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134 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

london, fantasy, krimi, fantasy-krimi, fantas

Der Galgen von Tyburn

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 05.05.2017
ISBN 9783423216685
Genre: Fantasy

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424 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

thriller, hamburg, darknet, anonym, internet

Anonym

Ursula Poznanski , Arno Strobel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.09.2016
ISBN 9783805250856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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198 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

italien, liebe, sommer, hamburg, freundschaft

Brausepulverherz

Leonie Lastella
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596035465
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dieser Sommer in Italien wird für Jiara alles verändern. Die Studentin verbringt ihre Ferien eigentlich immer in dem Küstenort Finale und fühlt sich dort sogar mehr daheim als in ihrer Wohnung in Hamburg. Mit ihrem Psychologiestudium läuft es eher mäßig, ebenso wie mit Freund Jonas. In diesem Sommer will sie beim Jobben im Restaurant ihres Kindheitsfreundes Dario eigentlich nur den Kopf frei kriegen, doch dann verliebt sie sich Hals über Kopf in den Musiker Milo. Gefühlschaos und ein Prickeln im Herzen wie Brausepulver auf der Zunge wurde versprochen, konnte in meinen Augen jedoch nicht ganz gehalten werden.

Zunächst möchte ich den Schreibstil von Autorin Leonie Lastella loben. Ihr Debüt liest sich locker, leicht, jugendlich, aber nicht kindisch. Besonders über Jiaras Alltagsbeschreibungen musste ich sehr oft grinsen. Die Beschreibungen von Italien sind super und haben das italienische Flair zu mir ins deutsche Wohnzimmer transportiert. Man merkt der Autorin die Liebe zu Italien wirklich an und ich hab nun ein sehr lebhaftes Bild von Finale vor Augen, obwohl ich noch nie dort war. 

Weswegen ich dieses Buch trotzdem mit nur 2,5 Sternen bewerte, liegt an den Protagonisten und der sich sehr ziehenden Handlung. Jiara mochte ich in der ersten Hälfte des Romans eigentlich ganz gerne. Sie ist auf der Suche nach sich selbst, dabei aber sehr sympathisch, chaotisch und liebenswert. Ihre Liebe gilt Italien und dem Schreiben, mit ihrem Studium konnte sie sich noch nie anfreunden. Vor allem ihre Mutter und ihr Freund Jonas sind für ihren bisher eingeschlagenen Lebensweg verantwortlich und mit Mitte 20 merkt sie, dass sie eigentlich etwas ganz anderes will. Ich habe wirklich viel Potential für ihre Entwicklung gesehen, doch leider wurde ich sehr enttäuscht. Der Sommer in Italien wäre der perfekte Anstoß gewesen um endlich aufzuwachen, doch leider verfällt sie immer wieder in alte Muster. Sie bleibt unsicher und bequem, geht naiv mit ihren Zukunftsplänen um und nutzt am Ende sogar ihre Mitmenschen aus. Das ging für mich leider gar nicht.

Auch Milo konnte mich nicht überzeugen. Er ist verdammt attraktiv und ein obdachloser Musiker, der mit seiner Gitarre durch italienische Clubs tourt. Seine reiche Familie hat nichts besseres zu tun, als dem verlorenen Sohn hinterherzurennen um ihm unbedingt Firmenanteile zu überschreiben, obwohl ein weiterer Sohn existiert, der die Firma mit Kusshand alleine weiterführen würde. Um dieses Szenario wird ein riesiges Drama gemacht und die Lösung dafür ist am Ende so einfach und logisch, dass die ganzen verlorenen Jahre ein wenig lächerlich erscheinen. Milo und Jiara verbindet zu Beginn der Geschichte die typische Mischung aus Flirt und Streiterei, die ich absolut furchtbar finde. Es gab absolut keinen Grund für seine sofortige Konfrontation und die daraus entstehende Anziehung war unglaubwürdig. Milo kam insgesamt arrogant und herablassend rüber und verkörperte als harter Rockmusiker und Frauenheld mit einem weichen Kern nichts weiter als ein Klischee. 

Dementsprechend konnte mich auch die Liebesgeschichte nicht wirklich packen. In der Mitte des Buches passiert so einiges und endlich auch mal liebevolleres zwischen den beiden und das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Passagen, in denen sich beide öffnen, habe ich richtig verschlungen und ich habe mich mit den beiden gefreut. Da aber leider noch um die 250 Seiten vor mir lagen, habe ich mir schon gedacht, dass noch einiges auf mich zukommt, was mir nicht gefallen wird. 

Natürlich kommt es zu einem riesigen Hin und Her zwischen Jiara und Milo. Die Kommunikation scheitert, Herzen werden gebrochen und eine riesige Distanz entsteht. Das ist vielleicht einmal zum Mitfiebern ganz nett, irgendwann reicht es dann aber auch. Die beiden haben so viele Gelegenheiten sich auszusprechen und bekommen außerdem noch viele Anstupser von ihrem gemeinsamen Freund Dario, der genau wie der Leser sieht, dass die Lösung so einfach und schmerzlos sein könnte. Leider ist Jiara nicht mutig genug, um die Probleme anzusprechen, und Milo kann einfach seinen Stolz nicht runterschlucken, obwohl er Jiara doch angeblich so sehr liebt. Die letzten 200 Seiten waren für mich einfach nur nervig und langweilig, es war vorhersehbar und dramatisch und hat das gesamte Buch für mich leider kaputt gemacht. 

Fazit

Insgesamt hatte es das Buch bei mir von vornherein schwer, da ich Milo sofort unsympathisch fand. Bei einer Liebesgeschichte ist das natürlich extrem ungünstig. Jiara konnte anfangs noch bei mir punkten, ihre Entwicklung hat mich dann aber einfach nur enttäuscht. Die Geschichte war insgesamt zwar realistisch, trotzdem hat es mich überwiegend genervt zu lesen, wie die beiden sich immer wieder verpassen und nicht den Mumm haben über ihre Gefühle zu reden. Nach 400 Seiten hätte es in meinen Augen gut sein müssen und ich konnte danach nur noch die Augen über die Unfähigkeit der Protagonisten und das ganze unnötige Drama rollen. Trotz allem konnte ich mich gut in Jiaras Welt fallen lassen, was an den bildlichen und authentischen Beschreibungen von Italien lag. Die Szenen, in den Milo und Jiara ausnahmsweise mal im Einklang waren, haben mir auch richtig gut gefallen. Ich vergebe insgesamt leider nur die Hälfte der Sterne, da ich doch einiges zu bemängeln habe. Empfehlen würde ich das Buch denjenigen, die auf eine große Portion Italien, aber eben auch auf eher (unnötig) dramatische Liebesgeschichten und "Bad Boys" stehen. 

  (7)
Tags: dramatik, finale, hamburg, italien, liebe, musik, new adult, roadtrip, sommer, sommerliebe   (10)
 

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81 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

familie, liebesroman, instagram, freundschaft, london

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt

Mhairi McFarlane , Maria Hochsieder-Belschner
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426519844
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich liebe Mhairi McFarlane! Ich brauche nur ihre Bücher in meinem Regal anschauen und sofort habe ich gute Laune. Daher habe ich mir "Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt" auch sofort zum ET gekauft und verschlungen. Das Buch hat mich mit seiner Tiefgründigkeit zur aktuellen Debatte über soziale Medien und ihre Rolle in der Gesellschaft sehr überrascht und außerdem auch super unterhalten, was die Punkte Freundschaft, Familie und Liebe anging. Mit meinem Liebling "Vielleicht mag ich dich morgen" konnte ihr neustes Werk dann aber doch nicht mithalten.


Die Beziehung zur Protagonistin Edie hat sich bei mir eher langsam entwickelt. Es dauerte einige Kapitel, bis ich sie mir bildlich vorstellen konnte und erst nach noch mehr Kapiteln war ich mir sicher, dass ich sie wirklich mag und nicht nur akzeptiere und beobachte. Ihr Umfeld gefiel mir auch super, angefangen von ihrem immer noch trauernden Vater (nach dem frühen Tod ihrer Mutter), ihrer feministischen Schwester Meg, ihrer exzentrischen Nachbarin Margot und ihren besten Freunden Hannah und Nick. 


Und dieses Umfeld ist genau das, was Edie nach der Hochzeit ihrer Kollegen Jack und Charlotte dringend braucht. Nach wochenlangen Flirts am Arbeitsplatz küsst Jack die verdutzte Edie nämlich genau in dem Moment, in dem es unpassender nicht sein könnte: Auf seiner eigenen Hochzeit. Dass die beiden noch von Charlotte erwischt werden, macht die Sache natürlich auch nicht besser und sowohl im Büro als auch im Internet beginnt die Hetzjagd auf Edie. 


Die Tiefgründigkeit und Ernsthaftigkeit, mit der diese Hetzjagd dargestellt wird, hatte ich gar nicht erwartet. Ich war ziemlich begeistert über die fatalen Auswirkungen von Falschmeldungen und Beleidigungen, mit denen Edie kämpfen musste. Nicht, dass ich es ihr gegönnt habe, sondern viel eher fand ich ihre Rolle in dieser Schlammschlacht intensiv und beklemmend dargestellt. Viele von uns sind sich nicht bewusst, welch große Angriffsfläche sie online bilden und wie einfach schnell daher geschriebene Worte einen anderen Menschen ins reale Leben verfolgen und verletzen können. 


Unterstützt wird die Enttarnung der (sozialen) Medien außerdem noch durch Schauspieler und Superstar Elliot Owen. Edie flüchtet aus ihrem Londoner Büro und stürzt sich in die Biografie von Elliot, welcher zufällig aus der gleichen Stadt kommt wie Edie: Nottingham. Schnell wird deutlich, dass auch Elliot mit der Presse und dem Internet zu kämpfen hat und wie zerstörerisch und verzerrend die Darstellungen seines Privatlebens sind. Mir hat super gefallen, dass "Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt" nicht nur ein weiterer lustiger Frauenroman ist, sondern viel mehr bietet.


Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz, ebenso wenig wie die Freundschaft. Die Zusammentreffen von Edie, Hannah und Nick waren super unterhaltsam. Auch Edies langsame Annäherung an ihre Familie, die sie lange Zeit alleine gelassen hat, fand ich sehr schön und einfühlsam beschrieben. Bis auf ein paar Längen zu Beginn des Buches wurde ich super unterhalten. 

Fazit

Mhairi McFarlane hat mich nicht enttäuscht und mit "Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt" wieder einmal einen lustigen, unterhaltsamen und charmanten Liebesroman mit Tiefgang erschaffen. Positiv überrascht hat mich ihre intensive Auseinandersetzung mit den (sozialen) Medien und wie diese manipulieren und verzerren. Einen kleinen Stern Abzug gibt es nur für ein paar Längen am Anfang, welche mit einer anfänglichen Distanz zur Protagonistin Edie verbunden waren. 

  (4)
Tags: england, facebook, familie, frauenroman, freundschaft, instagram, liebe, liebesroman, london, nottingham, soziale medien, tod, twitter   (13)
 

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88 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

selbstmord, liebe, freundschaft, erwachsen werden, island

Das Licht und die Geräusche

Jan Schomburg
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423281089
Genre: Romane

Rezension:

Johanna liebt Boris, doch der liebt Ana-Clara. Johanna und Boris gehen in eine Klasse in Deutschland, Ana-Clara wohnt etliche Kilometer weit weg in Portugal. Als Boris eines Tages verschwindet, müssen sich die beiden gemeinsam auf die Suche begeben, landen dabei in Island und lernen viel über das Leben.

So in etwa lautet zumindest der Klappentext und der verspricht etwas ganz Anderes, als man hier bekommt. Es geht schon irgendwie um Johanna und Boris und deren Beziehung, es geht auch um das Erwachsenwerden und das Leben. Jedoch beschäftigt sich nur ein sehr kleiner Teil des Buches wirklich mit Island und der Suche nach Boris. Viel mehr geht es um verschiedene Arten von Beziehungen.

Jan Schomburg schneidet auf den 256 Seiten viele ernste Themen an, die Jugendliche beschäftigen. Es geht viel um's Ausprobieren, um den richtigen Umgang miteinander und mit dem Leben. Themen wie Suizid, Homosexualität und gesellschaftlicher Erniedrigung kommen auf den Tisch, werden aber in meinen Augen eher ins Lächerliche gezogen, als angemessen dargestellt. Bei jeder der Beziehungen, die zwischen den Charakteren in diesem Roman aufblüht, entsteht schnell der Eindruck als handle es sich bloß um eine "Schnapsidee", welche aus einer Langeweile heraus entstanden ist. Im Nachhinein stört mich am meisten, dass der Autor hier absolut gar nicht sensibel mit diesen schwierigen Themen umgegangen ist und die Heranwachsenden genau so dargestellt hat, wie viele Erwachsene sie sehen: Wie jemanden, den man nicht ernst nehmen kann. Wie jemanden, der sich nur in einer Phase befindet. Wie jemanden, der das Leben nur ausprobiert und nicht verstanden hat. Diese Darstellung finde ich persönlich aber viel zu einseitig, altbacken, engstirnig und schlichtweg nicht angemessen. 

Dass Island so eine explizite Erwähnung im Klappentext erfährt, kann ich übrigens auch nicht nachvollziehen. Gerade mal um die 50 Seiten spielen in diesem wunderschönen Land und davon hatte ich mir etwas mehr erhofft. Das Land, in welchem die Mädels nach Boris suchen, ist in meinen Augen vollkommen austauschbar. Durch die Beschreibung des Autors ist bei mir jedenfalls nichts von der isländischen Mentalität und der atemberaubenden Natur angekommen. 

Positiv anmerken möchte ich jedoch Schomburgs Schreibstil, den der ist wirklich einzigartig. Der gesamte Roman ist aus Johannas Perspektive geschrieben, die wirklich gut rüberkommt. Anfangs irritieren eventuell ein paar ihrer Gedankensprünge, spätestens nach wenigen Kapiteln macht das jedoch genau den Reiz dieses Romans aus und hat mir sehr gut gefallen.

Fazit

Leider kann ich nicht mehr als 2 Sterne für diesen Roman geben. Schomburg konnte mich zwar mit seinem ungewöhnlichen Schreibstil beeindrucken, nicht jedoch mit den Protagonisten und der Handlung. In diesem Roman ums Heranwachsen werden viele extrem schwierige Themen, beispielsweise Suizid, Homosexualität und gesellschaftliche Erniedrigung, leider nur an ihrer Oberfläche angekratzt. Für mich hat Schomburg diesen Themen einfach nicht genug Zeit und Ernsthaftigkeit gewidmet, sondern sie eher wie fixe Ideen von Jugendlichen aussehen lassen und damit ins Lächerliche gezogen. Mag sein, dass man in jungen Jahren viel ausprobiert und eventuell sogar sprunghaft veranlagt ist, doch für mich kam die Darstellung der Jugendlichen sogar schon beleidigend rüber. In meinen Augen ist das ein No-Go und daher gibt es von mir auch leider keine Leseempfehlung. 

  (6)
Tags: coming-of-age, deutschland, erwachsen werden, homosexualität, island, leben, liebe, party, schule   (9)
 

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1.046 Bibliotheken, 9 Leser, 4 Gruppen, 66 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, helgoland, michael tsokos, abgeschnitten

Abgeschnitten

Sebastian Fitzek , Michael Tsokos
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2013
ISBN 9783426510919
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lange Zeit habe ich keinen Fitzek mehr gelesen, bis mir eine Freundin "Abgeschnitten" empfohlen und ausgeliehen hat. Und dieser Thriller war so spannend, dass ich ich ihn innerhalb weniger Tage in jeder freien Minute verschlungen habe!


Aufgefallen sind mir vor allem die kurzen Kapitel, welche meist nur aus 3-5 Seiten bestehen. Nach jedem Kapitel gibt es meist einen Szenenwechsel, was in meinen Augen die Spannung beinahe ins Unerträgliche gesteigert hat. Dass jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger endete, machte die Sache nicht besser. Fitzek und Tsokos wissen definitiv, wie man einen Spannungsbogen aufbaut und vor allem auch erhält. 


Geekelt habe ich mit entgegen des Klappentextes kaum. Die Obduktionen sind zwar gut, aber nicht unbedingt bildlich beschrieben. Es handelt sich um Fakten und die richtige Menge an Details, nicht jedoch um willkürlich widerlich dargestellte Sektionen. Das hat mir gut gefallen, denn nach dem Klappentext hatte ich ein wenig Angst, dass dieser Roman den Leser vor allem schockieren sollte. Zumindest bei den Obduktionen war das aber nicht der Fall, dafür werden so einige unangenehme Einblicke in die menschliche Psyche und die deutsche Gesetzgebung gewährt.


Einen halben Stern möchte ich trotzdem abziehen, da ich den Auftritt von Lindas Ex-Freund nicht ganz verstanden habe. Er lenkt viel zu sehr vom eigentlichen Plot ab. Dieser ist an sich schon spannend, komplex und interessant genug, da empfand ich Lindas Vergangenheit als zu viel des Guten.

Fazit

Ein atemraubender, spannender und auch etwas gruseliger Thriller vom Feinsten! Fitzek und Tsokos haben einen komplexen Plot geschaffen und deuten dabei auch noch auf einige Schwächen des deutschen Rechtssystems hin. Auch der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz, wobei der Leser hier keinerlei Angst vor Ekeldarstellungen haben muss, sondern sich eher auf eine intensive Suche nach dem Täter (oder den Tätern?) einstellen darf. 4,5 Sterne!

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Tags: deutschland, entführung, helgoland, krimi, mord, obduktion, pathologie, rechtsmedizin, schnitzeljagd, sektion, thriller, vergewaltigung   (12)
 

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140 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

liebe, familie, freundschaft, jugendbuch, erwachsen werden

Zwischen jetzt und immer

Sarah Dessen , Gabriele Kosack
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2012
ISBN 9783423782654
Genre: Jugendbuch

Rezension:


"Zwischen jetzt und immer" ist eigentlich ein typisches Jugendbuch. Schon nach Lesen des Klappentextes konnte ich ziemlich genau vorhersagen, wie sich die Geschichte entwickeln und enden wird. Das ist in Ordnung, bei Jugend- und Liebesromanen geht es mir häufig und so. Von der Geschichte erwarte ich dann allerdings, dass sie mich gefühlsmäßig mitreißen und mit interessanten Details begeistern kann. Das war hier leider nicht der Fall. 


Zu Protagonistin Macy konnte ich keine Verbindung aufbauen. Sie ist das nette Mädchen von nebenan, hat aber in meinen Augen keine Ecken und Kanten gehabt. Das einzig interessante an ihr ist der Verlust des Vaters, der ihr sehr nah stand. Beim morgendlichen Joggen ist sie es, die ihn zusammengesunken auf der Straße findet und ins Krankenhaus begleitet. Leider hat mich auch diese Tatsache gar nicht berührt und Macys Trauerarbeit wirkte für mich aufgesetzt. 


Macys Mutter verarbeitet den Tod ihres Mannes, in dem sie sich in Arbeit stürzt. Sie wirkt kontrolliert, emotional abgeschottet und einsam. Daraus hätte man so viel mehr machen können. Leider wird sie im Buch nur als Buhmann dargestellt und der Blick hinter ihre Fassade wird nur angedeutet. Das fand ich ihrer Figur gegenüber unfair, denn ich bin sicher, dass sie eine facettenreiche und liebenswerte Frau ist. Leider bleibt sie mir nur als zickiges Arbeitstier in Erinnerung.


Und dann ist da noch Wes. Er sieht sooo gut aus, ist ein richtiger Bad Boy mit Knasterfahrung, kümmert sich dafür aber rührend um seine Familie und ist zu allem Überfluss auch noch Künstler. Grundsätzlich fand ich Sarah Dessens Idee mit den Kunstfiguren ganz niedlich, aber angekommen ist bei mir leider gar nichts. Die Beschreibungen von Wes Kunstobjekten habe ich immer übersprungen, da sie mich einfach gelangweilt haben. Das lag vermutlich daran, dass ich Wes immer als unnahbar und ein wenig arrogant wahrgenommen habe. Obwohl Dessen extra mehrfach erwähnt, dass er ja auch noch so unglaublich bescheiden sei, habe ich das gar nicht so empfunden. Im Bezug auf seine Kunst prahlt er vielleicht nicht täglich, dafür empfand ich seine gesamte Art einfach ein wenig herablassend und undurchdringlich. Wie Macy sich sogar in ihn verlieben konnte, habe ich nich verstanden. Der Funke ihrer Liebe ist bei mir absolut gar nicht übergesprungen.


Dazu kam eben noch die totale Vorhersagbarkeit der Geschichte. Die Figuren beim Cateringservice sind absolute Klischees und werden genau wie Macys Mutter nur oberflächlich gezeichnet. Die Story zieht sich außerdem ziemlich in die Länge. 

Fazit

Grundsätzlich fand ich die Story in Ordnung, Sarah Dessen hat sich so einige niedliche Details einfallen lassen: Wes Kunstfiguren, die an Macys Vater adressierten Pakete und Berts Weltuntergangstheorien. Allerdings konnte mich keine der Figuren auch nur annähernd überraschen und begeistern. Ich bin mir sicher, dass ich das Buch in ein paar Wochen schon wieder komplett vergessen habe. Die Liebe von Macy und Wes konnte mich nicht mitreißen, die Trauerarbeit von Macy und ihrer Familie war absolut unrealistisch und jeder der Charakter entsprach einem Stereotypen. In meinen Augen haben die einzelnen Ideen zwar Potenzial gehabt, aber zusammen kein großes Ganzes ergeben. Leider ein Reinfall von 2 Sternen. 

  (1)
Tags: jugendbuch, jugendroman, ya, young adult, young-adult   (5)
 

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

sylt, liebe, familie, meer, strand

Meer Liebe auf Sylt

Claudia Thesenfitz
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548288475
Genre: Liebesromane

Rezension:


Alexandra ist davon überzeugt, dass ihr Mann Marcus sie betrügt. Sie möchte ihm daher nach New York folgen, wo er angeblich geschäftlich zu tun hat. Ihre kleine Tochter Emma möchte sie auf diese Reise nicht mitnehmen und so lädt sie kurzerhand die beiden Großmütter Henriette und Ulla zur Betreuung der Zweijährigen in ihr Haus auf Sylt ein. Henriette, Chefredakteurin einer Frauenzeitschrift, und Ulla, vegane Esoterikerin, könnten unterschiedlicher nicht sein und bei ihre Begegnung prallen Welten aufeinander. 


Allein das Cover schreit nach Sommer, Meer, Strand und Leichtigkeit. In diesem Buch finden sich keine tiefsinnigen Weisheiten über das Leben, es gibt keine mysteriösen Familiengeheimnisse und eine literarische Perle ist „Meer Liebe auf Sylt“ auch eher nicht. Begeistern kann das Buch vor allem mit einem lockeren und leichten Schreibstil und viel Witz. Beim Lesen habe ich sehr oft geschmunzelt, denn Claudia Thesenfitz beschreibt die witzigsten Situationen und wählt dabei die passenden Worte. Die Seiten fliegen nur so dahin und ich habe das Buch an zwei gemütlichen Abenden ausgelesen. 


Vor dem Lesen muss man sich darüber im Klaren sein, dass Henrietta und Ulla natürlich vollkommen überzogen dargestellt werden. Sie verkörpern die gängigen Klischees zu 100%, sorgen aber gerade dadurch für viele witzige und skurrile Situationen. Auch wenn ihr Umgang miteinander anfangs ein wenig holprig ist und die Meinungen zur Kindererziehung nicht gegensätzlicher sein könnten, schaffen Henriette und Ulla es schließlich, sich zusammenzuraufen. Einen großen Anteil daran hat vor allem die kleine Emma, welche nicht nur das Herz der beiden sonst entfernt wohnenden Omas im Sturm erobert, sondern auch das des Lesers. Richtig gut gefallen hat mir, dass die beiden Frauen sich einander annähern und über ihre Lebensstile nachdenken, schließlich sogar aus einigen ihrer Konventionen und Überzeugungen ausbrechen und sich dabei trotzdem immer treu bleiben. 

Fazit

„Meer Liebe auf Sylt“ ist ein typischer Frauen- und Sommerroman und das meine ich absolut positiv. Zwischen viel Situationskomik und Chaos finden sich immer wieder kleine Wahrheiten über das Leben und das Glück. In der Tat hat Claudia Thesenfitz hier einen wahren Glücksroman zum Abschalten und Wohlfühlen geschaffen. Ihr erstes Werk „Sylt oder Selters“ werde ich mir im kommenden Sommer auf jeden Fall auch noch zulegen! 

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Tags: chick lit, deutschland, familie, frauenroman, leben, lebensweisheiten, liebe, meer, sommer, sommerbuch, sommerroman, sylt, yoga   (13)
 

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liebe, schottland, familie, hochzeit, liebesroman

Glückssterne

Claudia Winter , Jessica Schwarz
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 12.12.2016
ISBN 9783844524406
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auf Josefines Familie liegt ein Fluch. Seit Generationen wird den Frauen ihrer Linie nahegelegt, nur mit einem speziellen Familienring am Finger vor den Altar zu treten. Alle Frauen, die diese Tradition missachtet haben, standen nach weniger als einem Jahr bereits vor den Trümmern ihrer Ehe. Josefine ist 30, Familienrechtsanwältin und mit ihrem Kollegen Justus verlobt. Die beiden sind bereits seit neun Jahren ein Paar und wollen nun endlich heiraten. Blöd nur, dass der Ring wenige Wochen vor der geplanten Hochzeit verschwindet. Angeblich hat ihn Cousine Charlie mitgehen lassen, welche mit ihrem Freund nach Schottland durchgebrannt ist. Spontan macht sich Josefine auf die Suche nach dem Erbstück und tritt eine Reise an, die ihr Leben verändern wird.

Die Schauspielerin Jessica Schwarz hat dieses Hörbuch eingelesen und mir sehr gut gefallen. Ihre Stimme ist sehr angenehm und ihre Sprechweise passt sie dem jeweils zu Wort kommenden Charakter problemlos an. Dadurch fiel es mir leicht, Dialoge zu verfolgen.

Claudia Winter gelingt mit „Glückssterne“ ein humorvoller, mir persönlich aber etwas zu kitschiger und vorhersehbarer Liebesroman. Gut amüsiert habe ich mich, was größtenteils an Josefines Großtanten Brigitte und Lieselotte lag. Die 73-jährigen Zwillinge sind alles andere als gebrechlich oder senil und begleiten Josy auf der Suche nach Charlie und dem Familienring. Dabei könnten sie gegensätzlicher nicht sein, wodurch viele witzige Momente entstehen. Auch der bildliche Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Claudia Winter hat in meinen Augen echt ein gutes Händchen für die richtige Wortwahl und Satzkomposition.

Trotzdem habe ich auch immer mal wieder mit den Augen gerollt. Für eine Anwältin benimmt sich Josefine zeitweise einfach zu impulsiv. Meist ist ihre Zunge schneller als ihr Gehirn, was teilweise witzig, teilweise aber auch leider unpassend war. Die Geschehnisse rund um Josefines Reise bieten außerdem nur wenige Überraschungen. Der gesamte grobe Rahmen war absolut voraussehbar, auch für diejenigen, die sonst eher andere Buchgenres bevorzugen. 


Positiv anmerken möchte ich noch, dass dem Hörbuch ein kleines Booklet mit Rezepten beiliegt. So kann man Charlies Cheesecake oder Finolas Räucherfischsuppe nachkochen und beim Hören genießen. 

Fazit

Mir persönlich hat das gewisse Etwas gefehlt. Der Funke zur Protagonistin ist bei mir nicht richtig übergesprungen. Von Josefine hatte ich viel mehr Selbstbeherrschung und überlegtes Handeln erwartet, häufig urteilt sie allerdings vorschnell und gibt sich naiv und trotzig. Die Handlung lebt daher in meinen Augen vor allem von interessanten Nebencharakteren und vielen amüsanten Szenen. Insgesamt ist dieser Liebesroman zwar vorhersehbar, wenig innovativ und etwas kitschig, macht aber Spaß, wenn man sich auf die Geschichte einlassen und beim Zuhören abschalten kann. 

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Tags: edinburgh, hochzeit, liebe, liebesroman, schottland   (5)
 

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828 Bibliotheken, 46 Leser, 2 Gruppen, 214 Rezensionen

prinzessin, prinz, fantasy, der kuss der lüge, mary e. pearson

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Prinzessin Arabella Celestine Iris Jezelia, kurz Lia gennant, von Morrighan soll heiraten. Und zwar einen Prinzen des benachbarten Königreiches Dalbreck, welchen sie nie zu vor gesehen hat. Außer seinem Namen und seiner Herkunft weiß sie nichts über ihn, denn die Ehe dient nur dem Zweck einer Allianz der beiden Königreiche. Lia kann sich nicht mit dem Gedanken der arrangierten Ehe anfreunden und beschließt mit ihrer Kammerzofe Pauline in der Nacht vor der Hochzeit abzuhauen. Diese Nachricht verbreitet sich vom Königreich Morrighan aus sehr schnell und schon bald begeben sich zwei junge Männer auf die Suche nach Lia. Bei einem handelt es sich um den Prinzen höchstpersönlich, bei dem anderen um einen Attentäter eines verfeindeten Königreiches, der Lia umbringen soll. Wer findet die Prinzessin zuerst? Kann sie ihnen entkommen? Und was hat es mit der berüchtigten Gabe auf sich, die von allen im Reich gefürchtet wird?

Bei den Chroniken der Verbliebenen handelt es sich mal wieder um eine Fantasy-Reihe, welche unfassbar hochgelobt wird. Im englischsprachigen Raum wird die Trilogie dieses Jahr abgeschlossen, hierzulande verteilt sich die Geschichte auf insgesamt vier Bücher, welche bis Frühjahr 2018 veröffentlicht werden. Der erste Teil hat mich bereits positiv überrascht.

Lia ist eine ausgesprochen starke Persönlichkeit. Sie hat ihre Prinzipien, bleibt sich selbst treu und verfolgt ihre Ziele. Dabei geht sie in den wenigsten Fällen naiv oder unüberlegt vor, was mir sehr gut gefallen hat. Von YA-Fantasy kenne ich durchaus anderes. Lia ist allerdings nicht die einzige starke Frau in Mary E. Pearsons neuer Reihe. Auch ihre Zofe Pauline und die beiden Frauen Berdi und Gwyneth vom Gasthof, in dem Lia unterkommt, haben mich überzeugt. Emanzipiert und willensstark treten sie den Gästen gegenüber, unter denen sich zahlreiche aufmüpfige Soldaten und auch Prinz und Attentäter befinden.

Mit den beiden ist Mary E. Pearson übrigens Großes gelungen. Sie stellen sich als Kaden und Rafe vor und ich war mir kurz nach deren ersten Auftreten unglaublich sicher zu wissen, wer wer ist. Tatsächlich war ich sogar schon ein bisschen enttäuscht, dass ich die Identitäten so eindeutig zuordnen konnte. Im letzten Teil des Buches wurde ich dann allerdings überrascht, denn natürlich lag ich total daneben. Bevor ich weitergelesen habe, habe ich erstmal zurückgeblättert und mir ist aufgefallen, dass ich wirklich zu voreilig war. Die vermeintlich eindeutigen Hinweise haben mich total auf’s Glatteis geführt und der Überraschungsmoment ist Pearson damit großartig gelungen.

Die Geschichte des ersten Bandes lebt vor allem von dem Versteckspiel und der Liebesgeschichte. Relativ schnell ist klar, dass sowohl Kaden als auch Rafe an der Prinzessin interessiert sind. Wäre auch blöd wenn nicht, denn wäre der Attentäter nicht wenigstens ein bisschen in Lia verschossen, würde die Saga schon sehr bald enden. Wer ein nerviges Liebesdreieck erwartet, den kann ich beruhigen: So schlimm wie bei Twilight wird es nicht!

Nachdem der Leser Lia, ihre Verehrer und die Frauen vom Gasthof einige Wochen lang begleitet hat, geht es schlagartig rasanter zu. Es gibt Informationen über die berüchtigte Gabe des Sehens und über die Geschichte der gesamten von Pearson erschaffenen Welt. Die Spannungen zwischen den Königreichen werden beleuchtet, wobei der Leser in Kriegsangelegenheiten garantiert nicht mit Samthandschuhen angefasst wird. Insgesamt beginnt mit dem Ende des ersten Buches ein großartiges Abenteuer, das Lust auf die Folgebände macht.

Fazit

„Der Kuss der Lüge“ ist nicht nur ein weiterer völlig übertriebener Hype, sondern wirklich gut. Der erste Band der Saga konnte mich mit starken Frauen, einer detailliert ausgearbeiteten Hintergrundgeschichte und einer authentischen Liebe überzeugen. Der Auftakt macht Lust auf mehr und ich habe mich noch Tage nach Beenden des Buches dabei erwischt, wie ich über Lia, Kaden und Rafe nachgedacht habe. Außerdem versprechen die vielen interessanten Nebencharakter und die Entdeckung von Lias Gabe eine spannende Fortsetzung. Von mir gibt es trotzdem nur 4 Sterne, da mir die fantastischen Elemente noch zu kurz kamen.

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Tags: fantasy, fantasy-saga, flucht, gabe, königreich, prinz, prinzessin, reise, saga   (9)
 

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118 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

depression, jugendbuch, psychiatrie, liebe, new york

It's Kind of a Funny Story

Ned Vizzini
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Disney Pr, 12.07.2011
ISBN 078685197X
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Craig ist 15 und depressiv. Die Krankheit manifestierte sich eher schleichend, aber Craig erkannte die Symptome früh und vertraute sich seinen Eltern an. Trotz regelmäßiger Therapie und Medikation schafft Craig es jedoch nicht, dem schulischen Druck und seiner ständigen Selbstherabwürdigung zu entkommen. Als seine Selbstmordpläne erschreckend konkrete Formen annehmen, fasst er einen mutigen Entschluss: Er begibt sich in die Notaufnahme eines Krankenhauses und weist sich selbst ein. In den folgenden fünf Tagen lernt er viel über sich selbst, das Leben und darüber, was „verrückt sein“ bedeutet.

Vizzini verbrachte vor der Entstehung dieses Jugendbuches selbst fünf Tage in einer psychiatrischen Einrichtung, um wegen seiner Depressionen behandelt zu werden. Bei It’s Kind of a Funny Story handelt es sich ganz klar um ein Jugendbuch, denn die Zustände in der Klinik werden nicht realitätsgetreu wiedergegeben. In meinen Augen soll die Geschichte um Craig mehr Mut als Angst machen, weswegen hier eine Verharmlosung einer solchen Einrichtung stattfindet. Darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangeht und enttäuscht wird.

"Who hasn’t thought about killing themselves, as a kid? How can you grow up in this world and not think about it?"

Depressionen werden jedoch wirklich als Krankheit anerkannt und Craigs Gefühlswelt wird absolut authentisch dargestellt. Ich habe mich mit ihm über seine Fortschritte gefreut, aber auch während seiner Rückfälle mit ihm gelitten. Ned Vizzini beschreibt keine Wunderheilung in fünf Tagen. Er lässt Craig viel mehr erkennen, dass er sich nicht für seine Krankheit schämen muss. Die Klinik verlässt er zwar nicht mit einem sehr viel besseren Gefühl, dafür mit Methoden und Möglichkeiten, um die zukünftigen Tiefpunkte besser überstehen zu können. Im Fokus steht in meinen Augen vor allem die Erkenntnis, nicht alleine zu sein und um Hilfe bitten zu können.

"What’s a triumph is that you woke up this morning and decided to live. That’s a triumph. That’s what you did today."

Craig lernt während seiner Zeit in der Klinik außerdem viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Problemen kennen. Auch hier zielt Vizzini nicht auf die brutale Konfrontation mit psychischen Krankheiten ab. Viel mehr schneidet er die individuellen Schicksale nur an und stellt dar, wie sich all die verschiedenen Persönlichkeiten im Klinikalltag miteinander arrangieren. Craigs Geschichte hat einen ernsten und berührenden Hintergrund, doch Vizzini sorgt auch dafür, dass das Lesen Spaß und Mut macht. Das Cover kam mir übrigens vor dem Lesen ein wenig chaotisch vor, nach dem Lesen finde ich es umso genialer, denn es hat einen direkten Bezug zu Craig.

Fazit

Es handelt sich hier ganz klar um ein Jugendbuch über Depressionen. Wer schonungslose Konfrontationen mit psychischen Einrichtungen und Erkrankungen wünscht, ist definitiv an der falschen Adresse. Craigs Leben mit der Krankheit wird berührend, aber nicht zu ernst dargestellt, sie zieht den Leser nicht herunter, sondern macht Mut. Die wichtige Botschaft „Du bist nicht allein! Du kannst damit leben!“ vermittelt Vizzini in meinen Augen äußerst erfolgreich. Aufgrund einiger Längen am Anfang des Buches gibt es von mir einen leichten Abzug und damit insgesamt 4,5 Sterne.

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Tags: depression, depressionen, jugendbuch, psychiatrie, suizid   (5)
 

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285 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

briefe, liebe, tumblr, verlust, nie verschickte briefe

Ich wollte nur, dass du noch weißt ...

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Lisa Congdon , typealive
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785586082
Genre: Jugendbuch

Rezension:

192 Seiten. Das macht fast 192 nicht abgeschickte, aber bei Tumblr anonym veröffentlichte Briefe. In der Realität sind es noch viele mehr, die mittlerweile ihren Weg auf Emily Trunkos Blog Dear My Blank gefunden haben. In diesem wunderschönen Buch wurden nun einige von ihnen übersetzt und zuckersüß illustriert. 


Beim Stöbern hatte ich oft Gänsehaut. Die Gefühle, die in den Briefen stecken, sind echt. Irgendwo auf der Welt sitzt jemand, der eine reale Geschichte zu seinen Worten zu erzählen hat. Ich durfte Briefe lesen, welche niemals abgeschickt wurden, und in Gefühlswelten abtauchen, von denen die Adressaten niemals erfahren werden. G enau diese Tatsache intensivierte das Lesen für mich nochmals. Die Briefe sind dabei traurig, wütend, hoffnungsvoll, dankbar, aber vor allem mitreißend und authentisch.


Anders als auf Emilys Blog gibt es eine Kategorisierung. Wer möchte, kann gezielt in Briefen zu den Themen Freundschaft, Liebe, Unerwiderte Liebe, Verlust, Familie und Dankbarkeit stöbern. Sehr berührend fand ich außerdem die Briefe, welche an eine jüngere Version des Autors selbst adressiert waren. Und wieder andere Briefe gehen einfach an die ganze Welt hinaus. 

Fazit


Ein wunderschönes Buch und das meine ich im Bezug auf Inhalt und Gestaltung. Die Illustrationen passen perfekt und lassen den Briefen dabei noch genug Raum. Von Trauer bis Hoffnung sind hier viele Gefühle vertreten und ich denke, dass das Stöbern in diesem Buch und auf Emilys Blog besonders in eigenen schweren Zeiten Balsam für die Seele sein kann. Emily erreicht nämlich vor allem, dass man sich mit seinen Gefühlen weniger allein und unverstanden fühlt. Deswegen ist dieses Buch in meinen Augen auch eine gute Geschenkidee. 

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Tags: briefe, familie, freunde, gedanken, jugendbuch, leben, liebe, tumblr, unerwiderte liebe   (9)
 

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26 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

tod, briefe, young adult, kurt cobain, freundschaft

Love Letters to the Dead

Ava Dellaira
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Square Fish, 29.09.2015
ISBN 9781250062963
Genre: Romane

Rezension:

Laurel kommt aus einer schwierigen Familie. Ihre Eltern leben geschieden und ihre große Schwester May ist tot. Seitdem hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen und verbringt ihre Tage damit, zwischen ihrem angestrengten Vater und ihrer extrem religiösen Tante Amy hin und her gereicht zu werden. Als sie die Schule wechselt, stellt ihre Englischlehrerin ihr eine Aufgabe, die Laurels Leben verändern wird: Sie soll einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Obwohl sie die Hausaufgabe nicht abgibt, schreibt sie zig Briefe, in denen sie ihre Gefühle offen legt, das Vergangene verarbeitet und zu sich selbst findet.
Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht besonders leicht. Schnell wird klar, dass Laurel sich verstellt und ihrer toten Schwester nachzueifern versucht. Sie zieht ihre Kleidung an, probiert sich wie May zu verhalten und freut sich, wenn sie mit ihr verglichen wird. Ich habe im ersten Drittel des Buches sehr viel mehr über May als über Laurel selbst erfahren. Die Briefe wirkten distanziert und Laurels Gefühle konnte ich schwer nachvollziehen. Umso schöner war es schließlich, als Laurel sich erstmals öffnete und einen Blick in ihre persönlichen Vorlieben, Wünsche und Gefühle zuließ. Sie entwickelt sich immer mehr zu einer eigenständigen Persönlichkeit und außerdem wird nach und nach aufgedeckt, was in der Nacht, in der May starb, wirklich geschah. Das Ende hat mich richtig umgehauen und Laurels Schicksal geht unter die Haut!


"The line at the end says, „Nobody, not even the rain, has such small hands“ makes perfect sense t me. It means they can go anywhere inside of you, because like the rain, like water, they find places that nothing solid could pass through. It explains the way that Sky gets into me, into places that I never even knew were there. How he touches a part of me no one has ever touched. We both have secret places in us."



Bei diesem schwierigen Prozess bekommt Laurel Hilfe von ihren neuen Freunden Sky, Hannah und Natalie. Die schleppen selbst allesamt zentnerschweren seelischen Ballast mit sich herum. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn in Jugendbüchern Themen wie psychische Erkrankungen, Missbrauch und Coming-Out angeschnitten werden. Sich damit auseinanderzusetzen ist wichtig, doch hier war es mir leider etwas zu viel. Ich hatte nicht das Gefühl, dass alle Probleme der Figuren auf den 323 Seiten zu Genüge behandelt werden konnten. In meinen Augen wirkte das Gesamtbild leider ein wenig aufgesetzt und inszeniert.

Laurels Briefe gehen an Persönlichkeiten wie Kurt Cobain, River Phoenix, Amy Winehouse und Heath Ledger. Allesamt sind sie früh verstorben und haben einen direkten Bezug zu Laurels Leben. Die Verknüpfung fand ich sehr gelungen. Die Informationen zum Leben und Tod aller Adressaten sind übrigens sehr gut recherchiert und werden nicht verzerrt oder geschönt dargestellt. Laurel findet in den Verstorbenen zwar Ansprechpartner für ihre Sorgen und Wünsche, gleichzeitig setzt sie sich jedoch auch kritisch mit deren Leben und Tod auseinander, wie folgender Ausschnitt eines Briefes an Kurt Cobain zeigt:

"You said that your daughter’s life would be so much happier without you. I can tell you that you are wrong. It’s a terrible excuse from someone who can’t bear to be around. It’s a bad way to make yourself feel better when you know you are leaving someone who doesn’t want you to go. Someone who needs you."


Fazit


Tatsächlich habe ich noch ein wenig mehr erwartet. Der Zugang zu Laurel ist mir anfangs sehr schwer gefallen. Auch wenn das vermutlich Absicht war, hat mich die diese Distanz ziemlich gestört und ich konnte mich erst nach gut einem Drittel des Buches vollständig in die Geschichte fallen lassen. Sehr gut fand ich hingegen die gut recherchierten Informationen über die verstorbenen Persönlichkeiten und deren Verknüpfung zu Laurels Alltag. Über ihr sehr schweres Schicksal sind mir die anderen Figuren und ihre angeschnittenen Probleme ein bisschen zu kurz gekommen, nichtsdestotrotz ist Love Letters To The Dead ein sehr empfehlenswerter, berührender und vielversprechender Debütroman von Ava Dellaira.

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Tags: briefe, familie, freundschaft, jugendbuch, liebe, missbrauch, tod, young adult   (8)
 

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berlin, erwachsen werden, freundschaft, jugendbuch, roadtrip

Tschick

Wolfgang Herrndorf , Philipp Schepmann
Audio CD
Erschienen bei Argon, 13.09.2016
ISBN 9783839893142
Genre: Romane

Rezension:

Maik ist durchschnittlich und langweilig. Zumindest beschreibt er sich selbst so. Er hat keine besonderen Freunde oder Hobbys, er ist nicht besonders beliebt oder verhasst in der Klasse und bei Tatjana, in die er schon ewig verliebt ist, hat er sowieso keine Chance. Seine Eltern sind zwar noch zusammen, doch während seine Mutter immer mal wieder in einer Entzugsklinik abtaucht, nutzt sein Vater die Gelegenheit, um mit seiner "Sekretärin" auf "Dienstreisen" zu fahren. Die Sommerferien versprechen also alles zu werden, nur nicht aufregend. 
 
Doch dann steht Tschick vor der Tür, eigentlich Andrej Tschichatschow. Der Junge russischer Abstammung ist neu in Maiks Klasse und überredet ihn nicht nur Tatjanas Geburtstagsparty zu crashen, sondern auch zu einem spontanen Roadtrip in einem geklauten Auto aufzubrechen. Maik hat nichts zu verlieren, kommt mit und gewinnt letztendlich sogar ziemlich viel. 
 
Die Geschichte rund um die beiden Teenager ist frech, witzig, rebellisch und rasant. Selten kommen die beiden zur Ruhe, meistens finden sie sich in wirklich absurden Situationen wieder. Ganz legal geht es dabei natürlich nicht zu, doch allzu realitätsfern ist das Buch dann doch nicht. Positiv fand ich, dass Maik und Tschick sich auch den Konsequenzen ihres Handelns stellen müssen.  Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren all die Menschen, mit denen Maik und Tschick im Laufe ihrer Reise zu tun haben. Sie sind wirklich interessant und einzigartig und setzen sich über jegliche Vorurteile und Grenzen hinweg. Besonders gut können sie mit diesem Zitat beschrieben werden:   
 
" Seit ich klein war, hatte mein Vater mir beigebracht, dass die Welt schlecht ist. Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Trau keinem, geh nicht mit Fremden und so weiter. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch. Wenn man Nachrichten guckt: Der Mensch ist schlecht. Wenn man Spiegel TV guckt: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war."

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die "russische" Aussprache des Lesers, wenn er die wörtliche Rede von Tschick gelesen hat. Auf Dauer war mir der Akzent ein bisschen zu viel und ich konnte leider nicht mehr als eine halbe Stunde am Stück zuhören. 

Fazit


Ein kurzweiliger Roman über einen spontanen Roadtrip, eine ungewöhnliche Freundschaft und viele interessante Charakter, der sich über Konventionen und Grenzen hinwegsetzt. Vor dem Lesen sollte man sich aber darüber im Klaren sein, dass "Tschick" ein Jugendbuch ist und der Schreibstil dementsprechend jugendlich und simpel ist. 

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Tags: berlin, erwachsen werden, freundschaft, jugendbuch, roadtrip   (5)
 

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116 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, jenny han, jennyhan, psistillloveyou, verlieben

P.S. I still love you

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254800
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sehnsüchtig erwartete ich Band 2 der zuckersüßen YA-Reihe rund um die sechzehnjährige Lara Jean, ihre Familie und ihr Liebeschaos. Der Vorgänger endete mit den Worten „Lieber Peter…“, denn Lara Jean hat sich während der Scheinbeziehung mit Peter Kavinsky tatsächlich in ihn verliebt. Ihre Gefühle gesteht sie ihm in einem richtigen Liebesbrief, welcher noch vor dem ersten Kapitel des zweiten Buchs abgedruckt ist. Peter erwidert ihre Gefühle und die beiden kommen endlich richtig zusammen. Doch ihr junges Glück wird sofort auf die Probe gestellt: Jemand hat die beiden während der Skifreizeit beim Knutschen im Whirlpool gefilmt und ins Internet gestellt. Außerdem mischt sich Genevieve, Peters Ex-Freundin, immer wieder in Lara Jeans und Peters Beziehung ein und Lara Jeans fünfter Brief aus Band 1, welcher bisher nicht beantwortet wurde, taucht wieder auf. Durch einen Umzug erreichte der Brief seinen Empfänger John Ambrose McClaren verzögert, doch als John ziemlich begeistert antwortet und eine zarte Brieffreundschaft entsteht, muss Lara Jean Entscheidungen treffen.


Schon nach den ersten paar Sätzen war ich wieder voll in der Geschichte drin. Lara Jean und ihre gesamte Familie habe ich fest in mein Herz geschlossen. Es gibt ein kurzes Wiedersehen mit Margot, einen Verkupplungsversuch für ihren Dad und unglaublich witzige Momente mit Kitty. Lara Jeans kleine Schwester ist in diesem Roman sehr präsent und das hat mir gut gefallen. Die Zehnjährige ist frech, rebellisch, neugierig und witzig, steht Lara Jean aber auch loyal und mit erstaunlich erwachsenen Ratschlägen zur Seite. Der Schreibstil war wie gewohnt zuckersüß, authentisch und herzlich. Für die liebenswerte Darstellung der Familie Covey vergebe ich auf jeden Fall volle fünf Sterne!

Lara Jean tritt außerdem Margots Erbe an und übernimmt einen Job im Seniorenheim, genau wie ihre große Schwester vor ihrem Studium. Es hat nicht nur Spaß gemacht, gemeinsam mit ihr Bastelkurse und Feste zu planen und zu feiern. Besonders gefallen haben mir die vielen verschiedenen Persönlichkeiten, welche Lara Jean mit Rat und Tat unterstützen. Nachdem Margot nach Schottland gegangen ist, vermisst Lara Jean ihre verstorbene Mutter in diesem Buch wieder sehr deutlich. Die Senioren hören ihr zu und dienen quasi als Mutter-und-Margot-Ersatz, was ich als sehr rührend und schön empfunden habe.

Die Jungs Josh und Peter haben mir im Vorgänger gut gefallen. Bei P.S. I Still Love You muss ich leider sagen, dass ich Josh sehr vermisst habe und Peter sich ein wenig unbeliebt gemacht hat. Das ist auch der Grund, warum John überhaupt die Chance bekommt, Lara Jean den Kopf zu verdrehen. Ich verrate natürlich nicht, auf wen die Wahl dieses Mal fällt, doch der Weg dorthin ist auf jeden Fall spannend, turbulent und witzig. Lediglich die letzten Kapitel empfand ich als etwas zu viel des Guten. Ein bisschen weniger Hin und Her hätte auch gereicht, außerdem waren die klärenden Gespräche zwischen Lara Jean und ihren Jungs ein wenig mager. Natürlich muss aber auch noch Stoff für den dritten Band der Trilogie bleiben, denn der erscheint unter dem Titel Forever and always, Lara Jean. Auf Englisch wird der finale Teil rund um Lara Jean schon im Mai zu haben sein, die deutsche Übersetzung kommt im Frühjahr 2018 im Carl Hanser Verlag heraus. Wie soll ich nur ein ganzes Jahr auf Neuigkeiten aus dem Hause Covey warten?!

Fazit

Familie Covey hat auf jeden Fall einen festen Platz in meinem Leseherz erobert. Jenny Han schafft es mit P.S. I Still Love You wieder einmal mich mit ihrem herzlichen Schreibstil zu begeistern und in den Bann von Lara Jean und ihren Schwestern zu ziehen. Auch wenn ich das Liebeschaos dieses Mal als ein wenig zu viel empfand, kann ich es kaum abwarten den letzten Teil der Trilogie zu lesen. Ich vergebe wieder 4 zuckersüße Sterne.

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Tags: freundschaft, high school, jugendbuch, liebe, liebeschaos, ya, young adult   (7)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

berlin, jugendroman, liebe, jugendbuch

Wolke 7 ist auch nur Nebel

Mara Andeck , Andy Matern , Maximiliane Häcke , Laura Maire
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.03.2016
ISBN 9783785752661
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Moya und Lena sind beste Freundinnen und stehen kurz vor'm Abitur. Als Lenas Freund Patrick sie für eine andere verlässt, ist sie am Boden zerstört. Moya kann das nicht so ganz nachvollziehen, denn sie glaubt nicht an die Liebe. Prompt meldet Lena sie bei einem angeblich wissenschaftlichen Liebesexperiment an. Auf Basis von Fragebögen, Gerüchen und arrangierten Dates sollen Ansichten von vielen Probanden gesammelt und analysiert werden. Letztendlich läuft die Sache jedoch gewaltig aus dem Ruder, denn plötzlich findet sich Moya als Protagonistin einer TV-Show wieder, in welcher sie drei von den Wissenschaftlern ausgesuchte Jungs kennenlernen soll. Das Team der Uni garantiert ihr Schmetterlinge im Bauch, doch wird es wirklich so kommen? 


Gelesen wird das Hörbuch von drei verschiedenen Personen. Moya selbst hat mir dabei am besten gefallen, denn ihr eigensinniger und willensstarker Charakter kam besonders gut rüber. Ihre gesamte Figur ist außergewöhnlich und unterscheidet sich stark von den sonst doch noch sehr naiven Protagonisten anderer Jugendbücher. Ich habe sehr gerne Zeit mir ihr und dem zugegebenermaßen sehr schrulligen Liebesexperiment verbracht. 
Auch Lena ist eine liebe Zeitgenossin und einige Kapitel sind aus ihrer Sicht verfasst. Während Moya der großen Liebe nachjagt, probiert sie mit dem Verlust ihrer eigenen großen Liebe klarzukommen. Gar nicht so einfach.

Der dritte im Bunde ist ein junger Mann. Dadurch wird dem Leser zwar schon früh klar, welcher Kerl letztendlich Moyas Herz erobern wird, doch das fand ich gar nicht so schlimm. Der aufmerksame Leser (oder Hörer) kann sich das nämlich sowieso schon ziemlich schnell denken. Deswegen fand ich es sehr erfrischend, dass die Autorin das "Geheimnis" schon früh offen gelegt und die zaghafte Annäherung aus beiden Perspektiven beschrieben hat. 

Fazit

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß beim Hören dieses Hörbuchs rund um Moya und ihre Ansichten zur Liebe. Die Charakter waren allesamt sehr liebenswert und vor allem außergewöhnlich. Auch die Story empfand ich als süß und unterhaltsam, dafür gibt es 4 gute Sterne von mir! 

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Tags: berlin, jugendbuch, jugendroman, liebe   (4)
 

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205 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

thriller, vergangenheit, psychothriller, drama, perfect girl

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit 15 Jahren verschuldete Zoe den Tod dreier Mitschüler, indem sie unter Alkoholeinfluss Auto fuhr. Obwohl sie felsenfest behauptete, nicht bewusst getrunken zu haben und reingelegt worden zu sein, verbringt sie einige Monate im Jugendgefängnis. Wenige Jahre später wagen ihre Mutter Maria und sie einen Neuanfang. Maria heiratet den ziemlich reichen Informatiker Chris Kennedy, welcher Sohn Lucas aus erster Ehe mitbringt. Das gemeinsame Baby Grace krönt das Glück in Marias und Zoes zweitem Leben. Doch dann droht die Vergangenheit ans Licht zu kommen und Zoes Mutter wird umgebracht. 


Für mich war dieses Buch kein richtiger Thriller, sondern eher die Darstellung von sich höchst ungünstig aneinanderreihenden Familientragödien. Nicht nur Maria und Zoe bringen Geheimnisse mit in die neue Familienidylle, auch das Vater-Sohn-Duo hat so einiges zu verbergen. In meinen Augen war die Geschichte spannend, aber von "feinster Psychospannung" auf dem Klappentext zu sprechen, finde ich unpassend. Wer hier einen krassen Psychothriller erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Interessant und fesselnd war die Geschichte rund um den Zusammenhang von Wahrheit und Gerechtigkeit jedoch trotzdem. 


Die Kapitel sind relativ kurz und aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Insgesamt kommen im Laufe des Buches ganze fünf Personen zu Wort, wobei jeder Charakter aus der Ich-Perspektive erzählt. Tatsächlich hat es Gilly Macmillan geschafft, Nuancen ihres Schreibstils der gerade erzählenden Person anzupassen und dieser dadurch noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. Dabei habe ich eigentlich aus allen Perspektiven gerne gelesen, nur die des Anwaltes Sam kam mir ein wenig deplatziert vor. Seine Rolle in dem gesamten Familiendrama habe ich leider nicht ganz nachvollziehen können, sodass mich seine (zum Glück sehr wenigen) Kapitel eher gelangweilt haben. 

Fazit


Wer einen Psychothriller erwartet, ist bei "Perfect Girl" sicherlich an der falschen Adresse. Gilly Macmillan stellt in diesem Buch vor allem ein komplexes Familiendrama dar und beschäftigt sich mit den Grundzügen der Gerechtigkeit. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte sehr mitreißend und empfehlenswert. Von mir gibt es 4 Sterne. 

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Tags: familie, familiendrama, thriller, unfall   (4)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

südkorea, korea

Die Vegetarierin

Han Kang , Ki-Hyang Lee , Rike Schmid , Thomas Loibl
Audio CD
Erschienen bei Argon, 30.11.2016
ISBN 9783839815601
Genre: Romane

Rezension:

Yong-Hye hat nie Widerworte gegeben. Still hat sie ihr bisheriges Leben ertragen. Von der Gewalt des Vaters bis hin zur Oberflächlichkeit ihres Mannes. Doch damit soll eines Tages Schluss sein. Die an Durchschnittlichkeit nicht zu übertreffende junge Frau entsorgt in einer Nacht- und Nebelaktion jegliche tierische Produkte aus ihrem Haushalt. Kiloweise schmeißt sie Fleisch weg und macht auch vor Milch, Eiern und Lederwaren nicht Halt. Tatsächlich wird sie nicht zur Vegetarierin, wie der Buchtitel vermuten lässt, sondern ernährt sich von nun an sogar vegan. Ihrem Mann antwortet sie auf seine Nachfrage für den Grund nur "Ich hatte einen Traum". Yong-Hye beginnt sich damit von allen ihr gekannten Konventionen zu befreien und aus ihrem Leben auszubrechen. Die Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten. 

Das Hörbuch wird von drei Personen gelesen, denn Yong-Hyes Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: Ihr Ehemann, ihr Schwager und ihre Schwester kommen zu Wort. Die Stimmen jedes einzelnen empfand ich dabei als sehr passend. Besonders der passiv-aggressive Ton des Ehemanns kam für mich gut rüber. Das Zuhören war jedoch nicht nur deswegen sehr einfach und angenehm, sondern vor allem durch Han Kangs bildliche Sprache. Sie nutzt durchweg eher kurze, direkte und unkomplizierte Sätze. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen trifft jedes Wort den Leser (oder in meinem Fall Hörer) direkt ins Mark.


Bei näherer Betrachtung des Covers fällt schon auf, dass es in diesem Buch um mehr als die vegetarische Ernährung geht. Zwischen Blüten erkennt man Finger, einen Augapfel, Fleisch. Tatsächlich glaube ich sogar, dass der Vegetarismus nur ein Mittel zum Zweck ist. Für mich war es interessant Yong-Hyes Verwandlung zu beobachten. Ausgerechnet durch einen Traum erwacht sie aus einem sehr kontrollierten Leben, aus welchem sie dann auszubrechen versucht. Schrittweise zerstört sie dabei ihren Körper und verfällt dem Wahnsinn. Diese erschreckende Verwandlung deutete für mich auf die Frage hin, wie viel Freiheit ein Mensch überhaupt haben darf, um nicht vollkommen verrückt zu werden. 

So ähnlich ergeht es übrigens nicht nur ihr. Vor allem in ihrem Schwager und ihrer Schwester schlummern groteske Sehnsüchte und Ängste, die sie vor Yong-Hyes Ausbruch ganz gut kontrollieren können. Mit ihrem Wahnsinn konfrontiert geraten die bisher verdrängten und weggeschlossenen inneren Kämpfe an die Oberfläche und Schwester und Schwager müssen sich wie Yong-Hye entscheiden: Kontrolle behalten oder abgeben? 

So interessant ich diesen Grundgedanken finde, so abstoßend fand ich viele Szenen im Buchdrittel aus Sicht von Yong-Hyes Schwager. Ich muss zugeben, dass ich kurz vor dem Abbruch des Buches stand, als endlich der ersehnte Perspektivwechsel kam. Han Kangs bildliche Sprache ist gleichzeitig Fluch und Segen, denn nicht selten fasziniert und schockiert sie den Leser zu gleichen Teilen. Trotz aller bestialischer und grotesker Kapitel überwog schlussendlich doch meine Neugier und mein Wusch, dieses Buch zu verstehen. Für schwache Mägen ist dieser Roman jedoch nichts. 

Fazit

Entgegen des Buchtitels geht es in diesem Roman ganz und gar nicht um die vegetarische oder vegane Lebensweise. In meinen Augen geht es viel mehr um das Ausbrechen aus Konventionen, Erwartungen und Demütigungen. Yong-Hyes Verwandlung wirft aber auch die Frage auf, ob ein kompletter Ausbruch und eine endgültige Befreiung für den Menschen die Lösung sein kann. Mit dem Ende und der damit verbundenen "Moral von der Geschicht" (zumindest so, wie ich sie verstanden habe) bin ich nicht ganz einverstanden, daher vergebe ich auch nur 3 Sterne (es wären 3.5, wenn das auf Lovelybooks gehen würde). Außerdem hat Han Kangs Stil mich zwar fasziniert, doch einige Szenen waren durch ihre bildliche und wirkungsgewaltige Sprache einfach zu grotesk und abstoßend. So kurz dieser Roman auch scheint, er ist definitiv nicht einfach zu verdauen! 

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Tags: korea   (1)
 

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70 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

frankreich, paris, freundschaft, freundinnen, liebe

Fast perfekte Heldinnen

Adèle Bréau , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548613253
Genre: Romane

Rezension:

Als ich den Klappentext las, stellte ich mir lustige, dramatische, traurige und wunderschöne Alltagsszenen von vier Freundinnen in Paris vor. Ein wenig wünschte ich mir Desperate Housewives in Buchform und in Frankreich, deswegen begann ich mit hohen Erwartungen zu lesen. Diese konnten die fast perfekten Heldinnen leider nicht ganz erfüllen.

Ich möchte damit beginnen, jede der vier Freundinnen einmal vorzustellen. Mathilde ist ein Arbeitstier in einem Kosmetikkonzern und probiert ihre Powerpoint-Präsentationen mit ihren beiden kleinen Söhnen unter einen Hut zu kriegen. Ihr Mann Max ist ihr dabei keine große Hilfe, obwohl er wegen seiner Arbeitslosigkeit genug Zeit hätte, ihr in Sachen Haushalt und Kindererziehung unter die Arme zu greifen. 

Alice ist von Adrien geschieden. Die gemeinsame Tochter Laura (15) pendelt zwischen den beiden Parteien hin und her. Während Zahnarzt Adrien sich neu verliebt hat, stürzt Alice sich lieber in ihre Karriere als Köchin in einem aufstrebenden Pariser Restaurant. Dass ihr Chef Fred in sie verliebt ist, merkt sie lange Zeit nicht. 

Lucie und Christophe führen eine Bilderbuch-Ehe. Sie sind reich, schön und haben drei perfekte Töchter. Wirft man jedoch einen Blick hinter die Fassade, entdeckt man Lucies krankhafte Eifersucht und ihren Hang dazu, alles, was die Kinder betrifft, an Haushälterin Winnie zu delegieren. 

Die vierte im Bunde ist Éva, welche mit Vincent verheiratet ist. Die beiden wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Dieser Wunsch lässt sich aktuell leider nicht in die Tat umsetzen und so müssen die beiden darum kämpfen, dass ihre Ehe nicht daran zerbricht.
Dazu kommen dann noch Familienfreunde und Arbeitskollegen. Ich habe mir tatsächlich eine grafische Übersicht über die Personen und ihre Beziehungen erstellt, habe sie erstaunlicherweise aber nur am Anfang gebraucht. Danach war ich so in der Geschichte drin, dass ich mich mühelos an die Namen und Konstellationen erinnern konnte und mich selbst wie eine Freundin der vier Frauen gefühlt habe. Sie haben alle ihre Stärken und Schwächen, doch sie erschienen mir menschlich und haben mir alle außerordentlich gut gefallen. Mit den Männern hingegen war ich nicht ganz einverstanden, einige gingen mir tierisch auf die Nerven. Das hat noch mehr dazu beigetragen, dass ich mit Mathilde, Alice, Lucie und Éva gefiebert habe. Am liebsten hätte ich mich selbst mit ihnen getroffen und diskutiert.

 
Liest man sich die Charakterbeschreibung durch, fällt sofort extrem viel Potenzial für Affären, Intrigen, Aussprachen und vor allem für freundschaftlichen Zusammenhalt auf. Leider kam mir genau der letzte Punkt ein bisschen zu kurz. Nur auf den ersten und letzten Seiten kommen wirklich alle Freundinnen zusammen und beraten und trösten sich gegenseitig in dem Maß, in dem ich es mir im gesamten Buch gewünscht hätte. In meinen Augen gehen besonders Mathilde und Éva durch die Hölle und wenn sie ihre Freundinnen anrufen und sich ausheulen wollen, kommt meist nur ein "Du, ich bin grad so im Stress mit den Kindern und dem Job, ich ruf dich zurück!". Das fand ich extrem schade, denn ich hatte gehofft, dass sich wenigstens die Freundinnen aufeinander verlassen können.

So war das Buch leider insgesamt sehr deprimierend, denn vor allem die Punkte "Affären" und "Intrigen" wurden fast schon klischeeartig erfüllt. Jede der Frauen hat Krisen zu bewältigen. Einige davon haben mich als Leser richtig mitgerissen und ich war ebenfalls kurz davor meinen Verstand zu verlieren. Mathildes Schicksal ging mir wirklich sehr nahe. Auch die anderen Frauen sind immer nur gestresst, sei es mit Kindern, Job oder Mann. Ich bin jetzt Mitte zwanzig und starte gerade erst so richtig in das "erwachsene" Leben, aber nach dem Lesen dieses Buches habe ich gar keine richtige Lust mehr darauf. Kinder nerven nur, Männer betrügen ständig und als Frau hat man im Job sowieso keine guten Chancen. Das ist leider bei mir hängen geblieben, auch wenn die Autorin auf den letzten Metern des Buches noch einmal probiert hat, ein paar Baustellen zu reparieren. Gut gelungen ist das leider nicht und das hat mich insgesamt sehr am Buch enttäuscht. Klar gibt es im Leben immer Höhen und auch Tiefen, doch dieses Buch hat gerade die Tiefen beleuchtet und eine richtig starke Freundschaft, mit der man auch diese Tiefen überstehen kann, wurde in meinen Augen nicht dargestellt. 

Fazit

Insgesamt ernüchternd. Die vier Frauen haben mir allesamt sehr gut gefallen. Jede ist auf ihre Art interessant und stark. Mich haben gar nicht so sehr die etwas klischeehaften Probleme der Frauen gestört, denn auf die war ich vorbereitet. Allerdings hatte ich damit gerechnet, dass diese Probleme auch zufriedenstellend gelöst werden und dass die Freundinnen dabei eng zusammenhalten und sich gegenseitig helfen. Mehr als ein oberflächlicher Kaffeeklatsch kam zwischen den Damen in meinen Augen jedoch nicht zustande. Genau darum bot das Buch auch einen eher deprimierenden Einblick in das Leben einer erwachsenen Frau, was mich enttäuscht hat. 

Den zweiten Teil, der aus Sicht der Männer geschrieben ist ("Männer von fast perfekten Heldinnen"), werde ich wohl eher nicht lesen. Bis auf Christophe und Fred konnte ich keinen (Ex-)Mann der Damen leiden und die ganzen traurigen Ereignisse nochmal durchkauen möchte ich auch nicht. 

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Tags: alltag, alltagsprobleme, ehe, frankreich, frauenroman, freundschaft, liebe, paris   (8)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

koma, liebe, berlin, humor, die erste liebe

Dornröschen hatte es leichter

Vanessa Mansini , Michael Meisheit
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Meisheit, Michael, 13.10.2016
ISBN 9783981721034
Genre: Romane

Rezension:

Hermine erwacht 2016 mit nun 37 Jahren aus dem Koma und findet sich in einer komplett anderen Welt wieder, als sie sie vor 20 Jahren gekannt hat. Während ihre Eltern über die Jahre hinweg nicht von ihrem Bett gewichen sind, ist ihr damaliger Freund nun verheiratet und lebt den Familientraum mit einer anderen. Auch auf ihre damals beste Freundin kann sie heute nicht mehr zählen und einen Berufsabschluss hat sie auch nicht. Die neumodischen Smartphones sind ein Rätsel und dass das World Trade Center nicht mehr steht, ein Schock. In Dornröschen hatte es leichter begleitet der Leser Hermine daher auf ihren witzigen und chaotischen Schritten in ihrem Leben nach dem Koma. 

Die Idee hat mich sehr angesprochen und wurde meiner Meinung nach auch witzig umgesetzt. Man merkt einmal mehr, wie absurd unsere heutige Internetobsession eigentlich ist, und wie aufgeschmissen man ohne Smartphone dasteht. Amüsant war es auch zu lesen, wie Hermine auf Game of Thrones, Youtube und Pokemon Go reagiert, denn alle relevanten Trends und Themen wurden in diesem Roman aufgegriffen, was ich sehr gut fand. Ebenfalls lachen musste ich bei Hermines ersten Erfahrungen mit Tinder, die bei der Suche nach einem Mann im heutigen Zeitalter natürlich nicht fehlen dürfen. Der Roman hält außerdem einige unerwartete Wendungen bereit, die mich positiv überrascht haben!
 
Meine trotzdem eher durchschnittliche Bewertung liegt an Hermine selbst. Natürlich ist sie ein wenig verloren und total überfordert mit dem technischen Schnick-Schnack, ihrem Gefühlschaos und der Suche nach sich selbst. Trotzdem verhält sie sich sehr naiv und hat mich nach wenigen Kapiteln schon genervt. Sie blockt zunächst alles ab, was mit der Gegenwart zu tun hat. Gleichzeitig möchte sie sich aber voll ins Leben stürzen, verweigert die Hilfe ihrer Eltern, zieht in eine WG zu wildfremden Menschen und bringt das Leben ihres Ex-Freundes Jan gehörig durcheinander. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, wie Hermine zunächst jegliche Aufklärung und Hilfe von sich stößt. Sie verhält sich so kindisch, dass ihre neue Freundin Lucy (übrigens selbst noch keine 20) ihr eines Tages eine kräftige Standpauke hält. Dafür hab ich sie sofort in mein Herz geschlossen und Lucy ist auch mein Lieblingscharakter im ganzen Roman gewesen. Hermine selbst legt im gesamten Roman nur eine minimale Entwicklung hin, die mir ganz und gar nicht ausgereicht hat. Mir ist klar, dass sie anfangs im Kopf noch 17 Jahre alt ist, aber dieser Eindruck wurde leider bis zur letzten Seite nicht so zurecht gerückt, wie ich es mir erhofft hatte. 

Außerdem fand ich das Liebesdreieck zwischen Hermine, Jan und Jans Frau unfassbar anstrengend. Dass ein Kind im Kindergartenalter involviert ist, machte die Sache für mich zusätzlich schwierig. An Hermines Stelle hätte ich mich geschämt, mich derart in eine Ehe einzumischen, egal wie gut oder schlecht sie läuft. Die Intrigen beider Frauen haben gegen Ende dafür gesorgt, dass ich beide Charakter gar nicht mehr mochte. Am liebsten hätte ich mir die kleine Mila geschnappt und wäre durchgebrannt.

Sich wieder an Jan heranzumachen reicht Hermine übrigens nicht. Auf zahlreichen Online-Plattformen lernt sie Männer kennen, denn es gibt natürlich nichts wichtigeres für sie, als auf den letzten Metern ihrer Fruchtbarkeit noch ein Kind zu zeugen. Über ihre berufliche und finanzielle Zukunft macht sie sich exakt null Gedanken, auch nicht über mögliche Komplikationen, mit denen eine Schwangerschaft in dem Alter verbunden ist (und mit den Risiken, die vor allem für ihr Kind dabei bestehen). Nicht nur diese Naivität hat mich gestört, sondern auch dass sich sehr viele Seiten nur der Tatsache widmeten, wen Hermine nun vögelt und wie viel Sex sie nachzuholen hat. Auch wenn in diesem Roman eine Liebesgeschichte eingebaut war, hat mich die Romantik gar nicht gepackt und es ist wirklich gar kein Funke übergeflogen.

Fazit

Insgesamt kann ich nur 2 Sterne vergeben. Die Grundidee finde ich super und besonders das erste Drittel war wirklich witzig und kurzweilig umgesetzt. Je länger man Hermine aber begleitet, desto mehr geht ihr kindliches Verhalten auf die Nerven. Mir war alles viel zu dramatisch und anstrengend und ich hätte mir gewünscht, dass Hermine ihren Platz und Frieden im Jahr 2016 findet, ohne dabei eine Spur der Verwüstung anderer Leben hinter sich herzuziehen. 

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Tags: berlin, familie, frauenroman, freundschaft, humor, koma, krankenhaus, liebe   (8)
 

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thriller, mirror, technik, künstliche intelligenz, manipulation

Mirror

Karl Olsberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 15.08.2016
ISBN 9783746632346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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thriller, überwachung, internet, manipulation, marc elsberg

ZERO - Sie wissen, was du tust

Marc Elsberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.10.2016
ISBN 9783734100932
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ZERO ist mein erstes Buch von Marc Elsberg und wurde mir empfohlen, nachdem ich Der Circle von Dave Eggers gelesen hatte, ein Buch mit ganz ähnlicher Thematik also. Grob gesagt geht es um die allgegenwärtige Sammlung und Analyse unserer Daten, welche längst keine Zukunftsmusik mehr ist. Dieses Thema ist dementsprechend wichtig und ZERO bietet nicht nur interessante und gut recherchierte Hintergrundinfos, sondern auch eine spannende Geschichte drumherum.

Protagonistin Cynthia Bonsant arbeitet als Journalistin bei der Tageszeitschrift Daily in London. Sie ist eher altmodisch und interessiert sich nicht wirklich für technische Innovation, bis sie eines Tages dazu gezwungen wird. Ein Freund ihrer Tochter kommt bei der Nutzung einer Datenbrille ums Leben und Cynthia wird zum ersten Mal mit all den Methoden der Datensammlung konfrontiert, die ihre Tochter freiwillig nutzt. Zentral ist dabei die Firma Freemee, welche damit wirbt, den Überblick über die eigenen Daten zu behalten und sie selbst verkaufen zu können. Freemee betreibt dafür tausende verschiedene ActApps, welche Daten in allen Lebenslagen sammeln und analysieren, um dem Benutzer personalisierte Empfehlungen auszusprechen. Das beginnt bei der Aufzeichnung aller körperlichen Aktivitäten per Smartwatch und endet noch lange nicht bei Dating-Ratschlägen. Den Gegenpol zu Freemee bildet ein Gruppe Online-Aktivisten namens Zero, welche Namensgeber dieses Romans sind. Zero veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Aufklärungsvideos, welche die Leute wachrütteln und schocken sollen. Cynthia findet sich mit einem Mal mitten in diesem Wettkampf wieder. Zunächst wird sie nur mit der öffentlichen Darstellung der Suche nach Zero beauftragt, doch nach und nach recherchiert sie immer mehr Details über Freemee. Und genau damit begibt sie sich in große Gefahr.

Die Charakter haben mir alle sehr gut gefallen, sie wirken gut platziert und glaubwürdig. Was ich sehr schön fand, sind die Entwicklungen, die man als Leser gut mitverfolgen kann. Während Cynthia sich langsam an die aktuelle Technik herantastet, beginnt ihre Tochter Viola diese erstmals zu hinterfragen und bewusster zu nutzen. Beide Seiten machen einen Schritt aufeinander zu und lernen Vor- und Nachteile der aktuellen Konzepte kennen. Dabei wirkt keine Seite belehrend oder wird als klar im Rechten herausgestellt, sondern Marc Elsberg überlässt dem Leser selbst die Meinungsbildung, was ich sehr wichtig finde.

Die Story ist spannend und je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr fiebert man mit. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die häufigen Szenewechsel in der Mitte des Romans ein bisschen zu schwierig fand. Gerade, wenn man noch nicht so ganz vertraut mit all den Charaktern ist, können die Ortswechsel ein wenig verwirrend sein. Was ich leider erst gegen Ende des Buches durch Zufall entdeckt habe, ist das Personenregister auf den letzten Seiten. Während ich Cynthias privates und berufliches Umfeld schnell erfassen konnte, bin ich bei den Mitarbeitern von Freemee, dem FBI und der privaten Sicherheitsfirma EmerSec doch etwas durcheinander gekommen.

Am Ende des Buches findet sich außerdem ein Glossar mit wichtigen Begriffen für die etwas weniger Technikversierten. Dort wird beispielsweise erklärt, was es mit einem Raspberry Pi, einem VPN oder Crowdsourcing auf sich hat. Dieses habe ich während des Lesens zwar nicht vermisst, da mir die gesamte Materie rund um das Thema Data Mining nicht fremd ist, jedoch hätte ich mir Glossar und Personenregister (oder zumindest einen Hinweis darauf) am Anfang des Buches gewünscht.

In der Taschenbuchausgabe von 2016 finden sich als Bonus übrigens auch noch ein aktualisiertes Nachwort des Autors, ein Bonuskapitel über ein Video von Zero und eine Rede von Marc Elsberg. Diese Kapitel fand ich auch ungeheuer spannend und wichtig. Ich lese hier viel von "Krasse Zukunftsvision", dabei sind wir mittlerweile gar nicht weit von all den Techniken und Methoden entfernt, die Marc Elsberg 2014 beschrieben hat. Den meisten scheint gar nicht bewusst zu sein, wie selbstverständlich sie ihre Daten an alle möglichen Unternehmen weiterreichen, und wie viele der im Roman angesprochenen Ansätze bereits Gegenwart sind.

Fazit

ZERO hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es ist unterhaltsam und spannend und natürlich in erster Linie ein Roman. Trotzdem lässt sich ein Realitätsbezug nicht leugnen und im Big Data Zeitalter sollte sich jeder Gedanken über diese Thematik machen. Die von Marc Elsberg dargestellten Hintergründe sind informativ und keineswegs übertrieben. Außerdem zwingt der Roman keine Meinung auf, sondern lässt genug Platz für eigene Meinung und Gedanken. Für mich das beste Buch, welches ich bis jetzt zu diesem aktuellen und wichtigen Thema gelesen habe. Dafür gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung! 

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Tags: big data, data mining, daten, datenanalyse, digitalisierung, internet, science-thriller, social media, thriller, überwachung, wissenschaft   (11)
 

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stromausfall, thriller, europa, blackout, katastrophe

BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

Marc Elsberg
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.06.2013
ISBN 9783442380299
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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thriller, genmanipulation, gentechnik, wissenschaft, marc elsberg

HELIX - Sie werden uns ersetzen

Marc Elsberg
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 31.10.2016
ISBN 9783764505646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich im Herbst des letzten Jahres sehr begeistert von Marc Elsbergs gut recherchiertem "ZERO" war, habe ich mich nun auf sein kürzlich erschienenes Buch "HELIX" gestürzt. In diesem Thriller geht es vor allem um das Thema der Genmanipulation. Die Wissenschaftlicher im Roman stoppen nicht bei der Verbesserung von Pflanzen und Mikroorganismen, welche wir heute tatsächlich schon in Medikamenten und Kosmetik finden, sondern experimentieren an Lebewesen herum. Dabei rückt nicht nur das gezielte Entwerfen von zukünftigen Generationen in den Vordergrund, sondern auch personalisierter Bioterrorismus. 

Anders als bei ZERO habe ich in HELIX kein Personenregister und kein Glossar gefunden, was ich durchaus hilfreich gefunden hätte. Wie beim Vorgänger auch scheint Marc Elsberg schnelle Szenen- und Personenwechsel zu lieben. Dadurch ist der Einstieg in das Buch allerdings nicht gerade leicht. Ich habe mir während des Lesens eine kleine Mindmap angelegt, um Informationen zu den Protagonisten und Verknüpfungen zwischen diesen zu sammeln. Auch wenn das ein bisschen Zeit gekostet hat, war es anfangs extrem hilfreich. Außerdem habe ich den Roman nach der ersten Erwähnung der CRISP/Cas9-Methode unterbrochen, um im Internet ein wenig darüber zu recherchieren. Durch Schule und Studium sind mir zwar Begriffe wie DNA, PCR und Deletion nicht unbekannt, aber diese spezielle Methode kannte ich nicht. Elsbergs Erklärungen haben mir zum Verständnis nicht ausgereicht und viele weiterführende Informationen kamen in meinen Augen viel zu spät im Roman vor. 

Die schnellen Wechsel und dadurch eher kurz gehaltenen Kapitel haben mir sehr gut gefallen. Ich fand das Buch gerade dadurch sehr spannend und konnte kaum aufhören zu lesen. Besonders interessant fand ich die Begleitung des Ehepaars Greg und Helen. Die beiden können auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen und gelangen so an Dr. Winthorpe, welcher einer der Schöpfer der genetisch modifizierten Kinder (von ihm "moderne Kinder" genannt) ist. Viele bemängeln, dass das Buch sich anfangs ein bisschen in die Länge zieht und die Spannung fehlt. Ich empfand das gar nicht so, denn Gregs und Helens innerliche Konflikte und ihre ersten Besichtigungen von Winthorpes Firma, Laboren und Wohneinheiten für die modernen Kinder waren für mich extrem spannend. Ich habe jedes Detail aufgesaugt und sogar noch eigene Nachforschungen im Internet angestellt. Vielleicht hätte ich es auch als etwas langwierig empfunden, wenn ich diese Recherchepausen nicht gehabt hätte, denn die richtige Action kommt tatsächlich erst in der zweiten Hälfte des Buches auf den Leser zu. In meinen Augen ist der Showdown von HELIX dann aber sogar spannender und rasanter als der von ZERO. 

Marc Elsberg schafft es außerdem an den richtigen Stellen die richtigen Fragen zu stellen. Dafür lässt er Regierungsmitglieder, hoffnungsvolle Ehepaare wie Helen und Greg und auch moderne Kinder selbst in seinem Roman sprechen. Für wen ergibt sich die Möglichkeit, ein modernes Kind zu bekommen? Wie vielfältig wird die neue Gesellschaft sein? Kann man einem Kind Friedfertigkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe mitgeben? Wird es dadurch benachteiligt sein im Vergleich zu anderen Kindern, deren Eltern vorrangig Intelligenz, Athletik und Schönheit wählen? Können (erblich bedingte) Krankheiten komplett ausgerottet werden? Was geschieht mit den aktuellen Generationen, werden sie überhaupt noch gebraucht? Welche Missbrauchsmöglichkeiten und Gefahren ergeben sich? Wie soll ein modernes Kind großgezogen werden? Hat es überhaupt eine Familie im klassischen Sinn oder wird sich das Zusammenleben komplett verändern? Welche Möglichkeiten bieten diese Technik im Bezug auf die Landwirtschaft, personalisierte Medizin und biologische Waffen? 
Tatsächlich beantwortet Marc Elsberg wenige dieser Fragen und deutet Probleme, so wie Lösungen nur an. Genau das hat mir auch in ZERO schon gut gefallen, denn dem Leser wird zu keiner Zeit eine Meinung aufgezwungen. Es bleibt immer genug Platz für die eigenen Gedanken zu diesem sehr schwierigen Thema. 

Fazit

Insgesamt hat mir HELIX sehr gut gefallen. Ich fand den Thriller von der ersten Seite an spannend und habe angespannt verfolgt, wie sich die einzelnen Erzählstränge zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Dabei hätte ich mir allerdings gewünscht, mehr Details über das CRISP/Cas9-Verfahren zu bekommen. Viele Infos musste ich zusätzlich im Netz recherchieren. Was ich gut fand, war der ausreichende Platz für eigene Gedanken und Wertungen. Marc Elsbergs Thriller ist spannend und unterhaltsam, zugleich rüttelt er aber auch wach und lässt mich die Zukunft mit Staunen und Angst erwarten. 

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Tags: genetik, naturwissenschaften, thriller, wissenschaft, zukunftsvision   (5)
 

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bridget jones, baby, schwangerschaft, humor, chaos

Bridget Jones's Baby: The Diaries (Bridget Jones's Diary)

Helen Fielding
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Jonathan Cape, 11.10.2016
ISBN 9781911214564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bridget Jones ist schwanger! Doch diese Nachricht bedeutet für sie nicht nur spätes Mutterglück und uneingeschränkte Freude, sondern auch jede Menge Chaos. Die typische Konkurrenz zwischen Mark Darcy und Daniel Cleaver entflammt erneut, denn beide behaupten der Vater zu sein. Der Leser darf Bridget in den neun bevorstehenden, turbulenten und witzigen Monaten begleiten und mit ihr über die Vaterschaft rätseln.

Das Buch zu lesen hat sich wie "nach Hause kommen" angefühlt. Nicht nur Bridget, Mark und Daniel sind wieder mit an Board, es gibt auch ein Wiedersehen mit Bridgets Freunden und ihren Eltern, was mich gefreut hat. Der Schreibstil ist gewohnt locker, umgangssprachlich und amüsant. Beim Lesen hatte ich fast pausenlos ein Grinsen im Gesicht, das hat Helen Fielding wieder super hinbekommen. 

Die Handlung ist auch erwartet chaotisch und witzig. Bridget gerät in allerlei unfassbare Situationen, die nur ihr passieren können. Das gesamte Buch ist kurzweilig und hält sich nicht mit ausladenden Beschreibungen von Schauplätzen oder Klamotten auf, es dreht sich allein um Bridgets Gefühlschaos und ihre Beziehungen zu den möglichen Kindsvätern, ihrer Familie und ihre Freunden. Es ist mit knapp über 200 Seiten damit auch relativ kurz, mich hat das schnelle Tempo aber nicht gestört. Einzig die Auflösung der Vaterschaft am Ende und die damit verbundenen Reaktionen von Daniel und Mark hätten für mich noch ein bisschen ausführlicher sein können. 

Fazit

Bridget Jones's Baby ist insgesamt ein amüsantes und warmherziges Buch für zwischendurch, das einfach Spaß macht! Wie auch schon in den vorherigen Geschichten rund um Bridget kann der Leser sich auf allerlei chaotische Situationen mit den alten, bereits lieb gewonnenen Charakteren freuen. Ich hatte viel Freude beim Lesen und werde mir demnächst den Kinofilm zum Buch ansehen. 

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Tags: baby, bridget jones, frauenroman, humor, schwangerschaft   (5)
 
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