Bücher mit dem Tag "immigranten"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "immigranten" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Miracle Creek (ISBN: 9783446266308)
    Angie Kim

    Miracle Creek

     (186)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Ihre Tochter sollte in Amerika zur Schule gehen und studieren. Deshalb ging Youg mit ihrer Mary in die USA. Pak, ihr Mann, blieb in Korea. Um das Ganze finanzieren zu können, nahm Young einen Aushilfsjob bei einer anderen koreanischen Auswandererfamilie an. Allerdings erwies sich die Stelle als ein mehr als Vollzeitjob, so dass für Mary kaum Zeit blieb. Jahre später haben sie es aber geschafft, glauben sie. Pak ist nachgekommen und gemeinsam haben sie sich mit einer Überdruckkammer selbstständig gemacht, in der sie ihren Patienten Hilfe anbieten. Doch schon bald geschieht ein tragischer Unfall mit zwei Todesfällen.


    Im Prozess ein Jahr später ist die Mutter eines der Opfer angeklagt. Während weniger Gerichtstage berichtet die Autorin aus der Angeklagten un der Zeugen von dem tragischen Geschehen und wie es möglicherweise zu dem Unfall kam. Immer neue Details kommen ans Licht, die der vermeintlichen Wahrheit neue Aspekte verleihen. Da wurde viel verschwiegen, anders erzählt oder anders gedeutet. Und es geht auch um die Patienten und ihre Angehörigen. So soll die Behandlung körperlich, geistig oder seelisch schwer eingeschränkten Kindern Erleichterung bringen. Ob das gelingt, ist nicht das vorherrschende Thema. Eher geht es darum, wie sich vornehmlich die Mütter aufopfern, um ihren Kindern das bestmögliche Leben zu geben und wie schwer sie mitunter daran tragen, dass es nicht immer die erhofften Fortschritte gibt.


    Dieser ruhige Spannungsroman packt durch seine Vielschichtigkeit. Immer wieder werden neue Lagen enthüllt, die eine andere Sicht auf das Geschehen eröffnen. Schon vom Beginn, dem Tag des Unfalls, bis zum Start des Prozesses werden die vorgefassten Meinungen durcheinander gewirbelt. Und je tiefer man durch die Aussagen und Gedanken der Berichtenden ins Geschehen eintaucht, desto mehr und andere Facetten ergeben sich. Man stellt fest, dass sich Einschätzungen zwangsläufig ändern und damit ändern sich auch Sympathien. Es ist der Autor sehr gut gelungen zu fesseln und zu überraschen.

  2. Cover des Buches Sungs Laden (ISBN: 9783406681882)
    Karin Kalisa

    Sungs Laden

     (130)
    Aktuelle Rezension von: eva221b

    Sungs Laden ist der Dreh- und Angelpunkt vieler kleiner Geschichten voller Wärme und Menschlichkeit, die sich oft so unerwartet eröffnet. Sie sind so in einander verzahnt, dass man sie später wahrscheinlich nicht rekonstruieren könnte. Es geht um Chancen, Arbeiten außerhalb von Normen und Vorschriften, Lernen und sich selbst überwinden. Krieg, Tod und Leid werden hier nicht übergangen. Aber sie sind so eingebettet, dass sie den positiven Ton des Romans nicht trüben, ihm aber gleichzeitig nur eine größere Wahrhaftigkeit verleihen.

    Das war eines dieser Bücher, bei denen man nach einem Satz kurz die Augen schließen muss, um ihn zu würdigen, um ihn dann gleich noch einmal zu lesen, weil er so wahr ist. Mit lyrischem Fingerspitzengefühl erzählt Kalisa von einem sehr möglichen Märchen. Davon, wie Menschen sich gegenseitig zu einmaligen Ideen inspirieren und sich gegenseitig unterstützen - einfach so.

  3. Cover des Buches Als das Leben unsere Träume fand (ISBN: 9783404176007)
    Luca Di Fulvio

    Als das Leben unsere Träume fand

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von drei jungen Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Anfang des 20. Jahrhunderts in die neue Welt, in diesem Fall nach Buenos Aires, aufbrechen.
    Rocco möchte sich dem Zugriff der Mafia entziehen. Da er in seiner Heimat Sizilien nicht die Chance dazu hat und außerdem den Zorn der Mafia auf sich zieht begibt er sich auf die lange Reise.
    Rosetta lebt ebenfalls auf Sizilien und bewirtschaftet dort das Land ihrer Familie, auf das es allerdings ein Baron abgesehen hat. Dieser schreckt vor keinem Mittel zurück, um sie von ihrem Land zu vertreiben. In der neuen Welt erhofft sie sich ein freieres und selbstbestimmteres Leben, auch wenn sie „nur“ eine Frau ist.
    Raquel ist russische Jüdin und nachdem ihre Eltern beide gestorben sind, schließt sie sich einer Gruppe von Männern an, die jungen Mädchen ein besseres Leben in der Neuen Welt versprechen.

    Zu Beginn des Buchs steigt man mitten in die Geschichten der drei Protagonisten ein und ich war auch sofort von deren Erlebnissen gefesselt. Die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen und ich habe voller Faszination ihre Reise und ihr neues Leben “begleitet“.
    Der flüssige Schreibstil der mich auf über 700 Seiten fesseln konnte und nie langweilte ist wirklich toll. Die Sprache ist hin und wieder derb und unschön, was aber nunmal durch die Geschichte die erzählt wird bedingt ist. Die Zustände unter denen Auswanderer, vor allem die Armen, und im Besonderen Frauen leben mussten sind grausam aber sehr realistisch dargestellt. Der wahre Hintergrund hinter der Geschichte von Raquel hat mich zutiefst schockiert und bewegt und ich habe nebenbei Einiges im Internet dazu gelesen.

