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242 Bücher, 54 Rezensionen

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(71)

95 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

tod, roman, krankheit, verlust, liebe

In jedem Augenblick unseres Lebens

Tom Malmquist , Gisela Kosubek
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608983128
Genre: Romane

Rezension:

Tom und Karin stehen kurz davor, Eltern ihres ersten Kindes zu werden, als Karin schwer erkrankt. Das Kind wird per Kaiserschnitt gerettet und Tom hetzt von der Intensiv-zur Neonatologie und zurück, bangend um seine beiden Liebsten. Karin überlebt die akute Leukämie nicht und Tom ist allein mit einem neugeborenen Frühchen. Im Buch berichtet er von den Geschehnissen im Krankenhaus, wie es danach für ihn mit der Kleinen zu Hause weitergeht und in Rückblenden immer wieder von seinem gemeinsamen Leben mit Karin. 

Es ist eine zutiefst traurige Geschichte, die Tom Malmquist da erzählt. Da freut man sich auf den wohl schönsten Moment seines Lebens – die Geburt des ersten Kindes – und dann wird alles anders und man verliert sogar den Partner. Unbegreiflich! 

Tom selbst scheint sich wie in einer andauernden Ohnmacht zu befinden. Er erledigt seine Aufgaben, kümmert sich mit Hilfe seiner und Karins Mutter um die Kleine, doch zeigt über weite Strecken im Buch seine wahren Gefühle nicht, er wirkt wie innerlich abgestorben. Erst im letzten Teil, in dem er viel über seine gemeinsame Zeit mit Karin erzählt, scheinen die Gefühle schier aus ihm herauszubrodeln. 

Es ist kein Buch, das man nebenbei oder zur Entspannung abends auf der Couch lesen kann, dafür ist das Thema viel zu ernst. Beim Durchdenken hat sich mir immer wieder die Kehle zugeschnürt und es hat mich sehr traurig gemacht. Mit Tom und auch der kleinen mutterlosen Livia leidet man mit. 

Besonders der Mittelteil hat sich für mich jedoch leider sehr in die Länge gezogen. Durch die ständigen Rückblicke, die für mich ungeordnet schienen, geht irgendwie der rote Faden verloren und was ich wirklich ungünstig fand, ist das Schreiben der wörtlichen Rede ohne Anführungszeichen. Oft muss man überlegen, wer jetzt hier eigentlich spricht oder ob es sich überhaupt noch um einen Redebeitrag handelt. Das erschwert das Lesen in meinen Augen enorm. Den letzten Teil wiederum fand ich wieder etwas stärker, weil man das Gefühl hat, dass in Tom plötzlich Leben kommt, man Emotionen erkennen kann. Dieser Teil ist voller Leidenschaft und Schmerz, den der Leser regelrecht fühlen kann. Spannend, wie es ein Autor schaffen kann, so etwas mit Worten zu vollbringen. 

Insgesamt gesehen ein Buch über ein nervenaufreibendes Thema, das in seiner Umsetzung für mich zum Teil gut gelungen ist, aber besonders durch den Schreibstil nicht durchgehend überzeugt. 

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(79)

157 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

magie, schweden, zauberer, lars vasa johansson, glück

Anton hat kein Glück

Lars Vasa Johansson , Ursel Allenstein , Antje Rieck-Blankenburg
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.10.2016
ISBN 9783805203876
Genre: Romane

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(112)

198 Bibliotheken, 4 Leser, 8 Gruppen, 25 Rezensionen

lehrer, musik, roadtrip, münchen, reise

Becks letzter Sommer

Benedict Wells
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.11.2009
ISBN 9783257240221
Genre: Romane

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(38)

77 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

lehrer, deutschland, familie, kinder, portugal

Willkommen im Meer

Kai-Eric Fitzner
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 24.08.2015
ISBN 9783426519110
Genre: Romane

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(61)

106 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

rita falk, familie, roman, leben, freundschaft

Funkenflieger

Rita Falk
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2014
ISBN 9783423260190
Genre: Romane

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(28)

48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

schweden, humor, lappland, nordische götter, asen

Rentierköttel

Lars Simon
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.10.2015
ISBN 9783423216098
Genre: Humor

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(38)

63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

costa rica, humor, dschungel, schweden, cluburlaub

Kaimankacke

Lars Simon
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2014
ISBN 9783423215541
Genre: Humor

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(53)

