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120 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

christian kracht, südsee, aussteiger, kracht, deutsch-afrikanische kolonie; kolonialismus

Imperium

Christian Kracht
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.07.2013
ISBN 9783596185351
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: abenteuer, afrika, deutsch-afrikanische kolonie; kolonialismus   (3)
 

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(126)

212 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 101 Rezensionen

harry hole, norwegen, oslo, thriller, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Mitspieler 
Harry Hole ist eigentlich raus aus dem Spiel. In Frieden und Ruhe ist er angekommen, ebenso wie in seiner Rolle als Dozent an der Polizeihochschule und als Familienvater.

Stiefsohn Oleg hat nach seiner bewegten Vergangenheit die Entscheidung getroffen in Holes Fußstapfen zu treten und ist als Polizeianwärter auf der Hochschule. Holes ehemalige Kollegin Katrine Bratt konzentriert sich nach einer Trennung auf ihre Karriere und führt damit ganz nebenbei neue Charaktere ein. So auch Anders Wyller. Ein Überflieger in der Abteilung für Gewaltverbrechen, der gleich von Tag eins seine überdurchschnittliche Intelligenz und Kombinationsgabe unter Beweis stellen kann, denn die Abteilung wird mit einem grausigen Status quo konfrontiert.

Ein Killer scheint sein Unwesen auf besonders perfide Art und Weise zu treiben. Er nutzt die Online-Singleplattform Tinder bzw. hier zustande kommende Dates, um an seine Opfer zu kommen und auf eine ganz eigene Art ihr Blut zu genießen.
Einige alte Bekannte gesellen sich in die Mordkommission – Kriminaltechniker Björn, IT Spezialist Tord und auch eine unwillkommene Gestalt: Truls Berntsen. Seit je her von Mitmenschen verlacht, stets zum Mitläufertum verdammt und mit unsympathischen Eigenschaften gespickt.

Trotz der guten Aufstellung muss die Kommission schnell feststellen, dass ihr jegliche erfolgsversprechende Ansätze fehlen. Damit nicht genug, der Polizeipräsident Mikael Bellmann – Harrys ehemaliger vom ehrgeiz zerfressener Chef – steht kurz vor seinem Sprung in ein Ministerialamt und will Ergebnisse sehen. Bellmann ergreift daher auch die Initiative und setzt Harry Hole mit seinem Wissen über Olegs Drogenvergangenheit unter Druck. Er verspricht zu schweigen, wenn Harry in die Mordermittlungen einsteigt und sich eine kleine eigene Crew zusammenstellt, um mit seinen Methoden für einen Ermittlungserfolg zu sorgen.

Harry schnappt sich sogleich den vielversprechenden Anders Wyller, Björn und entscheidet sich, nach ersten Erkenntnissen zu der Blutfixierung des Täters, für einen neuen Psychologen – ja, Aune erhält zwar einen Auftritt, spiel aber eine Nebenrolle. Der neue Psychokenner ist Hallstein Smith, ein bislang eher verkannter Vertreter seiner Spezies, der sich auf vampiristisch tätige Mörder spezialisiert.

Und der Mörder macht keine Pausen. Es folgen weitere Morde, die Harry ohne Zweifel darstellen, dass der Täter ein alter Bekannter sein muss.

The Harry Hole Methods

Ich wurde nicht enttäuscht. Harry glänzt in seinem 11-ten Fall nicht nur durch die nötige Beobachtungsgabe und einen exzellenten Perspektivenwechsel. Vielmehr fällt er – nachvollziehbar für den Leser – grenzwertige Entscheidungen, was seine Methodik anbetrifft. Besonders gut hat mir in Bezug auf die Ermittlungsentwicklung gefallen, wie die Dynamik zwischen den zahlreichen Einzelrollen für Erkenntnisse aber auch für neue erschwerende Situationen sorgt.
Wie genau die grauzonigen Interaktionen zwischen Truls Berntsen und den nach der Story geiernden Journalisten hierzu beiträgt oder welche Rolle die wackelige Gesundheitssituation von Harrys Ehefrau Rakel spielen wird, behalte ich mal für mich. Laßt Euch einfach überraschen.

Verlauf

Wie anfangs angedeutet, läßt sich der Stil von Jo Nesbø einfach nur inhalieren. Die Wortwahl ist unkompliziert, der Leser wird durch jeden Satz bzw. die Dialoge gut weitergeleitet. Nichts ist überflüssig, der Text aber auch nicht zu karg. Wir sprechen nicht von einem minimalistischen Stil. Mit einem neueren Begriff könnte man den Stil als userfreundlich bezeichnen, nicht zu einfach. Man erhält bei Nesbø nicht das Gefühl ein Buch für schlichte Gemüter in der Hand zu halten.

Miträtseln ist ebenso gefragt und Nesbø ist ein Meister der gezielten Fehlleitung des Lesers. So waren mir mehrere Charaktere zwischendurch suspekt. Mein Hauptverdächtiger war dennoch am Ende nicht der Täter. Auch nicht die Nummer Zwei auf meiner Liste…

Fazit

Eine würdige Fortsetzung der Harry Hole – Reihe mit neuem Futter gespickt für weitere Teile. Für meinen persönlichen Geschmack ist mir der Titel des Ganzen etwas zu reißerisch und das deutsche Cover nichtssagend, aber das sind schon Spitzfindigkeiten.

Insgesamt kann ich jedem Krimi- oder Thriller-Fan nur empfehlen: Go for it!
Von Liebhabern des Skandinavischen Mordgenres gar nicht zu sprechen… für die ist es ein Muß.

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Tags: harry hole, harry hole reihe, harry hole und sein team, raffinierter serienmörder, thriller   (5)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

erzählungen, zeitgenössische belletristik

und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus

Doris Anselm
Fester Einband
Erschienen bei Luchterhand, 13.03.2017
ISBN 9783630875262
Genre: Romane

Rezension:

Kennt Ihr das auch? Manchmal trifft man Menschen und der erste Eindruck ist irgendwie vage. Unentschieden. Man kann gar nicht sagen, ob das Gegenüber einem sympathisch ist oder nicht. Nach dem zweiten oder dritten Treffen jedoch, entdeckt man mehr und mehr Gemeinsamkeiten und einnehmende Aspekte an dieser Person und entschiedet sich denjenigen/diejenige zu mögen.

So ging es mir auch mit dem Debüt von Doris Anselm „und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus„. Hierin kreiert die Autorin ein ganzes Kaleidoskop aus Lebensmomenten variierender Personen, die für einen Umbruch im Leben gesorgt haben.