    Dieses Buch ist eine tolle Mischung aus Abenteuer, Historie, Krimi und Liebesgeschichte. Es ist nichts für Zartbesaitete aber trotzdem absolut empfehlenswert. Hier gebe ich sehr gerne volle fünf Sterne. 

  4. Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)
    John Lanchester

    Die Mauer

     (159)
    Aktuelle Rezension von: maibe_schreibt

    Durch eine Mauer schützt sich Großbritannien vor den Klimaflüchtlingen aus dem überschwemmten Rest der Welt. Auf einem Abschnitt der Mauer beginnt Joseph seinen Dienst. Geplagt von Kälte, Angst und Einsamkeit will er seine Pflicht erfülle, denn Versagen wird mit dem Tod bestraft.

    Nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, habe ich das Buch verschlungen. Das Thema ist aktuell und die Umsetzung sehr interessant. Durch die Beschreibungen hatte ich teilweise das Gefühl selbst in der Dunkelheit alleine auf der Mauer zu sitzen. 


    xoxo Maibe.Schreibt

  5. Cover des Buches Der Zug der Waisen (ISBN: 9783442481613)
    Christina Baker Kline

    Der Zug der Waisen

     (178)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Die 17-jährige Molly lebt bei ihren Pflegeeltern in Maine. Aufgrund ihrer schwierigen Kindheit ist sie zur Rebellin geworden und muss wegen Diebstahl 50 Sozialstunden ableisten. Diese verbringt sie offiziell beim Auf- und Ausräumen des Speichers bei der 91-jährigen Vivian. Doch eigentlich will Vivian gar nichts wegschmeißen und so erzählt sie anhand der Gegenstände auf dem Speicher ihre Geschichte. Das Buch war wie angepriesen ein Pageturner und es gab keine Minute in der es mich gelangweilt hat die Geschichte von Vivian und Molly zu erfahren. Teilweise war es mir etwas zu "amerikanisch", vorallem zu Beginn. Zwischen 1854 und 1929 gab es tatsächlich diese Orphan Trains und die Waisenkinder aus NYC wurden nicht als Kinder adoptiert, sondern als billige Arbeitskräfte in die Familien geholt. Ein furchtbarer - und kaum bekannter - Teil der amerikanischen Geschichte...

  6. Cover des Buches Slow Horses (ISBN: 9783257070187)
    Mick Herron

    Slow Horses

     (88)
    Aktuelle Rezension von: books_games_and_more

    „Mein Name ist Bond, James Bond!“ - „Geschüttelt, nicht gerührt“ 

    Wer kennt ihn nicht den berühmtesten Agenten de britischen Geheimdienstes MI5. Doch was ist, wenn einer vom ihnen versagt hat? Gibts dann den Gnadenstoß?!

    Mit mürrischer Miene schon, der Stoß geht vom Regens Park runter zu den Slow Horses nach Slough House. Die Agenten die auf dem Abstellgleis sind und keine Chance haben/sehen wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen.


    Ihr Boss ist der brüske und Mitmenschen verachtende Jackson Lamp. Er hat im kalten Krieg, selbst als Agent in Deutschland gedient und lebt immer noch auf diese Art. Doch auch bei ihm muss etwas vorgefallen sein, weswegen er Slough House leitet, oder?!

    Er ist faul und Provoziert andere gerne, somit niemand den man als Freund haben möchte. Dennoch ist er für seine Agenten da, wenn es hart auf hart kommt. Jackson Lamp umgibt immer etwas rätselhaftes. Laut dem Auto, ist es auch bewusst so ausgearbeitet, dass man zu ihm Distanz hat und keine Einblicke in seine Gedanken oder Beweggründe erhält.


    In der Reihe geht es um Jackson Lamp und seine Agenten. Es fangt im ersten Teil "Slow Horses" damit an, dass River Cartwright versetzt wird dort hin, sich damit aber nicht abfinden möchte und versucht dort wieder rauszukommen. Vor allem als es darum geht einen pakistanischen Jugendlichen live im Netz zu enthaupten. Doch da stellt sich die frage ob das Opfer wirklich der ist der er vorgibt zu sein? Und überhaupt wer steckt hinter dem ganzen? Nun Lest selbst..;)


    Im zweite Teil "Dead Lions“, sollen zwei Agenten des Slough House einen russischen Oligarchen beschützen. Doch von Anfang an ist etwas faul an der Sache. Zu mal ein ehemaliger Spion aus den Zeiten des kalten Krieges tot aufgefunden wird, angeblich Herzinfarkt.

    Die komplette läge Spitz sich wirklich bis aufs äußerste zu, doch genau da sind doch diese Abgestellten Agenten zu etwas nütze. Wie genau? Schaut selbst..=)


    Fazit:


    Es ist schon an einigen Stellen eine derbe Sprache, die mir nicht immer gefällt. Doch ich verstehe, dass sie für die Authentizität nötig ist. Was mir aber besonders gut gefällt, ist beim deutschen Cover der Erkennungswert. Es hat immer eine bekannte Londoner Sehenswürdigkeit und einen Auszug aus dem Tube-Streckenplan. 

    Ja klar auch vor allem der Inhalt, er ist immer spannend und ich habe nicht nur einmal gedacht, was soll jetzt das?! Macht doch keinen Sinn!! Doch es wurde immer die Spannung gehalten. Man kann auch den zweiten Band lesen ohne den Ersten, da es immer eine Personenübersicht gibt. Doch empfehlen würde ich mit dem ersten, da es doch dann übersichtlicher ist.

  7. Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)
    Julie Otsuka

    Wovon wir träumten

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher

    ✨ Empfehlung ✨


    Wow, was für ein trauriger und wichtiger Roman. 


