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484 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 108 Rezensionen

fantasy, magie, worte, liebe, amy harmon

Bird and Sword

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305489
Genre: Fantasy

Rezension:

Zunächst möchte ich anmerken, dass ich den Klappentext umformuliert und gekürzt habe, da ich ihn selbst vor dem Lesen nicht kannte und im Nachhinein sehr froh darüber bin, denn ich wurde von mehreren Aspekten überrascht, die leider im Klappentext stehen. Falls ihr ihn dennoch lesen möchtet, findet ihr ihn ganz unten eingeklappt. Meiner Meinung nach ist es jedoch vorteilhaft, sich unvoreingenommen auf die Geschichte einzulassen. Die optische Gestaltung gefällt mir wahnsinnig gut, ich bin ein großer Fan von broschierten Ausgaben. Und hier versteckt sich sogar eine illustrierte Karte hinter den Klappen.
Lark lebt mit ihrem Vater auf einem Hof, wo sie in ihren Freiheiten aus Sorge des Vaters nach dem Tod der Mutter immens eingeschränkt wird. Lark verfügte über eine interessante Gabe, jedoch wurde ihr diese aufgrund des dramatischen Ereignisses in ihrer Kindheit genommen. Es wirkte, als hielte sie sich in ihrem goldenen Käfig auf, ohne ihre Flügel schwingen zu können, denn in Wirklichkeit ist sie sehr lebhaft und neugierig. Bei ihren kleinen Ausflügen, die ihr mehr oder weniger gestattet wurden, begleitete sie ihr Freund Boojohni – eine mutige und treue Seele – der schnell zu meinem Liebling in der Geschichte wurde. Bei einem dieser Ausflüge traf sie plötzlich auf König Tiras, der zu dem Hof ihres Vaters ritt, um dessen Treue im anstehenden Krieg einzufordern.
Daraufhin nahmen die Dinge ihren Lauf und Tiras traf eine Entscheidung, die massive Konsequenzen für alle Beteiligten hatte. Die Entwicklung der Geschichte überraschte mich. Nachdem ich zuerst das Gefühl hatte, dass ich die emotionalen Aspekte nicht greifen konnte und mir der Verlauf zu flott ging, kam ich recht schnell zu der Erkenntnis, dass gerade diese Art Beziehung, die Tiras und Lark eingingen zwar auf einem bestimmten gegenseitigen Nutzen beruhte und wenig auf emotionalen Aspekten, aber meiner Meinung nach völlig nachvollziehbar und vor allem klug war. Sie waren ebenbürtige Partner, die auf Augenhöhe kommunizierten, auch wenn das aus bestimmten Gründen nicht auf die gewöhnliche Art funktionierte. Sie unterstützten und halfen einander, ohne, dass es groß thematisiert werden musste. Somit gab es keine typische Liebesgeschichte, ich persönlich fand die Strukturen sehr besonders und faszinierend, sie sorgten dafür, dass ich eigene Muster hinterfragte.
Das Setting wirkte mittelalterlich und magisch, der Schreibstil war märchenhaft, die Charaktere besaßen alle ihren besonderen Reiz. All das sorgte für eine intensive Atmosphäre, die mich total in den Bann gezogen hat. Besonders Lark mochte ich sehr gerne, denn sie war trotz ihrer Einschränkung (die ich aus Spoilergründen nicht näher benennen möchte) total stark, mutig und klug. Sie überraschte mich mit schlagfertigen Äußerungen und Handlungen, die zeigten, dass sie eine wahre Kämpfernatur war. Auch Kjell fand ich in seiner Rolle sehr interessant, auch wenn ich ihn bis zum letzten Teil der Geschichte nicht einschätzen konnte, jedoch machte genau das natürlich seinen Reiz aus. Während des Lesens blickte ich zur Orientierung regelmäßig auf die schöne illustrierte Karte der Lande von Jeru, was ich sehr angenehm und hilfreich fand.
Die Thematik der Geschichte empfand ich als beeindruckend und spannend, denn sie hielt einige Überraschungen bereit. Die Entwicklung bestimmter Charaktere und ihren Einfluss auf den Verlauf war mitreißend. Besonders unterhaltsam fand ich die Integration verschiedener Gaben, zumal Magie eine Todsünde war und es somit nicht selten zu riskanten Situationen kam. Auch den gesellschaftlichen Aspekt fand ich faszinierend, denn auch wenn Magie verboten war, bedeutete dies lange nicht, dass niemand mehr über eine Gabe verfügte – sogar manch einer, bei dem man es nie vermutet hätte, aber natürlich würde das niemand zugeben. Deutlich wurde dadurch vor allem auch, welche Gewalt die Wörter haben können, egal in welcher Form.
Bird & Sword begeisterte mich durch eine magische, märchenhafte Atmosphäre, eine fesselnde Handlung, einen wunderschönen Schreibstil und besondere Beziehungsmuster, die total untypisch waren. All das forderte eine intensive gedankliche Auseinandersetzung mit der Geschichte, was ich gar nicht erwartet hatte. 

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Love is Love: Eine Comic-Anthologie für Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung

Marc Andreyko , Anja Kootz , Patty Jenkins , Marc Andreyko
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 16.10.2017
ISBN 9783741605253
Genre: Comics

Rezension:

Vor ungefähr einer Woche beendete ich diese Comic-Anthologie und nach wie vor fehlen mir die Worte. Über die Tat, die so voller Hass war, möchte ich in meiner Rezension nicht viel sagen, ich möchte mich stattdessen auf die wundervolle Umsetzung dieser Arbeit konzentrieren, die trotz der schweren und dramatischen Thematik hoffnungsvoll und positiv ist, und mich mit einem guten, wenn auch nachdenklichen Gefühl zurück gelassen hat.
Neben den schönen Bildern sprachen mich auch die Hintergrundinformationen zu diesem Werk an, denn Marc Andreyko nahm die Organisation in Angriff, indem er nach dem Anschlag die Community online dazu aufforderte, etwas zu unternehmen. Bis zum Stand dieser Auflage konnten 150.000 US-Dollar für die Hinterbliebenen des Anschlags gesammelt werden. Ab dem Zeitpunkt wurden die Spenden dann an die LGBT-Community (Lesben, Gay/Schwule, Bisexuelle und Transgender) übergeben.
Die Geschichte, von der ich aus den Nachrichten hörte, war voller Hass, doch hier wird sie gespiegelt, und Liebe entsteht. […] Es lebe die Tradition, Dunkelheit in Licht zu verwandeln![Love is Love, Einführung von Film- und Fernsehregisseurin Patty Jenkins]
Die Aufmachung des Comics gefiel mir durch die zahlreichen Bilder, Zeichenstile und Texte richtig gut, denn jeder Comic erstreckte sich auf maximal zwei Seiten, primär jedoch nur auf eine. Verschiedene Künstler drückten dadurch ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme aus und setzten sich für Gleichberechtigung ein, wofür oftmals nur wenige Worte und Bilder nötig waren. Die Botschaften kamen bei mir gut an. Aufgefallen ist mir, dass häufig Kinder in die kleinen Geschichten integriert wurden, wodurch deutlich wurde, dass sie einerseits die Leidtragenden waren, indem sie Elternteile verloren hatten, und andererseits für Toleranz, Offenheit und Unvoreingenommenheit bezüglich der LGBT-Thematik standen, was selbstverständlich auch von der Erziehung abhängig ist.
„Und… sie lieben sich trotzdem? Auch wenn alle Leute sie hassen?“„Ja“„Dann ist ihre Liebe wirklich anders. Muss anders sein, um so viel Hass zu ertragen. Das ist Superliebe.“„Ja, Superliebe.“[Love is Love]
Der kindlich offene Blick auf die Welt brachte mich zum Lachen, gleichzeitig stimmte mich dies sehr nachdenklich. Ich würde mir wünschen, dass Menschen diese Offenheit und Toleranz einfach beibehalten würden und sie nicht von Hass und Abneigung überdecken ließen. Niemand kommt homophob, frauenfeindlich oder rassistisch zur Welt und meiner Meinung nach ist jedes Elternteil dazu angehalten, daran anzuknüpfen und einen vertretbaren, angemessenen Weg zu ebnen, von anderen Einflüssen abgesehen, gegen die man sich im Laufe des Lebens selber stellen muss, indem man seine eigene gefestigte Meinung bildet.
Wir werden nicht mit Hass im Herzen geboren.Wir lehren ihn.Und wir müssen damit aufhören.[Love is Love]
Die zahlreichen Zeichnungen und Texte empfand ich als sehr ansprechend, manche Stile haben mir nicht zugesagt, was bei so vielen Künstlern natürlich nicht ausbleibt. Insgesamt bin ich aber total begeistert und werde noch öfter zu dem Paperback greifen, einzelne Werke betrachten und wirken lassen. Gefreut habe ich mich besonders über Auftritte von Harry Potter, Wonder Woman, Batman, Harley Quinn & Poison Ivy. Es gab unendlich viele Bilder, die sich zwar nur über eine einzige Seite erstreckten, aber solch starke Botschaften trugen, dass ich sie sehr lange anschauen und wirken lassen musste. Den Comic-Band konnte ich keinesfalls in einem Rutsch lesen, da ich zwischendurch aufgrund der Thematik pausieren musste. Trotz der bunten, hoffnungsvollen und liebevollen Zeichnungen und Textelemente wurde ich von den Emotionen überwältigt und hatte Tränen in den Augen.
Die Comic-Anthologie Love is Love beschäftigt sich zwar thematisch mit dem grauenvollen Anschlag auf einen Schwulen-Club in Orlando, sprüht jedoch nur so von Hoffnung, Akzeptanz und der Forderung nach Gleichberechtigung. Umgesetzt von zahlreichen Künstlern ist stilistisch sicherlich für jeden etwas dabei. Besonders cool fand ich persönlich die Integration von Superhelden. Ich würde mir wirklich wünschen, dass jeder diesen Comic-Band liest und die Botschaften auf sich wirken lässt.

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thriller, psychothriller, sebastian fitzek, fitzek, paket

Das Paket

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 26.10.2016
ISBN 9783426199206
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe schon mehrere Bücher von Fitzek gelesen und ich bin total angetan von seinem Stil und dem Aufbau seiner Geschichten. Es gab so viele Vermutungen meinerseits, die ständig alle über Bord geworfen wurden, sodass ich irgendwann selber an meiner Wahrnehmung zweifelte. Ähnlich wie Protagonistin Emma an ihrer. Mit Emma hatte ich die meiste Zeit über Mitleid, weil ihr gefühlt niemand glauben wollte. Diese Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit führten dazu, dass Emma psychisch immer schwächer wurde. Daraus folgten Handlungen und Äußerungen, die immense Konsequenzen hatten, alles verstrickte sich immer mehr und kein Ausweg war in Sicht, ganz im Gegenteil.

Die Auflösung gefiel mir dann richtig gut, zwar habe ich zwischendurch kurz die Annahme gehabt, dass es sich um ebendiese Person handelt, aber mit der Zeit habe ich sie in meinen Gedanken durch andere ersetzt. Auch die Motivation der Tat war mir schlüssig, die Grausamkeit daran ließ mich erschaudern, ich hatte besonders in den letzten Minuten eine Gänsehaut. Den Sprecher Simon Jäger empfand ich als sehr angenehm. Gelungen war vor allem, dass er verschiedene Tonlagen benutzte, um Männer und Frauen zu sprechen. Jedoch kam ich durch die Zeitsprünge zwischendurch ein wenig durcheinander.

Das Paket ist meiner Meinung nach ein super spannender Psychothriller, der ein Katz-und-Maus-Spiel beinhaltete und mich durch einzelne Handlungsaspekte und individuelle Charaktere immer wieder überraschen konnte. Nicht selten zweifelte ich an meiner eigenen Wahrnehmung und fühlte mich so als Teil der Story. 

