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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

erinnerung, familie, suizidversuch, verdrängung, verdrängte erinnerungen

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld , Laura Maire
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783838784076
Genre: Romane

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80 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

sklaverei, frauenrechte, frauen, usa, familie

Die Erfindung der Flügel

Sue Monk Kidd , Astrid Mania
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei btb, 13.03.2017
ISBN 9783442714674
Genre: Romane

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134 Bibliotheken, 22 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

essex, london, liebe, die schlange von essex, wissenschaft

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

england, roman, freundschaft, neid, leserunde

Die Party

Elizabeth Day , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.09.2017
ISBN 9783832198671
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ohne Vater wächst Martin Gilmour bei seiner Mutter auf, die ihm weder Interesse noch Zuneigung entgegenbringt. Auch in der Schule wird er von den anderen Kindern gemieden und tut sich schwer damit, seinen Platz in der Klassengemeinde zu finden. Nach einem Wechsel auf das Internat Burtonbury lernt er den reichen und charismatischen Ben kennen, der alles zu verkörpern scheint, was Martin nicht ist. Schnell steht für ihn fest, dass Ben sein bester Freund werden muss, koste es, was es wolle. Über die Entstehung, Entwicklung und das Ende dieser außergewöhnlichen "Freundschaft" hat Elizabeth Day einen fesselnden Roman geschrieben. 

Vor allem in Rückblenden wird die psychologisch sehr interessante und fesselnde Beziehung zwischen Martin und Ben in all ihren Einzelheiten dargestellt. Als Leserin war ich von der ersten Begegnung bis zur Eskalation auf der Party zu Bens 40. Geburtstag hautnah dabei. Besonders tief war der Einblick in Martins Psyche, denn die Mehrheit des Buches wird aus seiner Perspektive erzählt. Das hat mir das Lesen anfangs etwas schwer gemacht, denn Martin ist in seiner herablassenden Art und dem verzweifelten Versuch, Ben zu gefallen, wirklich ein ziemlich unsympathischer Zeitgenosse. Sein Charakter hat allerdings fantastisch in die Geschichte gepasst und nach einiger Zeit konnte ich mich daran gewöhnen. Auch Martins Frau Lucy kommt mehrfach zu Wort und steuert sehr interessante Details bei. Nur Bens Perspektive bleibt unbeleuchtet, einen guten Überblick über die gegenseitigen Abhängigkeiten bekam ich aber trotzdem.

Nicht nur die Beziehung zwischen Martin und Ben wird ausführlich analysiert, den größeren Rahmen für die Handlung bildet der Kontrast zwischen der gut gestellten Mittelschicht und der Oberschicht. Elizabeth Day stellt eindrucksvoll dar, wie einfach die Konsequenzen einer Handlung umgangen werden können, solange genügend Geld und Vitamin B im Spiel sind, und dass es für einen Außenstehenden wie Martin fast unmöglich ist, in diesen Kreisen nicht nur geduldet, sondern aufgenommen und respektiert zu werden, egal wie sehr er sich darum bemüht.

Im Klappentext ist von einem dunklen Geheimnis die Rede, welches Ben und Martin verbindet. Ich ging ursprünglich davon aus, dass dieses Geheimnis gegen Ende des Buches auf der Party gelüftet werden würde, doch damit lag ich falsch. Tatsächlich macht Martin schon knapp nach 100 Seiten eine ziemlich deutliche Aussage bezüglich seiner Verbindung zu Ben. Das machte die Analyse der Beziehung für mich jedoch nicht weniger spannend, viel mehr konnte ich erst dadurch das Verhalten beider Männer und ihrer Ehefrauen deuten. Sehr geschickt von der Autorin gemacht, wie ich finde.

Fazit

Elizabeth Day ist mit „Die Party“ ein fesselnder Roman gelungen, in welchem sie die Unantastbarkeit der Oberschicht durch eine psychologisch sehr interessante Beziehung darstellt. Die Abhängigkeiten zwischen Martin und Ben haben mir sehr gut gefallen und wurden erschreckend realistisch dargestellt. Sehr lesenswert!

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Tags: gesellschaftskritik, psychologie   (2)
 

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100 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

qualityland, dystopie, roman, humor, marc-uwe kling

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Romane

Rezension:

QualityLand – ein Land, in welchem niemand für sich selbst zu denken braucht, schon gar nicht Protagonist Peter. Peter betreibt eine kleine Schrottpresse, hat nicht besonders viel Geld oder Einfluss und befindet sich daher am unteren Rand der Nahrungskette. Persönliche Assistenten helfen ihm durch den Alltag, denn sie wissen am besten, was Peter wann essen will, wen er wählen will, welche Produkte er haben will und zu wem er sich hingezogen fühlt. Wie alle anderen Bewohner von QualityLand vertraut Peter darauf, dass Maschinen und Algorithmen keine Fehler machen, doch eines Tages bekommt er ein Produkt zugeschickt, welches seiner Meinung nach nicht zu ihm passt und er beginnt zu zweifeln.

Marc-Uwe Klings neuster Roman ist eine Zukunftsvision, die sich stark auf das aktuelle Zeitgeschehen in Deutschland bezieht. Schon auf den ersten Seiten sprangen mir massenhaft Anspielungen entgegen, sei es auf Parteien, Politiker und Rechtspopulismus, Datenschutz, Fake News und "Alternative Fakten", Gentechnik und moralische Konflikte beim autonomen Fahren. All diese Anspielungen sind sehr geschickt und humorvoll in die Geschichte rund um Peter eingebaut, sodass sie mir nie als zu viel oder zu gewollt erschienen, sondern immer passend und richtig dosiert. 

Gerade anfangs musste ich sehr viel schmunzeln, schon bald aber blieb mir das Lachen im Halse stecken. Natürlich stellt der Autor die einzelnen Aspekte sehr überzogen dar, trifft aber einen absolut wahren Kern. Nicht nur die Chancen, sondern vor allem die Gefahren der eben genannten Aspekte werden beklemmend dargestellt und rütteln wach. Die Reise nach QualityLand sorgt für eine kritische Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben, und mit einer Welt, in der wir bald leben könnten, und lohnt sich daher für jeden. 

Das gesamte Werk lebt von originellen Ideen und Charakteren, wie Drohnen mit Flugangst oder einem Androiden als Präsidentschaftskandidat. Dadurch rückt der Plot ein bisschen in den Hintergrund und auch Peters Entwicklung war etwas schwach. Ich persönlich kann darüber jedoch hinwegsehen, da mich der gesamte Aufbau von QualityLand und die geschickt eingeflochtenen Anspielungen vollends überzeugt haben. 

Der Roman und das Hörbuch dazu sind außerdem in zwei verschiedenen Coverfarben erhältlich, nämlich in einer dunklen und einer hellen Version. Die Kapitel rund um Peter sind ab und zu von Werbeanzeigen und Artikeln (inkl. sehr passender Kommentare) aus QualityLand unterbrochen und auch diese sollen in den beiden Ausgaben anders sein. Auf der letzten Seite ist allerdings ein Link zu finden, mit welchem man die Inhalte der jeweils anderen Version anschauen kann. Die verschiedenen Gestaltungen sollen auf die Themen Personalisierung und Filterblasen hinweisen, was ich absolut gelungen finde. 

Fazit

Marc-Uwe Klings neuster Roman ist eine Zukunftsvision, die sich vor allem mit der Digitalisierung und ihren Folgen für das menschliche (Zusammen-)Leben auseinandersetzt. Das tut sie auf eine sehr humorvolle und geschickte Art und Weise, wodurch zum einen großer Lesespaß, zum anderen ein beklemmendes Gefühl garantiert ist. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Mehr Informationen gibt es auf der Webseite zum Buch:  http://qualityland.de

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Tags: datenschutz, deutschland, digitalisierung, dystopie, gentechnik, humor, politik, zeitgeschehen   (8)
 

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

glück, ratgeber, sachbuch, mosaik verlag, zufriedenhei

Die Entdeckung des Glücks

Isabell Prophet
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Mosaik , 11.09.2017
ISBN 9783442393237
Genre: Sachbücher

Rezension:

Den größten Teil der Woche verbringen wir mit Arbeit, d.h. mit mehr oder weniger herausfordernden Aufgaben und Kollegen. Dass genau diese Dinge einen großen Einfluss auf unser Glück und unsere Lebensqualität haben, nehme ich persönlich oft wahr, da ich ein sehr ehrgeiziger Mensch bin und meine Aufgaben am besten sofort und perfekt erledigen möchte. Da dieses Vorhaben utopisch ist, habe ich zu Isabell Prophets Glücksratgeber gegriffen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und zuerst führt die Autorin vor Augen, warum die Suche nach dem Glück den meisten Leuten so schwierig fällt. Es geht unter anderem um den Zusammenhang von Geld und Glück, aber auch darum, dass wir Menschen uns ziemlich schnell an wiederkehrende Ereignisse gewöhnen und deren Glückspotential durch die Regelmäßigkeit immer weiter sinkt. 

