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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der einsamste Wal der Welt

Martin Baltscheit
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.06.2018
ISBN 9783551510648
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Man kennt den Wal unter 52-Hertz-Wal, der einsam und allein im Pazifik lebt und seit Jahren wissenschaftlich begleitet wird. In diesem Bilderbuch berichtet Martin Baltscheit seine ergreifende Geschichte auf eine angenehme, kindliche Art und Weise. Das große Format des Hardcoverbuches und die dicken Seiten laden auch jüngere Leser zum Stöbern ein. Den Start bildet ein wundervolles, wahres Vorwort.

Und darum ist jede Geschichte, die wir über andere Tiere erzählen, immer auch nur eine Geschichte von uns selbst.
(Vorwort, Der einsamste Wal der Welt)

Auf 48 Seiten befinden sich wunderschöne Bilder, die das Leben im Meer darstellen und den Verlauf der Geschichte des einsamsten Wales abbilden. Manche Bilder wurden auf ganzen Doppelseiten dargestellt und beinhalten meist wenig Text, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut, im Gegenteil. Es lässt dem Leser viel Interpretationsspielraum. Ich lernte den Wal kennen, seine Familie und andere Bewohner des Pazifik. Ebenfalls wurde erläutert, wie der Forscher auf den Wal getroffen ist und was der Wal dann eventuell darüber gedacht haben könnte.

Leider endet die Geschichte relativ offen, was ich mir anders gewünscht hätte. Ich hatte angenommen, dass in diesem Bilderbuch die einzigartige und recht zufällige Freundschaft zwischen Wal und Forscher dargestellt wird und dadurch aufzeigt, dass auch für einsame Lebewesen Hoffnung besteht. Aus kindlicher Sicht tut das Bilderbuch dennoch seinen „Job“, denn am Ende gibt es eine wertvolle Botschaft: Jeder findet jemanden, der zu einem passt, egal wie anders man doch ist. Und genau das fand ich wirklich gelungen an dem Buch. Zuletzt entdeckte ich noch das wunderschöne Unterwasser-Panorama zum Ausklappen auf 100cm, was durch die schönen, bunten Farben zum Staunen und Entdecken einlädt.

Fazit
Insgesamt stellt dieses Bilderbuch über einen einsamen Wal ein schönes Leseerlebnis für Zwischendurch dar, welches sicherlich besonders jüngere Leser thematisch wie visuell anspricht, aber auch Erwachsene mit den wundervollen Illustrationen verzaubern kann.

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192 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

begleitet, beobachten, beobachtet, beschließt, bibliophilie, bibliothek, books, botin, buch, bücher, frankreich, lesen, literatur, metro, roman

Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 27.06.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

Rezension:

Neben der hübschen optischen Gestaltung mit den vielen Büchern auf dem Umschlag, dem weißen Einband und dem roten Lesebändchen sprachen mich besonders die kurzen Kapitel an, denn meiner Meinung nach regt das immer zum raschen Weiterlesenwollen an – nur noch das eine kleine Kapitel – und plötzlich hat man das Buch beendet. Auch die Thematik reizte mich, schließlich handelt es sich um ein Buch über Bücher.

Schön zu lesen war die Begeisterung von Juliette für die Welt der Bücher. Schnell wurde deutlich, dass ihr ihr eigentlicher Beruf nicht ausreichte, und als sie auf den kauzigen Soliman und seine neugierige Tochter Zaide traf, entdeckte sie eine neue Leidenschaft: das Übermitteln von Büchern an bestimmte Menschen. Besonders spannend fand ich die Entwicklung, die Juliettes Geschichte daraufhin nahm, obwohl sie sich zunächst zu sträuben schien. Interessant waren die Darstellungen ihrer Beobachtungen in der Metro.

Insgesamt empfand ich die Geschichte zwar als recht spannend, aber gleichzeitig als sehr ruhig und leider nicht ganz rund. Es passierte nicht viel, vieles wurde angeschnitten, Botschaften angedeutet – einige davon wurden gelungen integriert und projiziert, andere meiner Meinung nach leider nicht ganz zu Ende geführt. Nichtsdestotrotz gab es einige emotionale Momente, die mich beschäftigt haben. Ein trauriger Abschied, hoffnungsvolle Möglichkeiten, liebevolle, kluge Gespräche über Freundschaft, Bücher, Mut, Berufe, Berufungen, die Liebe, das Leben.

Ich erhielt einen interessanten Einblick in das Leben einer buchverliebten, jungen Frau, die auf neue Herausforderungen stößt. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, es war schön, darüber zu lesen, aber langfristig konnte ich nicht viel für mich mitnehmen. Etwas störend fand ich die Gedankensprünge der Protagonistin, denen ich nicht immer folgen konnte. Dennoch kein Fehlgriff, eher eine nette Zwischendurchlektüre.

Das Mädchen, das in der Metro las ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher – eine schöne Geschichte für Zwischendurch, von der ich persönlich jedoch nicht so viel mitnehmen kann, die mich aber dennoch gut unterhalten hat.

Vielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

jugendbuch, ki, künstliche inteligenz, künstliche intelligenz, künstliche intteligenz, roboter, robotik, spannung, zukunft, zukunftsvision

God's Kitchen

Margit Ruile
Flexibler Einband
Erschienen bei Loewe, 12.03.2018
ISBN 9783785584477
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In God’s Kitchen geht es um Celine, die Zukunftsvisionen hat, die sie selber nicht ganz einordnen kann. Sie beginnt ein Praktikum, bei dem sie auf Chi trifft, ein Roboter, der aussieht wie ein Kind. Celine weiß, dass es sich um eine Maschine handelt, doch aufgrund der unglaublich menschlichen Erscheinung und Chis Mimik und Gestik, die sie von einzelnen Menschen kopiert hat, baut sie eine Beziehung zu ihr auf, die ihr bald zum Verhängnis werden soll. Im Institut trifft Celine auf weitere interessante Charaktere, allen voran Pandora, die sie letztendlich zu dem Job überredet und eine interessante Rolle in ihrer Vergangenheit, aber auch in der Zukunft spielt.

Den Verlauf der Geschichte empfand ich als unvorhersehbar und sehr spannend. Die Integration eines Roboters in Kindergestalt, der Menschen therapieren soll, fand ich unfassbar cool. Chi fand ich von Beginn an ziemlich creepy und zugleich faszinierend, was natürlich wiederum einen immensen Reiz besaß, sodass ich den Reader nicht aus der Hand legen wollte. In den letzten Kapiteln kam ans Tageslicht, was sie für eine besondere Aufgabe besitzt, was es nicht weniger gruselig machte. Celine wurde daraufhin mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert und erkennt erst dort, was sie innerlich schon immer beschäftigt hat, ohne dass sie es sich bisher eingestehen wollte.

Es gab viele actionreiche Szenen, die sich zum Ende zuspitzten und dann doch wieder ruhiger wurden und einen angenehmen Abschluss fanden. Besonders interessant fand ich die dargestellten Zukunftsvisionen die Menschen betreffend, die mich durch die Verwendung eines Speichermediums für das Bewusstsein, das in Maschinen etc. hochgeladen werden kann, an die Serie Altered Carbon erinnerte.

Die Handlung spielte sich hauptsächlich im Institut ab, es gibt wenige Ortswechsel. Umso mehr habe ich mich dann über den besonderen Garten und Kairos gefreut. Gerne hätte ich noch mehr über die dortige Welt an sich erfahren, denn alleine das Cover macht neugierig darauf, mehr über das ganze Setting zu lesen.

God’s Kitchen hat mich mit seiner besonderen Thematik aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und der Skurrilität eines Kind-Roboters gut unterhalten.

Danke an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

new arc, nicole obermeier, zeilengoldverlag

New Arc

Nicole Obermeier
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 14.05.2018
ISBN 9783946955115
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wenn ich an Morgen denke, wird mir schlecht – so der erste Satz der Geschichte von Caitlyn. Ihre Prüfung steht an, auf die sie seit zwei Jahren hinarbeitet, denn sie träumt davon, eine Chronistin in New Arc zu sein. Mit vielen anderen Bewohnern lebt sie in einem eingesperrten Bereich, der von einem Ödland umgeben ist. Dort lauern Gefahren, Kreaturen, die nicht einschätzbar und somit sehr gefährlich sind. Bei der Prüfung trifft sie auf Lennart, dem Enkel des obersten Chronisten.

Bald stellt sich heraus, dass Lennart dem Rat in New Arc nicht sehr freundlich gesinnt ist. Grundsätzlich wird deutlich, dass die strikten Vorgaben des Rates und die immense Einschränkung des Volkes nicht nur berechtigt und gutwillig sind, doch was wird den Bewohnern verschwiegen? Caitlyn macht sich auf die Suche nach Antworten und wird dabei von interessanten Charakteren begleitet. Nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht, wodurch die Geschichte ihren dramatischen, spannenden Lauf nimmt. Besonders interessant fand ich die Beziehungsmuster, die allesamt einen großen Einfluss auf den Verlauf nahmen. Mit jedem Kapitel wurden mehr Verstrickungen deutlich und überhaupt erst das ganze Ausmaß der Vergangenheit von New Arc.

Überrascht hat mich vor allem Madeleine und ihr Einfluss auf die Entwicklung. Hayes und seine Anhänger lehrten nicht nur Caitlyn das Fürchten, alleine ihre Erwähnung sorgte oftmals dafür, dass mir die Nackenhaare zu Berge standen. Stark fand ich Marya Simmons und ihren unermüdlichen Einsatz für die untere Schicht der Bewohner, welche auch erst dadurch „gehört“ wurde, denn durch die Vorgaben des Rates wurde auf der Seite der angeseheneren Bewohner eine heile Welt vorgegaukelt, ohne Sorgen, ohne großes Leid, aber ebenfalls ohne Freiheit.

Gelungen fand ich persönlich vor allem die Darstellung des Ödlans, über das ich gerne noch viel mehr erfahren hätte, denn gerade von der Darstellung derartiger postapokalyptischer, düsterer Settings bin ich ein großer Fan, wie ich hier bereits erklärt habe. Zu viel möchte ich nicht verraten, aber es war interessant, wie Gegenstände und Ressourcen, die für uns völlig gewöhnlich sind, in die Welt von New Arc integriert wurden, die es dort eigentlich nicht mehr gibt, beispielsweise Spritzen, Strom und Autos.

Die Unterschiede zwischen der Ost- und Westseite sowie die Grenze zum Ödland, aber auch das machthungrige Verhalten einzelner Charaktere sorgten bei mir für ein beklemmendes Gefühl. Die Entwicklung, die auf der Basis einer toleranten, friedvollen und neugierigen Einstellung einzelner erfolgte, fand ich umso wertvoller, ebenso die Botschaft und das Ende der Geschichte.

Die optische Aufmachung des Buches, das ich aktuell leider nur in der eBook-Ausgabe besitze, gefällt mir richtig gut. Zu Beginn gibt es eine Karte, was ich immer sehr hilfreich finde, darüberhinaus gestaltet es das Leseerlebnis noch authentischer. Die Kapitel schmücken neben passenden Überschriften, die neugierig machen, kleine Illustrationen. Und auch das Cover finde ich durch den Mix mit dem schemenhaften Bild von New Arc, der besonderen Schriftart und der Frau, die bis auf die hübsche Frisur und eine Gesichtshälfte, nicht komplett abgebildet wird, sehr passend. Einerseits schließt es auf den Wohlstand, den einige Bewohner genießen, andererseits verdeutlicht es auch die geheimnisvollen Umstände. Die besondere, leuchtend wirkende Schriftart untermalt das dystopische, zukunftsartige Bild.

Auch eine Liebesgeschichte spielt eine Rolle, was den einen oder anderen sicherlich freuen wird. Zwar nimmt sie einen großen Teil der Geschichte ein, steht aber nicht unbedingt im Mittelpunkt, denn es geht primär darum, seinen eigenen Weg gehen zu dürfen, frei sein zu können und Gerechtigkeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu erfahren. Es geht um Toleranz, um ein friedvolles Miteinander und um Freundschaft. Interessant fand ich dahingehend besonders den Zwiespalt, in dem sich Caitlyn befand, Lennarts Unnahbarkeit, Madeleines Verzweiflung, Vitos innere Zerrissenheit. Aber keine Sorge, es gibt keine nervige Dreiecksbeziehung bezogen auf die Protagonistin. Es wird noch viel abgedrehter. Welche Rolle Vito und Lennart dabei spielen, solltet ihr aber selbst herausfinden. Nur so viel: ich fand es unfassbar spannend, ergreifend, emotional. Ich habe mit Vito gelitten, mit Caitlyn gehofft und mit Lennart gezweifelt.

