausrufen wie "Funfact am Rande..." sofort das Gefühl hat, dass die Autorin neben einem sitzt und die Geschichte in ihrer gewohnt erfrischenden und ansteckenden Art erzählt. Dieses Buch enthält also nicht nur eine große Portion Paris, Liebe und Lebenslust, sondern auch eine feine Prise Popescu, die als Gaumenkitzler fungiert und für ihre Fans sofort herauszuschmecken ist.

Emma ist eine Protagonistin, die mir unheimlich gut gefallen hat. Sie schämt sich nicht ihrer Tränen, macht aus ihren Ängsten kein Geheimnis und ist doch neugierig, entdeckungsfreudig und nicht auf den Mund gefallen. Die Mischung aus Schüchternheit und Abenteuerlust, gepaart mit ihrer großen Leidenschaft für Bücher, hat sie nicht nur sehr sympathisch, sondern auch sehr authentisch wirken lassen.

Vor dem Anti-Helden Vincent (zumindest geht er ganz selbstverständlich davon aus, dass er einer ist) müsst ihr euch in Acht nehmen. Adriana Popescu gelingt es immer wieder mit Bravour, Protagonisten zu erschaffen, an die man sein Herz verliert. Sei es nun Tristan aus "Lieblingsmomente" und "Lieblingsgefühle", Lewis aus "Ein Sommer und vier Tage" oder nun eben Vincent. Ein charmanter und perfekt unperfekter junger Mann, der mein Herz im Sturm erobert hat - trotz fehlender Tischmanieren und bunter Socken (vielleicht aber auch gerade deshalb).

Doch auch die ein oder andere Nebenfigur spielt eine größere Rolle, als es die Bezeichnung "Nebenfigur" vermuten lässt. Als ich Jean-Luc und seine Geschichte kennenlernen durfte, wurde mir ganz warm ums Herz.

Was mir beim Lesen des Buches, insbesondere im ersten Drittel, vermehrt aufgefallen ist, sind die vielen Weisheiten, die in die Geschichte einfließen. OK, wenn ich jetzt von Weisheiten spreche, klingt das irgendwie komisch, denn als solche kommen sie gar nicht rüber. Mir fällt es schwer, hierfür die richtigen Worte zu finden, deshalb zitiere ich einfach die Notiz, die ich mir während des Lesens gemacht habe. "Weisheiten einer alten, erfahrenen Frau, erfrischend vorgetragen wie ein junges Mädchen (nicht belehrend)". Könnt ihr in etwa erahnen, was ich damit meine? Nein? Dann bleibt euch nichts anderes übrig als euch sofort auf die Suche nach eben diesen Weisheiten zu machen. Packt eure Koffer und reist mit Emma nach Paris!

Ihr könnt lesen, ich bin ehrlich und aus tiefstem Herzen begeistert. "Paris, du & ich" hat mich verzaubert, mich zum Träumen eingeladen, mir ein Schmunzeln aufs Gesicht gelegt und mir einfach gut getan. Ein Wohlfühlbuch, das in diesem Sommer in keinem Urlaubskoffer fehlen darf.

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844 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 142 Rezensionen

dystopie, mördergen, infernale, sophie jordan, jugendbuch

Infernale

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.02.2016
ISBN 9783785581674
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte, die Sophie Jordan (international bekannt geworden durch ihre "Firelight"-Trilogie) in "Infernale" erzählt, spielt in der Zukunft. Jedoch liegt diese Zukunft nur wenige Jahre von unserer heutigen Zeit entfernt und wird dementsprechend realistisch geschildert. Meine erste Vermutung, dass es sich hierbei um eine Dystopie handelt, hat sich auf den ersten Seiten nicht bestätigt. Vielmehr sehe ich diese Geschichte als eine Art "Pre-Dystopie", die ein Szenario aufzeigt, woraus durchaus eine Dystopie entstehen könnte.

Wir befinden uns in den USA im Jahr 2021 und begleiten Davina, genannt Davy, an einem scheinbar ganz normalen Schultag. Sie ist eine Musterschülerin, sehr begabt, spielt mehrere Instrumente und hat sich den beliebtesten Kerl der Schule geschnappt. Zusammen bilden sie das perfekte Paar. Davy ist ziemlich verknallt und auch Zac scheint es ordentlich erwischt zu haben. Dass ein Testergebnis Davys perfekte Leben in wenigen Augenblicken komplett auf den Kopf stellen wird, davon ahnt sie noch nichts, als Zac sie zu Hause absetzt...

Davy wurde positiv auf das "Mördergen" getestet, welches die Ursache für viele Gewaltverbrechen sein soll. Menschen werden nicht kriminell, nein, sie sind es ... von Geburt an. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das Gen bemerkbar macht und sein Träger Gewaltbereitschaft zeigt. Dieser Meinung ist zumindest die Gesundheitsbehörde und aufgrund dessen werden alle positiv getesteten Träger vom Rest der Gesellschaft separiert. Für Musterschülerin Davy heißt das, dass sie von heut auf morgen ihre Privatschule verlassen muss und unter ständiger Beobachtung steht.

In der ersten Hälfte des Buches geht es der Autorin hauptsächlich darum, aufzuzeigen, wie die Gesellschaft auf das Mördergen reagiert, wie sie mit den Trägern umgeht, wie sich das direkte Umfeld von Davy verhält und wie sich plötzlich, aufgrund eines Testergebnisses, ALLES verändern kann. Davy wird nicht nur zur Außenseiterin, sie wird zur Ausgestoßenen, zum Zielobjekt für Hasstiraden, obwohl sie eben noch die beliebte und begabte Highschool-Schülerin war. Wie reagiert ihr Freund, der ihr vor wenigen Augenblicken noch seine Liebe gestanden hat, auf die Diagnose? Steht ihre langjährige beste Freundin ihr bei? Fängt ihre Familie sie auf?

Mich haben viele Schilderungen sehr erschreckt und zum Nachdenken angeregt. Wie würde ich reagieren, wenn eine meiner Freundinnen das Mördergen trägt? Könnte ich ihr noch vertrauen? Ist es überhaupt wissenschaftlich erwiesen, dass ALLE Genträger zu Mördern werden, oder gibt es Ausnahmen? Und wenn es Ausnahmen gibt, woher weiß ich, dass meine Freundin solch eine Ausnahme ist? Ist es wirklich genetisch bedingt oder ist es die Gesellschaft an sich, die einen Menschen zum Mörder werden lässt?

"Infernale" hat mich aber nicht nur aufgrund seiner spannenden Thematik, sondern auch mit seinen eindringlichen Schilderungen und seinem Handlungsverlauf beeindruckt. Während man anfangs noch so einigen Klischees begegnet und ein bisschen an der Oberfläche kratzt, wird man, je mehr Seiten man hinter sich bringt, immer tiefer in die Geschichte hineingesogen, so dass man sich irgendwann mittendrin befindet. Ich habe mich Davy stellenweise sehr nah gefühlt, konnte ihre Furcht, ihre Panik, ihr Entsetzen, ihre Selbstzweifel, ihre Ohnmacht aber auch ihren Kampfeswillen spüren.
Die Geschichte nahm spannende Wendungen und ich beobachtete staunend Davys Entwicklung. Auch wenn es nach wie vor einige vorhersehbare Handlungsstränge und Ereignisse gab, wusste mich die Geschichte zu fesseln und immer wieder zu überraschen, nicht zuletzt aufgrund ihrer Härte.

Zum Schluss stellt die Autorin ihre Protagonistin, aber auch ihre Leserinnen und Leser, vor eine Frage, die mir einen eiskalten Schauer den Rücken hinuntergejagt hat. Was ist, wenn die Gesellschaft recht hat? Wem kann Davy noch vertrauen? Und... kann sie sich überhaupt selbst vertrauen? Was ist, wenn sie, das liebe Mädchen von nebenan, doch zur kaltblütigen Mörderin wird?

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

eifersucht, mutter-tochter-beziehung, mutter-sohn-beziehung, schauspieler, vater-sohn-beziehung

Hin und weg

Ethan Hawke , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462049626
Genre: Romane

Rezension:

Ein ziemlich nackter Liebesroman, der mich mit seiner Intensität überzeugen konnte!

Als Fan der "Before Sunrise/Sunset/Midnight"- Filmtrilogie wurde mir vor einiger Zeit der Debütroman "Hin und weg" des Schauspielers Ethan Hawke ans Herz gelegt. Nun war ich natürlich gespannt auf die Geschichte, denn nur weil ein Schauspieler in seiner Rolle als Autor glänzt, heißt es ja noch lange nicht, dass er auch im realen Leben schreiben kann.

Die Geschichte wird aus der Sicht des 20-jährigen und in New York City lebenden Schauspielers William erzählt. In einer Bar lernt er Sarah kennen und ist aufgrund ihrer auffallenden Andersartigkeit hin und weg. Sie ist alles andere als perfekt und strahlt genau deshalb etwas aus, das William nicht mehr loslässt. Anfangs lässt er den Leser wissen, wie merkwürdig er Sarah findet, jedoch lässt er im Nebensatz auch keinen Zweifel daran, wie sehr die junge Frau ihn fasziniert.

Tatsächlich kommen sich die Sängerin und der Schauspieler näher. Es geht alles wahnsinnig schnell. So entsteht bereits nach wenigen Seiten eine Intensität, die diese Geschichte unheimlich authentisch wirken lässt. Man kann Williams Faszination und Begierde förmlich spüren.

Der Autor macht kein Geheimnis daraus, dass die Liebesgeschichte keinen Bestand hat und William schlussendlich an einem gebrochenen Herzen leiden wird. Auch in diesem Zusammenhang waren die Verzweiflung, seine Wut und sein Schmerz spürbar. Ethan Hawke ist sehr dicht dran an seiner Figur und lässt den Leser an deren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl ein stiller Beobachter zu sein, sondern erlebte die Geschichte hautnah mit.

Der Schreibstil von Ethan Hawke hat mich sehr beeindruckt. Auch wenn die Erstveröffentlichung fast 20 Jahre zurück liegt, liest sie sich immer noch sehr modern. Ethan Hawke schreibt sehr ehrlich und sehr unausgeschmückt, was der Geschichte, meiner Meinung nach, sehr gut tat. Diese Authentizität passte hervorragend zu der schnelllebigen Stadt New York und den jungen Protagonisten.

Intensiv, authentisch, emotional, berauschend und immer noch modern. Für mich war "Hin und weg" eine kleine Überraschung, sodass ich euch den kurzen, 200 Seiten starken Roman gern als Geheimtipp ans Herz legen möchte.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

köln, liebe, freundschaft, behinderte katen, ordentlich

Der Sommer mit Pippa

Britta Sabbag , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2016
ISBN 9783499271076
Genre: Romane

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

sommer, jugendlektüre, verlieben, sardinien, italien

Meloneneis-Sommer

Lucinde Hutzenlaub
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei cbj, 13.06.2016
ISBN 9783570225899
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Während hier in Deutschland dicke Regentropfen auf meine Dachfenster prasselten, erlebte ich mit Suki und ihrer Familie den wohl turbulentesten, aufregendsten und schönsten Sommerurlaub seit Jahren. "Meloneneis-Sommer" hat mich in Windeseile zurück in meine Teeny-Zeit katapultiert und mir unheimlich erfrischende und unterhaltsame Lesestunden beschert.