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laura kneidl, liebe, berühre mich. nicht., new-adult, ängste

Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:

Gestern Nacht habe ich dieses Buch beendet und ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken. Es gab unendlich viele Dinge, die mir richtig gut gefallen haben und somit wird dies hier eine etwas andere Rezension. Gerne möchte ich euch 10 Gründe aufzählen, die für die Geschichte von Sage sprechen, falls ihr euch noch unsicher seid und einen kleinen Schubs braucht.
1. Es gibt so viele wirklich beeindruckende Charaktere. Unsere Protagonistin Sage leidet unter schlimmen Ängsten, denen in der Geschichte viel Raum geboten wird, ohne dass es überladen wirkt. Luca ist ein unfassbar sympathischer, freundlicher junger Mann mit einem interessanten Berufswunsch, und das komplette Gegenteil eines Badboys ist, was man zunächst annehmen könnte. Er hat so viele coole Facetten an sich, mit denen ich mich gut identifizieren konnte. Beim Lesen dachte ich sehr oft: Cool, ich bin ein bisschen Sage, aber ich bin irgendwie noch mehr Luca. April, Lucas Schwester, ist freundlich, neugierig, und hilfsbereit. Sie hat genug Kohle und geht trotzdem neben dem Studium arbeiten. Und Megan, die beste Freundin von Sage, ist ein bunter, frischer Lichtblick in Sages Leben, der sie punktuell aus der Dunkelheit holen kann und ihr Sicherheit bietet. Was für eine saucoole Frau! Ich liebte die Interaktionen und Dialoge zwischen den Charakteren, es fühlte sich ein bisschen so an, als würde man Zeit mit Freunden verbringen.
2. Ich überlege schon die ganze Zeit, ob es Klischees gab, aber ich kann mich beim besten Willen an keines erinnern. Und wenn doch, empfand ich es nicht als störend. Alle Personen sind authentisch, ebenso ihre Handlungen und Äußerungen, egal wie verrückt sie noch wirken, ich konnte sie stets gut nachvollziehen. Luca ist kein Badboy, Sage kein graues Mäuschen, das gerettet werden muss. Sie ist unfassbar stark und legt Wert darauf, für sich sorgen zu können. Hilfe kann sie nur schwer annehmen und wenn dann nur mit Gegenleistung. Völlig verständlich.
3. Liebliche Familiendynamik. Was Sages Familie betrifft möchte ich nichts verraten, aber Lucas Familie fand ich sehr angenehm und warm. Er behandelt seine Schwester wie ein Gentleman, ohne machomäßig zu wirken beschützt und unterstützt er sie, dennoch fliegen auch mal die Fetzen. Auch seinem Vater und vor allem seiner Stiefmutter Joan gegenüber ist er super herzlich, sodass einem das Herz aufgeht. Und auch hier wirkt es nicht kitschig oder klischeehaft, denn es ist lange nicht alles Gold, was glänzt.
4. Eifersuchtsszenen und Zickereien fehl am Platz! Ich fand es so angenehm, dass Sage nicht eifersüchtig ist oder den Männern in ihrer näheren Umgebung (ich möchte natürlich nicht zu viel verraten) eine Szene macht. Es wird weder ständig thematisiert, wieso wer wann wie handelt, noch diskutieren sich die Personen darüber zu Tode, was aus den Situationen, die sie miteinander erlebten, nun folgen wird. Es ist einfach, wie es ist. Und das macht es so einfach. Sage bleibt ganz bei sich und führt keine endlosen Monologe, in denen sie auf dem Typen rumhackt, wie ich es leider schon oft in anderen Büchern gelesen habe. Auch gibt es zwischen den Mädels keine nervigen Zickereien, obwohl ich das in manchen kleinen Situationen fast schon vermutet hatte.
5. Die Thematik ist spannend, beinhaltet jedoch auch Aspekte menschlicher Abgründe, die zum Teil recht genau geschildert werden (Stichwort Missbrauch) und Sages Vergangenheit betreffen. Daraus resultierten Ängste, die sie seit dem plagen, die natürlich einen großen Einfluss auf ihren Alltag nehmen. Meiner Meinung nach wirkte dies zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder großartig bedrückend. Ich fand Sage dabei ziemlich selbstreflektiert und stark. Ihre Ängste waren zwar im gesamten Buch immer wieder Thema, jedoch wurde auch dies nicht ständig zwischen den Personen thematisiert, Austausch darüber und Reaktionen darauf fanden eher auf der nonverbalen Ebene statt und vor allem wurde sie nicht wegen ihrer Ängste oder ihren daraus resultierenden Handlungen verurteilt.
6. Über Vorurteile und Schubladen. Interessant fand ich, dass ich selbst gemerkt habe, wie ich einzelne Charaktere in Schubladen steckte, sei es wegen des sozialen Status oder aufgrund äußerer Merkmale. Recht schnell habe ich mich dabei erwischt, wie ich dachte „Ach guck mal, ganz anders, als du dachtest“. Und das war angenehm, denn leider merkt man manchmal gar nicht, wie schnell man andere Menschen verurteilt. Und ich glaube jeder von uns hat schon mal Sprüche wie „DAS hätte ich dir jetzt gar nicht zugetraut!“ gehört. Auch ich. Und je länger ich darüber nachdenke merke ich, dass keine Person in diesem Buch ist, wie ich sie im ersten Moment eingeschätzt habe. Hut ab, Laura Kneidl! Charakterausarbeitung done right.
7. Der Schreibstil ist locker leicht, gleichzeitig schonungslos ehrlich und intensiv. Zwischen den Zeilen gibt es vieles zu entdecken, was nicht gesagt werden braucht. Ich flog nur so durch die Seiten und wurde ziemlich oft von der Autorin durch thematische Wendungen oder interessante Charakterzüge überrascht. Beeindruckend finde ich, in welchem Ausmaß die Geschichte in mir nachhallt und arbeitet, wie viel ich über einzelne Aspekte nachdenke und was mir alles im Nachhinein klar wird.
8. Diese Emotionen! Leute, dieses Buch hat alles in mir ausgelöst. Es gab so viele Momente, in denen ich laut gelacht habe, aber auch welche, die mich traurig oder sprachlos gemacht haben, mich schockiert haben, für eine Gänsehaut und für Herzrasen sorgten. Ich bin unendlich froh darüber, dass ich es gemeinsam mit Sarah und Jill gelesen habe, sodass ich mich austauschen konnte. Nach dem Lesen habe ich noch ganz viel mit Jill darüber geplaudert, was wirklich gut getan hat. Und wenn ich jetzt dieses Lied höre bekomme ich eine Gänsehaut. Natürlich gab es auch prickelnde Momente, aber sexuelle Handlungen, oder auch Gedanken darüber, haben nicht, wie in manch anderem Buch, irgendwann den dominanten Hauptteil der Handlung ausgemacht.
9. Zwar wurde das offene Ende oft kritisiert, nach einigem Hin- und Hergrübeln komme ich aber zu der Erkenntnis, dass ich es doch gut umgesetzt fand. Natürlich ist es wahnsinnig emotional, krass, heftig. Ich will sofort wissen, wie es weiter geht. Meine erste Reaktion war: NICHT. IHR. ERNST. Daraufhin suchte ich die vermeintlich fehlenden Seiten. Und mittlerweile denke ich, dass es eine gelungene Umsetzung war, die Lust auf die Fortsetzung macht. Es bleibt definitiv in Erinnerung.
10. Auch äußerlich wunderschön. Das soll natürlich nicht mein Hauptargument sein, daher setze ich es ans Ende. Ich finde das Cover unfassbar hübsch und vor allem: es ist kein Gesicht oder generell keine Person drauf! Besonders schön finde ich es, dass sich zwei verschiedene Oberflächen auf der Broschur befinden, denn die blumigen Anteile sind eher matt, die weißen Linien hingegen glatt und glänzend, die Schrift hebt sich sogar haptisch ab. Auch die Farbkombination finde ich passend und geschmackvoll.
Okay, that escalated quickly. Ich wollte mich ja eigentlich kurz halten. Naja. Fun Fact: Zu Beginn hatte ich 7 Gründe, doch plötzlich wurden es während des Schreibens immer mehr.
Berühre mich. Nicht ist schon jetzt ein Jahreshighlight für mich, eine Geschichte, die mich langfristig beeindruckt hat, ein Buch, über das ich noch lange nachdenken werde und das mir positiv in Erinnerung bleiben wird. Ein wahrliches Wohlfühlbuch, das ich sicherlich noch mal lesen werde. Ich liebte so vieles an dem Buch, insbesondere die authentischen Charaktere und die spannende Handlung. Ich kann es allen ans Herz legen, die Lust auf einen besonderen New Adult Roman haben, der ohne Klischees und Eifersuchtsdramen auskommt.

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Doctor Strange: Anfang und Ende

J. M. Straczynski , Brando Peterson
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 19.09.2016
ISBN 9783957988645
Genre: Comics

Rezension:

Wie auch im Film durchlebte der Chirug Stephen Strange eine immense Entwicklung, die wahnsinnig interessant war. Zunächst wirkte er wie ein arroganter, egoistischer Frauenheld, dem Geld und Luxus das wichtigste im Leben waren, obwohl er damals auf einer Studienreise in Tibet geschworen hat, Menschen helfen zu wollen und vor allem zurück an den Ort kehren wollte. Erst nach einem dramatischen Unfall und gleichzeitig Schicksalsschlag kam er nach und nach zur Besinnung und fand seine wahre Bestimmung heraus. Auf seinem Weg begleiteten ihn diverse interessante Charaktere, allen voran der Altehrwürdige und Clea, die ihm gehörig den Kopf wusch. Aber auch Wong hatte eine spannende Rolle, die sich durch die Geschichte zog und letztendlich der Grund war, wieso Stephen Strange an einen bestimmten Ort zurückkehrte. Auch Wongs Entwicklung gefiel mir richtig gut, ich freute mich richtig darüber, ihn wiederzusehen.
Zwar habe ich bisher nicht sehr viele Comics gelesen, doch gab es bisher keinen, den ich so spannungsgeladen empfand, wie diesen. Es gab mehrere überraschende Twists und einige Kämpfe, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Den Zeichenstil fand ich durch die vielen Details sehr angenehm, es gab wirklich viel zu entdecken. Sprachlich unterstützt wurden die Panels durch Sprechblasen, aber auch durch eckige Textanteile, in denen Situationen durch Gedankengänge einzelner Personen erklärt wurden. Dunkle Farben überwogen, Mimik und Gestik wurde realistisch dargestellt, was ich sehr gelungen fand.
Thematisch drehte sich die Story hauptsächlich um Stephen Strange und seinen Beruf als Chirug, den er nach einem Unfall nicht mehr so ausführen kann, wie zuvor. Über mehrere Umwege fand er letztendlich zu einem Ziel, welches er vorher zwar nicht gesucht hat, über jenes er aber sehr froh sein kann, da er endlich das gefunden hat, nach dem er jahrelang unbewusst suchte und strebte: die Erfüllung, den Menschen zu helfen, die es wirklich benötigen. Besonders gelungen fand ich die nötige Umkehrung der Vergangenheit und seines Schicksals zum Ende der Geschichte.
Beim Finale hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht, da die Auflösung recht flott kam und man ohne weitere Kenntnisse vermutlich nicht ganz hinter seine Fähigkeiten steigt. Ich habe jetzt Lust, den Film nochmal anzuschauen und mich noch intensiver mit seiner interessanten Geschichte auseinander zu setzen.
Doctor Strange: Anfang und Ende war für mich eine gelungene Darstellung seiner Herkunftsgeschichte und des Werdegangs. Ich mochte seine Entwicklung und die neue Aufgabe, ebenso gefielen mir die zur Geschichte passenden Farben und die spannenden Wendungen. Eine klare Leseempfehlung meinerseits, auch für Comiceinsteiger.
Vielen Dank an den Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