Der erste sympathiefördernde Moment zwischen mir und dem Buch entstand mit der Kurzgeschichte „Was Würde Amy Tun„.
Wie in allen Anselm´schen Kurzgeschichten steigen wir in eine ausschnitthafte Gedanken- oder hier Erinnerungswelt der Protagonistin ein. Die junge, im Leben gut situierte, Frau erhält eine SMS von einer alten Schulbekanntschaft aus einem USA-Austausch. Indem sie ihren Erinnerungen an diese Begegnung folgt, lernen wir als Leser wie unsere Protagonistin sich mit einer streng-religiösen Gemeinschaft und der ausgesprochen prüden Austauschfreundin konfrontiert sah. Und sich durch deren Sicherheit in sich und der Welt provoziert fühlte. Die Provokation hat sie zu einer extremen Tat – einem Diebstahl – verleitet, der für einen tiefen Bruch in der Beziehung sorgte.
Jetzt, sprich Jahre später, erfahren wir mit dem SMS-Austausch der beiden jungen Frauen, dass die damalige Tat nicht nur einen Bruch in der Freundschaft bewirkt hatte, sondern noch tiefere Spuren in der Freundin hinterließ. Verletzungsspuren und vor allem tiefe Zweifel schienen die Folge.

Oder war doch alles nur Zufall?

Kann eine einzelne kleine Teenager-Missetat massive Folgen für ein gesamtes Leben haben?

Derartig ausgeprägte Fragen hinterließ die Geschichte und weckte in mir Respekt vor der gelungenen Konstruktion der Geschichte sowie Neugier auf mehr Ideen aus der Anselm´schen Feder.

Ich brauchte nicht lange warten. Nahezu jede der nachfolgenden Kurzgeschichten überraschte mich erneut. Durch präzise ausgewählte Verortungen der einzelnen Szenen und exzellent durchdachte schnelle Entwicklung jeder einzelnen Handlung. Das ganze mit einer Prise bissigem Humor. Die Auswahl der Orte bildet ferner ein fein analysiertes Abbild städtischen Lebens der heutigen 20-somethings.

Stilistisch glänzt das Debüt durch die hohe Kunst über ausschnitthafte und inkomplette Sätze ein Lichtbild der Innenwelt der Erzähler zu erschaffen. Ganz als ob man eine Computertomographie von einzelnen Gedanken der Erzähler in deren Alltagssprache erstellen würde. Das muss man können, ohne zu gewollt zu erscheinen oder den Leser ganz zu verlieren.

Hier ist es gelungen.
Daher ein literarischer Daumen hoch von mir.

Eure Kasia – Buchstabendrechsler

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Tags: erzählungen, zeitgenössische belletristik   (2)
 

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1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

psychologie, fachliteratur, onkologie, psychoonkologie

Psychoonkologie

Frank Schulz-Kindermann
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Beltz Psychologie Verlags Union, 04.02.2013
ISBN 9783621276849
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: fachliteratur, onkologie, psychologie, psychoonkologie   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

wwii, rassismus, zweiterweltkrieg, jurist, thriller

Das Tribunal

John Katzenbach , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer , Uve Teschner
Audio CD
Erschienen bei Argon, 19.02.2015
ISBN 9783839813713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: alte freundschaft, diskriminierung, jurist, opfer, rassismus, thriller, wwii, zweiterweltkrieg   (8)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

einfache sprache, flüchtlinge, leichte sprache, migration, flucht

Zwischenreise

Bernd Mittenzwei
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei edition naundob, 10.11.2016
ISBN 9783946185062
Genre: Romane

Rezension:

Bei „Zwischenreise“ handelt es sich um einen Roman in Einfacher Sprache. Zumeist werden diese Bücher für Menschen geschrieben, die erst im Erwachsenenalter Deutsch lernen – sprich Migranten – oder auch Menschen mit einer individuell gearteten starken Lesebeeinträchtigung. Nach einem kurzen Gespräch am Stand der Buchmesse, bei der ich das Buch mitnahm, fand ich den Ansatz Erwachsenenliteratur mit einer tatsächlichen inhaltsreichen Geschichte an u.a. Migranten anzubieten einfach eine Maßnahme auf Augenhöhe. Durch die Produktion einer vernünftigen Spannungskurve und tatsächlichen inhaltlichen Nachricht an den Leser – nur eben in schlichter Wortwahl – kann tatsächlich zum Lesen in der neuen bzw. unvertrauten Sprache animiert werden. Dies wollte ich selbst erspüren, die Wortwahl kennenlernen und eine Idee für eine Geschichte, die auch in einfachen Worten wirkt, ausprobieren.

Das Leseexperiment hat sich gelohnt. Ich durfte feststellen, dass Bernd Mittenzwei auch durch eine Aneinanderreihnung an kurzen Sätzen eine Atmosphäre schaffen kann. Auch in schlichten Worten und ohne Fremdwörter konnte ich als Leserin ein Gefühl für die Charaktere entwickeln.

Die beiden Hauptakteure des Buchs sind übrigens Dima und Salim aus Syrien. Aus deren Sicht erlas ich mir Emotionen beim Warten auf einen ersehnten und gefürchteten Brief von der Ausländerbehörde, die Hürden bei Gesprächen mit Einheimischen, aber auch deren subtilen Weg zueinander als Paar.

Diesen Weg krönt in dem Buch eine gemeinsame Radreise zur Zugspitze. Trotz elementarer Sprachkenntnisse und unsicherem Bleiberecht machen sich die beiden Liebenden auf den Weg. Um Deutschland von oben und vom Rad aus kennenzulernen. Was die Reise bei beiden emotional auslöst und wie sie daraus hervorgehen verrate ich nicht, vielleicht mögt Ihr schliesslich auch Dima und Salim selbst in einem Leseexperiment kennenlernen.

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Tags: einfache sprache, flucht, flüchtlinge, integration, migration   (5)
 

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180 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

rache, drogen, korruption, thriller, gefängnis

Der Sohn

Jo Nesbø ,
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 06.11.2015
ISBN 9783548287782
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: mafia, rache, thriller   (3)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

geschwisterbeziehungen, familienprobleme, loss, mourning, family secrets

The Favourite

S. V. Berlin
E-Buch Text: 520 Seiten
Erschienen bei Myriad Editions, 03.08.2017
ISBN 9780993563393
Genre: Sonstiges

Rezension:

Angesprochen durch die Buchbeschreibung als „elegantes Werk über die Natur der Trauer“ fing ich an zu lesen.

…und hörte leicht entnervt und latent erschöpft nach 140 Seiten wieder auf.