Sommer, Sonne, Strand und Meer. Auf der italienischen Insel Sardinien verbringt die 14-jährige Suki zusammen mit ihren Eltern, ihrer 2 Jahre älteren Schwester und deren Freundin ihre Sommerferien, doch ein euphorisches Urlaubs-Feeling mag bei ihr nicht so recht aufkommen. Als die Familie in ihrem kleinen Ferienhaus ankommt, will Suki nur noch eines: die erste Postkarte an ihre beste Freundin schreiben und ihr erzählen, wie langweilig es hier ist. Da sie aber nicht ohne Grund "Wassermann" mit Nachnamen heißt und eine leidenschaftliche Wasserratte ist, legt sie die angefangene Karte doch erstmal auf die Seite und stürzt sich in die Fluten. Dass sie kurz darauf ohne Badeanzug dasteht, weil dieser dem süßen Mischlingshund Amico viel besser zu schmecken gefallen scheint als ihr und dass der noch viel süßere aber ziemlich mürrische Paolo sie in flagranti erwischt, damit hätte sie an diesem verlassenen Strandabschnitt nicht gerechnet. Noch viel weniger erwartet hätte sie, dass der Text auf der Postkarte an ihre beste Freundin am Ende des Urlaubs ganz anders ausfallen und die Begegnung am Strand erst der Anfang ihres aufregendsten und zugleich schönsten Sommerurlaubs werden würde.

2014 hat mich die Autorin Lucinde Hutzenlaub mit ihrem ersten Buch "Hallo Japan - Familie Hutzenlaub wandert aus" begeistert. Mit einer großen Schippe Humor hat sie autobiografisch von ihrem Abenteuer Japan erzählt, "Meloneneis-Sommer" ist nun ihr erstes Jugendbuch.

Als Mutter 4er Kinder hat die Böblinger Autorin mit Sicherheit so einige Geschichten aus dem Alltag eines Teenagers zu erzählen und ist näher an der Zielgruppe als manch anderer. Das macht sich auch in ihrem Roman bemerkbar. Ihre junge Heldin Suki wirkte auf mich wie aus dem Leben gegriffen. Sie kam so natürlich rüber, wie das Mädel von nebenan und hat mit den typischen Problemen eines Teenagers zu kämpfen. Ihre Gedankensprünge, ihre Grübeleien und ihre Emotionen haben mich immer wieder an meine Jugend zurückdenken lassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die eigentliche Zielgruppe dieses Romans ganz wunderbar mit der jungen Heldin identifizieren und in ihr eine neue Freundin finden kann.

Auch allen anderen Figuren hat die Autorin Leben und Liebe eingehaucht. Ich konnte ausnahmslos alle ins Herz schließen, auch diejenigen, die etwas blass blieben, wie z.B. Sukis Vater oder Paolos Bruder. Ich mochte das Verhältnis zwischen Suki und ihrer großen Schwester, das sich in den letzten Jahren etwas verändert hat und auch während des Urlaubs eine kleine Entwicklung durchmacht. Dass die Familie in Lucinde Hutzenlaubs Jugendroman ganz besonders groß geschrieben wird, merkt man schnell. So durfte ich nicht nur am Familienleben der Wassermanns, sondern auch an dem mit ordentlich italienischem Temperament ausgestatteten Alltag von Paolos Familie teilnehmen. Gemeinsam haben wir gelacht, geliebt, gebangt, lecker geschmaust und zum Schluss sogar kleine Mini-Tränchen verdrückt.

Das Setting und die ganze Atmosphäre haben der Geschichte den letzten Schliff verpasst, um perfekt zu sein. Dieses Buch war Urlaub pur! Ich habe die Pizza Margherita geschmeckt, das Meer rauschen gehört und die Hitze gespürt, während mir der aufgeregte Amico um die Beine gewuselt und das Meloneneis in meinem Mund geschmolzen ist.

Ich will mehr davon, Frau Hutzenlaub! Dieses Buch hat mir den Sommer zurückgebracht! Ich komme aus dem Dauergrinsen gar nicht mehr heraus. So erfrischend, leicht, zuckersüß, serviert mit einem ordentlichen Spritzer Zitrone. Na, und die Prise Salz darf natürlich auch nicht fehlen. Aber pssssst, das ist ein Geheimnis! Großer Lesetipp! Ich liebe es!

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331 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

thriller, folter, mord, interpol, mark roderick

Post Mortem - Tränen aus Blut

Mark Roderick
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.02.2016
ISBN 9783596031429
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

(...) 
Die Haupt- und Nebencharaktere haben mir gut gefallen, ganz besonders Emilia, über deren Gedanken ich immer wieder schmunzeln musste. Sie war mir von Anfang an sympathisch, ihr Verhalten stets nachvollziehbar. Auch Avram konnte mich überzeugen. Ich mochte seine starke, überlegte und dennoch mitfühlende Art sehr.
Das Thema, um das es hier geht, ist nichts für Zartbesaitete. Ich selbst halte ja überhaupt nichts davon, wenn Gewaltszenen möglichst detailliert beschrieben werden und das Blut dabei nur so spritzt. Deshalb bin ich dem Autor sehr dankbar dafür, dass es ihm immer gelungen ist, rechtzeitig abzublenden, um die Gräueltaten der Fantasie seiner Leser zu überlassen. Da ich keine Horror-Filme o.ä. schaue, ist mein Vorstellungsvermögen in dieser Richtung sehr beschränkt, so dass meine Fassung des Thrillers definitiv einen Jugendschutz auferlegt bekommen hat. Trotzdem hat mich das Buch am Ende doch mit einem flauen Gefühl im Bauch zurückgelassen.
Die komplette Rezension könnt ihr auf ankas-geblubber.de lesen.

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157 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

liebe, mara andeck, jugendbuch, freundschaft, experiment

Wolke 7 ist auch nur Nebel

Mara Andeck
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.03.2016
ISBN 9783846600214
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wolke 7 ist auch nur Nebel - davon ist die 18-jährige Moya überzeugt. Sie hat gerade ihre Abi-Prüfungen hinter sich gebracht und steht kurz vor der Erfüllung eines großen Traumes. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lena will sie ein Work & Travel Jahr in Neuseeland verbringen, doch erst muss natürlich das nötige Kleingeld aufgetrieben werden. Dass Lena gerade sehr unter Liebeskummer leidet, erschwert die Jobsuche zusätzlich. Moyas fixe Idee, die zwei Freundinnen könnten sich als Testpersonen zur Verfügung stellen, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem ungeahnten Abenteuer. Warum gerade Moya, die so nüchtern und rational über die Liebe denkt, ausgerechnet am "LOVE TEST"-Experiment teilnimmt und schon am dritten Tag heiße Küsse mit einem ebenso heißen Kerl austauscht, das soll sie euch lieber selbst erzählen.

Mich hat der neue Roman von Mara Andeck bestens unterhalten. Aus verschiedenen Richtungen nähert sie sich dem Thema Liebe. Was ist Liebe? Existiert Liebe überhaupt? Und kann man Liebe mithilfe eines wissenschaftlichen Experiments sogar herbeiführen?
"Liebe = Freundschaft + Sympathie + sexuelle Anziehung + Vertrauen + gleiche Ansichten + der Wille, das Leben zusammen anzugehen." (Zitat, Seite 55)Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen, lässt die Autorin nicht nur ihre zwei Protagonisten erzählen, sondern gibt ihren Lesern auch Einblicke in den so genannten LOVE TEST, an dem Moya teilnimmt. Wir bekommen u.a. Test-Protokolle, Interviews und Mitarbeiteranweisungen zu lesen. Diese Abwechslung im Erzählstil hat mir sehr gut gefallen.

Auch wenn der rote Faden der Geschichte für mich sehr vorhersehbar war, konnten mich andere Elemente überraschen. Zu Beginn hätte ich nämlich, ebenso wenig wie Moya, damit gerechnet, in was der große LOVE TEST schließlich endet.
Dank des locker zu lesenden und teils sehr humorvollen Schreibstils, wurde mir zu keinster Zeit langweilig. Zudem wird die Story zügig vorangetrieben, sodass erst gar keine unnötigen Längen entstehen können.

"Wolke 7 ist auch nur Nebel" ist ein sehr unterhaltsames, kurzweiliges Jugendbuch, leicht zu lesen, ausgestattet mit süßen Charakteren, das inbesondere aufgrund seines abwechslungsreichen Erzählstils sowie seiner Kurzweiligkeit bei mir punkten konnte. Schnuppert doch mal rein und stellt euch dem LOVE TEST!

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, musik, kyra groh, tage zum sternepflücken, musical

Tage zum Sternepflücken

Kyra Groh
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734101755
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auf dieses Buch habe ich mich eine gefühlte Ewigkeit gefreut. Da mir schon die ersten beiden Romane der jungen Autorin wahnsinnig gut gefallen haben, war für mich klar, dass ich den Erscheinungstermin ihres dritten Buches ROT im Kalender eintragen musste. "Tage zum Sternepflücken" kam dann genau zur richtigen Zeit, denn die Bücher, die ich in den letzten Wochen gelesen hatte, konnten mich alle nicht überzeugen. Ich war richtig deprimiert und sogar ein kleines bisschen panisch. Gibt es denn kein Buch mehr, dass mich begeistern und verdammt noch mal mit Vollgas umhauen kann? 
Worum es in Kyra Grohs drittem Roman geht, war für meine Entscheidung, ihn lesen zu wollen, nicht ausschlaggebend. So ließ ich mich überraschen und stolperte ohne vorherige Infos in die neue Geschichte hinein. Schon auf den ersten Seiten spürte ich, dass mein Herz schneller zu schlagen begann, es machte regelrechte Luftsprünge und klopfte mir bis zum Hals, so groß war die Erleichterung und die Freude darüber, endlich wieder ein Buch in Händen halten zu dürfen, dass mich ab der ersten Seite mitreißt.
Mit Layla hat Kyra Groh eine unfassbar authentische und ebenso liebenswerte Protagonistin erschaffen, die ich direkt ins Herz schloss und in der ich mich auf so mancher Seite wiederfand. Layla ist alles andere als perfekt. Sie hält nicht viel von sich selbst, trägt Kleidergröße 40, ist dank ihres Musikstudiums beinahe rund um die Uhr eingespannt, liebt Kuchen und trägt ihr geflicktes Herz am rechten Fleck. Gerade weil sie so unaufgeregt normal ist und ohne die typischen Klischees auskommt, heftet man sich gern an ihre Fersen und begleitet sie durch ihre persönlichen Höhen und Tiefen.

Die Atmosphäre der Geschichte hat mir von Anfang an wahnsinnig gut gefallen. Layla studiert Saxofon, weshalb wir uns einen Großteil der Zeit an ihrer Uni aufhalten und von viel Musik umgeben sind. Wir nehmen an ihren Musical-Proben teil, hören in ihre persönliche Playlist hinein, begleiten sie zum Musik-Unterricht und geben uns, genau wie sie, den Gitarrenriffs eines ganz besonderen Musikers hin. Letzterer hat es Layla nicht nur aufgrund seiner Musik angetan. Doch wer hier eine typische "Rockstar meets schüchternes Mädchen"- Lovestory vermutet, der liegt, meines Erachtens, falsch. Laylas Geschichte ist viel alltäglicher und doch etwas ganz Besonderes. Sie verlangt ihr einiges ab, drängt sie an den Rand der Verzweiflung, macht sie im nächsten Moment zum glücklichsten Menschen auf der Welt, lässt sie immer wieder stolpern und schenkt ihr jede Menge Schmetterlinge.

Layla ist so eine zauberhafte, süße, humorvolle und einfach "echte" Protagonistin, die im Laufe der Geschichte eine bemerkenswerte und glaubhaft erzählte Entwicklung durchmacht. Ich persönlich finde diese Lebensphase, in der sie gerade steckt, unheimlich spannend und aufregend. Nach dem Abi wird man schließlich erst so richtig flügge. Plötzlich muss man eigene Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, seinen Alltag organisieren und sich fragen, was und wohin man eigentlich will. Auch Layla steckt in dieser Selbstfindungsphase und manövriert sich als beste Freundin, Tochter, begabte aber trotzdem immer bloß zweite Saxofonistin, Hiwi ihres Profs und große Schwester äußerst charmant, herzlich und humorvoll durch ihren Alltag. Ich habe sie zu gern auf ihrem Weg begleitet, da er mich auch immer wieder an mich selbst und meine Erlebnisse in diesem Alter erinnert hat.