beliebt, freunde, schule, stay tuned, jako

Falling to Pieces

Kira Minttu
E-Buch Text: 112 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 20.07.2017
ISBN B0744R2HHW
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Thematik beinhaltete Aspekte wie Mobbing und körperlichen Missbrauch, die recht knapp dargestellt, aber durchaus angemessen behandelt wurden. Aber vor allem standen Freundschaft, Liebe, Verständnis und Loyalität im Mittelpunkt der Geschichte. Die Autorin schaffte es durch einen angenehmen Schreibstil und authentische Dialoge Emotionen, Situationen und Charaktere für mich greifbar zu machen. Der Verlauf der Geschichte wirkte passend, mir hat nichts gefehlt.
Und auch beim zweiten Lesen kamen die gewaltigen Emotionen und die dramatischen Ereignisse, die Jakos Leben durcheinander brachten, hervorragend rüber. Es wurde deutlich, was Jugendliche aufgrund von Egoismus und Verzweiflung durch kleine Handlungen bzw. Äußerungen auslösen und in Gang setzen können, ohne über die Konsequenzen nachzudenken, obwohl sie letztendlich selber nichts dadurch gewinnen, außer jemand anderem massiven Schaden zuzufügen. Das gesamte Ausmaß davon wurde erst nach und nach erkennbar. Übrigens finde ich den Titel des Buches dafür sehr passend gewählt.
Trotz der geringen Seitenanzahl hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas fehlte, oder dass die Geschichte nicht rund wirkte. Letztendlich ging es um eine ganz wichtige Botschaft: Manchmal zählt der Rückhalt von Freunden viel mehr, als alles andere. Und manchmal schafft eine einzige Person, negative Erlebnisse für einen kurzen Moment auszulöschen und das Glück in den Mittelpunkt zu stellen.
Schon wie bei den beiden Vorgängern empfand ich die Charaktere als hervorragend ausgearbeitet, jeder besaß seine Eigenart und beeinflusste dadurch die gesamte Geschichte. Auch Lea wurde authentisch dargestellt, die Autorin schaffte es, dass ich Leas Person gegenüber Gefühle wie Wut und Hass entwickelte. Anzumerken ist, dass ich es interessant fand, einen Einblick in die Gedanken eines männlichen Parts der Buchreihe zu erhalten. Jako war mir total sympathisch, ich konnte seine Gedankengänge gut nachvollziehen. Auch Juli fand ich in ihrer Position großartig, vor allem aber ihre Interaktion mit Katinka und Jako. Juli war meiner Meinung nach der Fels in der Brandung, der für Ruhe sorgte, aber auch alles zusammenhielt.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich wirklich oft an die Geschichten und einzelne Aspekte dieser Reihe zurück denke, da mich einiges sehr berührt hat. Manches löste Wut in mir aus, manches stimmte mich fassungslos, gar hilflos. Ich fühlte mit den Charakteren mit und konnte mich gut in alle Protagonisten hineinversetzen. Hier handelt es sich also um eine Buchreihe, die ich wirklich jedem empfehlen kann. Die Themen sind jugendlich, authentisch, glaubhaft und irgendwie wichtig.
Falling to Pieces konnte mich trotz seiner Kürze emotional mitreißen – kleine Seitenanzahl, große & wichtige Botschaft. Besonders gelungen fand ich den angenehmen Schreibstil und die dargestellten drastischen Ereignisse, ohne kitschig oder klischeehaft zu wirken. Nun hoffe ich sehr, dass es noch weitere Geschichten aus der Stay Tuned Reihe geben wird.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bloggerin, erste liebe, rockmusiker

Keep on Dreaming

Kira Minttu
Flexibler Einband: 277 Seiten
Erschienen bei ink rebels, 01.12.2016
ISBN 9783958692787
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich gebe zu, der Inhalt klingt auf den ersten Blick relativ klischeehaft, doch in der Geschichte von Katinka stand nicht das Badboy-Dasein von James McMillan im Mittelpunkt, auch nicht die Interaktion zwischen den beiden, sondern vielmehr die Probleme einer Jugendlichen auf dem Weg zur Selbstfindung. Katinka lernte durch das Interview mit der Band den Frontsänger James kennen, der für ein Prickeln sorgte und ihr gehörig den Verstand verdrehte. Gleichzeitig verbrachte sie viel Zeit mit ihrem besten Freund, Jako, der durch sein Verhalten einen Zwiespalt bezüglich Katinkas Gedanken und Gefühle auslöste. Darauf folgten so einige Handlungen Katinkas, bei denen sie Erfahrungen sammelte und vermutlich auch mal „auf die Schnauze“ fliegen musste, wie man so schön sagt, in meinen Augen alles völlig normal für Jugendliche in ihrem Alter. Zum Glück besaß sie ein gesundes Maß an Reflexionsvermögen und Situationsüberblick.
Meine Reaktionen schwankten stets zwischen „Go for it, Girl!“ und „Scheisse, das kann sie doch jetzt echt nicht bringen“. Zwischendurch wirkte sie total naiv, manchmal waghalsig und recht lange war sie durch ihre Rosarote Brille sehr eingeschränkt, aber wer war das nicht mit 16-17? Gleichzeitig wurde dadurch ihre innere Zerissenheit deutlich. Ihre beste Freundin Juli, die ich schon aus Me, without Words kannte, fand ich dabei echt großartig. Sie war für Katinka da, geigte ihr aber auch mal die Meinung. James war mir ehrlich zu keinem Zeitpunkt sympathisch, da würde ich Jako viel eher das Bookboyfriend-Potenzial zuschreiben, denn ihn fand ich wirklich toll.
Auch die anderen Leute in ihrer Clique und näheren Umgebung fand ich cool, selbst Lea agierte in ihrer Rolle echt authentisch, auch wenn ich sie wirklich ätzend fand, ebenso Milla. Aber das zeigt ja umso mehr, wie gut durchdacht die einzelnen Charaktere waren. Die Thematik mit dem Musikblog hat mir gut gefallen, es wurde gut in die Geschichte integriert. Auch die negativen Aspekte daran im Bezug auf die männlichen Bandmitglieder und deren anzügliche Äußerungen wurden meiner Meinung nach gelungen dargestellt.
Den Schreibstil fand ich auch hier sehr angenehm, er wirkte locker und schonungslos ehrlich. Wie schon im 2. Band gab es zahlreiche dramatische Ereignisse, die die Spannung situativ anheben konnten. Das Ende kam mir leider zu plötzlich, auch fand ich die erneute Erwähnung und damit neue Bedeutung eines bestimmten Musiktitels einerseits süß, andererseits recht unpassend im Anbetracht der Tatsache, wofür er vorher stand. Einem runden Abschluss hätten ein paar Seiten mehr meiner Meinung nach gut getan.
Rückblickend kann ich sagen, dass der zweite Band in meinen Augen eine immense Steigerung ist, insbesondere bezüglich der emotionalen Thematik und der Charakterentwicklung, was sicherlich für die Autorin und die Buchreihe spricht.
Keep on Dreaming stellt für mich einen gelungenen Auftakt der Stay Tuned Reihe dar, auch, wenn ich die Bücher in der falschen Reihenfolge gelesen habe. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der inneren Zerissenheit der Protagonistin auf der Suche nach sich selbst und die Integration des Musikblogs.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jay, manga, sherlock holmes

Sherlock 3

Jay. , Mark Gatiss , Steven Moffat , Gandalf Bartholomäus
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.11.2017
ISBN 9783551728869
Genre: Comics

Rezension:

Schon Band 1 und Band 2 konnten mich als absoluter Manga- und Sherlock-Neuling überzeugen. Nachdem ich nun den dritten Manga beendet habe kann ich sagen, dass ich schnellstmöglich die Serie anschauen muss, ich bin richtig neugierig, wie die Charaktere dort wirken. In dem dritten Band ging es um eine Serie von Explosionen, dessen Herkunft Sherlock und Watson gemeinsam lösen wollten. Dabei stellte sich heraus, dass sie für die Ermittlung jeweils nur wenige Stunden hatten, was ihnen vom Täter telefonisch mitgeteilt wurde.
Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen, denn diese Geschichte empfand ich wieder als wahnsinnig spannend. Sherlock wirkte arrogant und soziopathisch wie eh und je und konnte mich mit seinen Kommentaren zum Lachen bringen. Übrigens wurde in diesem Band deutlich, dass er keinesfalls perfekt ist und einen empathischen Anteil besitzt. Watson ließ wieder einiges über sich ergehen, sodass er mir manches Mal sogar leid tat. Zwischendurch hätte ich ihn gerne geschüttelt, damit er mal den Mund auf macht und Sherlock seine Meinung geigt. Dabei könnte man natürlich positiv erwähnen, dass sich somit beide in ihren Eigenarten größtenteils treu geblieben sind.
Auch die anderen Charaktere, die diesmal ihren Auftritt genossen, empfand ich als sehr interessant, allen voran Jim Moriarty. Der Verlauf der Geschichte war sehr rasant und auch hier kann ich ähnlich wie schon bei den Vorgängern sagen, dass ich das Buch sicherlich noch das eine oder andere Mal in die Hand nehmen werde. Und sicherlich fallen mir dann trotzdem noch Details auf, die ich vorher vielleicht übersehen habe.
„Also wäscht eine Hand die andere.“„Ja, und dann desinfiziere ich meine.“
Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht Sherlock und Watson bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Die Interaktionen der beiden wirkten skurril und erheiternd zugleich. Der Zeichenstil gefiel mir wieder richtig gut, besonders die mimischen Details wurden beeindruckend umgesetzt, sodass manches Mal weder Textfelder noch Sprechblasen nötig waren, um die Situationen und Gedanken erfassen zu können.
Mit seinen 244 Seiten war dieser Band der längste der Serie, es kam mir aber aufgrund der Spannung und den rasanten Wendungen keinesfalls so vor. Außerdem endete das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, der wirklich alles nach sich ziehen könnte. Da die Mangas an die BBC Fernsehserie angelehnt sind, ist diese Reihe staffeltechnisch abgeschlossen, ich kann mir aber gut vorstellen, dass eine weitere Trilogie anschließen wird, angelehnt an die zweite Staffel. Informationen zur Fernsehserie findet ihr HIER.
Zwar handelt es sich um den dritten Band einer Reihe, jedoch kann man sie auch unabhängig voneinander lesen, da es sich um verschiedene Fälle handelt. Dennoch würde ich empfehlen, erst die ersten beiden Bände zu lesen, da man so die Hintergründe des Kennenlernens von Sherlock und Watson – die wirklich interessant sind – und etwas über ihre ersten Fälle erfährt.
Sherlock 3 ist ein gelungener Abschluss der ersten Staffel in Form des Mangas und macht neugierig auf den weiteren Verlauf, der hoffentlich ebenfalls durch Jay. umgesetzt wird. Das große Spiel punktet durch spannungsgeladene Situationen und interessante Charaktere, allen voran Sherlock und seine arrogante, skurrile Art.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

zombie, x, a.l. kahnau, x-reihe, es beginn

Es beginnt

A.L. Kahnau
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 30.05.2016
ISBN 9783741236679
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Viel zu lange stand dieses Büchlein ungelesen im Regal. Um ehrlich zu sein benötigte es den richtigen Zeitpunkt, denn für gewöhnlich gehören Bücher und Filme über Zombie-Apokalypsen nicht zu meinen favorisierten Themen. Dennoch war ich sehr neugierig auf die Thematik und besonders auf die Umsetzung, denn hier handelt es sich um eine bisher siebenteilige Reihe.
Vor wenigen Tagen beschloss ich, in den Roman rein zu lesen – mir war nach einer spannungsgeladenen Geschichte. Letztendlich endete es so, dass mich die Thematik nicht mehr losließ und hätte ich nicht zur Arbeit gemusst, hätte ich das knapp 300 seitenlangen Buch in einem Rutsch durchgelesen. Den Schreibstil empfand ich als jugendlich locker und sehr angenehm zu lesen. Die Autorin schaffte es, bestimmte Situationen so detailliert und eindrucksvoll zu beschreiben, dass ich völlig gebannt war. Der Ausbau der Charaktere war sehr gelungen, es gab mehrere Personen, die ich nicht gut einschätzen konnte, die mich sogar täuschen oder überraschen konnten.
Mila war meiner Meinung nach eine angenehme Protagonistin, auch wenn ich sie punktuell als etwas naiv empfand. Es gab Aspekte die klar auf der Hand lagen, von ihr jedoch gänzlich übersehen oder nicht wahrgenommen wurden. Zum Glück besaß Paddy den nötigen Scharfsinn, auch wenn er arrogant und egoistisch wirkte. Doch auch er gehörte definitiv zu den Charakteren, die mich überraschen konnten. Samuel fand ich angenehm, auch wenn ich gerne noch mehr über ihn erfahren hätte. Es gab zahlreiche Personen, was mich aber keinesfalls verwirrte, denn jeder hatte seine Aufgabe. Besonders gespannt bin ich natürlich auf den weiteren Einfluss von Dante, der bisher recht mysteriös blieb. Seine Kapitel waren kurz, aber dennoch aussagekräftig.
„Schlaf erst mal. Morgen sieht die Welt ganz anders aus.“„Das befürchte ich auch“[Es beginnt X 1, A.L. Kahnau]
Die Umsetzung der Apokalypse fand ich mehr als gelungen. Die Einführung in die Thematik erfolgte schrittweise und nahm immer mehr an Tempo und Dramatik zu, sodass ich mir sehr gut darauf einlassen konnte. Sagen wir mal ich habe „Blut geleckt“, was als Formulierung in dem Fall natürlich mehr als passend erscheint. Ich bin unfassbar gespannt darauf, wie es mit den Jugendlichen weitergeht und werde somit ganz bald mit Episode 2 weitermachen.
Es beginnt (X 1) konnte mich gänzlich überzeugen. Die Spannung war nahezu greifbar und die Protagonisten allesamt individuell und authentisch. Auch das Setting empfand ich als gelungen gewählt, ebenso die schrittweise Einführung in die Thematik mit steigendem Tempo.
Vielen Dank an A.L. Kahnau für das Rezensionsexemplar.

