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Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070309
Genre: Romane

Rezension:

Auf der Leipziger Buchmesse wurde verkündet, dass im Herbst ein neues Buch von Benedict Wells auf den Markt kommen wird – und alle flippten aus. Ok, nicht alle, aber fast alle. Allen voran meine Buchgang und ich. Schon mit Spinner konnte mich Wells überzeugen, ein ruhiger Roman über eine Interessante Identitätsfindung (meine Rezension). Vor kurzem las ich dann Vom Ende der Einsamkeit, gemeinsam mit meiner Buchnachbarin Sarah, die dazu bereits eine Rezension verfasst hat, denn wir wollten gut für sein neues Werk gerüstet sein, das auch eine Kurzgeschichte zum eben genannten Roman enthalten sollte.

Die Wahrheit über das Lügen beinhaltet zehn total verschiedene Kurzgeschichten – manche empfand ich als sehr ergreifend, manche als skurril, manche sogar als recht humorvoll. Und alle hatten einen zentralen Aspekt: die Zeit. Sei es die Zeit, die man sich nicht für wichtige Dinge nimmt, oder nehmen möchte, weil man die Prioritäten anders setzt, als man vielleicht sollte. Sei es die Zeit, die man mit Menschen verbringt, was einen immensen Einfluss auf den Verlauf des Lebens hat, selbst wenn die Menschen irgendwann kein Teil mehr davon sind. Oder die Zeit, die man in ein Lebensprojekt steckt, obwohl man sich auf etwas anderes konzentrieren wollte. Die Zeit, die man aufbringt, um jemandem zuzuhören. Oder eben gar nicht zuhören zu wollen. Die Zeit, die plötzlich auf mysteriöse Art und Weise zurück gedreht wird, sodass man das Wissen aus der Zukunft besitzt und einen Teil davon verändern kann. Die Zeit, die man mit einem Menschen verbringt, obwohl man sich dabei selbst verliert. Die Zeit, in der man schweigt, obwohl man etwas sagen hätte müssen. Und die Zeit, die man braucht, um genau das zu tun. Die Zeit, um sich auszusprechen oder das Fehlen dessen. Die Zeit für Vergebung, obwohl sie längst abgelaufen ist.

Erst heute wurde ich gefragt, welche Kurzgeschichte mein Favorit sei. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Aspekte der einzelnen Geschichten kommen mir in den Sinn und desto weniger kann ich mich festlegen. Aber ich denke, das muss ich auch gar nicht. Jede einzelne besitzt ihre Faszination. Benedict Wells ist wahnsinnig talentiert darin, Geschichten aus dem Leben zu erzählen, eine Ruhe zu erzeugen und trotzdem nicht an Spannung einzubüßen. Die Geschichten regen zum Nachdenken an, egal ob sie humorvolle Passagen beinhalten, traurig, düster, skurril oder schockierend sind. Jede von ihnen umfasst eine wichtige Botschaft, wodurch sie im Gedächtnis bleiben. Jede noch so verrückte Erzählung besitzt ihre Faszination. Jeder geschilderte noch so abwegige Aspekt sorgt dafür, dass ich lange darüber nachgedacht habe.

Interessant fand ich, dass Wells ein paar Anmerkungen zu einer bestimmten Kurzgeschichte verfasst hat, was das Leseerlebnis noch authentischer gestaltete. Dort weist er zum einen darauf hin, wieso es das Kapitel überhaupt in das Kurzgeschichtenwerk geschafft hat, da es eigentlich zu Vom Ende der Einsamkeit gehörte. Zum anderen macht er darauf aufmerksam, dass das (folgende) Kapitel vieles aufklärt und man als Leser*n selber entscheiden solle, ob man überhaupt näheres über diesen Charakter erfahren möchte.

Ich ziehe meinen Hut vor Benedict Wells und bin mir nun mehr als sicher, dass ich 1. jedes Buch von ihm und 2. zur Not auch seinen Einkaufszettel lesen möchte. Zum Zeitpunkt der vorletzten Leipziger Buchmesse konnte ich eine Lesung von ihm besuchen – alleine seine freundliche, offene, interessierte Art sorgte dafür, dass er zu einem Lieblingsautor für mich wurde. Er hat sich für jeden einzelnen Leser Zeit genommen, von seinen Werken geplaudert, Fotos machen lassen und fleißig signiert. Dabei ist anzumerken, dass er fragte, ob ich die zu signierenden Bücher bereits gelesen habe und wie sie mir gefallen haben. Daraufhin füllte er in beiden eine ganze Seite mit freundlichen, humorvollen Worten.

Fazit
Die Wahrheit über das Lügen enthält zehn ganz verschiedene Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen und durch einzelne Aspekte im Gedächtnis bleiben. Eine wahrlich gelungene Mischung aus realen Themen, fantasievollen, teils skurrilen Aspekten und humorvollen Abschnitten.

Danke an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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84 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

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Der Welten-Express 1

Anca Sturm , Bente Schlick
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551654113
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schon auf der Leipziger Buchmesse wurde uns dieser Titel vorgestellt, es sollte ein Buch für Potterheads sein, denn auch hier geht es um ein paar Jugendliche, die Abenteuer voller Magie und Geheimnisse bestreiten würden. Ein fahrendes magisches Internat – wie cool ist das denn? Im Rahmen einer Blogtour trudelte das wunderschöne, bedruckte Hardcoverbuch auch schon vor ein paar Monaten bei mir ein und ich freue mich unendlich doll auf die Geschichte.

Während mich der Prolog sofort in den Bann ziehen konnte, fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht leicht. Die Protagonistin Flinn war mir nicht wirklich sympathisch, ich wurde nicht mit ihr warm. Auch ploppte in meinem Kopf immer ein Bild eines Jungen auf, was vielleicht an dem neutralen Namen von ihr liegen könnte, was mich zwischendurch ins Stocken brachte. Was mich allerdings am meisten gestört hat, war die Tatsache, dass immer wieder betont wurde, wie außergewöhnlich und besonders Flinn doch sei – da wäre weniger wirklich mehr gewesen. Die Nebencharaktere blieben mir da schon eher im Gedächtnis, allen voran Fedor. Die Lehrer*nnen empfand ich als wenig erwachsen, ich konnte sie leider nicht wirklich ernst nehmen, besonders nicht Madame Florett, die zwar autoritär wirken wollte, aber für mich eher wie eine trotzige, beeinflussbare Jugendliche rüberkam. Auch Daniel konnte ich kaum von den Kids unterscheiden.

Die Idee des magischen, fahrenden Internats gefiel mir super gut. Ich fand besonders schön, dass man dadurch einen kleinen Einblick in verschiedene Länder erhielt – denn die Besuche hatten Einfluss auf die täglichen Menüs. Generell war Essen ein großes Thema in der Geschichte, was ich toll fand. Über die Fächer in den Waggons hätte ich gerne noch viel mehr erfahren. Die Atmosphäre fand ich sehr angenehm und magisch. Die geheimnisvollen Umstände der ehemaligen Schüler und das Herausfinden dessen, was vor allem Flinns Motivation war, da ihr Bruder Jonte auf mysteriöse Art und Weise verschwunden war, war ein Hauptaspekt des ersten Bands. Ich habe sie gerne auf dem Abenteuer begleitet, auch wenn viele Fragen offen geblieben sind. Mit am besten haben mir übrigens die Weltenstromer gefallen, dessen Funktion & Identität am Ende aufgeklärt wurden, somit werde ich natürlich nicht näher darauf eingehen. Aber das war wahrlich ein kleines Highlight für mich. Der Verzehr der besonderen, magischen Süßigkeiten war ein kleiner „Harry Potter Moment“ für mich, ebenso der Besuch im Bahnhofsbedarf für Magietechnologie. Den Aspekt der Magietechnologie fand ich generell ziemlich cool, auch darüber möchte ich unbedingt noch mehr erfahren.

Gefehlt haben mir ein paar Hintergründe über Flinns Familie, auch wenn bereits ein pikantes Detail ans Tageslicht kam, ebenso wurden ein paar Themen angerissen, die die Vergangenheit des Zuges betrafen, aber nicht ganz zu Ende erzählt. Vielleicht bringen die Folgebände ja Licht ins Dunkel – worauf ich schon sehr gespannt bin, da ich die Reihe sicherlich weiter verfolgen werde.

Fazit
Der Welten-Express ist eine magische Geschichte, die den Leser mit auf eine atmosphärische Reise voller spannender Abenteuer und Geheimnisse nimmt. Viele Fragen blieben offen, auch haben mich ein paar Dinge gestört – dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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47 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Der Tätowierer von Auschwitz

Heather Morris , Elsbeth Ranke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492061377
Genre: Biografien

Rezension:

Kürzlich habe ich an einem Abend Der Tätowierer von Auschwitz gelesen. Jeden Tag denke ich an diese berührende Geschichte zurück. Und heute möchte ich euch gerne Gründe nennen, wieso auch ihr dieses Buch lesen müsst.

Gegen das Vergessen

Bücher wie dieses bieten einen authentischen Einblick in eine schreckliche Zeit der Deutschen Geschichte. Ich finde es wichtig, sich mit den Geschehnissen auseinanderzusetzen und sie niemals zu vergessen, denn auch heutzutage gibt es immer wieder gesellschaftliche Aspekte, menschliche Taten, Äußerungen und Bewegungen, die punktuell an die Grausamkeiten der Nazizeit erinnern. Auch Heute werden einzelne Gruppierungen, Menschen anderer Herkunft, Sexualität, Religion ausgegrenzt, verfolgt, sogar getötet. Beim Lesen von Der Tätowierer von Auschwitz kam mir immer wieder ein bitterer Beigeschmack, denn ich erwischte mich selber dabei wie ich dachte: Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Und genau das sollte nicht so sein. Es soll nie wieder passieren. Somit finde ich es umso wichtiger, derartige Geschichten zu lesen, sich damit zu beschäftigen, eigene Äußerungen und Werte zu hinterfragen. Sich zu fragen, ob man Freunde verlieren möchte, nur weil sie „anders“ sind? Nur weil sie nicht „weiß sind“? Nur weil sie eine andere Religion leben? Möchte man selber in Angst leben? Angst davor, irgendwann abgeholt zu werden, weil man „anders“ ist und nicht in die gesellschaftliche Norm passt? Angst davor, verfolgt zu werden? Aus seiner Wohnung, seiner Stadt vertrieben zu werden? Geschichten gegen das Vergessen sind wertvoll & wichtig.

Geschichtliche Hintergründe

Ich persönlich muss zugeben, dass ich gar nicht genau weiß, wie es damals genau abgelaufen ist, was unter anderem daran liegt, dass dieses Thema nie im Unterricht behandelt wurde – die Französische Revolution hingegen sehr ausführlich, was ich bis heute absolut nicht nachvollziehen kann. Also, Bildungssystem, Schulen und Lehrer, bitte ändert etwas daran! Auch habe ich bisher nie eine KZ-Gedenkstätte besucht, was ich aber unbedingt nachholen will. Ich kann das, was geschehen ist, weder begreifen, noch fassen. Wie wurden Juden, Roma und andere Menschen, die von der damaligen Gesellschaft willkürlich unterdrückt wurden, deportiert und zur Arbeit unter menschenunwürdigen Umständen gezwungen? Wie lief es in den Lagern ab? Was mussten sie durchmachen, um irgendwie zu überleben? Nicht mal ansatzweise kann ich nachempfinden, was diese Menschen für Schmerzen, für ein Leid durchleben mussten. Und so auch Lale Sokolov, der Gefangene 32407, der Tätowierer von Auschwitz. Durch einen Zufall erhielt er den Job und hatte dadurch Privilegien, von denen andere Gefangene nur träumen konnten, und dabei geht es um Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen – ein bequemes Bett, regelmäßige Mahlzeiten. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, hatte Glück im Unglück. Diese Erzählung zu lesen war für mich nicht leicht, sie ist mir sehr nahe gegangen, hat mich berührt, schockiert, sprachlos zurück gelassen. Tagelang habe ich mir Gedanken gemacht, mich gefragt, wie es so weit kommen konnte, und keine Antwort erhalten. Der Einblick, den Heather Morris als Autorin in diese Zeit anhand von Lales Erzählungen bietet, ist heftig, aber wichtig. Auch bietet das Buch einen Zugang zu geschichtlichen Hintergründen und fördert dadurch die Auseinandersetzung damit.

Rücksichtsloser Eigennutz?