Nicht unerwähnt lassen kann ich Laylas chaotische und doch so liebevolle Familie, die es wahrlich nicht einfach hat. Trotzdem geht es unter ihrem Dach sehr lebhaft zu, nicht zuletzt dank Laylas aufgedrehter Mutter, die ihre ganz eigenen Gründe für ihre lebensbejahende Art hat. Ich habe sie alle sehr ins Herz geschlossen und die Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte, sehr genossen.

"Tage zum Sternepflücken" zählt auf jeden Fall zu meinen diesjährigen Lesehighlights. Kyra Grohs junge, pfiffige, wortgewandte und humorvolle Art zu schreiben ist einfach mitreißend, fesselnd und berührend zugleich. Ihre herrlich normalen Protagonisten sind stets aus dem Leben gegriffen und machen es einem leicht, Teil ihres Alltags zu werden. Die musikalische Komponente hat mir wahnsinnig gut gefallen, wobei sie dank des Einbeziehens der Sozialen Medien direkt noch greifbarer wurde (jaaaa, ich habe verzweifel nach "Julius makes your heart jump" gegoogelt). Großartige Nebenfiguren haben die Geschichte angenehm bereichert, sie noch authentischer gemacht und einen Großteil dazu beigetragen, dass ich mich in diesem Buch rundum wohlgefühlt habe. Die Liebesgeschichte war zuckersüß & zartbitter, laut & leise zugleich, dennoch weder dramatisch oder zu schnulzig. Layla war für kurze Zeit Teil meines Lebens und hat mir ein perfektes Leseerlebnis geschenkt, an das ich noch lange Zeit zurückdenken werde. Status: Lieblingsbuch!

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157 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

paris, mord, london, affäre, internet

Tu es. Tu es nicht.

S.J. Watson , ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.07.2015
ISBN 9783651000094
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Tu es. Tu es nicht." ist der zweite Thriller des Autors S.J. Watson, der mit seinem Debüt "Ich. Darf. Nicht. Schlafen" direkt einen Bestseller gelandet hat. Dieser wurde zwischenzeitlich sogar mit den Schauspielern Nicole Kidman und Colin Firth in den Hauptrollen verfilmt. Ich selbst habe "Ich. Darf. Nicht. Schlafen" noch nicht gelesen, sondern ganz rebellisch zuerst zu seinem Nachfolger gegriffen.

Dass S.J. Watson einiges von seinem Handwerk versteht, durfte ich gleich zu Beginn feststellen. Die ersten Seiten lasen sich weg wie nichts. Innerhalb kürzester Zeit war ich mittendrin in Julias Geschichte.
In meiner Jugend war ich ein großer Fan von den spannenden Romanen der kanadischen Autorin Joy Fielding. Beim Lesen von "Tu es. Tu es nicht." fühlte ich mich an diese Bücher bzw. die für mich sehr berauschende Lesezeit erinnert. Auch hier steht eine Frau im Mittelpunkt, die eigentlich ein glückliches Leben zu führen scheint. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in London. Ihr Mann Hugh ist ein angesehener Chirurg, ihr Adoptivsohn Connor entwickelt sich prächtig und sie selbst kann ihrer Passion, dem Fotografieren, nachgehen - wenn auch nicht so leidenschaftlich wie früher. Aus dem "Früher" seiner Protagonistin macht S.J. Watson anfangs noch ein Geheimnis und lässt nur hin und wieder kleine Erinnerungen einfließen. Dass Julia eine bewegte Vergangenheit hat, ist uns Lesern jedoch von Anfang an klar.

Julias aktuell sehr angenehmes Leben wird mit der Nachricht vom überraschenden Tod ihrer Schwester Kate ins Wanken gebracht. Während die zwei Schwestern früher ein sehr gutes Verhältnis hatten, haben sie sich in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr entfremdet.
Julia ist schockiert, denn Kate wurde ermordet. Sie reist nach Paris, wo ihre Schwester zuletzt gelebt hat und versucht sich Kate auf diese Weise post mortem wieder anzunähern. Was für ein Leben hat Kate geführt? Warum musste sie sterben?
Julia lernt bei ihren Nachforschungen eine Seite an ihrer Schwester kennen, von der sie keine Ahnung hatte und verliert sich dabei selbst in einem Strudel aus geheimen Sehnsüchten, die bisher im Verborgenen geschlummert haben. In welche Gefahr sie dabei sich selbst und ihre Familie bringt, erkennt sie viel zu spät.

S.J. Watson nimmt sich Zeit, um seine Protagonistin, ihre Gedanken und ihr Handeln so authentisch wie möglich darzustellen. Der Leser soll verstehen, warum sie sich so verhält und warum sie sich schließlich in solche Gefahr begibt. Das hat mir unheimlich gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, dass es mir nicht gelungen ist, Sympathien zu den Figuren aufzubauen. Doch man muss eine Protagonistin schließlich nicht sympathisch finden, um das Buch zu mögen, oder doch? Wichtig ist vor allem, dass die Figuren glaubhaft und nachvollziehbar handeln, und das haben sie hier, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, getan. Julia ging mir leider immer mehr auf die Nerven und ich konnte ihr egoistisches Verhalten nur mit einem Kopfschütteln quittieren, insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Rolle als Mutter.

Mir war recht schnell klar, worauf diese Geschichte hinausläuft und so konnte ich mich bis zum Showdown relativ entspannt zurücklehnen. Der Showdown an sich wurde mir schließlich etwas zu dramatisch aufgebauscht, doch am Ende ist es dem Autor tatsächlich noch mal gelungen, mich mit seiner Auflösung zu überraschen. Insgesamt war es wirklich eine runde, gut durchdachte und ebenso gut aufgebaute Geschichte, deren schlussendliche Entwicklung mir im letzten Viertel aber nicht mehr ganz so gut gefallen hat, was wohl hauptsächlich an der Protagonistin lag. 

Dieser Thriller ist meiner Meinung nach kein Must-Read, dennoch habe ich ihn gern gelesen. Unterhaltungsliteratur, die eine stets aktuelle Gefahr thematisiert und aufgrund des mitreißenden Schreibstils auch ungeübte Leser schnell in den Bann ziehen kann. Leseempfehlung, ja oder nein? Entscheidet selbst. Lest ihn, oder lest ihn nicht. Tut es, oder tut es nicht. 

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

dämmerhöhe, jugendbuch, horror, lautlos, monster

Dämmerhöhe - Lautlos

Birgitta Elin Hassell , Marta Hlin Magnadottir , Anika Wolff
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Arena, 25.01.2016
ISBN 9783401601441
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich erfuhr, dass eine neue Jugendbuchreihe aus dem Arena Verlag in Island spielt, war ich sofort Feuer und Flamme. Mit Island assoziere ich viel Natur, Geysire, die Hauptstadt Reykjavík, die Sängerin Björk, die Island-Krimis von Yrsa Sigurdardóttir, Islandpferde und natürlich die Sagenwelt rund um die verschiedensten Naturgeister. Eine Studie an der isländischen Universität hat ergeben, dass ca. 60% der Einwohner von Island an Elfen, Trolle und Gnome glauben. Es ist auch gar nicht ungewöhnlich, dass Bauvorhaben ab- bzw. unterbrochen werden, um den Lebensraum der mystischen Wesen zu schützen. Wusstet ihr, dass es sogar eine Elfenschule gibt? Ich bin mir sicher, dass das mir noch sehr unbekannte Island jede Menge Potenzial für spannende und mystisch angehauchte Geschichten bietet. Deshalb war für mich sofort klar, dass ich "Lautlos", den ersten Band der "Dämmerhöhe"-Reihe, lesen würde. Ob ich es hier tatsächlich mit Elfen, Trollen oder Gnomen zu tun bekam, verrate ich euch im Folgenden.

Bevor wir in die Geschichte einsteigen, wird uns auf einer schwarz hinterlegten Seite das Setting vorgestellt. In den Ruinen von Rökkurhæðir, einem kleinen Vorort der Stadt Sunnuvík, soll sich Fürchterliches zugetragen haben. So fürchterlich, dass niemand davon spricht.

Anna lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in Rökkurhæðir. Als wir sie kennenlernen, hat sie viel um die Ohren. Die Schule und die bevorstehenden Prüfungen verlangen ihr einiges ab, dann trainiert sie regelmäßig mit ihrer erfolgreichen Handballmannschaft, unternimmt viel mit ihren Freunden und liebt es snowboarden zu gehen. An manchen Tagen weiß sie vor lauter Schul- und Freizeitstress gar nicht mehr wo ihr der Kopf steht. Da kommt das merkwürdige Mädchen wie gerufen. Es sieht aus wie Anna selbst und bietet ihr einen Deal an. Das Mädchen würde die Hausaufgaben erledigen und all die Dinge tun, auf die Anna keine Lust hat, so lange bis sie seinen Namen errät. Anna weiß, dass es sich bei dem Mädchen um kein echtes Mädchen handeln kann. Ihr ist sein Auftreten unheimlich, doch die Verlockung ist größer. Da sie sich sicher ist, den Namen des Wesens zu kennen, geht sie den Deal ein. Es dauert nicht lang und sie bereut ihre Entscheidung, doch da ist es bereits viel zu spät...

Aufgrund seiner 136 Seiten lässt sich der Auftakt zur "Dämmerhöhe"-Reihe für geübte Leser in einem Rutsch durchlesen. Die düstere Atmosphäre hat mich gefangen genommen. Auch wenn mich der unausgeschmückte, fast schon sachliche Schreibstil der Autorinnen etwas ernüchtert hat, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Anna und dem Mädchen weitergeht. Als Leser weiß man natürlich, dass Anna in eine Falle getappt ist und ahnt von Anfang an, dass die Geschichte kein gutes Ende nehmen kann. Dass sie sich schlussendlich aber so dramatisch entwickelt, damit hätte ich nicht gerechnet. Zwei Abschnitte empfand ich, in Anbetracht des empfohlenen Lesealters, doch etwas brutal geschildert. Am meisten mitgenommen hat mich der Gesundheitszustand von Annas Bruder und in diesem Zuge mit ansehen zu müssen, wie machtlos die Familie ist.

Trotz der wenigen Seiten ist es den Autorinnen gelungen, die düstere, unheimliche Atmosphäre von Rökkurhæðir einzufangen und darzustellen. Einen Bezug zu den Figuren konnte ich aber nicht aufbauen und ich hätte mir wirklich ein paar Seiten mehr gewünscht. Die Geschichte hat, meines Erachtens, so viel Potenzial. Man hätte definitiv mehr aus ihr herausholen können.

Was es nun mit den Ruinen von Rökkurhæðir auf sich hat und wer oder was hinter dem unheimlichen Mädchen steckt, das müsst ihr selbst herausfinden. Auch wenn ich mir mehr von diesem Buch erhofft hatte, werde ich bald nach Rökkurhæðir zurückkehren. Der zweite Band der "Dämmerhöhe"-Reihe heißt "Eiskalt" und ist bereits erschienen. Obwohl die Geschichte rund um Anna (mehr oder weniger) zu einem Ende geführt wurde, bleiben für mich viele Fragen offen, die wohl erst in den Folgebänden beantwortet werden.

Für mich war "Lautlos" aufgrund des an einen guten Schulaufsatz erinnernden Schreibstils und der fehlenden Tiefe kein Lesehighlight. Punkten wiederum konnte der Reihenauftakt mit seiner düsteren Atmosphäre und seinem mystischen Setting. Entscheidet also selbst, ob ihr ein Ticket ins mystische Island löst, oder ob ihr euch lieber auf ein anderes Abenteuer begebt. 