61 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

japan, tokio, liebe, krieg, spionage

Demnächst in Tokio

Katharina Seewald
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 27.03.2017
ISBN 9783958901063
Genre: Romane

Rezension:

"Demnächst in Tokio" von der Autorin Katharina Seewald nimmt den Leser mit in die Jahre des Naziregimes. Die 18-jährige Elisabeth wird ungefragt von ihrem extrem dominanten Vater mit dem viel älteren Ernst Wilhelm verheiratet, einerseits zum geschäftlichen Vorteil des Vaters, andererseits benötigt Ernst Wilhelm aus politischen Gründen dringend eine Frau. Für Elisabeth bricht zunächst eine Welt zusammen. Und dann erfährt sie zu allem Überfluss noch, dass ihr gemeinsamer Weg sie nach Tokio führen wird, da Ernst Wilhelm dort einen Posten im diplomatischen Dienst übernehmen soll. 
Ihr Leben wird ganz plötzlich umgekrempelt und während in der Welt die Nazis und der Krieg toben, lebt Elisabeth in Tokio wie in einem schützenden Kokon. Ihre Ehe mit Ernst Wilhelm ist unspektakulär, aber nicht unangenehm, bleibt jedoch ohne körperliche Nähe. Und dann taucht da noch Alexander, ein alter Freund von Ernst Wilhelm, auf, der eine große Rolle für ihr Leben spielen wird. Doch wer ist der geheimnisvolle Mann wirklich? 
Ein wunderbares Buch! Anhand des Einzelschicksals von Elisabeth erfährt der Leser sehr viel über die Politik der damaligen Zeit und das Naziregime wird aus einem ganz anderen Blickwinkel deutlich. Was in den Nachrichten zu den im Ausland lebenden Deutschen dringt, scheint längst nicht das zu sein, was wirklich passiert ist. Außerdem wird Elisabeths Weg spannend und voller Mitgefühl erzählt, man kann sich gut in sie hineinversetzen und liebt und leidet mit ihr mit. 
„Demnächst in Tokio“ ist ein äußerst empfehlenswertes Buch, bei dem man viel über die Geschichte Deutschlands und die damaligen Beziehungen Japans lernt, sich aber gleichzeitig mit der persönlichen Geschichte einer jungen Frau konfrontiert sieht. Spannend – und hält so manche Überraschung für den Leser bereit. 

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(190)

312 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

bienen, roman, bienensterben, vergangenheit, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

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(9)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

hundertjährige, lebenssinn, japan, logotherapie, centenar

Ikigai

Francesc Miralles , Héctor García (Kirai) , Maria Hoffmann-Dartevelle
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Allegria, 10.03.2017
ISBN 9783793423171
Genre: Sachbücher

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(46)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

geheimnis, panama, freundschaft, eliteuniversitäten, amakunasaga

Das Panama-Erbe

Susanne Aernecke
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 28.04.2017
ISBN 9783958900530
Genre: Romane

Rezension:

Panama - ein Land, über das man nicht besonders viel liest- gehört es doch zu den unbekannteren Lateinamerikas. Umso spannender, wenn es in einem Roman vorkommt. Der Titel weckte Interesse bei mir, da ich das Land auch selbst kenne. 

Die Harvard-Studentin Sina Saratoga soll einmal das größte Bankenimperium Lateinamerikas von ihrem Großvater erben. Dem steht zunächst nichts im Wege, ist sie doch eine hochintelligente und erfolgreiche junge Frau. Doch als sie von ihrem Verlobten Felipe einen Stoffesel geschenkt bekommt, werden verloren geglaubte Erinnerungen an ihre Kindheit geweckt und Sina bricht aus ihrem geordneten Leben aus, um sich auf die Suche nach ihren Wurzeln zu machen. Diese Suche wird weitreichender als gedacht. Sie stößt auf Amakuna, einen Heilpilz des Kuna-Volkes, der indigenen Bevölkerung Panamas. Plötzlich dreht sich ihr Leben um 180 Grad. Was hat ihre eigene Geschichte mit Amakuna zu tun? 

Auf einer zweiten Zeitebene lernt der Leser den jungen Arzt Tamanca kennen, der zur Zeit der Konquistadoren lebt und ebenfalls mit dem Pilz in Berührung kommt. Sowohl Sina als auch Tamanca müssen den Pilz schützen, damit er nicht in die falschen Hände gerät. Dabei kommt es durch Amakuna selbst zu einer Verbindung der beiden durch die Zeit und die Geschichte scheint sich zu wiederholen. 