FAZIT
Mit New Arc bringt der Zeilengold Verlag eine weitere Dystopie auf den Markt, die mich gut unterhalten und auch noch danach beschäftigt hat. Interessante Charaktere und verstrickte Beziehungen, die weit in die Vergangenheit reichen und eine Gesellschaftsform, die viele Geheimnisse birgt, rundeten das Leseerlebnis ab.

Vielen Dank an Zeilengold Verlag für das Rezensionsexemplar.

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

jugend-dystopie, moderne sklaverei

Nation Alpha

Christin Thomas
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 09.04.2018
ISBN 9783946955092
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich bin ein Mensch – so lautet die erste Kapitelüberschrift, die mich mit den ersten Sätzen direkt in den Bann gezogen hat. Die Geschichte wurde aus der Perspektive einer Omega erzählt. Eine Omega, die als Sklavin verkauft wurde, keine Rechte und kein Leben besaß, einen Namen schon gar nicht.

Durch den angenehmen Schreibstil schaffte es die Autorin mich von der ersten Seite an mitzureißen. Ich merkte schnell, dass ich mich unbewusst direkt auf die Seite von der Protagonistin schlug, mich gedanklich an ihre Seite stelle, ihr meine Hand auf die Schulter legte, um ihr mein Mitgefühl zu bekunden. Nicht, dass sie bemitleidenswert war. Sie war unglaublich mutig, im Anbetracht der Tatsache, dass ihr das Sprechen und auch ein kleiner Blick nach oben verboten wurde, stets sollte sie den Kopf geneigt tragen und zum Boden schauen. Die Alphas hingegen genossen alle Privilegien der grotesken Gesellschaftsform, die punktuell an 1933 erinnerte. Alle Grausamkeiten, die den Omegas zugefügt wurden, wurden mit ihrer minderen Rasse begründet. Es war also völlig normal, sie zu versklaven, ihnen körperliches wie seelisches Leid zuzufügen, sie wie Ware zu handeln, sie zu ignorieren, ihnen menschenunwürdige Aufgaben zuzuteilen.

Alleine die Tatsache, dass ich mir zahlreiche Stellen markiert habe und beim erneuten Lesen wieder völlig in die Thematik gerissen werde zeigt, wie emotional, wie authentisch, wie aufregend diese Geschichte ist. Ich möchte gar nicht zu viel über die Protagonistin, die keinen Namen trug, verraten, ebenfalls nicht zu viel über den Inhalt. Die Entwicklung hielt einige Überraschungen bereit, positiv, wie negativ. Es gab schockierende Situationen, die ein beklemmendes Gefühl in mir auslösten. Es gab positive Momente, die einen kleinen Hoffnungsschimmer boten. Und es gab ein paar Besonderheiten auf der Beziehungsebene, die mich zu Tränen gerührt haben. Denn nicht nur die Omegas waren die Sklaven dieser Gesellschaft. Hier wurde die Intransparenz, die korrupten Machenschaften und die skurrilen Vorgaben immer wieder deutlich, sodass nicht nur unsere Protagonistin rebellierte. Oder zumindest den Versuch unternahm, waren ihr die meiste Zeit die Hände gebunden – im übertragenen Sinne. Alle Charaktere wurden hervorragend gezeichnet, Gut und Böse war nicht immer erkennbar und jeder trug seine Geheimnisse mit sich, manchmal bis ins Grab.

Zahlreiche Emotionen wurden in mir hervorgerufen, allen voran Wut. Eine tiefe Wut, gepaart mit Fassungslosigkeit, die die Hilflosigkeit, das Leid und all den Schmerz der Protagonistin und anderer Betroffenen widerspiegelte. Die Schicksalsschläge und die Grausamkeiten, aber auch die kleinen hoffnungsvollen Momente rührten mich zu Tränen. Ich kämpfte innerlich mit der Omega mit, ich hoffte mit ihr, sorgte mich mit ihr, fürchtete mich mit ihr. Die Hilflosigkeit war spürbar und ich wäre am liebsten in die Geschichte gekrochen, um an ihrer Seite zu stehen. Selten habe ich so eine mutige Heldin erlebt, deren Glauben an Veränderung und eine angenehmere Zukunft unerschütterlich war und die gleichzeitig alles andere als beneidenswert war – im Vergleich mit anderen Heldenfiguren aus dystopischen Büchern und Filmen.

Ein paar Charaktere und ihre Gedanken & Äußerungen zeigten, dass sie in ihrer eigentlich privilegierten Situation durch äußere Einflüsse und innere Angst vor eventuellen Konsequenzen immer wieder in Gewissenskonflikte geraten sind – zeige ich mich loyal meinem Volk gegenüber? Oder folge ich meinem Herzen? Denn tief im Inneren wussten sie, was richtig ist. Sie wussten aber auch, was auf ihre daraus resultierenden Handlungen folgen wird. Ein surrendes Gefühl der Angst, der Gewissheit, dass etwas passieren wird, begleitete die Charaktere in den Situationen. Je weiter die Handlung voran schritt, desto lauter wurde es. Je weiter die Rebellion durchsickerte, desto spannungsgeladener wurde es.

Das Ende konnte mich überzeugen und für ein gutes Gefühl sorgen, auch, wenn es wahrlich nicht nur positiv war. Und das starke Nachwort der Autorin hat mich sehr berührt. Ich weiß, dass es chronische Nachwortvermeiderer gibt, doch das solltet ihr hier auf jeden Fall ablegen und es euch durchlesen. Eigentlich möchte man danach in die Welt hinausschreien, wie schei*se Rassismus ist, wie wichtig Gleichberechtigung und Toleranz. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man direkt noch auf dieses Buch aufmerksam machen.

FAZIT
Mit Nation Alpha zeigt Christin Thomas auf, zu welchen (fiktiven) Grausamkeiten Menschen mit einer rechtsradikalen Ideologie in der Lage sein können und öffnet dem Leser auf eine schonungslos ehrliche und emotionale Weise die Augen. Ich kann die Geschichte dieser mutigen Heldin wirklich jedem empfehlen.

Vielen Dank an Zeilengold Verlag für das Rezensionsexemplar.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Walkinder 1

Abi Umeda , Luise Steggewentz
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551711410
Genre: Comics

Rezension:

Chakuro lebt auf einer Schiffsinsel, die in einem Sandmeer treibt, gemeinsam mit ca. 500 anderen Menschen. Er ist der Chronist, der alle Ereignisse aufzeichnet, was er mit voller Leidenschaft und sehr akribisch macht – sein Großvater bezeichnet ihn als schreibsüchtig. Viele der Bewohner besitzen besondere Fähigkeiten, die sich aus ihren Gefühlen nähren. Dafür müssen sie jedoch recht früh sterben. Dieses kurze Leben verbringen sie in Isolation auf ihrer sonderbaren Insel und sind somit noch nie anderen Menschen begegnet. Doch eines Tages trifft Chakuro auf ein Mädchen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Die fantasievolle Geschichte über Chakuro und seine Freunde fand ich ziemlich spannend, auch wenn ich durch die vielen ungewöhnlichen Namen zwischendurch durcheinander gekommen bin. Dass die Bilder wie gewöhnlich nur Schwarz/Weiß waren war dann nicht gerade hilfreich – aber ich bin in diesem Literaturbereich auch noch sehr unerfahren und leicht überfordert. Dafür rundeten die zarten Zeichnungen das Leseerlebnis ab. Die Charaktere waren mir sympathisch, zumindest diejenigen, die mir aufgefallen sind. Chakuro war sehr mutig und selbstlos. Seine Liebe zum Schreiben fand ich toll integriert. Es war generell sehr spannend, seine Aufzeichnungen zu lesen, zumal sie sehr viel über die Insel und das Volk näher brachten. Die Gesellschaftsform war interessant – der Ältestenrat bestand, wie der Name schon sagt, aus den ältesten Bewohnern, ohne dass sie spezielle Qualifikation vorweisen müssen – und wirkte geheimnisvoll und intransparent für die Bewohner. Ziemlich cool fand ich außerdem die Erklärungen der Autorin über ihre Motivation zu diesem Werk sowie die kleine Karte vom Schlammwal.

Der Verlauf der Geschichte war überraschend rasant, zumal die Story zu Beginn recht ruhig wirkte. Mit dem Auftritt des mysteriösen Mädchens an einem noch mysteriöseren Ort kam Tempo in die Sache und daraufhin eine Bedrohung für die Insel und ihre Bewohner. Der erste Band endete mitten in einem Kampf, sodass ich neugierig auf die Folgebände bin, zumal noch einige Fragen offen blieben. Nebenbei bemerkt gefallen mir die Covergestaltungen super gut, zumal sie zusammen ein harmonisches Bild ergeben.

FAZIT
Die Walkinder 1 ist für mich ein kurzweiliges, spannendes Leseerlebnis, und macht mit dem offenen Ende neugierig auf die Fortsetzung. Somit kann ich den Manga allen empfehlen, die Lust auf eine fantasievolle, besondere Geschichte über Freundschaft, den Umgang mit Emotionen und eine geheimnisvolle Gesellschaftsform haben – auch Einsteigern im Manga-Bereich.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Endzeit

Olivia Vieweg
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551761699
Genre: Comics

Rezension:

Richtig cool fand ich, dass die Graphic Novel, als die dieses Comic auf der Hinterseite des Einbands gekennzeichnet ist, in Weimar spielt. Auch, wenn es sich um eine fiktive Geschichte handelt, sorgt dies eher für ein verbundenes Gefühl, als Geschichten, deren Handlungsort in Amerika, Asien etc. ist.

Den Zeichenstil würde ich als detailverliebt, bunt und „krakelig“ beschreiben, vor allem Szenen, in denen es actiongeladen herging, besaßen viele Bewegungsstriche, Ausrufe und übermalende Farben. Mir gefiel das richtig gut, auch die Mimik der Charaktere kam gut rüber und die Details sorgten zum längeren Schmökern auf einzelnen Seiten ein. Gleichzeitig ging es besonders im zweiten Teil des Comics richtig zur Sache, sodass ich gar nicht merkte, wie flott ich durch die Seiten flog. Manche Szenen empfand ich als ziemlich gruselig, einige Momente wiederum als humorvoll, skurril – eine wahrlich gelungene, angenehme Mischung. Mir persönlich gefielen die künstlerischen, wundervollen Bilder, die ganze Seiten füllten und wahnsinnig intensiv wirkten, mit am besten.

Anhand der Farben konnte ich gut erkennen, ob es Nacht oder Tag ist und ob die Charaktere draußen oder drinnen sind. Auch Rückblicke waren farblich gut zu unterscheiden. Besonders gut gefielen mir die Darstellungen der Zombies. Die Sprechblasen waren recht groß, was ich sehr positiv fand. Auch die schönen und detailreichen Zeichnungen der Umgebung luden zum näheren Betrachten und Staunen ein.

Thematisch handelte es sich um die Geschichte von Vivi, die durch einen gefährlichen Zufall auf Eva trifft – zwei Mädels die super verschieden waren, aber im Verlauf füreinander einstehen mussten, obwohl sie sich kaum kannten. Die Postapokalypsen-Atmosphäre zog sich durch den gesamten Verlauf und löste ein ganz besonderes Gefühl in mir aus, ebenfalls die Frage nach dem Was wäre wenn? Es war super spannend, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten – ohne die Rettung von irgendwelchen starken Kerlen, auf eigene Faust, todesmutig über den Schatten springend. Ich hätte nicht gedacht, dass es sich um eine derartig tiefgründige, emotionale Story handeln würde. Aspekte wie Schuld, Vergebung, Neuanfang, Mut, Freundschaft und Loyalität standen im Mittelpunkt.