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Tags: horror, islan, ruinen   (3)
 

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145 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

rom, persephone, mythologie, götter, griechische mythologie

Jenseits des Schattentores

Beate Teresa Hanika , Susanne Hanika
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 24.09.2015
ISBN 9783737352468
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Heute möchte ich euch etwas über ein Buch erzählen, das mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat.

Aurora lebt in Rom und hat sich, als wir in die Geschichte hineinstolpern, gerade mit ihrem Vater gestritten. Da sie ihre Mutter schon früh verloren hat, wuchs sie bei ihrem Vater auf und führt seitdem ein Leben, das auf uns Außenstehende ziemlich ungewöhnlich wirken mag. Von gleichaltrigen Freunden ist nie die Rede, lediglich von zwei Professoren, auf deren Anweisung sie durch ihre Heimatstadt jagt, um geheime Aufgaben zu erfüllen. Gleich zu Beginn durfte ich Aurora auf solch eine rätselhaften Mission begleiten und war sowohl total neugierig als auch ziemlich verwirrt, denn was es mit dem Rätsel auf sich hat, ist anfangs völlig unklar. Doch dieses Leben scheint Aurora nicht mehr zufriedenzustellen. Nach einem Streit mit ihrem Vater beschließt sie auszuziehen und, wie durch Zauberhand, fällt ihr, just in diesem Moment, ein Mitbewohner-Gesuch vor die Füße. Sie fackelt nicht lang und sucht die beschriebene Adresse auf. Dort öffnet ihr eine junge Frau namens Luna die Tür und es scheint, als hätte sie Aurora bereits erwartet. Kaum dass sie sich versieht, schlittert Aurora von einem Chaos ins nächste. Dass dann auch noch der unverschämt attraktive Leon auftaucht und ihr den Kopf verdreht, hat nicht nur mich als Leserin amüsiert, sondern auch die Griechische Göttin Persephone, die das Treiben von ihrem Turm aus beobachtet.

Genau diese zweite Perspektive ist es, die das Buch für mich so interessant und besonders macht. Persephone ist ein bisschen in die Jahre gekommen, hat Probleme mit sich und ihrem Leben und steckt offensichtlich in einer Midlife Crisis. Die junge Aurora kann sie jedoch ablenken. Gebannt sieht die Göttin dem Mädchen über die Schulter und kommentiert mit gespitzter Zunge das Geschehen. Es bleibt aber nicht beim bloßen Kommentieren, denn als sich die Ereignisse überschlagen, kann sie nicht anders als selbst einzugreifen.

Mit ihrem unnachahmlichen, intelligenten und bissigem Humor, haben sich die zwei Autorinnen direkt in mein Herz geschrieben. Ich genoss jede Seite, schmunzelte, schmachtete, kicherte, rätselte und fieberte mit. Selbst die fantastischen Elemente konnte ich akzeptieren und mich ganz der fesselnd-mitreißenden Schreibe hingeben.

Aber es war nicht nur der Schreibstil, der mich begeistert hat. Auch das Setting fand ich gelungen gewählt und äußerst atmosphärisch beschrieben. Ich konnte die Hitze Roms spüren und die Schauplätze direkt vor mir sehen. Die unterschiedlichen, teils skurrilen und außergewöhnlichen Charaktere haben die Geschichte ebenfalls bereichert, sodass der eigentliche Plot für mich in den Hintergrund gerückt ist. Mich störte es überhaupt nicht, dass man anfangs im Dunkeln gelassen wird und so gar nicht versteht, was sich dort gerade in Rom abspielt. Als die Geschichte schließlich an Fahrt aufnimmt, es rasant und richtiggehend actionlastig wird, wurde das Buch für mich zu einem rundum gelungenen Leseerlebnis.   

"Ihre Kindheit starb gerade. Genau in diesem Moment löste sich die schokoladensüße Sicherheit ihrer Jugend endgültig in Nichts auf, wurde mit Gewalt und Blut besudelt." (Zitat, Seite 201)

Meiner Meinung nach ist "Jenseits des Schattentores" viel mehr als bloß ein Romantasy Jugendroman. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser All Age Titel bei älteren Lesern sogar noch besser ankommt. Wer nicht nur Wert auf eine runde Geschichte legt, sondern sich zudem an einem tollen Schreibstil, gespickt mit einem spitzen und vielleicht etwas speziellerem Humor, erfreuen kann, der landet mit diesem Buch einen Glücktriff. Ich zumindest hatte eine unheimlich tolle und aufregende Zeit in Rom und möchte in Zukunft mehr Geschichten dieses großartigen Autorenduos lesen!

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

chaos, hoffnung, tod

Das verdammte Chaos im Mikrokosmos

Anke Weber
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 17.09.2015
ISBN 9783789151323
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich letztes Jahr mit "Regenbogenasche" mein erstes Buch der Autorin Anke Weber gelesen hatte, war mir klar, dass ich auch ihren nächsten Jugendroman verschlingen würde, der für September 2015 angekündigt war. Gesagt - getan.


Auch in ihrem neuen Jugendroman konfrontiert die Autorin ihre junge Heldin mit dem Thema Tod. Milla ist 16 Jahre alt und lebt seit dem frühen Unfalltod ihrer Eltern bei ihrem Großvater. Das Buch beginnt mit einer sehr berührenden Szene, in der Milla die Hand ihres verstorbenen Großvaters hält.

"Der Mond taucht die Welt in Silber. Meine Gedanken rasen durch die Atmosphäre. Ich sitze immer noch neben Opa. Seine Hand fühlt sich warm an. Aber das ist wahrscheinlich nur die Wärme meiner eigenen Hand, die sich überträgt. Bei Opa rast nichts mehr. Keine Gedanken und auch kein Herz. Alles still." (Seite 7)

Sie nimmt sich einen Moment für ihre Trauer, jedoch bleibt ihr dafür nicht viel Zeit. Wie geht es nun mit Milla weiter? Sie möchte weder in ein Heim noch zu einer Pflegefamilie. Während jeder andere an ihrer Stelle sicher sofort zum Telefon gegriffen hätte um die zuständigen Stellen zu informieren, trifft Milla eine andere Entscheidung. Kurzerhand begräbt sie ihren Großvater im Garten und verschweigt seinen Tod. Lediglich ihre beste Freundin informiert sie ein paar Tage später, als sie das Gefühl hat, der ganzen Situation nicht mehr standhalten zu können.

OK, ich kann euer Stirnrunzeln durchaus verstehen. Um dieses Buch lesen und lieben zu können, ist eine leichte Prise schwarzer Humor nötig. Die Vorstellung, dass ein junges Mädchen ihren toten Opa im Garten vergräbt, ist einfach zu absurd. Doch wer sich auf diese Idee einlässt, wird, wie bereits bei "Regenbogenasche", mit einer ganz besonderen Geschichte belohnt.

Diese besagte Geschichte nimmt ihren Lauf. Anfangs ist Millas neues Leben geprägt von Angst. Was ist, wenn ihre Lüge auffliegt? Doch mithilfe ihrer besten Freunde wächst sie in ihre neue Rolle hinein und baut sich ein buntes Lügengerüst zusammen. Mit viel Farbe verpasst sie ihrem Leben einen neuen Anstrich, ohne ihren Großvater dabei zu vergessen. Dass hier definitiv Ärger vorprogrammiert ist, das könnt ihr euch sicher denken. Wie Milla und ihre Freunde mit der skurrilen Situation umgehen und den kleinen & großen Problemen gegenübertreten, das ist nicht nur bemerkens- sondern auch sehr lesenswert.

Die Autorin erzählt eine sehr berührende aber auch hoffnungsvoll stimmende Geschichte, in der Freundschaft, Liebe, die Lust am Leben und natürlich der Tod sowie die mit ihm verbundene Trauer im Mittelpunkt stehen. Spätestens seit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" spielt der Tod, der bisher eher als Tabuthema gehandelt wurde, immer häufiger eine Rolle in aktuellen Jugendbüchern. Hierbei wird oftmals keine Hand vor den Mund genommen, nichts beschönigt sondern auch mal so richtig auf die Tränendrüse gedrückt. Anke Weber schreibt ebenso ehrlich, wählt in ihren Romanen jedoch einen anderen Weg, um ihren Leserinnen und Lesern die Themen Trauer, Verlust & Tod näherzubringen. Dabei erschafft sie unheimlich bewundernswerte Protagonisten, die man, ohne Umwege, direkt ins Herz schließen kann. Mit viel Farbe, Hoffnung und einer großen Portion Lebenslust staffiert sie ihre jungen Helden aus, die man als Leser staunend auf ihrem doch ziemlich steinigen Weg begleitet.

Anke Webers Humor muss man verstehen, das ist klar. So darf man sich auch nicht wundern, wenn in der zweiten Hälfte des Buches der krebskranke Tim auftaucht, den Milla in einem Bestattungsinstitut kennenlernt, wo dieser seine eigene Beerdigung plant. Morbide, skurril, absurd, schwarzhumorig - nennt es wie ihr wollt. Ich möchte euch die Autorin und ihre Bücher gern ans Herz legen. Mich konnte "Das verdammte Chaos im Mikrokosmos" ebenso begeistern wie "Regenbogenasche" zuvor, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Millas Geschichte etwas schleppender in Gang kommt. Ich liebe die Message, die wir Leser mit auf den Weg bekommen und werde hoffentlich immer ausreichend Farbe auf der Seele habe. Falls nicht, dann weiß ich jetzt zumindest zu welchem Buch ich greifen muss, um die Buntstifte wieder anzuspitzen.

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338 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 77 Rezensionen

amrum, thriller, flut, insel, arno strobel

Die Flut

Arno Strobel
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.01.2016
ISBN 9783596198351
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich ist er da, der neue Psychothriller von Bestsellerautor Arno Strobel. Als großer Fan seiner Bücher habe ich diesem Tag natürlich ganz besonders entgegengefiebert. Ich war unheimlich gespannt, hatte aber auch ein kleines bisschen Angst. Aufgrund der vielen Buchprojekte, an denen der Autor momentan arbeitet, hatte ich die Befürchtung, dass die Qualität eventuell der Quantität zum Opfer fällt. Ob dies tatsächlich der Fall ist, erfahrt ihr im Folgenden.

Die Geschichte von "Die Flut" wird aus 3 verschiedenen und unterschiedlich gewichteten Perspektiven erzählt. Am ausführlichsten lernen wir Julia & Michael kennen. Das Paar freut sich auf den gemeinsamen Kurzurlaub auf der Nordseeinsel Amrum, den es im Ferienhaus von und mit Michaels Kollegen Dr. Andreas Wagener und seiner Frau Martina verbringen wird. Gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes werden sie mit einem grausamen Mord konfrontiert, dessen Tatort sich in direkter Nähe zum Ferienhaus befindet. Nicht nur die zwei Paare, sondern auch die Einwohner der Insel, sind in heller Aufruhe. Die Sensationsgier wird durch Angst abgelöst, als ein weiterer Mord begangen wird, der dem ersten sehr ähnelt. Schnell ist klar, dass hier ein Psychopath am Werk ist, der es auf Paare abgesehen hat.