Die Leseprobe war sehr viel versprechend und es schien eine spannende Geschichte zu werden, besonders des Schauplatzes wegen. Die Darstellung der Kuna finde ich sehr gelungen. In keinem anderen Land habe ich die indigene Bevölkerung so zurückhaltend, ja sogar abweisend gegenüber Weißen erlebt wie in Kuna-Yala - meiner Meinung nach zurecht! 
Im Ansatz fand ich die Idee um Amakuna interessant. Was wäre das für eine Welt, in der alle Krankheiten geheilt werden könnten? Die Protagonisten Sina und Tamanca fand ich sympathisch, wobei mir die beiden in gewisser Weise auch fremd geblieben sind, richtig in sie hineindenken konnte ich mich nicht. 
Leider empfand ich das Buch später beim Lesen dann auch als sehr langatmig und viele Teile konstruiert und vorhersehbar. Das hat mir das Lesen sehr erschwert und leider habe ich dann die Lust verloren, es zog sich. 

Fazit: Ein Roman mit einem interessanten Ansatz und Schauplatz, der sich später jedoch sehr in die Länge zieht. Deshalb nur drei Sterne von mir! 

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(73)

105 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, tod, hospiz, roman

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

Fred Wiener, alleinerziehender Vater des 13-jährigen Phil, hat sich kürzlich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen. Nun bekommt der stets korrekte Mann seine erste Begleitung: die 60-jährige Karla, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Für Fred wird dies zu einer großen Herausforderung, die ihm so einiges abverlangt. Er ist fest entschlossen, Karla noch etwas Gutes zu tun und schießt dabei manchmal über's Ziel hinaus. 
Susann Pásztor erzählt auf einfühlsame Weise von den letzten Wochen der sterbenskranken Frau und den Menschen, die sie auf diesem Weg begleiten. Außer Fred ist da noch sein Sohn, die Kellnerin Rona und Karlas Hausmitbewohner Klaffki. Alle sind bemüht, an die verschlossene Frau heranzukommen und ihr noch etwas Gutes zu tun und jeder setzt sich mit ihr auf andere Art und Weise auseinander. Karlas bevorstehender Tod ist unvermeidlich, was ihre Mitmenschen letztendlich akzeptieren müssen. 
Auf wunderbare Weise gelingt es der Autorin zu zeigen, was diese Situation mit den Menschen um Karla herum macht und wie sie sich im Angesicht von deren Sterben weiterentwickeln. 
Gefühlvoll und doch nicht pathetisch, zu Herzen gehend und authentisch, das ist dieses Buch. Es lässt den Leser wieder einmal den Hut vor ehrenamtlicher Tätigkeit ziehen, wobei die Begleitung von Sterbenden wohl mit am härtesten ist. Es ist eine Geschichte, die einem wirklich ans Herz geht, bei der man die Protagonisten lieben lernt und die einfach wunderschön ist, inhaltlich wie sprachlich.

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(48)

54 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

alleinerziehend, kinder, berlin, zimmermann, australien

Esst euer Eis auf, sonst gibt's keine Pommes

Katja Zimmermann
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548376707
Genre: Humor

Rezension:

Katja Zimmermann berichtet in ihrem Buch mit seinem äußerst originellen Titel von ihrem Alltag als alleinerziehende Mutter eines Zwillingspärchens. Zu diesem Status ist sie unfreiwillig gekommen, wurde sie doch vom biologischen Vater der Kinder verlassen, als die beiden noch gar nicht da waren. 
In einzelnen Episoden berichtet sie davon, wie sie es geschafft hat, diesen Job zu wuppen ohne vor die Hunde zu gehen. Der Satz "Erlaubt ist, was funktioniert, Hauptsache den Kindern/der Mutter geht es gut", der auf der Rückseite zu finden ist, blieb mir sehr im Gedächtnis und ich denke oft daran, wenn ich mich um's eigene Kind kümmere. Recht hat sie damit! Bewundernswert, was die Frau da geschafft hat! 
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die einzelnen Episoden sind mal zum Lachen, mal zum Staunen oder Schmunzeln. Die Autorin berichtet von witzigen Begebenheiten, aber auch ernsthaften Themen, mit denen sich eine Alleinerziehende konfrontiert sieht, vor allem wenn der Vater nicht vor Ort ist. Oft habe ich gedacht: "Die Arme, habe ich ein Glück, dass ich nicht in ihrer Situation bin." Und trotzdem wird an diesen Stellen nicht gejammert! Es kommt nicht das Gefühl auf, dass die Autorin Mitleid heischen will, sondern eher, dass sie anderen Mut machen und zeigen möchte, dass es irgendwie funktioniert. (Manchmal eben auch unkonventionell, siehe Titel.) Außerdem wird schnell deutlich, dass Katja Zimmermann ihre Kinder über alles liebt, aber eben auch das Leben. Und deshalb schafft sie diesen Spagat, holt sich Hilfe, wo sie sie braucht und ist nicht nur Mutter, sondern auch Frau. 
Ein Buch, dass viele Wahrheiten über das Leben mit Kindern enthält, das aufmuntern kann, wenn man manchmal als Mutter fast verzweifeln will und sich einfach wunderbar lesen und dabei oft schmunzeln lässt. Hat mir sehr gut gefallen!