    Klappentext:

    Mit vielen Fragen und großen Hoffnungen im Gepäck überqueren sie den Ozean: junge Japanerinnen, die ihre Heimat verlassen haben, um in Amerika zu heiraten. Ihre zukünftigen Männer kennen sie nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von ihrer Zukunft. Die Überfahrt wird zu einer seltsamen, oft traumartigen Passage zwischen zwei Welten - und die Ankunft in Amerika zu einem abrupten Erwachen... 


    Meinung:

    Dieses Buch erzählt vom harten Schicksal der Japanerinnen, von geplatzten Träumen, von Missbrauch und Ausgrenzung.

    Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil, allen Frauen eine Stimme zu geben, in dem sie das Pronom "wir" verwendet. Das hat mir sehr gefallen. 

    Es berührt mich sehr, was diese Frauen hinnehmen mussten, geprägt von ihrem kulturellen Hintergrund. Ich bin wütend, dass die Frauen alles über sich ergehen lassen mussten und kann es dennoch verstehen. 

    Sie sind nie Teil der Gesellschaft, werden von ihr benutzt, sie guckt nur zu und handelt nicht.


    Dieses Buch ist wahrhaftig nicht bequem und dennoch sehr wichtig, da die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht (und mich dazu animiert hat, mich über diesen Hintergrund noch intensiver zu beschäftigen).


    TW: hier werden die Themen Gewalt, (sexueller) Missbrauch, Tod (auch von Kindern) thematisiert.


    //Übersetzt von Katja Scholtz//

    .

  8. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (497)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Erzählung umfasst die Familiengeschichte mehrerer Generationen: Griechische Emigranten, die ihre Heimat verlassen und sich in den USA um die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Zukunft aufbauen. Im Zentrum steht die Ich-Erzählerin Calliope, die als pubertierendes Mädchen erkennt, dass sie beiderlei Geschlecht in sich trägt und fortan als Junge weiterleben möchte. Die vielen medizinischen Einblicke machen das Lesen zwar nicht immer flüssig, da zur Verständlichkeit viele fachlichen Ausdrücke nachgeschlagen werden müssen, jedoch wird die Thematik umso lehrreicher vermittelt. Für Kenner der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Hinweise zu historischen Elementen.


    Das Buch ist eine wuchtige und bereichernde Lese-Erfahrung. In über 700 Seiten enthält es viele wunderbare Geschichten, historische Anhaltspunkte und spannenden Familienzusammenhänge. Eigentlich ein Roman wie ich ihn mir wünsche: lehrreich, dramatisch, anregend und sprachlich einnehmend geschrieben, ohne Plattitüden und unnötigem Geschwätz. Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

  9. Cover des Buches Bella Ciao (ISBN: 9783257070620)
    Raffaella Romagnolo

    Bella Ciao

     (89)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Raffaellas Romagnolo erschafft hier eine stimmige und absolut interessante Familiengeschichte aus dem Norden Italiens. Angesiedelt ist diese Familiengeschichte in einer Zeit voller politischer Wirren und bevölkert ist diese Familiengeschichte mit einer großen Menge an skurrilen und starken Charakteren. Gerade diese Zeit politischer Wirren macht klar, was politische Prozesse mit den betroffenen Menschen machen, wie diese Menschen zu Spielbällen werden und wie einige Wesen der Gattung Mensch zum Wolf mutieren, zum Feind ihrer eigenen Art werden, was der Wolf wieder überhaupt nicht ist. Aber anschaulich klingt dieses zum Wolf mutieren allemal. Verschiedene Lebensanschauungen prallen hier im Norden Italiens in den vielen zu behandelnden Jahren aufeinander, einerseits trifft hier Arm auf Reich, aber auch die Sozialisten/Kommunisten auf die Faschisten. Andererseits geht es auch wieder um eine Frauenfreundschaft und einen Verrat, denn dieser lässt diese Frauenfreundschaft zerbrechen. Giulia Masca kommt 1946 aus den USA nach Italien zurück, um Anita zu treffen, ihre alte Freundin und alte Wunden zu schließen, die ihr die Freundin geschlagen hat. Dies fällt ihr natürlich auch schwer, aber die Unterstützung ihrer amerikanischen Familie ist ihr gewiss. Und Raffaella Romagnolo spinnt die Geschichte von 1946 zurückblickend auf die ereignisreichen Jahre in Italien und in den USA. Damit ist diese Geschichte nicht nur historisch interessant, sondern auch eine Geschichte über eine Freundschaft und eine Geschichte über eine Emanzipation mit wirklich herausragendem Personal. "Bella Ciao" ist ein Buch, welches ich sehr gern gelesen habe und dem ich wirklich viele Leser wünsche. Gerade jetzt wieder wäre dieses Buch erhellend, in den Zwanzigern dieses Jahrhunderts, die irgendwie auch etwas an die Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern. Und hier sage ich nur, wehe vor den Dreißigern!!!

  10. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht! (ISBN: 9783548283388)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht!

     (1.136)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Jan Weiler schreibt Geschichten die teils basiert sind auf sein eigenes Leben. Dieses Buch beschreibt den Anfangsjahren in seine Beziehung, später Hochzeit und die ersten Lebensjahre. Wichtig ist dabei das er eine Frau geheiratet hat die eine italienische Vater hat. Vieles in dieses Buch dreht um den Vater. Der ist originell und sich selbst. Jeder muss sich ihm anpassen ob er will oder nicht es passiert einfach. Jan kommt dadurch in viele komisch und unmögliche Situationen und erzählt es so als ob man selbst daneben sitzt.

    Lachen vorprogrammiert.

  11. Cover des Buches Ehre (ISBN: 9783036959320)
    Elif Shafak

    Ehre

     (90)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    In der Hoffnung ein besseres, erfüllteres oder sichereres Leben führen zu können, verlassen viele Menschen ihre Heimat und versuchen sich in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen. Ein sehr aktuelles Thema – jedoch spielt der Roman in einer früheren Zeitepoche. Wie schwierig eine Migration sein kann und welche kulturellen Unterschiede oft unüberbrückbar sind, zeigt dieses Buch sehr eindrücklich.