Besonders Vivi hat ein großes Päckchen mit sich zu tragen, denn sie war dabei, als Zombies ihre Stadt überrannten, was immense Auswirkungen hatte. Seit dem leben die Menschen, die überlebt haben, in großer Angst. Am Handlungsort Weimar gibt es einen Zaun, der die Zombies fernhält, die einzige Verbindung nach draußen ist ein automatisierter Zug, der jedoch für Menschen verboten ist. Eva fand ich super cool, sie zeigte sich sehr mutig, aber auch loyal, obwohl sie mit Menschen bisher eher negative Erfahrungen gemacht hatte und oftmals aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgenutzt wurde. Interessant fand ich die reflektierenden Gespräche, die die beiden Mädels führten, aber primär Eva in ihren Monologen, die sich oftmals um die Zustände auf der Welt und die Konsequenzen menschlichen Handelns drehten. Dies sorgte automatisch dafür, dass ich über die unsere Welt nachdachte und unser Verhalten diesbezüglich hinterfragte.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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119 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

berlin, beziehungen, eltern, familie, freundschaft, kind, krankheit, kunst, künstler, künstlerehepaar, leinsee, liebe, roman, selbstfindung, tod

Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:

Schon das erste Kapitel gewährte einen Einblick in die folgende Thematik und in einen Schreibstil, den ich so bisher nicht erlebt hatte. Er besaß eine bildhafte Distanziertheit, geschmückt mit zahlreichen neuen Wortkombinationen und Gelegenheitsbildungen. Super gelungen fand ich die Kapitelnamen, die immer eine bestimmte Farbe beinhalteten, die wiederum in dem folgenden Abschnitt benannt wurden. Wenn ich also beim Lesen auf eine Farbe gestoßen bin, blätterte ich zurück zur jeweiligen Kapitelüberschrift, um nachzusehen, ob es sich um ebendiese Farbe handelte. Trotz, oder aufgrund der besagten Distanziertheit wirkten einzelne Situationen skurril und grotesk, aber dennoch greifbar. Es gab ein paar Ereignisse, die mich zwiespältig haben denken lassen – zunächst reagierte ich mit Abneigung, dann mit Interesse und letztlich mit Faszination.

Karl schluckte, er würde jetzt nicht anfangen zu weinen, nicht neben diesem Jahrgangsarschloch.
(Leinsee, Anne Reinecke, S. 36)

Die Geschichte wurde unaufgeregt und mit einer erstaunlichen Ruhe erzählt, es war für mich aber dennoch ein spannendes Leseerlebnis, das mich nachhaltig beeindruckt hat ob der besonderen Thematik und Entwicklung der Charaktere. Die Dynamik fand eher auf der emotionalen Ebene statt, die trotz der kühlen Distanz greifbar war. Auch gab es ein paar überraschende Wendungen, bei denen ich erstmal sprachlos war. Durfte ich das nun gut finden, obwohl es völlig skurril war? Durfte ich fasziniert, gar überwältigt sein? Durfte ich Mitgefühl haben? Die Geschichte von Karl, seiner Mutter, Mara und Tanja sorgte für Gewissenskonflikte.

Karl mochte ich von Beginn an. Er war ein wenig egoistisch, mürrisch und schonungslos ehrlich. Die Beziehung zu seinen Eltern verstörte mich auf vielen Ebenen und durch den angenehmen, besonderen Schreibstil wurde das Ausmaß in aller Wucht deutlich, insbesondere im Verlauf der Geschichte, in der ich seine Mutter etwas besser kennenlernen konnte, was jedoch wieder für absolutes Unverständnis ihr und ihrem Mann gegenüber meinerseits sorgte. Mein Highlight war Tanja. Sie wirkte wie eine Pippi Langstrumpf der Gegenwartsliteratur und brachte durch ihre kindliche, ehrliche, unbeschwerte Sicht auf die Welt Licht in Karls Leben. Daraus entstand eine sehr interessante Freundschaft, deren Bedeutung ich auch im Nachhinein sehr wichtig für Karls Weg fand. Dabei wurde besonders seine eigene Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung deutlich, und letztendlich sorgte unter anderem Tanja dafür, dass Karl zurück zu sich selbst finden konnte.

Das Setting des Leinsees fand ich super schön, die Beschreibungen der Umgebung, der Geräusche, des Wetters und der Farben zogen mich ins Geschehen. Am besten gefiel mir die verrückte, aber liebenswerte Teegesellschaft mit kleinen Alice im Wunderland-Anspielungen. Besonders in dieser Situation wuchs meine Abneigung gegen zwei Charaktere, die somit bezogen auf die beim Leser entstehende Antipathie wirklich gelungen gezeichnet wurden – schon bei der Erwähnung ihrer Namen reagierte ich genervt.

Die letzten Kapitel empfand ich als traurig, aber zugleich hoffnungsvoll, auch wenn das widersprüchlich klingen mag. Das Ende ließ dann Raum für eigene Interpretationen, ich klappte das Buch lächelnd und mit einem guten Gefühl zu.

FAZIT
Auch, wenn die Handlung von unaufgeregter Ruhe war, konnte mich Leinsee absolut mitreißen, was primär an der Familiendynamik, den besonderen Beziehungsmustern und dem distanzierten und zugleich eindringlichen Schreibstil lag. Ein sehr gelungenes Debüt, das mich langfristig beeindruckt hat.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

comic, graphic novel, ökomärchen, reisende, science fiction, splitter-verlag

Grün. Band 1

Frauke Berger , Frauke Berger
Fester Einband
Erschienen bei Splitter-Verlag, 22.02.2018
ISBN 9783962190316
Genre: Comics

Rezension:

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich den Splitter Verlagsstand besucht und Max getroffen, der für die Blogger-Relations zuständig ist und mir prompt Frauke Bergers Comicdebüt Grün in die Hand gedrückt hat. Dass die Autorin zu dem Zeitpunkt auch noch zum Signieren vor Ort war, war natürlich das Sahnehäubchen.

Schon das Cover und die ersten Seiten, durch die ich direkt blättern mussten, sowie der Inhalt haben mich neugierig gestimmt. Es klang wie eine spannende Mischung aus Postapokalypse und Sci-Fi und ich wurde nicht enttäuscht.

„Grün“ ist vieles, aber nicht in eine Schublade einsortierbar – steht auf der Rückseite des großformatigen Hardcoverbuches. Und genau das kann ich nur bestätigen. Ich habe das Comic vor wenigen Tagen gelesen und denke zwischendurch immer mal an die Handlung und einzelne Aspekte zurück, die auf 56 Seiten geschildert wurden. Im Prinzip geht es um die Nomadin Lis, die durch die Gegend reist, um der mysteriösen Seuche zu entkommen. Auf ihrer Reise trifft sie jedoch auf ungewöhnliche Zustände und erkennt, dass sie von der Vergangenheit eingeholt wird und Lösungen finden muss.

Die Zeichnungen sind hauptsächlich in Grün- und Gelbtönen gehalten, werden zwischendurch durch lilane Farben aufgelockert, wodurch man eine klare Trennung der Tages-/Nachtzeit erkennt, was wiederum für eine andere Atmosphäre beim Lesen sorgt. Die Bilder sind an sich super detailreich, sodass ich situativ sehr lange auf einzelnen Seiten verharrte, um auch nichts zu verpassen. Auch gibt es Zeichnungen, die sich über ganze Seiten streckten, was ich richtig cool fand. Auf jeder einzelnen Seite im Comic gab es unfassbar viel zu entdecken und ich werde es definitiv noch ein weiteres Mal lesen. Das Comic ist in zwei Kapitel aufgeteilt, wovon mir das zweite aufgrund der Bedeutung der Tiefgärten am besten gefallen hat. Die Atmosphäre wurde plötzlich sehr düster und hat mich total mitgerissen.

Trotz der geringen Seitenanzahl gab der Inhalt einiges her – Themen wie Umwelt, Freundschaft und Mut wurden gekonnt dargestellt und gaben Impulse zum Nachdenken und somit zur aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte. Grundsätzlich empfand ich die Thematik als ziemlich speziell, als wichtig und als substanziell, sodass noch viel mehr gefüllt werden könnte, als zwei Comics mit jeweils knapp 60 Seiten, was keinesfalls böse gemeint ist, im Gegenteil. Sehr gerne würde ich somit noch viel mehr über die Arche, über die Seuche und den Planeten erfahren, ebenso über Lis‘ Herkunft und ihre Motivation und hoffe somit sehr, dass das im zweiten Band näher beschrieben wird. Leider blieben die Charaktere für mich bisher noch relativ blass.

Über den Inhalt möchte ich nicht zu viel verraten, ich kann euch nur empfehlen, euch das Comic mal näher anzuschauen, wenn man ein Freund von postapokalyptischen Settings, ökologischen Aspekten und Sci-Fi Anteilen ist. Es gibt viel her und ist wahrlich nicht schubladisierbar.

Grün konnte mich durch die wunderschönen Zeichnungen und Farben sowie die interessante, neue Thematik beeindrucken und hat gleichzeitig viel Spielraum für eigene Interpretationen gelassen. Sehr gerne würde ich in der Fortsetzung mehr über einzelne Aspekte, wie beispielsweise die Seuche und die Strukturen auf dem Planeten, erfahren.

Vielen Dank an den Splitter Verlag für das Rezensionsexemplar.

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35 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

achtung, antoine de saint-exupéry, asteroiden, dankbarkeit, der kleine prinz, erde, erfahrungen, erlebnisse, erwachsen, erziehung, fortsetzung, fragen, freund, freundschaft, große leute

Der kleine Prinz wird erwachsen

Andreas Wassner
Fester Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Bucher Verlag GmbH, 19.10.2017
ISBN 9783990184318
Genre: Romane

Rezension:

Vor einiger Zeit schrieb mich Andreas Wassner bezüglich einer Kooperationsanfrage an. Weil ich Der kleine Prinz sowieso nochmal lesen wollte kam mir diese Möglichkeit also sehr gelegen, denn so konnte ich beide Bücher hintereinander lesen. Bei Der kleine Prinz wird erwachsen handelt es sich um eine Kritik an der Gesellschaft in der Form eines Gespräches zwischen dem Erzähler und einer uns seit 75 Jahren bekannten literarischen Figur – dem nun 16-jährigen kleinen Prinzen, die sich auf einem Asteroiden wieder treffen.

Andreas Wassner knüpft somit an Der kleine Prinz an und behandelt in seinem Werk verschiedene gesellschaftliche Aspekte wie Politik, Bildungssystem, Reisen, Freundschaft, Familie, Erziehung und Umgangsformen auf der Basis von Liebe, Hoffnung und Glauben und thematisiert dadurch auf eine gelungene und intelligente Art und Weise den Verlust von gegenseitigem Verständnis, Zusammenhalt und Wertschätzung. In diesem Artikel berichtet der Autor über die Hintergründe und seine Motivation Der kleine Prinz wird erwachsen zu schreiben.

In den Texten plädiert er anhand des Gespräches für ein angenehmeres Zusammenleben der Generationen durch Aufmerksamkeit und Hoffnung, die in den schnelllebigen Situationen des Alltags leider häufig verloren zu gehen scheinen. Besonders interessant fand ich, wie die beiden Gesprächsteilnehmer sich den Ball gegenseitig zuwarfen, ihre spezifischen Fragen anhand ihrer eigenen gesammelten Erfahrungen beantworteten und obendrein gemeinsam Lösungsansätze entwickelten.

Sehr gelungen fand ich die optische Gestaltung des Hardcoverbuches. Neben einer schönen Covergestaltung besitzt es viele farbige Illustrationen von Andreas Marosch, die passend zu der Thematik wirken und das Lesevergnügen zusätzlich steigerten. Auch Wassner bedient sich Themen moralischen Denkens und einer poetischen, philosophischen Ausdrucksweise, nutzt darüber hinaus passenderweise zusätzlich moderne Ausdrücke und Themen, die aktuell sind. Die situativen Gedankensprünge fand ich punktuell etwas störend, aber nicht weiter tragisch.

Interessant war für mich besonders der Epilog, in dem Wassner den kleinen Prinzen mit dem Vorhandensein eines imaginären Freundes von Kindern vergleicht, den man im Laufe des Lebens durch Enttäuschungen und negative Erfahrungen immer mehr aus den Augen verliert. Die Botschaft, dass man an seinem eigenen kleinen Prinzen festhalten, oder ihn wiederfinden soll, fand ich treffend und wichtig. Am Ende gab es noch einen kleinen, sehr spannenden und ehrlichen Einblick in das Leben des Autors, wofür ich sehr dankbar bin. Meiner Ansicht nach nimmt man Texte nochmal anders und intensiver wahr, wenn man ein paar Hintergründe kennt.

