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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Wir waren doch mal Feministinnen

Andi Zeisler , Anne Emmert , Katrin Harlaß
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Rotpunktverlag , 25.02.2017
ISBN 9783858697264
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es gibt wohl schon viele Bücher zum Thema Feminismus. Neben den Populären von Laurie Penny, Margarete Stokowski oder Lena Dunham auch wissenschaftliche von Judith Butler u.a. "Wir waren doch mal Feministinnen" von Andi Zeisler ist genau die richtige Mischung: verständlich, hochaktuell und trotzdem mit vielen neuen Gedanken und wissenschaftlichen Studienergebnissen (diesen Aspekt habe ich bei Penny und Stokowski zB vermisst). Mit Kapiteln über Feminismus im Hollywood, im Fernsehen allgemein und anhang von aktuellen Beispielen wie Beyoncé und Emma Ward, sowie der Musikszene wird ein guter und tiefer (!) Einblick gegeben in den Feminismus in der Popkultur.
Abgerundet wird das mit vielen weiteren Literaturempfehlungen, Serien und Sendungen (meine Liste von all den erwähnten Filmen, Büchern, Schriften und Werbespots, die ich mir noch anschauen muss ist lang).
"Wir waren doch mal Feministinnen" ist ein bisschen wie das Missy Magazin, nur als Buch. Und dies ist ein großes Lob.

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Lockpick Pornography

Joey Comeau , Tobias Reußwig
Fester Einband: 124 Seiten
Erschienen bei Luftschacht, 14.10.2016
ISBN 9783902844927
Genre: Romane

Rezension:

Aufmerksam geworden durch das tolle Cover, hat mich auch die Thematik des Romans "Lockpick Pornography" interessiert: Gender und alles, was dazugehört. Obwohl das Buch schnell zu lesen ist, hat es viele neue interessante Aspekte zu Gender gezeigt, die so manch anderer Roman auch auf 300 Seiten nicht zu geben vermag. Die Wut ist spürbar, die Streiche mit Oralverkehr und verbundenen Augen böse und einige andere Aktionen wie dem Telefonterror schwer vorstellbar (und gibt es Menschen, die wirklich all diese Aktionen machen?). Ein zugleich lustiger und ernsthafter Roman.
War ich mir bisher nicht sicher, so frage ich mich nun: Ist Gender vielleicht wirklich nur Konstruktion und Illusion?

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Licht, Luft und Luxus

Boris von Brauchitsch , Heinrich Kuhn
Fester Einband
Erschienen bei bebra verlag, 15.02.2017
ISBN 9783814802237
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Der Putz blättert allerorten, Wasserflecken ziehen sich durch die Räume, über dem Herd oder an lauen Tagen auf dem staubigen Hinterhof hängt die Wäsche zum Trocknen, in den Ecken wuchert der Schimmel und draußen stehen in einem Holzverschlag die Kühe."
Wie konnte sich Berlin innerhalb von 75 Jahren zu einer Stadt entwickeln, die es heute ist? Haben die Menschen wirklich so gewohnt? Kühe im Hinterhof gemolken? Wäsche in Waschküchen gewaschen? Kinder auf Ruinen gespielt?
Die verschiedenen Fotografien, mal in schwarzweiß, mal in Farbe, machen sprachlos, die Adressangaben (mit der genauen Hausnummer) laden dazu ein, die Straßen abzufahren und sich die Häuser im heutigen Zustand anzuschauen. Der Bildband dokumentiert den Aufbau von West-Berlin in chronologischer Reihenfolge und mit kleinen Essays zu Beginn und einer Karte im Anhang. Ein schönes Buch zum In-Erinnerung-Schwelgen (auch wenn man nicht zu dieser Zeit an diesem Ort gelebt hat) und ein tolles Geschenk für alle Berlin-Liebhaber!

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hoffen und bangen, unerfüllte sehnsüchte, nähe und distanz, schmerz, ester

Unvollkommene Verbindlichkeiten

Lena Andersson , Gabriele Haefs
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 10.04.2017
ISBN 9783630875248
Genre: Romane

Rezension:

"Wer kann Ester Vorwürfe machen, weil sie unter diesen Bedingungen nicht aufhörte, zu hoffen und zu glauben?"
In ihrem zweiten Roman beschreibt die Schwedin Lena Andersson die zweite Liebe von Ester Nilsson, einer klugen Frau, die ihr Leben im Griff hat, sich für Kultur interessiert, viele Freundinnen hat und hochphilosophische Schriften veröffentlicht. Doch mit einer Sache will es nicht so recht klappen, mit der Liebe. Wie schon im ersten Roman "Widerrechtliche Inbesitznahme" ist Ester wieder unsterblich verliebt, doch der Mann unerreichbar: Olof, ein verheirateter Schauspieler, der sehr gut die Kunst des Push-and-Pulls beherrscht und sich genau dann bei Ester melden, wenn sie gerade dabei ist, sich von ihm zu lösen. Schon der erste Roman von Andersson hat mir sehr gut gefallen, wobei es nicht um Aktivitäten geht, sondern um die auf den Punkt genauen Gefühlsbeschreibungen. Man möchte Ester schütteln und wachrütteln, so sehr sieht sich in jedem Zeichen große Hoffnung, macht sich das Leben zur Last wegen einer Bemerkung und verliert sich in Zukunftswünschen, die nie erfüllt werden können.
Ich habe viele kluge Sätze herausgeschrieben und das macht das Buch zu einem meiner Lieblingsbücher: Andersson schafft es genau all jene Gefühle zu beschreiben und die Beziehungsmuster zu analysieren, die wohl die meisten schon selbst erlebt haben, in der Rolle von Ester oder in der Rolle von Olof. Und sollte Ester im dritten Roman wieder unglücklich verliebt sein und ihrer vermeintlich großen Liebe hinterherlaufen, so werde ich mir auch dieses Buch sofort kaufen.