    Die Autorin, sie ist selbst Kennerin verschiedener Kulturen, erzählt die Geschichte eines Ehrenmordes. Sie vermag, den dramatischen Inhalt zu dieser archaischen Tradition offen anzusprechen. Der Roman wirkt aber nie anklagend, sondern vermittelt atmosphärisch dicht tiefe Einblicke in den nahöstlichen Kulturkreis, in dem andere Traditionen und Gesellschaftsnormen als in London den Alltag vieler Menschen bestimmen.


    Elif Shafak ist eine kluge und sensible Autorin und ich bin gespannt auf weitere Bücher von ihr.

  12. Cover des Buches Bruno Chef de police (ISBN: 9783257240467)
    Martin Walker

    Bruno Chef de police

     (257)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Bis dato habe ich noch nichts von Martin Walker gelesen, aber da ich ein großer Fan der Diogenes Bücher bin, musste ich mit dieser Reihe beginnen. Vorweg kann ich betonen, dass ich es nicht bereut habe.

    Bruno ist der Polizeichef des kleinen fiktiven Städtchen Saint-Denis. Als Polizeichef von Saint-Denis hat er tag ein tag aus tag aus mit sympathischen, liebenswerten Kleinkriminellen zu tun. Die Idylle wird allerdings abrupt unterbrochen, als die Leiche eines alten Algeriers aufgefunden wurde. Zunächst deutet alles auf ein rechtsradikales Motiv hin, da das Opfer ein Hakenkreuz auf der Brust eingeritzt hatte. Für Bruno ist es die erste Mordermittlung überhaupt und gleich derartig präsanter Fall.

    Passend zu der Kleinstadtumgebung hat Martin Walker einen gemütlichen Erzählton eingeschlagen. Ich liebe solche Krimis, wer allerdings nach Action und Spannung sucht, wird mit diesem Buch keine Freude haben. Die fehlende Spannung wird allerdings mit viel französischem Flair und detallierten histiroschen Fakten ausgeglichen. Hinsichtlich der historischen Fakten, kam Martin Walker seine Ausbildung als Historiker zu gute. Natürlich kommt auch die Kulinarik in diesem Buch nicht zu kurz, ich ertappte mich des öfteren, dass ich hungrig wurde.  Erschreckend ist für mich, dass das Thema nichts an seiner Aktualität eingebußt hat, im Gegenteil Rassismuss ist auf unserer Erde leider präsenter den je. 

    Etwas störend empfand ich die ausufernden Darstellungen von Tennismatches. Ich spiele zwar selber Tennis, aber dies empfand ich in Tat mehr als langweiliges Füllmaterial.

    Wer Krimis aller Donna Leon liebt, wird auch die Reihe von Martin Walker lieben, da bin ich mir sicher. Ich werde jedenfalls immer wieder eines der Bücher lesen.

  13. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423212120)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (974)
    Aktuelle Rezension von: AmaraSummer

    „Mörder ohne Gesicht“ ist der erste Fall für Kommissar Kurt Wallander. Wallander sucht nach einem Mörder, der keine Grenzen kennt und tappt dabei lange Zeit im Dunkeln. Dabei stößt er nicht nur auf interne, sondern auch auf externe Probleme.

    Mir wurde die Reihe empfohlen. Zwar standen die Bücher schon seit längerer Zeit auf meinem Wunschzettel, sie konnten meine Neugierde aber nie so sehr wecken, dass ich sie unbedingt lesen wollte. Letzten Endes habe ich das Buch also nur gelesen, weil eine Bekannte es mir geschenkt hat.

    Kurt Wallander ist ein Zeitgenosse voller Ecken und Kanten, der meilenweit davon entfernt ist perfekt zu sein. Natürlich wirkt er dadurch authentischer, was die Geschichte deutlich realistischer macht. Leider war ein Großteil seiner Eigenschaften alles andere als positiv. Aus diesem Grund war mir Kurt Wallander extrem unsympathisch.

    Der Klappentext klang sehr vielversprechend und konnte meine Neugierde auf Anhieb wecken. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Ein Großteil davon wurde leider nicht erfüllt. Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich die Reihe vorsetzten werde.

    Wallander ermittelt im Laufe der Geschichte in mehreren Mordfällen gleichzeitig. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass das für ordentlich Spannung sorgt. Leider war dem nicht so. Die verschiedenen Handlungsstränge haben vielmehr für Verwirrung und Chaos gesorgt. Spannend war das Ganze zu keinem Zeitpunkt. Die Auflösung sorgte am Ende dann für noch mehr Enttäuschung. Irgendwie war das Ganze zwar schlüssig, für meinen Geschmack hat es aber zu viele Zufälle gegeben, was dem Faktor „realistisch“ einen gehörigen Dämpfer verpasst. Am aller schlimmsten ist für mich aber die Tatsache, dass der Kriminalfall nur eine kleine Nebenrolle spielt.

    Die deutsche Übersetzung von Henning Mankells Schreibstil lässt sich halbwegs flüssig lesen und die Wortwahl hat größtenteils zum Genre gepasst. Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Kurt Wallander. Die Kapitel waren extrem lang, was das Buch unglaublich langatmig gemacht hat.

     

    Fazit

    Die ganzen positiven Reaktionen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. „Mörder ohne Gesicht“ ist für mich kein Krimi, sondern lediglich ein Roman mit ein paar eingestreuten Krimi-Elementen. Von mir gibt es keine Leseempfehlung und nur 2 von 5 Sterne.