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(20)

58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

freundschaft, weihnachten, plätzchen, backen, liebe

Der Plätzchen-Club

Ann Pearlman , Christine Strüh
Flexibler Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2010
ISBN 9783548282695
Genre: Liebesromane

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(89)

171 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

mops, magie, schweden, fantasy, lars simon

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist der Beginn einer neuen Trilogie von Lars Simon, Autor von "Elchscheiße", "Kaimankacke" und Rentierköttel" (ebenfalls wärmstens zu empfehlen, wenn man was zu lachen haben möchte!). Wieder einmal spielt die Handlung in Schweden, genauer gesagt in Göteborg. Lennart Malmkvist ist ein junger, smarter und durchaus erfolgreicher Unternehmensberater. Er ist ungebunden und führt das Leben eines unabhängigen, modernen jungen Mannes. Er ist zufrieden mit seinem Leben. Was dann passiert, passt eigentlich so gar nicht zu seiner Sorte Mensch. Aber zu welcher Sorte sollten diese Ereignisse schon passen? Der Besitzer des Geschäftes für Zaubereibedarf, der seinen Laden im gleichen Haus hat, verschwindet unter mysteriösen Umständen und hinterlässt ausgerechnet dem verdutzen Lennart seinen Laden - und den wunderlichen Mops Bölthorn, der auch noch zu sprechen anfängt. Lennarts Leben gerät völlig aus den Fugen...was soll er mit diesem Erbe nur anfangen? 

Eine witzige Geschichte hat sich Lars Simon da mal wieder ausgedacht, mit interessanten sowie skurrilen und zum Teil überzogenen Charakteren, die trotzdem auf ihre eigene Art und Weise liebenswert sind. Alles, was hier passiert, scheint doch nicht recht zusammenzupassen und wirkt durch diese Zusammenstellung recht amüsant. Zuweilen fragt man sich, ob es Magie nicht doch gibt und damit auch sprechende Hunde. Es gelingt Lars Simon, den Leser über die Realität hinaus denken zu lassen und in die Welt der Magie abzutauchen. 
Das Buch liest man locker nebenbei weg, es ist eine schöne (Abend)lektüre nach einem anstrengenden Tag, die einen in eine andere Welt entführt. An vielen Stellen kann man schmunzeln oder schüttelt den Kopf über witzige Einfälle, die der Geschichte ihren Pfiff verleihen. 
Man darf gespannt sein auf Teil zwei, den man unbedingt lesen muss, wenn man wissen will, wie die Geschichte weiter geht. Band 1 allein zu lesen reicht nicht, da das Ende offen bleibt. Das wird aus der Buchbeschreibung leider nicht deutlich, deshalb ein Stern Abzug.

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(92)

197 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

märchen, familie, oma, fredrik backman, elsa

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid

Fredrik Backman , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.06.2016
ISBN 9783596197811
Genre: Romane

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(65)

90 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

england, glaube, andrew michael hurley, fanatismus, roman

Loney

Andrew Michael Hurley , Yasemin Dincer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 09.09.2016
ISBN 9783550081378
Genre: Romane

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(320)

601 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 208 Rezensionen

krimi, nele neuhaus, mord, taunus, wald

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist der nunmehr achte Fall für das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander (vormals Kirchhoff, was sich am Ende des vorhergehenden Bandes änderte). In einem Wald im Main Taunus Kreis geht ein Wohnwagen in Flammen auf, es gibt eine Leiche. Nach und nach wird während der Ermittlung klar, dass Oliver sich inmitten einem Netz von alten Bekannten und Freunden befindet. Außerdem hat der Fall offensichtlich mit einem für ihn sehr persönlichen Ereignis zu tun, das schon viele Jahre zurückliegt. Keine Mordermittlung ging ihm so nah wie diese hier, die letzte, bevor er sein Sabbatjahr antreten wird. Nicht ganz nebenbei muss deshalb seine Nachfolge als Leiter des K11 geklärt werden. 