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island, selbstbewusstsein, veränderung, leben, mu

Wege, die das Leben geht

Audur Jónsdóttir , Kristof Magnusson
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714872
Genre: Romane

Rezension:

Wer sich für isländische Literatur interessiert, wird an Audur Jónsdóttir nicht vorbeikommen, vor allem in ihrem eigenen Land wird die Schriftstellerin und Journalistin viel gelesen. "Wege, die das Leben geht" ist ein typischer isländischer Roman, denn es kommen viele starke Frauen darin vor!
Eyja, die in einer unglücklichen Ehe mit einem deutlich älteren Mann lebt, soll laut ihrer Großmutter und Mutter endlich ihr Leben selbst in die Hand nehmen und ihren Traum verwirklichen: Schriftstellerin werden. Dafür fährt Eyja zu einer Freundin ihrer Mutter, Runa nach Schweden und versucht, all ihre Probleme hinter sich zu lassen.
Das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen, doch genau das macht für mich auch den Roman aus: etwas Schweres, Undefinierbares, das sich wie ein roter Faden durch eine Art Familiensaga zieht. Es macht Spaß, diese vier Frauen, vor allem, natürlich Eyja dabei zu beobachten, wie sie versucht, ihren Traum zu verwirklichen und dabei die Unterstützung von so vielen Frauen bekommt (das macht den Roman für mich auch sehr aktuell, in der Debatte darüber, dass Frauen sich gegenseitig helfen sollten, um zum besten Ergebnis - in welchem Bereich auch immer - zu kommen). Ein kluges und mutmachendes Buch! Hoffentlich werden bald mehr Bücher von Jónsdóttir in deutscher Sprache übersetzt.

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feminismus, fachbuch, familie, essays, erziehung

Liebe Ijeawele

Chimamanda Ngozi Adichie , Anette Grube
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 08.03.2017
ISBN 9783596299683
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nach "We should all be feminists" konnte ich es kaum erwarten, "Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden" von CHimamanda Ngozi Adichie zu lesen. Es ist ebenso ein optisch dünnes, jedoch im Inhalt sehr dickes Buch! In diesem gibt Adichie 15 Ratschläge an die Tochter ihrer Freundin, kluge Ratschläge, wie man seine Tochter zu einer selbstbestimmten Frau erziehen kann. Momentan gibt es viele feministische Bücher auf dem Markt, doch in diesem werden auch neue Gedanken angestoßen, z.B. dass nach einer Heirat nicht ein Nachname vom Partner angenommen werden muss, sondern dass Mann und Frau einfach ganz neue Namen bekommen. Genau aus diesem Grund finde ich die Texte von Adichie so spannend zu lesen: Sie sind allesamt leicht und verständlich geschrieben, hallen jedoch länger nach und man fragt sich: ja, genau, warum gibt es nicht einfach einen neuen Namen für das Ehepaar? Ich habe mich in vielen Gedanken wiedergefunden und auch in meinem Umkreis, vor allem in der älteren Generation, wird jungen Mädchen schon in jungen Jahren für die Zukunft oft ein "guter Ehemann" gewünscht und eine glückliche Ehe als die größte Leistung und größtes Lebensziel überhaupt angepriesen, Jungs hingegen sollen Karriere machen und eine Familie ernähren können. Dies würde zu einem Ungleichgewicht in der Beziehung führen, und somit zu einem Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Die "Botschaften" von Adichie machen Lust, eine Frau zu sein!
Ich möchte das Büchlein allen Frauen schenken, die eine Tochter zur Welt gebracht haben, oder einen Sohn, oder generell allen Frauen auf dieser Welt, und ich wünsche, meine Mutter hätte dieses Buch zu meiner Geburt geschenkt bekommen!

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Blümchensex

Michael Allaby
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 13.03.2017
ISBN 9783667109088
Genre: Sachbücher

Rezension:

Würde man die einzelnen Kapitel ohne Zusammenhang lesen, würde man nicht auf die Idee kommen, dass es sich bei dem Buch von dem Schotten Michael Allaby um eine spannende Abwandlung des Pflanzensex geht: "Rotlichtmilieu", "Huren und Callboys", "Die Schüchternen und die Selbstverliebten", "Säufer und Vordrängler", "Bestechung", "Aphrodisiaka", "Entführer" und "Diebe und Betrüger" könnten auch von menschlichen (Sex-)Abgründen handeln. Auch die lustigen Titel der Zwischenkapitel (zB. "Immer wichtig: wie groß, wie geformt?") ließen mich immer wieder schmunzeln. Wissenschaftlich, aber auch populärwissenschaftlich und auch für Nicht-Biologen wird ein faszinierender Einblick in die Welt der Botanik, ganz explizit des Blümchensex gegeben. Dieses Buch hätte den damaligen Bio-Unterricht deutlich spannender gemacht!