  14. Cover des Buches Ein einfaches Leben (ISBN: 9783423289726)
    Min Jin Lee

    Ein einfaches Leben

     (42)
    Aktuelle Rezension von: otegami

    Durch meine jap. Schwiegertochter weiß ich einiges vom - seit 1910 vorhandenen und immer noch schwelenden - Konflikt zwischen Japan und Korea. Wie sich der jedoch im einzelnen auf Koreaner auswirkte, erfuhr ich erst in diesem vorliegenden Familienepos, das die Geschichte von Sunja und ihrer koreanischen Familie von 1910 bis 1989 in Japan erzählt. 

    Die Leserschaft erfährt nicht nur die geschichtlichen Hintergründe, sondern auch viele der gesellschaftlichen Grundsätze und Regeln dieser beiden Völker. ‚Die Strafe für begangene Fehler war in voller Höhe an die Mitglieder der Familie zu entrichten‘ ist nur eine davon. Und ein Fehltritt zerstört nicht nur das Leben desjenigen, sondern auch das der kompletten Familie.

    ‚Jeder Koreaner muss sich von seiner besten Seite zeigen, denn ein schlechter Koreaner zerstört vielen anderen Koreanern die Chancen‘. Trotzdem waren sie gegen viele Vorurteile, die den Koreanern entgegenschlugen, machtlos (und sind es immer noch)!

    Wir lesen von Pachinko (in Japan sehr beliebte Geldspielautomaten), Yakuza (einer mafiösen Organisation) und vielen typischen japanischen Ausdrücken, Speisen und Eigenheiten. (Ein Glossar im Anschluss erklärt die ganzen unbekannten Begriffe und ist sehr hilfreich!)

    Ich konnte von der ersten Seite an das Buch schwer aus den Händen legen, so gefesselt war ich von den starken Charakteren und dieser Geschichte! (Ich wurde auch davon sehr aufgewühlt!) Ja, klar, war ich durch meinen persönlichen Bezug zu Japan besonders interessiert an diesem Thema, aber ich möchte diese Lektüre jedem, der ein Faible für fremde Kulturen hat, wärmstens ans Herz drücken!

  15. Cover des Buches Die Königin der Orchard Street (ISBN: 9783458361428)
    Susan Jane Gilman

    Die Königin der Orchard Street

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Kurz vor einem wichtigen Gerichtstermin blickt Mrs Lillian Dunkle, einst gefeierte Eiscreme-Königin Amerikas, auf die vergangenen achtzig Jahre ihres Lebens zurück. Sie war sechs und hieß damals noch Malka, als ihre Familie 1913 aus Russland in die USA emigrierte,  wo sie zunächst in ärmlichsten Verhältnissen in New Yorks Lower East End in der Orchard Street wohnten. Ihr Leben änderte sich, als sie bei einem Unfall mit dem Pferdewagen des  Eisverkäufers Dinello verletzt und für immer behindert wurde. Ihre Familie verstieß das Mädchen, sie war als Arbeitskraft für sie nutzlos geworden. Doch sie hatte Glück im Unglück, die Familie des Eismannes nahm sie bei sich auf, lehrte sie die Kunst der Eisherstellung, lies sie katholisch taufen und gab ihr von nun an den Namen Lillian Maria Dinello. Und wieder war ihr das Schicksal wohlgesonnen, als sie ihren späteren Ehemann Bert Dunkle kennenlernte. Mit viel Erfindungsreichtum, aber auch mit List und Heimtücke, bauen sich Lillian und Bert nach und nach ein Eiscreme-Imperium auf – Lillian Dunkle wird zur „Eiskönigin von Amerika“. Jetzt sind sie ganz oben auf der Erfolgsleiter, doch wieder schlägt das Schicksal zu … 

    Die US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Jane Gilman, die 1964 in New York geboren wurde, besuchte dort die High School und die University, war Schülerin von Frank McCourt und erhielt 1993 in Michigan den Master in Fine Arts in Creative Writing. Sie veröffentlichte drei Sachbücher und schrieb für diverse Zeitungen und Magazine, bevor sie sich an „Die Königin der Orchard Street“ wagte. 2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Donna Has Left the Building“, der bisher noch nicht in Deutsch erhältlich ist. Die Autorin lebt heute in ihrer Heimatstadt New York und in Genf/Schweiz. 

    Kaum zu glauben, dass dies der Debütroman der Autorin ist, so ausgefeilt und sprachlich anspruchsvoll ist ihr Schreibstil, dabei jedoch sehr unterhaltsam und informativ. Die gute bildhafte Wiedergabe vom Amerika des frühen 20. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre sowie die angedeuteten politischen Probleme der neueren Zeit zeugen von ausgezeichneter Recherchearbeit. Mit Lillian schuf Gilman eine Protagonistin, die man lieben und hassen muss – eine taffe, sehr einfühlsame Frau, die jedoch im Geschäftsleben über Leichen gehen kann und immer dominanter wird, je mehr Reichtum sie ansammelt. Sie gibt ein gutes Beispiel, wie man durch harte Arbeit Geld verdienen kann und wie schwer es dann ist, mit dem Reichtum vernünftig umzugehen.

    Tragik und Komik liegen in der Geschichte nahe beieinander, die mit einigen gut verständlichen jiddischen und italienischen Begriffen gewürzt ist, welche die Protagonistin hin und wieder benutzt. Unsere Heldin ist keine Schönheit und dazu noch behindert, weiß sich aber in allen Lebenslagen zu behaupten. Im fortgeschrittenen Alter genehmigt sie sich gerne vor Verhandlungen oder Fernsehauftritten einen Schluck, oder zwei oder drei, was nicht immer folgenlos bleibt. Da Lillian ihre Lebensgeschichte rückwirkend selbst erzählt und bisweilen den Leser direkt anspricht, hat man oft das Gefühl, sie persönlich zu kennen, bei ihr zu sitzen und ihr zuzuhören. 

    Fazit: Ein Buch das gut unterhält und das vor Witz und Zynismus förmlich sprüht – in dem aber auch viel Lebensweisheit versteckt ist. Sehr lesenswert!