Im zweiten Teil wird erklärt, wo das Glück zu finden ist, was die eigene Gedankenwelt, Bewusstsein, Dankbarkeit, Ordnung, Sport und soziale Kontakte damit zu tun haben. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Autorin hier auf viele aktuelle Studien eingegangen ist und im dritten Teil des Buches nochmal ganz konkret Lektionen für ein glücklicheres Leben verfasst. Nicht jede Methode ist für jeden Menschen geeignet, aber ich möchte viele Anstöße ausprobieren, da sie absolut logisch und gut erklärt wurden. Den dritten Teil habe ich mir daher mit einem Post-It markiert und werde sicherlich öfter wieder reinschauen. Übrigens gehen diese Lektionen weit über ein knappes "Verzeih anderen und dir selbst" hinaus, sondern erklären ganz konkret, wie das Verzeihen überhaupt gelingt. Das hat der ganzen Thematik ein bisschen die Spiritualität und Schwammigkeit genommen, die leider oft mit solchen Tipps einhergeht. Die Lektionen sind darüber hinaus auch alltagstauglich und umsetzbar ohne, dass man von allen Kollegen gleich für verrückt erklärt wird oder seine Aufgaben vernachlässigen muss. 

Anzumerken ist auch, dass die Sprache im gesamten Buch sehr locker und humorvoll gehalten ist. Mir hat das Lesen des Buches vor allem im zweiten und dritten Teil sehr viel Spaß gemacht und die Zeit, die ich mir für das Lesen und für mich selbst genommen habe, hat mich auf jeden Fall schon mal ein bisschen glücklicher gemacht. 

Nicht nur alle von Isabell Prophet angesprochenen Studien sind im Quellenverzeichnis zu finden, sondern auch weiterführende Ratgeber und Tipps zum Thema Glück, Achtsamkeit, Meditation und Ordnung.

Fazit

Nicht alle Tipps zur Suche nach dem Glück waren neu für mich, in meinen Augen hat Isabell Prophet mit diesem Glücksratgeber aber eine gute Zusammenfassung der bisher bekannten und wissenschaftlich belegten Methoden geschrieben. Das Buch liest sich humorvoll und beinhaltet einige Anekdoten, in denen ich mich selbst wiedergefunden habe. Besonders gefallen hat mir der letzte Teil des Buches mit den konkreten Anleitungen für den Alltag, insbesondere für das Berufsleben, die ich auf jeden Fall mal ausprobieren werde. 

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Tags: achtsamkeit, glück, ratgeber, sachbuch, zufriedenheit   (5)
 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

rassismus, deutschland, schwarz, rassistische sprache, minstrel

Deutschland Schwarz Weiß

Noah Sow
Flexibler Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 20.02.2008
ISBN 9783570010082
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: rassismus   (1)
 

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377 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 133 Rezensionen

bienen, bienensterben, roman, natur, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

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44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

politik, musik, frankreich, band, paris

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Vor 33 Jahren schickten Alain und die New-Wave-Band Hologrammes ihr Demo-Tape an eine französische Plattenfirma. Die Antwort, eine begeisterte Zusage für einen Plattenvertrag, erhält der Gitarrist Alain, der heute als Arzt tätig ist, drei Jahrzehnte später. Verblüfft fragt er sich, was überhaupt aus den anderen Bandmitgliedern geworden ist und begibt sich auf die Suche.

So ungefähr lautet der Klappentext und erwartet habe ich eine fröhliche Wiedervereinigung der Hologrammes mit französischem Flair. Bekommen habe ich etwas ganz anderes. In Antoine Laurains neustem Roman geht es viel mehr um die Schicksale und Geschichten der Bandmitglieder im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens, nicht um ein erneutes Aufleben der Band oder der Musikleidenschaft. Mir hat diese Gesellschaftskritik insgesamt zwar gut gefallen, dank des Klappentextes fiel es mir jedoch nicht unbedingt leicht, mich sofort komplett auf diese Kritik und ihren Hintergrund einzulassen. Vielen in der gemeinsamen Leserunde zu diesem Buch ging es ähnlich und das ist auch der schwerwiegendste Grund für meine eher mittelmäßige Bewertung von 3 Sternen (3,5 Sterne, wenn Lovelybooks das zuließe). 

Mit Protagonist Alain bin ich auch nicht richtig warm geworden und bis zum Schluss blieb er für mich etwas blass. Allerdings habe ich andere Bandmitglieder richtig lieb gewonnen, besonders der Selfmade-Millionär und Informatiker Jean-Bernard hat mich überzeugt. Nicht richtig rund erschien mir, dass den Musikern unterschiedlich viel Zeit gewidmet wurde. Während der eine gefühlt die Hälfte des Buches einnimmt, wird ein anderer in wenigen Zeilen abgehandelt. 

Wie oben bereits erwähnt, sind die Musiker für Laurain nur Mittel zum Zweck. Er greift aktuelle politische Themen auf und kritisiert, wie vor allem das Internet Rechtspopulismus eine Bühne gibt. Auch der technische Fortschritt und die Folgen für die Menschen spielt eine große Rolle, ebenso wie die klassischen Probleme der Kommunikation, die vor allem in Liebesbeziehungen existieren. Sobald ich mich darauf eingestellt und von meinen eigentlichen Erwartungen gelöst hatte, haben mir die gesammelten Anspielungen richtig gut gefallen.

Fazit

Der neuste Roman von Antoine Laurain verzaubert wieder einmal dadurch, dass die Charaktere nicht zu ernst genommen werden und die Sprache klar und ohne viele Schnörkel auskommt. Der Klappentext ist leider sehr irreführend, denn anstatt einer lockeren oder gar romantischen Wiedervereinigung einer Band taucht der/die LeserIn immer weiter in eine brandaktuelle Gesellschaftskritik ab, die mir durchaus gut gefallen hat. Für mich gab es jedoch ein paar Ecken und Kanten im Aufbau des Buches und in den einzelnen Schicksalen der Personen zu viel, sodass ich insgesamt gute 3 Sterne vergebe. 

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Tags: frankreich, gesellschaftskritik, musik, paris, politik   (5)
 

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176 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

klassiker, emanzipation, liebe, england, liebesgeschichte

Jane Eyre

Charlotte Bronte , Andrea Ott , Elfi Bettinger
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Manesse, 21.03.2016
ISBN 9783717524069
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: england, klassiker   (2)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kinderbuch, transgender, trans, jugendbuch

George

Alex Gino
Flexibler Einband: 195 Seiten
Erschienen bei Scholastic Inc., 25.04.2017
ISBN 9780545812573
Genre: Sonstiges

Rezension:

George ist ein transgender Mädchen, d.h. sie ist ein Mädchen, ihr genotypisches Geschlecht ist allerdings männlich. Sie ist 10 Jahre alt und hat sich ihrer Umwelt noch nicht anvertraut. Ein Schultheater soll dies ändern, denn George glaubt, dass eine weibliche Rolle im Stück ihr helfen kann zu zeigen, wer sie wirklich ist. 

"George" ist ein Kinderbuch und dementsprechend relativ kurz und in simplem Englisch geschrieben. Wir lernen nicht nur George kennen, sondern auch ihre Mutter, ihren Bruder, ihre beste Freundin Kelly und zwei Lehrerinnen, die sehr unterschiedlich mit George umgehen. Alex Gino hat mit diesen Charakteren in meinen Augen wunderbar zusammengefasst, wie unterschiedlich die Reaktionen auf George und ihre Gefühle auch im realen Leben sein können. Während die Klassenlehrerin George für ihr Vorsprechen der weiblichen Rolle sogar auslacht, unterstützt Kelly sie ohne wenn und aber. Kelly war sowieso meine Lieblingsfigur im gesamten Buch, denn sie ist offen, ehrlich und lebensfroh. 

Dieses Buch soll nicht nur all jenen Mut machen, die eine ähnliche Situation wie George durchleben. Es soll auch aufzeigen, wie sehr unsere Gesellschaft noch durch Vorurteile und Stereotypen geleitet wird, wie schwer wir es Menschen machen, die auch nur im geringsten von diesen Stereotypen abweichen, und wie wir es besser machen können. Das hat mir sehr gut gefallen und es gibt ein ausführliches Nachwort mit erklärenden Worten zu den Begriffen wie transgender, nonbinary und genderqueer. In diesem knapp 200 Seiten umfassenden Kinderbuch können natürlich nicht alle Fragen abgedeckt werden, ich empfand es aber als guten und herzergreifenden Einstieg und möchte mich in Zukunft noch mehr mit dem Thema (und dem respektvollen Umgang damit) beschäftigen. 

Einen Stern habe ich abgezogen, weil ich mit der Genrezuordnung Kinderbuch nicht so ganz zufrieden bin. Vom Schreibstil her stimme ich zu, George und die anderen Kinder haben sich aber in meinen Augen nicht unbedingt wie Zehnjährige verhalten, sondern schon ein bisschen älter. Damit beziehe ich mich vor allem auf ein paar Sprüche, die ich bis zur sechsten oder siebten Klasse bestimmt nicht verstanden hätte. Es ist auch kein richtiges Jugendbuch, sondern eher zwischen den beiden Genres. Ich tue mich selbst schwer mit einer Altersempfehlung, sofern ein Kind aber nicht selbst zu dem Buch greift und Eltern es schenken möchten, sollten sie es vielleicht vorher selbst überfliegen und darüber nachdenken, ob ihr Kind dafür reif genug ist. Zwischen zwei Zehnjährigen können schließlich Welten liegen. 

Fazit

Bei "George" handelt es sich um ein Kinderbuch, welches in meinen Augen sehr gut zum Einstieg in die transgender Thematik und einen respektvollen Umgang damit geeignet ist. Die Geschichte ist herzergreifend und ermutigend geschrieben und ich wünsche mir, dass jeder eine Kelly zur besten Freundin hat. 

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Tags: jugendbuch, kinderbuch, trans, transgender   (4)
 

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

aufräumen, sauberkeit, sachbuch, ordnung, ratgeber

Magic Cleaning

Marie Kondo , Monika Lubitz , Nina West
Audio CD
Erschienen bei Argon Balance ein Imprint v. Argon Verlag, 23.02.2017
ISBN 9783839881385
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Magic Cleaning" ist aktuell in aller Munde und da ich Ordnung, Sauberkeit und Strukturen liebe, habe ich mir das Hörbuch selbstverständlich angehört.

Leider hätte ich mir das Anhören auch sparen können. In den ersten Kapiteln kommt die Autorin nicht wirklich zur Sache und danach habe ich gefühlt eine Stunde lang nur die zwei grundlegendsten Dinge gehört, die man sich vorstellen kann: Erst ausmisten, dann einen festen Platz für jedes Teil suchen. Diesen Grundsatz verbuche ich eigentlich als Allgemeinwissen und ich hatte mir eher Tipps erhofft, wie man sich besser von Sachen trennen kann oder wie man den perfekten Aufbewahrungsort für Kleinkrams findet. 

Darüberhinaus empfand ich die Aufräummethode von Marie Kondo auch ein wenig zu langwierig und spirituell. Häufig geht es darum, Objekte komplett auszuräumen (z.B. Bücher aus dem Regal) und dann einzeln zu prüfen, ob das Betrachten und Befühlen des Objektes noch Spaß und Glück bringt. Würde ich nach der vorgeschlagenen Methode alle Teile der Wohnung ausmisten, dann säße ich in 50 Jahren noch dran. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie groß der zeitliche Aufwand für Leute sein soll, die eben alles horten und nichts wegschmeißen können. 

Was mich auch noch unglaublich(!) gestört hat, ist die ständige Empfehlung alles aussortierte wegzuwerfen. Ich weiß nicht, ob ich wirklich chaotische und unordentliche Menschen damit überfordere, aber wie wäre es denn, wenn man nicht mehr glücklich machende Kleidung, Bücher, Möbel, etc. spendet und nicht einfach in den Müll befördert? Macht übrigens auch glücklicher als wegzuwerfen. 

Fazit

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch für Leute, die sich wirklich sehr schwer mit dem Aufräumen tun, oder für "Messis" ganz gute Denkanstöße liefert, aber auch nicht mehr. Marie Kondos Methoden sind viel zu schwammig beschrieben und außerdem fördert sie in meinen Augen eine Wegwerfgesellschaft. Für alle, die sowieso schon relativ ordentlich sind, ist dieses (Hör-)Buch absolut überflüssig. Hätte ich es nicht auf Spotify angehört, sondern analog konsumiert, würde ich es direkt ausmisten. 

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Tags: aufräumen, ordnung, ratgeber, sachbuch, sauberkeit   (5)
 

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114 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

amoklauf, 54 minuten, schule, jugendbuch, roman

54 Minuten

Marieke Nijkamp , Mo Zuber
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841440167
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt Marieke Nijkamp einen Amoklauf an der amerikanischen Opportunity Highschool. Das scheinbar wahllose Töten des ehemaligen Schülers Tyler verfolgen seine Schwester Autumn, ihre Freundin Sylv und deren Bruder Thomás, außerdem noch Tylers Ex-Freundin Claire. Insgesamt 54 Minuten dauert der Horror, bei welchem man als LeserIn hautnah dabei zu sein scheint.

Ich bin stark dafür, dass ein so wichtiges Thema wie ein Amoklauf in Jugendbüchern thematisiert wird. Leider ist die Autorin der Komplexität des Themas in meinen Augen nicht gerecht geworden und hat mich ziemlich enttäuscht.

Das fing schon mit dem Schreibstil an, der mir gar nicht gefallen hat. Er wirkt sehr melodramatisch und aufgesetzt, was mir selbst für ein Jugendbuch zu viel war. Ein Beispiel ist der Satz "Nur das Tanzen hält mich am Leben. Es wird mich befreien, und ich darf nichts dazwischenkommen lassen." (S. 35). Generell erinnern manche Aussagen der Charaktere eher an diese "tiefgründigen" Sprüche, die auf einem im Regen geschossenen Foto auf Facebook die Runde machen.
Dieser Schreibstil ist auch der Grund, warum ich mit keiner der vier Protagonisten so richtig mitfühlen und mitfiebern konnte, obwohl jeder sein eigenes schweres Schicksal hat.

Nachdem ich mich einmal mit dem Stil abgefunden hatte, konnte ich das Buch relativ flüssig und schnell lesen. Der Spannungsaufbau ist der Autorin auf jeden Fall gelungen. Gut gefallen hat mir außerdem das Einbringen gewisser Diversity-Aspekte, z.B. Homosexualität, und die Diskussion von sozialen Medien im Zusammenhang mit Amokläufen. Die Rolle von Twitter und Co in diesem Buch deckt sich leider sehr gut mit den Erfahrungen, die ich mit sozialen Medien in den letzten Monaten bei Terroranschlägen gemacht habe.

Diese drei kleinen Punkte bleiben leider für mich das einzig Positive an diesem Buch. Nachdem ich mit den erzählenden Charakteren nicht warm geworden bin, hatte ich wenigstens eine zufriedenstellende Auseinandersetzung mit Tyler und seinen Gründen für den Amoklauf erwartet. Die kam aber leider bis zur letzten Seite nicht. Natürlich gibt es kein Schicksal, welches einen Amoklauf rechtfertigt, aber in einem Buch zu diesem Thema erwarte ich einen Einblick in die Psyche des Täters. Handelt es sich sogar noch um einen (ehemaligen) Schüler der Schule, ist es für mich noch wichtiger zu erfahren, was genau ihn überhaupt zum Täter hat werden lassen und warum er die Schule für den Kugelhagel wählt und nicht ein Einkaufszentrum in der Innenstadt. Tyler wird ausschließlich als Bösewicht im Buch dargestellt und dadurch, dass seine Geschichte fehlt, weiß ich nach dem Buch nicht einmal, was die Katastrophe eventuell hätte verhindern können. Ein Jugendbuch mit dieser Message ist für mich schlicht unbefriedigend und viel zu einseitig.

SPOILER ANFANG!
Hinzu kommt auch noch, dass Tyler ein Vergewaltiger ist. In einer Szene überlegt das Vergewaltigungsopfer, ob sie den Amoklauf mit einer rechtzeitigen Anzeige hätte verhindern können. Ich bin grundsätzlich dafür, dass Opfer ihre Peiniger anzeigen, aber anzudeuten, dass das Vergewaltigungsopfer eine Mitschuld am Amoklauf trägt, fand ich unverantwortlich und hat mich richtig wütend gemacht. Tyler ist im Buch letztlich nur ein Vergewaltiger und Mörder, aber wie er dazu geworden ist, wird mit keinem Wort auch nur angedeutet. Da es sich hier aber um einen Schüler handelt, der bewusst seine Mitschüler und Lehrer umbringt, konnte ich über diese fehlende Erklärung nur den Kopf schütteln.
SPOILER ENDE!

Fazit

"54 Minuten" hat mich auf ganzer Linie enttäuscht, weswegen ich es keinesfalls empfehlen kann. Der Schreibstil ist mir selbst für Jugendliche zu dramatisch und aufgesetzt, repräsentiert aber die ganze Geschichte ganz gut, denn sie ist nur auf Dramatik, Tragik und Spannung ausgelegt. Eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema des Amoklaufs, wie Schüler zur Tätern werden und wie man dies verhindern könnte, gibt es gar(!) nicht. Das Buch ist einseitig und wird diesem sensiblen und wichtigen Thema nicht einmal ansatzweise gerecht. Wer sich grundsätzlich dafür interessiert, dem kann ich "Die Hassliste" von Jennifer Brown oder "19 Minuten" von Jodi Picoult empfehlen. 

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Tags: amoklauf   (1)
 

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225 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

lize spit, roman, belgien, und es schmilzt, kindheit

Und es schmilzt

Lize Spit , Helga van Beuningen
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972825
Genre: Romane

Rezension:

Belgien während der Jahrtausendwende: In dem kleinen verschlafenen Dorf Bovenmeer wachsen die „drei Musketiere“ Eva, Pim und Laurens auf. 13 Jahre später kehrt Eva in ihr Heimatdorf zurück, mit nichts weiter als einem riesigen Eisblock und einem mindestens genauso großen Trauma im Gepäck. Mit der Geschichte hinter dieser mysteriösen Buchbeschreibung eroberte die Autorin Lize Spit die belgische Bestsellerliste im Sturm und hielt sich ein ganzes Jahr auf dem ersten Platz.

Die Erzählung beginnt eigentlich ganz sanft. Eva ist 13 und eng mit Pim und Laurens befreundet, den einzigen gleichaltrigen Kindern in Bovenmeer. Getreu dem Motto der drei Musketiere „Einer für alle, alle für einen“ drücken sie gemeinsam die Schulbank und verbringen auch den Großteil ihrer Freizeit auf dem Bauernhof von Pims Eltern. Bei Eva daheim sind sie dagegen nie. Ihre Mutter ist Alkoholikerin, ihr Vater suizidgefährdet, ihre kleine Schwester Tesje entwickelt nach und nach Zwangsneurosen, für die sich kein Erziehungsberechtigter zu interessieren scheint, und der große Bruder Jolan schottet sich so weit es geht von der Familie ab, versteckt sich lieber hinter Büchern und wissenschaftlichen Fragestellungen. Trotz allem erzählt Lize Spit zunächst ruhig, sanftmütig und fast schon lustig von Evas Kindheit. Es könnte alles so idyllisch sein, wenn man mal von Evas Heim absieht.

Langsam aber sicher werden die drei Musketiere jedoch erwachsen und wollen ihre Grenzen austesten. Anfangs lies ich den Dreien vieles durchgehen, verharmloste und rechtfertigte dies damit, dass Jugendliche eben so sind. Nach und nach wurde mir jedoch immer bewusster, dass die Handlungen Ausmaße annehmen, die die Grenzen des guten Geschmacks deutlich überschreiten. Lize Spit steuert ihre Protagonisten auf eine Katastrophe zu, die der Grund ist, warum Eva mit Mitte 20 wieder in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Es gelingt ihr nicht, mit den Ereignissen des Sommers 2002 abzuschließen.

"Ich bestehe nicht länger aus einem Körper, sondern aus einer ganzen Gruppe von Menschen, die alle in eine andere Richtung gerannt sind." (S.53)

Der Schauplatz Bovenmeer spielt bei dieser Entwicklung eine große Rolle und vereint so gut wie alles, was im Jahre 2002 eigentlich schon undenkbar sein sollte: Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Tierquälerei, Erniedrigung von behinderten Menschen. Es gab so viele Aspekte, die mich unfassbar wütend zurückgelassen haben. Keine einzige Person in diesem konservativen und gelangweilten Dorf war nicht vollkommen auf sich selbst fixiert. Keiner war bereit, für jemand anderen einzustehen. Es ging nur darum, nicht aufzufallen, der Dorfgemeinde keinen Klatsch und Tratsch zu liefern, egal, ob dabei der körperliche oder seelische Schaden eines Lebewesens in Kauf genommen werden musste. In diesem Buch wird auf eine schockierende Art und Weise gezeigt, wie die Zeit in Bovenmeer stehen geblieben ist und wie ignorant die gesamte Dorfgemeinde gegenüber jeglichem Fehlverhalten ist. Obwohl die meisten Bewohner passiv auftreten, machte sie das in meinen Augen nicht weniger schuldig und damit meine ich auch Eva, die zwar am Ende jenes Sommers selbst zum Opfer wird, bis dahin aber auch immer nur eine Mitläuferin war, auch wenn sie die immer extremeren Aktionen ihrer Freunde Pim und Laurens sehr wohl bemerkt hatte.

"[Ich stelle mir vor,] dass ich ein x-beliebiges Mädchen bin, dass meine Vagina nicht mir gehört. Das ist wichtig. Wenn dies nicht mein Körper ist, braucht auch die Scham nicht meine zu sein." (S. 279)

Lize Spits Schreibstil ist großartig. Sie beschreibt detailliert und lebendig, verliert sich niemals in Nebensächlichkeiten und wusste mich zu fesseln. Genau dadurch wirken einige Szenen auch so knallhart. Ich war schockiert, fassungslos, angewidert, wütend, traurig und habe vor allen Dingen selbst körperliche Schmerzen beim Lesen gespürt. Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter, es ist eine Wucht und bereitet mir auch noch Tage nach dem Beenden Kopfzerbrechen.

"Wenn es möglich wäre, würde ich jetzt gern eindimensional werden, zeitreisen, in dieses Foto kriechen, in diesen Moment schlüpfen, Tesje vor dem warnen, was ihr bevorsteht, sagen: Mach, dass du hier wegkommst. […] Das könnte ich sagen, aber es würde wenig ändern. Wäre vor zwanzig Jahren eine dreißigjährige Version meiner selbst plötzlich aufgetaucht und hätte gesagt: „Ich weiß, was passieren wird, mach, dass du hier wegkommst“, dann hätte ich mich keinen Zentimeter bewegt. Dann wären Tesje und ich einfach sitzen geblieben, nicht, weil wir glücklich waren, sondern weil Dinge erst geschehen müssen, bevor man sie bereuen kann." (S. 328f)

Fazit

„Und es schmilzt“ ist stilistisch wunderbar, weswegen es inhaltlich gleich doppelt und dreifach wehtut. Mit dem Gedanken, dass die beschriebenen menschlichen Abgründe realer sein könnten, als ich glauben will, bleibe ich zurück. Ich weiß nicht, ob gerade das den Roman absolut genial oder ein bisschen zu eindimensional macht. Lesenswert ist das Debüt auf jeden Fall, jeder muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dieses Buch keine leichte Kost ist und dass die Schmerzen, die Lize Spit beim Lesen zufügt, noch einige Zeit erhalten bleiben.

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Tags: belgien, dorf, dorfgemeinde, gegenwartsliteratur, portrait, roman   (6)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schlagfertigkeit, sachbuch, ratgeber

Schlagfertigkeitsqueen Hörbuch

Nicole Staudinger
Audio CD
Erschienen bei Eden Books, 12.09.2016
ISBN 9783959100991
Genre: Sachbücher

Rezension:


Nicole Staudinger beginnt ihr (Hör-)Buch mit der Frage, warum sich gerade Frauen oft schwierig mit schlagfertigen Antworten tun und warum sie sich überhaupt so oft mehr oder weniger subtile Anfeindungen anhören müssen. Sie leitet damit nicht nur gut in das Thema ein. Zum Einen stellt sie dar, warum von einer wirklich Gleichberechtigung immer noch nicht die Rede sein kann, zum Anderen macht sie aber auch deutlich, dass Frauen es sich gerade untereinander oft zu schwer machen. Obwohl diese Einleitung in meinem Empfinden recht ausführlich und ausgedehnt war, hat sie mir sehr gefallen.


Jedes Kapitel beinhaltet mindestens ein Fallbeispiel, an welchem die "Schlagfertigkeitsmethode" demonstriert wird. Die Ratschläge bleiben so nicht abstrakt, sondern werden konkret. Trotzdem gibt es eben immer nur ein paar Beispiele. Die Theorie allein reicht eigentlich in keinem Bereich des Lebens aus, man muss auch üben. Im (Hör-)Buch waren zwar eine Handvoll Übungssprüche inklusive Musterreaktion dabei, das war mir aber leider etwas zu wenig.


Natürlich haben mir nicht immer alle Antwortmöglichkeiten gefallen und ein paar werde ich niemals ausprobieren, doch einige nehme ich definitiv mit in die nächste Konfrontation. Das ist genau das, was Nicole Staudinger auch selbst immer wieder predigt: Man muss sich selbst treu bleiben. Auswendig gelernte Sprüche bringen gar nichts, wenn man dabei nicht authentisch ist. 

Fazit

Insgesamt bietet das (Hör-)Buch einige interessante Tipps und Tricks in Sachen Schlagfertigkeit. Nicole Staudinger bringt diese sehr angenehm und sympathisch rüber und die 4,5 Stunden Hörzeit sind wie im Flug vergangen. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr Übungsmaterial gewünscht, denn nun muss ich einfach darauf hoffen, ihre Tipps bis zum nächsten Angriff nicht wieder vergessen zu haben. 

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Tags: ratgeber, sachbuch, schlagfertigkeit   (3)
 

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61 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

darm, sachbuch, verdauung, körper, medizin

Darm mit Charme

Giulia Enders , Giulia Enders
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 01.03.2014
ISBN 9783868043679
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Darm ist keines der Organe, über die man sich alltäglich Gedanken macht. Wir wissen meist nur, dass er für die unschön deklarierten Bereiche des Lebens wie Verdauung und Entsorgung verantwortlich ist, doch Medizinstudentin Giualia Enders ist der Meinung, dass ein Blick hinter die Kulissen des rund 7 Meter langen Organs lohnt.


Das Hörbuch liest die Autorin selbst und darüber war ich auch sehr froh. Die humorvollen Beschreibungen des Darms und der Darmflora bringt sie mit Hilfe ihrer Aussprache und Betonung richtig gut rüber, sodass mir das Zuhören sehr viel Spaß gemacht hat. 


Vom Inhalt des Hörbuches war ich zu Anfang nicht ganz so begeistert. Viele Fakten über den Körper, Dünn- und Dickdarm waren zunächst eher Basiswissen, welches die meisten hoffentlich noch aus dem Biologie-Unterricht kennen. Ich habe nichts dagegen, wenn Grundlagen noch einmal kurz erläutert werden, in diesem Fall hat mir das aber zu lange gedauert. 


Viel interessanter wurde erst die zweite Hälfte, als es nicht mehr um Fragen wie "Wie geht kacken?" ging, sondern um Lebensmittelunverträglichkeiten, Bakterien, Probiotika und warum Schwangere kein Katzenklo reinigen sollten. Das Hören war ab diesem Punkt nicht nur unterhaltsam, ich hatte außerdem das Gefühl etwas Interessantes mitzunehmen, daher gibt es 3,5, auf Lovelybooks auf 4 aufgerundete, Sterne.

Fazit

Der aktuelle Buchpreis bei Amazon von 17€ lohnt sich in meinen Augen nicht. Vor allem für Leute, die ein gewisses Grundwissen aus Schule oder Uni über den menschlichen Körper besitzen, kann der Anfang des Buches ein bisschen langweilig sein. Ich habe das Hörbuch allerdings kostenlos auf Spotify hören können (kostenlos, wenn man von der monatlichen Spotify-Gebühr absieht) und war damit sehr gut bedient. Die zweite Hälfte war sehr viel interessanter und konnte mich mit neuen Infos versorgen, außerdem ist Giulias Stimme sehr angenehm und sympathisch. Wer auf Science Slams, medizinische Fakten und ein wenig derben Humor steht, ist mit diesem Hörbuch auf jeden Fall sehr gut bedient! 

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Tags: bakterien, darm, körper, medizin, ratgeber, sachbuch, science slam, verdauung, wissenswert   (9)
 

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

frauen, kinderbuch, feminismus, women, mädchen

Good Night Stories for Rebel Girls

Elena Favilli , Francesca Cavallo
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Particular Books, 02.03.2017
ISBN 9780141986005
Genre: Romane

Rezension:

Die Idee, jeden Abend eine außergewöhnliche Frau und ihre Leistungen vor dem Schlafen zu besprechen, finde ich sehr schön und inspirierend. Mit Good Night Stories for Rebel Girls ist ein Buch auf den Markt gekommen, dass bei genau dieser Idee unterstützt. Es ist ein Kinderbuch und der Titel legt schon nahe, dass es Eltern dabei unterstützen soll, ihre Töchter zu selbstbewussten Frauen zu erziehen, die ihre Träume verfolgen. 

Jeder Frau ist eine Doppelseite gewidmet. Dabei werden zunächst die Basisinformationen wie Name, Beruf, Geburts- und evtl. Todesdatum und Nationalität gegeben. Die Geschichten sind in sehr leichtem Englisch verfasst und ziemlich knapp gehalten, Platz für viele Details bleibt nicht. Bei jeder Frau bekommt man allerdings einen guten Überblick über das, was sie geleistet und bewegt hat. 

Mein Tipp für Eltern ist trotzdem, dieses Buch mit den Kindern zusammen zu lesen. Nicht nur, um Vokabeln zu erklären, sondern auch um das Gelesene zu hinterfragen und zu diskutieren. Geschichten werden teilweise verharmlost, kritische Aspekte weggelassen und die geschichtlichen Details und Gegebenheiten der jeweiligen Epoche sind vielen Kindern mit Sicherheit auch nicht klar. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich Eltern empfehlen würde, die Geschichte für den Abend vorab zu lesen und passende Informationen schon herauszusuchen, damit nicht vor dem Einschlafen am Kinderbett noch Google angeworfen werden muss. 

Die Illustrationen sind alle sehr unterschiedlich, manche sind im Comic-Stil verfasst, andere ein bisschen abstrakt und wieder andere extrem realistisch. Insgesamt ist das natürlich Geschmacksache, die meisten haben mir aber gut gefallen. Zu jeder Frau ist außerdem ein Zitat abgedruckt, das wirkte in meinen Augen aber manchmal etwas unpassend und gezwungen. 

Fazit

Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen. Viele der Frauen kannte ich bis jetzt nicht, war aber sehr beeindruckt von dem, was sie geleistet haben. Jede Geschichte ist für sich inspirierend und interessant und mir hat gefallen, dass die Geschichten über alle Epochen, Ländergrenzen und Bildungsschichten hinweg gesammelt wurden. Was Kinder auf jeden Fall lernen ist, dass es sich immer lohnt für seine Träume einzustehen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Gesundheitszustand. Trotzdem sollten die Geschichten auch kritisch gesehen und mit dem Kind diskutiert werden, denn auch große Frauen haben ihre Schwächen und das passende Hintergrundwissen fehlt Kindern vermutlich noch. 

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Tags: feminismus, frauen, good night stories, gute-nacht-geschichten, kinderbuch, sachbuch   (6)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

selbstmord, klassiker, psychiatrische klinik, new york, suizidversuch

Die Glasglocke

Sylvia Plath
Flexibler Einband
Erschienen bei SUHRKAMP VERLAG KG., 01.02.1997
ISBN 9783518012086
Genre: Romane

Rezension:

"Die Glasglocke" ist der einzige Roman der Dichterin Sylvia Plath und enthält viele autobiografische Elemente, welche mich sehr berührt haben. Wie auch Plath selbst verbringt Protagonistin und Musterstudentin Esther Greenwood einen Monat in New York bei einer Modezeitschrift. Was als größte Chance ihres Lebens beginnt, verwandelt sich schon bald in einen Albtraum und wird von schweren Depressionen überschattet. Nicht nur Esther beginnt im Buch eine Therapie mit den damals noch gebräuchlichen Elektroschocks, auch Plath musste sich diesen Behandlungen unterziehen, beendete ihr Leben jedoch 1963 selbst. Wie es für Esther Greenwood ausgeht, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht.

Ihren Weg zu verfolgen ist spannend und extrem emotional. Ich habe Esther schnell in mein Herz geschlossen und konnte ihre Gefühle, Ängste und Träume gut nachvollziehen. Sylvia Plath hat einen einfühlsamen und sehr bildlichen Schreibstil, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass sie sich sonst eher mit der Lyrik auseinandergesetzt hat. Esther ist an einem Punkt im Leben angekommen, an welchem sie sich über ihre Zukunft klar werden muss und folgendes Bild von einem Feigenbaum geht mir in diesem Zusammenhang nicht mehr aus dem Kopf: 

"Ich sah, wie sich mein Leben vor mir verzweigte, ähnlich [einem] grünen Feigenbaum [...]. Gleich dicken, pupurroten Feigen winkte und lockte von jeder Zweigspitze eine herrliche Zukunft. Eine der Feigen war ein Ehemann, ein glückliches Zuhause und Kinder, eine andere Feige war eine berühmte Dichterin, wieder eine andere war eine brillante Professorin, die nächste war [eine] tolle Redakteurin, die übernächste war Europa und Afrika und Südamerika, eine andere Feige war Constantin und Sokrates und Attila und ein Rudel weiterer Liebhaber mit seltsamen Namen und ausgefallenen Berufen, eine weitere Feige war eine olympische Mannschaftsmeisterin, und hinter und über all diesen Feigen hingen noch viele andere, die ich nicht genau erkennen konnte.Ich sah mich in der Gabel dieses Feigenbaumes sitzen und verhungern, bloß weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche Feige ich nehmen sollte. Ich wollte sie alle, aber eine von ihnen nehmen bedeutete, alle anderen verlieren, und während ich dasaß, unfähig, mich zu entscheiden, begannen die Feigen zu schrumpfen und schwarz zu werden und plumpsten eine nach der anderen auf den Boden unter mir." (S. 85f) 

Ich möchte gleich noch ein Beispiel für den in meinen Augen fantastischen Schreibstil bringen, der Esthers Schmerz richtig greifbar macht und die depressive Abwärtsspirale besonders deutlich hervorhebt: 

"Ich sagte Doreen, ich würde nicht zu der Schau oder zum Lunch oder zu der Filmpremiere gehen, ich würde aber auch nicht mit nach Coney Island kommen, sondern im Bett bleiben. Nachdem Doreen gegangen war, fragte ich mich, warum ich es nicht mehr schaffte, das zu tun, was ich eigentlich tun sollte. Darüber wurde ich traurig und müde. Dann fragte ich mich, warum ich es nicht mehr schaffte, das zu tun, was ich eigentlich nicht tun sollte, so wie Doreen, und darüber wurde ich noch trauriger und noch müder.Ich wusste nicht, wie spät es war, aber ich hörte das Hin und Her und die Rufe der Mädchen auf dem Gang, während sie sich für die Pelzschau fertig machten, und dann hörte ich, wie auf dem Gang wieder Stille einkehrte, und während ich auf meinem Bett lag und zu der leeren, weißen Decke hinaufstarrte, schien diese Stille immer größer zu werden, bis mir fast das Trommelfell platzte." (S. 36f) 

Tatsächlich habe ich mir sehr viele Stellen markiert und lese diese auch einige Wochen nach Beenden des Buches immer wieder gerne durch. 

Die Thematik ist natürlich erdrückend und hat mich mitgenommen, doch immer wieder wurden auch schöne, hoffnungsvolle und sogar witzige Momente in Esthers Leben beschrieben, die vor allem ihrem Humor und ihrer Intelligenz zu verdanken waren. "Die Glasglocke" ist keine leichte Lektüre, aber das Lesen lohnt sich. Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der etwas mehr über Depressionen und den Umgang mit dieser Krankheit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts erfahren möchte. 

Fazit

Ein bewegender Roman über das Leben mit Depressionen in den 1950ern. Mir hat besonders der emotionale und bildliche Schreibstil von Sylvia Plath gefallen und der dadurch sehr einfühlsame Umgang mit einem so schwierigen Thema. Die Geschichte rund um Esther Greenwoods Schicksal enthält außerdem einige autobiografische Elemente, weswegen das Leseerlebnis für mich durch eine Recherche zu Plaths eigenem Leben noch einmal intensiver wurde. Ich zähle "Die Glasglocke" ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern. 

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Tags: depression, depressionen, feminismus, krankheit, new york, psychische krankheiten, selbstmord, suizid   (8)
 

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661 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

klassiker, jane austen, liebe, england, familie

Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Christian Grawe , Ursula Grawe , Christian Grawe
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 10.02.2016
ISBN 9783150204085
Genre: Klassiker

Rezension:

Mit "Stolz und Vorurteil" ist Jane Austen eine wunderbar zeitlose Geschichte gelungen, die auch 200 Jahre nach ihrem Tod in vielen Bücherregalen zu finden ist – und das mit Recht!

Mr. und Mrs. Bennet haben nicht weniger als fünf Töchter zu verheiraten. Besonders die Frau des Hauses ist vor allem daran interessiert, ihre Töchter besonders gewinnbringend zu verheiraten. Als der alleinstehende Mr. Bingley in die Nachbarschaft zieht und gleich noch seinen wohlhabenden Freund Mr. Darcy mitbringt, kann die Kuppelei losgehen. Doch Stolz und Vorurteil, Intrigen und Halbwahrheiten führen dazu, dass nicht alles so glatt läuft, wie Mrs. Bennet sich das wünscht.

Ich habe eine Übersetzung von Ursula und Christian Grawe gelesen, die ich wärmstens empfehlen kann. Ich muss zugeben, dass ich mit dem Original von 1813 ein paar Schwierigkeiten hatte und deswegen zur deutschen Übersetzung gegriffen habe. Deswegen konnte ich ungefähr 15 Kapitel vergleichen und die Grawe-Übersetzung ist wirklich nah am Original gehalten. In meiner Ausgabe finden sich außerdem einige Anmerkungen zu Konventionen und Gegebenheiten des frühen 19. Jahrhunderts und ein ausführliches Nachwort mit Informationen zu Jane Austen und einer Einordnung ihrer Werke in den historischen Kontext. Diese nützlichen Hintergrundinformationen haben mir sehr gut gefallen.

Wer glaubt, ein Klassiker könnte nicht witzig sein und Spaß machen, der sollte zu Jane Austen greifen. Wunderbar ironisch wird in "Stolz und Vorurteil" die Gesellschaft analysiert und die Ergebnisse machen das Buch zu einem zeitlosen Klassiker. Klatsch, Tratsch und Intrigen gab es damals wie heute. Durch voreingenommene Urteile stehen sich die Protagonisten nur selbst im Wege und statt mit der betroffenen Person das Gespräch zu suchen, wird lieber dem Urteil der Dorfgemeinschaft Glauben geschenkt. All das machen wir selbst 200 Jahre später immer noch nicht besser und deswegen hatte ich unglaublich viel Spaß beim Verfolgen der Ereignisse.

Was sich glücklicherweise ein bisschen verändert hat, ist die Rolle der Frau. Damals konnte es eine Frau nur zu etwas bringen, wenn sie recht zügig einen reichen Mann an Land zog. Elizabeth Bennet, die zweitälteste Tochter im Haus, wagt es doch tatsächlich einen Heiratsantrag abzuweisen, weil sie den Antragsstellenden nicht liebt. Kritisch und ein wenig frech setzt sie sich mit den damals so alltäglichen Erwartungen an sie und alle anderen Frauen auseinander, gibt auch mal ein Widerwort und möchte vor allem sich selbst und ihren eigenen Vorstellungen gerecht werden. Mrs. Bennet ist schockiert, ich bin begeistert und kann absolut nachvollziehen, warum Elizabeth Bennet häufig als starke und emanzipierte Buchheldin genannt wird.

Fazit

Zeitlos, humorvoll und emanzipiert. In meinen Augen ist es kein Wunder, dass Jane Austens "Stolz und Vorurteil" auch 200 Jahre nach ihrem Tod die Leser*innen noch zu begeistern weiß. Auch ich empfehle das Buch uneingeschränkt, ebenso wie die Übersetzung von Ursula und Christian Grawe, die im Reclam-Verlag erschienen ist. Die Anmerkungen und Hintergrundinformationen waren sehr interessant und nützlich und die Cover der gesamten Austen-Werke im Reclam-Verlag sind einfach traumhaft schön! 

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Tags: emanzipation, england, familie, feminismums, gesellschaft, heirat, hochzeit, intrigen, klassiker, liebe, lügen, verkupplung   (12)
 

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190 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

gabe, dalbreck, chronik der verbliebenen, vertrauensfrage, warnung

Die Chroniken der Verbliebenen - Die Gabe der Auserwählten

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.10.2017
ISBN 9783846600528
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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88 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

rassismus, black lives matter, usa, racism, police brutality

The Hate U Give

Angie Thomas
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Balzer + Bray, 28.02.2017
ISBN 9780062498533
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wir alle haben mit Sicherheit schon von der willkürlichen Polizeigewalt in den USA gehört, der bereits so viele schwarze Menschen zum Opfer gefallen sind. Angie Thomas ist dieser Thematik auf den Grund gegangen und hat ein packendes Jugendbuch geschrieben. 

Starr ist 16 und wohnt im Garden Heights, einer Gegend, die wir wohl als Ghetto bezeichnen würden. Bandenkriege, Drogen und Schießereien gehören zu ihrem Alltag. Eines Nachts werden sie und ihr bester Freundin Khalil im Auto von einem Polizisten angehalten und kontrolliert. Khalil tut nichts weiter, als Starr nach ihrem Befinden zu fragen, als er erschossen wird. Proteste und Gerichtstermine folgen und wirbeln Starrs Leben gehörig durcheinander.

"It's like a 'Fragile' sticker's on my forehead, and instead of taking a chance and saying something that might break me, they'd rather say nothing at all." (S. 33)

Zunächst möchte ich die Dynamik loben, die zwischen Starr und ihrer Familie herrscht, aber auch zwischen den einzelnen Familienmitgliedern und anderen Bewohnern von Garden Heights. Im Englischen kam der Slang total gut rüber und der gesamte Stadtteil wirkte lebendig und authentisch (als wenn ich das beurteilen könnte, aber es kommt zumindest authentisch rüber). Ich hatte keinerlei Probleme mir Charaktere oder Schauplätze vorzustellen und habe mich sehr gut in die Geschichte fallen lassen können. 

"People like us in situations like this become hashtags, but they rarely get justice." (S. 59)

Auch positiv aufgefallen ist mir, dass Starr selbst darüber nachdenkt, was Rassismus eigentlich bedeutet. Das Buch stützt sich natürlich hauptsächlich auf das Motto "Black Lives Matter", doch auch Angriffe auf Starrs asiatische Schulfreundin werden thematisiert. Starr bemerkt selbst, wie einfach es ist, einen Angriff zu überhören oder einfach hinzunehmen. Dass sich die Kritik also nicht nur auf rassistische Handlungen und Kommentare gegenüber schwarzen Menschen beschränkte, fand ich super.

"I feel like shit right now. I can't believe I let Hailey say that. Or has she always joked like that? Did I always laugh because I thought I had to? That's the problem. We let people say stuff, and they say it so much that it becomes okay to them and normal for us. What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be?" (S. 251f)

Angie Thomas beschreibt das Leben in einer Gegend wie Garden Heights mit allem, was dazu gehört. Es geht um die Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt der Nachbarschaft, aber auch um die Angst und die Wut auf Gangs und Banden. Es geht um Drogenprobleme, wie und warum Menschen so leicht abrutschen können und was für ein Teufelskreis die Leute gefangen hält. Es geht um die zwei Identitäten, die Starr zum einen in Garden Heights, zum anderen bei ihren weißen Freunden aus der Schule besitzt. Und natürlich geht es um das grundlegende Problem des Rassismus, dem Generalverdacht und der Herablassung gegenüber schwarzer Menschen in genau solchen Gegenden wie Garden Heights, welche nicht nur friedfertige Proteste nach sich ziehen. All diese Themen hat die Autorin meiner Meinung nach sehr authentisch und spannend verarbeitet. 

"'It's okay. Like I was saying, I did everything right. I remember being in that delivery room, and when they pulled you out, I waited for you to cry. But you didn't. Everybody ran around, and your father and I kept asking what was wrong. Finally the nurse said you weren't breathing. I freaked out. Your daddy couldn't calm me down. He was barely calm himself. After the longest minute of my life, you cried. I think I cried harder than you though. I kew I did something wrong. But one of the nurses took my hand [...] looked me in the eye, and said, 'Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.'" (S. 154)

Bei "The Hate U Give" handelt es sich aber keineswegs um einen durchweg traurigen, schockierenden oder belehrenden Roman. Dieses Buch macht tatsächlich oft wütend, genauso oft enthält es aber auch humorvolle, ermutigende und hoffnungsvolle Stellen.

Fazit

Der Hype um dieses Buch ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Aussagen wie "Jetzt schon ein Klassiker" kann ich absolut nachvollziehen und ich wünsche mir, dass dieses Buch seinen Weg in den Englischunterricht findet (oder die Übersetzung in den Deutschunterricht). Starrs Geschichte hat mich gepackt, mitgerissen und sensibilisiert und dafür gibt es volle 5 Sterne. 

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Tags: black lives matter, jugendbuch, rassismus   (3)
 

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

drogen, thriller, london, drohnen, brexit

Die Lieferantin

Zoë Beck , Thomas Wörtche
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.07.2017
ISBN 9783518467756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hinter "Die Lieferantin" verbirgt sich nicht nur ein Thriller rund um die Londoner Drogenszene. In Zoe Becks neustem Buch stecken auch viele klare Aussagen bezüglich des Brexits und seinen Folgen, der möglichen Legalisierung von Drogen und der Digitalisierung. 

Der Einstieg war für mich wegen der Vielzahl an Protagonisten nicht gerade kinderleicht. Zunächst trifft man auf Walter Boyce, Victor Thrift und Leo Hunter, drei Londoner Drogenbosse, die das Gebiet unter sich aufgeteilt haben. Als plötzlich ein anonymer Verkäufer aus dem Darknet auf der Bildfläche erscheint, ist man sich im Londoner Untergrund einig: Der Neue muss weg! Es beginnt eine Hetzjagd auf das Pseudonym TheSupplier, hinter welchem sich Elliot Johnson verbirgt. Die junge Frau beschäftigt sich mit dem Bau und der Programmierung von Drohnen. Per App schickt der Verkäufer seine Koordinaten an einen Server, welcher wiederum eine Drohne mit dem bestellten Stoff auf den Weg schickt. Anonym, schnell, einfach und sehr sicher.

Der Roman spielt in einer Zeit nach dem Brexit und spricht schonungslos an, welche Probleme auf die Engländer zukommen könnten. Das staatliche Gesundheitssystem NHS kommt nicht sehr gut weg. Die Stimmung im Land verändert sich zunehmend und die nationalistische Gruppierung "Rotweißblau" befindet sich auf dem Vormarsch. Die Krone des Ganzen soll ein neues Referendum, der "Druxit", sein. Dabei sollen härtere Gesetze gegen den Handel und Missbrauch von Drogen erreicht werden, die über öffentliche Register von Konsumenten bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes gehen.

Neben der spannenden Jagd auf Ellie geht es also vor allem um Politik und die Legalisierung von Drogen. Dabei stehen Protagonisten Ellie und ihre beste Freundin Catherine, die die Anti-Druxit-Kampagne leitet, eindeutig für die Legalisierung. Was mir leider etwas gefehlt hat, war eine zumindest halbwegs ebenbürtige Gegenseite. Zoe Becks Position ist unmissverständlich angekommen, allerdings wünsche ich mir bei solch kontroversen Themen immer starke und logische Argumentationen, bei denen sich der Leser letztendlich selbst eine Meinung bilden darf. Die Kontra-Seite kam hier eindeutig zu kurz. 

Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist spannend und die schnellen Perspektivwechsel haben mir gefallen. Anfangs habe ich schon angesprochen, dass eine große Vielfalt an Charakteren involviert ist. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase konnte ich alle gut auseinander halten und ich fand es absolut spitze, wie Zoe Beck diese Vielzahl logisch miteinander verknüpfen konnte. Vor allem die letzten Seiten haben richtig Spaß gemacht und enthielten eine Menge Frauenpower! 

Fazit

Ein sehr gelungener Thriller, der viel mehr als eine rasante Hetzjagd auf eine Drogenlieferantin bietet. Es geht um Politik, die Legalisierung von Drogen, Rassismus, Frauenpower und die Digitalisierung. Auch wenn ich mir bei den kontroversen Themen ausgeglichenere Argumentationen gewünscht hätte, liest sich das Buch dennoch extrem spannend und regt dazu an, sich etwas genauer mit den Themen auseinanderzusetzen und sich eine eigene Meinung zu bilden (bzw. diese zu überdenken). 4 Sterne und eine Leseempfehlung! 

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Tags: bandenkrieg, brexit, digitalisierung, drogen, drogenhandel, drogenkrieg, drogenlegalisierung, drohne, england, legalisierung, london, politik, thriller   (13)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jugendbuch, liebe, young adult, contemporary, freundschaft

When Dimple Met Rishi

Sandhya Menon
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Simon Pulse, 30.05.2017
ISBN 9781481478700
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: amerika, app-entwicklung, arrangierte ehe, freundschaft, indien, indische traditionen, jugendbuch, liebe, universität, young adult   (10)
 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

macht, power, korruption, dystopie, feminismus

The Power

Naomi Alderman
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Penguin, 06.04.2017
ISBN 9780670919963
Genre: Romane

Rezension:

Was wäre, wenn Frauen plötzlich eine Kraft in sich entdecken, die die komplette Welt erschüttern würde? Naomi Alderman stellt genau diese Frage in ihrem neusten Roman "The Power", welche eine Mischung aus Science Fiction, Dystopie und Thriller ist. Sie geht von einer elektrischen Kraft aus, die innerhalb weniger Jahre das gesamte Weltbild auf den Kopf stellt.

Die gesamte Geschichte vom Aufstieg der Frauen ist als Manuskript eines männlichen Autoren namens Neil in das Buch eingebettet und wird von einem fiktiven Briefwechsel zwischen Naomi und Neil eingerahmt. Obwohl mich dieser Aufbau zunächst ein wenig verwirrt hat, habe ich am Ende erkannt, wie genial und klug diese Struktur gewählt ist. Zwischen den Kapiteln sind oft Zeichnungen von historischen Artefakten zu sehen, die mit der Story in Zusammenhang stehen und auch einige Anspielungen enthalten, die man erst bei näherem Hinsehen erkennt. Dass ich als Leser zum Forschen und Weiterdenken animiert wurde, hat mir dabei ausgesprochen gut gefallen. 

Erzählt wird aus vier verschiedenen Perspektiven. Darunter sind viele Frauen, aber auch ein Mann. Der Leser kann dadurch hautnah erleben, welche Auswirkungen die neu entdecke Kraft der Frauen auf Religion, Politik, Kriminalität, Krieg, Terror und das gesellschaftliche Zusammenleben hat. Alderman baut sehr geschickt viele zeitgemäße Anspielungen auf uns allen bekannte Plattformen und Firmen ein, aber auch auf aktuell diskutierte Themen wie Impfgegner und Pressefreiheit. Ich fand es super, dass Alderman sich am Rande auch mit diesen Themen auseinandersetzt und nicht "nur" mit Gleichstellung. 

Der Aufstieg der Frauen ist aufregend und angsterregend zugleich. Es ist total spannend zu verfolgen, wie sich gerade Frauen in Entwicklungsländern plötzlich zur Wehr setzen können. Gleichzeitig ist es mir auch öfter mal kalt den Rücken runter gelaufen, wenn ich über die immer brutaler werdenden Maßnahmen und Ansichten der Frauen gelesen habe. Machtmissbrauch ist eben nicht männlich oder weiblich, sondern menschlich. Das hat die Autorin wunderbar und unmissverständlich klargestellt. 

Fazit

Naomi Alderman hat mit diesem Werk zu Recht den Baileys Women's Prize for Fiction gewonnen, der jedes Jahr an eine englische Schriftstellerin verliehen wird. Sie spielt auf eine faszinierende Art und Weise mit den Geschlechterrollen und hat eine mitreißende und erschütternde Geschichte am Puls der Zeit geschrieben. "The Power" erinnert daran, dass Frauen weltweit noch lange nicht die gleichen Rechte wie Männer genießen, allerdings auch daran, dass ein Ungleichgewicht der Macht niemals gesund sein kann. Insgesamt schon eines meiner Jahreshighlights, welches ich wirklich jedem empfehlen kann! 

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Tags: dystopie, feminismus, korruption, macht, machtmissbrauch, politik, science fiction, thriller, zukunftsvision   (9)
 

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675 Bibliotheken, 11 Leser, 5 Gruppen, 53 Rezensionen

krimi, england, mord, chemie, flavia de luce

Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel

Alan Bradley , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.10.2011
ISBN 9783442378258
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Band 2 der Flavia de Luce Reihe weist eigentlich alle Punkte auf, die mir am ersten Teil so gut gefallen haben: Eine gute Portion britischer Humor, eine neugierige Protagonistin und einen spannenden Fall. Der Krimi rund um den toten Puppenspieler Rupert hat mir sogar besser gefallen als der Mord im Gurkenbeet in Teil 1. Trotzdem habe ich den Nachfolger mit einem Stern weniger bewertet, da Alan Bradley meiner Meinung nach die Spannung nicht durch den gesamten Roman hinweg halten konnte. 

Mit den Umständen des Mordes, den verdächtigen Personen und Flavias Ermittlungen bin ich absolut einverstanden und habe dort auch nichts vermisst. Leider gibt es aber zwischen den unterhaltsamen Ausflügen und Befragungen von Flavia viele unnötige Szenen und Abschweifungen, die zwar witzig geschrieben sind, dem Leser aber keinen Mehrwert bieten. Der Roman hat sich in meinen Augen sehr gezogen und hat mir darum auch ein bisschen weniger Spaß bereitet als der Vorgänger.



Auf Band 3 bin ich trotzdem sehr gespannt und auch wenn ich diesen nicht sofort lesen möchte, steht er dennoch auf meiner Wunschliste. Dann bitte wieder mit mehr Konzentration auf das Wesentliche! 

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Tags: 1950, 50er, 50er jahre, chemie, england, gift, krimi, london, mord   (9)
 
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