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achtsamkeit, hygge, hyggeli, louisathomsenbrit, gemütlichkeit

Hygge

Louisa Thomsen Brits , Leena Flegler
Fester Einband
Erschienen bei Mosaik , 06.03.2017
ISBN 9783442393176
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dass die Dänen das glücklichste Volk der Welt sind, ist bekannt. Wie kommt es dazu? In ihrem Buch "Hygge. Die dänische Art, glücklich zu sein" beschreibt die Dänin Louisa Thomsen Brits anhand kurzer Kapitel, wie die Dänen es schaffen, es sich selbst hygge, gemütlich zu machen, und sich so das Leben positiv zu gestalten. Anhand Titel wie "Harmonie" und "Hier und Jetzt" werden Situationen aufgezeigt, in denen man es sich hygge und damit viel für sein Wohlbefinden machen kann. Oft werden dänische Redewendungen ins Deutsche übersetzt, was mir besonders gut gefallen hat. Das Buch ist nicht nur ein tolles Geschenk für Dänemark-, sondern ganz klar auch allgemein für Skandinavien-Fans.
Es gab zwar keinen neuen Ratschlag, doch das Lesen des Buches an sich hat mich schon viel positiver gestimmt und mich dazu verleitet, mir mehr Zeit für mich zu nehmen und mich mit schönen Dingen zu befassen. Und zum Beispiel dieses Buch zu lesen!

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Das Umgehen der Orte

Fabian Hischmann
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 12.01.2017
ISBN 9783827012920
Genre: Romane

Rezension:

Nach seinem Debüt "Am Ende schmeißen wir mit Gold" konnte ich es kaum erwarten, Fabian Hischmanns neuen Roman zu lesen. Und auch in diesem geht es um Aufbruch, Wendepunkte des Lebens im jungen Leben, das Leben an verschiedenen Orten der Erde, Tod und Verlust, Liebe (vor allem die gleichgeschlechtliche), die Beziehung zu den Eltern und Schicksalsschläge in der Familie.
Es ist ein ruhiges und doch wütendes Buch, mit viel Wahrheit zwischen den Zeilen, in unterschiedlich langen (und meist kurzen) Kapiteln, mal mit Überschriften, mal ohne, mal in Schriftgröße 10, mal in 18.
Und obwohl einige Geschichten scheinbar unverbunden hintereinander stehen, "spürt" man doch den roten Faden. Vor allem das letzte Kapitel, in Island, hat besonders gut gefallen. Wegen Island. Und weil das Gefühl aufkam, dass am Ende doch alles irgendwie gut werden kann.

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Mythos Polarlicht

Michael Hunnekuhl
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 12.09.2016
ISBN 9783667108142
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ich vor zwei Jahren zum ersten Mal im Norden Islands Nordlichter gesehen habe, bin ich fasziniert von diesem Naturschauspiel. Doch wie entstehen diese? Wo und wann kann man sie am besten beobachten? Sind sie ein etwa ein Mythos und reine Einbildungskraft?
In "Mythos Polarlicht. Warum Himmelsbänder, Heringsblitze und Sonnenwinde faszinieren" beschreibt Michael Hunnekuhl sowohl die physikalischen Aspekte als auch die "Entstehungsgeschichte" der Polarlichter. Von der antiken Überlieferung bis zur heutigen Polarlichtaktivität erklärt er wissenschaftlich, dabei aber auch für Laien verständlich und spannend alles über die Polarlichter. Auch der menschliche Aspekt kommt nicht zu kurz, denn dass Polarlichter nicht nur heute, sondern auch schon in früher Zeit eine große Anziehungskraft auf die Menschen ausgeübt haben, ist verständlich. Welche Interpretationen dieses Lichttanzes hatten sie?
Mit QR-Codes ist es möglich, Filme von der Raumstation ISS auf seinem Handy anzuschauen - genial!
Ein wunderschönes Buch mit tollen Bildern, die Lust darauf machen, wieder zu verreisen und nach Polarlichtern zu jagen!

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familie, nichtgeliebtwerden, entwicklungsroman, vater, kindheit

Komm her und lass dich küssen

Griet Op de Beeck , Isabel Hessel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714438
Genre: Romane

Rezension:

Aufmerksam geworden bin ich auf "Komm her und lass dich küssen" von Griet Op de Beeck durch die Frankfurter Buchmesse 2016, bei der die Niederlande Gastland war. Unter allen Romanen, die zu dieser Zeit erschienen sind, ist mir dieser positiv aufgefallen, beschreibt er doch auf einfühlsame und authentische Weise das Leben von Mona, die früh ihre Mutter verliert (ab diesem Moment beginnt auch die Handlung), mit einer Stiefmutter klarkommen und nebenher noch ihren Bruder Alexander miterziehen muss. Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, von der Kindheit, dem Erwachsenwerden und Erwachsenensein, und in dieser Hinsicht entwickelt sich auch die Sprache. Es liest sich zwar leicht, geht aber in die Tiefe und berührt mit klugen Gedanken und Beobachtungen. "Komm her und lass dich küssen" hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe, bald mehr von der Autorin zu lesen.