Lale hat den Job als Tätowierer angenommen. Hätte ich genauso gehandelt? Ja. Hätte ich mich dafür geschämt? Sicherlich. Möchte ich darüber urteilen? Auf gar keinen Fall. Lale hatte die Aufgabe, den Häftlingen ihre Nummern auf die Unterarme zu tätowieren. Menschenunwürdig, unterdrückend, lebensrettend. Dadurch, dass der Tätowierer eine wichtige Aufgabe hatte, konnte er überleben. Darüberhinaus erhielt er Privilegien, die kein anderer Häftling bekam, es sei denn, er hatte ebenfalls eine wichtige Aufgabe für die Nazis. Aber Lale nutzte seine Position nicht nur für sich aus, sondern rettete auch andere Gefangene. Er brachte sich nicht nur einmal in Gefahr, wurde fast getötet, überlebte dann doch. Seine Geschichte ist schockierend wie faszinierend, mehrfach dachte ich: Jetzt ist es vorbei. Jetzt hat er seinen stillen Kampf verloren. Lale Sokolov schwieg über 50 Jahre lang, erst nach dem Tod seiner Frau Gita begann er, seine Lebensgeschichte zu erzählen, denn er hatte Angst, als Nazi-Kollaborateur bezeichnet zu werden.

Glaube an die Liebe

Lale Sokolov verlor nie den Mut. Aus jeder Situation schien er das Beste machen zu wollen. Und nachdem er seine Gita kennenlernte war für ihn klar: sie würden überleben. Sie würden heiraten und glücklich miteinander werden. Nichts konnte seinen Glauben daran erschüttern, keine noch so grausame Tat der Nazis entmutigte ihn. Und am Ende siegten Mut, Liebe und Menschlichkeit. Die Beziehung von Lale und Gita schien allen Häftlingen Hoffnung zu geben. Interessant fand ich, wie selbstlos viele von ihnen handelten, damit die beiden Kontakt halten konnten. Es gab sogar ein paar Momente, die humorvoll waren, gar hoffnungsvoll. Und dafür sorgte vor allem Lale und sein unermüdlicher Widerstand. Besonders berührend war das Nachwort von Gary Sokolov, dem Sohn der beiden, in dem er seinen eigenen Eindruck schilderte und einen Blick auf das „Danach“ bot. Auf die gemeinsame Zeit mit seinen Eltern, die für ihn stets voller Wärme, Liebe und Zuneigung gewesen sei.

Fazit

Der Tätowierer von Auschwitz berührt, schockiert, fasziniert, tut weh und gibt Hoffnung. Meiner Meinung nach sollte wirklich jeder dieses Buch lesen und sich mit der Thematik auseinandersetzen. Niemals darf diese schreckliche Zeit vergessen werden und niemals darf sie wiederkehren. Ich bin sehr dankbar für dieses Buch.

Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Clean

Juno Dawson , Christel Kröning
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.06.2018
ISBN 9783551583826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Mal gibt es die Rezension in Interviewform:

Welche (spoilerfreie) Szene ist dir am meisten im Kopf geblieben?

Ich werde vermutlich nicht vergessen, wie Lexi in die Klinik gekommen ist. Ihre Aufnahme dort erinnerte mich an die Aufnahmen der Kids, die notfallmäßig zu uns kommen, nur dass sie (in der Regel, aber mich schockt mittlerweile nichts mehr) nicht unter Drogen stehen und einen Entzug durchmachen müssen. Viel mehr geht es bei uns darum, Eigen- oder Fremdgefährdung zu reduzieren und die Krisensituationen gemeinsam zu bewältigen. Lexi wehrte sich total gegen die Aufnahme, wollte nicht bleiben, beleidigte und bedrohte die Mitarbeiter dort. Sie zeigte sich weder einsichtig, noch kooperativ, und genau das kommt mir sehr bekannt vor. Nach einiger Zeit konnte sie sich dann doch auf die Therapie einlassen und stellte fest, dass es gar nicht so schlimm ist, wie gedacht – was mich ebenfalls an meine Arbeit erinnert.

Was waren deine ersten Gedanken, als du das Buch beendet hast?

Ich war auf jeden Fall total beeindruckt aufgrund der unerwarteten Tiefgründigkeit, des metaphorischen, schonungslosen Schreibstiles und der Authentizität, die jeder einzelne Charakter und seine Geschichte mit sich gebracht hat. Die Sprache ist auf jeden Fall sehr derb – wie die Protagonistin Lexi selber zu Beginn. Das Buch ist keinesfalls eine locker leichte Jugendliteratur, denn es behandelt schwierige Themen wie Drogenmissbrauch, Essstörungen und selbstschädigenden Verhaltensweisen.

Hattest du das Gefühl, dass die Thematik entsprechend ernstzunehmend angegangen wurde?

Auf jeden Fall! Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die geschilderten Aspekte oder Situationen verharmlost oder zu humorvoll dargestellt wurden, ganz im Gegenteil. Durch die schonungslos ehrliche Sprache kamen die Themen wahnsinnig authentisch, ernst, eindrucksvoll, teilweise dramatisch und vor allem glaubhaft rüber. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen, allen voran Lexi, und fühlte mit ihnen mit – ob ich wollte, oder nicht.

Stimmt die Geschichte mit deinen Erwartungen überein?

Glücklicherweise habe ich so gut wie nie Erwartungen an Filme, Bücher und Serien, somit werde ich auch nur selten davon enttäuscht. Erhofft hatte ich mir jedoch eine jugendliche, berührende Geschichte, die mich thematisch mitreißt. Und genau so war es auch. Clean konnte mich sogar positiv überraschen, da ich nicht mit einer derartigen Wortkunst gerechnet hätte, es gab so viele ausgefallene, großartige Metaphern, dass mir die Post Its beim Lesen ausgegangen sind.

Wenn du Juno Dawson als Antwort auf dieses Buch einen Brief mit 5 Sätzen schreiben könntest, wie würde er aussehen? (FAZIT)

Liebe Frau Dawson,
ich danke Ihnen vielmals für diese eindrucksvolle Geschichte, die mich begeistern konnte. Ich schätze Ihre Recherchearbeit sowie Ihren Einsatz für die LGBTQ-Community. Jetzt bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf Ihre anderen Werke und werde sie sicherlich bald kaufen & lesen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es noch viel mehr solcher Bücher gibt, die den Menschen ein Stück weit die Augen öffnen, die Auseinandersetzung fördern und ihnen derartige Themen näher bringen. Gerade die Authentizität, die Schonungslosigkeit und die bildhaften Vergleiche haben mich beeindruckt.

Danke an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Am Seil

Erich Hackl
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 25.07.2018
ISBN 9783257070323
Genre: Romane

Rezension:

Auf der Leipziger Buchmesse wurde uns dieser Titel vorgestellt. Alleine die kurze Beschreibung des Inhalts sorgte dafür, dass ich neugierig wurde. Dieser Teil der (deutschen) Geschichte besitzt für mich immer seinen Reiz, denn ich finde es sehr wichtig, sich damit auseinander zu setzen und nicht zu vergessen, was während des zweiten Weltkrieges passiert ist.

Auf 128 Seiten wird die ergreifende Geschichte des Kunsthandwerkers Reinhold Duschka erzählt, der in der Zeit des Naziterrors in Wien zwei Menschen rettete, indem er sie in seiner Werkstatt versteckt hielt. Er hat sich somit in große Gefahr gebracht, wirkte unglaublich mutig und selbstlos. Regina, deren Vater mit Duschka befreundet war, und ihre zu Beginn zehnjährige Tochter Lucia hielten sich vier Jahre lang in seiner Werkstatt in der Mollardgasse 85 a in Wien auf, arbeiteten für und mit ihm und bestritten einen Alltag, der stets von Emotionen wie Angst, kleinen Hoffnungsschimmern und Verzweiflung geplagt wurde, in einer beengten, eintönigen Atmosphäre. Reinhold Duschka versteckte die beiden nicht nur, er sorgte darüberhinaus dafür, dass Lucia Schulmaterialien erhielt, damit sie von ihrer Mutter, Doktor der Chemie, unterrichtet werden konnte. Mit den Produkten, die die beiden Frauen in der Werkstatt herstellten, verdiente Duschka ein wenig Geld, welches er wiederum in Nahrung für Regina und Lucia investierte.

Erzählt wird diese Geschichte auf der Grundlage Lucias Erinnerungen, und ruft eine dramatische, schwierige Zeit ins Gedächtnis. Gleichzeitig wird dadurch wieder deutlich, dass Intoleranz und Ausgrenzung auch heutzutage ein präsentes Thema in unserer Gesellschaft ist. Das Buch besitzt keine Kapitel, trotzdem gestaltete dies das Lesen nicht ermüdend oder anstrengend, im Gegenteil. Ich habe die Geschichte in einem Rutsch gelesen, konnte mich ihr nicht entziehen. Zwar wiegt die Thematik schwer, die Erzählung besaß jedoch aufgrund des angenehmen Schreibstils eine gewisse Leichtigkeit.

Im Untertitel auf dem Buch steht Eine Heldengeschichte – und genau das ist sie. Eine dramatische, emotionale, ergreifende Geschichte über einen Helden, der sich für zwei Menschen in Todesgefahr begeben hat, um ihnen letztendlich das Leben zu retten. An der Wand seiner Werkstatt wurde im April 2013 eine Gedenktafel für ihn angebracht, die hier gezeigt wird. Im März 1990 erhielt er eine Auszeichnung.

Fazit
Am Seil ist eine ergreifende Geschichte über einen stillen Helden, der in der Naziterror-Zeit zwei Menschen in seiner Werkstatt versteckt hielt und dadurch rettete. Die Erzählung gewährt einen authentischen Einblick in eine Zeit, die nicht vergessen werden darf.

Danke an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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430 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 159 Rezensionen

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch war schon weit vor dem deutschen Release in aller Munde, eine Verfilmung ist geplant, der englischsprachige Raum flippt total aus. Und auch Deutschland zieht langsam mit, denn viele Leser sind mehr als begeistert von dem Buch. Und auch mich konnte es beeindrucken, auch wenn ich ein paar kleine Kritikpunkte habe.

Zunächst möchte ich die optische Gestaltung des Buches loben. Neben einer hilfreichen Karte im Innenteil des Hardcovereinbands verbirgt sich unter dem Buchumschlag, der ebenfalls sehr ansprechend gestaltet wurde, ein wunderschöner schwarzer Einband mit goldenen Elementen, was insgesamt sehr edel wirkt.

Es gab selten ein Buch, das mich so sehr gefesselt hat, wie dieses. Die Spannung war von der ersten Seite an da. Innerhalb von zwei Abenden habe ich die 624 Seiten verschlungen und mich beim Lesen mit Jill und Sarah ausgetauscht, was ich sehr bereichernd fand. Und dennoch fehlen mir weiterhin ein wenig die Worte aufgrund dieser Vielfalt, die das Buch bietet. Das Setting war mir neu, denn die Handlung spielt in Afrika. Tomi Adeyemi schreibt wahrlich malerisch schön, sodass ich komplett eingenommen und in die Welt gezogen wurde. Ich bin wirklich sehr froh, dass das Buch verfilmt wird – schon jetzt freue ich mich auf die Umsetzung, die mein Kopfkino sicherlich noch sprengen wird. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es noch viel mehr Bücher in diesem Bereich geben wird – mit diesem besonderen Setting, mit dieser vielseitigen Kultur. Das Worldbuilding fand ich großartig, die Orte magisch und bunt, die Charaktere facettenreich. Richtig cool fand ich die besonderen Tiere, die es dort gab, die tolle Kleidung, aber auch die optischen Details, die die Divine ausmachten. Die Integration von Magie und Fantasyelementen machte das Ganze rund und besaß eine ganz besondere Atmosphäre, eine immense Sogwirkung.