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126 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

märchen, liebe, märchenadaption, fantaghiro, magie

Prinzessin Fantaghiro - Im Bann der Weißen Wälder

Jennifer Alice Jager
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 07.12.2017
ISBN 9783646603422
Genre: Fantasy

Rezension:

Da ich noch nie etwas von dem Volksmärchen gehört habe bin ich gänzlich unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Der Inhalt klang für mich neu und total spannend, da ich ein großer Fan starker Heldinnen bin, die nicht gerettet werden müssen.
„Wenn der Krieg kommt, greife ich lieber zum Schwert, als zum Rosenkranz.“[Prinzessin Fantaghiro, Jennifer Alice Jager]
Und auch Fantaghiro war eine super coole, starke und vor allem eigensinnige Protagonistin, die sich nicht die Butter vom Brot klauen lässt. Sie wusste was sie will und ließ sich durch das System nichts vorschreiben, zum Leidwesen ihres Vaters, dem König. Ihre beiden Schwestern waren das komplette Gegenteil von ihr und genau das, was man sich unter Prinzessinnen vorstellt – regelkonform, mädchenhaft, höflich. Dennoch konnten mich die beiden überraschen, zumal ich sie zu Beginn als die braven und naiven Schwestern eingeschätzt habe, die sich Fantaghiro gegenüber wenig tolerant zeigten.
Fantaghiro machte ebenfalls eine Entwicklung durch, leider nicht immer zu meiner Freude. Auch wenn mir natürlich klar war, dass sich eine Liebesgeschichte anbahnen wird, war mir die persönlich später ein wenig zu einflussnehmend, zu präsent, im Anbetracht der Tatsache, dass die Protagonistin zu Beginn weder was auf die Prinzen, noch auf Romantik als solches gibt. Trotzdem konnte ich mich gut darauf einlassen, schließlich handelte es sich hier um ein Märchen, in dem Prinzessinnen und ein Schloss eine große Rolle spielen würden. Darüber hinaus hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, da auch dort eher die Liebe im Mittelpunkt stand und nicht wie zu Beginn die Stärke und die wilde, eigensinnige und authentische Art Fantaghiros, die stets einen taffen Spruch auf Lager hatte und die Botschaft transportierte, dass es nicht schlimm oder weniger wert ist, eine Frau zu sein, dass man alles erreichen kann, wenn man bereit ist, dafür zu kämpfen. Sie sah in allen Dingen stets das Gute und zeigte allen, dass es nicht wichtig ist, wie man aussieht, ob man Mann oder Frau, adelig oder gewöhnlich ist, so lange man Leidenschaft in sich trägt.
Die Thematik fand ich somit sehr spannend, ich war völlig angetan von Fantaghiros starker, mutiger Art. Der Verlauf der Geschichte konnte mich total fesseln, woran die wechselnden Erzählweisen nicht unschuldig waren, denn so konnte ich auch einiges aus der Sicht des attraktiven Schwertkämpfers Alessio erfahren. Auch er war mir sehr sympathisch, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass seine Herkunft zunächst im Verborgenen blieb. Zunächst konnte ich nicht einschätzen, ob er vertrauenswürdig ist oder nicht.
Dramatische Szenen wurden leider recht knapp beschrieben, sodass ich wegen des flotten Tempos teilweise nicht hinterher kam. Dort hätte ich mir einen differenzierteren Ausbau und ein paar Seiten mehr gewünscht. Dahingegen gefielen mir die detaillierten Beschreibungen der Umgebung richtig gut, vor allem die verbotenen weißen Wälder.
Prinzessin Fantaghiro stellt für mich eine gelungene Märchenadaption dar, auch wenn ich keinerlei Vergleichsmöglichkeiten besitze. Ich fühlte mich richtig gut unterhalten, auch passt die Geschichte atmosphärisch sehr gut in die kalte Jahreszeit. Ein Highlight waren die verbotenen weißen Wälder und die taffe Art der Protagonistin, die mich oft zum Schmunzeln brachte. Gefehlt hat mir ein differenzierter Ausbau dramatischer Szenen.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

ungeborenes baby, plan, schwangerschaft, belauschen, affäre

Nussschale

Ian McEwan , Bernhard Robben
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 24.01.2018
ISBN 9783257244151
Genre: Romane

Rezension:

Schon der Anfang lässt auf eine spannende Geschichte schließen, bei der man sich in etwa das gleiche denkt, wie das namenlose Kind. Mir fällt es sehr schwer, angemessene Worte für dieses Kunstwerk zu finden, denn meiner Meinung nach ist es genau das – ein wahrliches Kunstwerk. Nussschale war mein erstes Werk des Autors und ich kann sagen, dass ich nun sehr neugierig auf seine weiteren Bücher bin, die im Übrigen alle im hinteren Teil der Lektüre aufgelistet sind.
Der Schreibstil ist einzigartig, voller Metaphern und Vergleiche, fesselnd, schonungslos und zugleich philosophisch. Ich empfand es als wahnsinnig spannend die Umgebung ausschließlich durch die Beschreibungen des Kindes zu erleben, kann es doch nicht sehen und ausschließlich anhand von Geräuschen, aber auch durch Gefühle und Tätigkeiten der Mutter, seine Umwelt wahrnehmen und erfassen. Somit wirkten die Schilderungen teils skurril, teils ungewöhnlich, teils unangenehm. Spannend und zugleich verstörend empfand ich den Aspekt des tatenlosen Zusehens, in welches man in der Perspektive gedrängt wurde. Den Titel finde ich übrigens sehr passend zum Inhalt, ebenfalls das Bild auf dem schlichten Buchcover.
Natürlich haben wir es hier nicht mit der gewöhnlichen Darstellung eines Ungeborenen zu tun, es handelt sich um eine fiktive Erschaffung eines Wesens was bereits im Mutterleib über Moralvorstellungen und eine gewisse Weisheit verfügt, die es in seine Wahrnehmung und Beschreibungen dessen einbaut. Gelungen fand ich die Tatsache, dass die Bindung des Kindes zur Mutter unerschöpflich war, die Liebe grenzenlos, egal was passierte. Leider bestand diese Bindung eher einseitig, was schon alleine dadurch deutlich wurde, dass das Kind bis zuletzt namenlos war, auch wurde es scheinbar eher als Störfaktor wahrgenommen, von allen Parteien.
Die Mutter fand ich unsympathisch, auf mich wirkte es, als wäre sie verzweifelt, böswillig und psychisch labil. Lediglich ihr Verhalten am Ende des Buches konnte ich nachvollziehen, endlich zeigte sie einen minimalen Ansatz von Stärke und Empathie. Der Vater war eine interessante Figur, den Liebhaber hingegen empfand ich als wahnsinnig dümmlich, grausam und einfach gestrickt, zugleich besaß er leider einen immensen Einfluss auf die Mutter und die Entwicklung der Geschichte.
Die Thematik drehte sich primär um die Personenkonstellationen und die Auswirkungen einzelner Taten und Äußerungen. Die Interaktionen fanden hauptsächlich im Haus des Vaters in London statt, wodurch das Setting eher eingeschränkt war, dennoch fand ich die Geschichte sehr spannend, auch wenn das Ende relativ offen blieb. Dies und die Kürze des Buches empfand ich aber nicht als negativ, im Gegenteil. Mir fehlte nichts, das Ganze wirkte insgesamt rund.
Mit Nussschale konnte Ian McEwan mich vollends begeistern und mir Lust auf seine anderen Werke machen. Es handelt sich um eine kluge, skurrile und fesselnde Geschichte über Verrat und Leidenschaft aus der Sicht eines ungeborenen Kindes. 
Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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167 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

weihnachten, dinosaurier, tom fletcher, kinderbuch, der weihnachtosaurus

Der Weihnachtosaurus

Tom Fletcher , Franziska Gehm , Shane Devries
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbt, 02.10.2017
ISBN 9783570164990
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wie viele von euch bereits wissen bin ich ein absoluter Weihnachtsmuffel. Für mich hat dieses Fest keine große Bedeutung, ich finde es sogar sehr schade, dass es mittlerweile in so einem Wahn ausartet und irgendwie nahezu jeder gestresst und danach total froh ist, wenn es vorbei ist. Die Zeit mit seinen liebsten zu genießen ist dahingegen natürlich schön, aber dafür braucht man ja nicht unbedingt einen Anlass (es sei denn die Familie ist so groß, dass es schwierig ist, sonst zusammen zu kommen). Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, dem ganzen Kram gänzlich aus dem Weg zu gehen und ich kann euch sagen: das ist super entspannend! Dennoch gönne ich natürlich jedem genau das Weihnachtsfest, das er sich wünscht und freue mich für jeden, der daran seine Freude hat.
Nichtsdestotrotz habe ich es gewagt, Der Weihnachtosaurus im Bloggerportal anzufragen. Und ich hatte Glück, denn kurz danach lag dieses hübsche Büchlein in meiner Packstation. Es besitzt einen goldenen Buchrücken, einen roten Hardcover-Einband und wunderschöne schwarz-weiße Illustrationen, die das Lesevergnügen zusätzlich gesteigert haben. Shane Devries hauchte den Charakteren und der Umgebung dadurch Leben ein und kam dabei gänzlich ohne Farbe aus.
Zu Beginn erfuhr ich die Hintergründe des Dinosaurier-Eis, was einen spannenden Einstieg in die Geschichte bot. Daraufhin lernte ich William und seinen Vater kennen, ebenfalls ein paar Aspekte aus seinem Schulalltag. Der Schreibstil, der mit Neologismen, Reimen und Gedichten sowie direkter Ansprache des Lesers, geschmückt war, gefiel mir dabei wahnsinnig gut, denn er eignet sich hervorragend auch für jüngere Leser und ebenfalls zum Vorlesen. Die weihnachtliche Thematik bildete zwar die Basis, jedoch fühlte ich mich davon keinesfalls überladen – im Gegenteil. Dadurch, dass es primär um Freundschaft, Vergebung und Herzenswünsche ging, konnte ich mich gut darauf einlassen. Richtig gelungen fand ich die Entwicklungen der Charaktere sowie die kleinen und großen Überraschungen und Wendungen, die gekonnt integriert wurden, sodass die Spannung immer wieder angehoben wurde.
Besonders cool fand ich Brenda und ihre Entwicklung, zu der ich an dieser Stelle aber natürlich nicht zu viel verraten möchte. Nur so viel: der Autor konnte mich dabei sehr überraschen und beeindrucken! Auch die familiären Hintergründe von William und seinem Vater gefielen mir gut. Ein Highlight war selbstverständlich der Weihnachtosaurus. Ich habe mich sofort in ihn verliebt, schon alleine durch seine Neugierde, seine optische Darstellung und den Mustern auf seiner Haut. Die Interaktion zwischen ihm und William war wirklich herzerwärmend. Im Mittelpunkt stand die Freundschaft der beiden, aber auch die Tatsache, dass man verzichten muss, um dem anderen die bestmögliche Situation zu ermöglichen. Auch Vergebung spielte eine große Rolle, denn es gab mehrere Ereignisse, die dies erforderten und dadurch für einen positiven Verlauf und viele Erkenntnisse sorgten.
William war ein sehr angenehmer Protagonist, der keinesfalls perfekt war. Er besaß eine körperliche Behinderung und wurde sogar gemobbt. Trotzdem behielt er seinen Frohsinn, denn bald stand schließlich Weihnachten an, was er und sein Vater sehr liebten. William besaß ein großes Herz, eine Liebe für Dinosaurier, die sich in seinem Zimmer, seiner Kleidung und regelmäßigen Museumsbesuchen äußerte, und einen wirklich tollen Humor, der mich oft Schmunzeln ließ. Grundsätzlich konnten Emotionen gut projiziert werden, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte und total eintauchen konnte. Meine allererste Weihnachtsgeschichte. Und sicherlich werde ich sie auch in den kommenden Jahren immer wieder zur Hand nehmen.
Der Weihnachtosaurus ist eine herzerwärmende Geschichte für Jung und Alt, die durchaus auch für Weihnachtsmuffel (wie mich) geeignet ist, da die zentralen Themen Freundschaft, Vergebung und Herzenswünsche sind. 
Vielen Dank an den cbt Verlag für das Rezensionsexemplar.