Der kleine Prinz wird erwachsen ist meiner Meinung nach ein Plädoyer für Wertschätzung, Menschlichkeit und Hoffnung an Erzieher, Lehrer, Politiker, Eltern und alle anderen „großen Menschen“, die den kleinen Menschen den Weg ebnen und sie begleiten. Es handelt sich nicht um eine typische Fortsetzung, sondern eher um eine schöne Ergänzung, die zum Nachdenken anregt.

Vielen Dank an Andreas Wassner und den Bucher Verlag für das Rezensionsexemplar.

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

erwachsenencomic, humor/comic

A House Divided 2: Ein Licht im Dunkeln

Haiko Hörnig , Marius Pawlitza
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551713131
Genre: Comics

Rezension:

Nachdem mir der erste Band der Comicreihe über das taffe Mädchen Henrietta überzeugen konnte, war ich natürlich gespannt auf den Folgeband. Im ersten Band ging es um Henrietta, die ein mysteriöses Haus erbt, in dem ordentlich was los war, gefüllt mit Magie, Quiche, Banditen und Soldaten. Zunächst stand sie dem Ganzen eher skeptisch gegenüber, ließ sich dann aber auf das Abenteuer ein und erkannte recht schnell, dass der Turm von Gefahren und Geheimnissen wimmelt.

Der zweite Band schließt nahtlos an das offene Ende des ersten an, was ich angenehm fand, denn der Release kam fast zwei Jahre später. Auch jetzt müssen wir uns voraussichtlich bis 2020 auf den dritten Band Die verlorene Tochter gedulden. Erneut traf ich auf die verrückte Bande, angeführt von Captain Booner und Mister Flemming, die Henrietta zurück in das Haus begleiten, wo sie eine Gefahr für das anliegende Dorf Malrenard abwenden müssen. Die Ereignisse spitzen sich zu und Henrietta begegnete beängstigenden Kreaturen, die der Gruppe ordentlich Feuer unterm Hintern machten, im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders cool fand ich den Friedhof der Räume, aber auch die Rolle der Katze und des Kerzenjungens. Der Einblick in Mister Flemmings Vergangenheit und die Verknüpfung zu der im Comic geschilderten Situation hat mir gut gefallen, da so die Bedeutung von Loyalität und Kameradschaft erst recht deutlich wurde. Auch gab es zahlreiche humorvolle Passagen, was ich richtig toll fand. Ich musste vor allem über den skurrilen „König“ lachen, ebenso über Vampirin Moira Kettlebrew, eine wahrliche Feinschmeckerin, die Wein aus den kuriosesten Zutaten kocht und mit ihren Kellerasseln kuschelt. Das Rezept ihres magischen Drachen-Blutpunsches gibt es sogar hinten im Comic, super cool.

Mir hat die Thematik in diesem Band noch besser gefallen, als die des ersten. Meiner Meinung nach ging es actionreicher zu, die Bande festigte sich und Themen wie Freundschaft und Loyalität standen im Mittelpunkt. Auch die Zeichnungen fand ich wieder total gelungen, auch in kleineren Abbildungen ging nichts verloren, Mimik und Gestik kamen gut rüber.

A House Divided 2: Ein Licht im Dunkeln ist für mich eine immense Steigerung zum ersten Band und beeindruckte durch actionreiche Handlungsstränge und die Botschaft, dass man gemeinsam alles schafft, wenn man zusammenhält, so verschieden man auch ist. Ich bin sehr gespannt auf Teil 3.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gotham City Sirens

Scott Lobdell , Guillem March
Buch
Erschienen bei Panini, 27.06.2016
ISBN 9783957987525
Genre: Comics

Rezension:

Nachdem mich der erste Band der Comicreihe um die verrückten und bunten Antiheldinnen Catwoman, Harley Quinn und Poison Ivy schon total begeistern konnte [Rezension] war schnell klar, dass auch der 2. Band einziehen musste. Großen Dank also an den Panini Verlag!

Mit seinen 220 Seiten ist dieses Comic hervorragend für ein paar unterhaltsame Lesestunden geeignet. Und schon nach den ersten Seiten musste ich lachen, denn Harley Quinn ist einfach herrlich verrückt und die Dialoge somit sehr erheiternd.

Zusammen mit dem Riddler, der als Privatdetektiv unterwegs ist, ermitteln die drei Mädels in gefährlichen Fällen. Im zweiten Band ging es noch rasanter zu als im ersten. Es gab einige Überraschungen, inklusive einem Endkampf, in dem nochmal alle zeigen konnte, was sie drauf haben, der relativ offen endet und auf einen spannenden weiteren Verlauf schließen lässt.

Thematisch drehte es sich diesmal um Ivys Liebe zu der Pflanzenwelt, die ihr beruflich zum Verhängnis wird. Ich erhielt einen Einblick in die Forschungen und Experimente, die nicht nur „typische“ Pflanzen betreffen. Auch Catwoman geriet durch ein verschollen geglaubtes Familienmitglied in Gefahr und hier begegneten mir Dämonen und Engel, was das Ganze noch abgedrehter und zugleich total mysteriös wirken ließ. Und in allen Situationen stand das schlagfertige Trio füreinander ein, auch wenn es zwischendurch Situationen gab, in denen sich die eine oder andere durchaus hätte abwenden können. Und doch bestachen alle drei durch eine immense Loyalität zueinander.

Besonders gut gefielen mir, neben der vielseitigen Themen, die einiges über die drei Hauptpersonen ans Tageslicht brachten, die angenehmen, gedeckten Farben des Comics. Auch die lebhaften Zeichnungen konnten mich überzeugen, auch wenn mimische Züge bei kleineren Bildern verloren gingen. Die Auftritte von Zatanna, die mir bisher noch nicht bekannt war, und Talia al Ghul steigerten das Lesevergnügen. Zatannas besondere Art der Zaubersprüche fand ich sehr cool. Und Harleys Verrücktheit und Naivität lockerte die düstere Stimmung zwischendurch auf, gleichzeitig ließen manche Unterhaltung tiefer in die einzelnen Persönlichkeiten blicken.

Hast du machmmal das Gefühl, dass jeder, der dir nahe steht, zum Leiden verdammt ist?
– Warum glaubst du, hänge ich mit Abschaum rum?

Für das generelle Verständnis und die zeitliche Einordnung hielt Panini ein informatives Vorwort bereit, welches sehr hilfreich war. Zwar habe ich mittlerweile ein paar Comics aus dem DC-Universum gelesen, Filme und Serien angeschaut, dennoch fehlen mir teilweise wichtige Hintergründe. Die Welt und die Charaktere sind unfassbar facettenreich, sodass ich noch nicht alles kenne – auch wenn ich gerne würde. Mittlerweile bin ich ein großer Fan der DC Welt und würde am liebsten alles aufsaugen.

Auch der zweite Band der Gotham City Sirens konnte mich mit lebhaften Zeichnungen in gedeckten Farben, drei starken, mutigen und loyalen Charakteren und rasanter Action auf Trab halten. Eine rasante & unterhaltsame Steigerung!

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484 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 123 Rezensionen

abenteuer, dämonen, fantasy, freundschaft, gefühle, izara, izara das ewige feuer, julia dippel, kampf, liebe, primus, romantasy, romantik, spannung, träume

Izara - Das ewige Feuer

Julia Dippel
Flexibler Einband: 542 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 25.10.2017
ISBN 9783522506038
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie eigentlich immer war es auch hier so, dass ich vorher nichts über den Inhalt wusste. So wurde ich positiv überrascht, denn ich hatte angenommen, dass es sich um eine romantische College-Story mit Fantasyanteilen handelte. Relativ schnell merkte ich, dass so einiges hinter den übernatürlichen Wesen, die ins Bild traten, steckte und dass vor allem Lucian ganz anders ist, als zunächst angenommen. Durch seine mysteriöse Art weckte er direkt mein Interesse, ich konnte ihn nicht einordnen. Mit der Zeit wurde er immer greifbarer, und eines sei euch gesagt: er hat Bookboyfriend-Potential! Seinen Einfluss auf Ari fand ich ziemlich reizvoll.

Die Handlung erinnerte mich zunächst an eine witzige Mischung aus Hogwarts und Shadowhunters, wobei die Hogwarts-Anteile recht schnell verblassten. Durch diverse Aspekte, Handlungen und Gegenstände fühlte ich mich aber bis zum Schluss an die Shadowhunters erinnert, auch wenn ich davon nur den Film, den ersten Band und 2 Folgen der Serie kenne. Die Idee der verschiedenen Wesen, allen voran der Primus, fand ich super cool. Falls ihr mehr darüber erfahren möchtet kann ich euch diese Seite empfehlen, die jedoch in manchen Dingen spoilern könnte.

„Weißt du, warum Brachion niemals weiblich sind, Ariana?“
„Weil die Liga von einem Haufen Chauvinisten angeführt wird?“
(Izara, Julia Dippel)

Ari war mir sympathisch, ich mochte ihre humorvolle, taffe Art, aber zwischendurch ging sie nicht nur Lucian mit ihren Zweifeln und Grübeleien auf den Keks. Was ich etwas komisch fand war, dass sie ziemlich oft ohnmächtig war, auch wenn es für die Handlung sicherlich manchmal nötig war. Auch die anderen Charaktere fand ich ziemlich interessant, vor allem Ryan, nicht zuletzt aufgrund seiner coolen, tätowierten Optik. Besonders spannend fand ich die Rolle von Ari, aber auch ihre Vergangenheit, in die erst nach und nach Licht gebracht wurde und die einige Überraschungen bereithielt. Der Schreibstil wirkte punktuell etwas umgangssprachlich, aber insgesamt angenehm, auch hielt er viele sarkastische, humorvolle Passagen und Dialoge bereit, die mich schmunzeln ließen. Izara wirkt fürs Erste abgeschlossen und endete ohne Cliffhanger, aber mit einer großen Vorfreude meinerseits auf die Fortsetzung.

Ob es in der Primus-Welt wohl so etwas wie Bonusmeilen gibt?
(Izara, Julia Dippel)

Mit gelungenen Plot-Twists, rasanter Action, Verschwörungen und Geheimnissen, einem interessanten Setting und originellen Charakteren konnte mich der erste Band von Izara komplett überzeugen und vor allem unterhalten. Ich wurde positiv überrascht und freue mich schon sehr auf den zweiten Band, Stille Wasser, der am 18. Mai erscheint.

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572 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 110 Rezensionen

ava reed, camp, freundschaft, jugendbuch, jugendroman, katze, liebe, stille, stumm, tod, trauer, ueberreuter verlag, verlust, zwillinge, zwillingsschwester

Die Stille meiner Worte

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 09.03.2018
ISBN 9783764170790
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ende Oktober schickte ich Ava Reed also meine Gedanken zu ihrer neuen Geschichte, die ich zu dem Zeitpunkt testgelesen hatte. Und heute habe ich sie noch einmal gelesen, in einem Rutsch, eigentlich versehentlich. Der Plan war, mich auf die Suche nach Zitaten zu machen, die ich euch nennen kann, um euch einen Eindruck von dem emotionalen, bildhaften, nahezu poetischen Schreibstil zu bieten. Und dann las ich Kapitel für Kapitel erneut. Und am Ende weinte ich, schon wieder. Innerhalb der letzten 8 Kapitel kamen mir immer wieder die Tränen.

Hannah verlor ihre Stimme nach einem tragischen Unglück, das ihr und ihrer Zwillingsschwester Izzy Zuhause passierte. Dieser Unfall raubte ihr die Worte und damit die Möglichkeit, sich auf normale Art und Weise mitzuteilen, was die Wege der Kommunikation mit ihren Eltern immens einschränkte und dazu führte, dass sie nach einem rebellischen Akt fortgeschickt wurde, in eine Einrichtung, die ihr zurück ins Leben helfen sollte. In einem Camp lernte sie daraufhin neue Menschen kennen. Jugendliche, die allesamt ebenfalls ein riesiges Päckchen zu tragen hatten.

Levi, ein Junge, der schon seit Jahren Teil dieses Camps und der Einrichtung Sankt Anna ist, weil ihm schon sehr früh innerhalb der Familie schlimme Dinge zugestoßen sind. Sarah, die ebenfalls Leid erfahren musste und nun große Angst vor der Dunkelheit hat. Lina, die als Mittel zum Zweck benutzt wurde. Und schnell merkte Hannah, dass sie nicht alleine auf der Welt ist. Dass es viele andere gibt, die Leid erfahren mussten und nun ebenfalls vor der Herausforderung stehen, zurück ins Leben zu finden. Und dann gab es da natürlich noch Mo – ein Kater, der eine ganz besondere Rolle in der Geschichte spielte und mich immer wieder zum Lachen bringen konnte. Oh, und nicht zu vergessen Ben, die starke, verständnisvolle Leitung von Sankt Anna. Ben stellte eine haltgebende Basis in der Geschichte dar und ich fand seinen Umgang mit den Kids großartig.