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Frau Müller hat nicht die Absicht, mehr zu bezahlen

Natalka Sniadanko , Lydia Nagel
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 17.02.2016
ISBN 9783709972298
Genre: Romane

Rezension:

Durch das internationale literaturfestival odessa bin ich auf Natalka Sniadanko gestoßen und der Klapptext des Buches hat mich sofort angesprochen. In "Frau Müller hat nicht die Absicht, mehr zu bezahlen" beschreibt Sniadanko das Leben zweier Frauen, die auf dem Weg nach Athen in Berlin hängengeblieben sind und hier das Leben meistern. Ich habe bisher wenige Bücher zu dem Thema gefunden, es wird über Frauen aus anderen Kulturkreisen berichtet, doch eher selten über ukrainische Frauen. Vielleicht, weil sie äußerlich nicht auffallen. Vielleicht, weil die Anpassungsschwierigkeiten subtiler sind. Auf alle Fälle sind es meist starke Frauen, die sich unterschätzen, auch in Deutschland ihrem Mann unterordnen und Arbeiten verrichten, für die sie viel zu gut ausgebildet sind. Dieses spannende Thema beschreibt Sniadanko in ihrem Buch sehr detailliert, mit vielen tollen Gedanken, so dass man sich als russische Frau in so vielen Passagen wiederfindet. Ich würde behaupten, dass es auch ein feministisches Buch ist, das Lust macht, zu seinen Wünschen zu stehen, diese einzufordern und auch ggf. dafür zu kämpfen.
Sniadanko liefert fast schon eine Art Soziologiestudie über die ukrainische/osteuropäische Frau in Deutschland, und das auf eine sehr lebensbejahende Art (wie ich finde). Auch das Cover ist schön!

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Der Berlin-Code

Alexander S. q Wolf , Brenda Strohmaier
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei bebra verlag, 05.09.2016
ISBN 9783814802251
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es gibt wohl viele Bücher über Berlin, über Berliner, über die Geschichte Berlins und den Berliner Dialekt, aber dieses Buch hat alle wichtigen Fakten über Berlin kompakt in 11 Geboten zusammengefasst. Die beiden Autoren Brenda Strohmaier und Alexander S. Wolf schreiben auf eine lustige Art und verbinden geschichtliches Hintergrundwissen mit Pointen aus dem Berliner Alltag und sogar einem handgeschriebenen Brief. Vor allem die Passagen über die Berliner Schnauze haben mich sehr zum Lachen gebracht und jeder, der schon längere Zeit in Berlin wohnt, kennt die Freundlichkeit von Berliner Busfahrern oder Bäckereiverkäufern. Viele Studienergebnisse und Zahlen und auch die Tatsache, dass Strohmaier zum Thema "Wie man lernt, Berliner zu sein" promoviert hat, machen das Buch noch lesenswerter, ebenso die vielen Literaturhinweise im Text, zB zu Bücher über das Berlinische oder über den richtigen Berliner. Eine schöne Idee sind auch die Fragen, die Menschen in Berlin über Berlin gestellt werden sowie die Bilder, die die Vielfalt der Berliner darstellen.
Einziger Minuspunkt sind die Anzeigen und Werbung im Buch, was jedoch nur einen ästhetischen Unterschied macht. Im Vorwort wird bereits darauf hingewiesen und auch erklärt, warum es sein muss. Und vielleicht wäre das Buch ohne die Anzeigen nicht entstanden, und das wäre sehr sehr schade gewesen!
Ein interessantes, lustiges Buch, nicht nur für Berliner und Berlin-verrückte, sondern auch für alle anderen, die Neues über die beste Hauptstadt der Welt erfahren wollen!

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tokio, japan, moderne, klassiker, entwicklungsroman

Sanshiros Wege

Soseki Natsume , Eduard Klopfenstein , Christoph Langemann
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei bebra verlag, 19.02.2009
ISBN 9783861249085
Genre: Romane

Rezension:

Für Japan-Liebhaber ist dieses Buch ein Muss, besticht es doch durch die ruhige, fast schon poetische Sprache, die (für mich) perfekt die japanische Kultur widerspiegelt. In "Sanshiros Wege" beschreibt der 1867 in Tokio geborene Autor Soseki Natsume den Aufbruch von Sanshir, der für das Studium aus der japanischen Provinz nach Tokio kommt und überwältigt ist von der Hektik der Stadt und den vielen neuen Erfahrungen, die er in dieser macht. Viele (heutige) japanische Autoren beschreiben das heutige moderne, schrille und grelle Japan, so ist es umso interessanter, das Tokio um das Jahr 1900 kennenzulernen. 1900 oder 2017-die Gefühle und Eindrücke, die man empfindet, wenn man zum Studium in eine große Stadt zieht, sind wohl zeitlos. Ein stilles, ruhiges und einfach schönes Buch!