Pro & Kontra

Bevor ich anfange über die Aspekte zu schreiben, die letzten Endes zum Leseabbruch geführt haben, ist es mir ein Anliegen diejenigen zu beleuchten, die durchaus gelungen sind.
Die Autorin beleuchtet Schrittchen für Schrittchen die einzelnen Stationen nach Versterben einer geliebten Person aus drei Perspektiven. Hierzu bedient sie sich dreier Erzähler: Edward – der zutiefst negativ geprägte und machohafte Sohn/Bruder. Dann Isobel – die angeblich snobbistische Tochter/Schwester, die vor Jahrzehnten in die USA ausgewandert ist. Letztlich Julie – die geradezu unterwürfige Lebensgefährtin von Edward.

Deren Wahrehmung auf einzelne Interaktionen, miteinander sowie mit Dritten, könnte als Psychologielehrbuch dienen. Wie kleine Differenzen in Betonung und aufgesetzter „Brille“ bereits über die Gesamtwahrnehmung einer Situation entscheiden können, wird dem Leser mehr als deutlich. Wo Edward einen vermeintlich abschätzigen Blick wirft aus Wut auf seine Schwester, sieht diese einen nachdenklichen Gesichtsausdruck und interpretiert weiter… und so weiter und so fort. Damit erschöpfen sich auch schon die positiven Aspekte.

Über dieses Hilfsmittel der drei Erzähler entwickelt sich die Handlung in einem Schneckentempo – vom Todestag zur ersten Nacht ohne die Mutter und dann zu dem Start des Ausräumens, bei dem auch ungeöffnete Briefe und sonstige geheimnisvolle Hinweise auftauchen. Letzteres jedoch greift keine der Figuren auf, alle schleichen schweigend um sich rum… durchaus lebensecht, aber für die Geschichte ein Todesstoß.

Nach 140 Seiten indirekter Psychoanalyse wäre doch etwas handfeste Aktion angebracht gewesen. Spannendere Wendungen, die den Leser klarer über die Gründe des Familienzerwürfnisses rätseln lassen. Ich genieße es, wenn ein Autor mich auch auf falsche Fährten lockt, ich über Hintergründe grübele, nur um dann neue Hinweise zu erhalten, die mich als Leser wieder in eine neue Denkrichtung treiben… wäre ja vieles machbar. Aber nein. Die Handelnden bei S.V. Berlin schweigen. Packen. Schlafen.

Schade. Mir jedenfalls ist der Geduldsfaden gerissen und ich lege die Lektüre beiseite. Vielleicht hat ja einer von Euch, liebe Mitleseratten, mehr Ausdauer für Familiengeschichten mit minimalistisch angedeuteten Familiendramen. Mir ist es zu minimalistisch. Geradezu nicht existent.

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Tags: familiendrama, familienprobleme, family secrets, geschwisterbeziehungen, loss, mourning, uk   (7)
 

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(29)

50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

indien, kalkutta, krimi, abir mukherjee, historischer krimi

Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee , Jens Plassmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453421738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Herr Abir Mukherjee war mein Zeit- und Abenteuerreiseführer nach Kolonialindien mit seinem Krimireihenauftakt „Ein angesehener Mann“.

Wohin geht die Reise?

Sie nahm mich mit in das Kalkutta von 1919 und stellte mich erneut einem ziemlich abgewrackten – wenn auch hochintelligenten und unerschrockenen – Ermittler vor. Sam Wyndham kehrt aus dem ersten Weltkrieg ins Nichts wieder, nachdem alle engeren Freunde im Krieg gefallen sind und seine geliebte Frau in seiner Abwesenheit einer Krankheit erlag.
Opiumsüchtig wie er ist – um Trauer sowie Einsamkeit zu betäuben – ergreift er die Chance als ihn ein ehemaliger Vorgesetzter in die Polizeitruppe nach Kolonialindien ruft. Er betritt die Welt einer Herrscherklasse, die voll ist von vorgeschobenem Gutmenschentum und egozentrischer Ausbeutung der einheimischen Strukturen.

Es wird ihm keine Zeit zur Assimilierung an diese für ihn wildfremde Welt gelassen. Nur wenige Wochen nach Dienstantritt wird ein hochrangiger Staatsbeamter brutal erstochen im Rotlichtviertel von Kalkutta aufgefunden. Ein am Tatort plump hinterlassener Zettel weist auf politisch motivierte Täter hin, die der englischen Herrschaft in Indien überdrüssig sind.

Glücklicherweise lässt sich Sam nicht von derart primitiv vorgeschobenen „Beweisen“ von anderen weitaus interessanteren Spuren ablenken.

Vorgehensweise

Sam Wyndhams Alleingänge lernte ich als Leser sehr schnell kennen – teilweise auch kopfschüttelnd, denn sie sind nicht unbedingt nur edlen Motiven zu verdanken. Sie fußen gerne in der Suche nach der nächst gelegenen Opiumhöhle.
Die offene Einstellung, die Sam seinem indischen Sidekick Banerjee entgegenbringt, wirkte authentisch. Ebenso authentisch war aber auch sein langsamer Anpassungsprozess an die abwertende Art der damaligen Kolonialmächte den indischen Kollegen und Mitbürgern gegenüber. Er kämpft anfangs gegen die Schubladen und die Vorurteile. Mal ist er von der Unterwürfigkeit seines Untergebenen genervt, fordert und fördert ihn wo er kann. Nur um nach Wochen sich selbst dabei zu erwischen, wie er dessen Meinung unter den Tisch kehrt sowie sich mit List und Tücke seiner Dienste versichert.

Klingt nicht übermäßig sympathisch. Dafür aber echt. Mir persönlich hat es gefallen einen zeitangemessenen Ermittler anzutreffen, der zwar im Grunde ein „Guter“ ist, dennoch nicht frei von den Prägungen seiner Sozialisation. Übermenschliche Dauerhelden, die sich NIE im Ton vergreifen, NIE etwas Egozentrisches machen und erst recht NIE zum Nachteil von Mitmenschen handeln, gehen mir – zugegebenermaßen – in der Literatur auf die Nerven. Was nicht heißen soll, dass ich nicht mit Freude an deren persönlicher Entwicklung, deren Besserungsprozessen oder auch Reinfällen teilhabe.

Das hat sicher Zeit gekostet…

Mit „Ein angesehener Mann“ konnte ich die Ergebnisse von guter (sicherlich zeitintensiver) Historienrecherche und ausgezeichneter Autorenvorarbeit vor dem eigentlichen Schreibprozess geniessen. Dies macht sich nicht nur in den detaillierten Beschreibungen der baulichen Kulissen, Stimmungen und der allgemeinen politischen Lage bemerkbar. Auch in den Interaktionen mit den Nebenrollen, in der Ausarbeitung von deren Hintergründen schlägt sich die mühevolle Integration von Geschichtswissen, Politikverständnis und eigentlicher Kriminalgeschichte nieder.