Ich lehre euch, Kriegerinnen im Garten zu sein, damit ihr nie Gärtnerinnen im Krieg werden müsst.
(S. 27, Children of Blood and Bone, Tomi Adeyemi)

Die Protagonisten bildeten Zélie, eine Divine, die Magie in sich trug als Tochter einer Seelenfängerin, Inan, dem Kronprinzen, dessen Familie die Magie erfolgreich bekämpft hat, Amari, seiner Schwester und Tzain, Zélies Bruder. Alle besaßen interessante Charakterzüge, die einen großen Wiedererkennungswert hatten, sodass ich in den meisten Fällen wusste, um wen es in einem Abschnitt geht, ohne den Namen in der Kapitelüberschrift zu lesen. Die Geschichte wurde aus drei verschiedenen Sichten erzählt, allen voran Zélie. Ich mochte sie sehr, besonders weil sie für ihr Volk kämpfte und eine Willenskraft und einen Mut besaß, was mich total beeindruckt hat. Doch meine persönliche Heldin der Geschichte ist Amari. Während sie zunächst wirkte, wie eine naive, unsichere Prinzessin, die sich nicht schmutzig machen will, konnte sie mich im Verlauf total überraschen. Auch, wenn sie gewisse Charakterzüge bereits in sich trug, durchlebte sie meiner Meinung nach eine immense Entwicklung, weil sie sich endlich Dinge zugetraut hat, die sie vorher verunsichert haben. Ich empfand sie als unfassbar tough, mutig und selbstlos. Sie ist die afrikanische Rebellenprinzessin. Auch Tzain mochte ich, auch wenn er für mich zwischendurch wenig Toleranz an den Tag legte, was ich erst anders eingeschätzt hatte. Inan hingegen nervte mich zeitweise. Auf mich wirkte er wie ein schwacher, trotziger Junge, der sich bezogen auf eine bestimmte Person an jeden Strohhalm klammerte und gleichzeitig wenig loyal gesinnt war. Sicherlich trug diese Person zu der Darstellung seines inneren Zwiespalts bei, dennoch war mir das ein wenig too much. Grundsätzlich fand ich die Frauen in der Geschichte viel stärker, mutiger und selbstsicherer, was ich gleichzeitig als richtig gelungen empfand.

Zu viel möchte ich natürlich nicht verraten, aber: in der Geschichte gibt es Lovestorys, auf die ich gut hätte verzichten können. Eine davon wirkte auf mich ziemlich unauthentisch und punktuell wenig angenehm. Eine weitere hingegen fand ich süß, weil sie sehr ruhig und vorsichtig verlief. Meiner Meinung nach hätte es auch nur eine davon im ersten Band getan, dadurch, dass es eine Reihe ist, wäre es sinnvoll gewesen, sich manches „aufzusparen“.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Integration von Rassismus, Andersartigkeit und Intoleranz. Anhand von zwei verschiedenen Völkern, Menschen und Divine, wurde gelungen dargestellt, wie ungerechtfertigt und grausam machthabende Personen handeln, und das unter dem Deckmantel vermeintlicher Gefahren, die von dem anderen Volk ausgehen – und das seit Generationen. Aufgebaut auf der Verunsicherung des eigenen Volkes, aufrecht erhalten durch fragwürdige, beängstigende Handlungen und Aussagen, um eigenes Verhalten zu rechtfertigen. Und an der Spitze ein König, der seine Position dafür ausnutzt.

Es gab mehrere Situationen, die mir den Atem geraubt haben. Zwischendurch war ich aufgrund der Dramatik und völlig unvorhersehbarer Wendungen selber so angespannt, dass ich am Tag, nachdem ich das Buch beendet hatte, Muskelkater vom Lesen hatte. Die Geschichte beinhaltet einige Gewaltszenen, die sicherlich nichts für Zartbesaitete sind. Der Schmerz, den manch einer spüren, das Leid und das Grauen, das manch einer erleben musste, hat mich emotional total mitgerissen. Ich kämpfte an der Seite der Protagonisten – und so fühlte ich mich nach dem Lesen auch. Der Austausch mit meinen Mitleserinnen intensivierte das Leseerlebnis und ich brauchte danach erstmal 1-2 Tage Abstand von literarischen Welten, weil ich in dieser einen noch so gefangen war. Weil ich sie gar nicht verlassen wollte. Vor allem nicht nach diesem offenen Ende, das alles heißen kann und die Spannung auf die Fortsetzung ins Unermessliche steigert. Diese Geschichte hat mich in ihren Klauen. Aber solange es die Klauen einer Löwenesse sind, ist alles gut.

Fazit

Children of Blood and Bone war ein einmaliges Leseerlebnis, das mich völlig mitgerissen hat und wohl erstmal nicht mehr loslassen wird. Ein absolutes Highlight, dass mich durch ein besonderes Setting, die Integration magischer Elemente und Aspekte wie Rassismus und Intoleranz begeistert hat.

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427 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

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Vertrauen und Verrat

Erin Beaty , Birgit Schmitz
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich durfte diesen Titel testlesen, was wahrlich eine sehr große Ehre für mich war. Meinen Austausch mit Tina haben einige von euch damals mitbekommen, ebenso unsere Begeisterung von Beginn an für diesen Titel. Lange habe ich gebraucht, die Rezension zu liefern, aber oft habe ich bereits über diese Geschichte gesprochen. Und ich bin weiterhin beeindruckt.

So eben habe ich mir meine Notizen zum Buch sowie den Chat zwischen Tina und mir nochmal durchgelesen und Leute, ich hätte wirklich Lust, das Buch nochmal zu lesen. Besonders begeistern konnte mich die Protagonistin Sage. Sie habe ich als unfassbar mutig, cool und authentisch empfunden. Sie traute sich einiges zu und ist definitiv keine Ja-Sagerin. Sie war super klug und starrköpfig, sie war badass, aber eher auf der kognitiven Ebene. Sie hatte mit Abstand die allerbesten Ideen und konnte zu ihren Schwächen stehen, beispielsweise dass sie einfach keine gute Kämpferin ist und nicht mit Waffen umgehen kann. Musste sie aber auch nicht, denn trotzdem fundierte sie als Geheimwaffe. Was das bedeutet müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Sehr gelungen integriert wurde ein Versteckspiel, was die männlichen Charaktere betroffen hat. Ich wurde völlig hinters Licht geführt und war total baff, als sich alle Fäden zusammen fügten. Etwas störend empfand ich dabei die vielen ähnlichen Namen, die mich zweitweise verwirrt haben (Cassek, Carter, Clare, Charlie …) sowie die kuriosen Spitznamen.

Den Schreibstil fand ich total angenehm. Ich wurde völlig in die Geschichte katapultiert. Gekonnt beschriebene Situationen führten dazu, dass ich immer mal wieder Herzrasen bekam und ständig angenommen hatte, dass sich etwas schlimmes anbahnen würde. Und manches Mal hat sich meine Sorge bestätigt – es gab ein paar ziemlich dramatische und gefährliche Situationen, nach denen ich mich erstmal selber wieder erden musste. Heftige Wendungen bezüglich der Charakterentwicklung inklusive gelungen integrierter Schockmomente raubten mir den Atem.

Die Thematik des Berufes der Kupplerin hat mir wahnsinnig gut gefallen, denn so etwas kannte ich aus bisherigen Büchern nicht. Auch das Setting mochte ich sehr gerne, besonders das fiktive Königreich Demora. Die Handlung war insgesamt ziemlich rasant, was durch das Versteckspiel gefördert wurde. Darüber hinaus gab es politische Konflikte, die die Spannung zusätzlich anhoben – Emotionen wie Angst, Trauer und Hoffnung wechselten sich ab. Auch für Fans von Liebesgeschichten ist natürlich etwas dabei, auch dahingehend empfand ich die Geschichte als authentisch und passend. Die Autorin schreibt sehr detailreich und schaffte es, nicht nur die  Hauptpersonen lebendig zu gestalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass mir beim zweiten Lesen noch viel mehr auffallen wird, was beim ersten Lesen durch das Tempo und die situative Dramatik verborgen geblieben ist. Auch die Optik möchte ich lobend erwähnen. Zwar hat mich das Cover nicht auf den ersten Blick angesprochen, aber dann fand ich es wirklich sehr passend und vor allem edel. Eine Karte gestaltet das Lesen noch authentischer – ich bin generell ein großer Fan von solchen Details.

Fazit:
Vertrauen und Verrat war für mich ein gelungenes Leseerlebnis, das mich besonders durch ein gekonnt integriertes Versteckspiel, eine authentische, mutige Protagonistin mit Ecken & Kanten und schockierende Wendungen nachhaltig beeindruckt hat.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der einsamste Wal der Welt

Martin Baltscheit
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.06.2018
ISBN 9783551510648
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Man kennt den Wal unter 52-Hertz-Wal, der einsam und allein im Pazifik lebt und seit Jahren wissenschaftlich begleitet wird. In diesem Bilderbuch berichtet Martin Baltscheit seine ergreifende Geschichte auf eine angenehme, kindliche Art und Weise. Das große Format des Hardcoverbuches und die dicken Seiten laden auch jüngere Leser zum Stöbern ein. Den Start bildet ein wundervolles, wahres Vorwort.

Und darum ist jede Geschichte, die wir über andere Tiere erzählen, immer auch nur eine Geschichte von uns selbst.
(Vorwort, Der einsamste Wal der Welt)

Auf 48 Seiten befinden sich wunderschöne Bilder, die das Leben im Meer darstellen und den Verlauf der Geschichte des einsamsten Wales abbilden. Manche Bilder wurden auf ganzen Doppelseiten dargestellt und beinhalten meist wenig Text, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut, im Gegenteil. Es lässt dem Leser viel Interpretationsspielraum. Ich lernte den Wal kennen, seine Familie und andere Bewohner des Pazifik. Ebenfalls wurde erläutert, wie der Forscher auf den Wal getroffen ist und was der Wal dann eventuell darüber gedacht haben könnte.

Leider endet die Geschichte relativ offen, was ich mir anders gewünscht hätte. Ich hatte angenommen, dass in diesem Bilderbuch die einzigartige und recht zufällige Freundschaft zwischen Wal und Forscher dargestellt wird und dadurch aufzeigt, dass auch für einsame Lebewesen Hoffnung besteht. Aus kindlicher Sicht tut das Bilderbuch dennoch seinen „Job“, denn am Ende gibt es eine wertvolle Botschaft: Jeder findet jemanden, der zu einem passt, egal wie anders man doch ist. Und genau das fand ich wirklich gelungen an dem Buch. Zuletzt entdeckte ich noch das wunderschöne Unterwasser-Panorama zum Ausklappen auf 100cm, was durch die schönen, bunten Farben zum Staunen und Entdecken einlädt.

Fazit
Insgesamt stellt dieses Bilderbuch über einen einsamen Wal ein schönes Leseerlebnis für Zwischendurch dar, welches sicherlich besonders jüngere Leser thematisch wie visuell anspricht, aber auch Erwachsene mit den wundervollen Illustrationen verzaubern kann.

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241 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

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Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 30.08.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

Rezension:

Neben der hübschen optischen Gestaltung mit den vielen Büchern auf dem Umschlag, dem weißen Einband und dem roten Lesebändchen sprachen mich besonders die kurzen Kapitel an, denn meiner Meinung nach regt das immer zum raschen Weiterlesenwollen an – nur noch das eine kleine Kapitel – und plötzlich hat man das Buch beendet. Auch die Thematik reizte mich, schließlich handelt es sich um ein Buch über Bücher.

Schön zu lesen war die Begeisterung von Juliette für die Welt der Bücher. Schnell wurde deutlich, dass ihr ihr eigentlicher Beruf nicht ausreichte, und als sie auf den kauzigen Soliman und seine neugierige Tochter Zaide traf, entdeckte sie eine neue Leidenschaft: das Übermitteln von Büchern an bestimmte Menschen. Besonders spannend fand ich die Entwicklung, die Juliettes Geschichte daraufhin nahm, obwohl sie sich zunächst zu sträuben schien. Interessant waren die Darstellungen ihrer Beobachtungen in der Metro.

Insgesamt empfand ich die Geschichte zwar als recht spannend, aber gleichzeitig als sehr ruhig und leider nicht ganz rund. Es passierte nicht viel, vieles wurde angeschnitten, Botschaften angedeutet – einige davon wurden gelungen integriert und projiziert, andere meiner Meinung nach leider nicht ganz zu Ende geführt. Nichtsdestotrotz gab es einige emotionale Momente, die mich beschäftigt haben. Ein trauriger Abschied, hoffnungsvolle Möglichkeiten, liebevolle, kluge Gespräche über Freundschaft, Bücher, Mut, Berufe, Berufungen, die Liebe, das Leben.

Ich erhielt einen interessanten Einblick in das Leben einer buchverliebten, jungen Frau, die auf neue Herausforderungen stößt. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, es war schön, darüber zu lesen, aber langfristig konnte ich nicht viel für mich mitnehmen. Etwas störend fand ich die Gedankensprünge der Protagonistin, denen ich nicht immer folgen konnte. Dennoch kein Fehlgriff, eher eine nette Zwischendurchlektüre.