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verbannung

Aber der Himmel - grandios

Dalia Grinkevičiutė , Vytene Muschick
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714285
Genre: Romane

Rezension:

Es wurden schon etliche Bücher zum 2. Weltkrieg geschrieben, Tagebucheinträge, das Leben aus der Sicht eines Kindes, Überleben im Gulag, doch diese Geschichte der mir bisher unbekannten litauischen Dalia Grinkeviciute ließ nicht mehr los. In Briefen erzählt sie von der Deportation auf eine Insel in der Arktik, an einen Ort, an dem nichts ist und die Baracken selbst gebaut werden müssen - bei eisiger Kälte, ohne passende Kleidung, ohne viel Essen. Auf eine poetische, unschuldige Art beschreibt sie, wie sie mit ihrer Mutter und dem Bruder in einer dieser Baracken lebt, in denen der Tod näher ist als das Leben. Mit persönlichen Bildern, die im Buch abgedruckt sind, bekommt das Gelesene auch ein "Gesicht", Dalia Grinkeviciute zeigt private Bilder von ihrer Familie und beim Anblick der Baracke auf einem dieser Bilder kann man es kaum glauben, dass Menschen so leben mussten. Und wie so oft fragt man sich - wie die Autorin selbst - nach der Lektüre dieses Buches: "Haben diese Menschen wirklich dafür gelebt, gelernt und gearbeitet, um ihr Leben an einem Ufer zu beschließen?”

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95 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, gedankenwelt, hard-boiled wonderland und das ende der welt, haruki murakami, imagination

Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

Haruki Murakami , Annelie Ortmanns
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2016
ISBN 9783442713974
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe noch nicht viel von Murakami gelesen, aber wenn die Rezensenten vor mir schreiben, dass es ein typisches Murakami-Buch ist, dann mag ich seinen Stil! "Hard-boiled Wonderland" und "Das Ende der Welt" (als Buch in einem Titel) sind zwei Geschichte, die eine in
Hard-boiled Wonderland spielt im realen Tokio, und es geht wieder um einen Japaner, der etwas einsam ist (dem das aber nichts ausmacht), der viel arbeitet und nur seine Ruhe haben will. "Das Ende der Welt" war für mich zT etwas schwer zu folgen, und ehrlichgesagt habe ich mich oft über die Kürze dieser Kapitel gefreut. Nichtsdestotrotz konnte ich beobachten, dass mich die beiden Geschichten in einen Sog gezogen haben und ich es kaum erwarten konnte, in diese surreale Welt abzutauchen. Vielleicht ist das der Sinn von Murakami-Büchern? In fast jedem Kapitel gibt es einen klugen und/oder sehr detaillierten Satz, weshalb das Buch für mich lesenswert ist.
Ich werde das Buch nach einer Zeit noch einmal lesen und schauen, ob es mir neue Aspekte und Zusammenhänge aufzeigt. Auf jeden Fall hat es Lust auf mehr Murakami gemacht!

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29 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

feminismus, essays, frauen, gesellschaftskritik, gewalt

Wenn Männer mir die Welt erklären

Rebecca Solnit , Kathrin Razum , Bettina Münch
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442714391
Genre: Sachbücher

Rezension:

Obwohl das Buch nun schon etwas älter ist (habe die vorherige Auflage gelesen), ist es noch immer hoch aktuell (und wird es wohl leider noch lange bleiben), denn erst vor Kurzem wurde in den Medien berichtet, dass es in Schweden eine Hotline gibt, auf der man anrufen kann, wenn Männer einem eben mal wieder die Welt erklären wollen. Und das gleichnamige Buch von der US-amerikanischen Schriftstellerin Rebecca Solnit deckt solche Fälle männlicher "Überlegenheit" auf. Es ist nach verschiedenen Kapiteln gegliedert, mit kurzen Essays und vielen - auch neuen - Aspekten des Feminismus. Manchmal empfand ich die Texte als zu männerfeindlich, denn zum Glück gibt es doch auch "andere" Männer als die beschriebenen, aber im Großen und Ganzen hat mir "Wenn Männer mir die Welt erklären" viele Denkanstöße gegeben!

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

zukunft, gegenwart, gesellschaftskritik, analyse, gesellschaft

Wer wir waren

Roger Willemsen , Insa Wilke
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.11.2016
ISBN 9783103972856
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Wer wir waren" ist eine Rede, die Roger Willemsen am 24. Juli 2015 gehalten und der letzte veröffentlichte Text, den Willemsen der Nachwelt hinterlassen hat. Darin kritisiert er unsere heutige Gesellschaft, den Verlust von Werten, den übertriebenen Konsum und das Digitale. Denn daran leidet unsere Gesellschaft massiv, unser Mitgefühl, die Beziehungen zu anderen Menschen, die Besinnung auf sich selbst. Und wie sagt Willemsen: “Wenn man es genau bedenkt, ist vom Anfang aller Tage an alles immer schlechter geworden.” Und ja, stimmt das nicht sogar? Ich finde schon. Und warum das so ist, versucht das dünne Buch zu erklären.
Es liest sich an einem Tag, doch es hallt nach. Ständig schreibt man sich kluge Sätze heraus und spinnt weiter. Wie wohl das gleichnamige Buch geworden wäre? Wir werden es leider nie erfahren.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Auch Miststücke können einem leidtun

Viktorija Tokarjewa , Angelika Schneider
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2016
ISBN 9783257069761
Genre: Romane