Wieviel und welche persönliche Motivation hinter der Wahl des Spielortes und der Zeit steckt, würde ich gern mit dem Autor erörtnern. Abir Mukherjee hat schließlich selbst indische Wurzeln, daher ist die Frage naheliegend. Ich will ihm aber auch an der Stelle nichts in den Mund legen.

Zu den anderen Nebenrollen zählen unter anderen der Polizeichef Lord Charles Taggart und eine intelligente sowie attraktive Bekanntschaft in Form von Annie Grant. Sie ist die Sekräterin des unter so grausamen Umständen verstorbenen Politikers und kreuzt durch die Ermittlungsarbeit Sams Weg.

Es ist ein Genuß in jedem Buch, wenn nicht nach drei Sätzen solcher Begegnungen klar ist, wer Freund oder Feind ist. Ferner ist es einfach nur toll, dass auch die Beziehung zwischen Sam und Annie nicht einfach gestrickt bleibt, sondern vielschichtig und von vielen Faktoren mitbestimmt. Es hätte mich in dem Kontext enttäuscht, wenn diese zarte Zuneigung einfach nur in ein klassisches Betthupferl gemündet hätte.

Mehr möchte ich aber auch nicht andeuten, zuviel Spoiler.

Die angedeuteten anderen Spuren, an die sich Sam heftet, führen bald in die Fänge einer politisch-wirtschaftlichen Intrige, die sich auch an unserem Ermittler die „Krallen wetzt“.

…darüber hinaus gelungen

Darüber hinaus gelungen ist die schöne Covergestaltung sowie Innengestaltung des Buchs.

Als Fazit kann ich für Euch festhalten, dass es bis zur allerletzten Seite spannend bleibt, der Spannungsbogen exzellent gelungen ist und man nicht bereits nach der Hälfte den Hauptbösewicht erahnt. Zumindest ich nicht.

Der zweite Band der Reihe – „A necessary evil“ – ist im anglo-amerikansichen Raum bereits erschienen. Auf der englischsprachigen Webpage des Autors könnt Ihr gern bei Interesse nachschauen. Je nach Leseenergie steht es bereits für mich fest, dass ich schnellstmöglich die englischsprachige Ausgabe in meinen Besitz bringen und verschlingen werde. In Deutschland ist das Buch beim Heyne Verlag erschienen – ein Verlag der Random House Gruppe.

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Tags: indien, kolonialismus, krimi, krimireihe   (4)
 

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

leben, freundschaft, trauma, hipsters, leid

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner , Torben Kessler
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 01.02.2017
ISBN 9783957130778
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: hipsters, leben, leid, new york city, schicksal   (5)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

kurzbiographien, extremsport, extremsportler, laufsport, laufen

Born to run, Zum Laufen geboren

Ulfilas Meyer
Flexibler Einband: 189 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB.
ISBN 9783499615436
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: extremsport, extremsportler, kurzbiographien, laufen, laufsport, sport   (6)
 

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

mord, zorn und schröder, krimi, selbstmord, halle/saale

Zorn - Wie du mir

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.10.2016
ISBN 9783596036080
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

münchen, krimi, jack the ripper, regionalkrimi, sanktus

Schlachtsaison

Andreas Schröfl
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2017
ISBN 9783839220504
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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775 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 92 Rezensionen

fantasy, ransom riggs, kinder, besondere fähigkeiten, die insel der besonderen kinder

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426520260
Genre: Fantasy

Rezension:  
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82 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

jack ketchum, thriller, scar, lucky mckee, familie

SCAR

Jack Ketchum , Lucky McKee , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453677173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

ch: niveau 2016, langatmig, mühsam, flop, skurril

Fließsand oder Eine todsichere Anleitung zum Scheitern

Steve Toltz , Klaus Timmermann Ulrike Wasel
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei DVA, 24.10.2016
ISBN 9783421046819
Genre: Romane

Rezension:

„Fließsand“ von Steve Toltz hatte ich mir auf dem Bloggerportal von Random House vor allem auf Grund des Klappentextes ausgesucht. Es solle um die Geschichte einer Freundschaft, die sich rund um die tragischen Versagen des einen sowie des anderen Hauptcharakters dreht, gehen. Könnte unterhaltsam und subtil philosphisch sein. Dachte ich.

Mein Fazit nach 100 Seiten ist: Es ist weder das Eine noch das Andere.

Wenn Ihr erfahren wollt, wieso meine Meinung so ausgefallen ist, lest getrost weiter…

Ein Anfang ohne Ende

Die Geschichte um Aldo Benjamin – den chronischen „alles in den Sand-Setzer“ und seinem Polizistenfreund Liam Wilder wird aus Perspektive von Liam erzählt. Er stellt uns sich und Aldo bereits in einem sehr weit fortgeschrittenem Stadium der Tragödien vor, nämlich in einer Spelunke trinkend und Aldo sitzt – scheinbar behindert – im Rollstuhl.
Die Ambivalenz von Liam gegenüber seinem unglücksseligen Freund wird schnell klar:
Einerseits will er ihm helfen und er tut ihm leid. Andererseits kann er sich vor Zynismus und haßähnlichen Gefühlen gegenüber den hirnrissigen Geschäftsideen des Freundes kaum retten. Letztere führten auch stets in Krisen und in weiter fortschreitende Verschuldung. Aldo wird uns trotzdem als Stehaufmännchen vorgestellt.

Die einzelnen Geschäftsideen (z.B. Gerät zum Aufspüren von Spuren von Nüssen, Gluten und Ähnlichem ODER Bräunungsstudio-Taxiservice…) und die skurrile Anfangssituation sollte wohl lustig sein. Ich finde die Ideen meist überzogen, ebenso wie den ganzen Einstieg. Stilistisch fiel mir sehr schnell der mühsame Satzbau sowie die langweiligen Dialoge negativ auf. Die Adjektive und Grundideen (siehe oben) sollen wohl eine Atmosphäre á la Quentin Tarantino zaubern. Nur… es klappt nicht.

Als nächstes erfuhr ich als Leser einen Zeitsprung, der die Beziehung und den Werdegang der Freundschaft sowie diverse Nebencharaktere vorstellen sollte (z.B. Aldos Frau – ja, immerhin hat er geschafft jemanden dauerhaft für sich zu begeistern).

Auch hier ist die einzige Kernaussage, was für abstruse Ideen und Lebensvorstellungen Aldo entwickelt, wie er sich durch Freundschaften mausert, sich an dem Wohlwollen von Freunden und Geschäftsbekannten entlangschlawienert.