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41 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

Café Morelli

G. R. Gemin , Gabriele Haefs
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560438
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Café Morelli habe ich euch kürzlich im Rahmen unseres Königskinder Adventskalenders bereits vorgestellt. Dort könnt ihr also mehr über die geschichtlichen Hintergründe erfahren und Zitate und ein paar Fotos sehen. Mich hat das Buch sehr überrascht, denn ich habe ehrlich gesagt nicht angenommen, dass es über einen derartigen Tiefgang verfügen wird. Erwartet hatte ich eine schöne Geschichte mit italienischem Flair über eine Familie, bekommen habe ich dann eine emotionale Familiengeschichte bei der der zweite Weltkrieg eine große Rolle spielt und aufzeigt, dass man mit Zusammenhalt, leckerem Rezepten und Kaffee fast alles schaffen kann.
Da ich vor dem Lesen fast nie weiß, worum es in den Büchern genau geht, möchte ich auch in meiner Rezension nicht zu viel vorweg nehmen. Wenn ihr Lust auf eine süße Geschichte mit tollen, authentischen Charakteren habt, die nicht immer stark sind, sondern auch Schwächen haben, kann ich euch Café Morelli wirklich ans Herz legen. Nicht nur die optische Gestaltung ist wunderschön. Auch der Tiefgang und die Entwicklung der Geschichte und der einzelnen Charaktere konnte mich überzeugen.
Joe ist 14 Jahre alt und wird später das Café seines Großvaters erben. Doch leider läuft es aktuell nicht so gut, die Tische bleiben leer, die Kundschaft aus. Das will er aber nicht so hinnehmen und schmiedet Pläne, wie er das Café, das schon seit den 30ern existiert und von seinem Nonno mit voller Leidenschaft geführt wurde, retten kann. Dabei erhält er Unterstützung von seiner hübschen Cousine Mimi, die den Jungs in dem Stadtviertel gehörig den Kopf verdreht. Wer jetzt jedoch denkt, dass es sich hier um eine romantische Liebesgeschichte handelt, den muss ich enttäuschen. Im Mittelpunkt steht tatsächlich das Café und seine Entwicklung, aber auch seine Geschichte. Auch die Läden und deren Besitzer drum herum nehmen immensen Einfluss in den Verlauf. Was Joe sich alles überlegt müsst ihr natürlich selbst herausfinden. Nur so viel: er hat mich mehrfach total überraschen können, denn bei manchen Ideen dachte selbst ich – das geht doch niemals gut.
Besonders gelungen fand ich die Rückblicke in die (Nach)Kriegszeit betreffend das kleine walisische Stadtviertel, England und Italien, sowie jeden einzelnen, auf den Mussolinis Handlungen Einfluss nahmen, denn auch das wurde thematisiert. Diese Rückblicke erfolgten anhand von Tonaufnahmen des Großvaters von Joe. Ich empfand die Erzählungen als emotional und teilweise bedrückend, was aber oftmals von den Handlungen und Dialogen im Jetzt aufgelockert wurde.
Ich konnte nicht glauben, dass in so kurzer Zeit alles so schrecklich geworden war. Ich hasste die Briten, und ich hasste die Italiener, weil sie sich mit Hitler verbündet hatten. Ich war noch nie so wütend und verängstigt gewesen[Café Morelli, G.R. Gemin, S. 114]
Jeder einzelne Charakter hatte seine eigene Geschichte, von denen keine einzige uninteressant war. Spannend fand ich die Bedeutungen der einzelnen Familien in der Vergangenheit. Jeder spielte somit eine wichtige Rolle, so klein sie zunächst wirkte. Besonders Gwen fand ich toll, aber auch Mimi, da sie frischen Wind, leckere Pastarezepte (dürfte ich mich nur noch von einer Sache ernähren, würde ich immer Nudeln wählen) und aromatischen Kaffee (ok, Kaffee darf auch nicht fehlen) ins Haus brachte. Die Interaktion von Joe und seinem Nonno fand ich großartig und wichtig. Ich glaube jeder ältere Mensch würde sich solch einen Enkel wünschen.
Auch gibt es im hinteren Teil des Buches noch einiges zu entdecken. Der Autor bietet im Nachwort ein paar geschichtliche Informationen. Auch über den Aspekt der Oper und die verschiedenen Arten berichtet der Autor. Danach gibt es noch ein paar tolle Rezepte, denn das Essen und besonders Pasta und Pizza spielen in Café Morelli eine große Rolle.
Café Morelli konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. G.R. Gemin hat damit eine in meinen Augen perfekte Mischung aus emotionalem Familienroman und humorvoller jugendlicher Lektüre mit geschichtlichen Einblicken in die eher unbekannten Tragödie des Untergangs der SS Arandora Star geschrieben, in einem Setting voller walisischer Geselligkeit und italienischem Flair.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

daslachendertoten, selfpublishing, kimleopold, rezension, blackheart

Black Heart 02: Das Lachen der Toten

Kim Leopold
E-Buch Text: 110 Seiten
Erschienen bei null, 30.11.2017
ISBN B076JF2L77
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das 110 seitenlange eBook wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wovon zwei hauptsächlich in Deutschland und Frankreich im Jahr 2018, und eine in Norwegen um 1768 spielen. Als erstes lernte ich diesmal Azalea kennen, die im ersten Band nicht auftauchte und somit eine neue Sichtweise ins Spiel brachte, die meiner Meinung nach durch die beschriebene Dramatik und überraschende Wendung die spannendste war. Azalea verlor an einem Abend, an dem viel Alkohol getrunken wurde, ihr Amulett. Am nächsten Tag begab sie sich also gemeinsam mit ihrer neuen Bekanntschaft in das düstere, verlassene Gefängnis, an dem sie am Abend zuvor waren, wo sie auf unerwartete Gefahren trafen.
Die zweite Perspektive beinhaltete die mir bereits bekannte Freya, jedoch wurde diesmal aus der Sicht von Mikail, ihrem Begleiter, erzählt. Beide reisten zum Hof des Königs, wo Freya eine recht überraschende Mitteilung erhielt, auf deren weiteren Verlauf ich sehr gespannt bin. Die dritte Perspektive war die von Louisa, die auch im ersten Band eine große Rolle spielte. Nun konnte ich Alex besser kennen lernen, und eins sei gesagt: er hat definitiv Bookboyfriend-Potenzial! Ich bin besonders gespannt, wie es mit den beiden weitergeht, auch möchte ich endlich mehr über den Palast der Träume, die dortige Schule für Zauberlehrlinge, erfahren. Die Integration der Gestaltwandler fand ich richtig gelungen, dadurch wurde die Spannung immer mal wieder angehoben.
In dem zweiten Band wurden ein paar Fragen aus dem ersten geklärt, aber gleichzeitig kamen neue auf. Ich bin wahnsinnig gespannt auf den dritten Band, der schon Ende des Monats erscheint. Ich habe ihn übrigens bereits bei Amazon** vorbestellt. Meiner Meinung nach war dieser Band eine Steigerung zum ersten, insbesondere weil ich mich nach und nach in die Charaktere und Situationen einfinden konnte und meine Neugierde durch die verschiedenen Handlungsstränge gesteigert wurde.
Die Idee, verschiedene Perspektiven, Zeiten und Geschichten einzubringen und nach und nach immer mehr zusammenfließen zu lassen, hat mir richtig gut gefallen. Es war für mich eine angenehme Mischung abwechselnder Themen wie Magie, Gestaltwandler, Hexentum, mit einer guten Portion Humor und einem Hauch prickelnder Annäherungen.
Auf dem Flughafen zu verbluten wäre keine besonders gute Strategie, um nicht aufzufallen.[Das Lachen der Toten, Kim Leopold]
Das Lachen der Toten ist eine gelungene Fortsetzung und für mich persönlich eine Steigerung zum ersten Band. Besonders die neue Perspektive von Azalea gefiel mir durch die Dramatik und Spannung richtig gut. Alle drei Erzählstränge hielten einige Überraschungen bereit, die mich neugierig auf den dritten Band stimmen. 
Vielen Dank an Kim Leopold für das Rezensionsexemplar.

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144 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

mobbing, selbstmord, schule, lindsey lee johnson, kalifornien

Der gefährlichste Ort der Welt

Lindsey Lee Johnson , Kathrin Razum
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281331
Genre: Romane

Rezension:

Es ist nun schon in etwa eine Woche her, dass ich das Buch beendet habe und nach wie vor fällt es mir schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Bei Der gefährlichste Ort der Welt handelt es sich um ein besonderes Buch über mehrere Jugendliche, die allesamt eine interessante Geschichte haben, die wiederum alle Einfluss auf das große Ganze nehmen. Diese Geschichten haben dabei alle etwas gemeinsam – sie beschäftigen sich mit dem Prozess der Selbstfindung, dem Heranwachsen und damit einhergehende Probleme.
Die Geschichte zeigt auf, dass man zwar verschiedene Lebensstile haben kann, aber grundsätzlich gar nicht so unterschiedlich ist. Alle aufgeführten Jugendlichen hegen den Wunsch nach Akzeptanz ihres Umfeldes, nach Freundschaft und irgendwie auch nach Liebe, egal ob familiär, freundschaftlich oder partnerschaftlich.
Es gab somit ganz verschiedene Aspekte, die in den einzelnen Texten behandelt wurden, die alle zusammenspielten und aufeinander aufbauten. Ich lernte Calista/Cally kennen, die einen sehr persönlichen Brief von Tristan bekam, was die eigentliche Basis darstellte, auf der die gesamte Geschichte konstruiert wurde. Besonders Cally machte eine immense Entwicklung durch, an der der Brief keinesfalls unschuldig war. Denn dieser Brief wurde an andere Personen weiter getragen und später sogar in den sozialen Medien thematisiert, was heftige Folgen für alle Beteiligten hatte. Zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich persönlich wusste vor dem Lesen auch nicht mehr als ihr bis hier hin, und das war auch gut so.
Danach lernte ich Abigail kennen, einst die beste Freundin von Cally, die eine geheime und recht kritische Beziehung zu einem Mann hatte. Dann gab es noch Dave, der recht vernünftig wirkte im Gesamtkontext, aber auch sein Päckchen zu tragen hatte. Nick fälschte Prüfungen, vertickte Drogen und organisierte eine Party bei Elisabeth, die verheerende Folgen hatte. Sein Kumpel Damon trug seinen Teil dazu bei. Und Emma litt danach Höllenqualen, körperlich, wie seelisch. Elisabeth wirkte auf den ersten Blick arrogant, war aber in Wirklichkeit völlig einsam und in sich gekehrt und musste schlimme Dinge erleben. Ryan, ein weiterer Kumpel von Nick, kam einer interessanten Neigung nach.
Ihr merkt, dass es zahlreiche Charaktere gab, deren Geschichten aufeinander aufbauten, schon alleine, weil die Personen miteinander agierten. Besonders gelungen fand ich dabei den Schreibstil. Das Buch war in drei große Teile gegliedert und es gab einen allwissenden Erzähler. Interessant fand ich die Überschriften, die immer eine Kombination aus Artikel und Nomen beinhaltete, die den Kernaspekt darstellte, beispielsweise Der Brief, Die Schöne, Das Internet, Die Tänzerin. In jedem Textabschnitt, der zu einer bestimmten Person gehörte, wurden Nebenfiguren benannt, die eine Rolle in der Geschichte der Person spielten, und über die dann im nächsten Abschnitt berichtet wurde. Somit gab es einen roten Faden, der einen durch das Buch führte. Spannend fand ich, dass Callys Geschichte dabei einen Rahmen bildet. Im ersten Kapitel erfuhr ich Hintergrundinformationen über Mill Valley, die einen interessanten Einstieg in das Buch bildeten. Die Geschichte führte mich durch die achte, elfte und zwölfte Klasse der Protagonistin.
Lehrerinnen wie sie ermunterten hoffnungslose Fälle wie Tristan ständig, sich mit absurden Anstrengungen in die Gemeinschaft einzubringen – mit Liebeserklärungen oder wahllosen Versuchen, Freundschaften zu schließen -, als wäre die Mittelschule ein sicherer Hafen, in dem man solche Experimente durchführen konnte, und nicht der gefährlichste Ort der Welt.[Der gefährlichste Ort der Welt, Lindsey Lee Johnson, S. 40]
Jede einzelne Geschichten dieser vielseitigen und einzigartigen Jugendlichen hat mich verstört und beeindruckt zugleich. Sie regten zum Nachdenken an und zeigten auf, dass niemand grundsätzlich vor derartigen Komplikationen des Jugendalters geschützt ist, egal wie klein, sicher oder unscheinbar der Wohnort wirkt, wie sorglos und reich die Familie ist, wie groß der Freundeskreis. Besonders überwältigend fand ich die letzten Seiten des Buches, in denen Cally ihr Verhalten und das der anderen reflektierte, Handlungen zum Teil erklären, aber nicht beschönigen wollte.
Der gefährlichste Ort der Welt ist ein beeindruckendes, punktuell verstörendes und schonungslos ehrliches Buch, welches mich thematisch nachhaltig beschäftigen wird. Die Thematik, die sich um das Heranwachsen und den Einfluss sozialer Medien dreht, geht meiner Meinung nach jeden etwas an. 
Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Gwenpool