Rezension:

Viktorija Tokarjewa gehört zu den russischen Autorinnen, die in Russland von vielen unterschiedlichen Menschen gelesen werden und das nicht ohne Grund: Ihre feinen und klugen Analysen der russischen Seele, der russischen Frauen, Beziehungen jeglicher Art und ihr trockener Humor machen Tokarjewas Texte einzigartig.
Der Kurzgeschichten-Band "Auch Miststücke können einem leidtun" reiht sich in die Reihe der Bücher ein, die noch lange nachhallen. Es sind Geschichten über "normale" Menschen mit alltäglichen Problemen, über ältere Frauen, die von ihren Männern betrogen werden oder Frauen, die aus Geldgier jemanden heiraten, obwohl sie einen anderen lieben. Über Nachbarinnen, die sogar den Tod des eigenen Mannes vorgeben, um Geld ausgeliehen zu bekommen oder die verspätete Liebe im Alter.
Es ist eher üblich, dass in einem Band mit Kurzgeschichten einige Geschichten mal mehr, andere weniger gut sind, doch bei diesen neun waren alle absolut gut und besonders, und das ist eine Seltenheit!
Wie bereits von Tokarjewa gewohnt, sind auch in diese Geschichten sehr kluge Gedanken, eingeflossen. Wir sind alle gut vernetzt, aber alle sind zu beschäftigt und damit nicht zu erreichen. Und ja, auch Miststücke können einem leidtun. Ein super Titel!
Ein schönes Buch über die Liebe, über die Eigenheiten der Russen, und über die Frage, warum es in Russland keinen Feminismus gibt.

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internet

Ich hasse dieses Internet.

Jarett Kobek , Eva Kemper
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 13.10.2016
ISBN 9783103972603
Genre: Romane

Rezension:

Noch so ein Internet-Roman? Das Thema Internet ist für mich (nicht mehr) sehr interessant, doch der Klappentext des Romans hat mich - auch wegen des Covers - angesprochen. Hauptsächlich geht es um Adelines Leben in San Francisco, einer Frau ohne Eumelanin in der Basalschicht der Epidermis (und ja, diese Beschreibung der Hautfarbe wird bei allen erwähnten Personen des Buches gegeben), die bei einem Vortrag in der Uni gefilmt wird, das Video ins Internet gestellt wird und sich rasend schnell verbreitet, um viele Hater anzuziehen. Denn solche Dinge passieren mit unserem permanenten Online-Dasein immer öfter. Durch die Anonymität im Internet ist es viel einfacher, Menschen zu mobben, zu demütigen oder deren Leben zu zerstören (so geschehen bei der zweiten Protagonistin Ellen, deren Foto beim Oralverkehr mit dem Ex nach vielen Jahren an die Öffentlichkeit gelangt, weil die heutige Freundin dieses Ex einen kleinen Eifersuchtsanfall hat). Und ja, der Roman deckt erschreckende Wahrheiten über das Internet auf (und ich stimme dem Autor in sehr vielen Punkten zu!). Fotos, die einmal im Netz gelandet sind, sind sehr schwer wieder zu löschen, und ist es nicht erschreckend, dass zB Facebook genau die Werbung anzeigt, die vermeintlich die eigenen Interessen widerspiegelt?!
Was den Roman besonders lesenswert macht, sind viele neue Gedanken, so zB der Hinweis, dass Geld das Mittel für Demütigung ist und Frauen, aufgrund eines schwächeren Oberkörpers nicht töten oder Essen besorgen können und somit benachteiligt, ja, in unserer Gesellschaft gehasst werden. Überhaupt gefällt mir sehr Kobeks Schreibstil. Er beschreibt viele Begriffe, Personen, Medien in kurzen, kritischen und sehr treffenden Sätzen. Liefert Zahlen und Fakten über Twitter, Instagram & Co. Auf rotzige und derbe Art.
Erwähnenswert sind auch viele hilfreiche (und vom Autor nicht empfehlenswerte) Literaturtipps und historische Hintergrundinformationen. Auch interessant waren einige Passagen über die amerikanischen Präsidenten, vor allem natürlich auch mit dem Wissen, dass nun Trump USA regiert.
Ein sehr lesenswerter und auf jeden Fall nützlicher Roman, der einen dazu bringt, darüber nachzudenken, ob man jetzt wirklich dieses eine Foto bei Instagram posten sollte. Sollte man nicht.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

kaukasus, heirat, hochzeit, hochzeitssall, hass

Eine Liebe im Kaukasus

Alissa Ganijewa , Christiane Körner
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.08.2016
ISBN 9783518425541
Genre: Romane

Rezension:

"Eine Liebe im Kaukasus", der zweite Roman der in Dagestan geborenen Alissa Ganijewa, spielt in einer Siedlung nicht weit vom Kaspischen Meer und beschreibt den Clash zwischen Moderne und Tradition zwei junger Menschen. Marat, ein junger Anwalt, und Patja, beide aus Moskau in ihre Heimat in Dagestan zurückgekehrt, müssen sich dem Wunsch ihrer Eltern stellen und endlich heiraten!