Die beschriebenen Verhaltensweisen machten mich persönlich beim Lesen eigentlich nur sauer und genervt. Eine tatsächliche Spannung beim Lesen wollte sich nicht einstellen.

Die Freundschaftsabbruchversuche von Liam verlaufen als letztes im Sande und ich habe das Lesen dieses Werks endgültig aufgegeben, als Aldo versuchter Kindsmord (war sicher wieder nur eine ungünstig aussehende Coinzidenz….seufz) vorgeworfen wird.

Manche Ergüsse muss man nicht weiter verfolgen. Wie meine Zwischenüberschrift schon andeutet, nimmt diese Einleitung einfach kein Ende. Es deutet sich keine zu lösende Hauptaufgabe oder Problematik an, geschweige denn interessante Wendung. Daher lege ich diesen insgesamt 525 Seiten starken Klotz beiseite. Sorry, Steve Toltz.
Als letzte Anmerkung sei noch hier festgehalten, dass die stilistische Herangehensweise ev. durch Steves Tätigkeit als Drehbuchautor erklärbar ist. Seine Bemühungen Bilder in den Kopf des Lesers zu bekommen waren schon spürbar. Nur waren die Bilder eben nicht spannend.

Eignung

Mir fällt noch nicht einmal ein, für wen dieses Buch eventuell doch geeignet sein könnte. Vielleicht Leser, die sich gern Abstrusitäten auf LSD antun.

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Tags: flop, langatmig, mühsam, skurril   (4)
 

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hörbuch, mundart, krimi, hessen

Asphaltseele

Gregor Weber , Heiko Arntz , Gregor Weber
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 12.09.2016
ISBN 9783837136197
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es hörte sich witzig an, die Ankündigung auf dem Randomhouse Bloggerportal, da bin ich nämlich auf dieses kleine Hörbuch gestoßen. Im Originalton klang das so:
„Mein Name ist Ruben Rubeck. Ich wohne seit 15 Jahren in Frankfurt und bin hier genauso lange Bulle. Das Bahnhofsviertel ist mein Revier und meine Gegend. Viele denken, ich würde da wohnen, weil es bei mir für mehr nicht reicht, weil ich mich im Dreck wohlfühle und mit meinem Gesicht sowieso nirgends sonst eine Wohnung bekäme, aber das stimmt nicht. Ich hab’s einfach gerne nah zur Arbeit. Haha.”

Nein, im Ernst, dieser Ausschnitt trifft den Hauptcharakter von Asphaltseele ganz genau, ebenso wie den Gesamtstil des Hörbuches.

Protagonist Ruben in Kürze

Ruben Rubeck, 47 Jahre alt, geschieden, ehemaliger Soldat und Kriminalkommissar in Frankfurt, wo er im Bahnhofsviertel Dienst tut. Macht keinen Hehl aus eigenen Alkohol- und Drogenexzessen, ebensowenig aus seiner Neigung zu Prostituierten.
In der Auslöserszene gerät er nach mehreren Feierabendbier in seiner Stammkneipe zwischen zwei Fronten und erschiesst, wie sich später herausstellt, den Bodyguard einer osteuropäischen Gangster-Größe.

Bei seiner Anhörung wegen des Schusswaffengebrauchs ist ein LKA-Beamter anwesend. Kommt Ruben gleich seltsam vor. Auch nachdem er zusammen geschlagen wird, taucht eben dieser LKA-Beamte, Nawrocki, wieder auf und will ihn übergangsweise abwerben und auf den kosovarischen Gangsterboss ansetzen, dem Kriegsverbrechen zugeschrieben werden, für die er nie zur Verantwortung gezogen werden konnte.

Rubeck hat zu seiner Zeit als Soldat das Elend im Kosovo gesehen und fühlt sich verpflichtet, Nawrocki zu helfen. Bald ist jedoch nichts mehr wie es schein und er kann niemandem mehr trauen.

Handlungsstränge

Mir hat es viel Spaß gemacht den Gedankengängen und auch den zuweilen recht vulgären Ausschweifungen von Ruben zu folgen. Auch die Platzierung der Rückblenden, durch die der Leser in den Erzählstrang Kosovo eingeweiht wird, war stets passend und erschliesst die Geschichte wunderbar Schritt für Schritt ohne zu langweilen.

Lediglich die Auflösung ganz zum Schluss ist geschmackssache und ich hätte mehr Fantasie erhofft nach einem tollen Auftakt. Nun, ich mag auch nicht spoilern…

Die Geschichte insgesamt lässt sich schwer in ein Genre ordnen. So ein richtiger Krimi ist es nicht, Thriller auch nicht. Der Begriff Roman trifft nicht zu. Ordnet es doch einfach in eine ganz individuelle Schublade selbst zu.

Autor Gregor Weber

Zum Sprecher, also dem Autor selbst, möchte ich ausdrücklich Lob loswerden. Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass Stimme, Inhalt und der Kopf, der alles ersonnen hat, so ideal zusammenpassen. Die hessische Mundart und die Betonungen der einzelnen Sätze/Ausdrücke, rauhe Stimmlage sind mehr als gelungen von Gregor Weber umgesetzt. Der deftige Umgangston unter den Kollegen hat mich (im Gegensatz zu einem kürzlich rezensierten UK Thriller Ragdoll) diesmal gar nicht gestört. Die markigen Sprüche gaben den Beziehungen Leben. Auch wenn man sich zurecht fragt, wie ein Polizist mit dermaßigem Hang zu illegalen Exzessen seinen Job behalten kann – ich persönlich fand es nicht überzogen.

Was für ein Gesamtkunstwerk Gregor Weber ist, ist auch am Buchtrailer auf YouTube zu erkennen. Witzig finde ich, dass er auch als Schauspieler mit zahlreichen Tatortauftritten v.a. kriminalistisch unterwegs ist.
Eine schöne Woche wünscht Euch
Eure Kasia

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Tags: hessen, hörbuch, krimi, mundart   (4)
 

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450 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 206 Rezensionen

thriller, london, ragdoll, serienmörder, mord

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ragdoll von Daniel Cole habe ich im LB Literatursalon gewonnen und mich riesig gefreut. Die Freude dauerte leider nicht lange an. Bereits die ersten Kapitel und die darin enthaltene Charaktereinführung waren eher ein "Abturn".
Warum sollten Polizisten nur auf Grund eines Knochenjobs stets nur gebrüllt miteinander kommunizieren?
Warum sollte jemand mit einem eineindeutigen psychischem Problem allen Ernstes in den aktiven gehobenen Dienst zurückgeholt werden? Solche Fragen stellten sich mir leider das gesamte Buch.