Vor allem Levi hat es mir sehr angetan. Trotz der Tatsache, dass er ein eigenes Päckchen zu tragen hatte, das gefühlt die Größe eines Einfamilienhauses besaß, kümmerte er sich total selbstlos um Hannah. Er forderte nicht zu viel von ihr und nahm ihre Stille als etwas Normales an. Ich habe seine Kommunikation mit ihr sehr genossen, er besaß viel Empathie und Feingefühl, ohne aufdringlich zu sein, auch wenn er Hannah zwischendurch gereizt hat, was ich sehr passend und wichtig fand. Sie geriet immer mal wieder an ihre Grenzen. Angenehm fand ich, dass es zwischen den beiden nicht das typische Prickeln gab, was man aus manchen Jugendbüchern kennt, sondern dass die Beziehung zunächst eher auf einer verständnisvollen Freundschaft basierte, bei der beide Parteien durch traumatische Ereignisse gebrandmarkt waren und sich gegenseitig Halt gaben.

Besonders schön fand ich die Briefe an Izzy, die sich zwischen den Kapiteln befanden. Mal besaßen sie nur wenige Zeilen, mal füllten sie ganze Seiten. Doch egal ob kurz oder lang, sie trafen jedes Mal mitten ins Herz. An dieser Stelle möchte ich außerdem gerne die wunderschöne Covergestaltung von Alexander Kopainski loben. Es ist schlicht, aber gleichzeitig so aussagekräftig und vor allem passend. Interessant finde ich auch die Musikliste, die sich vorne im Buch befindet und laut Ava Reed am besten vor dem Lesen durch gehört werden sollte.

Auf der Handlungsebene ist die Geschichte eher ruhig, es gibt wenig actiongeladene Szenen, die Spannung wurde eher durch die Gefühlsebene projiziert, und da so sehr, dass ich ständig Gänsehaut hatte, dass mein Herz laut und schnell klopfte und dass mir die Tränen kamen. Besonders die letzten Kapitel besaßen so eine Kraft, so eine Wortgewalt und so viele Emotionen, dass ich nach dem Lesen – ja, auch nach dem zweiten Mal – erstmal „platt“ war. Ich habe mit Hannah mitgefühlt, mitgelacht, mitgelitten. Das Ende fand ich sehr angenehm, es war – wie man es vielleicht erwarten würde – überhaupt nicht kitschig, sondern passend und hoffnungsvoll. Ich konnte die Geschichte, Hannah, Levi, und die anderen, mit einem guten Gefühl gehen lassen.

"Die Stille meiner Worte" ist eine wahnsinnig emotionale, kraftvolle Geschichte, die Hoffnung gibt. Sie hat mich aufgewühlt, mich in den Arm genommen und mich mit einem wohligen Gefühl zurück gelassen. Eine Geschichte, die ich noch mehrfach lesen werde.

Großen Dank an den Ueberreuter Verlag und Ava Reed für das Rezensionsexemplar.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

dublin, ink rebels, lovestory, new-adult, romance, tanz, tanzen

Tanz, meine Seele

Kira Minttu
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ink rebels, 02.02.2018
ISBN 9783958693234
Genre: Romane

Rezension:

Schon die ersten Sätze ließen auf eine humorvolle Geschichte schließen, und genau so war es dann auch. Harper war mir auf Anhieb sympathisch, ich konnte mich in vielen Aspekten gut mit ihr identifizieren und ihre Handlung somit gut nachvollziehen. Sie war sarkastisch, ehrlich, humorvoll, glücklicher Single und vor allem nicht auf den Mund gefallen. Sie kämpfte für ihre Ziele, konnte über sich selber lachen und verfiel zwischendurch in leichtes Chaos, was ich sehr authentisch fand.

Im Verlauf durchlebte sie natürlich einige Ereignisse und Herausforderungen, die Einfluss auf sie nahmen und dafür sorgten, dass sie ihre bisherigen Vorstellungen hinterfragen musste, worüber sie – ebenso wie ich – letztendlich sehr überrascht war. Besonders geschätzt habe ich ihre Ehrlichkeit sich selbst, aber auch den Menschen in ihrem Umfeld gegenüber. Die Beziehung zu ihrer Mutter wurde als sehr schwierig dargestellt, was primär an der Instabilität der Mutter lag. Ich mochte die Dialoge zwischen Harper und ihrer besten Freundin Andra, die mir zwischendurch durch ihre naive Art den letzten Nerv raubte. Luke war mir sehr sympathisch, auch wenn er zu Beginn nicht wirklich greifbar war und bezüglich seiner Vergangenheit unnahbar wirkte. Seinen Einfluss empfand ich wiederum als gekonnt integriert und logisch in den Handlungsverlauf eingebaut.

Die Emotionen wurden durch den angenehmen Schreibstil hervorragend transportiert. Es gab eine bestimmte Situation, die mich sehr traurig gemacht hat, sodass ich mit Harper mitfühlen konnte und nahezu genauso belastet war wie sie. Auch gab es sehr humorvolle Passagen und ebenso welche, die ein Knistern spüren ließen. Der Aspekt des Tanzes wurde gut in den Verlauf integriert, jedoch gab es diesbezüglich ein großes, wichtiges Event, dem schon recht früh eine immense Bedeutung zugeschrieben wurde, was dann letztendlich aber auf wenigen Seiten kurz und knapp abgehandelt wurde. Für mich persönlich passte die Relation dabei leider nicht ganz, ich hätte mir gewünscht, dass das detaillierter beschrieben wird. Schade war, dass bezogen auf das Tanzen nur wenige Choreografien dargestellt wurden. Generell gab es manche Handlungspunkte, die nur kurz angerissen wurden.

Der Abschluss der Geschichte war für mich insgesamt schlüssig, wenn auch ein wenig vorhersehbar, was in dem Genre meiner Meinung nach jedoch auch zu erwarten war. Ich fühlte mich super gut unterhalten und habe es genossen, Harper auf ihrer emotionalen Reise zu sich selbst zu begleiten, auf der sie Stück für Stück erkennen durfte, was es bedeutet, einer Leidenschaft nachzugehen und herauszufinden, was man vom Leben will. Neben der Entwicklung von Harper gefiel mir auch die von Luke richtig gut.

"Tanz, meine Seele" stellt eine humorvolle und emotionale Lektüre dar, die mich hervorragend unterhalten und in die Welt des Tanzes entführt hat. Eine angenehme New Adult Geschichte, die Themen wie Freundschaft, Familie und Lebensziele beinhaltet und aufzeigt, was es bedeutet, für eine Leidenschaft zu kämpfen. 

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

blackheart, black heart, christiania, fantasy, freya, kimleopold, kolibriherz, magie, märchen, rezension, rezensionsexemplar, romantasy, selfpublisher, selfpublishing, serie

Black Heart 05: Das Flüstern der Vergangenheit

Kim Leopold
E-Buch Text: 87 Seiten
Erschienen bei null, 28.02.2018
ISBN B079BRCNTZ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das 87 seitenlange eBook wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die in Deutschland und Marokko im Jahr 2018, und in Norwegen um 1768 spielen. Diesmal begleiten wir wie gewohnt Alexander und Louisa in Deutschland, Freya und Mikail in Norwegen und neuerdings Tyros in Marrakesch, der sich auf die Suche nach dem Schuldigen für das Massaker an einem Hexenclan begibt.
Für mich persönlich war Tyros‘ Perspektive die interessanteste, schon alleine wegen des orientalischen Flairs, das durch einen gelungenen Schreibstil hervorragend rüber kam, ich hatte die beschriebenen Orte genau vor Augen und die dargestellten Gerüche in der Nase. Auch habe ich Lust bekommen, nach Marokko zu reisen und die Kultur selber zu entdecken. Auch inhaltlich gefiel mir sein Erzählstrang am besten, denn trotz der kurzen Kapitel gab es einen bunten Mix aus Emotionen, ich erfuhr etwas über ihn und seine große Liebe und über die Hintergründe seiner Intention im Rat. Auch wurde deutlich, dass man Menschen nicht immer trauen kann, auch wenn man sie vermeintlich gut und schon jahrelang zu kennen vermag.
Auch Freya und Mikail müssen sich verschiedenen Gefahren stellen, es findet ein Katz-und-Maus-Spiel statt, welches die Spannung ebenfalls angehoben hat. Besonders mit Freya habe ich sehr gelitten, durch ihre körperliche Einschränkung hat sie handlungsbezogen ein paar Nachteile, die ihr den Weg zum Ziel zusätzlich erschweren. Umso schöner fand ich das Zusammenspiel zwischen ihr und Mikail, das sehr vertraut wirkte.
Louisa hat Schwierigkeiten, ihre immensen Gefühle zu kontrollieren, die leider Einfluss auf ihre Umgebung haben, sodass Alex körperlich darunter leidet. Mehr möchte ich natürlich nicht vorweg nehmen, ich kann euch aber sagen, dass diese Episode trotz ihrer Kürze wieder super spannend und rasant war. Das Ende beinhaltete mal wieder einen für Kim Leopold typischen Cliffhanger, der große Lust auf die nächste Episode macht, die man bereits vorbestellen kann. Sie erscheint am 30.04.18.
Das Flüstern der Vergangenheit hat mich insbesondere durch den orientalischen Flair einer Perspektive und die spannungsgeladenen Momente begeistert. Der Titel der nächsten Episode, Die Kunst zu sterben, steigert meine Neugier, aber auch meine Sorge um die Charaktere, die mir mittlerweile ans Herz gewachsen sind.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