Christopher Hastings , Irene Strychalski , Gurihiru , Michael Strittmatter
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 28.11.2017
ISBN 9783741603808
Genre: Comics

Rezension:

Entgegen meiner Befürchtung, dass die deutsche Übersetzung nicht an das Original herankommt, muss ich sagen, dass ich auch hier den Schreibstil sehr genossen habe, es ging meiner Meinung nach nicht viel verloren, insofern ich das einschätzen kann, nachdem ich den ersten Teil auf Englisch und diesen auf Deutsch gelesen habe.
In dieser Ausgabe traf Gwen auf Spiderman, was nicht immer glimpflich ablief und relativ konfliktbehaftet war. Dennoch hatte ich auch dadurch einiges zu Lachen. Gwen hatte auch hier wieder eine humorvolle, lockere und unverkrampfte Art an sich, die mich begeistert hat. Ich mochte die Art, wie sie Gefahren anging und diese löste, wenn auch oft nicht ungefährlich für sie und ihr Umfeld. Auch ihr Freund Cecil war wieder mit am Start und hatte eine wichtige Rolle. Besonders interessant fand ich natürlich den mysteriösen Auftraggeber und seine Motivation. Mein persönliches Highlight war die besondere Armee, die Gwen am Ende gründete, auch wenn sie nur einen sehr kurzen Auftritt hatte. Die Auflösung war einerseits traurig, aber stimmig und macht neugierig auf mehr. Auf mehr Gwen, mehr Gefahren, mehr Abenteuer, mehr Jobs.
Die Zeichnungen fand ich sehr gelungen, besonders die pinken Sprechblasen, die Gwens Äußerungen, Gedanken und Informationen kennzeichneten. Die Farben waren teilweise recht knallig, teilweise auch eher matt, je nach Situation, was ich sehr authentisch fand. Ich bin ein großer Fan der Covergestaltung der beiden (bisherigen) Hefte, auch finde ich die Untertitel ziemlich cool.
Gwenpool 2 war eine gelungene, humorvolle und spannende Fortsetzung, die mir sogar noch besser gefiel, als der erste Teil. Ich kann sie somit allen Marvel- und Comicliebhabern, und denen, die es noch werden wollen, ans Herz legen. Ihr solltet aber mit dem ersten Band beginnen, um Vorwissen zu besitzen, welches punktuell erforderlich ist. 
Vielen Dank an den Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

fantasy, märchen, gestaltenwandler, hexen, magie

Black Heart: Ein Märchen von Gut und Böse

Kim Leopold
E-Buch Text: 102 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 31.10.2017
ISBN B075Z7W7PV
Genre: Fantasy

Rezension:

Das 114 seitenlange eBook wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wovon zwei hauptsächlich in Deutschland im Jahr 2018 und eine in Norwegen um 1768 spielen. Eine Perspektive davon war Louisa, die 18-jährige Protagonistin, die lieber an Flugzeugen schraubt, als in Kleidern und Stöckelschuhen mit Freundinnen abzuhängen. Sie trifft im Verlauf auf den mysteriösen Alex, der etwas zu verbergen schien. Auch ihre Mutter wirkte plötzlich geheimnisvoll und fast nervös.
Ein Märchen von Gut und Böse3
Die zweite Perspektive drehte sich um eine für die Handlung scheinbar sehr wichtige Person, deren damalige Taten anscheinend immense Auswirkungen auf die Zukunft hatten. Ihren Charakter und die Ereignisse, die sie bestreiten musste, empfand ich als sehr spannend, ich habe total mitgefiebert und bin sehr gespannt, inwiefern sie weiterhin Einfluss nehmen wird.
Die dritte Erzählperspektive wurde mir bezüglich der Person nicht ganz schlüssig, ich denke jedoch, dass es sich um einen Mann handelte, der einen Partner (?) hat, mit dem er Kriminalfälle aufdeckte. Auch die beiden spielen scheinbar eine große Rolle in der Geschichte. Bei dieser Perspektive hat mich etwas gestört, dass die Formulierung „mein Freund“ nahezu auf jeder Seite, manchmal sogar mehrfach, vorkam. Dass kein Name genannt wurde fand ich irritierend und gleichzeitig interessant, da man nichts genaues über die Personen erfuhr.
Wie ihr merkt, taten sich während des Lesens einige Fragen auf, die bisher nicht beantwortet werden konnten. Auf mich wirkte der erste Teil dieser märchenhaften, düsteren Reihe wie ein langer Prolog, der sehr neugierig auf die Geschichte, die Hintergründe und vor allem natürlich die Zusammenhänge zwischen den drei Perspektiven machte. Besonders zum Ende hin passierten dramatische und spannende Dinge, über die ich unbedingt mehr erfahren möchte. Zum Glück erscheint der zweite Teil Das Lachen der Toten bereits am 30.11., den man sich bei Amazon** bereits vorbestellen kann.
Die Thematik der Geschichte wirkte auf mich wahnsinnig facettenreich, sie beinhaltete Aspekte wie Hexentum, Magie und Gestaltwandler in einem realen, alltäglichen Setting.  Die Idee mit den Wächtern finde ich ziemlich cool. Ich bin wahnsinnig gespannt, was der nächste Band bereithält und freue mich mehr über einzelne Charaktere zu erfahren und herauszufinden, wie die Stränge zusammenlaufen. Besonders Alex hat es mir durch seine geheimnisvolle aber fürsorgliche Art angetan. Meine Erwartungen sind somit ziemlich hoch.
Ich presse mich gegen die Tür und hebe das Messer ein Stück höher […] Es fällt mir schwer, meine Gedanken zu sortieren.Gut oder böse?Gut oder böse?„Ich gehe jetzt.“Meine Stimme zittert genauso sehr wie meine Hände.
Ein Märchen von Gut und Böse ist ein gelungener Auftakt einer märchenhaft und düster wirkenden Reihe, der auf jeden Fall sehr neugierig macht. Der erste Band hat viele Fragen aufgeworfen und endete mit einem fiesen Cliffhanger, sodass ich schon super gespannt auf die Fortsetzung bin, die zum Glück nicht mehr lange auf sich warten lässt. 
Vielen Dank an Kim Leopold für das Rezensionsexemplar.

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(6)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

zeilengold verlag, winter, kurzgeschichte, anthologie, der zauber des winters

Der Zauber des Winters

Lillith Korn , Ney Sceatcher , Nicole Obermeier , Kat Rupin
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 20.11.2017
ISBN 9783946955054
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Annahme, dass ich als Weihnachtsmuffel keinen Zugang zu den winterlichen Kurzgeschichten bekommen werde hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil – denn die zehn Geschichten waren allesamt sehr facettenreich und beinhalteten diverse Themen, die mich zum Nachdenken und Träumen brachten. Es ging um Feen, fantasievolle Gaben, Flüchtlinge, Krieg, Musik, Krankheit, aber natürlich auch um die Weihnachtszeit an sich.
Es gab mehrere Geschichten, die mich beeindrucken konnten, allen voran Das Feuer in mir von Nicole Obermeier und Das Fest der Liebe von Christin Thomas. In beiden fand ich die vermittelte Botschaft gelungen und emotional einnehmend. Besonders die zweite genannte Geschichte bildete einen gelungenen Abschluss der Kurzgeschichtensammlung. Die erstgenannte beinhaltete schöne Fantasy-Aspekte.
Am meisten habe ich mich ehrlich gesagt auf die Geschichte von Mariella Heyd gefreut, nachdem mir Die Braut des blauen Raben so gut gefiel. Auch ihren Text Zwischen Schokomännern und Weihnachtsküssen fand ich dann gut gelungen. Er überzeugte mich durch interessante Charaktere und einem Vorfall an einem weihnachtlichen Setting und der Botschaft, dass man die Arbeit auch mal Arbeit sein lassen, und sich auf seine Liebsten konzentrieren sollte.
Ich fand es sehr angenehm, winterliche Geschichten, von denen einige Weihnachten als grundlegendes Thema hatten, auf eine neue Art erleben und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten zu können. Ich bekam somit beispielsweise einen (fiktiven) Einblick in das Berufsleben einer Mitarbeiterin eines Einkaufsladens zur Weihnachtszeit, aber auch in das einer Helferin in einer Flüchtlingsankunft.
Alle Geschichten besaßen einen angenehmen Schreibstil, sodass ich mich gut darauf einlassen konnte. Lediglich bei Die Geschichte der ewigen Nacht von Ney Sceatcher hatte ich das Gefühl, dass sie am Ende nicht vollständig wirkte, mir fehlte etwas. Da mir die Thematik des besonderen Festes total gut gefiel, fand ich dies sehr schade, ich hätte gerne eine Auflösung gehabt. Weihnachtswunder am Hindukusch von Sabrina Schuh fand ich spannend, aber wenig realitätsnah.
Zwar gibt es das eBook schon eine Weile, jedoch erscheint heute die Taschenbuchausgabe. Ich kann empfehlen die Geschichten an kalten Abenden zu genießen, da die beschriebene Atmosphäre in allen Texten hervorragend dazu passt. Sie passt aber generell zu ungemütlichen Tagen, nicht nur speziell zur Weihnachtszeit, da es mehrere Geschichten gibt, die nicht explizit an Weihnachten spielen.
Der Zauber des Winters ist eine gelungene und vielseitige Kurzgeschichtensammlung über die Weihnachtszeit und beinhaltet Aspekte wie Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und Nächstenliebe. Ich kann sie somit allen empfehlen, die Lust auf atmosphärische, winterliche Geschichten haben.
Vielen Dank an den Zeilengold Verlag für das Rezensionsexemplar.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

pinguine, tierwelt, tiere, majasäfström, geschenk

Pinguine sind kitzlig, Bienen schlafen nie, und keiner schwimmt so langsam wie das Seepferdchen

Maja Säfström , Elvira Willems , Maja Säfström
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 09.10.2017
ISBN 9783328101529
Genre: Humor

Rezension:

Vor einiger Zeit habe ich dieses Büchlein bei einer Bloggerin entdeckt, die es auf Englisch gelesen und in einer Rezension vorgestellt hat. Dort schrieb sie, dass es bald übersetzt werde und im Penguin Verlag erscheine. Somit musste ich es unbedingt im Bloggerportal anfragen. Auf den ersten Blick konnten mich schon das Cover und das handliche Format überzeugen.
Nachdem ich „nur mal kurz reinlesen“ wollte, stöberte ich durch die gesamten 120 Seiten. Ich lachte und staunte, las einige Fakten mehrfach. Bei nahezu jeder Seite sagte ich zu mir selbst „Wow, das ist der tollste/lustigste Fakt den ich bisher gelesen habe“. Die Aufmachung ist wahnsinnig süß und schön, die Zeichnungen von Maja Säftström sind allesamt schwarz/weiß, minimalistisch und gleichzeitig sehr detailverliebt. Auf jeder einzelnen Seite gibt es einiges zu entdecken. Der Schreibstil in den kleinen Textpassagen ist locker leicht, die Schrift groß und gut lesbar. Insgesamt würde ich sagen, dass sicherlich auch Kinder ihre Freude an dem Buch haben und sicherlich einiges lernen können, auf einer humorvollen, lockeren Art und Weise.
Auf Majas Internetseite erhält man einen kleinen Einblick in ihre Arbeiten und in ihrem Shop verkauft sie neben signierten (!) Büchern außerdem hübsche Jutebeutel, Sticker, Pins, Art Prints, Stifte, Postkarten, Umschläge und sogar Washi Tape mit ihren Illustrationen drauf.
Das handliche Buch regt dazu an, immer mal wieder zu stöbern. Die süßen Bilder und die lustigen Fakten zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht und verändern den Blick auf die Tierwelt. Wusstet ihr, dass bei Seepferdchen die Männchen trächtig werden? Oder dass das Herz eines Blauwals so groß ist, wie ein Auto? Warum Krokodile Steine fressen, was Hühner mit dem Tyrannosaurus Rex zu tun haben und warum eine Clownfischfrau ein ganzer Kerl sein muss erfahrt ihr ebenfalls in dem Buch.
Pinguine sind kitzlig ist ein handliches, süßes und lehrreiches Büchlein mit wahnsinnig tollen Illustrationen. Es eignet sich total gut als Geschenk für jung und alt. Ich werde auf jeden Fall immer mal wieder durch die Seiten blättern.
Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar. 