Unlogische Elemente, unsympathische Charaktere, eine unglaubwürdige und für mich unnötige Pseudoliebesgeschichte, ein ziemlich abgedroschen-plakatives Ende und dazu noch ein plumper Schreibstil (oder halt eine plumpe Übersetzung) - hier gab es für mich einfach zu viele Schwachpunkte.
Ok, die Spannungskurve war ok. Sie zog vor allem ab ca. der Hälfte auch ganz nett an...
Von meiner Seite kommt keine Empfehlung für dieses Werk. Sorry.

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Tags: antihelden, dunkel, serienmörder, thriller, thriller großbritannien   (5)
 

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berlin, krimi, missionare, neonazis, mord

Schneckenkönig

Rainer Wittkamp
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 07.03.2013
ISBN 9783894254162
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: antiheld, berlin, krimi, lokalkolorit, spannung   (5)
 

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russland, 2. weltkrieg, hunger, freundschaft, leningrad

Stadt der Diebe

David Benioff , Heikko Deutschmann
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 15.06.2009
ISBN 9783837101560
Genre: Romane

Rezension:

Wer ist er, dieser Meister? Hmmm, da scheiden sich bestimmt die Geister und ein jeder Buchwurm zählt da jemanden anderen an erster Stelle auf. Lasst uns einen Blick darauf werfen, warum David Benioff für mich ein solcher ist...

Ganz viel Seele

Bei der Einleitung des Hörbuchs – Zitat:
„Mein Großvater, der Messerstecher, tötete zwei Deutsche, bevor er 18 war“ Zitatende.

…und dem Namen der Protagonisten wird man stutzig. Warum heisst der Erzähler Lew Benioff?

Aus Interviews mit David Benioff (z.B. im Deutschlandfunk) wird aber klar, dass es sich nur um ein Stilmittel handelt und nicht um eine authentische eigene Herkunftsgeschichte. Das besagte Mittel verfehlt nicht seinen Zwecks. Die Anbindung an den Erzähler ist sofort hergestellt.
Schön ist auch, dass man nicht erst ein Drittel des Werks lesen muss, um in die eigentlich relevanten Ereignisse einzutauchen...

Russland, eiskalter Januar 1942, belagertes Leningrad

Weil er während der nächtlichen Ausgangssperre beim vermeitlichem Leichenfleddern/ Plündern erwischt wurde, wird der 17-jährige Lew sofort inhaftiert – es interessiert niemanden, dass er nur Hunger hatte und auf Plündern steht Erschiessung. In einer dunklen Gefängniszelle harrt er seines Schicksals , erlebt aber eine Überraschung. Er wird nicht aufs Schafott, sondern zusammen mit einem Mithäftling Kolja vor den Geheimdienstchef der Stadt geführt. Der gibt den beiden eine „Chance“ auf Überleben, wenn sie eine unlösbare Aufgabe lösen: Im Tausch gegen ihre Freilassung sollen sie innerhalb von sechs Tagen im ausgehungerten Leningrad zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Der schüchterne Lew klemmt sich an den Deserteur Kolja – einen gewitzten, charmanten Frauenhelden – und zusammen entwickeln sie eine Idee nach der anderen, wie man im hungernden Leningrad Eier finden könne.

Neben zahlreichen Nebenhandlungssträngen, die aus diesen Ideen entspringen, arbeitet sich in den Vordergrund der Geschichte ein aberwitziger Plan: Kolja will sich mit Lew zu einer Geflügelfarm jenseits der feindlichen deutschen Linien durchschlagen. Ein selbstmörderisches Unterfangen …

Was macht denn nun den Meister aus?

Für mich macht die natürliche, unaufgesetzte Art Charaktere zu zeichnen, sie durch ihre Handlungen und authentische Dialoge zum Leben zu erwecken, ein seltenes Talent bei Literaten aus. Dieses hat David Benioff scheinbar mit Löffeln gefressen.
Er braucht keine unnötigen Erläuterungen, jede Beschreibung der Umgebung und der Handelnden ist so prägnant und spricht für sich, dass spätestens nach der Hälfte jeder Leser/jede Leserin einen Lieblingscharakter hat, mit ihm mitfiebert, mitlacht und weint. Ich glaube, dass es die Menschen sind, die auch im Alltag sehr achtsam leben und ganz genau auf die Details achten – was in unserer Umgebung unsere Emotionen in welcher Art und Weise lenkt – die die besten Geschichten kreiren ohne unnötig zu überladen oder mit Nichtigkeiten zu langweilen. David Benioff zählt zu ihnen.

Trotz der Natürlichkeit der beiden Hauptprotagonisten springt die Grausamkeit des Krieges den Leser/Leserin immerwieder „von der Seite“ an und bringt uns als Leser auf den Boden der Tatsachen. Dass „wir“ nicht in einem einfachen Beziehungsproblem stecken in dem Buch. „Wir“ sind im Krieg. Und es geht ums nackte Überleben.

Schließlich erschafft David Benioff ein echtes klassisches Abenteuer. Die liebgewonnen Helden gehen durch eine Gefahr nach der nächsten, Co-Charaktere gesellen sich dazu, trennen sich wieder oder sterben eines grausamen Todes. Die Spannungskurve ist elegant und unnachgiebig. Auf den Ausgang des Abenteuers möchte ich keinerlei Hinweise geben… es ist zu toll und ich will keinesfalls zuviel sagen.

Woher kenne ich den Namen?

Jaaa, Benioff wird bei dem ein oder anderen sofort klingeln im Ohr, da Herr Benioff nicht nur auf Grund der Stadt der Diebe internationale Bekanntheit erreicht hat. Stadt der Diebe ist übrigens immerhin in 27 Sprachen zu haben.

Weltberühmt wurde David Benioff im Rahmen der Fantasyfernsehserie Game of Thrones! Gemeinsam mit D. B. Weiss adaptierte er dabei die Saga Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin als Cowriter und Producer in eine serienkonforme Fassung.

Dies ist nicht sein einziges Projekt von Buch zu Film… sein eigenes Buch "25 Stunden" konnte er in einen ebenso erfolgreichen Film umsetzen... ich hoffe Euch Appetit gemacht zu haben. Es ist mehr als lohnenswert!