Das Mädchen, das in der Metro las ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher – eine schöne Geschichte für Zwischendurch, von der ich persönlich jedoch nicht so viel mitnehmen kann, die mich aber dennoch gut unterhalten hat.

Vielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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God's Kitchen

Margit Ruile
Flexibler Einband
Erschienen bei Loewe, 12.03.2018
ISBN 9783785584477
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In God’s Kitchen geht es um Celine, die Zukunftsvisionen hat, die sie selber nicht ganz einordnen kann. Sie beginnt ein Praktikum, bei dem sie auf Chi trifft, ein Roboter, der aussieht wie ein Kind. Celine weiß, dass es sich um eine Maschine handelt, doch aufgrund der unglaublich menschlichen Erscheinung und Chis Mimik und Gestik, die sie von einzelnen Menschen kopiert hat, baut sie eine Beziehung zu ihr auf, die ihr bald zum Verhängnis werden soll. Im Institut trifft Celine auf weitere interessante Charaktere, allen voran Pandora, die sie letztendlich zu dem Job überredet und eine interessante Rolle in ihrer Vergangenheit, aber auch in der Zukunft spielt.

Den Verlauf der Geschichte empfand ich als unvorhersehbar und sehr spannend. Die Integration eines Roboters in Kindergestalt, der Menschen therapieren soll, fand ich unfassbar cool. Chi fand ich von Beginn an ziemlich creepy und zugleich faszinierend, was natürlich wiederum einen immensen Reiz besaß, sodass ich den Reader nicht aus der Hand legen wollte. In den letzten Kapiteln kam ans Tageslicht, was sie für eine besondere Aufgabe besitzt, was es nicht weniger gruselig machte. Celine wurde daraufhin mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert und erkennt erst dort, was sie innerlich schon immer beschäftigt hat, ohne dass sie es sich bisher eingestehen wollte.

Es gab viele actionreiche Szenen, die sich zum Ende zuspitzten und dann doch wieder ruhiger wurden und einen angenehmen Abschluss fanden. Besonders interessant fand ich die dargestellten Zukunftsvisionen die Menschen betreffend, die mich durch die Verwendung eines Speichermediums für das Bewusstsein, das in Maschinen etc. hochgeladen werden kann, an die Serie Altered Carbon erinnerte.

Die Handlung spielte sich hauptsächlich im Institut ab, es gibt wenige Ortswechsel. Umso mehr habe ich mich dann über den besonderen Garten und Kairos gefreut. Gerne hätte ich noch mehr über die dortige Welt an sich erfahren, denn alleine das Cover macht neugierig darauf, mehr über das ganze Setting zu lesen.

God’s Kitchen hat mich mit seiner besonderen Thematik aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und der Skurrilität eines Kind-Roboters gut unterhalten.

Danke an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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New Arc

Nicole Obermeier
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 14.05.2018
ISBN 9783946955115
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wenn ich an Morgen denke, wird mir schlecht – so der erste Satz der Geschichte von Caitlyn. Ihre Prüfung steht an, auf die sie seit zwei Jahren hinarbeitet, denn sie träumt davon, eine Chronistin in New Arc zu sein. Mit vielen anderen Bewohnern lebt sie in einem eingesperrten Bereich, der von einem Ödland umgeben ist. Dort lauern Gefahren, Kreaturen, die nicht einschätzbar und somit sehr gefährlich sind. Bei der Prüfung trifft sie auf Lennart, dem Enkel des obersten Chronisten.

Bald stellt sich heraus, dass Lennart dem Rat in New Arc nicht sehr freundlich gesinnt ist. Grundsätzlich wird deutlich, dass die strikten Vorgaben des Rates und die immense Einschränkung des Volkes nicht nur berechtigt und gutwillig sind, doch was wird den Bewohnern verschwiegen? Caitlyn macht sich auf die Suche nach Antworten und wird dabei von interessanten Charakteren begleitet. Nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht, wodurch die Geschichte ihren dramatischen, spannenden Lauf nimmt. Besonders interessant fand ich die Beziehungsmuster, die allesamt einen großen Einfluss auf den Verlauf nahmen. Mit jedem Kapitel wurden mehr Verstrickungen deutlich und überhaupt erst das ganze Ausmaß der Vergangenheit von New Arc.

Überrascht hat mich vor allem Madeleine und ihr Einfluss auf die Entwicklung. Hayes und seine Anhänger lehrten nicht nur Caitlyn das Fürchten, alleine ihre Erwähnung sorgte oftmals dafür, dass mir die Nackenhaare zu Berge standen. Stark fand ich Marya Simmons und ihren unermüdlichen Einsatz für die untere Schicht der Bewohner, welche auch erst dadurch „gehört“ wurde, denn durch die Vorgaben des Rates wurde auf der Seite der angeseheneren Bewohner eine heile Welt vorgegaukelt, ohne Sorgen, ohne großes Leid, aber ebenfalls ohne Freiheit.

Gelungen fand ich persönlich vor allem die Darstellung des Ödlans, über das ich gerne noch viel mehr erfahren hätte, denn gerade von der Darstellung derartiger postapokalyptischer, düsterer Settings bin ich ein großer Fan, wie ich hier bereits erklärt habe. Zu viel möchte ich nicht verraten, aber es war interessant, wie Gegenstände und Ressourcen, die für uns völlig gewöhnlich sind, in die Welt von New Arc integriert wurden, die es dort eigentlich nicht mehr gibt, beispielsweise Spritzen, Strom und Autos.

Die Unterschiede zwischen der Ost- und Westseite sowie die Grenze zum Ödland, aber auch das machthungrige Verhalten einzelner Charaktere sorgten bei mir für ein beklemmendes Gefühl. Die Entwicklung, die auf der Basis einer toleranten, friedvollen und neugierigen Einstellung einzelner erfolgte, fand ich umso wertvoller, ebenso die Botschaft und das Ende der Geschichte.

Die optische Aufmachung des Buches, das ich aktuell leider nur in der eBook-Ausgabe besitze, gefällt mir richtig gut. Zu Beginn gibt es eine Karte, was ich immer sehr hilfreich finde, darüberhinaus gestaltet es das Leseerlebnis noch authentischer. Die Kapitel schmücken neben passenden Überschriften, die neugierig machen, kleine Illustrationen. Und auch das Cover finde ich durch den Mix mit dem schemenhaften Bild von New Arc, der besonderen Schriftart und der Frau, die bis auf die hübsche Frisur und eine Gesichtshälfte, nicht komplett abgebildet wird, sehr passend. Einerseits schließt es auf den Wohlstand, den einige Bewohner genießen, andererseits verdeutlicht es auch die geheimnisvollen Umstände. Die besondere, leuchtend wirkende Schriftart untermalt das dystopische, zukunftsartige Bild.

Auch eine Liebesgeschichte spielt eine Rolle, was den einen oder anderen sicherlich freuen wird. Zwar nimmt sie einen großen Teil der Geschichte ein, steht aber nicht unbedingt im Mittelpunkt, denn es geht primär darum, seinen eigenen Weg gehen zu dürfen, frei sein zu können und Gerechtigkeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu erfahren. Es geht um Toleranz, um ein friedvolles Miteinander und um Freundschaft. Interessant fand ich dahingehend besonders den Zwiespalt, in dem sich Caitlyn befand, Lennarts Unnahbarkeit, Madeleines Verzweiflung, Vitos innere Zerrissenheit. Aber keine Sorge, es gibt keine nervige Dreiecksbeziehung bezogen auf die Protagonistin. Es wird noch viel abgedrehter. Welche Rolle Vito und Lennart dabei spielen, solltet ihr aber selbst herausfinden. Nur so viel: ich fand es unfassbar spannend, ergreifend, emotional. Ich habe mit Vito gelitten, mit Caitlyn gehofft und mit Lennart gezweifelt.

FAZIT
Mit New Arc bringt der Zeilengold Verlag eine weitere Dystopie auf den Markt, die mich gut unterhalten und auch noch danach beschäftigt hat. Interessante Charaktere und verstrickte Beziehungen, die weit in die Vergangenheit reichen und eine Gesellschaftsform, die viele Geheimnisse birgt, rundeten das Leseerlebnis ab.

Vielen Dank an Zeilengold Verlag für das Rezensionsexemplar.

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Nation Alpha

Christin Thomas
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 09.04.2018
ISBN 9783946955092
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich bin ein Mensch – so lautet die erste Kapitelüberschrift, die mich mit den ersten Sätzen direkt in den Bann gezogen hat. Die Geschichte wurde aus der Perspektive einer Omega erzählt. Eine Omega, die als Sklavin verkauft wurde, keine Rechte und kein Leben besaß, einen Namen schon gar nicht.

Durch den angenehmen Schreibstil schaffte es die Autorin mich von der ersten Seite an mitzureißen. Ich merkte schnell, dass ich mich unbewusst direkt auf die Seite von der Protagonistin schlug, mich gedanklich an ihre Seite stelle, ihr meine Hand auf die Schulter legte, um ihr mein Mitgefühl zu bekunden. Nicht, dass sie bemitleidenswert war. Sie war unglaublich mutig, im Anbetracht der Tatsache, dass ihr das Sprechen und auch ein kleiner Blick nach oben verboten wurde, stets sollte sie den Kopf geneigt tragen und zum Boden schauen. Die Alphas hingegen genossen alle Privilegien der grotesken Gesellschaftsform, die punktuell an 1933 erinnerte. Alle Grausamkeiten, die den Omegas zugefügt wurden, wurden mit ihrer minderen Rasse begründet. Es war also völlig normal, sie zu versklaven, ihnen körperliches wie seelisches Leid zuzufügen, sie wie Ware zu handeln, sie zu ignorieren, ihnen menschenunwürdige Aufgaben zuzuteilen.

Alleine die Tatsache, dass ich mir zahlreiche Stellen markiert habe und beim erneuten Lesen wieder völlig in die Thematik gerissen werde zeigt, wie emotional, wie authentisch, wie aufregend diese Geschichte ist. Ich möchte gar nicht zu viel über die Protagonistin, die keinen Namen trug, verraten, ebenfalls nicht zu viel über den Inhalt. Die Entwicklung hielt einige Überraschungen bereit, positiv, wie negativ. Es gab schockierende Situationen, die ein beklemmendes Gefühl in mir auslösten. Es gab positive Momente, die einen kleinen Hoffnungsschimmer boten. Und es gab ein paar Besonderheiten auf der Beziehungsebene, die mich zu Tränen gerührt haben. Denn nicht nur die Omegas waren die Sklaven dieser Gesellschaft. Hier wurde die Intransparenz, die korrupten Machenschaften und die skurrilen Vorgaben immer wieder deutlich, sodass nicht nur unsere Protagonistin rebellierte. Oder zumindest den Versuch unternahm, waren ihr die meiste Zeit die Hände gebunden – im übertragenen Sinne. Alle Charaktere wurden hervorragend gezeichnet, Gut und Böse war nicht immer erkennbar und jeder trug seine Geheimnisse mit sich, manchmal bis ins Grab.

Zahlreiche Emotionen wurden in mir hervorgerufen, allen voran Wut. Eine tiefe Wut, gepaart mit Fassungslosigkeit, die die Hilflosigkeit, das Leid und all den Schmerz der Protagonistin und anderer Betroffenen widerspiegelte. Die Schicksalsschläge und die Grausamkeiten, aber auch die kleinen hoffnungsvollen Momente rührten mich zu Tränen. Ich kämpfte innerlich mit der Omega mit, ich hoffte mit ihr, sorgte mich mit ihr, fürchtete mich mit ihr. Die Hilflosigkeit war spürbar und ich wäre am liebsten in die Geschichte gekrochen, um an ihrer Seite zu stehen. Selten habe ich so eine mutige Heldin erlebt, deren Glauben an Veränderung und eine angenehmere Zukunft unerschütterlich war und die gleichzeitig alles andere als beneidenswert war – im Vergleich mit anderen Heldenfiguren aus dystopischen Büchern und Filmen.