Nele Neuhaus ist es in meinen Augen mal wieder gelungen, einen hochspannenden Krimi zu schreiben, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Kennt man die vorhergehenden Bücher, freut man sich neben der Mordermittlung auch auf das Wiedersehen mit den sympathischen Ermittlern und ist gespannt, was in deren Leben so nebenbei passiert. 
Doch auch der Fall an sich ist wieder einmal komplex, enthält viele Handlungsstränge, wie gewohnt, und doch fällt es nicht schwer, den Überblick über die vielen Personen zu behalten. Gelangweilt ist man beim Lesen des Krimis auf gar keinen Fall, von Seite zu Seite wird es spannender und das Ende erscheint mir nicht vorhersehbar, ich fiebere jedes Mal mit und bin dann überrascht, wenn aufgelöst wird, wer der Mörder ist. Die Verbindung mit der Vergangenheit macht den Fall komplexer, weitreichender und ist in meinen Augen wieder einmal richtig gut gelungen. 

Ich vergebe voll verdiente fünf Sterne und freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall!

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(123)

181 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, kind, familie

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Janie zieht ihren Sohn Noah, vier Jahre alt, alleine groß. Entstanden ist er aus einem Urlaubsflirt am Strand. Noah ist ein außergewöhnliches Kind. Er hat Anfälle in der Nacht und sagt ständig, dass er zu seiner Mama möchte. Außerdem weiß er Dinge, die ein Vierjähriger unmöglich wissen kann. Hinzu kommt eine enorme Phobie vor Wasser. Was hat das alles zu bedeuten? Janie weiß sich bald nicht mehr zu helfen und stößt bei einer ihrer Recherchen auf Studien über Kinder, in denen Seelen Verstorbener wiedergeboren werden. Gemeinsam mit einem Wisenschaftler verfolgen Sie Noahs Spuren. 

Die Autorin greift ein spannendes Thema auf und verpackt es in eine schön zu lesende Geschichte. Der Roman lässt sich flüssig lesen und spricht zunächst mit seinem schön gestalteten, durchbrochenen Cover an. Noah ist in meinen Augen für sein Alter ganz schön weit, was vielleicht mit seiner Geschichte zu tun haben mag, man merkt eben ganz deutlich, dass er kein "normales" Kind ist, seine Ausdrucksweise ist doch ziemlich hoch gestochen. 
Spannend sind die Fälle von Kindern hauptsächlich aus dem asiatischen Raum, die mit eingeflochten werden. Insgesamt ein interessantes Thema, erzählt an einer kleinen Familie, die es so geben könnte. Und man fragt sich, ob es solche Fälle wirklich gibt/gegeben hat.

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(261)

395 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 187 Rezensionen

thriller, psychothriller, entführung, hamburg, spannung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem hochgelobten und äußert erfolgreichen ersten Buch "Die Falle" der Autorin folgt nun mit "Die Wahrheit" das zweite aufregende Werk der gebürtigen Jenaerin Melanie Raabe.

Es ist ein Alptraum. Sarahs Mann Philipp, wohlhabender Geschäftsmann, verschwand vor sieben Jahren spurlos auf einer dienstlichen Südamerikareise. Seitdem hat sie nie wieder etwas von ihm gehört, weigert sich aber entschlossen, ihren Ehemann für tot erklären zu lassen. Sie zieht ihren Sohn, der bei Philipps Abreise gerade mal ein Jahr alt war, alleine groß und versucht, ins Leben zurückzufinden.
Sarah ist wie elektrisiert, als sie ein Anruf des Auswärtigen Amtes erreicht...Philipp wurde gefunden und kommt nach Hause. Doch nach der Euphorie der Schock - es ist nicht Philipp, der aus dem Flugzeug steigt! Wer ist der Mann, der alles über sie zu wissen scheint und wie ein Fremder in ihr Leben dringt? Es folgen Stunden und Tage der Angst und Ohnmacht für Sarah...