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Tags: 2. weltkrieg, abenteuergeschichte, freundschaft, gewalt, hunger, militär, russland, verlieben, weltkrieg   (9)
 

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geschichte, selb, geschichtsaufarbeitung, kriminalgeschichte, bernhard schlink

Selb-Trilogie

Bernhard Schlink
Flexibler Einband: 976 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2010
ISBN 9783257237009
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: bernhard schlink, geschichte, geschichtsaufarbeitung, kriminalgeschichte, selb   (5)
 

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philadelphia, kevin byrne, thriller, jessica balzano, serienmörder

Mefisto

Richard Montanari
Flexibler Einband: 605 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 10.04.2007
ISBN 9783404156771
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: mord, perfider plan, thriller, usa   (4)
 

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tiere, hörbuch, klangeffekte, phantasie, fantasieroman

Professor Murkes streng geheimes Lexikon der ausgestorbenen Tiere, die es nie gab

Andrea Schomburg , Dorothee Mahnkopf , Otto Mellies , Ilka Teichmüller
Audio CD
Erschienen bei Argon Sauerländer Audio ein Imprint von Argon Verlag, 23.02.2017
ISBN 9783839848821
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags: fantasieroman, hörbuc, klangeffekte, tiere   (4)
 

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hörbuch, verarbeitung, trauer, book on audio, verlust

Krieg

Jochen Rausch , Ulrich Noethen
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 30.09.2013
ISBN 9783837122756
Genre: Romane

Rezension:

Nach anfänglicher Zögerlichkeit, bin ich froh dieses Hörbuch nicht verpasst zu haben. Es birgt  Überraschungen.

Inhalt

Der Eigenbrödler und Kauz Arnold Steins lebt zurückgezogen in den Bergen. Fast ausschließlich aus seiner Perspektive entrollt sich auch die Geschichte.
In Zeitsprüngen lernen wir nach und nach, dass er nicht immer so allein war. Steins war einst Familienvater eines talentierten jungen Mannes, dieser von Klein auf ein Haudrauf, als auch liebender Ehemann.
In der Gegenwart leistet nur noch ein Hund ihm Gesellschaft auf der einsamen Almhütte.
Was war geschehen, dass er sich hierher zurückgezogen hat?

Die Zeitsprünge beleuchten den tragischen Verlauf seiner Verluste. Der talentierte Sohn, frisch verlobt, möchte sich endgültig beweisen und zieht in den Krieg gegen den Terror in ein nicht näher bezeichnetes Land im Nahen Osten. Sein Fall lässt das Familiengebäude einstürzen. Die Ehefrau geht an der Trauer zu Grunde.

In der verwitterten Almhütte will Steins in seiner Trauer suhlen. Hin und wieder fährt er ins Dorf für Besorgungen, kapselt sich aber durch regelrechte Barrieren komplett ab.

Ein neuer Spieler

Jedoch: In einem kurzen Moment der Abwesenheit zerstört ein Fremder die letzten Dinge, die ihm wichtig sind, und als auch noch „Hund“, sein treuer Gefährte, verletzt wird, weiß Steins, was ihm bevorsteht – ein Kampf auf Leben und Tod mit unbekanntem Gegner … Seine Flucht in die Einsamkeit kann er nicht mehr aufrechterhalten.

Aufbau

Ich hatte einen sehr einfach strukturiertes Werk erwartet und bin hier positiv überrascht worden. Die Zeitsprünge sind gut gewählt und nicht nur für die Erläuterung des Hintergrundes gut genutzt, sondern auch für die Zeichnung des Charakters des Sohnes als auch von weiteren Nebenrollen. Wie Steins sich die kleinen strategischen Vorteile der Hütte nach und nach erschließt, sich für den Kampf wappnet, um sich dabei erneut seinem gefallenen kämpferischen Sohn näher zu fühlen, ist gut aufgebaut.

Abschluß

Einen Dämpfer habe ich dann doch noch erhalten, nämlich durch das Ende, welches ich ungern verraten möchte. Zu schlicht. Ja, es kommt zum Showdown, dennoch hätte man thematisch aus dem mysteriösen Feind doch mehr rausholen können. Die im Verlauf der Geschichte eingestreuten Intermezzi mit Wanderinnen, die Steins in seiner Einsamkeit ansprechen, waren ok für die Charakter- und Situationszeichnung, aber auch nicht ein Muß.

In Summe kann ich das Hörbuch dennoch empfehlen, vor allem für spannungsreiches, unangestrengtes Hören zum Beispiel im Urlaub bestens geeignet.

Sprecher

Urich Noethen war 2016 mein Sprecherfavorit und erfüllte auch hier meine Vorfreude. Dunkle Stimme, ruhige Betonung, keine Übertreibungen.

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Tags: book on audio, einsamer held, hörbuch, krieg, thriller, trauer, verarbeitung, verlust   (8)
 

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philosophie, liebesgeschichte mit stil, new york, liebe, achtsamkeit

Die Traumbauer

Bastian Jäger
E-Buch Text: 296 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 30.12.2016
ISBN 9783743122000
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit Liebe zum Detail. Wenn ich so in mich reinblicke, ist es dieser Satz, der das Debüt von Bastian Jäger gut umreißt.
Wenn wir nun schon das Wort Details in den Mund nehmen, widme ich mich denselben in meiner Rezension.

Inhalt

Das Debüt erhebt für sich den Untertitel eines philosophischen Romans, in dem es um zwei rote Fäden gehen wird. Das Leben im Hier und Jetzt sowie die Flucht vor sich selbst.
Um die Themen greifbarer zu machen, erleben wir die Umsetzung der beiden Topics anhand der Geschichten zweier Geschwister.

Faden Nummer 1:

Maximilian lebt in Shanghai. Der Doktorand ist vertieft in seine Arbeit, die er im Auftrag eines Unternehmens, in der fernöstlichen Metropole fertigstellt. Zu dem Zeitpunkt, an dem wir als Leser ihm begegnen ist er schon ein Jahr vor Beendigung der Arbeit. Seinem neuen Lebensort und den Kollegen hat er sich nur bis auf eine relativ seichte Oberfläche angenähert. Für die Metropole an sich hat er Begeisterung, dem temporären Lebensort verleiht jedoch erst die Bekanntschaft zu der älteren, erfolgreichen Unternehmerin Iria das gewisse Extra. Auch diese Bekanntschaft verbleibt auf einem weitgehend hedonistischem und bindungsfreien Niveau.

Traut er sich oder traut er sich nicht?

Diesen nähefreien Zustand scheint seine neue Bekanntschaft zu einer russisch-deutschen Diplomatentochter – Josephine – zu durchbrechen, er traut dem Ganzen jedoch nicht wirklich „über den Weg“.
Josephine bringt eine neue Qualität in seine zwischenmenschlichen Beziehungen und steht in der Geschichte für das Hier und Jetzt ohne einen materiellen Hedonismus, sondern vielmehr als jemand mit viel Respekt für jedem Moment.
Wie wird Maximilian seinen Weg in der Beziehung finden und sich zu den beiden Frauen positionieren?