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679 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

harry potter, newt scamander, phantastische tierwesen und wo sie zu finden sind, drehbuch, fantasy

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

J.K. Rowling , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.01.2017
ISBN 9783551556943
Genre: Fantasy

Rezension:

Schon alleine die optische Aufmachung mit weichem Umschlag und abgesetzten Buchstaben, goldenen Verzierungen und Illustrationen im Inneren überzeugte mich. Besonders die Farbkombination aus Blau und Gold finde ich sehr passend, es ist ein wahrliches Kunstwerk und wirkt sehr edel.
Nach einem zeitlichen Abstand konnte ich mich endlich auf das Originaldrehbuch zum Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind einlassen. Und ich bereue nichts. Ich fand es wahnsinnig toll, die magische Geschichte nochmal zu erleben und beim Lesen die Bilder aus dem Film und die Atmosphäre vor mir zu haben. Zunächst nahm ich an, dass durch die besondere Aufmachung in Drehbuchform weder Emotionen noch Charaktere angemessen transportiert werden können, doch da habe ich mich getäuscht.
Dadurch, dass es sich um ein Skript handelt, gibt es Kameraeinstellungen, Drehorte und Schnittarten, aber auch Beschreibungen von Charakterhandlungen und mimischen Ausdrücken im Buch, ebenfalls Dialoge und kleine Illustrationen. Somit gibt es keine langen Texte, es wird häufig innerhalb der Szenen gewechselt. Letzteres fand ich insbesondere in rasanten Momenten cool, da es Tempo und Spannung stilistisch steigerte.
Ich bin sehr froh, dass ich das Drehbuch gelesen habe, denn dadurch habe ich das Gefühl, dass ich Charaktere, Gedanken und bestimmte Situationen nun noch detaillierter erfassen konnte. Die Handlung spielt zeitlich vor der Geschichte von Harry und Co. in Amerika um 1920. Somit hat keiner der uns bekannten Charaktere einen Auftritt, aber man lernt einige neue kennen, und das lohnt sich. Mein Liebling bleibt weiterhin Queenie, sie ist tolerant, klug und freundlich. Sie wirkt in manchen Situationen total unbeschwert und lockert sie dadurch angenehm auf. Auch Jacob ist ein toller Charakter. Tina konnte ich, wie auch schon im Film, wenig erfassen, ich hoffe sehr, dass über sie in den Folgeteilen noch mehr erzählt wird, insbesondere über ihre Vergangenheit, die kurz angerissen wurde. Newt war mir durch seine unerschöpfliche Liebe zu den Tierwesen und seine unsichere Art sehr sympathisch.
Interessant fand ich, dass Magier in dieser Welt verfolgt wurden und im Untergrund agierten. Muggel wurden hier übrigens als No-Majs (Nicht-Magische) bezeichnet, was dem ganzen einen neuen Touch gab. Diesmal spielte außerdem ein anderer gefährlicher Magier eine Rolle, Grindelwald. Es gab somit einige neue Aspekte, Charaktere und Bezeichnungen, dennoch fühlte ich mich direkt sehr wohl damit. Zwar gab es in dem Buch nichts unbekanntes, wenn man den Film kennt, aber es war angenehm, einzelne Dinge nochmal nachlesen zu können.
„Es ist meine Überzeugung, dass, wer sich sorgt, zwei Mal leidet.“[Newt, Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, S. 139]
Auch, wenn es sich hier um ein recht spezielles Buch handelt, empfehle ich jedem, sich darauf einzulassen, wenn man ein Fan von Harry Potter und Co. ist. Ich kann nicht beurteilen, inwiefern man die magische Welt alleine durch das Drehbuch erfassen kann, ohne den Film zu kennen, aber dennoch glaube ich, dass sie durch die detaillierten Beschreibungen gut transportiert wird. Auch die Tierwesen waren toll dargestellt, am liebsten würde ich Pickett adoptieren.
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist eine wunderschöne Ergänzung zum gleichnamigen Film, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Ich empfehle sie allen Harry Potter Fans und generell jedem, der Lust auf eine magische Geschichte mit tollen Charakteren und vielseitigen Tierwesen hat. Schon alleine aufgrund der optischen Aufmachung gehört dieser Schatz ins Bücherregal.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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312 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

kasie west, liebe, ps: ich mag dich, carlsen verlag, freundschaft

PS: Ich mag dich

Kasie West , Ann Lecker
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2017
ISBN 9783551583666
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Einstieg erfolgte über Lilys Kritzeleien im Unterricht, womit ich also direkt in der Geschichte drin war. Ich fand es interessant, etwas über ihren Schulalltag zu erfahren, wo sich der größte Teil der Geschichte abspielt. Die Idee der Brieffreundschaft innerhalb des Unterrichts, aber besonders die Entwicklung davon, fand ich sehr gelungen und spannend, ich konnte mitfiebern und gemeinsam mit Lily über den geheimen Brieffreund rätseln. Natürlich hatte ich im Verlauf einige Ideen, wer die Person sein könnte, womit mich die Auflösung nicht sonderlich überraschte. Dass die Geschichte dadurch etwas vorhersehbar war fand ich nicht schlimm.
Lily fand ich als Protagonistin sehr angenehm, denn sie war authentisch in ihren Gedanken und Handlungen, sodass ich sie meistens nachvollziehen konnte. Im Anbetracht der Tatsache, dass sie ein Teenager war, fand ich die dargestellten Themen, Dialoge und ihre Probleme passend und angemessen. Sie hatte mehrere Hobbies und Interessen, allen voran die Musik. Innerhalb des Verlaufes wurde deutlich, dass sie einen eigenen Songtext schreiben möchte, um diesen bei einem Wettbewerb, der ihr sehr viel bedeutete, zu präsentieren. Leider wurde das Ergebnis auch am Ende nicht aufgelöst, was ich schön gefunden hätte, zumal sich die Geschichte im Buch immer wieder um diesen Songtext drehte.
Wir müssen uns nur noch offiziell umarmen. Das muss Teil jeder Versöhnung sein, denn Umarmungen stecken voller magischer Heilkräfte.[PS: Ich mag dich, Kasie West, S. 199]
Das Leben der Protagonistin war recht chaotisch. Sie lebte mit ihrer Schwester in einem Zimmer, auch sprangen zwei Brüder durch das Haus. Ihre Eltern wirkten ein wenig verrückt, aber sehr liebenswürdig, wie alle Charaktere in diesem Haushalt. Super cool fand ich die kleinen Wettkämpfe, die die Eltern ausrichteten, indem sie Mahlzeiten kochten oder Ketten bastelten, und die Kinder entscheiden ließen, wer gewonnen hat. Auch die anderen Charaktere waren mir sympathisch, allen voran Isabel, die Lily stets eine wunderbare Freundin war und sie unterstützte. Ihre Einstellung zu einer bestimmten Konstellation fand ich stark. Auch Cade fand ich interessant, insbesondere aber seine Vergangenheit und seine daraus folgende Entwicklung, die ich aus Spoilergründen nicht näher erläutern werde. Lernt ihn kennen und macht euch ein eigenes Bild!
Insgesamt gefiel mir PS: Ich mag dich richtig gut. Es handelte sich um eine jugendliche, süße, lustige und spannende Geschichte für zwischendurch, die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann. Für mich ein Buch der Kategorie: ZWISCHENDURCHLEKTÜRE

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168 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

drachenmond verlag, madness, alice im wunderland, 2017, rezension

Madness - Das Land der tickenden Herzen

Maja Köllinger
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 12.10.2017
ISBN 9783959911153
Genre: Fantasy

Rezension:

Alice landet in einem Steampunk-Wunderland, wo die Bäume aus Kupfer bestehen, mit Blättern schwer wie Blei. Es schwirren Käfer mit Flügeln aus Glas umher und am Firmament drehen sich gigantische Zahnräder. Dort trifft sie auf bekannte Wunderland-Figuren, unter anderem auf Elric, dem Hutmacher, der sie ganz schön um den Verstand bringt, im wahrsten Sinne des Wortes…
Zu Beginn befand ich mich bei Alice Zuhause, die sich auf eine Party in einem Szene-Club vorbereitete. In dem ersten Kapitel wurde meiner Meinung nach schon ziemlich viel über die Vergangenheit der Protagonistin in Bezug auf die Beziehung zu ihren Eltern und ihre Eigenschaften dargelegt, was meine Neugier etwas einschränkte, ihre Person betreffend. Daraufhin wurde die bekannte Szene eingeleitet, in der Alice dem weißen Häschen ins Wunderland folgte, jedoch modern aufgemacht, was mir richtig gut gefallen hat.
Die Ankunft im Steampunk-Wunderland überwältigte mich, ich war hin und weg. Die Beschreibungen waren sehr bildhaft, was ich sehr angenehm fand, da diese Genreart neu für mich war. Es gab zahlreiche interessante Wesen und Tiere, allesamt besaßen etwas metallisches, kupferartiges, überall dampfte und klackerte es. Die Atmosphäre wurde hervorragend beschrieben, sie wirkte sehr düster, blutig und metallisch, den beschriebenen Geruch hatte ich in der Nase, die Bilder der Bäume und Wesen vor den Augen.
Später ging dies jedoch leider verloren. Die Liebesgeschichte entwickelte sich super flott, sodass ich zwischendurch das Gefühl hatte, dass etwas wichtiges an mir vorbeigegangen ist. Insgesamt empfand ich die Liebessache als sehr kitschig und überladen – Alice wurde dabei als kleines, hilfloses Mädchen beschrieben, das in Selbstmitleid vergeht und gerettet werden muss, was ich sehr schade fand, wirkte sie doch zu Beginn recht taff. Die kitschige Entwicklung sorgte bei mir für genervtes Augenrollen, es war für mich persönlich too much. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass weiterhin der Fokus auf dem coolen Wunderland und dessen Bewohner und Umgebung liegt. Die Thematik der tickenden Herzen und der Idee dahinter fand ich richtig interessant.
Elric konnte ich wenig greifen, er war eher unnahbar, auch wenn er eine Entwicklung durchlebt hat. Die Herzkönigin, die natürlich eine wichtige Rolle spielte, hatte leider einen sehr kurzen Auftritt, der meiner Meinung nach nicht wirklich in Relation zu ihrem Einfluss stand. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren. Der Grinser war, wie auch schon im Original, mein Highlight. Ich fand es gelungen, dass die Autorin seine verrückte, skurrile Art integrierte. Dennoch besaß er auch etwas loyales. Alice fand ich wie bereits angedeutet eher nervig und überdramatisierend, ich wurde leider nicht warm mit ihr.
Die emotionalen Aspekte wirkten durch den flotten Verlauf eher oberflächlich und nahmen die Freude am Erfahren der Charaktere. Ich hätte mir in vielen Situationen einen differenzierteren Ausbau gewünscht. Der Höhepunkt der Geschichte wurde leider relativ schnell abgehandelt. Den Epilog fand ich hingegen recht lang, das Ende war daraufhin eher offen, aber andererseits auch nicht.
Das Cover gefällt mir übrigens richtig gut, meiner Meinung nach passt es perfekt zur düsteren Atmosphäre und der Thematik der Geschichte. Schön finde ich außerdem die Kapitelgestaltungen und die einzelnen Illustrationen im Buch, die aber leider manchmal nicht zum Kapitel passten, sondern eher das danach oder davor betrafen. Was mich sehr gestört hat war die Tatsache, dass es doch noch einige Wortfehler gab, auch kam es zweimal vor, dass ganze Absätze doppelt hintereinander abgedruckt waren (was ich natürlich bereits an die Autorin weitergegeben habe). Das hat den Lesefluss natürlich gestört, weil ich durch die Dopplung zunächst verwirrt war.
Madness konnte mich leider nicht komplett für sich gewinnen. Die Parallelen zur Originalgeschichte und das Steampunkt-Wunderland haben mir wahnsinnig gut gefallen, dahingehend hätte ich mir einfach mehr gewünscht, ebenfalls einen differenzierteren Ausbau der Handlungen und Charakteren. Die Liebesgeschichte empfand ich als sehr flott und kitschig, ich kann mir aber vorstellen, dass es Leser gibt, die genau das mögen. Für mich ein Buch der Kategorie Zwischendurchlektüre.
Vielen Dank an Maja Köllinger und den Drachenmond Verlag für das Rezensionsexemplar.