Genau diese Gefühle beim Leser zu wecken, gelingt der Autorin ganz fantastisch! Ein packendes Buch, das man am liebsten nicht mehr aus der Hand legen will! Man gruselt sich einerseits vor dem Unbekannten und ist doch gespannt, wie es weitergeht und wie die ganze Sache aufgelöst wird, sprich, wer der Mann ist, wo Philipp ist, ob er überhaupt noch lebt und was das Ganze eigentlich zu bedeuten hat. Sarah kann einem schrecklich leid tun, doch sie kämpft immer weiter, wird als äußerst starke Frau dargestellt, die weiß, was sie will und für ihre Rechte einsteht. Genial gezeichnet, wie diese Figur am Rande des Wahnsinns steht und sogar um ihr Leben fürchten muss, sich aber trotzdem nicht unterkirgen lässt. Der Leser darf auf die Auflösung gespannt sein.
5 Sterne für packende Spannung pur!

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(103)

169 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

literatur, frankreich, fiktion, identität, schriftstellerin

Nach einer wahren Geschichte

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.08.2016
ISBN 9783832198305
Genre: Romane

Rezension:

Eine Geschichte über den Diebstahl der eigenen Identität - sprachlich schön, aber zum Teil recht langatmig. 

Die Autorin Delphine de Vigan hat vor Kurzem ihren neuesten Roman veröffentlicht und wird von ihren Lesern gefeiert. Auf einer Party, bei der sie spontan Gast ist, lernt sie die geheimnisvolle Ghostwriterin L. kennen. In kürzester Zeit bekommt L. einen der wichtigsten Plätze in Delphines Leben. Besonders, als es bei Delphine zu einer Schreibblockade kommt, die ihr ganzes Leben beeinflusst, nicht nur ihr schriftstellerisches Wirken, eilt ihr L. zu Hilfe und drängt sie andererseits immer wieder, die Realität als Vorlage für ihr nächstes Werk zu nutzen, wovon Delphine eigentlich abkommen wollte. L. kümmert sich immer mehr um Delphines Belange, schreibt e-mails in ihrem Namen, etc. Dabei stellt sie es so geschickt an, dass keine von Delphines Bezugspersonen wie ihr Freund Francois oder ihre Kinder sie jemals zu Gesicht bekommt. Langsam aber sicher raubt sie ihr die Identität. Als Delphine es merkt, ist es fast schon zu spät... 

An und für sich klingt die Geschichte spannend, zieht sich dann aber in der Umsetzung zum Teil wie Kaugummi. Alles dreht sich immer wieder um das gleiche Thema - Fiktion oder Wahrheit, was sich dann auf der Metaebene in der Beziehung der beiden widerspiegelt, denn der Leser weiß am Ende nicht genau, ob er da von Realität oder Fiktion gelesen hat... 
Leider passiert aber gerade im Mittelteil sehr, sehr wenig, es gibt keinen roten Faden, keine Leitlinie, nur einzelne Stückchen die zusammengesetzt scheinen und sich immer wieder um sich selbst drehen. Etwas besser wird es im letzten Teil, als endlich etwas passiert und zumindest eine gewissen Spannung aufkommt. 
Sprachlich ist das Buch nett zu lesen, allerdings war es mir an vielen Stellen einfach zu ereignisarm, deshalb "nur" 3 Sterne. 

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(77)

108 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

italien, insel, familiengeschichte, sizilien, roman

Die langen Tage von Castellamare

Catherine Banner , Marion Balkenhol
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351307
Genre: Romane

Rezension:

"Die langen Tage von Castellamare" erzählen von einer Familiengeschichte, die mit dem Findelkind Amedeo beginnt. Jener wird in Jugendjahren unter die Fittiche eines Arztes genommen und ergreift dann selber diesen Beruf. Landauf, landab bewirbt er sich um eine Stelle und so verschlägt es ihn auf die kleine Insel Castellamare, in Sichtweite von Sizilien. Hier beginnt die große Geschichte der Familie des Mannes Amedeo Esposito, der selber keine Familie hat. Sie zieht sich über mehrere Generationen und bleibt verwoben mit den Legenden und Geschichten der Insel, die stets eine große Rolle in Amedeos Leben spielen. Neben seiner Tätigkeit als Arzt ist er ein großer Geschichtensammler. Nachdem in einer Nacht auf der Insel zwei Kinder geboren werden, die ihn zum Vater aber unterschiedliche Mütter haben, muss er seinen geliebten Beruf aufgeben und zieht ins "Haus am Rande der Nacht", um dort eine alte Bar wieder zum Leben zu erwecken. Jene wird das Zentrum für viele Generationen sein, die nach ihm kommen. 