Faden Nummer 2:

Die zweite Geschichte ist die seiner Schwester Sophia. Sie trifft uns bei Ihrem beruflichen sowie privaten Neustart in New York. Ein scheinbar für sie persönlich nicht ideal gelaufener Aufenthalt in London liegt gerade hinter ihr. Auf dem Flug nach Big Apple lernt sie Victor kennen. Der Unternehmer beeindruckt sie nicht nur durch seine Eloquenz und Zugewandtheit, sondern auch als er sich im weiteren Verlauf als begabter Jazz-Amateurmusiker entpuppt. Sophia wird enttäuscht. Zur Entpuppung gehört auch der Fakt, dass Victor an eine sympathische Kunstgaleristin vergeben ist. Zu beiden baut Sophia, neben diversen Erlebnissen mit Mitbewohnern oder Bekanntschaften, eine Freundschaft auf. Gemeinsam hängen sie regelmäßig in New Yorker Jazz-Clubs herum, ohne dass sie ihre Schwärmerei für Victor je direkt ansprechen würde oder sich anderweitig zu einem ev. „gesünderem“ mentalen Zustand zurückbesinnt.
In welches Verhältnis und welche Situation manövriert sich Sophia im Verlauf der Geschichte? Wird sie – wie scheinbar in London – eine Flucht ergreifen?

Die Charaktere

Nachdem der Plot umrissen ist, möchte ich meine persönlichen Eindrücke zum Besten geben.
Mit Maximilians Charakter und Beweggründen hatte ich das gesamte erste Drittel des Buches etwas zu kämpfen. Seine Motivation, weshalb er Schwierigkeiten mit dem sich Fallen lassen hat, wurde leider nicht bis zum Schluss klar. Da hätte mir persönlich  wenigstens andeutungsweise mehr Info geholfen.
Auch wurde mir nicht klar, wieso in einer Beziehung zwischen zwei im Leben stehenden erwachsenen Menschen der Status quo – ob sie denn gerade noch jemand anderen getroffen hatten oder ob sie gänzlich frei sind – ein dermaßiges Tabuthema oder Geheimnis ist.

Im Verlauf des Buches lernte ich Maximilian besser kennen und fand, dass der Charakter sich in eine besser nachvollziehbarere Richtung entwickelte. Seine Ambivalenz und die dazugehörigen Gedankengänge wurden greifbar.
Sophias Gedankengänge empfand ich als von Beginn an gut und sehr klar umschrieben.
Ihr Übergang aus der Studierenden in eine berufstätige Frau spiegelt sich nachvollziehbar in ihren Erlebnissen in der WG auf der einen Seite, dem Job und auch der Beziehung zu dem viel reiferen Pärchen auf der anderen Seite.
Ihre Themen – die Suche nach sich selbst in Koppelung mit der Flucht – erschließen sich natürlicher als das sehr ätherische Leben im Moment oder auch im Hier und Jetzt.

Die Einbindung der Themen

Das ist wirklich gelungen. Gerade das Leben im Moment scheint Bastian als Autor sehr am Herzen zu liegen und zieht sich dementsprechend allein sprachlich durch das gesamte Werk. Alle Szenen sind ausgekostet. Die durch die erzählende Person wahrgenommenen Eindrücke bis ins kleinste Fitzelchen beschrieben. Ich ziehe an dieser Stelle den Hut vor der tollen sprachlichen Varianz im Buch.

Als Leser bleibt einem fast nichts anderes übrig als innezuhalten, sich auf den jeweiligen Ort einzulassen. Teilweise war mir die verbale Exaktheit fast schon einen Ticken zu viel, während sie an anderer Stelle – siehe Maximilians Hintergründe – mehr hätte sein können. Beispiel? Nun:
In den Dialogen zwischen Josephine und Max wirkte der Fokus auf das Hier und Jetzt etwas überzogen, durch die vorher beschriebene Gedankenwelt beider Personen war schon der große Vorzug des Charakters Josephine vollkommen klar geworden. Aber ok, das sind auch Details :-)

Auf ihre eigene Art und Weise zieht sich auch das andere Thema der Flucht vor sich selbst oder vielleicht auch der Suche nach sich selbst (?) durch beide Geschichten. Beide Charaktere wanken in ihren Entscheidungen, sind uneins und erleben Umbrüche.

Zusatzgoodie

Bei den immer wieder eingeflochtenen Koch- und Essensszenen lief mir sprichwörtlich das Wasser im Munde zusammen. Es machte mir sehr viel Spaß den Roman aus der kulinarisch-kulturellen Perspektive zu lesen. Die spannenden Wohnviertel und interessanten Orte an beiden Metropolen kann man geradezu selbst vor Augen sehen und die internationale Küche auf der Zunge schmecken. Auch hier ein deutliches „toll gemacht“ an Bastian!

Empfehlung

Frei heraus empfehle ich das Buch Menschen, die sich gern in sprachlichen Feinheiten verlieren oder die ein Faible für das Reisen an sich haben. Für die wäre das Buch ein toller Appetizer. Auch diejenigen, die selbst eh an dem Respekt für den Moment arbeiten, werden mit dem Roman glücklich. Nicht zu vergessen diejenigen Leser, die eine schöne Liebesgeschichte mit ausgefallenem Ende schätzen.

Eher „actiongewohnte“ Zeitgenossen werden einige Selbstdisziplin aufbringen müssen erstmal in den Stil reinzufinden und sich auf die langsame Beziehungskiste der beiden Hauptdarsteller einzulassen, gerade weil größere Abenteuer fehlen und es sich eher um Lebensthemen an sich handelt, die den beiden eine Herausforderung sind.

Meine Bewertung von 4 Sternen habe ich vor allem auf Grund des interessanten Abschlusses, der sprachlichen Varianz, dem kulturellen Aspekt und dem Debütbonus vergeben. Wie man aus der Rezension rauslesen kann, ist noch Entwicklungspotenzial nach oben.

Autor

Bastian Jäger ist nicht nur Autor, sondern auch Diplomingenieur für Mechatronik und Informationstechnik.
Trotz einem Hang zur Technik und einer Lese-/Rechtschreibschwäche hat Bastian bereits zu Schulzeiten gerne geschrieben – vorrangig Poesie und Kurzgeschichten. Während seines ersten, sechsmonatigen Aufenthalts in Shanghai im Jahre 2010 entstand aus dem Schreiben von Berichten für die Familie zu Hause der Wunsch ein größeres Werk zu verfassen. Die Idee zu Die Traumbauer entstand eben dort, in Shanghai. Aktuell ist ein zweites Buch in Arbeit.

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Tags: achtsamkeit, liebe, liebesgeschichte mit stil, new york, philosophie, selbstfindung, shanghai, sinn des lebens   (8)
 
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