Ein paar Charaktere und ihre Gedanken & Äußerungen zeigten, dass sie in ihrer eigentlich privilegierten Situation durch äußere Einflüsse und innere Angst vor eventuellen Konsequenzen immer wieder in Gewissenskonflikte geraten sind – zeige ich mich loyal meinem Volk gegenüber? Oder folge ich meinem Herzen? Denn tief im Inneren wussten sie, was richtig ist. Sie wussten aber auch, was auf ihre daraus resultierenden Handlungen folgen wird. Ein surrendes Gefühl der Angst, der Gewissheit, dass etwas passieren wird, begleitete die Charaktere in den Situationen. Je weiter die Handlung voran schritt, desto lauter wurde es. Je weiter die Rebellion durchsickerte, desto spannungsgeladener wurde es.

Das Ende konnte mich überzeugen und für ein gutes Gefühl sorgen, auch, wenn es wahrlich nicht nur positiv war. Und das starke Nachwort der Autorin hat mich sehr berührt. Ich weiß, dass es chronische Nachwortvermeiderer gibt, doch das solltet ihr hier auf jeden Fall ablegen und es euch durchlesen. Eigentlich möchte man danach in die Welt hinausschreien, wie schei*se Rassismus ist, wie wichtig Gleichberechtigung und Toleranz. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man direkt noch auf dieses Buch aufmerksam machen.

FAZIT
Mit Nation Alpha zeigt Christin Thomas auf, zu welchen (fiktiven) Grausamkeiten Menschen mit einer rechtsradikalen Ideologie in der Lage sein können und öffnet dem Leser auf eine schonungslos ehrliche und emotionale Weise die Augen. Ich kann die Geschichte dieser mutigen Heldin wirklich jedem empfehlen.

Vielen Dank an Zeilengold Verlag für das Rezensionsexemplar.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Walkinder 1

Abi Umeda , Luise Steggewentz
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551711410
Genre: Comics

Rezension:

Chakuro lebt auf einer Schiffsinsel, die in einem Sandmeer treibt, gemeinsam mit ca. 500 anderen Menschen. Er ist der Chronist, der alle Ereignisse aufzeichnet, was er mit voller Leidenschaft und sehr akribisch macht – sein Großvater bezeichnet ihn als schreibsüchtig. Viele der Bewohner besitzen besondere Fähigkeiten, die sich aus ihren Gefühlen nähren. Dafür müssen sie jedoch recht früh sterben. Dieses kurze Leben verbringen sie in Isolation auf ihrer sonderbaren Insel und sind somit noch nie anderen Menschen begegnet. Doch eines Tages trifft Chakuro auf ein Mädchen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Die fantasievolle Geschichte über Chakuro und seine Freunde fand ich ziemlich spannend, auch wenn ich durch die vielen ungewöhnlichen Namen zwischendurch durcheinander gekommen bin. Dass die Bilder wie gewöhnlich nur Schwarz/Weiß waren war dann nicht gerade hilfreich – aber ich bin in diesem Literaturbereich auch noch sehr unerfahren und leicht überfordert. Dafür rundeten die zarten Zeichnungen das Leseerlebnis ab. Die Charaktere waren mir sympathisch, zumindest diejenigen, die mir aufgefallen sind. Chakuro war sehr mutig und selbstlos. Seine Liebe zum Schreiben fand ich toll integriert. Es war generell sehr spannend, seine Aufzeichnungen zu lesen, zumal sie sehr viel über die Insel und das Volk näher brachten. Die Gesellschaftsform war interessant – der Ältestenrat bestand, wie der Name schon sagt, aus den ältesten Bewohnern, ohne dass sie spezielle Qualifikation vorweisen müssen – und wirkte geheimnisvoll und intransparent für die Bewohner. Ziemlich cool fand ich außerdem die Erklärungen der Autorin über ihre Motivation zu diesem Werk sowie die kleine Karte vom Schlammwal.

Der Verlauf der Geschichte war überraschend rasant, zumal die Story zu Beginn recht ruhig wirkte. Mit dem Auftritt des mysteriösen Mädchens an einem noch mysteriöseren Ort kam Tempo in die Sache und daraufhin eine Bedrohung für die Insel und ihre Bewohner. Der erste Band endete mitten in einem Kampf, sodass ich neugierig auf die Folgebände bin, zumal noch einige Fragen offen blieben. Nebenbei bemerkt gefallen mir die Covergestaltungen super gut, zumal sie zusammen ein harmonisches Bild ergeben.

FAZIT
Die Walkinder 1 ist für mich ein kurzweiliges, spannendes Leseerlebnis, und macht mit dem offenen Ende neugierig auf die Fortsetzung. Somit kann ich den Manga allen empfehlen, die Lust auf eine fantasievolle, besondere Geschichte über Freundschaft, den Umgang mit Emotionen und eine geheimnisvolle Gesellschaftsform haben – auch Einsteigern im Manga-Bereich.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Endzeit

Olivia Vieweg
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551761699
Genre: Comics

Rezension:

Richtig cool fand ich, dass die Graphic Novel, als die dieses Comic auf der Hinterseite des Einbands gekennzeichnet ist, in Weimar spielt. Auch, wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, sorgt dies eher für ein verbundenes Gefühl, als Geschichten, deren Handlungsort in Amerika, Asien etc. ist.

Den Zeichenstil würde ich als detailverliebt, bunt und „krakelig“ beschreiben, vor allem Szenen, in denen es actiongeladen herging, besaßen viele Bewegungsstriche, Ausrufe und übermalende Farben. Mir gefiel das richtig gut, auch die Mimik der Charaktere kam gut rüber und die Details sorgten zum längeren Schmökern auf einzelnen Seiten ein. Gleichzeitig ging es besonders im zweiten Teil des Comics richtig zur Sache, sodass ich gar nicht merkte, wie flott ich durch die Seiten flog. Manche Szenen empfand ich als ziemlich gruselig, einige Momente wiederum als humorvoll, skurril – eine wahrlich gelungene, angenehme Mischung. Mir persönlich gefielen die künstlerischen, wundervollen Bilder, die ganze Seiten füllten und wahnsinnig intensiv wirkten, mit am besten.

Anhand der Farben konnte ich gut erkennen, ob es Nacht oder Tag ist und ob die Charaktere draußen oder drinnen sind. Auch Rückblicke waren farblich gut zu unterscheiden. Besonders gut gefielen mir die Darstellungen der Zombies. Die Sprechblasen waren recht groß, was ich sehr positiv fand. Auch die schönen und detailreichen Zeichnungen der Umgebung luden zum näheren Betrachten und Staunen ein.

Thematisch handelte es sich um die Geschichte von Vivi, die durch einen gefährlichen Zufall auf Eva trifft – zwei Mädels die super verschieden waren, aber im Verlauf füreinander einstehen mussten, obwohl sie sich kaum kannten. Die Postapokalypsen-Atmosphäre zog sich durch den gesamten Verlauf und löste ein ganz besonderes Gefühl in mir aus, ebenfalls die Frage nach dem Was wäre wenn? Es war super spannend, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten – ohne die Rettung von irgendwelchen starken Kerlen, auf eigene Faust, todesmutig über den Schatten springend. Ich hätte nicht gedacht, dass es sich um eine derartig tiefgründige, emotionale Story handeln würde. Aspekte wie Schuld, Vergebung, Neuanfang, Mut, Freundschaft und Loyalität standen im Mittelpunkt.

Besonders Vivi hat ein großes Päckchen mit sich zu tragen, denn sie war dabei, als Zombies ihre Stadt überrannten, was immense Auswirkungen hatte. Seit dem leben die Menschen, die überlebt haben, in großer Angst. Am Handlungsort Weimar gibt es einen Zaun, der die Zombies fernhält, die einzige Verbindung nach draußen ist ein automatisierter Zug, der jedoch für Menschen verboten ist. Eva fand ich super cool, sie zeigte sich sehr mutig, aber auch loyal, obwohl sie mit Menschen bisher eher negative Erfahrungen gemacht hatte und oftmals aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgenutzt wurde. Interessant fand ich die reflektierenden Gespräche, die die beiden Mädels führten, aber primär Eva in ihren Monologen, die sich oftmals um die Zustände auf der Welt und die Konsequenzen menschlichen Handelns drehten. Dies sorgte automatisch dafür, dass ich über die unsere Welt nachdachte und unser Verhalten diesbezüglich hinterfragte.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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128 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

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Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:

Schon das erste Kapitel gewährte einen Einblick in die folgende Thematik und in einen Schreibstil, den ich so bisher nicht erlebt hatte. Er besaß eine bildhafte Distanziertheit, geschmückt mit zahlreichen neuen Wortkombinationen und Gelegenheitsbildungen. Super gelungen fand ich die Kapitelnamen, die immer eine bestimmte Farbe beinhalteten, die wiederum in dem folgenden Abschnitt benannt wurden. Wenn ich also beim Lesen auf eine Farbe gestoßen bin, blätterte ich zurück zur jeweiligen Kapitelüberschrift, um nachzusehen, ob es sich um ebendiese Farbe handelte. Trotz, oder aufgrund der besagten Distanziertheit wirkten einzelne Situationen skurril und grotesk, aber dennoch greifbar. Es gab ein paar Ereignisse, die mich zwiespältig haben denken lassen – zunächst reagierte ich mit Abneigung, dann mit Interesse und letztlich mit Faszination.

Karl schluckte, er würde jetzt nicht anfangen zu weinen, nicht neben diesem Jahrgangsarschloch.
(Leinsee, Anne Reinecke, S. 36)

Die Geschichte wurde unaufgeregt und mit einer erstaunlichen Ruhe erzählt, es war für mich aber dennoch ein spannendes Leseerlebnis, das mich nachhaltig beeindruckt hat ob der besonderen Thematik und Entwicklung der Charaktere. Die Dynamik fand eher auf der emotionalen Ebene statt, die trotz der kühlen Distanz greifbar war. Auch gab es ein paar überraschende Wendungen, bei denen ich erstmal sprachlos war. Durfte ich das nun gut finden, obwohl es völlig skurril war? Durfte ich fasziniert, gar überwältigt sein? Durfte ich Mitgefühl haben? Die Geschichte von Karl, seiner Mutter, Mara und Tanja sorgte für Gewissenskonflikte.

Karl mochte ich von Beginn an. Er war ein wenig egoistisch, mürrisch und schonungslos ehrlich. Die Beziehung zu seinen Eltern verstörte mich auf vielen Ebenen und durch den angenehmen, besonderen Schreibstil wurde das Ausmaß in aller Wucht deutlich, insbesondere im Verlauf der Geschichte, in der ich seine Mutter etwas besser kennenlernen konnte, was jedoch wieder für absolutes Unverständnis ihr und ihrem Mann gegenüber meinerseits sorgte. Mein Highlight war Tanja. Sie wirkte wie eine Pippi Langstrumpf der Gegenwartsliteratur und brachte durch ihre kindliche, ehrliche, unbeschwerte Sicht auf die Welt Licht in Karls Leben. Daraus entstand eine sehr interessante Freundschaft, deren Bedeutung ich auch im Nachhinein sehr wichtig für Karls Weg fand. Dabei wurde besonders seine eigene Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung deutlich, und letztendlich sorgte unter anderem Tanja dafür, dass Karl zurück zu sich selbst finden konnte.

Das Setting des Leinsees fand ich super schön, die Beschreibungen der Umgebung, der Geräusche, des Wetters und der Farben zogen mich ins Geschehen. Am besten gefiel mir die verrückte, aber liebenswerte Teegesellschaft mit kleinen Alice im Wunderland-Anspielungen. Besonders in dieser Situation wuchs meine Abneigung gegen zwei Charaktere, die somit bezogen auf die beim Leser entstehende Antipathie wirklich gelungen gezeichnet wurden – schon bei der Erwähnung ihrer Namen reagierte ich genervt.

Die letzten Kapitel empfand ich als traurig, aber zugleich hoffnungsvoll, auch wenn das widersprüchlich klingen mag. Das Ende ließ dann Raum für eigene Interpretationen, ich klappte das Buch lächelnd und mit einem guten Gefühl zu.

FAZIT
Auch, wenn die Handlung von unaufgeregter Ruhe war, konnte mich Leinsee absolut mitreißen, was primär an der Familiendynamik, den besonderen Beziehungsmustern und dem distanzierten und zugleich eindringlichen Schreibstil lag. Ein sehr gelungenes Debüt, das mich langfristig beeindruckt hat.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

comic, graphic novel, ökomärchen, reisende, science fiction, splitter-verlag

Grün. Band 1

Frauke Berger , Frauke Berger
Fester Einband
Erschienen bei Splitter-Verlag, 22.02.2018
ISBN 9783962190316
Genre: Comics

Rezension:

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich den Splitter Verlagsstand besucht und Max getroffen, der für die Blogger-Relations zuständig ist und mir prompt Frauke Bergers Comicdebüt Grün in die Hand gedrückt hat. Dass die Autorin zu dem Zeitpunkt auch noch zum Signieren vor Ort war, war natürlich das Sahnehäubchen.