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31 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

trauer, liebe, clown, der clown, selbstmords

Einmal im Jahr für immer

Sarah Ricchizzi
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei epubli, 29.08.2017
ISBN 9783745015140
Genre: Romane

Rezension:

Nach wie vor habe ich eine Gänsehaut, wenn ich an diese Geschichte zurückdenke. Sie ist emotional, sie ist authentisch, sie ist traurig, sie ist humorvoll, sie ist echt. Zwar gehört Sarah zu meinen engsten Buchfreundinnen, dennoch könnt ihr davon ausgehen, dass diese Rezension ehrlich ist.
Der Einstieg in die Geschichte erfolgte über einen traurigen Brief von Math, der dafür sorgte, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. So hatte ich das Buch in kurzer Zeit durch, obwohl meine anfängliche Intention darin bestand, nur mal kurz reinzulesen. Daraufhin lernte ich die verzweifelte Amelie kennen, die ihr Dasein fristete und in negativen Gedankenspiralen gefangen war. Das Auftreten des Clowns fand ich super cool, auch wenn ich dem Ganzen zunächst kritisch gegenüberstand, Clowns gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfiguren. Doch hier handelte es sich keinesfalls um einen gewöhnlichen Clown. Er besaß in der Geschichte eine immense Rolle, denn er half Amelie dabei, zurück ins Leben zu finden. Die näheren Gründe dafür werde ich an dieser Stelle nicht benennen. Dass er auf einer Hüpfburg schläft und Amelies Leben total durcheinanderwirbelt geht ja bereits aus dem Klappentext hervor, den ich euch unten kopiert habe.
Die Geschichte ist aus Amelies Sicht verfasst, dennoch erfährt man auch Dinge über andere wichtige Personen, beispielsweise ihre Eltern, die natürlich sehr unter der Situation und Amelies durchaus nachvollziehbaren Verhalten gelitten haben. Zwischendurch gab es Briefe, in denen die Protagonistin vieles reflektierte, sodass man immer auch mal Ängste und Sorgen erfuhr.
Die Charaktere fand ich allesamt sehr authentisch und toll. Amelie war aufgrund des Verlustes wahnsinnig traurig und verzweifelt, sie litt Höllenqualen und doch wirkte dies nie übertrieben oder unangenehm, aber wer darf so etwas schon beurteilen? Der Clown war mein wahrliches Highlight in der Geschichte. Trotz seiner eigenen Geschichte schaffte er es, stark zu sein und Amelie zurück ins Leben zu katapultieren. Ich musste super oft lachen, auch brachten mich seine Aussagen zum Nachdenken. Er war fordernd und oft ein bisschen gemein, seine Absichten waren aber immerzu sehr gutmütig und dementsprechend erfolgreich, wenn auch nicht direkt. Er beanspruchte Amelie, sorgte aber letztendlich dafür, dass sie Kraft aufbringen und aktiv werden musste. Das Zusammenspiel der Charaktere, das sich hinterher aufgelöst hat, war sehr gelungen umgesetzt, am Ende kamen alle Fäden zusammen und die Geschichte beinhaltete zahlreiche Überraschungen.
Den Schreibstil empfand ich trotz kleiner Fehler, die sich eingeschlichen haben, als sehr angenehm, insbesondere auch durch die kurzen, aber aussagekräftigen Sätze. Vieles stand zwischen den Zeilen, vieles wurde nicht gesagt, vieles musste aber auch nicht gesagt werden. Die Emotionen kamen hervorragend rüber. Umgehauen hat mich dann das emotionale Ende und die noch emotionaleren Briefe, die als Nachtrag hinzugefügt wurden und etwas über das „danach“ erzählten. Besonders der letzte Brief hat dann dafür gesorgt, dass ich weinen musste. Keine Sorge – es gibt keine schnulzige neue Liebesgeschichte zur Bewältigung, keine Dreieckssache oder sonst etwas in der Art. Es geht wirklich nur um den Aspekt der Trauerbewältigung, der in der Geschichte angemessen und klug aufgegriffen und integriert wurde.
Der Clown ließ sie einfach machen. Ohne wenn und aber. Ohne Fragen zu stellen. Ohne ihr das Gefühl zu geben sich nicht richtig zu benehmen. Ohne, dass sie für ihre Trauer verurteilt wurde.[Einmal im Jahr für immer, Sarah Ricchizzi, S. 134]
Auch Depressionen und Suizid waren Themen, die behandelt wurden, was der Autorin meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Die Mischung von traurigen, bedrückenden und humorvollen Situationen, die alles etwas auflockerten, empfand ich als sehr angenehm. Es wurde nichts beschönigt, einzelne Aspekte und Gedanken wurden schonungslos vermittelt.
Einmal im Jahr für immer bringt mich nach wie vor zum Lächeln und Nachdenken. Eine Geschichte mitten aus dem Leben, die schonungslos ehrlich und zugleich hoffnungsvoll ist, die ich vermutlich noch des Öfteren zur Hand nehmen und tief im Herzen behalten werde. Für mich ein wahrliches Highlight und damit ein Buch der Kategorie Liebling.

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323 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

deadly ever after, serienkiller, liebe, sexy crime, crime

Deadly Ever After

Jennifer L. Armentrout , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492311731
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Sasha entkam vor zehn Jahren einem Serienkiller, der mehrere Frauen entführte und auf bestialische Weise getötet hat. Sie verließ ihre Heimat und brach Kontakte zu Freunden ab, doch nun kehrt sie zurück in ihre Heimatstadt, um ihrer Mutter in der Pension zu helfen. Plötzlich sieht sie ihren Ex-Freund Cole wieder, auch ergeben sich dramatische neue Gefahren…
Wie manche von euch wissen lese ich vor dem Lesen keine Klappentexte, was in diesem Fall mal wieder die richtige Entscheidung war, denn dort steht ein gewisses Detail, was mich während des Lesens total überrascht hat. Somit würde ich auch euch raten, euch auf meine Zusammenfassung zu beschränken. Den Klappentext findet ihr dennoch ganz unten im Beitrag.
Jennifer L. Armentrout gehört seit Wait for you und Morgen lieb ich dich für immer zu meinen Lieblingsautorinnen, von denen ich unwissend wirklich alles lesen würde. So auch hier. Ich habe das Buch zufällig auf der Lesung am vergangenen Montag entdeckt, zuvor ist es mir nicht aufgefallen. Ein Blick auf das Cover verriet, dass es sich scheinbar um eine Mischung aus erotischem Roman und Thriller handelt, was auch der erste Satz des Klappentextes, den ich las, auf sich schließen ließ. Obwohl ich schon lange keine Thriller mehr gelesen habe und dem Mix mit Erotik kritisch gegenüberstand, habe ich mich auf die Lektüre eingelassen – und wurde positiv überrascht.
Der Handlungsverlauf war meiner Meinung nach relativ unvorhersehbar, natürlich bilden sich in der Entwicklung immer mal gewisse Vermutungen, jedoch gab es zahlreiche schockierende Ereignisse und dramatische Wendungen. Grundsätzlich möchte ich von der Handlung nicht viel vorweg nehmen, nur so viel: die Auflösung raubte mir den Atem und ich schwankte zwischen Faszination und Schock.
Der Thriller-Anteil wurde gekonnt integriert, der psychologische Teil spannend dargestellt, über den ich jedoch gerne noch mehr Details erfahren hätte. Die erotischen Aspekte waren für mich persönlich angenehm dargestellt, wirkten weder kitschig noch überzogen. Demnach empfand ich die Mischung von Erotik, Krimi und Drama sehr gelungen und abwechslungsreich. Humorvolle Dialoge lockerten das Geschehen auf.
Die Charaktere waren allesamt spannend gezeichnet, jeder besaß seine eigene wichtige Rolle im gesamten Konstrukt und ich wusste nie, wem ich trauen kann und wem nicht. Bei jedem Auftreten einer weiteren Person dachte ich, dass etwas an ihr faul sein könnte, und jedes Mal wurde ich eines besseren belehrt. Die Protagonistin Sasha war mir sympathisch. Ich konnte ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen, ebenso mochte ich den Umgang mit Cole sehr. Sasha war loyal und unfassbar stark, vor allem in Betracht auf ihre Vergangenheit und die dramatischen Folgen ihrer Rückkehr nach Hause. Cole konnte mich durch seine mitfühlende, sorgsame und gleichzeitig dominante Art, die jedoch nicht unangenehm war, für sich gewinnen. Er war kein Badboy, bot Sasha aber immer mal die Stirn und haute auf den Tisch, was meiner Meinung nach einen positiven Einfluss auf sie nahm. Aber auch ihre empathische, lockere und kluge Mutter konnte sie prägen- zum Glück.
Das Ende hat an Spannung nochmal eins drauf gelegt und war für mich persönlich total überraschend, ich habe bis zur letzten entscheidenden Sekunde mitgefiebert. Den Epilog fand ich durch seine positive Ruhe sehr angenehm, er stellte einen gekonnten Abschluss der Geschichte dar.
Deadly Ever After konnte mich durch interessante Charaktere, einen spannenden Verlauf und dramatische Wendungen, insbesondere aber durch den gekonnten Mix aus Thriller- und Erotikanteilen beeindrucken. Meinerseits ein Buchtipp.

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

jean webster, königskinder verlag, daddy long legs, lieber daddy long legs, briefe

Lieber Daddy-Long-Legs

Jean Webster , Ingo Herzke , Franz Renger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560445
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Heldin des Romans Lieber Daddy Long Legs ist die zu Beginn 18-jährige Jerusha (Spitzname: Judy) Abbott, die im Waisenhaus lebt. Sie wird aufgrund ihrer Begabung von einem Wohltäter aufs College geschickt, wo sie ihre Liebe zur Literatur auslebt, Freunde findet und diverse Ereignisse bestreitet. Die Bedingung ihres Wohltäters ist, dass sie ihm jeden Monat einen Brief schreibt, um ihn über ihre Fortschritte zu informieren.
Zu Beginn war die Geschichte in Textform geschrieben, wie man sie aus anderen Romanen kennt. Dort erfuhr ich etwas über Judys Lebenssituation im Heim und erlebte die aktuelle Entwicklung und die Chance, aufs College zu gehen, mit ihr mit. Daraufhin wechselt die Erzählform zu einem Briefroman, inklusive kleiner Zeichnungen, was ich richtig gelungen fand. So war gewährleistet, dass ich viel über Judys Gedanken- und Gefühlswelt erfahren kann und einen hautnahen Einblick bekomme. Über die anderen Charaktere bekam ich somit nur das mit, was Judy aus ihren Wahrnehmungen berichtete.
Die Protagonistin war mir sehr sympathisch, sie war genügsam, selbstbewusst, ehrgeizig, humorvoll und vielseitig interessiert. Sie fand in der Geschichte nach und nach zu sich selbst und reifte in der Zeit durch diverse Ereignisse, die sie bestreiten musste und Einflüsse, die sie nachhaltig prägten, heran. Sie besaß eine erfrischende, authentische Art, was insbesondere durch ihre oft recht impulsiven Briefe deutlich wurde.
Interessant fand ich vor allem den Aspekt, dass das Buch 1912 erstmals veröffentlicht wurde, die Thematik und der Stil dennoch nicht altbacken wirkte, sondern nach wie vor präsent ist, denn es geht um eine junge Frau, die ihre Rolle in der Gesellschaft finden will und sich dabei aktiv mit Aspekten wie Rollenklischees, Bildung, Berufen, Freundschaft, Familie, Konflikten mit Gleichaltrigen und Autoritätspersonen auseinandersetzt und sich selbst dabei nicht aus den Augen verliert.
Der Handlungsverlauf war spannend und gleichzeitig etwas vorhersehbar, was ich aber nicht tragisch fand. Für mich persönlich war es sehr angenehm, Judy auf ihrem Weg begleiten und ihre immense Entwicklung hautnah miterleben zu dürfen. Besonders schön war es, bei nahezu jedem Brief zu sehen, wie Judy auf Situationen reagierte und was sie daraus für sich lernte, womit ihr Prozess des Erkennens, des Hinterfragens und der Reflexion für den Leser transparent wurde. Viele Passagen waren sehr humorvoll, andere nahezu poetisch – was eine angenehme Abwechslung bot. Interessant fand ich, auf welche Art und Weise letztendlich alle Stränge gekonnt zusammenliefen und Konstellationen der Charaktere aufgeklärt wurden.
Lieber Daddy Long Legs besitzt zurecht Klassikerstatus, wirkt aber keinesfalls altmodisch – die Thematik ist nach wie vor wichtig und lesenswert. Die authentische Protagonistin, die ich auf ihrem Weg begleiten durfte, konnte mich mit ihrer erfrischenden Art und ihren impulsiven, lustigen, reflektierten und klugen Briefen beeindrucken. Eine Geschichte, zu der ich sicherlich noch mehrmals greifen werde und somit ein Buch der Kategorie Liebling.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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