Hier kommt die zweite Perspektive ins Spiel, denn erst im späteren Verlauf tauchen zwei Kommissare auf, die die Ermittlungen aufnehmen. Der leitende Kommissar ist ein komischer Kauz und verleiht der Geschichte ein paar Ecken und Kanten. Nicht nur die Polizei, sondern auch der Leser, beginnt nun alles und jeden zu verdächtigen. Dem Autor gelingt es mithilfe geschickt eingestreuter Hinweise, den Kreis der Verdächtigen immer größer werden zu lassen, sogar der Kommissar selbst geriet für mich ins Visier. Da alle Figuren recht oberflächlich beleuchtet werden, baut man zu keiner von ihnen besondere Sympathien auf, so dass wirklich jeder der Täter sein könnte. Immer wieder habe ich die einzelnen Protagonisten hinterfragt und mich in die Irre führen lassen. Da ich jedoch von Strobels Psychothrillern nichts anderes gewohnt bin, hatte ich dabei und beim ständigen Beobachten der Figuren (ein bunter Mix aus sehr schräg, nervig, naiv, unheimlich und (zu) normal) eine große Freude. Dieses andauernde Grübeln und Verdächtigen macht das Buch übrigens unheimlich kurzweilig. Kaum hat man sich versehen, sind die nächsten 100 Seiten inhaliert.

Die dritte Perspektive, die uns bereits im Prolog vorgestellt wird und die auf keinen Fall fehlen darf, ist die des Täters. Was treibt diese Person zu den grausamen Morden an? Was geht in dem Kopf eines solchen Psychopathens vor? Die Ermittler sind sich sicher, der Täter ist unberechenbar und sehr intelligent, denn die Morde scheinen genau geplant und gut durchdacht zu sein. Für uns Leser ist von Anfang an etwas ganz anderes klar: auch unsere zwei Paare werden ins Visier geraten, nicht nur ins Visier der Polizei, sondern auch ins Visier des Mörders, der mit seiner perfekten Mordserie die Aufmerksamkeit der ganzen Welt gewinnen möchte.


Als ich in der Kurzbeschreibung gelesen habe, dass der Mörder sein weibliches Opfer bei Ebbe bis zum Kopf eingräbt und den Partner dabei zusehen lässt, wie die Flut kommt, wurde mir gleich ganz anders. Ich selbst kann es überhaupt nicht brauchen mit dem Kopf unter Wasser zu sein - so war ich mit meiner Panik ein gefundenes Fressen für den Autor und seinen Täter. Zum Glück verzichtet Arno Strobel auf Details bei der Beschreibung der Morde. Obwohl er die Taten weder ausschmückt noch verherrlicht, hatte ich dennoch beim Lesen den ständigen Drang nach Luft zu schnappen.

Spätestens beim Zuschlagen des Buches weiß man, warum auf dem Cover "Psychothriller" steht. Wer Action, wilde Schießereien, tiefgründige Charaktere oder eine anspruchsvolle Handlung erwartet, dem rate ich von diesem Titel ab. Wer jedoch nach einem Buch sucht, in das man beim Lesen regelrecht abtauchen kann, das einen alles um sich herum vergessen lässt, das einem eine kurzweilige, spannende und leicht amüsant-sarkastische Unterhaltung bietet und das mit der ein oder anderen Überraschung aufwarten kann, der sollte zugreifen und den Kurzurlaub auf Amrum buchen. Das Setting war für mich als gebürtiges Nordlicht übrigens ein zusätzliches Bonbon und eine gelungene Abwechslung zu all den Krimis & Thrillern, die im Großstadtmilieu spielen.


Bleibt zum Schluss nur noch eine Antwort auf meine Frage vom Anfang. Hat dieser Thriller, im Vergleich zu den anderen Titeln des Autors, an Qualität eingebüßt? Nein, ganz im Gegenteil! Ich hatte sogar das Gefühl, dass sowohl dieser Plot als auch seine Auflösung noch raffinierter durchdacht wurden. Ein absolut gelungener Titel, der mich bestens unterhalten hat!

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

loch ness, action + fun, inverness, richard dübell, zeitreise

Last Secrets - Das Rätsel von Loch Ness

Richard Dübell
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 10.09.2015
ISBN 9783833939259
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bevor wir uns näher mit dem Inhalt beschäftigen, möchte ich euch von der besonderen und sehr ansprechenden Aufmachung dieses Buches erzählen. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, in dem ich das Buch ausgepackt und staunend in den Händen gehalten habe. Das farblich großartig gestaltete Coverbild, welches sich einmal komplett ums ganze Buch zieht, weckte in mir direkt die Abenteuerlust, sodass ich gar nicht anders konnte, als sofort einen Blick ins Innere des Buches zu werfen. Das Vorsatzpapier ziert eine alte Karte von Schottland aus dem Jahre 1934. Auf dieser Karte liegen ein Schwarz/Weiß- Foto eines Ungeheuers, ein alter Fotoapparat, eine Zeitung sowie ein Schifffahrtsbillet. Blättert man weiter, befindet man sich direkt am Schottischen Loch Ness - zumindest suggeriert das die Zeichnung. Zudem bekommen wir ein paar kleine Erklärungen zu den schottischen Namen und ihrer Aussprache mit auf den Weg, was ich unheimlich gelungen finde. Das erste Kapitel trägt den Titel "Die Zeitmaschine" und wird durch eine schöne Illustration unterstützt. 

So viel zum ersten Blick ins Buch, wobei ich wirklich noch lange so weitermachen und über die tolle Aufmachung schwärmen könnte... na, vielleicht ganz sicher kommen wir später noch mal darauf zurück. Denn nicht nur die Optik hat etwas zu bieten, sondern auch der Inhalt.Die vier Freunde Franziska, Fynn, Lena und Cornelius ahnen noch nicht, dass ihnen ein großes Abenteuer bevorsteht, als die Zwillinge Franziska und Fynn eines Nachts von ihrem Ur-ur-ur-(...)-ur-Großvater träumen. Es ist kein Geringerer als Eugène Vidocq, der erste Detektiv der Welt, der seine Nachfahren um einen Gefallen bittet. Als ruheloser Geist muss er umherstreifen, da er die letzten großen Rätsel der Welt nicht lösen konnte. Hier kommen die vier Freunde ins Spiel, die natürlich ein aufregendes Abenteuer wittern und sich von ihrem Vorfahr mithilfe einer Zeitmaschine in die Vergangenheit katapultieren lassen. Ihre erste Aufgabe führt sie nach Schottland an den berühmten Loch Ness, um dort das Rätsel um das Ungeheuer, welches im See leben soll, zu lösen.


Schon als Kind habe ich solche Abenteuergeschichten unheimlich gern gelesen und auch als Erwachsene greife ich noch gern zu diesen Büchern, wenn die Geschichten so spannend und interessant erzählt werden, wie diese. Beim Lesen habe ich mich den jungen Nachwuchsdetektiven angeschlossen, dabei merkwürdige Gestalten kennengelernt und viel über den sagenumwobenen See erfahren. Immer wieder habe ich mir selbst die Frage gestellt, was es wohl mit Nessie auf sich hat. Was lauert da in den Tiefen des Sees? Gibt es das Ungeheuer etwa wirklich und was macht der Autor aus diesem Rätsel? Welche Erklärungen wird er finden? Doch bis all diese Fragen beantwortet wurden, war es noch ein langer Weg. Auf diesem Weg lernte ich die vier Freunde ein bisschen besser kennen. Alle vier haben unterschiedliche Eigenschaften, die sie auszeichnen. Der Autor zeigt hier klare Unterschiede auf, im selben Atemzug beweist er aber auch sehr schön, dass genau diese Unterschiede die Gruppe so stark machen.

Ob die vier Freunde auf des Rätsels Lösung kommen und ob sie dem alten Eugène Vidocq helfen können, das verrate ich natürlich nicht. Findet es selbst heraus, es lohnt sich.

Richard Dübell ist mit "Last Secrets - Das Rätsel von Loch Ness" ein spannender, abenteuerlicher und unheimlich interessanter Reihenauftakt gelungen. Ich bin mir sicher, dass er nicht nur viele junge Leser, sondern auch ältere Büchereulen begeistern kann. Da die Truppe aus Mädchen und Jungs besteht, werden sich sowohl junge Leserinnen als auch junge Leser mit den mutigen Nachwuchsdetektiven identifizieren können.

Mich hat fasziniert, dass der Autor viele wahre Begebenheiten, Fakten und Personen in seine fiktive Geschichte eingebaut hat. So habe ich hin und wieder das Buch zur Seite gelegt und mich an den Laptop gesetzt, um den ein oder anderen Namen zu googeln. Am Ende erklärt Richard Dübell in einer Nachbemerkung noch einmal, was genau erfunden ist und was den Tatsachen entspricht. Außerdem finden wir im Anschluss an die Nachbemerkung weiterführende Infos zu Eugène Vidocq (den es tatsächlich gab) sowie "Vidocqs Trainingscamp für Nachwuchsdetektive", einen Rätsel- und Quiz-Fragebogen für die jungen Leserinnen und Leser. Auf den letzten Seiten wartet auf sie noch ein ganz besonderes Highlight. Mit den beiliegenden Salzkrebschen-Eiern und dem Salzkrebschen-Futter können sie sich ihre echten, eigenen Urzeitkrebschen züchten. Wie genau das funktioniert wird ebenfalls ausführlich beschrieben. Ich bin wirklich angetan von dieser originellen Idee, die ganz bestimmt für viel Freude und Spannung in manchem Kinderzimmer sorgen wird.

Das Einzige, das mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist die Sprache. Hier konnte ich eindeutig die literarische Herkunft des Autors herauslesen, denn Richard Dübell wurde durch seine historischen Romane bekannt. Dass er hauptsächlich für erwachsene Leserinnen und Leser schreibt, ist mir in diesem Kinderbuch sofort aufgefallen. Meines Empfindens fehlen der Sprache und Erzählweise ein Spritzer Leichtigkeit und Frische. Damit meine ich nicht solche Ausdrücke wie "ritz" und "cool", die durchaus im Lauf der Geschichte mehrfach fallen, sondern vielmehr eine gewisse Leichtigkeit, ein bisschen mehr Elan und Pepp. Für Kinder, die gern und viel lesen, wird das kein Problem sein, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass lesefaulere Kids mit diesem Buch (trotz der genialen Beigabe und der tollen Aufmachung) nicht ganz so viel Freude haben. Dies ist aber bloß eine Vermutung, die ich aus eigenen Erfahrungen aufstelle.

Trotzdem hatte ich eine spannende Lesezeit! "Last Secrets - Das Rätsel von Loch Ness" ist nicht nur ein Abenteuerbuch, sondern vielmehr ein aufregendes Gesamterlebnis für Jung und Alt. Aufgrund der vielen wahren Fakten bietet das Buch, neben einer fesselnden Geschichte, auch ein bisschen Hintergrundwissen im Bereich Geschichte und Erdkunde, welches den Kindern beim Lesen leicht vermittelt wird. Die schönen Illustrationen und Fotos unterstützen die Geschichte und bieten immer wieder die Möglichkeit, eine Lesepause einzulegen und auf Entdeckungsreise zu gehen.Schon jetzt freue ich mich sehr auf den zweiten Band dieser Reihe und bin gespannt, welches Rätsel unsere 4 Nachwuchsdetektive dann lösen müssen.

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545 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

thriller, amnesie, fremd, poznanski, ursula poznanski

Fremd

Ursula Poznanski , Arno Strobel , Hafen Werbeagentur
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 30.10.2015
ISBN 9783805250849
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei Menschen, die sich eigentlich sehr nahe sein sollten, sind sich von einer Sekunde auf die andere vollkommen fremd. Auf der einen Seite haben wir Joanna, die reiche Tochter eines australischen Multimillionärs, die vor einiger Zeit ihre Familie und ihr Land verlassen hat, um sich in Deutschland als Fotografin ein eigenes Leben aufzubauen. Sie lebt allein in einem schönen Haus und muss eines Tages einen wahren Albtraum durchleiden. Ein fremder Mann dringt in ihr Haus und ihr Leben ein, doch ihre erste Vermutung, es könnte sich um einen Einbrecher handeln, der es auf ihr Vermögen abgesehen hat, bewahrheitet sich nicht. Es kommt viel dramatischer.

Auf der anderen Seite haben wir Erik, einen erfolgreichen und engagierten Geschäftsmann, der sich vor einem Jahr Hals über Kopf in eine attraktive Fotografin verliebt hat und sich seitdem zu den glücklichsten Männern der Welt zählen kann. Er und Joanna sind ein Traumpaar wie es im Buche steht, bis zu dem Tag, an dem Erik nichtsahnend nach Hause kommt und von seiner Verlobten für einen Einbrecher gehalten wird. Er versteht die Welt nicht mehr, ebenso wenig wie Joanna. Sie ist sich sicher, Erik noch nie gesehen zu haben und glaubt an einen bösen Scherz, als er sich als ihr Verlobter ausgibt. Auch Erik kann nicht verstehen, welches Spielchen seine Joanna mit ihm spielt, denn all seine Sachen scheinen aus dem gemeinsamen Haus verschwunden zu sein. Keinerlei Anzeichen dafür, dass in diesem Haus ein glückliches Paar lebt.

An dieser Stelle muss sich der Leser entscheiden: Wer sagt die Wahrheit und wer lügt?

Wir bekommen die Möglichkeit uns beide Seiten anzuschauen und abwechselnd, mal an Joannas und mal an Eriks Gedanken und Gefühlen teilzuhaben. Die Kapitel sind kurz und knackig gehalten, teilweise überlappen sich die Inhalte, sodass man ein und dieselbe Situation direkt aus beiden Perspektiven erleben kann. Beide Protagonisten kann man verstehen, ihre Gedanken, Ängste und Selbstzweifel sind absolut nachvollziehbar. Umso schwerer fällt es einem, hier den Durchblick zu behalten und sich auf eine Seite zu schlagen.

Obwohl sich Joanna und Erik total fremd zu sein scheinen, hat man das Gefühl, dass sich die zwei Autoren umso besser kennen. Beide Perspektiven gehen fließend ineinander über, man hat nie das Gefühl zwei Bücher zu lesen, sondern eine runde Geschichte. Wenn man genau liest, merkt man, dass sich beide Autoren in ihrer Erzählweise unterscheiden, trotzdem lesen sich die einzelnen Kapitel nicht komplett unterschiedlich. Ursula Poznanski und Arno Strobel ergänzen sich großartig und schreiben sich gegenseitig den Ball zu. Ich hatte nicht das Gefühl, dass einer von ihnen das Projekt zu "seinem" Projekt machen oder der Geschichte den eigenen, persönlichen Stempel aufdrücken wollte. Ganz im Gegenteil.

Die Grundidee dieser Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Was für eine geniale Idee, in der so viel Potenzial steckt. Die Richtung, die der Plot schlussendlich eingeschlagen hat, hat mich überrascht und ein bisschen enttäuscht. Gern hätte ich den Fokus auf das Zwischenmenschliche gelegt und die Geschichte "im kleinen Rahmen" abgehandelt. Hier wird jedoch ein viel größerer Bogen geschlagen, die Story gewinnt an Größe, Action und Lärm. Auf der einen Seite hat mir insbesondere der mehr als aktuelle Bezug sehr gefallen, auf der anderen Seite ist mir die Geschichte irgendwie entglitten. Das Gefühl, das ich anfangs beim Lesen hatte, ausgelöst durch die spürbaren (Selbst-)Zweifel der Protagonisten, ihre Angst, ihre Panik, ihr merkwürdiges Verhalten, ging verloren. Trotzdem bekam ich einen spannenden sowie dramatischen Showdown zu lesen, mit dem die Autoren direkt Bilder vor mein inneres Auge projizieren konnten. Ein Blockbuster, in dem eine große Explosion und zwielichtige Verbrecher-Typen nicht fehlen dürfen.

Wer am Ende aufatmet, der hat den Epilog noch nicht gelesen. Die letzten Seiten jagen einem, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Ereignisse, einen kalten Schauer über den Rücken und regen zum Nachdenken an.

Mit "Fremd" hat das Autorenduo Poznanski & Strobel bewiesen, dass es auch gemeinsam einen spannenden Thriller-Bestseller schreiben kann. Dabei ist es beiden Autoren gelungen, gemeinsam eine Geschichte zu erzählen, sie aus zwei verschiedenen, gleich gewichteten Perspektiven zu betrachten und währenddessen doch nie den gemeinsamen Weg zu verlassen. Spannend, kurzweilig, rasant und mit Gänsehautfaktor dank aktuellem Bezug. Auch wenn ich von diesem Pageturner etwas anderes erwartet hatte, habe ich Blut geleckt und möchte mehr von Stronanski (oder Pozbel?) lesen!

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106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

glück, liebe, roman, berlin, eifersucht

Die erstaunliche Wirkung von Glück

Susann Rehlein
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.12.2015
ISBN 9783832198060
Genre: Romane

Rezension:

"Eine skurrile Hausgemeinschaft, eine bezaubernde Außenseiterin und die große Liebe" 

(Zitat Klappentext)

Unsere bezaubernde Außenseiterin heißt Dorle. Dorle lebt sehr zurückgezogen im Souterrain eines Mehrfamilienhauses. Den einzigen Kontakt, den sie außerhalb ihrer vier Wände pflegt, ist der zu ihrem Mettbrötchenverkäufer. Ansonsten bekommt sie regelmäßig Besuch von Joe, der sie mit Heimarbeit versorgt und zu dem sie ein ganz besonderes Verhältnis hat.

Auf einen Außenstehenden mögen Dorles Lebensumstände merkwürdig und armselig wirken, doch Dorle hat dieses Leben akzeptiert, hält an ihren Gewohnheiten fest und weiß diese zu schätzen. Auch wenn sie von der Hausgemeinschaft als unbezahlter Concierge missbraucht wird, und ihre täglichen Liegestützen unter ihrem Wohnzimmertisch macht, fügt sie sich ihrem Schicksal, bis zu dem Tag, an dem überraschend die 84-jährige Annegret Sonne in ihr Leben tritt. Die rüstige, sehr lebensbejahende alte Dame wohnt im 5. Stock des herrschaftlichen Hauses und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Dorle aus ihrem kleinen Kellerloch herauszuholen, was sie schlussendlich buchstäblich tut. Sie lädt die junge Frau in ihre Wohnung ein und bittet sie, diese zu hüten, während sie eine 3-monatige Reise antritt. Erste Bedingung: Dorle darf sich nicht länger von der Hausgemeinschaft ausnutzen und als Fußabtreter missbrauchen lassen.

Da Dorle nicht "nein" sagen kann und doch ein wenig Neugierde verspürt, findet sie sich kurze Zeit später zwischen leckeren Pralinen, Klangschalentherapien, einem cleveren schwarzen Kater und einem ständig ratternden Fax wieder, das immer neue Aufträge und Anweisungen von Frau Sonne ausspuckt. Jene lockt Dorle nicht nur aus ihrer Wohnung heraus, sondern zeigt ihr zudem ganz nebenbei, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn man auch mal an sich selbst denkt.

Die Zeit an Dorles Seite hat mir unheimlich gut gefallen. Auch wenn es am Anfang nicht leicht war, die zurückgezogene, weltfremde und sich ständig aufopfernde junge Frau zu verstehen, schloss ich sie schnell ins Herz. Die Wandlung, die sie auf ihrem aufregend-steinigen Weg durchmacht, hat mich sehr berührt. Besonders beeindruckt hat mich dabei, dass sie sich zwar weiterentwickelt, jedoch nie ihre Wurzeln und ihr bisheriges Ich vergisst. Sie wird kein komplett neuer Mensch, sondern beginnt, sich selbst und ihre Mitmenschen besser und vielleicht auch von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.

Mein Highlight in diesem Roman waren die vielfältigen, teils schrulligen, teils schillernden Charaktere. Sehr scharf skizziert mögen sie auf den ein oder anderen Leser vielleicht zu übertrieben wirken, mich haben sie alle restlos begeistert. Nicht nur Joe hat bereits mit seinem ersten Auftreten mein Herz im Sturm erobert, sondern auch der kleine Kasimir mit seinem Dackel oder der alte, frisch verliebte Herr von Stottow. Brillante Figuren, Dorle inkludiert, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Lasst mich zum Schluss noch den jugendlich-spritzigen und doch sehr klugen und wortgewandten Schreibstil der Autorin Susann Rehlein loben. Er hat mich direkt abgeholt und mir trotz seiner Leichtigkeit das Gefühl gegeben, einen doch etwas anspruchsvolleren Roman zu lesen. Zwischendurch wendet sie sich sogar direkt an ihre Leser und übernimmt die Rolle des Erzählers. So hatte ich sie beim Lesen stets als Vorleserin, in einem großen, roten Ohrensessel sitzend, vor Augen, wie sie hin und wieder ihr Buch zuschlägt und ihre Leser auf einzelne Figuren hinweist oder das Gelesene kommentiert.

"Die erstaunliche Wirkung von Glück" war für mich wie ein moderner Aschenputtel-Roman, der mir als Lesehighlight im Oktober die ersten düsteren und verregneten Herbsttage versüßt hat.

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400 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 112 Rezensionen

wesen, thriller, horror, bird box, endzeit

Bird Box - Schließe deine Augen

Josh Malerman , Fred Kinzel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 16.03.2015
ISBN 9783764531218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stell dir vor, du müsstet dir - von heut auf morgen - deine Augen verbinden, weil draußen vor der Tür etwas Schreckliches lauert. Wer "es" gesehen hat, wird wahnsinnig, kann das Gesehene nicht ertragen und tötet sich schließlich selbst.

Plötzlich ist es dunkel, die noch lebenden Menschen verbarrikadieren sich in ihren Häusern, niemand geht mehr auf die Straße und das Leben kommt zum Erliegen. Der Kontakt zu deinen Verwandten und Freunden ist abgebrochen, du hast geliebte Menschen sterben sehen und nun bist du allein. Doch was ist, wenn deine Vorräte zur Neige gehen, die Strom- und Wasserversorgung zusammenbricht und es schlicht und ergreifend ums nackte Überleben geht? Öffnest du deine Augen? 

Genau diesem Szenario muss sich unsere Protagonistin Malorie stellen. Sie ist gefangen in ihrem eigenen Haus, musste dabei zusehen, wie ihre Schwester dem Wahnsinn zum Opfer fiel und trägt ab sofort nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für ihr ungeborenes Kind.
Diese Situation liegt 5 Jahre zurück. Während Malorie ihre waghalsige Flucht vorbereitet, blickt sie immer wieder zurück. Ihre Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der Autor wechselt kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart und baut mit kleinen Cliffhangern an den jeweiligen Enden der kurzen Kapitel direkt Spannung sowie ein gutes Lesetempo auf.

Besonders gefallen haben mir in dieser Geschichte die Horrorelemente, die der Debütautor geschickt in die Handlung einbaut. Genau diese sind es, die das Buch von anderen Spannungsromanen oder Thrillern abheben. Die Atmosphäre ist stets düster, beklemmend und unheimlich. Vor allem wenn Malorie die Augen verbunden hat und genauso wenig sieht wie wir Leser, kroch mir die Gänsehaut über die Arme und ich fühlte mich beobachtet.

Malorie hat mir als Hauptcharakter nicht ganz so gut gefallen. Mir fiel es schwer einen Zugang zu ihr zu finden. Ihr Mut hat mich zwar beeindruckt, aber trotzdem blieb sie auch im Fortlauf der Geschichte zu blass, unnahbar und irgendwie auch unsympathisch.

Hat man sich erstmal an das düstere Szenario gewöhnt, lässt der Grusel relativ schnell wieder nach. Ich persönlich führe das auf die Längen zurück, die mir den Mittelteil des Buches als etwas zu langweilig gestaltet haben. Als im letzten Viertel wieder etwas Fahrt aufkam und die Gefahr unmittelbar greifbar wurde, konnte ich sie auch wieder spüren und fieberte mit.

Wie lang kann Malorie in ihrem Haus ausharren? Wem begegnet sie auf ihrer Flucht und wem kann sie vertrauen? Was wird aus ihrem ungeborenen Baby? Und was genau lauert vor ihrer Tür? Wird sie die Augen öffnen und nachsehen?

Für meinen Geschmack hätte Josh Malerman insbesondere im Mittelteil noch einen draufsetzen können, um seinen Lesern ein fesselndes Horrorabenteuer zu schenken. Unnötige Längen haben in einer Geschichte dieses Genres einfach nichts zu suchen. Die Grundidee zu "Bird Box", die von Malerman heraufbeschworene beklemmende Atmosphäre sowie sein emotionsloser und gleichzeitig (zu mancher Zeit) packender Schreibstil haben mir jedoch sehr gut gefallen, sodass ich "Bird Box" als unheimlichen Spannungsroman in Erinnerung behalten werde, den man zwar lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss. Für Halloween würde ich dann doch eher einen verlässlicheren Grusel-Schmöker empfehlen.

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440 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 124 Rezensionen

liebe, zeugenschutzprogramm, jugendbuch, eva völler, kiss & crime

Kiss & Crime - Zeugenkussprogramm

Eva Völler
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.08.2015
ISBN 9783846600153
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Für mich war das "Zeugenkussprogramm" eine Leseenttäuschung. Im ersten Moment klang die Kombination aus Kiss & Crime, also aus Romantik und Spannung, sehr interessant, sodass ich mich richtig auf die Geschichte rund um die 17-jährige Emily und den Personenschützer Pascal gefreut habe. Die Autorin Eva Völler fackelt auch nicht lange und schubst ihre LeserInnen direkt ins Geschehen. Der leicht zu lesende, humorvolle, jugendliche und mitreißende Schreibstil der Autorin hat mir von Anfang an unheimlich gut gefallen. Sie hält sich nicht an tempo-raubenden Erklärungen auf, sondern lässt wichtige Hintergrundinfos wie z.B. zu den einzelnen Charakteren nebenbei in den Erzählfluss mit einfließen. 

Kurz angerissen: es geht um Emily, die von heut auf morgen mit ihrer Familie, d.h. mit ihrer Mutter, ihrer Oma und ihrem Hund, im Zeugenschutzprogramm landet, da der aktuelle Lover ihrer Mutter ordentlich Dreck am Stecken hat und deshalb eines Abends bewaffnete Ganoven vor der Tür stehen, die vom Gebrauch ihrer Schusswaffen nicht zurückschrecken. Die Familie wird von dem wahnsinnig gut aussehenden Personenschützer Pascal betreut. Als Leser wissen wir von Anfang an, dass Emily ein Auge auf ihn geworfen hat, aber sie selbst will es sich natürlich nicht eingestehen. Sie stempelt ihn als Macho ab und doch himmelt sie ihn hinter verschlossenen Türen immer wieder an. 
Wie sollte es anders sein, die Ganoven bleiben der Familie auf den Fersen, es gibt den ein oder anderen spannenden Moment und gegen Ende auch die ein oder andere Überraschung, welche für mich persönlich jedoch absolut vorhersehbar waren. 

Insgesamt wirkte Emily mit ihrem Verhalten auf mich eher wie eine pubertierende 14-jährige und nicht wie "fast erwachsen". Da sie ein Einzelkind und mit einer schrägen Mutter sowie ohne Vater aufgewachsen ist, hätte ich ihr in dem Alter mehr Selbstständigkeit zugetraut. Die Story bedient sich, meiner Meinung nach, vieler Klischees und ist stellenweise so unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen... In einem Kinderbuch kann man so vorgehen, doch von einem Jugendbuch, das ab 14 Jahren empfohlen wird und das eine 17- später sogar 18-jährige Protagonistin hat, hätte ich mehr erwartet.

Sämtliche Figuren waren mir unsympathisch, einzige Ausnahme und somit ein kleiner Lichtblick: Emilys Oma, die immer mal wieder durchs Bild huscht und ihre vor Kitsch und Herzschmerz triefenden Liebesromane diktiert. Emily, die mit ihrer Familie in Lebensgefahr schwebt und es nicht für nötig hält, ihre Mutter über einschneidende Erlebnisse zu informieren, war für mich ebenso unsympathisch und oberflächlich wie ihre Mutter, die sich selbst vor alle anderen stellt und zum Schluss Pascal, von dessen Machogehabe, das im Klappentext so intensiv versprochen wird, ich gar nicht so viel mitbekommen habe. 

Ihr merkt, ich bin weder Pascal noch dem Zeugenkussprogramm verfallen. Für jüngere Mädels zwischen 12 und 14 Jahren mag das Buch vielleicht sehr lesenswert und prickelig-spannend sein, von mir gibt es heute aber keine Leseempfehlung.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

humor, taxi, berlin, roadtrip, florian herb

Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg

Florian Herb
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.07.2015
ISBN 9783548286969
Genre: Humor

Rezension:

Dieses Buch konnte mich vor Kurzem ganz besonders überraschen. Auf den ersten Blick suggeriert das Cover eine seichte 0815-Roadtrip-Komödie, doch in "Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg" steckt so viel mehr! Es ist eine Liebeserklärung ans Leben, eine Geschichte über Freiheit, Freundschaft, Familie und die Liebe zu sich selbst, aufgelockert durch einen humorvollen und wunderschönen Roadtrip von Berlin über Paris und Barcelona nach Andalusien. Diese längste Taxifahrt meines Lebens durfte ich mit der 60-jährigen Lotto-Gewinnerin Klara Lüdtke und dem 26-jährigen Berliner Taxifahrer Alvaro erleben - zwei wunderbare, liebenswerte Protagonisten, die ich schnell ins Herz schließen konnte. 

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Tags: berlin, freiheit, humor, lottomillionär, paris, roadtrip, taxifahrt   (7)
 

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482 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 139 Rezensionen

sophie kinsella, familie, schau mir in die augen audrey, sonnenbrille, audrey

Schau mir in die Augen, Audrey

Sophie Kinsella ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 20.07.2015
ISBN 9783570171486
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Schau mir in die Augen, Audrey" ist das erste Jugendbuch der Bestsellerautorin Sophie Kinsella, die sich bereits vor Jahren mit ihrer Shopaholic-Reihe in viele Leserherzen geschrieben hat. Ich war sehr gespannt auf ihre erste Geschichte für jüngere Leser, zumal die Kurzbeschreibung vermuten ließ, dass wir es hier nicht nur mit einem ausschließlich lustigen Roman zu tun bekommen.

Bevor sich Sophie Kinsella jedoch dem ernsten Thema des Buches annimmt, lädt sie ihre Leser ein, ein paar Tage am Familienleben der Turners teilzunehmen. Sie stellt uns die 14-jährige Audrey an die Seite, die die Geschichte luftig, locker, leicht und humorvoll erzählt. So lernen wir gleich zu Beginn Audreys älteren Bruder Frank kennen, der seine Freizeit am liebsten zockend vorm PC verbringt und deshalb seinen Augen nicht traut, als seine besorgte Mutter, die auf die Erziehungstipps aus Elternratgebern und der Daily Mail schwört, den Computer zum Fenster hinauswerfen möchte. Nicht nur Audrey beobachtet das Geschehen, sondern auch - mit weit aufgerissenen Augen - ihr kleiner, 4-jähriger Bruder Felix und ihr Vater, der in diesem Moment wohl lieber woanders wäre, dann aber doch Angst um sein Auto bekommt, das direkt unter dem geöffneten Fenster steht. Willkommen im chaotischen Alltag der Familie Turner. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und es mir zwischen den Seiten gemütlich gemacht.
Schnell musste ich jedoch lernen, dass ich Audrey nicht ZU nahe kommen darf. Die große, dunkle Sonnenbrille trägt das Mädchen nämlich nicht rund um die Uhr um besonders cool auszusehen oder sich gar vor der blendenden Sonne zu schützen. Nein, Audrey leidet unter einer sozialen Phobie und Angstzuständen, die ihren Ursprung in einem Erlebnis in ihrer Vergangenheit haben. Obwohl die Geschichte ihren leichten, humorvollen Charakter nicht verliert, lernen wir die dunklen Schattenseiten von Audreys Krankheit kennen. Jeder Tag ist ein neuer Kampf für das junge Mädchen. Täglich muss sie gegen Vorurteile aber vor allem auch gegen sich selbst und erbarmungslose Rückschläge kämpfen.

Mit dem plötzlichen Auftreten von Linus, Franks Zocker-Kumpel, beginnen Audreys Augen hinter der Sonnenbrille jedoch wieder zu strahlen. Es war herzallerliebst, die vorsichtigen Annäherungsversuche zwischen den beiden zu beobachten. Zusammen mit Audrey habe ich dem nächsten Besuch von Linus entgegengefiebert. Schüchtern und behutsam - dann aber ein bisschen zu schnell. Auf der einen Seite fand ich Audreys Optimismus und Kampfeswille sehr beeindruckend, auf der anderen Seite ging mir die Entwicklung zu schnell, sodass sie für mich ein Stück weit an Glaubwürdigkeit verlor.

Trotzdem hat es mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Alle Charaktere waren wirklich herzallerliebst und machten es einem leicht, sie bereits nach wenigen Seiten ins Herz zu schließen.
Sophie Kinsella hat eine wunderbar-humorvolle & leichte Art zu schreiben, die ihre Leser nur so durch die Seiten fliegen lässt. Aufgelockert werden Audreys Erzählungen durch die abgedruckten Drehbuch-Seiten ihrer Familien-Doku inkl. Regieanweisungen und dem ein oder anderen kuriosen Dialog, der mit der Kamera eingefangen wird. Eine tolle Idee!

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322 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 121 Rezensionen

thriller, mord, falle, isolation, psychothriller

Die Falle

Melanie Raabe
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 09.03.2015
ISBN 9783442754915
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was muss passiert sein, dass du dich elf Jahre in deinem Haus abschottest? Was muss passieren, dass du es wieder verlässt?


Mit einem vorfreudigen Bauchkribbeln riss ich den Umschlag auf und hielt es endlich in der Hand - mein Exemplar des neuen Romans von Melanie Raabe. Vor gut einem Jahr hat mich ihr Debüt "Die Hässlichen" (erschienen bei epubli, 2014) restlos begeistert (HIER könnt ihr mich über das Buch blubbern hören). Ich war mehr als angetan von ihrer ganz speziellen und besonderen Art zu erzählen. Mutig, jung, selbstbewusst und irgendwie anders. Deshalb schwor ich mir, alle ihrer nachfolgenden Bücher zu lesen, denn ich wusste, hier hatte ich einen Diamanten gefunden.

Der btb Verlag kündigte "Die Falle" als Spitzentitel seines Frühjahrsprogrammes an - zu recht, wie ich schnell feststellen durfte. Nach "Die Hässlichen" war meine Erwartungshaltung sehr hoch angesetzt und obwohl ich auf Melanie Raabes Talent vertraute, blieb ein kleines bisschen Angst vor einer Enttäuschung zurück.