Abwechselnd wird in den Kapiteln aus der Sicht Patjas und Marats berichtet, von Patjas Mutter, die ihrer Tochter immer wieder zu verstehen gibt, dass eine unverheiratete Frau mit den Jahren immer mehr an Wert verliert und Marats Eltern, die für ihren Sohn bereits für den 13. August einen Festsaal gemietet haben - doch leider fehlt noch die passende Ehefrau!
Die Mütter, hysterisch und nach Enkelkindern lechzend, zeigen ihren Sprösslingen Listen von heiratswilligen und potenziellen Ehepartnern, die Kinder, Marat und Patja, finden an niemandem gefallen. Timur, mit dem Patja aus Moskau eine längere Brieffreundschaft pflegte, sieht in dieser das Ja für eine Heirat, doch bei der Begegnung in der Realität kann Timur bei ihr nicht überzeugen. Und auch Marat lernt seiner Mutter zuliebe die von ihr ausgesuchten Frauen kennen, wird jedoch mit keiner richtig warm.
Auf einer Feier treffen sich nun Marat und Patja, sehen sich einige kurze Male und schon sind beide unsterblich verliebt und das Ende ist sehr vorhersehbar...

Die Geschichte ist an vielen Stellen leider etwas kitschig, manchmal sperrig zu lesen, doch kann ich mir gut vorstellen, dass es in kaukasischen Familien wirklich so zugeht! Denn dass die Eltern auch im Jahr 2016 auf eine Heirat bestehen, teilweise den Partner der Kinder aussuchen, kommt (oft) vor. Und die Darstellung der Brautwerbung, die Bedeutung der Jungfräulichkeit, die Gerüchte in einer kleinen Siedlung, in der immer die Frauen die billigen Prostituierten sind und froh sein können, wenn sie jemand bis zum 25. Lebensjahr zur (Zweit-) Frau nimmt, ist mal tragisch und mal amüsant zu lesen. Eingebettet ist die Liebesgeschichte in eine angespannte Umgebung, in der islamistische Brüder Terroranschläge verüben und brutale Übergriffe der Staatsgewalt an der Tagesordnung stehen.

Es ist eine kleine Geschichte von dem Verlust von Tradition, Sprache und Kultur.
Etwas störend empfand ich die Tatsache, dass Patja als emanzipierte Frau, die einige Jahre in Moskau bei ihrem Bruder ein scheinbar nicht unwildes Leben gelebt hat, natürlich kurze Haare hat, sich nichts aus Make-Up macht und auch mal in Gummistiefeln auf die Straße geht. Können nicht auch Frauen mit langen Haaren, rotgeschminkten Lippen und High Heels cool und emanzipiert sein?!

Im Nachwort führt die Übersetzerin Christiane Körner einige wichtige Informationen zu der Thematik des Buches, das einige Symbole verständlicher macht und beispielsweise auch die Sufi-Motive erklärt. Dieses Nachwort lässt die gesamte Geschichte in einem etwas anderes Licht erscheinen und einige Passagen, zB die vielen Meeres-Motive, werden verständlicher. Ein schönes Cover (das Meer!) und eine interessante Geschichte!

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Apollokalypse

Gerhard Falkner , Wolfram Koch
Audio CD
Erschienen bei OSTERWOLDaudio, 17.10.2016
ISBN 9783869523255
Genre: Romane

Rezension:

"Sie [meine Vermieterin| sagt, man wäre 'als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang', und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, 'sich bis zu seinem Ende damit abzukapseln, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.'" Dies schreibt Falkner in seinem Roman "Apollokalypse", der für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert war. Wegen der vielen Besprechungen in allen großen Zeitungen konnte auch ich es kaum erwarten, diesen "Berlin-Roman" endlich zu lesen... und ich war leider etwas enttäuscht. Denn es gibt keinen Zusammenhang, es werden Namen erwähnt, die zwar kurz in einigen Kapiteln wieder auftauchen, dann jedoch einfach nicht mehr, Isabel, Billy, Pruy, Büttner, scheinbar ohne Verbindungen sind die unterschiedlich langen Kapitel aneinandergereiht, manche haben mich ratlos zurückgelassen, unter anderem die Passagen, in denen es um die beiden Identitäten des Georg Authenrieth geht. Es geht um sehr viel Sex, um "dauergeile Amazonen und Tigermädchen", wie Falkner beschreibt, um Freundschaft (?), die RAF und andere Menschenbeziehungen, die mir manchmal nicht ganz klar wurden.
Sieht man die einzelnen Kapitel nicht in einem Zusammenhang, sondern viel mehr als 'Kurzgeschichten', sind einige sehr unterhaltsam, amüsant und auf jeden Fall sprachlich gewaltig zu lesen. Einige Beobachtungen, ja, auch über Berlin und seinen Alexanderplatz oder Ku'Damm sind interessant und sehr detailliert (aber gleich von einem Berlin-Roman oder Berlin-Gefühl zu sprechen... so weit würde ich nicht gehen).
Trotz fehlendem Zusammenhang und der somit auch nicht vorhandenen Spannung konnte ich nicht aufhören zu lesen und kann doch behaupten, dass mir der Roman gefallen hat. Zum größten Teil wegen der Schreibweise mit vielen Wortspielen.