Die vielen Personen der Familie Esposito wachsen einem schnell ans Herz, jede hat ihre eigenen markanten Charakterzüge, die sie ausmachen. Man freut und leidet mit den Menschen und ihren Freuden und Sorgen. Der Autorin gelingt es, die idyllische Landschaft so darzustellen, dass sie dem Leser farbenreich vor Augen steht und irgendwie kommt man nicht drumherum sich ein wenig in die Insel zu verlieben. Andererseits kann man verstehen, dass es die jungen Leute von dort wegzieht. Und als der Fortschritt Einzug hält, ist man auch wieder hin- und hergerissen zwischen Freude und Wehmut nach dem Alten, dem Althergebrachten. 

Ein wunderbares Familienepos, schwungvoll geschrieben und einfach schön zu lesen. Castellamare ist ein Ort, in den man sich hinein- bzw. wegträumen kann, ein Buch, aus dem man am Ende mit ein wenig Wehmut wieder auftaucht in die Realität. Ich vergebe gerne 5 Sterne. 

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(71)

97 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

kochen, rezepte, roman, usa, familie

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

J. Ryan Stradal , Anna-Nina Kroll
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2016
ISBN 9783257069754
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" von J. Ryan Stradal erzählt dem Leser die Geschichte der großartigen Köchin Eva Thorvald, beginnend mit den Umständen ihrer Geburt und der Familie ihres Vaters. Von der Mutter früh verlassen, wächst sie nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters vom Säuglingsalter an bei Tante und Onkel auf. 
In einzelnen Kapiteln, die jeweils mit einem Gericht oder einem Lebensmittel überschrieben sind, erzählt der Autor vom Leben des Mädchens, das, sicher geerbt vom Vater, eine große Affinität zum Kochen entwickelt. So baut sie bereits mit elf Jahren in ihrem Kleiderschrank Chilis an. 
Jeder ihrer Lebensabschnitte ist geprägt von einer Spezialität, sei es in einer Gruppe von jungen Menschen, die zusammen kocht oder bei einem Wettbewerb, bei dem sie später als Jurorin teilnimmt. Am Ende ist Eva eine äußerst erfolgreiche und über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Köchin, die mit ihren Events außerordentlich große Erfolge feiert. 

Der Roman hat ein sehr interessantes Konzept. Mir gefällt die Idee, ein Leben anhand von Gerichten zu erzählen, die in gewisser Weise eine bestimmte Lebensphase charakterisieren oder prägen. Dabei tauchen auch immer die Menschen auf, die für Eva wichtig sind und sie begleiten. 
Das Buch lässt sich flüssig lesen und hat einen angenehmen Stil. Insgesamt auf jeden Fall überzeugend und lesenswert, ich hätte mir aber gewünscht, dass man noch mehr über Eva selbst und ihre Gefühlswelt erfährt, sprich, wie es ihr wirklich geht. Man kommt an sie als Mensch nicht so richtig heran, würde es sich als Leser aber wünschen. Zudem war für mich persönlich das Ende nicht richtig schlüssig, da hätte ich mir noch etwas "mehr" gewünscht. Ich vergebe daher 4 Sterne.

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schweiz, freundschaft, homosexualität, liebe, kindheit

Und damit fing es an

Rose Tremain , Christel Dormagen
Fester Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.08.2016
ISBN 9783458176848
Genre: Romane

Rezension:

Ein wunderbares Buch, das von einer tiefen Freundschaft erzählt. 

Der Leser befindet sich in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Matzlingen, einem recht kleinen Ort in der Schweiz. Auch hier gehen die politischen Turbulenzen Europas nicht spurlos an den Menschen vorbei, die Zeiten sind gezeichnet von Unsicherheit und Angst. In diesen Umständen wächst Gustav Perle auf, ein bescheidener Junge, der bei seiner Mutter Emelie lebt. Sein Vater ist früh verstorben, Gustav kann sich nicht an ihn erinnern. Eines Tages tritt Anton Zwiebel in sein Leben, das sich von da an verändert. Anton, der aus einer jüdischen Familie stammt, zeigt ihm die schönen Dinge des Lebens, nimmt ihn mit zum Eislaufen und spielt Gustav Stücke auf dem Klavier vor. 
Später verlieren sie sich mehr oder weniger aus den Augen, woran Gustav mehr krankt als Anton. Doch wie es so oft ist im Leben: sie laufen sich wieder über den Weg und erkennen, was sie an ihrer Freundschaft haben. 