2018, außenseiter, basketball, hamburg, jugendbuch, krimi, sport, turnier

Absolute Gewinner

Christoph Scheuring
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850080
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zunächst möchte ich die optische Gestaltung von Absolute Gewinner loben, denn das besondere ist, dass sich das Cover anfühlt wie ein Basketball, was das Leseerlebnis noch authentischer macht. Auch gefielen mir die kleinen Illustrationen mit passenden kurzen Zitaten an den Kapitelanfängen richtig gut.
Der Protagonist Luca war mir leider wenig sympathisch. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass er, obwohl (oder weil?) er eher in einer Außenseiterposition war, wenig Empathie und Feingefühl besaß, manchmal wirkte er ziemlich skurril und vor allem intolerant. Der Schreibstil war jugendlich und locker, dadurch dass die Geschichte in der Ich-Perspektive verfasst wurde kam es so rüber, als würde Luca einem Kumpel von den Geschehnissen berichten, was ich zweckgemäß fand, zumindest was die Erzählweise anging. Im Buch gab es allerdings zahlreiche Vorurteile, die vor allem optische Eigenschaften von Menschen betrafen, beispielsweise blieben kleine Männer nie locker und Dunkelhäutige hätten ein typisches riesiges Afro-Lachen, was ich in dem Kontext irgendwie unangenehm fand, besonders wenn man bedenkt, dass Luca selber sehr unter einer körperlichen, störenden Eigenschaft leidet.
Wer nicht locker blieb, war der General. Wie das so ist bei kleinen Männern.(Absolute Gewinner, S. 222)
Zu Beginn wurde der Aspekt, dass Luca eine sehr hohe, krächzige Stimme besaß, immer wieder thematisiert, sodass ich das Gefühl hatte, dass es wichtig für den Verlauf sein würde. Doch später habe ich das nicht mehr auf dem Schirm gehabt, auch wurde es nicht mehr erwähnt, was ich unpassend fand, denn letztendlich stellte genau das anfangs einen sehr wichtigen Punkt in Lucas Leben dar, mit dem er nicht gut zurecht zu kommen schien. Ich hätte mir dahingehend gewünscht, dass dies nochmal aufgegriffen wird und nicht während der rasanten Ereignisse völlig aus den Augen verloren wird.
Ich persönlich habe zuvor kein Buch gelesen, das sich mit der Sportart Basketball beschäftigt, somit fand ich die Thematik sehr erfrischend, auch wenn es zahlreiche spezifische Begriffe gab, die mir größtenteils fremd waren, sich aber meistens aus dem Zusammenhang ergeben haben. Insgesamt gefiel mir die inhaltliche Umsetzung ganz gut, das Tempo wurde durch krimihafte Aspekte angehoben. Nicht nur, dass der Trainer der bunten, jugendlichen Truppe von heute auf morgen verschwand, plötzlich hatten zwielichtige Gestalten ihren Auftritt und die Kids mussten sogar einen Ausflug nach St. Pauli unternehmen, um etwas über die Hintergründe ihres Trainers zu erfahren. Es gab ein paar Wendungen, die insbesondere Jana – eines der Mannschaftsmitglieder – betrafen und mich überraschen konnten.
Neben jugendlichen Angelegenheiten wie Verliebtsein, Vereinssport und Konflikte mit den Eltern wurden außerdem Gesichtspunkte wie unklare familiäre Hintergründe und dessen Erforschung, Macht, Selbstvertrauen, korrupte Wettbüros und besondere Fähigkeiten im Computerbereich angesprochen. Daraus ergaben sich zahlreiche krimihafte, gefährliche, aber auch humorvolle und skurrile Situationen, in denen mir die Rolle des Coaches am besten gefiel. Auch hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass der Handlungsverlauf so ernst und tiefgründig sein würde. Besonders von Heinrichs Talenten konnte die Gruppe profitieren, wodurch er zu einer wichtigen Basis wurde – und für mich zum Helden.
Die Auflösung fand ich angemessen, auch wenn noch ein paar Fragen meinerseits offen geblieben sind. Letztendlich handelte es sich für mich um eine spannende, jugendliche Geschichte für Zwischendurch, die mich gut unterhalten hat und die man aufgrund des lockeren Schreibstils und der übersichtlichen Seitenzahl recht flott lesen kann. Mit dem Protagonisten bin ich leider nicht wirklich warm geworden, die Nebencharaktere, vor allem Heinrich und Jana, aber auch den Coach, empfand ich persönlich als viel interessanter und ihre Geschichten gehaltvoller als Lucas.
Absolute Gewinner gefiel mir im Ansatz zwar gut, jedoch fehlte mir etwas. Bezüglich der erhofften Gruppendynamik zwischen den Jugendlichen wurden ein paar wichtige Aspekte angesprochen, die leider nicht alle ausgebaut worden sind. Dennoch eine unterhaltsame Geschichte mit interessanten Nebenfiguren, bei der das Tempo zwischendurch durch krimihafte Anteile angehoben wurde.
Danke an den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar.

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wonder Woman: Die Götter von Gotham

J. M. DeMatteis , Phil Jimenez , Ralph Kruhm
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 14.03.2017
ISBN 9783741601118
Genre: Comics

Rezension:

Als ich mal wieder durch das Angebot meines Comicdealers stöberte entdeckte ich dieses Softcover Comic (das es im Übrigen auch als Hardcover-Ausgabe gibt). Alleine die farbliche Gestaltung fand ich sehr ansprechend, aber auch den vielversprechenden Mix aus Wonder Womans Mythologie und Batmans Dasein in Gotham – zwei meiner Lieblinge aus dem DC-Universum.
Für mich als Comic-Neuling ist es immer wieder spannend, verschiedenste Storys zu entdecken. Auch finde ich es wichtig, Comics lesen zu können, bei denen kein großes Vorwissen nötig ist. Und auch hier fand ich somit den einleitenden Text und das darauffolgende Charakterglossar sehr hilfreich. Durch den rasanten Verlauf und die actiongeladenen Kampfszenen kam ich punktuell ein wenig durcheinander, sodass ich immer mal wieder in die Beschreibungen der Figuren blinzelte.
Durch die Vermischung von Mythologie und Superhelden-Schurken-Thematik gab es zahlreiche skurrile und humorvolle Szenen, in denen auch der Joker und Poison Ivy ihren Auftritt hatten. Die Sprache war punktuell an die jeweilige Seite bzw. Kultur angepasst was durch die körperliche Übernahme der zerstörerischen Gottheiten teilweise total witzig wirkte, denn plötzlich spricht ein sonst so verrückter Joker über die Kinder des Ares und die Verwüstung der Welt.
„Und sie haben sich ausgerechnet den Joker als Mitspieler ausgesucht? Sind die irre?“„Blöde Frage.“
Durch den Kampf, der sich durch den größten Teil des Comics zog, flog ich so durch die Seiten, musste jedoch manch eine Szene noch ein zweites Mal lesen, oder kurz zurückblättern, da es auf 100 Seiten eine geballte Masse an Charakteren gab, ebenso Orts- und Zeitsprünge. Dennoch fühlte ich mich super gut unterhalten, die Mischung war auf jeden Fall mal was Neues. Interessant fand ich besonders die Einblicke in Batmans Persönlichkeit, aber auch die Gegenüberstellung von Wonder Womans und Batmans Ideologien. Auch merkt man vor allem durch die „bösen“ Charaktere, dass die beiden Welten gar nicht so verschieden sind, was die Intentionen betrifft.
Den Twist bezüglich Ares fand ich sehr gelungen, ich wurde überrascht, denn mit derartigen Äußerungen und Ansichten, die immensen Einfluss auf den Verlauf hatten, habe ich so gar nicht gerechnet. Auch die Nebencharaktere fand ich interessant, allen voran Oracle, auch wenn sie gar nicht in der Übersicht aufgeführt wurde.
Wonder Woman: Götter von Gotham stellt einen interessanten Mix aus Mythologie und Superhelden-Action dar, der mich gut unterhalten hat. Die Thematik war neu und erfrischend, die Handlung actiongeladen, auf den einzelnen Seiten war auf jeden Fall viel los, was Comiceinsteiger überfordern könnte – neben den vielen Charakteren.
Vielen Dank an den Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gotham City Sirens

Scott Lobdell , Guillem March
Buch
Erschienen bei Panini, 25.04.2016
ISBN 9783957987518
Genre: Comics

Rezension:

Beim Stöbern auf der Panini Seite bin ich aufgrund des bunten Covers auf das Comic aufmerksam geworden. Storys, in denen es um Harley Quinn, Catwoman und Poison Ivy geht, ein mörderischer Clown und der Riddler einen Auftritt haben? Shut up and take my money!
Sehr gelungen fand ich die Einleitung zu Beginn des Softcovers, wie in vielen Panini Comics üblich. Dort erfuhr ich ein paar Hintergrundinformationen zu den Charakteren sowie wichtige Punkte zu der zeitlichen Einordnung des Geschehens. Dadurch, dass sich die drei Mädels oftmals für die Unterdrückten und Schwachen eingesetzt haben sind sie eher Antiheldinnen als Schurkinnen, und genau den Aspekt, der immer wieder im Comic aufgegriffen wurde, mochte ich sehr gerne. Zwar sind Harley, Ivy und auch Selina allesamt schelmisch, dennoch besitzen sie ein gutes Herz und stehen füreinander ein, wenn eine mal in Schwierigkeiten ist. Und genau das gibt es in diesem Buch zur Genüge.
„Verdutzt“? Im Ernst? Ich werde gleich von einem Zwerg getötet, der „verdutzt“ sagt?“
Im Prinzip ging es in den acht Storys um die Auseinandersetzung mit diversen Bösewichten, aber auch um die Frage: Wer ist Batman wirklich? Auch wurde immer mal wieder die gescheiterte Beziehung zwischen Harley und dem Joker thematisiert, was mir persönlich richtig gut gefallen hat, da ich die beiden total faszinierend finde. Jedoch wirkte Harley punktuell wie ein an Liebeskummer leidender, naiver Teenie und dafür leider wenig verrückt und tough, wie sie sonst dargestellt wurde. Auch der Riddler spielte eine große Rolle, der seinem Schurkendasein mittlerweile den Rücken gekehrt hat – zumindest mehr oder weniger – und sich nun als Privatdetektiv einen Namen machen will, sehr skurril und klug. Nebenbei wurde durch ihn eine krimihafte Linie eingeflochten, die ich mit großer Begeisterung verfolgt habe. In einer der letzten Storys trafen die Mädels auf einen mörderischen Clown, dessen Rolle mich ziemlich überrascht hat. Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten aber: es kam ein sehr interessanter Aspekt aus Mr. J’s Vergangenheit zum Vorschein! Außerdem hatte auch Hush seinen Auftritt, über den ich nun noch mehr erfahren möchte.
Durch die Harley-Joker-Handlungspunkte stand Harley natürlich relativ oft im Mittelpunkt des Geschehens. Später wurde auch Poison Ivy mehr Aufmerksamkeit in den Geschichten gewidmet, was ich sehr interessant fand. Ihre Verbundenheit zur Natur wurde gelungen dargestellt und macht neugierig auf weitere Geschichten über sie. Alleine die Tatsache, dass sie mit den Pflanzen agiert und sie immer wieder in Situationen einbringt, war schräg und beeindruckend zugleich.
„Lass mich das nicht bereuen, Ivy. Wie kann ich dich erreichen?“„Sagen Sie’s dem Ficus in ihrem Büro. Das reicht.“„Aber woher weisst–?“„Er würde auch gerne näher ans Fenster geschoben werden. Er denkt, Sie wollen ihn umbringen.“
Catwoman hatte ein paar wenige Auftritte innerhalb der Storys, darauf hätte ich mir einen größeren Fokus gewünscht, aber vielleicht kommt das noch in den Folgebänden. Dennoch empfand ich die eingeworfenen Details ihrer Vergangenheit und den Aspekt mit ihrem leidenden Herzen, nachdem es ihr regelrecht herausgerissen wurde, was immense Konsequenzen für sie und vor allem ihr Kampfverhalten hatte, wissenswert.
Die Zeichnungen waren schon durch das bunte Trio sehr farbenfroh, selbst die Felder, in denen die Gedanken der einzelnen beschrieben wurden, hatten alle ihre passende Farbe, während die Sprechblasen alle weiß waren. „Die Hauptfiguren erstrahlen mit viel Liebe zum Detail und sexy Artwork.“ steht als Kommentar von Splashcomics.de auf der Rückseite des Softcovers und das kann ich nur unterschreiben. Neben der actiongeladenen Handlung gab es ein paar witzige und skurrile Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben.
Insgesamt hat mich Gotham City Sirens mit detailreichen, farbenfrohen Zeichnungen, skurrilen, Charakteren und herrlicher Situationskomik hervorragend unterhalten. Ich freue mich sehr auf die Folgebände und weitere chaotischen Geschichten über das Trio, das den über sie entstandenen Schubladen (Heldin, Schurkin, etc.) den Rücken gekehrt hat und nun eigene Regeln macht. 
Vielen Dank an den Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

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347 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 140 Rezensionen