"Diese Villa ist meine Welt. Das Kaminzimmer ist mein Asien, die Bibliothek mein Europa, die Küche mein Afrika. Nordamerika liegt in meinem Arbeitszimmer. Mein Schlafzimmer ist Südamerika, und Australien und Ozeanien liegen auf meiner Terrasse. Nur ein paar Schritte entfernt, aber vollkommen unerreichbar. "Zitat, Seite 6
Ich schlug das Buch auf, las die ersten Sätze und hörte die Falle bereits an dieser Stelle leise zuschnappen. Das kleine Bisschen Angst war sofort vergessen, als ich den Boden unter meinen Füßen verlor und mich in die aufwühlende Geschichte hineinziehen ließ. Schon auf den ersten Seiten lullte mich Melanie Raabes farbenprächtiger und intensiver Schreibstil erneut ein. Welch fantastische Beobachtungsgabe muss diese Frau haben, um aus einem einfachen Blick aus dem Fenster so ein gewaltiges, spür-, hör- und riechbares Szenenbild zu erschaffen?

Da die Kurzbeschreibung schon sehr gut verrät, worum es in dieser Geschichte geht, möchte ich zum eigentlichen Inhalt gar nicht mehr viele Worte verlieren. 
Aufgrund der gewählten Erzälperspektive (Ich-Erzählerin im Präsens) fiel es mir von Anfang an sehr leicht, mich auf die Protagonistin und ihre Gedanken einzulassen, auch wenn sie auf den Betrachter von außen alles andere als normal oder einfach wirkt. Die Isolation hat aus der Bestsellerautorin Linda Conrads einen neuen Menschen gemacht - einen Menschen, der in seiner ganz eigenen Welt lebt, einen Menschen, der viel nachdenkt, der zwar mehr als zurückgezogen lebt aber dennoch nicht komplett einsam ist, einen Menschen, der vielleicht einen Teil von sich verloren, sich aber noch nicht komplett aufgegeben hat. Einen Menschen, der nach einem festgelegten Tagesablauf lebt, einen Menschen, der verlassen wurde und doch nicht daran zerbrochen ist. Einen Menschen, der zwar immer noch sehr an seiner Vergangenheit und seiner Krankheit zu knabbern hat, der aber doch besser zurecht kommt, als man vermuten kann, bis zu diesem einen Tag ...


"Meine Welt ist nicht weit, aber meine Welt ist sicher. Zumindest dachte ich das."Zitat, Seite 6
Die Spannung baut sich langsam auf, während wir Linda Conrads näher kennen lernen und einen Blick in ihre traumatische Vergangenheit werfen. Um die Ereignisse aus der Nacht, in der Lindas Schwester ermordet wurde, zu rekonstruieren, hat die Autorin eine zweite, ebenfalls sehr besondere Erzählperspektive gewählt. Anhand kleiner Auszüge aus dem neuen Romanprojekt ihrer Protagonistin, erfuhr ich, was damals dazu führte, dass sich die lebenslustige Linda komplett von ihrem Umfeld isolierte.


"Schreiben ist für mich wie duschen oder zähneputzen. Ja, man könnte fast sagen, es gehört zu meiner täglichen Hygiene. Wenn ich nicht schreibe, fühle ich mich, als würden alle meine Poren verstopfen. "Zitat, Seite 140
Unglaublich, wie es der Autorin im Verlauf der Geschichte immer wieder gelungen ist, mich zu überraschen aber auch zu verwirren. Ich fieberte, zweifelte und bangte mit, Seite für Seite, bis es schließlich zum Showdown kam. Dieser war für mich nicht ganz so passend und hatte den faden Beigeschmack einen 0815-Krimis. Doch auch wenn mich das Ende nicht zu 100% überzeugen konnte, zählt für mich der Weg, der zum Finale führte und dieser war bemerkenswert. Zu jeder Zeit spannend, überraschend, gut durchdacht, aufwühlend, fesselnd und wortgewandt.


"Das Schlimmste ist der Zweifel. Ein kleiner Zweifel bleibt immer zurück. Das ist das Schlimme. Der Zweifel ist wie ein Stachel, den man einfach nicht zu packen bekommt."Zitat, Seite 232
Früher war ich ein riesengroßer Fan der Spannungsromane von Joy Fielding, habe den neuen aber seit einigen Jahren abgeschworen, da sie mich nicht mehr überzeugen konnten. Das fesselnde Leseerlebnis, das mir die alten Fieldings früher nächtelang geschenkt haben, durfte ich in Melanie Raabes "Die Falle" wiederfinden, natürlich moderner, frischer und (nicht nur) sprachlich eine Spur besser. 

Mit diesem Buch springt die junge Autorin selbstbewusst in die hell erleuchtete Literatur-Manege und lässt uns mit der festen Überzeugung zurück, dass wir in den kommenden Jahren mit weiteren Spitzentiteln, alle versehen mit dem gewissen, persönlichen Sprach- und Erzählstempel von ihr, rechnen dürfen! Chapeau, Melanie Raabe! Weiter so!

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967 Bibliotheken, 21 Leser, 6 Gruppen, 163 Rezensionen

liebe, außenseiter, mobbing, jugendbuch, erste liebe

Eleanor & Park

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 02.02.2015
ISBN 9783446247406
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Eleanor & Park" waren bereits vor ihrem Erscheinen in Deutschland auf einigen Blogs anzutreffen und die Stimmen zu dieser ganz besonderen Liebesgeschichte klangen uneingeschränkt positiv. So konnte auch ich mich dem Zauber, der von diesem Buch ausgeht, nicht entziehen und setzte mich neben Eleanor & Park in den Schulbus. 

Abwechselnd gewähren uns die zwei jungen Protagonisten Einblicke in ihren Alltag und erzählen uns ihre Geschichte. Eleanor & Park sind sich weder ähnlich noch stammen sie aus vergleichbaren Familienverhältnissen, ganz im Gegenteil - sie leben in unterschiedlichen Welten - und doch haben sie eine große Gemeinsamkeit: sie sind Außenseiter. Während Park trotzdem mehr oder weniger von seinen Mitschülern geduldet wird, manövriert sich die pummelige Eleanor allein aufgrund ihrer schrägen Klamotten und ihrer roten Wuschelmähne schnell ins Abseits und fungiert als neue Zielscheibe. 

Hautnah erleben wir Parks inneren Konflikt, als sich "die Neue" im Bus neben ihn setzt. Hat er sie eben noch aus der Schusslinie gerettet, rempelt er sie im nächsten Moment an um ja nicht den Anschein zu erwecken, er könnte mit der Neuen sympathisieren. Das tut er natürlich auch nicht, denn Eleanor ist so komisch, so schräg und doch so interessant. Es merkt doch keiner, wenn er langsamer durch seinen Comic blättert, damit Eleanor mitlesen kann, oder? Wir beobachten eine ganz zarte und vorsichtige Annäherung der beiden, die so gefühlvoll, zuckersüß und echt beschrieben wird. 


"Die Musik auf der Kassette hatte was. Sie war anders. Reizte ihre Lunge und ihren Bauch. Sie hatte was Aufregendes, Irritierendes. Sie gab Eleanor das Gefühl, als wäre alles, die ganze Welt, anders, als sie gedacht hatte. Und das war gut. Das war das Größte."
(Seite 65)
In Rainbow Rowells Schreibstil konnte ich mich regelrecht fallen lassen. Ein bisschen frech und jung, ein bisschen verspielt und im nächsten Moment sehr gefühlvoll, wenn auch schnörkellos und unausgeschmückt. Eleanor und Parks Geschichte benötigt weder Schmuck noch Schnörkel, sie wird pur, direkt und ehrlich erzählt, mit ein paar heimlich an den Rand gekritzelten Herzchen.

Nicht nur Park darf schließlich einen Blick hinter Eleanors Fassade werfen, auch mir öffnete sie das Fenster zu ihrem Kinderzimmer, in welches sie sich mit ihren kleinen Geschwistern zurückzieht, wenn es im Wohnzimmer mal wieder laut wird. Denn so wie in der Schule muss das Mädchen auch zu Hause einiges über sich ergehen lassen. Zuhause, eigentlich ein Rückzugsort, an dem sie Schutz, Rückhalt und Hilfe finden sollte, doch auch hier regieren Chaos und Angst. Fassungslos sah ich dabei zu, wie Eleanor ihren Alltag trotz alledem meistert und welche Wandlung sie mit Park an ihrer Seite durchlebt.

"Sie wollte sich in ihm verlieren. Seine Arme um sich schlingen wie einen Druckverband."(Seite 180)
Aber auch Park ist für mich ein sehr bewundernswerter Charakter, der über sich hinauswächst und eine Wandlung durchmacht. Er zeigt unheimliche Stärke, beweist großen Mut und wird in dieser Geschichte für viele junge aber auch für alle älteren Leser zum Vorbild.

Ich bin begeistert von diesem Buch, das für seine Leser so viel bereithält. Ich mag seinen Witz, seine Leichtigkeit, sowie die vielen Schmunzelmomente, aber ebenso beeindrucken mich seine Tiefe, seine Schattenseiten und seine Ehrlichkeit. Es ist toll, dass dem Leser mit dieser Geschichte nicht nur viel geboten, sondern auch viel zugetraut wird.

Ein Jugendbuch nach meinem Geschmack: erfrischend, süß, nerdig, traurig, schön, authentisch und berührend. In diese Geschichte kann ich mich fallen lassen, mich verlieben und erst wieder aus ihr auftauchen, wenn die letzte Seite umgeblättert ist.

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224 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

mobbing, liebe, tagebuch, lehrer, schule

Sternschnuppenstunden

Rachel McIntyre , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 20.02.2015
ISBN 9783734850073
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich möchte gar nicht viele Worte über dieses besondere Buch verlieren, möchte es nicht auseinandernehmen oder analysieren, doch bevor ich euch gar nicht von ihm erzähle, versuche ich wenigstens ein paar Worte zu finden, die meine Gedanken zusammenfassen und mein Lesegefühl beschreiben.

Dieses Jugendbuch zu lesen war wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Lara ist solch ein goldiges, gewitztes, offenes, intelligentes und tolles Mädchen, das jedoch die Hölle durchqueren muss. Aufgrund der sehr persönlichen Tagebucheinträge, aus denen das Buch ausschließlich besteht, bekommt man von Anfang an einen direkten Einblick in Laras Gedanken. Auf den ersten Seiten überwiegen die süßen Schmunzel-Momente und mir als Leserin fiel es unheimlich leicht, Lara mit ihrem scharfsinnigen Witz ins Herz zu schließen. Doch je tiefer man in die Geschichte vordringt, desto macht- und fassungsloser fühlt man sich, wenn man dabei zuschaut, wie sehr die kleine Maus leiden muss. Dieses Buch macht mich so wütend und gleichzeitig traurig. Es berührt mich sehr und lässt mich doch auch immer wieder ein bisschen schmunzeln.

Charaktere, die man schnell ins Herz schließt, mit denen man unweigerlich mitleidet, mit ihnen hofft, bangt und fühlt. Lara brachte mein Herz zum Überschäumen. Immer wieder schüttelte ich den Kopf und versuchte zu verstehen, woher sie diese enorme Kraft nahm. Trotz der Grausamkeiten, der Qualen, der physischen und psychischen Schmerzen, strahlte sie zaghaft. Ich wusste, dass diese Geschichte nicht gut ausgehen könnte, doch ich wünschte es mir so sehr. 

Ein unerwarteter Twist ließ mein Herz schneller schlagen und trieb die Handlung in eine für mich absolut unerwartete Richtung. Ich staunte nicht schlecht und ließ dabei zu, dass sich das Buch noch tiefer in mein Herz einnistete. 

Dass Herzen auch brechen können (auf welche Weise auch immer), daran habe ich nicht mehr gedacht. Wäre ich doch bloß nicht so unvorsichtig gewesen...

Lest dieses Buch, lasst euch mitreißen, erlebt, liebt, lacht und leidet mit!

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Tags: mobbing, verbotene liebe, verliebt in den lehrer   (3)
 
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