Rose Tremain hat ein ganz besonderes Buch über eine wunderbare und tief verwurzelte Freundschaft geschrieben, die begann, als Gustav Anton weinend in der Tür der Vorschule stehen sieht und sich seiner annimmt. Die ganz unterschiedlich verlaufenden Lebenswege der beiden werden beschrieben und am Ende doch wieder zusammengeführt. Mit Worten gelingt es der Autorin, die Charakerzüge der beiden hervorragend zu beschreiben-der zarte, zurückhaltende Gustav und der später draufgängerische und nervlich stark beanspruchte Anton. Zärtlich und einfühlsam spricht sie von Freundschaft, aber auch der schwierigen Beziehung zwischen Gustav und seiner Mutter. 
Eine sprachliche Perle und eine wunderbare Geschichte, dafür volle 5 Sterne! 

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familie, polen, vergangenheit, roadtrip, jugendliche

Minigolf Paradiso

Alexandra Tobor , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499236303
Genre: Romane

Rezension:

In Alexandra Tobors "Minigolf Paradiso" befindet sich der Leser in den (wilden?) 90ern.
Die polnischstämmige 16-jährige Malina lebt zwischen zwei Welten. Als sie ein Kind war, sind ihre Eltern mit ihr nach Deutschland gekommen. Die Mutter fühlt sich ganz als Deutsche und möchte die polnische Vergangenheit am Liebsten hinter sich lassen. Deshalb wiegelt sie jedes Gespräch, das Malina in diese Richtung anfangen will, ab. Malina leidet darunter, nichts über ihre ursprüngliche Heimat erfahren zu können. Und vielleicht liegt es auch an dieser "Wurzellosigkeit", dass sie sich mit ihrem ganzen Leben nicht wohlfühlt. In der Schule ist sie eher eine Außenseiterin, ihr einziger Freund ist der tote Punk Titus, den sie regelmäßig auf dem Friedhof "besucht".

Dann stehen die Sommerferien vor der Tür und Malina freut sich auf die Zeit der "sturmfreien Bude". Es ist reiner Zufall, dass sie auf einer alten Videokassette die Aufzeichnung einer Talkshow mit ihrem Opa findet. Klingt ja an sich nicht so außergewöhnlich, wenn Alois Dudek nicht angeblich vor vielen Jahren in einem Weiher in Polen ertrunken wäre. Was nun? Malina begibt sich auf die Suche nach ihm und aus den ereignislosen Ferien wird ein unterhaltsamer Roadtrip nach Polen, der für Malina zum Wiederfinden ihrer Wurzeln und vor allem ihrer Familie führt.

Das Buch ist wie eine Zeitreise in die 90er Jahre! Ist man selbst in dieser Zeit aufgewachsen, erkennt man viele Dinge wieder - denke man zum Beispiel an die Kelly Family, die bunten Glasschnuller oder auch die Baby-G Uhren. Die Autorin hat dazu eine aufwendige Seite zum "betreuten Lesen" erstellt, auf der man herrlich in dieser Zeit schwelgen kann. Dafür ein besonders großes Lob!

Die Stärke des Buches liegt in seinem dritten Teil. Sympathisch ist einem Malina von Anfang an, Alois mir persönlich nicht so, da er ein Kleinkrimineller ist. Gut gefallen haben mir dann aber die Erklärungen der Oma, da wird einem so einiges deutlich. Während das Buch im ersten und zweiten Teil aber eher "so vor sich hinplätschert", will sagen, dass nicht so viele Dinge passieren, nimmt es im dritten Teil nochmal richtig an Fahrt auf, der Leser wird wachgerüttelt, fiebert mit und will unbedingt wissen, was denn dann als nächstes passiert. Ich vergebe insgesamt 4 Sterne.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roadtrip um eine Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität und ihren Wurzeln, angenehm und flüssig zu lesen und mit großem Unterhaltungswert bezüglich der 90er Jahre.

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