  16. Cover des Buches Winter so weit (ISBN: 9783841503985)
    Peer Martin

    Winter so weit

     (37)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Der erste Band hat mir sehr gut gefallen. Das Coverbild ist okay und den Titel finde ich gut.

    Von der Fortsetzung war ich dann doch sehr enttäuscht und ich habe es abgebrochen. Es war mir einfach zu langatmig geworden obwohl der Schreibstil immer noch gut ist.

    Nuri kann ich mit ihrer Sehnsucht und Rastlosigkeit gut verstehen. Aber gerade die Zeit in Syrien hat mich irgendwie so gar nicht gepackt.

    Ich habe es jetzt erst einmal abgebrochen und werde es in einiger Zeit noch mal lesen. 

    Gut gefällt mir, dass immer zum Ende eines Kapitels Stichworte zum googlen aufgelistet sind. 



  17. Cover des Buches Voll streng, Frau Freitag! (ISBN: 9783548374574)
    Frau Freitag

    Voll streng, Frau Freitag!

     (152)
    Aktuelle Rezension von: SandrasLesewelt

    Zur Autorin:

    Die Autorin, die unter dem Namen "Frau Freitag" schreibt, ist eine Gesamtschullehrerin für Englisch und Kunst, geboren 1968. Das Alter der Autoren schreibe ich normalerweise nicht in meine Rezensionen, aber ich bin der Meinung, dass man gewisse Dinge im Berufsleben mit dem Alter anders sieht bzw. je nachdem wie alt man gerade ist, sie anders einschätzt, anders tolleriert, daher finde ich es an dieser Stelle wichtig zu erwähnen. Dieses hier ist ihr zweites Buch zum Thema, der sehr erfolgreiche Vorgänger war "Chill mal, Frau Freitag".(Quelle: Buchinnenseite)


    Zum Cover:

    Das Cover hat als Hintergrundfarbe schwarz, wodurch die restlichen, kräftigen Farben gut zur Geltung kommen. Abgebildet ist ein "cooles Chick", also ein weißes Hühnchen mit grüner Mütze, geschminkt, mit Goldkettchen und Handy. Ich finde es sehr ulkig und passend zum Inhalt des Buches. Außerdem geht von ihm eine blaue Sprechblase mit dem Titel des Buches ab und darüber ist der Name der Autorin vermerkt. Unter dem Hühnchen steht noch ein kleiner Untertitel oder eher eine Notiz am Rande "neues aus dem Schulalltag", so dass man direkt weiß worum es sich in dem Buch dreht. 


    Zum Buch:

    Das Buch handelt vom Alltag einer Gesamtschullehrerin*, die Klassenlehrerin einer 10. Klasse ist, die sich gerade auf ihren Realschulabschluss vorbereitet. Offensichtlich liegt die Schule eher in einem sozial benachteiligtem Einzugsgebiet, da immer wieder deutlich gemacht wird, dass sich die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler eher auf einen Hauptschulabschluss einstellen können, als auf einen Realschulabschluss oder gar die Qualifizierung für die gymnasiale Oberstufe. Es wird der tägliche Schulalltag mit all seinen Hochs und Tiefs beschrieben, inklusive vieler Äußerungen und Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler.

    Obwohl es sich bei diesem Buch um Band 2 der Reihe handelt, kann man es problemlos auch ohne den ersten Band verstehen, was auch daran liegt, dass die Autorin häufig zurückblickt und relevante Geschehennisse aus der Vergangenheit kurz erläutert. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, sowohl wenn die Jugendlichen beschrieben, als auch, wenn der Rest der Geschichte, beispielsweise die Gedankengänge der Lehrerin, dargestellt werden. Dadurch dass die Geschichte ein Schuljahr nachzeichnet, weiß der Leser immer was als nächstes anstehen muss und wie die Geschichte enden wird, Überraschungen bleiben da aus.


    Fazit:
    Ich habe mir von dem Buch mehr erwartet, da es auf den ersten Blick und auf den ersten Seiten lustig erscheint und mich zum Lachen gebracht hat. Leider ließ dies schnell nach, da es doch sehr platt und einfach struktuiert ist. Ich hätte mir gewünscht, dass sich das sprachliche Niveau zwischen den Aussagen der Schülerinnen und Schüler und den Aussagen und Gedankengängen der Lehrerin unterscheidet und nicht alles auf dieselbe Art und Weise geschrieben ist. Gewisse Floskeln, bei denen ich mir sicher bin, dass sie genau so verwendet werden, komme für meinen Geschmack einfach zu häufig vor und machen aus dem Buch eine sehr leichte Lektüre ohne durchgängig lustig zu sein. Über denselben Witz lässt sich nunmal nicht zigmal in Folge lachen. 


    Leseempfehlung:

    Wer eine leichte Lektüre sucht und einen ehrlichen Einblick in das Arbeitsleben einer Lehrerin dieser Schulform und in eben dem dargestellten Einzugsgebiet erhalten möchte, könnte hier fündig werden. Ob es den eigenen Humor trifft, muss jeder selbst entscheiden.


    * Eine kurze Erläuterung zur Schulart "Gesamtschule", da sie ja nicht in allen Bundesländern in Deutschland existiert. An der Gesamtschule kann man den einfachen oder den erweiterten Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss oder das Abitur machen. Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 hat man automatisch den einfachen Hauptschulabschluss, also den niedrigsten Abschluss in Deutschland. Mit erfolgreichem Bestehen der 10. Klasse kann man einen erweiterten Hauptschulabschluss oder sogar nach dem Ablegen der entsprechenden Prüfung den Realschulabschluss oder die Zulassung für die gymnasiale Oberstufe erwerben. Die Oberstufe an der Gesamtschule dauert weiterhin drei Jahre, so dass man das Abitur frühestens nach 13 Schuljahren bekommt. 