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Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eben habe ich dieses Werk beendet und bin noch völlig baff. Mein eigentlicher Plan war mit der Rezension zu warten, bis ich die Handlung ein wenig verdaut habe. Doch dann ging das Fangirlen in mir schon los und somit lasse ich es einfach raus. Es gibt tatsächlich nichts, was mir an dem Buch nicht gefallen hat – für mich war es insgesamt ein perfektes Leseerlebnis, welches sicherlich lange nachhallen wird. Gerne möchte ich euch 5 Gründe aufzählen, die für die Geschichte von Diana sprechen, falls ihr euch noch unsicher seid und einen kleinen Schubs braucht.
Dass ich den Film gesehen habe hatte natürlich Einfluss auf die Optik mancher Charaktere und Orte, jedoch war die grundsätzliche Handlung und dadurch die Personen, die eine große Rolle spielten, anders als der Film, auch wenn es ein paar kleine Parallelen gab.
Noch eine kleine Anmerkung: lest den Klappentext, wenn ihr wollt. Ich habe ihn unten zum Aufklappen eingefügt, jedoch verrät er meiner Meinung nach viel zu viel. Eben habe ich ihn gelesen und ich muss (wie so oft) sagen, dass ich richtig froh bin, ihn vorher nicht gekannt zu haben, denn so gab es die eine oder andere Überraschungen für mich.
1.Diverse CharaktereEs gab nicht unendlich viele Charaktere – worüber ich recht froh war, denn weniger ist dahingehend oft mehr, vor allem für vergessliche Menschen wie mich -, aber jeder einzelne besaß ganz besondere Züge, die in Erinnerung bleiben. Diverse Aspekte wie Homosexualität und gemischtrassige Abstammungen wurden wie selbstverständlich in die Handlung eingebaut, sodass ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass es etwas ungewöhnliches ist. Ich persönlich habe die Aspekte während des Lesens zwischendurch vergessen, eben weil es einfach normal war. Auch wurden ein paar Götter, ein Orakel und natürlich die Amazonen integriert. Insgesamt gab es also eine bunte, erfrischende Mischung.  Sie wirkten alle grundverschieden und doch hatten sie alle etwas gemeinsam: sie strebten nach Glück und Anerkennung. Diana war mein Highlight in dem Ganzen, ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich sie vergöttere. Aber auch Alia überzeugte mich durch ihren Mut, und Nim fand ich großartig, sie kämpfte wie eine Löwin für ihre beste Freundin. Die Herren der Schöpfung waren mir sympathisch, auch wenn (oder gerade weil?) es keinen richtigen Bookboyfriend gab und somit auch keine gewöhnliche Liebesgeschichte im Mittelpunkt stand – was ich übrigens mal sehr angenehm fand.
„Könntest du bitte aufhören, die Deos zu liebkosen?“„Aber sie sehen wie Edelsteine aus!“(Wonder Woman, S. 128)
2. HumorIch kann gar nicht sagen, wie oft ich richtig lachen musste, woran Diana nicht unschuldig war. Sie trat mit einer Mischung aus Stärke, Klugheit und gleichzeitig kindlicher Naivität aufgrund ihrer Unwissenheit was die „normale“ Welt mit ihren Technologien und Redewendungen anging, auf und versüßte mir dadurch die Lesestunden. Daraus entstanden demnach zahlreiche humorvolle Unterhaltungen und manchmal auch kleine Peinlichkeiten – jedoch nicht für Diana.
3. FreundinnenkramWenn ich dem Buch ein Wort zuschreiben müsste, würde ich vermutlich Girlpower wählen, zumindest ist mir das direkt in den Sinn gekommen. Es gab nicht nur erfrischende Freundschaften zwischen den Mädels, sie standen auch alle füreinander ein, frei nach dem Motto Schwester im Kampfe, was im Übrigen nicht der einzige coole Freundinnen-Schwur war. Diana verglich ihre Freundschaft zu Maeve (über die ich gerne noch viel mehr erfahren hätte) immer mal wieder mit der zwischen Alia und Nim und entdeckte trotz völlig unterschiedlicher Welten viele Parallelen, was wiederum aufzeigt, dass der Wert von Freundschaft weder an der Herkunft, noch an den aktuellen externen Umständen gemessen wird. Die Geschichte sprühte nur so vor Zusammenhalt und Loyalität, ohne dass darüber gesprochen werden musste. Und ENDLICH retteten die Mädels sich selbst beziehungsweise gegenseitig, ohne dass das Eingreifen von männlichen Helden nötig war. Gelungen fand ich außerdem die kleinen kritischen Randbemerkungen von Diana zu der Rollenverteilung in der „normalen“ Welt.
„Wir können nichts dafür, wie wir auf die Welt gekommen sind. Wir können nichts für das, was wir sind, wir können nur entscheiden, welches Leben wir führen wollen.“(Wonder Woman, S. 221)
4. SettingDurch den angenehmen Schreibstil fühlte es sich an, als liefe ein actionreicher, bunter Film in meinem Kopf ab, ich konnte mir alles hervorragend vorstellen und wusste teilweise gar nicht wohin mit meiner Fantasie. Die Orte wurden wirklich faszinierend beschrieben, vor allem Themyscira mit seinen verschiedenen Klimazonen (wenn man das so nennen mag), aber auch New York und Griechenland. Mit den Ortswechseln veränderten sich auch Atmosphäre und Stimmung, was ich wirklich beeindruckend fand.
5. Plot-TwistsInsbesonders ein Plot-Twist hat mich völlig aus den Latschen gehauen, sodass ich mit offenem Mund geschockt ins Buch starrte und meinen Augen nicht traute. Vermutlich las ich die eine Stelle sogar mehrfach, weil ich es nicht fassen konnte. Oder vielmehr wollte. Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht DAMIT. Aber davon abgesehen gab es auch kleinere Spannungsmomente, die das Tempo am laufen hielten. Dennoch war es aber nicht die gesamte Zeit über rasant, denn die Geschichte beinhaltete auch ruhigere, nachdenkliche Momente, die mir wahnsinnig gut gefallen haben, da besonders dabei deutlich wurde, dass jeder starke Charakter auch weiche, verletzliche Züge besaß.
Wonder Woman ist definitiv ein Jahreshighlight für mich, das mich durch starke Frauen, einen grandiosen Humor, wechselnde, beeindruckend beschriebene Orte und meine dadurch entstandene Fantasie überzeugen konnte. Ich habe das Lesen wahnsinnig genossen und freue mich jetzt sehr auf den zweiten Band aus der DC Icons Serie.
Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Black Heart 04: Der Palast der Träume

Kim Leopold
E-Buch Text: 110 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 31.01.2018
ISBN B078L63QX9
Genre: Fantasy

Rezension:

Das 99 seitenlange eBook wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die hauptsächlich in Deutschland und Österreich im Jahr 2018, und eine in Norwegen um 1768 spielen. Diesmal begleiten wir wie gewohnt Alexander und Louisa in Deutschland, Freya und Mikail in Norwegen und neuerdings Jascha in Österreich, im Palast der Träume. Ihr habt richtig gehört, ENDLICH sind wir in der Schule für Magierlehrlinge angekommen und ich konnte es kaum erwarten. Dies sorgte dafür, dass ich das eBook in einem Rutsch durchgelesen habe, ebenso trugen der angenehme Schreibstil und die spannende Handlung dazu bei.
Jascha ist Schüler im Palast der Träume und findet sich gemeinsam mit Freund & Zimmermitbewohner Aslan in den Schulalltag ein. Die Geschichte startet diesmal mit dem ersten Schultag, der schon einige Herausforderungen mit sich bringt. Außerdem befinden wir uns gemeinsam mit Alexander, Lousia und deren Begleitungen an dem gewohnten Ort in Deutschland, an dem sich die beiden in dieser Episode (endlich, hihi) ein bisschen näherkommen. Dadurch ergeben sich jedoch leider ein paar Konflikte, denn wie wir wissen ist es Wächtern strengstens untersagt, Beziehungen mit ihren Schützlingen einzugehen. Warum das so ist, wird ebenfalls in diesem Band an Beispielen aus der Vergangenheit näher erläutert, was ich super spannend fand, denn auch hier merkte ich, dass sich Kim Leopold viele Gedanken gemacht und mehrere vielversprechende Handlungsstränge ineinander gewoben hat. Auch Freya und Mikail geraten in Schwierigkeiten, denn Freya scheint ihre magischen Kräfte nicht kontrollieren zu können, womit ihre Aufgabe, den König zu heilen, nicht bewältigt werden kann. Der Druck ist spürbar und nagt sehr an den beiden, was wiederum für Streitigkeiten an dieser Front sorgt.
Alle drei Perspektiven boten einige Überraschungen, sodass die Spannung die ganze Zeit über aufrecht erhalten wurde. Der große Knall kam dann am Ende des 17. Kapitels und damit stellte es einen fiesen Cliffhanger dar, der aber definitiv neugierig auf den Folgeband macht. Auch jetzt, beim erneuten Lesen des Endes, bin ich total baff und in meinem Kopf spinnt sich eine Theorie nach der anderen zusammen. Den fünften Band, Das Flüstern der Vergangenheit, habe ich bereits vorbestellt, er erscheint am 28.02.2018.
Auch Der Palast der Träume hat mich mit dem Ortswechsel, den neuen Protagonisten und der spannenden Handlung begeistern können. Besonders aber das offene Ende lässt auf eine vielversprechende Thematik, die sicherlich wieder einiges zusammenführen wird, hoffen. 

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1.141 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 239 Rezensionen

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Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

Verliere mich. Nicht knüpfte unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an, was ich sehr angenehm fand. Die Freude hielt jedoch nicht sehr lange an, denn schnell wurde mir klar, dass sich die Protagonistin Sage zum Negativen entwickelte und wenig davon beibehielt, wodurch sie mich im ersten Band beeindrucken konnte. Charakterzüge die sie ausmachten verblassten. Hinweg war ihre Toleranz und Lockerheit trotz Angststörung. Sie wirkte zeitweise wie eine Diva, die ein Drama nach dem nächsten inszenierte. Es gab mehrere Handlungen und Äußerungen von Sage, die ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Leider wurde sie mir dadurch immer unsympathischer. Am schlimmsten fand ich persönlich, dass sie bestimmte Dinge, die im ersten Band eine sehr hohe Bedeutung für sie hatten, so hoch, dass sie ihr Angst machten, einfach vergessen hat. Absolut nicht nachvollziehbar für mich.
Ein Lichtblick in dem Ganzen war Luca, der so freundlich, humorvoll und lieblich war wie gewohnt – zum Glück! Auch der Schreibstil war wieder sehr angenehm, ich konnte das Buch in einem Rutsch durchlesen, es gab ein paar Spannungspunkte und Emotionen wurden angemessen und mitreißend beschrieben, jedoch wurden sie ein wenig von meiner negativen Stimmung beim Lesen überschattet. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass auch dieser Band ein Highlight für mich sein wird – leider bin ich nach wie vor etwas deprimiert.
Die Nebencharaktere trugen ihren Teil zur Geschichte bei, doch hier wirkte es mit der Zeit so, als hätte Laura Kneidl sich in ihren Handlungspunkten verloren. Es wurden zahlreiche diverse Aspekte ganz nebebei eröffnet – Ernährungsformen, Legasthenie, Pansexualität, psychische/psychosomatische Störungen, etc. – doch die meisten davon verliefen im Sande, sodass ich mich am Ende fragte, mit welcher Intention sie überhaupt erwähnt wurden. Zunächst fand ich die Aspekte ziemlich cool, zumal sie nicht ausdiskutiert oder in Frage gestellt, sondern als gewöhnlich dargestellt wurden, jedoch scheinbar leider ohne weiteren Stellenwert.
Nach 360 Seiten war mir klar, dass da nicht mehr viel kommen konnte, was das Ruder herum reißen würde, es gab viel zu viele offene Konflikte, die auf den verbliebenen 110 Seiten gelöst hätten werden müssen. Was mir dann leider, wie schon erwartet, überhaupt nicht gefallen hat war das abrupte Ende und die Botschaft des Ganzen. Alles, was ich an Berühre mich. Nicht geliebt und gefeiert habe war dahin, denn letztendlich kam am Ende genau das Klischee, was ich in diesem Setting als absolut störend empfunden habe. Ich möchte nicht zu viel verraten, nur so viel: Schlussendlich heilt die Liebe alles. Ich hätte mir gewünscht, dass es am Ende weiterhin um Sage und ihre Eigenständigkeit gehen würde, die ihr im ersten Band ja super wichtig war. Auch spielten ihre Freunde zum Schluss keine große Rolle mehr, im Epilog wurde alles meiner Meinung nach recht lieblos abgehandelt. Als ich das Buch zugeklappt hatte bildete sich nur ein großes Fragezeichen und damit einhergehend Fragen über Fragen: Was ist denn damit? Und damit? Und damit? Und wo war er? Und sie? 
Verliere mich. Nicht ist für mich persönlich eine enttäuschende Fortsetzung. Im Prinzip handelt es sich um einen netten New Adult Roman für Zwischendurch, ohne großen Tiefgang. Lasst euch von meiner Rezension nicht abschrecken – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, es gibt auch zahlreiche positive Meinungen. 