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Ein Jahr in Island

Tina Bauer
Flexibler Einband
Erschienen bei Verlag Herder, 16.08.2016
ISBN 9783451069277
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ich bin ein sehr großer Island-Fan und das Auswandern auf diese Eisinsel ist einer meiner größten Träume, die ich mir erfüllen möchte. Deshalb war das Buch nicht nur zum Schmökern gut, sondern überlebenswichtig, und ich habe mich entschieden: Wenigstens für einige Monate werde ich dieses Abenteuer nun auch wagen ;) und Tina Bauer hat mich motiviert! Denn die Journalistin, die auch einen Island-Blog betreibt und andere Bücher über Island herausgegeben hat, beschreibt in Monatskapiteln die einzelnen Stationen beim Auswandern: das Beantragen einer Kennitala, die Jobsuche, wo man am günstigsten Möbel kaufen kann, der Wechsel von 24h-hellen Sommern und dunklen Wintern, aber auch von Heimweh und Erfolgsmomente. Es ist jedoch nicht nur ein Auswander-Guide, sondern auch eine Ansammlung von Wissenswertem über Island und die Isländer, ihre außergewöhnlichen Nachnamen, die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und auch das besondere Verhältnis der Isländer zu Fast Food. 
Das Buch ist 2016 überarbeitet erschienen, die erste Ausgabe habe ich nicht gelesen und kann auch keinen Vergleich ziehen. Wünschenswert wäre gewesen, eine Karte von Island zu haben, auf der man die einzelnen Städte, die auch im Buch erwähnt werden, verorten kann. Ein Glossar wäre auch hilfreich, um nicht ständig Restaurant- und Shop-Namen aufschreiben zu müssen (denn von diesen Tipps gibt es viele im Buch!). 
Ein super Buch, nicht nur für Island-Fans, aber vor allem ein Muss für diejenigen, die auf diese wunderschöne Insel auswandern möchten! Zweifelt man, ob man auswandern möchte, werden die Zweifel zunichte gemacht (zumindest mir hat das Buch sehr viel Mut gegeben!). Und eine Einführung in die isländische Sprache wird auch gegeben, denn einige einfache Sätze sind auf Isländisch. Takk fyrir!

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poetisch, 4 sterne, hinterfragen, überdenken;, wahrheiten

Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen

Tim Parks , Ulrike Becker , Ruth Keen
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 24.08.2016
ISBN 9783956141300
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es ist schon lustig, eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das in einem Kapitel die Buchrezension behandelt und beschreibt, was eine (Amazon)-Rezension mit einem Buch macht. "Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen" von dem englischen Autor, Übersetzer und Kritiker Tim Parks behandelt in kurzen Kapiteln alle Facetten des Buches, von Seiten der Schriftsteller, der Leser, der Verlage und weiterer Akteure.
Obwohl die Diskussion zB um das E-Book und die Frage, ob das gedruckte Buch ausstirbt, schon zu genüge stattgefunden hat, schafft es Parks, neue Aspekte hinzuzufügen und zum Nachdenken anzuregen, auch in den anderen Kapiteln.
Außerdem behandelt er wohl essentielle Fragen von Buchliebhabern: Müssen wir Bücher zu Ende lesen? Dieses auf jeden Fall!
Wer Bücher liebt, wird dieses Buch lieben! Die schöne Gestaltung macht es auch zu einer tollen Geschenkidee für alle Buchliebhaber.

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Auf der Vespa durch Island

Motorliebe , von Motorliebe
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 11.07.2016
ISBN 9783667107008
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Reihe "Auf der Vespa durch..." war mir bisher unbekannt, doch ich liebe Island und ich liebe Reiseberichte und deswegen musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Die beiden Journalisten Michael Blumenstein und Dani Heyne, die sich unter dem Namen "Motorliebe" zusammengeschlossen haben, beschreiben in kurzen Episoden und mit vielen Bildern ihre Rundreise auf Island, begonnen mit der Fähren-Überfahrt von Dänemark, über Island, anschließend mit einem kurzen Zwischenstopp auf den Färöer Inseln, bevor es wieder nach Deutschland ging.
Besonders interessant zu lesen waren die kurzen Interviews mit Isländern (und Ausländern, die schon lange auf Island leben) sowie die unterschiedlichen Berichte über das unberechenbare Wetter in Island (im Sommer!).
Ein perfektes Buch für Island-Liebhaber, Reisehungrige, Träumer, Abenteurer und natürlich Vespa-Fans! Und auch eine Art Reiseführer mit außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten und Orten, denn dass zB das älteste Industriegebäude Islands in Djúpavík steht und es auf Island ein Motorrad-Museum gibt, hatte ich bisher nicht in meinem üblichen Island-Reiseführer gelesen.
Eigentlich gefällt mir der rotzige Schreibstil der beiden, doch Wörter wie "krass" und einige andere Ausdrücke fand ich eher unpassend (deswegen ein Stern Abzug). Wie sagen die Autoren so schön: "Denn es sind die erfüllten Träume, die uns reich machen." Und durch Island auf einer Vespa zu fahren, könnte ein neuer Traum werden. Ich habe bisher keine Vespas auf Island gesehen, aber für den nächsten Urlaub werde ich vielleicht doch eine mieten ;)

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