  18. Cover des Buches Katzentisch (ISBN: 9783423142861)
    Michael Ondaatje

    Katzentisch

     (63)
    Aktuelle Rezension von: bookish_autumn

    Michael, auch Mynah genannt begibt sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts auf eine Schiffreise. Die Überfahrt von Colombo, Sri Lanka nach London, England dauert drei Wochen - genügend Zeit also um mit seinen Freunden Cassius und Ramadhin unzählige Abenteuer zu erleben...

    Das Buch "Katzentisch" besteht primär aus Beschreibungen der Passagiere und ihren Geheimnissen, sowie deren Zeitvertreib bis zur Ankunft in London. Die Geschichte selbst war sehr langatmig und konnte mich nicht fesseln.

    Die Aktion "Eine STADT. Ein BUCH." bietet die einmalige Gelegenheit auf Bücher aufmerksam zu werden, die man höchstwahrscheinlich nicht lesen würde. Bedauerlicherweise hat auch dieser Roman nicht meinen Geschmack getroffen (wie bereits das Buch "Letzte Nacht" von Stewart O'Nan).

    Eine Geschichte, die sich in endlosen Beschreibungen verliert und mich ziemlich rasch ermüden ließ.

  19. Cover des Buches Mission Hollercamp Band 1 - Der unheimliche Fremde (ISBN: 9783958541672)
    Lena Hach

    Mission Hollercamp Band 1 - Der unheimliche Fremde

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Gluexklaus

    Jedes Jahr treffen sich Leon, Emily und Jakub auf dem Campingplatz am Hollersee. Doch dieses Jahr ist alles nicht ganz so harmonisch und idyllisch wie sonst. Erst reist überraschend Charlie, Leons überaus nervige Cousine, an, um ihren Urlaub mit Leons Familie zu verbringen und dann häufen sich lauter merkwürdige Ereignisse wie Klamottendiebstahl oder plötzlich auftauchende, ziemlich unfreundliche Graffitis. Ob der unheimliche Fremde dahinter steckt, der barfüßig herumschleicht und im Wald wohnt? Die Kinder beschließen, den Dingen auf den Grund gehen und beginnen mit ihren Ermittlungen…


    Erzählt wird die Geschichte lebendig, kindgerecht und gut verständlich aus Leons Sicht in Gegenwart. An manchen Stellen sind handschriftlich von Emily witzige Bemerkungen eingefügt. Zwischen dem Text finden sich kleine Bilder von Gegenständen oder Tieren, die mit der Handlung zu tun haben. Diese wiederholen sich teilweise. Die Kinder sind im Buch nicht abgebildet, nur auf dem Cover.
    Die Schrift ist normal groß, die Kapitel haben einen leicht zu bewältigenden, übersichtlichen Umfang. Kinder ab neun Jahren werden das Buch selbständig lesen können. Zum Vorlesen eignet es sich auch für jüngere Kinder.


    Die drei Freunde sind ziemlich verschieden, Leon freut sich sehr auf den Urlaub, muss aber dummerweise am längsten darauf warten, denn seine Freunde reisen stets ein paar Tage früher an. Leon mag es, wenn alles wie immer ist. Da stört ihn Charlies Anwesenheit gewaltig, zumal er ihr immer noch frühere Fehler vorhält und ihr nicht verzeihen kann. Jakub zeltet mit seinem Vater. Er ist ziemlich sportlich, trägt ein Hörgerät und ist meistens die Ruhe in Person. Emily verbringt die Ferien mit ihrer Oma, die Engländerin ist, in deren Wohnwagen. Das Mädchen ist praktisch veranlagt und in handwerklichen und handarbeitstechnischen Dingen außergewöhnlich geschickt. Charlie, Leons Cousine, wirkt auf den ersten Blick ziemlich verrückt, schrill und aufdringlich, aber das ist nur der äußere Schein. Die Beziehung zwischen Charlie und Leon einerseits und die Freundschaft der drei „alteingesessenen“ Camper andererseits bestimmt die gelungene Figurenkonstellation. Mit den Kindern werden sich die jungen Leser leicht identifizieren können.


    Camping kann ziemlich aufregend und spannend sein. Im Hollercamp geht es jedenfalls ganz schön geheimnisvoll und rätselhaft zu. Was die Freunde erleben, entwickelt sich zu einem echt spannenden Urlaubskrimiabenteuer, das ich im Nu verschlungen habe. Es werden ganz beiläufig Themen wie Vorurteile und falsche Verdächtigungen angesprochen. Gut gefallen hat mir, wie selbstverständlich und natürlich alle Beteiligten auf Jakubs Behinderung, seine Schwerhörigkeit, reagieren. Sensibel und feinfühlig befasst sich Autorin Lena Hach zudem mit Streitigkeiten von Eltern und der Rolle der Kinder dabei. Das Ende empfand ich als zu abrupt, die Handlung wird nicht richtig abgeschlossen. Der zweite Band ist zwar schon erschienen und es kann übergangslos mit der Geschichte weitergehen, trotzdem, hätte ich einen weniger plötzlichen Schluss bevorzugt.
    Dennoch meiner Meinung nach ein stimmig aufgebauter, mitreißender und kurzweiliger Kinderkrimi für Mädchen und Jungen, der mich neugierig auf die weiteren Missionen der Truppe macht.


  20. Cover des Buches Blutige Steine (ISBN: 9783257231847)
    Donna Leon

    Blutige Steine

     (145)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Mit dem Kriminalfall bin ich nicht richtig warm geworden. Sobald politische Intrigen mit verwoben werden, verliere ich das Interesse. Denn der Mord, der zunächst nach einer rassistisch motivierten Tat aussieht und somit schon jede Menge Potenzial gehabt hätte, zieht rasch immer größere Kreise. Eine internationale Verschwörung und korrupte Behörden, das ist alles schon hundertfach dagewesen und hier in „Blutige Steine“ auch einfach nicht spannend oder innovativ erzählt.