Schon das Cover und die ersten Seiten, durch die ich direkt blättern mussten, sowie der Inhalt haben mich neugierig gestimmt. Es klang wie eine spannende Mischung aus Postapokalypse und Sci-Fi und ich wurde nicht enttäuscht.

„Grün“ ist vieles, aber nicht in eine Schublade einsortierbar – steht auf der Rückseite des großformatigen Hardcoverbuches. Und genau das kann ich nur bestätigen. Ich habe das Comic vor wenigen Tagen gelesen und denke zwischendurch immer mal an die Handlung und einzelne Aspekte zurück, die auf 56 Seiten geschildert wurden. Im Prinzip geht es um die Nomadin Lis, die durch die Gegend reist, um der mysteriösen Seuche zu entkommen. Auf ihrer Reise trifft sie jedoch auf ungewöhnliche Zustände und erkennt, dass sie von der Vergangenheit eingeholt wird und Lösungen finden muss.

Die Zeichnungen sind hauptsächlich in Grün- und Gelbtönen gehalten, werden zwischendurch durch lilane Farben aufgelockert, wodurch man eine klare Trennung der Tages-/Nachtzeit erkennt, was wiederum für eine andere Atmosphäre beim Lesen sorgt. Die Bilder sind an sich super detailreich, sodass ich situativ sehr lange auf einzelnen Seiten verharrte, um auch nichts zu verpassen. Auch gibt es Zeichnungen, die sich über ganze Seiten streckten, was ich richtig cool fand. Auf jeder einzelnen Seite im Comic gab es unfassbar viel zu entdecken und ich werde es definitiv noch ein weiteres Mal lesen. Das Comic ist in zwei Kapitel aufgeteilt, wovon mir das zweite aufgrund der Bedeutung der Tiefgärten am besten gefallen hat. Die Atmosphäre wurde plötzlich sehr düster und hat mich total mitgerissen.

Trotz der geringen Seitenanzahl gab der Inhalt einiges her – Themen wie Umwelt, Freundschaft und Mut wurden gekonnt dargestellt und gaben Impulse zum Nachdenken und somit zur aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte. Grundsätzlich empfand ich die Thematik als ziemlich speziell, als wichtig und als substanziell, sodass noch viel mehr gefüllt werden könnte, als zwei Comics mit jeweils knapp 60 Seiten, was keinesfalls böse gemeint ist, im Gegenteil. Sehr gerne würde ich somit noch viel mehr über die Arche, über die Seuche und den Planeten erfahren, ebenso über Lis‘ Herkunft und ihre Motivation und hoffe somit sehr, dass das im zweiten Band näher beschrieben wird. Leider blieben die Charaktere für mich bisher noch relativ blass.

Über den Inhalt möchte ich nicht zu viel verraten, ich kann euch nur empfehlen, euch das Comic mal näher anzuschauen, wenn man ein Freund von postapokalyptischen Settings, ökologischen Aspekten und Sci-Fi Anteilen ist. Es gibt viel her und ist wahrlich nicht schubladisierbar.

Grün konnte mich durch die wunderschönen Zeichnungen und Farben sowie die interessante, neue Thematik beeindrucken und hat gleichzeitig viel Spielraum für eigene Interpretationen gelassen. Sehr gerne würde ich in der Fortsetzung mehr über einzelne Aspekte, wie beispielsweise die Seuche und die Strukturen auf dem Planeten, erfahren.

Vielen Dank an den Splitter Verlag für das Rezensionsexemplar.

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35 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

achtung, antoine de saint-exupéry, asteroiden, dankbarkeit, der kleine prinz, erde, erfahrungen, erlebnisse, erwachsen, erziehung, fortsetzung, fragen, freund, freundschaft, große leute

Der kleine Prinz wird erwachsen

Andreas Wassner
Fester Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Bucher Verlag GmbH, 19.10.2017
ISBN 9783990184318
Genre: Romane

Rezension:

Vor einiger Zeit schrieb mich Andreas Wassner bezüglich einer Kooperationsanfrage an. Weil ich Der kleine Prinz sowieso nochmal lesen wollte kam mir diese Möglichkeit also sehr gelegen, denn so konnte ich beide Bücher hintereinander lesen. Bei Der kleine Prinz wird erwachsen handelt es sich um eine Kritik an der Gesellschaft in der Form eines Gespräches zwischen dem Erzähler und einer uns seit 75 Jahren bekannten literarischen Figur – dem nun 16-jährigen kleinen Prinzen, die sich auf einem Asteroiden wieder treffen.

Andreas Wassner knüpft somit an Der kleine Prinz an und behandelt in seinem Werk verschiedene gesellschaftliche Aspekte wie Politik, Bildungssystem, Reisen, Freundschaft, Familie, Erziehung und Umgangsformen auf der Basis von Liebe, Hoffnung und Glauben und thematisiert dadurch auf eine gelungene und intelligente Art und Weise den Verlust von gegenseitigem Verständnis, Zusammenhalt und Wertschätzung. In diesem Artikel berichtet der Autor über die Hintergründe und seine Motivation Der kleine Prinz wird erwachsen zu schreiben.

In den Texten plädiert er anhand des Gespräches für ein angenehmeres Zusammenleben der Generationen durch Aufmerksamkeit und Hoffnung, die in den schnelllebigen Situationen des Alltags leider häufig verloren zu gehen scheinen. Besonders interessant fand ich, wie die beiden Gesprächsteilnehmer sich den Ball gegenseitig zuwarfen, ihre spezifischen Fragen anhand ihrer eigenen gesammelten Erfahrungen beantworteten und obendrein gemeinsam Lösungsansätze entwickelten.

Sehr gelungen fand ich die optische Gestaltung des Hardcoverbuches. Neben einer schönen Covergestaltung besitzt es viele farbige Illustrationen von Andreas Marosch, die passend zu der Thematik wirken und das Lesevergnügen zusätzlich steigerten. Auch Wassner bedient sich Themen moralischen Denkens und einer poetischen, philosophischen Ausdrucksweise, nutzt darüber hinaus passenderweise zusätzlich moderne Ausdrücke und Themen, die aktuell sind. Die situativen Gedankensprünge fand ich punktuell etwas störend, aber nicht weiter tragisch.

Interessant war für mich besonders der Epilog, in dem Wassner den kleinen Prinzen mit dem Vorhandensein eines imaginären Freundes von Kindern vergleicht, den man im Laufe des Lebens durch Enttäuschungen und negative Erfahrungen immer mehr aus den Augen verliert. Die Botschaft, dass man an seinem eigenen kleinen Prinzen festhalten, oder ihn wiederfinden soll, fand ich treffend und wichtig. Am Ende gab es noch einen kleinen, sehr spannenden und ehrlichen Einblick in das Leben des Autors, wofür ich sehr dankbar bin. Meiner Ansicht nach nimmt man Texte nochmal anders und intensiver wahr, wenn man ein paar Hintergründe kennt.

Der kleine Prinz wird erwachsen ist meiner Meinung nach ein Plädoyer für Wertschätzung, Menschlichkeit und Hoffnung an Erzieher, Lehrer, Politiker, Eltern und alle anderen „großen Menschen“, die den kleinen Menschen den Weg ebnen und sie begleiten. Es handelt sich nicht um eine typische Fortsetzung, sondern eher um eine schöne Ergänzung, die zum Nachdenken anregt.

Vielen Dank an Andreas Wassner und den Bucher Verlag für das Rezensionsexemplar.

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A House Divided 2: Ein Licht im Dunkeln

Haiko Hörnig , Marius Pawlitza
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551713131
Genre: Comics

Rezension:

Nachdem mir der erste Band der Comicreihe über das taffe Mädchen Henrietta überzeugen konnte, war ich natürlich gespannt auf den Folgeband. Im ersten Band ging es um Henrietta, die ein mysteriöses Haus erbt, in dem ordentlich was los war, gefüllt mit Magie, Quiche, Banditen und Soldaten. Zunächst stand sie dem Ganzen eher skeptisch gegenüber, ließ sich dann aber auf das Abenteuer ein und erkannte recht schnell, dass der Turm von Gefahren und Geheimnissen wimmelt.

Der zweite Band schließt nahtlos an das offene Ende des ersten an, was ich angenehm fand, denn der Release kam fast zwei Jahre später. Auch jetzt müssen wir uns voraussichtlich bis 2020 auf den dritten Band Die verlorene Tochter gedulden. Erneut traf ich auf die verrückte Bande, angeführt von Captain Booner und Mister Flemming, die Henrietta zurück in das Haus begleiten, wo sie eine Gefahr für das anliegende Dorf Malrenard abwenden müssen. Die Ereignisse spitzen sich zu und Henrietta begegnete beängstigenden Kreaturen, die der Gruppe ordentlich Feuer unterm Hintern machten, im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders cool fand ich den Friedhof der Räume, aber auch die Rolle der Katze und des Kerzenjungens. Der Einblick in Mister Flemmings Vergangenheit und die Verknüpfung zu der im Comic geschilderten Situation hat mir gut gefallen, da so die Bedeutung von Loyalität und Kameradschaft erst recht deutlich wurde. Auch gab es zahlreiche humorvolle Passagen, was ich richtig toll fand. Ich musste vor allem über den skurrilen „König“ lachen, ebenso über Vampirin Moira Kettlebrew, eine wahrliche Feinschmeckerin, die Wein aus den kuriosesten Zutaten kocht und mit ihren Kellerasseln kuschelt. Das Rezept ihres magischen Drachen-Blutpunsches gibt es sogar hinten im Comic, super cool.

Mir hat die Thematik in diesem Band noch besser gefallen, als die des ersten. Meiner Meinung nach ging es actionreicher zu, die Bande festigte sich und Themen wie Freundschaft und Loyalität standen im Mittelpunkt. Auch die Zeichnungen fand ich wieder total gelungen, auch in kleineren Abbildungen ging nichts verloren, Mimik und Gestik kamen gut rüber.

A House Divided 2: Ein Licht im Dunkeln ist für mich eine immense Steigerung zum ersten Band und beeindruckte durch actionreiche Handlungsstränge und die Botschaft, dass man gemeinsam alles schafft, wenn man zusammenhält, so verschieden man auch ist. Ich bin sehr gespannt auf Teil 3.

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Gotham City Sirens

Scott Lobdell , Guillem March
Buch
Erschienen bei Panini, 27.06.2016
ISBN 9783957987525
Genre: Comics

Rezension:

Nachdem mich der erste Band der Comicreihe um die verrückten und bunten Antiheldinnen Catwoman, Harley Quinn und Poison Ivy schon total begeistern konnte [Rezension] war schnell klar, dass auch der 2. Band einziehen musste. Großen Dank also an den Panini Verlag!

Mit seinen 220 Seiten ist dieses Comic hervorragend für ein paar unterhaltsame Lesestunden geeignet. Und schon nach den ersten Seiten musste ich lachen, denn Harley Quinn ist einfach herrlich verrückt und die Dialoge somit sehr erheiternd.

Zusammen mit dem Riddler, der als Privatdetektiv unterwegs ist, ermitteln die drei Mädels in gefährlichen Fällen. Im zweiten Band ging es noch rasanter zu als im ersten. Es gab einige Überraschungen, inklusive einem Endkampf, in dem nochmal alle zeigen konnte, was sie drauf haben, der relativ offen endet und auf einen spannenden weiteren Verlauf schließen lässt.

Thematisch drehte es sich diesmal um Ivys Liebe zu der Pflanzenwelt, die ihr beruflich zum Verhängnis wird. Ich erhielt einen Einblick in die Forschungen und Experimente, die nicht nur „typische“ Pflanzen betreffen. Auch Catwoman geriet durch ein verschollen geglaubtes Familienmitglied in Gefahr und hier begegneten mir Dämonen und Engel, was das Ganze noch abgedrehter und zugleich total mysteriös wirken ließ. Und in allen Situationen stand das schlagfertige Trio füreinander ein, auch wenn es zwischendurch Situationen gab, in denen sich die eine oder andere durchaus hätte abwenden können. Und doch bestachen alle drei durch eine immense Loyalität zueinander.

Besonders gut gefielen mir, neben der vielseitigen Themen, die einiges über die drei Hauptpersonen ans Tageslicht brachten, die angenehmen, gedeckten Farben des Comics. Auch die lebhaften Zeichnungen konnten mich überzeugen, auch wenn mimische Züge bei kleineren Bildern verloren gingen. Die Auftritte von Zatanna, die mir bisher noch nicht bekannt war, und Talia al Ghul steigerten das Lesevergnügen. Zatannas besondere Art der Zaubersprüche fand ich sehr cool. Und Harleys Verrücktheit und Naivität lockerte die düstere Stimmung zwischendurch auf, gleichzeitig ließen manche Unterhaltung tiefer in die einzelnen Persönlichkeiten blicken.

Hast du machmmal das Gefühl, dass jeder, der dir nahe steht, zum Leiden verdammt ist?
– Warum glaubst du, hänge ich mit Abschaum rum?

Für das generelle Verständnis und die zeitliche Einordnung hielt Panini ein informatives Vorwort bereit, welches sehr hilfreich war. Zwar habe ich mittlerweile ein paar Comics aus dem DC-Universum gelesen, Filme und Serien angeschaut, dennoch fehlen mir teilweise wichtige Hintergründe. Die Welt und die Charaktere sind unfassbar facettenreich, sodass ich noch nicht alles kenne – auch wenn ich gerne würde. Mittlerweile bin ich ein großer Fan der DC Welt und würde am liebsten alles aufsaugen.

Auch der zweite Band der Gotham City Sirens konnte mich mit lebhaften Zeichnungen in gedeckten Farben, drei starken, mutigen und loyalen Charakteren und rasanter Action auf Trab halten. Eine rasante & unterhaltsame Steigerung!

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561 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 132 Rezensionen

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Izara - Das ewige Feuer

Julia Dippel
Flexibler Einband: 542 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 25.10.2017
ISBN 9783522506038
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie eigentlich immer war es auch hier so, dass ich vorher nichts über den Inhalt wusste. So wurde ich positiv überrascht, denn ich hatte angenommen, dass es sich um eine romantische College-Story mit Fantasyanteilen handelte. Relativ schnell merkte ich, dass so einiges hinter den übernatürlichen Wesen, die ins Bild traten, steckte und dass vor allem Lucian ganz anders ist, als zunächst angenommen. Durch seine mysteriöse Art weckte er direkt mein Interesse, ich konnte ihn nicht einordnen. Mit der Zeit wurde er immer greifbarer, und eines sei euch gesagt: er hat Bookboyfriend-Potential! Seinen Einfluss auf Ari fand ich ziemlich reizvoll.

Die Handlung erinnerte mich zunächst an eine witzige Mischung aus Hogwarts und Shadowhunters, wobei die Hogwarts-Anteile recht schnell verblassten. Durch diverse Aspekte, Handlungen und Gegenstände fühlte ich mich aber bis zum Schluss an die Shadowhunters erinnert, auch wenn ich davon nur den Film, den ersten Band und 2 Folgen der Serie kenne. Die Idee der verschiedenen Wesen, allen voran der Primus, fand ich super cool. Falls ihr mehr darüber erfahren möchtet kann ich euch diese Seite empfehlen, die jedoch in manchen Dingen spoilern könnte.

„Weißt du, warum Brachion niemals weiblich sind, Ariana?“
„Weil die Liga von einem Haufen Chauvinisten angeführt wird?“
(Izara, Julia Dippel)

Ari war mir sympathisch, ich mochte ihre humorvolle, taffe Art, aber zwischendurch ging sie nicht nur Lucian mit ihren Zweifeln und Grübeleien auf den Keks. Was ich etwas komisch fand war, dass sie ziemlich oft ohnmächtig war, auch wenn es für die Handlung sicherlich manchmal nötig war. Auch die anderen Charaktere fand ich ziemlich interessant, vor allem Ryan, nicht zuletzt aufgrund seiner coolen, tätowierten Optik. Besonders spannend fand ich die Rolle von Ari, aber auch ihre Vergangenheit, in die erst nach und nach Licht gebracht wurde und die einige Überraschungen bereithielt. Der Schreibstil wirkte punktuell etwas umgangssprachlich, aber insgesamt angenehm, auch hielt er viele sarkastische, humorvolle Passagen und Dialoge bereit, die mich schmunzeln ließen. Izara wirkt fürs Erste abgeschlossen und endete ohne Cliffhanger, aber mit einer großen Vorfreude meinerseits auf die Fortsetzung.

Ob es in der Primus-Welt wohl so etwas wie Bonusmeilen gibt?
(Izara, Julia Dippel)

Mit gelungenen Plot-Twists, rasanter Action, Verschwörungen und Geheimnissen, einem interessanten Setting und originellen Charakteren konnte mich der erste Band von Izara komplett überzeugen und vor allem unterhalten. Ich wurde positiv überrascht und freue mich schon sehr auf den zweiten Band, Stille Wasser, der am 18. Mai erscheint.

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651 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

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Die Stille meiner Worte

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 09.03.2018
ISBN 9783764170790
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ende Oktober schickte ich Ava Reed also meine Gedanken zu ihrer neuen Geschichte, die ich zu dem Zeitpunkt testgelesen hatte. Und heute habe ich sie noch einmal gelesen, in einem Rutsch, eigentlich versehentlich. Der Plan war, mich auf die Suche nach Zitaten zu machen, die ich euch nennen kann, um euch einen Eindruck von dem emotionalen, bildhaften, nahezu poetischen Schreibstil zu bieten. Und dann las ich Kapitel für Kapitel erneut. Und am Ende weinte ich, schon wieder. Innerhalb der letzten 8 Kapitel kamen mir immer wieder die Tränen.

Hannah verlor ihre Stimme nach einem tragischen Unglück, das ihr und ihrer Zwillingsschwester Izzy Zuhause passierte. Dieser Unfall raubte ihr die Worte und damit die Möglichkeit, sich auf normale Art und Weise mitzuteilen, was die Wege der Kommunikation mit ihren Eltern immens einschränkte und dazu führte, dass sie nach einem rebellischen Akt fortgeschickt wurde, in eine Einrichtung, die ihr zurück ins Leben helfen sollte. In einem Camp lernte sie daraufhin neue Menschen kennen. Jugendliche, die allesamt ebenfalls ein riesiges Päckchen zu tragen hatten.

Levi, ein Junge, der schon seit Jahren Teil dieses Camps und der Einrichtung Sankt Anna ist, weil ihm schon sehr früh innerhalb der Familie schlimme Dinge zugestoßen sind. Sarah, die ebenfalls Leid erfahren musste und nun große Angst vor der Dunkelheit hat. Lina, die als Mittel zum Zweck benutzt wurde. Und schnell merkte Hannah, dass sie nicht alleine auf der Welt ist. Dass es viele andere gibt, die Leid erfahren mussten und nun ebenfalls vor der Herausforderung stehen, zurück ins Leben zu finden. Und dann gab es da natürlich noch Mo – ein Kater, der eine ganz besondere Rolle in der Geschichte spielte und mich immer wieder zum Lachen bringen konnte. Oh, und nicht zu vergessen Ben, die starke, verständnisvolle Leitung von Sankt Anna. Ben stellte eine haltgebende Basis in der Geschichte dar und ich fand seinen Umgang mit den Kids großartig.

Vor allem Levi hat es mir sehr angetan. Trotz der Tatsache, dass er ein eigenes Päckchen zu tragen hatte, das gefühlt die Größe eines Einfamilienhauses besaß, kümmerte er sich total selbstlos um Hannah. Er forderte nicht zu viel von ihr und nahm ihre Stille als etwas Normales an. Ich habe seine Kommunikation mit ihr sehr genossen, er besaß viel Empathie und Feingefühl, ohne aufdringlich zu sein, auch wenn er Hannah zwischendurch gereizt hat, was ich sehr passend und wichtig fand. Sie geriet immer mal wieder an ihre Grenzen. Angenehm fand ich, dass es zwischen den beiden nicht das typische Prickeln gab, was man aus manchen Jugendbüchern kennt, sondern dass die Beziehung zunächst eher auf einer verständnisvollen Freundschaft basierte, bei der beide Parteien durch traumatische Ereignisse gebrandmarkt waren und sich gegenseitig Halt gaben.

Besonders schön fand ich die Briefe an Izzy, die sich zwischen den Kapiteln befanden. Mal besaßen sie nur wenige Zeilen, mal füllten sie ganze Seiten. Doch egal ob kurz oder lang, sie trafen jedes Mal mitten ins Herz. An dieser Stelle möchte ich außerdem gerne die wunderschöne Covergestaltung von Alexander Kopainski loben. Es ist schlicht, aber gleichzeitig so aussagekräftig und vor allem passend. Interessant finde ich auch die Musikliste, die sich vorne im Buch befindet und laut Ava Reed am besten vor dem Lesen durch gehört werden sollte.

Auf der Handlungsebene ist die Geschichte eher ruhig, es gibt wenig actiongeladene Szenen, die Spannung wurde eher durch die Gefühlsebene projiziert, und da so sehr, dass ich ständig Gänsehaut hatte, dass mein Herz laut und schnell klopfte und dass mir die Tränen kamen. Besonders die letzten Kapitel besaßen so eine Kraft, so eine Wortgewalt und so viele Emotionen, dass ich nach dem Lesen – ja, auch nach dem zweiten Mal – erstmal „platt“ war. Ich habe mit Hannah mitgefühlt, mitgelacht, mitgelitten. Das Ende fand ich sehr angenehm, es war – wie man es vielleicht erwarten würde – überhaupt nicht kitschig, sondern passend und hoffnungsvoll. Ich konnte die Geschichte, Hannah, Levi, und die anderen, mit einem guten Gefühl gehen lassen.

"Die Stille meiner Worte" ist eine wahnsinnig emotionale, kraftvolle Geschichte, die Hoffnung gibt. Sie hat mich aufgewühlt, mich in den Arm genommen und mich mit einem wohligen Gefühl zurück gelassen. Eine Geschichte, die ich noch mehrfach lesen werde.

Großen Dank an den Ueberreuter Verlag und Ava Reed für das Rezensionsexemplar.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Tanz, meine Seele

Kira Minttu
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ink rebels, 02.02.2018
ISBN 9783958693234
Genre: Romane

Rezension:

Schon die ersten Sätze ließen auf eine humorvolle Geschichte schließen, und genau so war es dann auch. Harper war mir auf Anhieb sympathisch, ich konnte mich in vielen Aspekten gut mit ihr identifizieren und ihre Handlung somit gut nachvollziehen. Sie war sarkastisch, ehrlich, humorvoll, glücklicher Single und vor allem nicht auf den Mund gefallen. Sie kämpfte für ihre Ziele, konnte über sich selber lachen und verfiel zwischendurch in leichtes Chaos, was ich sehr authentisch fand.

Im Verlauf durchlebte sie natürlich einige Ereignisse und Herausforderungen, die Einfluss auf sie nahmen und dafür sorgten, dass sie ihre bisherigen Vorstellungen hinterfragen musste, worüber sie – ebenso wie ich – letztendlich sehr überrascht war. Besonders geschätzt habe ich ihre Ehrlichkeit sich selbst, aber auch den Menschen in ihrem Umfeld gegenüber. Die Beziehung zu ihrer Mutter wurde als sehr schwierig dargestellt, was primär an der Instabilität der Mutter lag. Ich mochte die Dialoge zwischen Harper und ihrer besten Freundin Andra, die mir zwischendurch durch ihre naive Art den letzten Nerv raubte. Luke war mir sehr sympathisch, auch wenn er zu Beginn nicht wirklich greifbar war und bezüglich seiner Vergangenheit unnahbar wirkte. Seinen Einfluss empfand ich wiederum als gekonnt integriert und logisch in den Handlungsverlauf eingebaut.

Die Emotionen wurden durch den angenehmen Schreibstil hervorragend transportiert. Es gab eine bestimmte Situation, die mich sehr traurig gemacht hat, sodass ich mit Harper mitfühlen konnte und nahezu genauso belastet war wie sie. Auch gab es sehr humorvolle Passagen und ebenso welche, die ein Knistern spüren ließen. Der Aspekt des Tanzes wurde gut in den Verlauf integriert, jedoch gab es diesbezüglich ein großes, wichtiges Event, dem schon recht früh eine immense Bedeutung zugeschrieben wurde, was dann letztendlich aber auf wenigen Seiten kurz und knapp abgehandelt wurde. Für mich persönlich passte die Relation dabei leider nicht ganz, ich hätte mir gewünscht, dass das detaillierter beschrieben wird. Schade war, dass bezogen auf das Tanzen nur wenige Choreografien dargestellt wurden. Generell gab es manche Handlungspunkte, die nur kurz angerissen wurden.

Der Abschluss der Geschichte war für mich insgesamt schlüssig, wenn auch ein wenig vorhersehbar, was in dem Genre meiner Meinung nach jedoch auch zu erwarten war. Ich fühlte mich super gut unterhalten und habe es genossen, Harper auf ihrer emotionalen Reise zu sich selbst zu begleiten, auf der sie Stück für Stück erkennen durfte, was es bedeutet, einer Leidenschaft nachzugehen und herauszufinden, was man vom Leben will. Neben der Entwicklung von Harper gefiel mir auch die von Luke richtig gut.

"Tanz, meine Seele" stellt eine humorvolle und emotionale Lektüre dar, die mich hervorragend unterhalten und in die Welt des Tanzes entführt hat. Eine angenehme New Adult Geschichte, die Themen wie Freundschaft, Familie und Lebensziele beinhaltet und aufzeigt, was es bedeutet, für eine Leidenschaft zu kämpfen. 

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

blackheart, black heart, christiania, fantasy, freya, kimleopold, kolibriherz, magie, märchen, rezension, rezensionsexemplar, romantasy, selfpublisher, selfpublishing, serie

Black Heart 05: Das Flüstern der Vergangenheit

Kim Leopold
E-Buch Text: 87 Seiten
Erschienen bei null, 28.02.2018
ISBN B079BRCNTZ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das 87 seitenlange eBook wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die in Deutschland und Marokko im Jahr 2018, und in Norwegen um 1768 spielen. Diesmal begleiten wir wie gewohnt Alexander und Louisa in Deutschland, Freya und Mikail in Norwegen und neuerdings Tyros in Marrakesch, der sich auf die Suche nach dem Schuldigen für das Massaker an einem Hexenclan begibt.
Für mich persönlich war Tyros‘ Perspektive die interessanteste, schon alleine wegen des orientalischen Flairs, das durch einen gelungenen Schreibstil hervorragend rüber kam, ich hatte die beschriebenen Orte genau vor Augen und die dargestellten Gerüche in der Nase. Auch habe ich Lust bekommen, nach Marokko zu reisen und die Kultur selber zu entdecken. Auch inhaltlich gefiel mir sein Erzählstrang am besten, denn trotz der kurzen Kapitel gab es einen bunten Mix aus Emotionen, ich erfuhr etwas über ihn und seine große Liebe und über die Hintergründe seiner Intention im Rat. Auch wurde deutlich, dass man Menschen nicht immer trauen kann, auch wenn man sie vermeintlich gut und schon jahrelang zu kennen vermag.
Auch Freya und Mikail müssen sich verschiedenen Gefahren stellen, es findet ein Katz-und-Maus-Spiel statt, welches die Spannung ebenfalls angehoben hat. Besonders mit Freya habe ich sehr gelitten, durch ihre körperliche Einschränkung hat sie handlungsbezogen ein paar Nachteile, die ihr den Weg zum Ziel zusätzlich erschweren. Umso schöner fand ich das Zusammenspiel zwischen ihr und Mikail, das sehr vertraut wirkte.
Louisa hat Schwierigkeiten, ihre immensen Gefühle zu kontrollieren, die leider Einfluss auf ihre Umgebung haben, sodass Alex körperlich darunter leidet. Mehr möchte ich natürlich nicht vorweg nehmen, ich kann euch aber sagen, dass diese Episode trotz ihrer Kürze wieder super spannend und rasant war. Das Ende beinhaltete mal wieder einen für Kim Leopold typischen Cliffhanger, der große Lust auf die nächste Episode macht, die man bereits vorbestellen kann. Sie erscheint am 30.04.18.
Das Flüstern der Vergangenheit hat mich insbesondere durch den orientalischen Flair einer Perspektive und die spannungsgeladenen Momente begeistert. Der Titel der nächsten Episode, Die Kunst zu sterben, steigert meine Neugier, aber auch meine Sorge um die Charaktere, die mir mittlerweile ans Herz gewachsen sind.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

2018, außenseiter, basketball, hamburg, jugendbuch, krimi, sport, turnier

Absolute Gewinner

Christoph Scheuring
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850080
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zunächst möchte ich die optische Gestaltung von Absolute Gewinner loben, denn das besondere ist, dass sich das Cover anfühlt wie ein Basketball, was das Leseerlebnis noch authentischer macht. Auch gefielen mir die kleinen Illustrationen mit passenden kurzen Zitaten an den Kapitelanfängen richtig gut.
Der Protagonist Luca war mir leider wenig sympathisch. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass er, obwohl (oder weil?) er eher in einer Außenseiterposition war, wenig Empathie und Feingefühl besaß, manchmal wirkte er ziemlich skurril und vor allem intolerant. Der Schreibstil war jugendlich und locker, dadurch dass die Geschichte in der Ich-Perspektive verfasst wurde kam es so rüber, als würde Luca einem Kumpel von den Geschehnissen berichten, was ich zweckgemäß fand, zumindest was die Erzählweise anging. Im Buch gab es allerdings zahlreiche Vorurteile, die vor allem optische Eigenschaften von Menschen betrafen, beispielsweise blieben kleine Männer nie locker und Dunkelhäutige hätten ein typisches riesiges Afro-Lachen, was ich in dem Kontext irgendwie unangenehm fand, besonders wenn man bedenkt, dass Luca selber sehr unter einer körperlichen, störenden Eigenschaft leidet.
Wer nicht locker blieb, war der General. Wie das so ist bei kleinen Männern.(Absolute Gewinner, S. 222)
Zu Beginn wurde der Aspekt, dass Luca eine sehr hohe, krächzige Stimme besaß, immer wieder thematisiert, sodass ich das Gefühl hatte, dass es wichtig für den Verlauf sein würde. Doch später habe ich das nicht mehr auf dem Schirm gehabt, auch wurde es nicht mehr erwähnt, was ich unpassend fand, denn letztendlich stellte genau das anfangs einen sehr wichtigen Punkt in Lucas Leben dar, mit dem er nicht gut zurecht zu kommen schien. Ich hätte mir dahingehend gewünscht, dass dies nochmal aufgegriffen wird und nicht während der rasanten Ereignisse völlig aus den Augen verloren wird.
Ich persönlich habe zuvor kein Buch gelesen, das sich mit der Sportart Basketball beschäftigt, somit fand ich die Thematik sehr erfrischend, auch wenn es zahlreiche spezifische Begriffe gab, die mir größtenteils fremd waren, sich aber meistens aus dem Zusammenhang ergeben haben. Insgesamt gefiel mir die inhaltliche Umsetzung ganz gut, das Tempo wurde durch krimihafte Aspekte angehoben. Nicht nur, dass der Trainer der bunten, jugendlichen Truppe von heute auf morgen verschwand, plötzlich hatten zwielichtige Gestalten ihren Auftritt und die Kids mussten sogar einen Ausflug nach St. Pauli unternehmen, um etwas über die Hintergründe ihres Trainers zu erfahren. Es gab ein paar Wendungen, die insbesondere Jana – eines der Mannschaftsmitglieder – betrafen und mich überraschen konnten.
Neben jugendlichen Angelegenheiten wie Verliebtsein, Vereinssport und Konflikte mit den Eltern wurden außerdem Gesichtspunkte wie unklare familiäre Hintergründe und dessen Erforschung, Macht, Selbstvertrauen, korrupte Wettbüros und besondere Fähigkeiten im Computerbereich angesprochen. Daraus ergaben sich zahlreiche krimihafte, gefährliche, aber auch humorvolle und skurrile Situationen, in denen mir die Rolle des Coaches am besten gefiel. Auch hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass der Handlungsverlauf so ernst und tiefgründig sein würde. Besonders von Heinrichs Talenten konnte die Gruppe profitieren, wodurch er zu einer wichtigen Basis wurde – und für mich zum Helden.
Die Auflösung fand ich angemessen, auch wenn noch ein paar Fragen meinerseits offen geblieben sind. Letztendlich handelte es sich für mich um eine spannende, jugendliche Geschichte für Zwischendurch, die mich gut unterhalten hat und die man aufgrund des lockeren Schreibstils und der übersichtlichen Seitenzahl recht flott lesen kann. Mit dem Protagonisten bin ich leider nicht wirklich warm geworden, die Nebencharaktere, vor allem Heinrich und Jana, aber auch den Coach, empfand ich persönlich als viel interessanter und ihre Geschichten gehaltvoller als Lucas.
Absolute Gewinner gefiel mir im Ansatz zwar gut, jedoch fehlte mir etwas. Bezüglich der erhofften Gruppendynamik zwischen den Jugendlichen wurden ein paar wichtige Aspekte angesprochen, die leider nicht alle ausgebaut worden sind. Dennoch eine unterhaltsame Geschichte mit interessanten Nebenfiguren, bei der das Tempo zwischendurch durch krimihafte Anteile angehoben wurde.
Danke an den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Wonder Woman: Die Götter von Gotham

J. M. DeMatteis , Phil Jimenez , Ralph Kruhm
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 14.03.2017
ISBN 9783741601118
Genre: Comics

Rezension:

Als ich mal wieder durch das Angebot meines Comicdealers stöberte entdeckte ich dieses Softcover Comic (das es im Übrigen auch als Hardcover-Ausgabe gibt). Alleine die farbliche Gestaltung fand ich sehr ansprechend, aber auch den vielversprechenden Mix aus Wonder Womans Mythologie und Batmans Dasein in Gotham – zwei meiner Lieblinge aus dem DC-Universum.
Für mich als Comic-Neuling ist es immer wieder spannend, verschiedenste Storys zu entdecken. Auch finde ich es wichtig, Comics lesen zu können, bei denen kein großes Vorwissen nötig ist. Und auch hier fand ich somit den einleitenden Text und das darauffolgende Charakterglossar sehr hilfreich. Durch den rasanten Verlauf und die actiongeladenen Kampfszenen kam ich punktuell ein wenig durcheinander, sodass ich immer mal wieder in die Beschreibungen der Figuren blinzelte.
Durch die Vermischung von Mythologie und Superhelden-Schurken-Thematik gab es zahlreiche skurrile und humorvolle Szenen, in denen auch der Joker und Poison Ivy ihren Auftritt hatten. Die Sprache war punktuell an die jeweilige Seite bzw. Kultur angepasst was durch die körperliche Übernahme der zerstörerischen Gottheiten teilweise total witzig wirkte, denn plötzlich spricht ein sonst so verrückter Joker über die Kinder des Ares und die Verwüstung der Welt.
„Und sie haben sich ausgerechnet den Joker als Mitspieler ausgesucht? Sind die irre?“„Blöde Frage.“
Durch den Kampf, der sich durch den größten Teil des Comics zog, flog ich so durch die Seiten, musste jedoch manch eine Szene noch ein zweites Mal lesen, oder kurz zurückblättern, da es auf 100 Seiten eine geballte Masse an Charakteren gab, ebenso Orts- und Zeitsprünge. Dennoch fühlte ich mich super gut unterhalten, die Mischung war auf jeden Fall mal was Neues. Interessant fand ich besonders die Einblicke in Batmans Persönlichkeit, aber auch die Gegenüberstellung von Wonder Womans und Batmans Ideologien. Auch merkt man vor allem durch die „bösen“ Charaktere, dass die beiden Welten gar nicht so verschieden sind, was die Intentionen betrifft.
Den Twist bezüglich Ares fand ich sehr gelungen, ich wurde überrascht, denn mit derartigen Äußerungen und Ansichten, die immensen Einfluss auf den Verlauf hatten, habe ich so gar nicht gerechnet. Auch die Nebencharaktere fand ich interessant, allen voran Oracle, auch wenn sie gar nicht in der Übersicht aufgeführt wurde.
Wonder Woman: Götter von Gotham stellt einen interessanten Mix aus Mythologie und Superhelden-Action dar, der mich gut unterhalten hat. Die Thematik war neu und erfrischend, die Handlung actiongeladen, auf den einzelnen Seiten war auf jeden Fall viel los, was Comiceinsteiger überfordern könnte – neben den vielen Charakteren.
Vielen Dank an den Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

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