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Batgirl - Die neuen Abenteuer

Brenden Fletcher , Babs Tarr
Buch
Erschienen bei Panini, 21.03.2016
ISBN 9783957987549
Genre: Comics

Rezension:

Mit Batgirl hatte ich bisher keinerlei Berührungen, doch als ich diesen Comic beim Stöbern entdeckt und den Klappentext gelesen habe war ich super neugierig. Mit einem Auftritt von Black Canary, in einer Welt, in der Smartphones und Social Media im Mittelpunkt stehen und Daten-Piraten ihr Unwesen treiben – wie cool klingt das denn bitte?
Besonders interessant fand ich die Einleitung, in der ich etwas über die Entwicklung und Herkunft von Batgirl erfahren habe. Schon 1967 begann Batgirls Siegeszug, heute gehört sie zu den beliebtesten Superheldinnen. Und auch für mich hat sie sich durch die spannende, bunte Story in die Liste der Lieblingshelden katapultiert.
Schon nach wenigen Seiten habe ich mich in die bunten Zeichnungen verliebt, die an die jeweiligen Situationen angepasst waren und mal düsterer und mal fröhlicher wirkten. Die Bedeutung der sozialen Medien fand ich gut integriert, auch wurde gelungen verdeutlicht, was es für Auswirkungen haben kann, wenn dort bestimmte Fotos und Situationen geteilt werden und vor allem welches Licht sie auf Personen werfen, wenn Fotos und Zitate aus dem Zusammenhang herausgerissen werden, ohne näher erklärt zu werden. Die Vorstellung, dass Superhelden und Schurken ähnliche Apps wie Twitter und Instagram, oder auch Flirt- und Kennenlernplattformen nutzen war skurril und unterhaltsam zugleich. Die hippen, jugendlichen Themen wirkten erfrischend.
In den Geschichten traf Barbara/Batgirl auf zahlreiche Personen, die alle zu der Handlung beigetragen haben, allen voran Mitbewohnerin Frankie, deren wichtige Rolle am Ende erst richtig deutlich wurde, was ich sehr spannend fand, aber auch Computerfreak Qadir, der Barbara immer wieder aus der Klemme helfen konnte. Auch Dinah (Black Canary) fand ich cool, sie brachte eine Dynamik in die Geschichte, die nicht zu unterschätzen war. Leider habe ich bisher noch nichts über sie gelesen/gesehen, bin aber nun richtig neugierig auf ihre Rolle in diesem ganzen Setting. Mehr über Black Canary könnt ihr HIER erfahren und HIER findet ihr eine Art Steckbrief. Und falls ihr ein paar Hintergrundinfos zu Batgirl braucht, schaut mal HIER rein. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich könnte stundenlang durch das Internet stöbern und Dinge über Superhelden, Antihelden und Schurken lesen. Und besonders Barbaras familiäre Hintergründe solltet ihr euch mal näher anschauen, denn sie sind ziemlich faszinierend.
Am besten gefiel mir das letzte „Kapitel“ des Comics – Geist in der Maschine, welches ziemlich dramatisch und emotional war. Auch wurden dort ein paar offene Fragen geklärt, die durch die vorigen Storys entstanden sind. Kurz zuvor habe ich etwas über Batgirls Vergangenheit erfahren, besonders über den Vorfall, der sie für eine Zeit lang an den Rollstuhl gefesselt hat. Zum Glück befindet sich der Comic, in dem der Vorfall näher geschildert wird, bereits in meinem Besitz – Batman: The Killing Joke**.
Dank der vielen Hintergrundinformationen, die die Einleitung, aber auch das Stöbern im Netz geboten haben, aber auch aufgrund Batgirls authentischer Art, ihrer Überzeugungskraft, ihrer Fähigkeiten im Kampf und ihrem starken Willen, wurde meine Begeisterung für die DC Welt erneut gesteigert, auch wenn die Thematik durch die bunten Bilder und die recht jugendlichen Themen nicht so düster wirkt, wie zunächst erwartet. Während ich noch vor einem Jahr angenommen hatte, dass Comics überhaupt nichts für mich sind, bin ich mittlerweile zu einem wahrlichen Comic-Fangirl mutiert.
Batgirl: Die neuen Abenteuer ist für mich persönlich das allererste Abenteuer mit der klugen und mutigen Superheldin, aber auf jeden Fall nicht das letzte. Meiner Meinung nach ist das 148-seitenlange Comic auch für Einsteiger geeignet, da durch Batgirls Umzug nach Burnside eine Art Neuanfang stattfindet. Aber besonders junge Leser fühlen sich durch die hippen, jugendlichen Themen sicherlich angesprochen.
Vielen Dank an den Panini Verlag für das Rezensionsexemplar.

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rezensionsexemplar

Zusammen sind wir Helden

Jeff Zentner , Ingo Herzke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.12.2017
ISBN 9783551556851
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zusammen sind wir Helden erzählt die Geschichte drei grundverschiedener Jugendliche, die aber doch mehr gemeinsam haben, als man zunächst annimmt. Es gibt drei Erzählperspektiven, wodurch man einen detaillierten Einblick in die verschiedenen Gedanken erhält. Zu Beginn werden nacheinander die völlig unterschiedlichen Familien vorgestellt, indem der Autor eine vermutlich typische Situation darstellt, die jeden der drei Jugendlichen in Interaktion mit der Familie zeigt.
Dill wurde scheinbar sehr religiös erzogen, denn sein Vater war der Prediger in der örtlichen Gemeinde, bevor er ins Gefängnis wanderte, aber auch seiner Mutter war die Religion sehr wichtig, was man auch in alltäglichen Situationen merkte. So war es Dills Aufgabe, Geld für die Familie zu verdienen, was er neben seiner Schullaufbahn macht. Danach sollte er Vollzeit in dem Job einsteigen, denn Studieren hielt seine Mutter für keine gute Idee.
Travis lebte zusammen mit seiner lieben Mutter und seinem recht tyrannischen Vater in einem Haushalt. Schnell wurde klar, dass es auch dort einige Probleme gibt, insbesondere scheint Travis‘ Vorliebe für Fantasy-Geschichten und seine eher ungewöhnlichen Outfits ein Dorn im Auge seines Vaters zu sein.
Lydia hat es scheinbar am besten getroffen, denn ihre Familie wirkt liebevoll und intakt. Sie lebt mit ihren fürsorglichen und humorvollen Eltern zusammen, das Miteinander der drei Personen empfand ich als herzerwärmend, es stellte einen angenehmen Ausgleich zu den anderen Familien dar und zeigte auf, dass aber auch dabei nicht immer alles rund läuft, man Konflikte aber durchaus lösen kann, wenn man zusammenhält und miteinander redet.
„Wir müssen uns ein besseres Leben schaffen. Wir müssen endlich anfangen, die Dinge zu tun, vor denen wir uns fürchten.“[Travis, Zusammen sind wir Helden, S. 232]
Zur der Thematik der Geschichte möchte ich gar nicht so viel sagen. Ich bin völlig unvoreingenommen an das Buch herangegangen und kann euch empfehlen, das genauso zu machen. Ich wurde positiv überrascht und hätte nicht gedacht, dass es inhaltlich so tiefgründig und bedrückend wird, sodass ich zwischendurch pausieren und andere Bücher lesen musste. Es gab mehrere Ereignisse (besonders ein bestimmtes), die mich total schockiert haben. Der Autor schaffte es, mich durch einen angenehmen Schreibstil und einen ruhigen, aber dennoch spannenden Verlauf, in die Geschichte zu reißen. Themen waren unter anderem Depressionen, Tod, aber auch Freundschaft, Zusammenhalt und der Aspekt, mehr vom Leben zu wollen, als das vorgegebene System so hergibt. Bei den drei Charakteren handelte es sich um drei wahrliche Helden, die ausbrechen wollten. Egal, wie das familiäre System ist, alle drei wollten mehr vom Leben, als das, was ihnen bisher geboten wurde.
Gelungen fand ich aber vor allem, dass diese Depressionssache nicht aufdringlich auf dem Präsentierteller geboten wurde, sondern eher nebenbei angeschnitten und total glaubhaft dargestellt wurde, ohne, dass ich ein Gefühl der Beklommenheit verspürte. Ich wurde von vielen Aspekten total überrascht, zumal ich aufgrund des Klappentextes so etwas wie eine jugendliche, roadtripmäßige Comig of Age-Story erwartet hatte, aber dieses Buch ist so viel mehr – und etwas ganz besonderes.
Wen ich von den Personen am sympathischsten fand kann ich gar nicht sagen, weil sie alle besonders waren. Jeder hatte so seine Macken und seine Eigenarten, aber genau das hat sie so authentisch gemacht. Ich habe die Interaktionen zwischen den dreien sehr genossen, besonders aber Lydias Schlagfertigkeit. Spannend fand ich die Integration von Lydias Blog in den Verlauf, der zum Ende hin noch eine coole Wendung bereithielt, aber auch den Aspekt der Musik, der durch Dill hereingebracht wurde. Am besten gefielen mir aber natürlich die Fangirl.. ehm boy-Momente von Travis, wenn er von einer Buchreihe schwärmte.
„Ich kann in viele Ärsche gleichzeitig treten. Reihenweise Ärsche. Ich reiße Löcher ins Raum-Zeit-Kontinuum, in so viele Ärsche kann ich gleichzeitig treten. Stephen Hawking musste sich eine Theorie von Paralleluniversen ausdenken, um meine arschtretende Allgegenwart zu erklären.“[Lydia, Zusammen sind wir Helden, S. 86]
Am Ende konnte ich das Buch mit einem guten Gefühl zu klappen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass ganz viele Menschen die Geschichte von Dill, Travis und Lydia lesen, besonders auch jugendliche Bücherwürmer.
Zusammen sind wir Helden hat mich durch die überraschende Tiefgründigkeit ziemlich beeindruckt. Bei den drei Jugendlichen handelt es sich um drei wahrliche Helden aus einem kleinen religiösen Ort, die aus ihren vorgegebenen Systemen ausbrechen und mehr vom Leben wollen. 
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Black Heart 03: Ein Traum aus Sternenstaub

Kim Leopold
E-Buch Text: 6 Seiten
Erschienen bei null, 31.12.2017
ISBN B078BQ1MDC
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das 111 seitenlange eBook wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die hauptsächlich in Deutschland und Frankreich im Jahr 2018, und eine in Norwegen um 1768 spielen. Diesmal begleiten wir wie gewohnt Alexander und Louisa in Deutschland, Freya und Mikail in Norwegen und neuerdings Hayet in Frankreich.
Alexander ist in dieser Geschichte hauptsächlich damit beschäftigt, Louisa auf die Gefahren ihrer Welt vorzubereiten und zu trainieren. Auch leidet sie an schrecklichen Albträumen, die er ihr nehmen möchte. Im Verlauf merkt er, dass die Anziehung immer größer wird, was aber natürlich gegen die Regeln des Rates verstoßen würde. Mikail und Freya befinden sich am Hof des Königs, wo sie eine schwierige Entscheidung treffen müssen, die langfristig alles für sie ändern wird. Auch hier war eine Anziehung zu spüren, die für mich etwas zwiespältig dargestellt wurde, einerseits scheint Freya emotional nicht sehr angetan zu sein, andererseits geht sie aber auf seine Avancen ein. Dabei fand ich die Äußerungen der Dienerinnen und Schneiderinnen spannend, denn die scheinen Mikail durchschaut zu haben.
Meine liebste Figur in diesem Teil war jedoch Hayet, da sie die Welt der Schausteller in die Geschichte gebracht hat, die ich grundsätzlich super interessant finde. Das Setting wurde detailliert dargestellt, hätte für meinen Geschmack aber gerne noch weiter ausgebaut werden können. Sie lebt mit ihrer Mutter, einer Wahrsagerin, in einem Trailer, mit dem sie durch die Orte ziehen. Im Laufe der Geschichte trifft Hayet auf eine uns bereits bekannte Person, was ich ziemlich cool fand. Auch kam dadurch ein Gestaltwandler ins Spiel, über den ich unbedingt noch mehr erfahren möchte.
Insgesamt gefielen mir die drei Perspektiven richtig gut, sie boten alle einen spannenden Verlauf und besonders Hayets Anteile konnten mich durch eine beeindruckende Thematik mitreißen. Die prickelnden Anteile in dem Part von Alexander und Louisa machen natürlich Lust auf mehr, ich bin sehr gespannt, wie es mit den beiden weitergeht, und ob Alexander den Regeln des Rates trotzen wird.
Zum Ende hin liefen – für Kim Leopold typisch – ein paar Stränge zusammen, was schon ein wenig erahnen lässt, wie es im nächsten Band, Der Palast der Träume, der bereits verfügbar ist, weitergehen könnte. Mit der Fortsetzung habe ich gestern Abend begonnen und auch da kann ich sagen, dass sie scheinbar viele neue Entwicklungen bereithält. Der Titel macht Hoffnungen darauf, dass es endlich DEN Ortswechsel geben wird, auf den ich schon ganz gespannt warte.
Mit Ein Traum aus Sternenstaub hat Kim Leopold wieder eine spannende und inhaltlich überraschende Fortsetzung kreiert, die wieder eine Steigerung darstellt und Lust auf mehr macht. Besonders Hayet konnte mich mit ihrer vielversprechenden Rolle begeistern. 

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