    Auch dass Commissario Brunetti regelmäßig den Dienstweg missachtet, sondern lieber Freunde und Bekannte mit einbezieht, die ihm hier und da eine Tür öffnen, ist eigentlich eine gute Idee. Hier wird sie aber überstrapaziert. Für quasi jedes Problem, jede spezielle Frage hat Brunetti einen Experten zur Hand, der sofort helfen kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst mit dem vierzehnten Band in die Reihe eingestiegen bin, aber zu oft werden größere Hürden auf diese Weise problemlos genommen.

    Pluspunkte kann „Blutige Steine“ aber auch sammeln. Zum Beispiel mit den sympathischen Nebenfiguren, allen voran Brunettis Familienmitglieder, die immer wieder mit eingebunden werden. Oder mit dem angenehmen Schreibstil, der sich flüssig und leicht weglesen lässt. Oder mit den Beschreibungen des italienischen Essens, die voll meinen kulinarischen Nerv getroffen haben.

  21. Cover des Buches Tea-Bag (ISBN: 9783423215480)
    Henning Mankell

    Tea-Bag

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    mir hat die Geschichte um das sudanische Flüchtlingskind nicht zugesagt, ich bin gar nicht in die Geschichte reingekommen.

    Leider, das Thema selber fand ich recht ansprechend.

  22. Cover des Buches Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch (ISBN: 9783423253048)
    Marina Lewycka

    Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch

     (326)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Dieses Buch strotzt vor Klischees, Vorurteilen und dazu noch Längen in der Erzählung. Auf Spannung oder eine überraschende Wendung wartet man vergebens.

    Hatte anderes, besseres erwartet. Jetzt sehe ich den schlechten Sternedurchschnitt hier, der mich nicht wundert. 

    Einziger Lichtblick waren die Rückblicke in die bewegte Familiengeschichte vor der Migration von der Sowjetunion nach England, die von der Autorin aber kurz, fast beiläufig abgehandelt wurden.

  23. Cover des Buches Das geträumte Land (ISBN: 9783462051841)
    Imbolo Mbue

    Das geträumte Land

     (136)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden

    Mende und Neni, ein junges, afrikanisches Ehepaar zieht es in die USA, denn im Gegensatz zu Kamerun werden dort Träume wahr. Tatsächlich beginnt ihre Geschichte in New York verheißungsvoll. Jende findet einen gut bezahlten Job, Neni beginnt ein Studium, um Apothekerin zu werden. Beide sind sie bereit, sehr hart zu kämpfen, damit ihre Kinder in Freiheit und Wohlstand aufwachsen können. Doch sehr bald treten Probleme auf: Jende arbeitet für einen Manager der Lehmann Bank und die ist durch hochspekulative Geschäfte pleite. Die Bankenkrise, die eine weltweite Finanzkrise nach sich ziehen wird, beginnt. Und auch in Jendes Asylverfahren sieht es nicht gut aus, denn sein Anwalt ist ein Stümper...

    Das Buch ist sehr gut geschrieben und hatte für mich einen hohen Unterhaltungswert. Die Protagonisten waren mir sympathisch, ihre Nöte und Sorgen konnte ich nachvollziehen. Der derzeitige Zustand der USA wurde mir gut vorgeführt, die Ursachen der Megakrise unter Trump wurde für mich ein Stück klarer. Unbedingte Leseempfehlung! 

    einStück plausibel

  24. Cover des Buches América (ISBN: 9783423146753)
    T. C. Boyle

    América

     (240)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Mich hat das Cover und der Titel so sehr erschreckt, dass ich es eigentlich nicht lesen wollte. Es sah aus, wie eines dieser langweiligen Bücher, die von Schmerz berichten, aber es nicht zeigen. Trotzdem habe ich es versucht, gib den ersten zehn Seiten eine Chance, kaum hatte ich die erste Seite hinter mir, war ich von der Schönheit des Stils gefesselt. Der Autor weiß, wie er einen Satz zu formulieren hat, um mich für sich zu gewinnen, wie er mit der Schönheit der Sprache spielt und gleichzeitig auf jedes Detail der Gefühle seiner Figuren eingeht. Das war es, was mich urplötzlich zu einem T.C. Boyle-Fan gemacht hat und ich mir selbst das Versprechen gab, jedes weitere Buch von ihm zu lesen.

    Noch nie haben mir Figuren so leidgetan. Noch nie wollte ich so sehr, dass es ihnen gut geht, dass sie glücklich werden und ein Leben bekommen, das sie verdienen. Das Buch hat mich verschlungen, hat bestimmt, was ich fühlen muss, was ich zu denken habe. Es hat mich zu einem Rassisten gemacht und mich im nächsten Kapitel dafür schämen lassen. Ich habe Weiße verachtet und im nächsten Kapitel sie verstanden. T.C. Boyle kann das und das ist ein Talent, das dieses Buch so großartig macht.

    Das Ende war ein Finale, das meine Nerven bis zum Anschlag gespannt hat, das mich in den Wahnsinn trieb, mir das Atmen vergessen ließ und ich deutlich die Angst fühlte, die jede einzelne Figur spürte.

    Es ist schwierig, am Ende gefallen zu finden. Es ist weitoffen, alle losen Enden der vielen Figuren werden nicht gebündelt und für mich fühlte es sich so an, als hätte sich der Autor entschieden, nicht mehr weiterzuschreiben. Einfach so. Ich finde das Ende schrecklich. Aber der Weg dorthin war grausam gut mit Figuren, die nicht geschont werden.

    Die Sprache ist wunderschön. Sie ist stark, sie ist poetisch, sie ist wie ein Gesang, mit denen der Autor den Verstand des Lesers geißelt. Ich bin dankbar dafür, dass ich es lesen durfte.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks